THEMA: Bilder einer Äthiopienreise
14 Mär 2018 13:18 #514773
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  • Gu-ko am 14 Mär 2018 13:18
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Bilder einer Äthiopienreise
Ein Reiseberichte hauptsächlich in Bilder

Von September bis Mitte Oktober 2017 reisten meine Frau und ich für knapp sechs Wochen durch Äthiopien und Kenia. Schwerpunkt der Reise war Äthiopien (4 Wochen). Nach Kenia wollten wir diesmal nur, um, neben einem kurzen Familienbesuch, ein noch paar Tage nahe Mombasa an den Stränden des indischen Ozeans abzuhängen.

Äthiopien, wenn auch keine klassische Touristendestination, bietet landschaftlich sowie kulturell einige Highlights, die in Afrika und vielleicht weltweit einmalig sind. Das Land gehört zu den ältesten Zivilisationen der Welt, vergangenen Dynastien haben zahlreiche historische Stätten mit Kirchen, Schlössern, Burgen und Palästen hinterlassen.


Felsenkirche in Lalibela


Danakil Depression - Dallol

Absolut faszinierend ist die Danakil Depression, eine abgeschiedene und unwirtliche Salzwüste in der Afar-Region im Nordosten des Landes in Grenznähe zu Eritrea mit ihren Salzseen, vulkanischen Aktivitäten und den Salz-Karawanen der Afar.

In den letzten Jahren muss sich das herumgesprochen haben. Vor allem an den kulturellen ‚Must-Sees“ wie Gonder und Lalibela, begegneten wir internationalen Reisegruppen, aber auch reichlich Individualreisenden, Backpacker, Flashpacker und wie sie sich alle nennen. Auffallend viele kamen aus Israel, aber auch aus China, Europa und den USA.


1st Level Bus

Es gibt aber auch Aspekte unserer Reise, die zwiespältige Gefühle hinterlassen haben. Das hat mit der Mentalität vieler Äthiopier zu tun, denen wir täglich begegneten.

Wir sind in den letzten 10 Jahren durch etliche Länder Ostafrikas gereist. Immer selbst organisiert, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und ohne strikte Planung des Reiseverlaufes. Bei dieser Art zu reisen ist man oft auf die Hilfe unbekannter Menschen angewiesen, Taxifahrer, Passanten auf der Straße oder Herumlungerer in Busbahnhöfen. Dabei begegneten uns die Menschen fast immer freundlich, respektvoll und hilfsbereit. Ganz selten gab es mal den Versuch zu betrügen, oder unsere Unwissenheit als Fremde auszunutzen, oder sonstige Unfreundlichkeiten. Auch offene oder gar aggressive Bettelei hielt sich in engen Grenzen.

Anders in Äthiopiern. Betteln und Betrügen ist hier Volkssport. Aber es ist nicht das Betteln an und für sich, was nervt, es ist die penetrante, manchmal aggressive Haltung, die viele Äthiopier gegenüber Ausländern an den Tag legen:

„You are rich - „give me money, give me, give me …“

Braucht man eine Auskunft, oder fragt auf dem Busbahnhof nach einem Bus, hat man plötzlich einen selbsternannten ‚Guide‘ am Hals, der einem penetrant mit Geldforderungen verfolgt. Das erste was wir lernen mussten, war vor jeder Busfahrt den Fahrpreis auszufeilschen. Trotzdem versuchte die Bus-Crew später über erfundene Ferenji-Gebühren nachzukassieren. Unangenehm empfand ich auch, dass die anderen Fahrgäste diese Betrügereien schweigend verfolgten, manche breit grinsend, als würden sie das Schauspiel genießen. Diese Vorkommnisse führten immer wieder zu unangenehmen Situationen und das waren leider keine Einzelfälle.

Selbst kleinste Kinder laufen „You china(*), give me sweets, give me money“ schreiend dem Ferenji hinterher. Und wenn es nichts gibt, fliegen schon mal Steine.

(*) Durch die starke Präsenz Chinas werden hellhäutige Ausländer gelegentlich als "China" betitelt ;)

Natürlich waren nicht alle Äthiopier von der unangenehmen Sorte. Vor allem diejenigen, die im Tourismus arbeiten, Reiseveranstalter, Hotelangestellte, Fahrer, etc. erlebten wir als äußerst hilfsbereite und freundliche Menschen. Ich vermute, wenn man in einer Reisegruppe unterwegs ist, wird man mit dem Straßen-Pöbel wenig konfrontiert. Als Individualreisender muss man alles selber organisieren und man ist auf die Hilfe fremder Menschen angewiesen. Da zeigen sich die Unterschiede.

Insgesamt würde ich meine subjektiven zwischenmenschlichen Erfahrungen wie folgt zusammenfassen: In allen anderen Ländern Ostafrikas waren die Menschen, denen wir auf der Straße begegneten, freundlicher, hilfsbereiter und angenehmer als in Äthiopien.

Reiseverlauf


Unsere Tour führte uns von Addis Ababa zu den Klöstern am Lake Tana, zu den Tisissat-Wasserfällen des Blauen Nils, weiter zu den Burgen von Gonder, den Simen-Mountains, zu den Felsenkirchen von Lalibela, nach Mekele und von dort im Geländewagen durch die Danakil Depression, einer extrem heißen und trockenen Salzwüste. Wir besuchten die Salzkarawanen der Afar, die Schwefelfelder der Dallol-Senke und stiegen auf den aktiven Erta Ale Vulkan.

Dann zurück über Addis in den Süden. Unseren ursprünglichen Plan, über Land (bei Moyale) nach Kenia weiterzureisen, mussten wir ca. 300 km vor der kenianischen Grenze aufgeben. In Konso (Südäthiopien) erfuhren wir, dass Aufgrund von Stammeskonflikten im Grenzgebiet alle Straßen ab Yabelo Richtung Grenzübergang Moyale gesperrt und sämtlicher Busverkehr eingestellt worden war. Uns blieb nichts Anderes übrig, als nach Addis zurückzufahren und von dort nach Nairobi zu fliegen.
Letzte Änderung: 24 Jul 2018 09:57 von Gu-ko.
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14 Mär 2018 13:27 #514775
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  • sphinx am 14 Mär 2018 13:27
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Hallo Guko
vielen vielen Dank für den Bericht- ich freue mich auf Lesefutter-Deine Berichte sind spannend und ich will doch schon seit über 10 Jahren einmal nach Äthiopien...... irgendwann klapp es auch!
Viele Grüße Elisabeth
"Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
Afrikafotos ; Namibia ; 2017 Kenia ; Kap, Karoo,GR ; Indien ; 2018 Kenia ; Äthiopien/Djibouti ; Galapagos ; Reunion
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14 Mär 2018 13:49 #514777
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  • KarstenB am 14 Mär 2018 13:49
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Hallo Gu-ko,
ein Bericht von Dir - da weiß ich wieder, warum ich noch in das Forum schaue.
LG aus dem warmen und sonnigen Puerto de la Cruz,
Karsten
Reisebericht Südtanzania 2013 www.namibia-forum.ch...lft-nicht-immer.html
Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 www.namibia-forum.ch...wochen-nam-bots.html
Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis www.namibia-forum.ch...tage-gefaengnis.html
Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha www.namibia-forum.ch...e-bush-ha-ha-ha.html

Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB www.namibia-forum.ch...imitstart=0&start=12]
Walking Safari Zimbabwe 97 www.namibia-forum.ch...ri.html?limitstart=0
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14 Mär 2018 14:38 #514785
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  • Mabe am 14 Mär 2018 14:38
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Hei Gu-Ko,

prima, dass du wieder einen Reisebericht schreibst und deine schönen BIlder zeigst.

Deine/ Eure Art zu reisen ist zwar nichts für mich, aber solche Berichte verfolge ich total gerne!

Gruß
Mabe
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14 Mär 2018 15:20 #514790
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  • toumtoum am 14 Mär 2018 15:20
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Hallo Guko,
bin auf die Bilder gespannt. Leider bestätigen deine Aussagen über die Menschen das, was ich von anderen Leuten schon gehört habe. Hatte schon mehrmals überlegt mit dem Rad durch Äthopien zu fahren, weil die Landschaft und die historischen Plätze so vielfältig sind. Aber genau vor den steinewerfenden Kindern, den aggressiven Betteleien wurde ich gewarnt und beim Radfahren gehören die Kontakte mit den Menschen dazu. Bin deshalb durch Eritrea geradelt, was wirklich toll war. Aber dort traf ich auch Individualreisende, welche mir erzählten, daß die Menschen von Eritrea und Äthopien total unterschiedlich sind und sie froh sind, jetzt in Eritrea zu sein.

Erinnert mich auch an meine Radtour durch Jemen. Eigentlich ein schönes und interessantes Land und viele Leute schwärmten davon - die waren aber auch immer mit Guide und Auto unterwegs. Ich hatte viel mit steinewerfenden Kindern zu kämpfen, was mich am Ende die Reise abbrechen ließ um dann durch Jordanien und den Sinai zu radeln (wo es wieder richtig Klasse war).

Bin auf die Bilder gespannt.

toumtoum
Letzte Änderung: 14 Mär 2018 17:49 von toumtoum.
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15 Mär 2018 11:02 #514969
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  • Gu-ko am 14 Mär 2018 13:18
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sphinx schrieb:
Hallo Guko
vielen vielen Dank für den Bericht- ich freue mich auf Lesefutter-Deine Berichte sind spannend und ich will doch schon seit über 10 Jahren einmal nach Äthiopien...... irgendwann klapp es auch!
Viele Grüße Elisabeth
Hallo Elisabeth,
schreiben möchte ich diesmal gar nicht so viel, eher so eine Art Fotoblog. Aber ganz ohne Text geht es natürlich auch nicht.
Grüße Guko
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