THEMA: Angola, eine Reise wert?
08 Okt 2015 16:45 #402071
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  • fotomatte am 08 Okt 2015 16:45
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Hallo lilytrotter,

herzlichen Dank fürs zeigen des für mich so anziehenden Schrotts.

Die Maschinen in Catumbela stammen von einer schmalspurigen Feld / Minenbahn, vielleicht 600 mm oder 2-Fuß Spurweite.

Die Denkmalslok in Benguela wäre auch ohne das fotografierte Fabrikschild als Hunslet Saddletank zu identifizieren gewesen, merkwürdig allerdings, dass es ein B-Kuppler ist.

Zu der aufgebockten Schmalspurlok fällt mir nix ein.

Die neueren Dieselmaschinen scheinen chinesischen Ursprungs zu sein.

viele Grüsse,
fotomatte
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08 Okt 2015 18:22 #402092
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  • lilytrotter am 08 Okt 2015 18:22
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Hallo, fotomatte,

vielen Dank für deine "Bestimmungshilfe" :silly:

das notiere ich mir alles gleich hier zuhause unter meine Bilder. :)


Eigentlich find ich diese bunt gemalten "Spielzeugloks" ziemlich blöd... (an der schwarzen hängt ein Leucht-Weihnachtsmann :sick:
- ich hab sie als kuriosen Ersatz geknipst, - man ist ja nach ewiger erfolgloser Suche derart gefrustet (wir haben alle Depots abgeklappert, nirgends darf man rein - und durch die Zäune und über die Mauern hinweg ist auch nur wenig zu entdecken...), da reicht dann schon sowas Mukkeliges, für den nervösen Auslösefinger... :cheer:

unser eigentliches Interesse gilt ja fast ausschließlich den mächtigen Lokomotiven und insbesondere den Garratts, davon gab es in Angola einige


Die Eisenbahnlinie haben die Chinesen wiederhergestellt und natürlich auch den Bahnhof Huambo gebaut und die Dieselloks geliefert - gab da vor einigen Monaten mal einen Fernsehbeitrag drüber... - wo weiß ich nicht mehr...

Also vielen Dank nochmal für deinen Beitrag!

Gruß lilytrotter




Nachtrag: Die kleine Grüne-Weiße auf Stelzen steht übrigens in Lubango, auf dem Vorplatz des alten Bahnhofs. Im alten Bahnhof sitzt der "Clube Ferroviário da Huíla" - Vereinsfarbe: grün-weiß...

und: Der Filmbeitrag war: „Mit der Lok durch Angola“, Geo360° (arte)
Letzte Änderung: 09 Okt 2015 09:28 von lilytrotter.
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09 Okt 2015 16:54 #402260
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  • fotomatte am 08 Okt 2015 16:45
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Hallo lilytrotter,

kennst du diesen link?
www.internationalste...uk/africa.htm#Angola

Du kannst dich mal da durchklicken, es gibt auch einige Infos zu den Garratts, zwei davon sollen noch betriebsfähig sein.

Grüsse,
fotomatte
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10 Okt 2015 01:18 #402339
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  • lilytrotter am 08 Okt 2015 18:22
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Hmm, ja, - daher hatte ich ja meine Flausen im Kopf. :silly:
Bei der ersten Koordinate steht nix, keine Lok – und nach Ansicht, wird da wohl auch nie was gestanden haben... da waren mal Gebäude
Die zweite Koordinate ist das alte Depot, da waren wir auch... und quasi im südlichen Teil davon, da stand alles voll... das kann man auf den Wackelvideos von J. Grieve auf YouTube sehen (ein Trauerspiel, dass so was das einzig existierende Dokument ist!!), die Videos sind alle genau da entstanden, das kann man gut an den dahinter stehenden Wohnblocks sehen... - ist ja auch schon lange her und den Leuten dort ist es zu gönnen, dass sie nun wieder über ein "aufgeräumtes" Gelände verfügen und eine funktionierende Bahn... anstelle der Loks gibt's jetzt den neuen Bahndamm...

Der Zaun zum Depot-Gelände ist jetzt durch eine hohe Mauer ersetzt.

Wo sie ein Museum plane keine Ahnung, auf den Begriff in Bezug auf die „maquinas historicas“ hatten die Jungs in Huambo keine Antwort...

Luena als eine Möglichkeit war für uns keine Option.

Gruß lilytrotter
Letzte Änderung: 10 Okt 2015 01:19 von lilytrotter.
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09 Apr 2016 13:55 #426923
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Aus aktuellem Anlass:

Größte Gelbfieber-Epidemie seit über 30 Jahren rollt über Angola.

www.sueddeutsche.de/...-zeitbombe-1.2933644

Vielleicht zur Zeit besser keine Reise in Angola planen/durchführen und lieber damit noch ein bisschen warten.

Gruß lilytrotter
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03 Dez 2018 16:34 #541344
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  • strassenkind am 03 Dez 2018 16:34
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Hallo liebe Afrikareisende,
ich möchte das Thema nochmals aufgreifen und mit wenigen Worten von meiner letzten Tour durch Teile von Angola berichten.
Die Tour fand 17.09. – 06.10. 2018 (jeweils Grenzübergang von/nach Namibia) statt. Wir waren fünf Personen in zwei Autos. Alle Teilnehmer hatten deutsche Reisepässe, die Grenzübergänge waren unproblematisch, eine Einladung mussten wir nicht vorzeigen.
Die Route seht Ihr hier:



Da es nach meinem Eindruck rel. wenig Bilder hier im Forum von Angola gibt, habe ich ein paar Bilder und Filme zu einem Film zusammengeschnitten. Er hat in dieser Version keine Musikuntermalung, da ich keine Lust auf Urheberrechtsgezanke oder ähnliches habe. Musik in diesem Zusammenhang ist ja auch nicht jedermanns Sache.

Den Film findet ihr hier:

Angola-2018


Ich wollte wieder nach Angola. Es hat nach wie vor etwas mystisches. Alle schlagen die Hände über den Kopf zusammen wenn man davon berichtet. Das kann ich alles nachvollziehen.
Mit Erinnerungen an meine letzte Reise 2011 im Hinterkopf habe ich die Reise gebucht und angetreten. Ich möchte nicht vergleichen, das wäre falsch und unfair.

Diese Reise nun war geprägt von viel Fahrerei, wenigen landschaftlichen Highlights im Verlauf des Tages, gutem „Teamwork“, wenig zeitaufwendigen aber schönen Sehenswürdigkeiten als Tagesziel und gut gewählten schönen Camps am Tagesende.
Die Motivation diese Reise anzutreten ist bei reinen Europäern anders als bei Namibianer, die ihr Nachbarland kennenlernen wollen oder „vertriebenen“ Angolanern, die ihre Erinne-rungen auffrischen oder ihre Heimat noch einmal sehen wollen.

Eine Reiseempfehlung abzugeben ist unmöglich, weil Erwartungen an Angola als Nachbarland zu Namibia, Botswana.... in der Regel sehr hoch aufgehängt werden und nicht erfüllt werden, nicht erfüllt werden können.
In Angola ist die Infrastruktur in der Regel grottenschlecht - Fahrzeiten sind schwer planbar - sehr viel Wohlstandsmüll, POI sind weit gestreut, feste Unterkünfte für Touristen gibt es noch nicht ausreichend und die Städte sind mit allen anderen großen oder kleinen afrikanischen Städten vergleichbar, menschenleere Gebiete nähern sich dem Ende.

Eine Generation hat unter portugiesischem Einfluss einen quasi afrikanischen Frühling erlebt, die nächste den Bürgerkrieg, die nächste Familienkorruption gepaart mit Ölreichtum für wenige und Armut für viele, die aktuelle erlebt sinkende Ölpreise und eine wohlwollende neue Regierung, die viel positives bewegen will.
Was will ich sagen? Es gibt keine vergleichbaren Strukturen, das Land hatte keine Möglichkeit sich zu finden, sich zu entwickeln. Es gibt keinen Mittelstand, >90% betreiben Subsistenzwirtschaft, für Naturschutz ist kein Platz und aus der hohen Anzahl der Kinder leiten alle ihre Altersversorgung ab.

Das Land ist aus meiner Sicht als Selbstfahrer ohne Sprach- oder Landeskenntnisse nicht leicht zu bereisen, es fehlen, wie beschrieben, gewohnte Strukturen. Wir haben fast durchgehend wild gecampt. Buschtoiletten und „freies“ Duschen (wir hatten aber eine faltbare Kabine dabei) hinterm Auto gehörten zum Tagesablauf. Wo möglich haben wir uns gemeldet, teilweise kamen „Bürgermeister“ oder/und Polizei auf uns zu. Der Umgang war immer sehr freundlich und endete in der Regel mit einem spendierten Getränk (nie Alkohol) für den Weg zurück ins Dorf.
Unser Fleisch hatten wir eingefroren dabei, Obst, Gemüse gab es reichlich auf den Märkte, in den größeren Städten gibt es ausreichend Supermärkte.

Ich bin froh diese Reise gemacht zu haben. Landschaftlich hat mir der Iona-Nationalpark gefehlt, aber der passte nicht auch noch in die Tour.
Ich fotografiere sehr gerne. Nicht den fünften Elefanten, den 25sten Springbock oder noch so niedliche Kleintiere. Wer dies erwartet ist in Angola falsch. Aber es gibt so viel schönes Anderes!
Angola muss man mit Geduld bereisen, es hat seinen eigenen Charme.
Ich habe bislang nirgendwo so offenherzige, freundliche, gastfreundliche Menschen kennengelernt wie in Angola. ( in Grossstädten habe ich keine Erfahrungen)
Ich kann nur empfehlen Angola als Reiseland nicht abzuschreiben.

Herzliche Grüße

Strassenkind
Peter
Letzte Änderung: 20 Dez 2018 19:54 von strassenkind.
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