fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201620. März 2020 · #21
Tag 7 26.10.2017 KTP Rooiputs Teil 2
Wir standen schon eine ganze Weile am Pistenrand und beobachteten die Erdmännchen, als mir plötzlich vor dem Fenster ein gelber Stecken auffiel, der da vorher irgendwie noch nicht war..
Was jetzt folgte, war – gerade weil es sich im Kleinen abspielte – auch nach all den Jahren eines unseren eindrücklichsten Wildlifeerlebnisse – 2 Meter von unserem Auto entfernt..
Die Erdmännchen hatten offenbar eindeutig etwas gegen die Anwesenheit der Cobra und versuchten sie zu vertreiben bzw. zum Rückzug zu bewegen. Vermutlich wollten die Erdmännchen verhindern, dass die Cobra in die Gänge des Baus eindringt und dort ggf. noch befindliche Jungtiere angreift. Die Cobra ihrerseits sah nicht ein, weshalb sie verschwinden sollte und begab sich ihrerseits in Warnstellung.
Die Erdmännchen schauten nicht weniger grimmig, zeigten ihre Zähne, sträubten das Fell und rückten eng zusammen – die kleinen mittendrin an vorderster Front.
Nun folgten abwechselnd Attacken der Erdmännchen, denen die Cobra geschickt auswich und Attacken der Cobra, denen die Erdmännchen ebenso geschickt auswich.
Es ging so schnell und hitzig hin und her, dass wir am Ende verwundert waren, dass offensichtlich niemandem etwas passiert war. Am Ende musste sich die Cobra der Vielzahl an immer wieder auf sie zu stürmenden Erdmännchen geschlagen geben und zog von dannen. Wie die Erdmännchen hier Zusammenhalt gezeigt und systematisch agiert haben, zeigt eindrucksvoll die Kraft von Familie und Gemeinschaft..
DAS war mal ein Auftakt nach Maß für einen neuen Park.. Wir hatten das schon einmal in einer Doku gesehen und dort kaum geglaubt. Was für ein Glück..
Und es bewahrheitet sich einmal mehr die Game Drive Weisheit: einfach ruhig irgendwo sitzen und beobachten führt zu den interessantesten Sichtungen.. hätten wir nicht den Erdmännchen so lange zugesehen, weil wir eh nichts besseres zu tun hatten in der Mittagshitze.. Überflüssig zu erwähnen, dass während der Zeit kein anderes Auto vorbeikam? 🙂
Nach so viel Adrenalin wurde es Zeit, auf die Campsite zu fahren und sie zu inspizieren, wo es uns allerdings nicht lange hielt, schließlich war NUN langsam optimale Game Drive Zeit und wer weiß, was der Park noch zu bieten hat.
Wir fuhren Richtung Norden und wollten bis zum Kij Kij Wasserloch und dann umdrehen. Auf dem Weg dorthin sahen wir eine Springbockherde, Gnus, Erdhörnchen sowie eine Slende Mongoose. Am Wasserloch sahen wir dann schließlich ein paar Autos komisch parken, interessierten uns jedoch zunächst für den herantrabenden Schakal.
Nachdem wir die parkenden Autos umkurvt haben, wurde der Grund der Ansammlung klar – ein stattlicher Löwenkater hatte es sich direkt vor dem betonierten Schild an der Kreuzung zur Dünenstraße niedergelassen.
Kurz erhob er seinen Kopf um sodann wieder in typische Löwenpose – zu verfallen.
Da wir nicht damit rechneten, dass sich der Löwe noch großartig bewegen würde in nächster Zeit und wir nun eigentlich genug gesehen hatten und sich die lange Fahrt doch bemerkbar machte, beschlossen wir auf die Campsite zurück zu kehren.
Die Stimmung dort war schlicht wundervoll friedlich. Eine Herde Gnus und Springböcke graste im goldenen Abendlicht.
Wir machten rasch Feuer und stießen auf den gelungen Auftakt an.
Etwas mulmig war uns bei dem Gedanken zu Mute, zum ersten Mal so ganz ohne Zaun da zu sitzen, aber die tolle Lichtstimmung und das Konzert der Bellgeckos vertrieben alle Sorgen. Dieser Ort ist einfach traumhaft. Einen neugierigen Schakal mussten wir wiederholt von unserem Grill vertreiben, ansonsten blieb alles ruhig.
Die Show bei den Erdmännchen muss ja ganz großes Kino gewesen sein. Habe mal irgendwo ein Video mit so etwas gesehen, das war bestimmt sehr bewegend.
Bin gespannt wie Eure Reise weitergeht.
Grüße, Burkhard
casimodo4'528 Beiträge · seit 200720. März 2020 · #23
Liebe Fidels,
ganz herzlichen Dank für diese perfekte Corona Ablenkung. Ihr erzählt das so lebhaft und in Verbindung mit den toll fotografierten Szenen ruft das in mir echte KTP Sehnsucht hervor.
Solche Begegnungen wie mit der Kapcobra und den Erdmännchen hat der KTP ja immer mal auf Lager. Aber wenn man so etwas unbedingt sehen möchte, muss man 10.000 mal hinfahren und sieht es trotzdem nicht.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201520. März 2020 · #24
Hallo Fidel, die Szenen mit den Erdmännchen und Frauen sind wunderbar und die mit der Cobra sehr eindrucksvoll. Es gilt wirklich die Familie zu bewundern die sich als Team gegen die Gefahr verteidigte. Gut gemacht Timons. Es ist natürlich schon der Hammer dass euer Timing so gelungen war. Unterschied zu uns mit dem Löwen? Wir hätten dort gewartet bis A. Er steht auf und trinkt, oder B. Es wird dunkel und wir müssen die Campsite aufsuchen. Freue mich auf mehr vom KTP, aber noch zur Erläuterung, der Rooiputs Platz ist doch auf der Bots Seite, richtig? Liebe Grüsse aus der Quarantine in Florida von Katrin
DAdakdak33 Beiträge · seit 201820. März 2020 · #25
Hallo Fidels, die Szenen mit den Erdmännchen sind einzigartig. Danke, dass du sie gezeigt hast.
Gruß Bea
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201621. März 2020 · #26
Vielen Dank an alle Interessenten und Danke-Drücker 😉 Das Schreiben ist auch für mich eine sehr willkommene Abwechslung und Beschäftigungstherapie.
@Zugvogel Ich würde dort auch wieder vermutlich auch wieder nächtigen, allein die Lage ist nunmal ziemlich optimal und auch das drumherum stimmt. Ich wollte die Sicherheitsproblematik nur nicht unerwähnt lassen, nachdem sie leider ein doch existentes Problem rund um Kuruman ist.
@Casimodo Vielen Dank für deine warmen Worte 🙂 Du hast vermutlich recht, planbar ist so etwas nie, obwohl es häufiger vorkommt. Das macht natürlich gerade den Reiz dieser Art zu Reisen aus. Und wie es immer so ist mit Zufällen: man kann das ganze ja immerhin über die Länge der Zeit, die man in einem Park verbringt, etwas zum Positiven beeinflussen.
@Sadie Wir hätten normal vermutlich auch beim Löwen noch länger gewartet, gerade weil es gegen Abend zu ging. Da uns aber zu diesem Zeitpunkt fast 600km Fahrtstrecke in den Knochen steckte, war es irgendwann dann doch genug für uns.. außerdem wollten wir nicht erst auf der Campsite aufkreuzen, wenn es schon fast dunkel ist. Rooiputs liegt auf Botswanaseite, richtig. Buchbar über DWNP oder bequemer, eine der Agenturen. Wobei man dann nicht so einen schönen, handgeschriebenen großen Briefumschlag vom DWNP nach Hause bekommt 🙂
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201621. März 2020 · #27
Tag 8 27.10.2017 KTP Rooiputs Teil 1 Gefahrene KM: 154
Die Nacht verlief ruhig und ohne jegliche Störungen. Mit Sonnenaufgang waren wir auf den Beinen und machten uns auf den langsamen Weg Richtung Norden. Erneut kamen wir nicht allzu weit. Nach wenigen Kilometern sahen wir einen Kapfuchs in der Nähe der Straße sitzen.
Bald darauf gesellte sich ein zweiter dazu.
Dann sahen wir, dass direkt am Straßenrand ein Bau war, aus dem schließlich zwei putzmuntere Jungspunde herauskletterten und herumtobten.
Irgendwann hatten die beiden von irgendwo zwei tote Mäuse, mit denen sie spielerisch die Jagd übten.
Nach einiger Zeit rissen wir uns los. Gerade morgens finde ich es sehr schwer, abzuschätzen, bei welcher Sichtung man länger bleiben oder in Hoffnung auf andere Sichtungen in der Kühle des Morgens weiterfahren sollte..
Diesmal erwies sich die Entscheidung, weiter zu fahren jedoch als richtig. Nach wenigen Minuten trafen wir auf die Nächste Kapfuchsfamilie. Diesmal hatte es die Sonne schon über die Dünen geschafft, leider waren die Füchse hier aber ein gutes Stück weiter weg.
Die Jungen waren hier nochmals agiler und jagten einander und gelegentlicher Beteiligung eines Elternteils durch die Gegend. Wir waren überglücklich, solch spezielle Momente miterleben zu können. Diese Lebensfreude 🙂
Irgendwann entschied die sich für einen Morgenspaziergang und verschwand im Gras. Wir mussten glücklicherweise nicht lange auf unsere nächste Sichtung warten – ein Löffelhund zeigte sich, anders als viele Artgenossen, sehr gelassen. Wir mögen diese Tiere mit ihren viel zu großen Ohren sehr gern, leider sieht man sie ja oft nur in der Ferne oder schnell verschwindend.
Im weiteren Verlauf zeigte sich beim Anblick von Oryx und Springböcken auch die landschaftliche Schönheit dieses Parks.
Kleiner Einschub aus der Zukunft: es ist krass, wenn man unsere Erlebnisse im KTP im Oktober/November 2017 mit denen im Dezember 2019 vergleicht. Bereits damals erschien die Landschaft teilweise verdammt karg, es zeigten sich aber sehr sehr viel verschiedene Tiere. Gerade im Vergleich sieht man dann, wie unglaublich viel karger und kahler es gegen Ende der letzten Trockenzeit war und wie wenig Tiere sich noch dort aufhielten.. der Unterschied ist echt heftig. Aber ich will nicht klagen, wir hatten auch 2019 schöne Sichtungen – Reisebericht dazu kommt hoffentlich noch 😛 Aber halt z.B. in 14 Nächten keinen einzigen Nager, 1 Kapfuchs, keinen Löffelhund, keine Erdmännchen, kaum Greifvögel.. Irgendwo hatte ich mal, eine Studie gefunden, die die „gewöhnlichen“ Tierfluktuationen im KTP bei größeren Tieren erfasst hat, da schwankten die Tierzahlen immens.
Auf einem Baum saßen zwei Lannerfalken.
Schließlich machten wir am Melkvlei Picknickplatz Frühstückspause. Bei uns gibt es traditionell Müsli mit Milch o. Joghurt, da sich beides hervorragend bevorraten lässt, schnell und einfach geht und bei nicht vorhandenem Picknickplatz oder spannenden Sichtungen auch gut im Auto eingenommen werden kann.
Die Picknickplätze im KTP gefallen uns sehr gut – im Vergleich etwa zum Etosha, wo diese Geschichte eine einzige Katastrophe ist..
Im weiteren Verlauf findet sich ein Tawny Eagle, der sich schön auf einem totem Baum positioniert hat.
Sowie einen unidentifizierten Vogel, vermutlich irgendein Jungvogel – hat da vielleicht jemand eine Idee?
Auch die kleinen Tiere bleiben heute erneut nicht unberücksichtigt.
Ein junger Pale Chanting Goshawk trainiert mit einem Stock seine Fertigkeiten. Leider flimmert die Luft infolge der Hitze bereits wieder extrem, so dass auch wir langsam den Rückzug antreten.
Am Kij Kij Wasserloch hat sich eine große Herde Gnus versammelt.
Kurz darauf finden wir einen weiteren nicht identifizierten Vogel – mit den ganzen Raubvögeln ist es irgendwie nicht so simpel – vielleicht hat hier auch jemand ne Idee? Leider lässt auch die Schärfe wegen des Flimmerns zu wünschen übrig..
Kurz vor Rooiputs sehen wir schließlich erneut eine Erdmännchenfamilie auf Nahrungssuche.
Doch auch ihnen macht die Hitze offenbar zu schaffen.
Wir tuen es ihnen gleich und begeben uns hitzebedingt in eine nachmittägliche Siesta, wofür uns der A-Frame gute Dienste leistet und bereiten zudem diesmal das Abendessen schon etwas vor, um weniger Zeit im Dunkeln mit Kochen verbringen zu müssen.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201621. März 2020 · #29
Hallo Stephanie,
danke für die prompte Reaktion. Beim Black-chested Snake Eagle bin ich bei dir - egtl. relativ eindeutig, keine Ahnung warum ich in beim taggen der Bilder damals nicht zuordnen konnte. Der Jackal Buzzard ist ein sehr guter Tipp, könnte gut stimmen. Zumindest im Sasol gibt es ihn aber nur deutlich südlicher, im Roberts gibt es einen Tupfer im südlichen KTP, zudem wesentlich deutlichere Bilder. Ich glaube, du hast mit einer Vermutung Recht - somit eine unerkannte Erstsichtung 😛
Champagner8'672 Beiträge · seit 201021. März 2020 · #30
fidel schrieb: Der Jackal Buzzard ist ein sehr guter Tipp, könnte gut stimmen. Zumindest im Sasol gibt es ihn aber nur deutlich südlicher, im Roberts gibt es einen Tupfer im südlichen KTP, zudem wesentlich deutlichere Bilder. Ich glaube, du hast mit einer Vermutung Recht - somit eine unerkannte Erstsichtung 😛 Vielen Dank und Viele Grüße fidel
Hallo Fidel,
mein Raptor Guide vorortet den Jackal Buzzard durchaus auch im KTP, südlicher mehr, nördlicher weniger. Und in diesem Guide findet man auch Bilder, die eins zu eins zum immaturen (nicht juvenilen, da bin ich anderer Meinung) Jackal Buzzard passen! Der juvenile hat noch einen bräunlichen Kopf, deiner ist schon nahezu schwarz, daher m.E. ein immaturer.
Jetzt aber endlich mal ein Wort zum ganzen Bericht: da ich es ja irgendwie (und das hat nichts mit der momentanen Situation zu tun) nicht in den KTP schaffe, genieße ich Berichte von dort umso mehr (zumal man sich dann die langwierigen Passagen ohne Sichtungen erspart 😄 ).
Du zeigst zudem wirklich superschöne Bilder mit teils außergewöhnlichen Sichtungen - vielen Dank für diesen Genuss!
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201621. März 2020 · #31
Hallo Bele, vielen Dank für deine ergänzende Recherche und netten Worte 🙂 Wenn unsere Sasol-Ausgabe nicht ohnehin bereits so abgegriffen wäre und es von anderen Anbietern vergleichbar gute Apps gäbe, wären diese dem Sasol was Genauigkeit angeht wohl deutlich überlegen und wären meine erste Wahl für den Urlaub.. Angesichts der Vielzahl an KTP-Berichten hier im Forum ist deine Taktik vielleicht gar nicht die schlechteste 😛 Viele Grüße, fidel
Danke für den schönen Bericht und der guten Idee auch ältere Reisen wieder "aufzuwärmen"!
Ich hätte aber doch noch einen Tip: Das Fleisch schmecht sogar noch deutlich besser, wenn man es nicht nur auftaut, sondern sogar vor dem Grillen bereits aus dem Kunststoff auspackt!
Schmunzlige Grüsse, busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
per Zufall bin ich auf Deinen Bericht gestoßen. Hab vielen Dank dafür, Ihr hattet wunderschöne Sichtungen, speziell die Kobra/Erdmännchen Geschichte.
Du hast geschrieben dass es sich bewahrheitet, immer mal wieder einfach stehenzubleiben und der Dinge zu harren. Ein wahres Wort, so ist es uns auch schon oft ergangen und hatten dabei die schönsten Erlebnisse.
Sag mal - Grillen incl. Folie, wie hat Euch das geschmeckt? 😄 😮 😉
Herzliche Grüße, ich freu mich schon auf die Fortsetzung!
Enilorac65768 Beiträge · seit 201722. März 2020 · #35
Was für ein schöner Bericht. Erdmännchen haben wir leider noch nie gesehen und eine Straussenpaarung auch nicht 😉 Es tut gut sich in der momentanen Situation virtuell nach Afrika beamen zu können. Herzlichen Dank für‘s Teilen!
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201622. März 2020 · #36
Willkommen und vielen Dank an alle neu Hinzugestoßenen!
@busko und bayernschorsch: Ich sagte ja, Anfänger.. aber wir sind ja noch jung 😛 Zur Aufklärung: wir wollten das Fleisch nicht komplett gefroren auf den Grill legen und deshalb in der Nähe des Feuers etwas beschleunigt auftauen. Die Folie blieb dabei noch dran, um ein Austrocknen zu verhindern. Ob nötig oder sinnvoll, keine Ahnung, wir sind keine großen Grillexperten 🙂
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201622. März 2020 · #37
Tag 9 28.10.2017 KTP Urikaruus Gefahrene KM: 176
Auch die heutige Nacht war ruhig, kein Störungen an die wir uns noch erinnern könnten. Insoweit wurde Rooiputs seinem Ruf somit nicht gerecht. Nichtsdestotrotz ist Rooiputs aufgrund seiner Lage, den Dünen außenrum und der Abendstimmung einer der schönsten Campsites überhaupt. Leider stellen sich dort dieselben Verfügbarkeitsproblemen wie bei den anderen Unterkünfte im KTP, vermutlich nochmals verschärft durch den Umstand, dass viele Besucher mangels Erstattungen ihre Buchungen nicht stornieren, sondern schlicht nicht kommen. Während unseres Besuchs waren jeweils immer mindestens die Hälfte der Campsites frei..
Heute stand für uns der Umzug nach Urikaruus auf dem Programm, was bedeutete, dass wir irgendwie die Zeit bis 14:00 Uhr rumkriegen mussten. Wir fuhren daher zunächst wieder Richtung Norden, um dann langsam über das Auobtal nach Norden zu fahren.
Wie bereits am Tag zuvor, war am Kapfuchsbau Action geboten und wir genossen es, die kleinen Füchse im Morgenlicht zu beobachten.
Eine Kurze zeit später sehen wir ein Fahrzeug der Rooiputs Lodge am Straßenrand, die uns begeistert auf einen Kampfadler im Baum nebenan aufmerksam machen.
Zwischen den Klauen hält er einen jungen Kapfuchs.. von der Gegend her könnte es sich um einen der Jungen unserer zweiten gestrigen Sichtung handeln.. Wie so oft sind Leben und Tod nicht weit voneinander entfernt.
Ein Raubadler blickt etwas betrüblich drein.
Und auch sein kleinerer Kollege hat heute irgendwie seinen grimmigen Tag.
Erneut gibt es eine Frühstückspause am Melkvlei Picknickplatz,
Wir werden von zahlreichen Spatzen und Mahaliwebern belagert, zudem von einem weiteren Vogel, der sich einer Identifizierung bisher entziehen konnte – Schwarmintelligenz anyone? 😉
Heute ist es bereits recht früh sehr warm. Die Springböcke haben daher bereits vor 09:00 morgens die Arbeit eingestellt.
Die Erdhörnchen sind da agiler.
Wir machen uns daher wieder auf den Weg Richtung Süden, um über Twee Rivieren ins Auobtal zu fahren. An einem Wasserloch treffen wir auf einen hier etwas unerwarteten Besucher in Form eines Black-headed Heron sowie zahlreiche Oryx.
Nach einem Tankstopp in Twee Rivieren geht es auf den langsamen und langen Weg das Auobtal aufwärts. Wir sehen unsere erste Strichelracke..
.. einen Sekretär..
..und freuen uns über die nächste Paarung zweier Schwalbenschwanzspinte. Sie ruft ihn herbei.
Er ist bereitwillig zur Stelle.
Auch wenn die Technik nicht einfach zu sein scheint.
Schließlich erreichen wir Urikaruus und bekommen einen für uns als Camper ungeahnten Luxus präsentiert. Über das Camp muss ich glaube ich nicht viel schreiben, die Lage und Anlage ist wirklich einmalig.. Der Warden, ich meine es war Eric, erzählt uns, dass ein Löwenrudel die letzten Tage immer am Waserloch und im Camp abhing und am gestrigen Tag durchgehend den Parkplatz unserer Hütte belagert hatte, so dass die Gäste nicht weg konnten. In der Tat ist die Anzahl an Pfotenabdrücken rund um unseren Parkplatz beeindruckend.. Leider sollten wir die Verursacher, soviel sei vorweg genommen, nicht zu Gesicht bekommen.
Am Wasserloch erfrischte sich ein einsamer Gaukler.
Wir entspannen auf der Terrasse und warten auf Besucher.
Am Wasserloch selbst war nicht viel los, so entschlossen wir uns zu einem Abendgamedrive Richtung Nordwesten. Sehr glücklich waren wir über unsere erste jemals gefundene wilde „Eule“ in Form eines Milchuhu, auch wenn er sich immer geschickt im Geäst vor unseren Kameras verbarg.
Wir hatten es bis dato nicht für möglich gehalten, dass so viele Reiseberichtsschreiber offensichtlich derart regelmäßig Eulen finden, wir jedoch noch nie eine einzige zu Gesicht bekamen. Offensichtlich muss das Auge bzw. das Gehirn dafür erst einmal bestimmte Reize u. Formen abspeichern, damit man Eulen sehen kann. Wenn das Gehirn das einmal kapiert hat, läuft es von alleine..
Wir sahen noch einen Gabar Goshak sowie erstmals einen Sekretär auf einem Baum und eine Reihe weiterer Vögel, ansonsten blieb es eher ruhig.
Yellow Canary / Gelbbaugirlitz
junger Bateleur / Gaukler
junger Southern Masked Weaver / Maskenweber
Auf der Zufahrt zum Camp lief uns noch eine Yellow Mongoose / Fuchsmanguste über den Weg, die uns mit großen Augen anstarrte.
Während des Kochens erhielten wir schließlich noch Besuch von einem Kapfuchs, der sich entschloss, ein bisschen auf uns aufzupassen, indem er sich unmittelbar vor unsere Terrasse setzte.
Ansonsten verlief der Abend mit Ausnahme einiger Schakalbesuche am Wasserloch ruhig, man kann wohl nicht immer Action haben.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201622. März 2020 · #39
Tag 10 29.10.2017 KTP Kieliekrankie Teil 1 Gefahrene KM: 115
Was ich an Urikaruus so liebe, ist die Möglichkeit im Bett liegend zum Wasserloch schauen zu können. Der Versuch, so lange wie möglich wach zu bleiben scheiterte irgendwann an zufallenden Augen, bis dahin hatte sich auch noch nichts spektakuläres zum Wasserloch verirrt. Auch wiederholte Blicke nachts ergaben nichts als Leere. Wahrscheinlich immer zum falschen Zeitpunkt eingeschlafen 😛
Nachdem wir heute ein Bett, eine Küche und all den Luxus zur Verfügung hatten und es auskosten wollten, dass die immerhin eine Nacht in Urikaruus buchen konnten, entschieden wir uns zum ersten Mal in diesem Urlaub den morgendichen Game Drive ausfallen zu lassen und erst nach einem entspannten Frühstück aufzubrechen. Zudem mussten wir irgendwie die Zeit bis 14:00 Uhr rumrkiegen, obwohl wir nicht wirklich viele Kilometer zu unserer nächsten Unterkunft zu absolvieren hatten.
Der Baum am Wasserloch war von einer Grupppe Rotschulter-Glanzstare (?) zum Sammelplatz auserkoren worden.
Gegen viertel nach Sieben ging es dann doch auf die Piste. Wir sahen – fast wäre man versucht zu sagen, schon wieder – einen Tawny Eagle. Ich muss ja zugeben, wir hatten vor Ort nicht alle Greifvögel immer sofort identifiziert und ich war hinterher daheim doch überrascht, wie oft wir die immer selben Arten nur in unterschiedlichen Altersstufen, Farbabweichungen etc. erwischt hatten 😛
Kurz darauf trafen wir auf eine relativ große Springbockherde.
Einige Zeit später waren es erneut Sprinböcke, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Zwei Böcke waren in einen Kampf verwickelt – einer der beiden hatte dabei eine grausame Horndeformation, die wohl über Kurz oder Lang zu sehr unangenehmen Folgen führen dürfte..
Ein Kronenkiebitz war auf Nahrungssuche.
Auf einem toten Baum neben der Straße saß ein neugieriger juveniler Kampfadler.
Kurz darauf trafen wir noch auf einen Schwalbenschwanzspint.
Dann wurde die Ausbeute immer spärlicher. Am Auchterlonie Picknickplatz fuhren wir für eine kleine Pause rauf. Auch dieser Picknickplatz ist – mit Ausnahme der steilen Auffahrt – wieder 1a. Es war nun ca. 10.30h und wir überlegten, wie wir nun die nächsten paar Stunden verbringen sollten, nachdem wir die letzten 1-2 Stunden fast gar nichts mehr gesehen hatten. Wir beschlossen, zunächst ein wenig Richtung Süden zu fahren und dann weiterzusehen.
Beim Runterfahren vom Picknickplatz, sahen wir, dass ein einzelnes Fahrzeug seltsam im Schatten eines großen Baums nicht weit entfernt vom Wasserloch geparkt hatte – eine Situation, die eine genauere Inspektion erforderte. Als wir langsam näher kamen, zeigte ein Arm direkt nach oben und tatsächlich, da war lag irgendwas.. mit komischen Punkten.. unser allererster Leopard 😄
Es war anfangs nicht wirklich einfach, eine gute Position zum beobachten zu finden.
Irgendwann zeigte er sich etwas, um zu sehen, was wir hier unten so trieben.
Unser Vordermann, der uns auf die Sichtung aufmerksam gemacht hatte, verabschiedete sich. Da ich unsere Position ganz gut fand, fuhr ich nicht in seine Position, sondern ließ unseren inzwischen angekommenen Hintermann vor – leider ohne zu sehen, dass er da noch einen fetten Wohnwagen hinter sich herzog, so dass nun ein gutes Stück der guten Sichtachse durch den Wohnwagen blockiert war..
Insgesamt verlief die Sichtung jedoch sehr gesittet ab. Eine Spur blieb immer frei, es wurde sich abgewechselt etc. Grundsätzlich alles so, wie es sein sollte.
Glücklicherweise wechselte der Kleine wiederholt seine Position, so dass wir nunmehr eine relativ gute Beobachtungsposition inne hatten.
Es wurde geputzt, geschleckt, gegähnt.. das volle Programm.
Wir waren schlicht geflasht davon, WIE schön ein Tier sein kann.. Liebe auf den ersten Blick 🙂
Da wir zuvor noch nie einen Leoparden gesehen hatten, war uns das offensichtlich noch vorhandene Kindchenschema zu Anfangs überhaupt nicht aufgefallen, erst nach und nach kam die Erkenntnis, dass wir es hier offenbar mit einem Jüngling zu tun hatten. Nachträglich fanden wir heraus, dass es sich wohl um den ca. 1,5 Jahre alten Sohn von Miera (?), die sich kurz zuvor getrennt hatten.
Irgendwann ging es auf einen anderen Ast, so dass er nun direkt über der Straße lag.
Euphorisch verließen wir ihn schließlich, um uns auf die letzten Kilometer bis Kieliekrankrie zu machen.
sphinx1'624 Beiträge · seit 201522. März 2020 · #40
Hallo Fidel
soweit ich mitbekommen habe, hast Du angefangen hier wieder RBs zu schreiben (sorry, falls ich jemanden übersehen habe). Ganz vielen Dank dafür. Denn nachdem mir viele Wochen zuwenig über SARS 2 gesprochen wurde, wurde es mir in den letzten zwei Wochen eindeutig zu viel 🤢 . Deshalb noch einmal Danke für den Startschuss. Abgesehen davon wäre es echt schade gewesen, wenn man Deine Fotos nicht zu Gesicht bekommen hätte. Heidadei, da sind Schmankerl dabei. Viele Grüße Elisabeth