THEMA: SA - KTP - NAM 2017 - Die große Runde
22 Mär 2020 13:33 #583668
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Tag 9 28.10.2017 KTP Urikaruus
Gefahrene KM: 176





Auch die heutige Nacht war ruhig, kein Störungen an die wir uns noch erinnern könnten. Insoweit wurde Rooiputs seinem Ruf somit nicht gerecht. Nichtsdestotrotz ist Rooiputs aufgrund seiner Lage, den Dünen außenrum und der Abendstimmung einer der schönsten Campsites überhaupt. Leider stellen sich dort dieselben Verfügbarkeitsproblemen wie bei den anderen Unterkünfte im KTP, vermutlich nochmals verschärft durch den Umstand, dass viele Besucher mangels Erstattungen ihre Buchungen nicht stornieren, sondern schlicht nicht kommen. Während unseres Besuchs waren jeweils immer mindestens die Hälfte der Campsites frei..

Heute stand für uns der Umzug nach Urikaruus auf dem Programm, was bedeutete, dass wir irgendwie die Zeit bis 14:00 Uhr rumkriegen mussten. Wir fuhren daher zunächst wieder Richtung Norden, um dann langsam über das Auobtal nach Norden zu fahren.

Wie bereits am Tag zuvor, war am Kapfuchsbau Action geboten und wir genossen es, die kleinen Füchse im Morgenlicht zu beobachten.











Eine Kurze zeit später sehen wir ein Fahrzeug der Rooiputs Lodge am Straßenrand, die uns begeistert auf einen Kampfadler im Baum nebenan aufmerksam machen.





Zwischen den Klauen hält er einen jungen Kapfuchs.. von der Gegend her könnte es sich um einen der Jungen unserer zweiten gestrigen Sichtung handeln.. Wie so oft sind Leben und Tod nicht weit voneinander entfernt.

Ein Raubadler blickt etwas betrüblich drein.



Und auch sein kleinerer Kollege hat heute irgendwie seinen grimmigen Tag.



Erneut gibt es eine Frühstückspause am Melkvlei Picknickplatz,



Wir werden von zahlreichen Spatzen und Mahaliwebern belagert, zudem von einem weiteren Vogel, der sich einer Identifizierung bisher entziehen konnte – Schwarmintelligenz anyone? ;-)



Heute ist es bereits recht früh sehr warm. Die Springböcke haben daher bereits vor 09:00 morgens die Arbeit eingestellt.



Die Erdhörnchen sind da agiler.



Wir machen uns daher wieder auf den Weg Richtung Süden, um über Twee Rivieren ins Auobtal zu fahren. An einem Wasserloch treffen wir auf einen hier etwas unerwarteten Besucher in Form eines Black-headed Heron sowie zahlreiche Oryx.





Nach einem Tankstopp in Twee Rivieren geht es auf den langsamen und langen Weg das Auobtal aufwärts. Wir sehen unsere erste Strichelracke..



.. einen Sekretär..



..und freuen uns über die nächste Paarung zweier Schwalbenschwanzspinte. Sie ruft ihn herbei.



Er ist bereitwillig zur Stelle.



Auch wenn die Technik nicht einfach zu sein scheint.





Schließlich erreichen wir Urikaruus und bekommen einen für uns als Camper ungeahnten Luxus präsentiert. Über das Camp muss ich glaube ich nicht viel schreiben, die Lage und Anlage ist wirklich einmalig.. Der Warden, ich meine es war Eric, erzählt uns, dass ein Löwenrudel die letzten Tage immer am Waserloch und im Camp abhing und am gestrigen Tag durchgehend den Parkplatz unserer Hütte belagert hatte, so dass die Gäste nicht weg konnten. In der Tat ist die Anzahl an Pfotenabdrücken rund um unseren Parkplatz beeindruckend.. Leider sollten wir die Verursacher, soviel sei vorweg genommen, nicht zu Gesicht bekommen.

Am Wasserloch erfrischte sich ein einsamer Gaukler.



Wir entspannen auf der Terrasse und warten auf Besucher.



Am Wasserloch selbst war nicht viel los, so entschlossen wir uns zu einem Abendgamedrive Richtung Nordwesten. Sehr glücklich waren wir über unsere erste jemals gefundene wilde „Eule“ in Form eines Milchuhu, auch wenn er sich immer geschickt im Geäst vor unseren Kameras verbarg.



Wir hatten es bis dato nicht für möglich gehalten, dass so viele Reiseberichtsschreiber offensichtlich derart regelmäßig Eulen finden, wir jedoch noch nie eine einzige zu Gesicht bekamen. Offensichtlich muss das Auge bzw. das Gehirn dafür erst einmal bestimmte Reize u. Formen abspeichern, damit man Eulen sehen kann. Wenn das Gehirn das einmal kapiert hat, läuft es von alleine..

Wir sahen noch einen Gabar Goshak sowie erstmals einen Sekretär auf einem Baum und eine Reihe weiterer Vögel, ansonsten blieb es eher ruhig.






Yellow Canary / Gelbbaugirlitz


junger Bateleur / Gaukler


junger Southern Masked Weaver / Maskenweber

Auf der Zufahrt zum Camp lief uns noch eine Yellow Mongoose / Fuchsmanguste über den Weg, die uns mit großen Augen anstarrte.



Während des Kochens erhielten wir schließlich noch Besuch von einem Kapfuchs, der sich entschloss, ein bisschen auf uns aufzupassen, indem er sich unmittelbar vor unsere Terrasse setzte.





Ansonsten verlief der Abend mit Ausnahme einiger Schakalbesuche am Wasserloch ruhig, man kann wohl nicht immer Action haben.
Letzte Änderung: 22 Mär 2020 13:51 von fidel.
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22 Mär 2020 14:06 #583672
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Hallo, Fidel,
ich konnte mich kaum entscheiden, welches Portrait ich lieber mag - letztendlich dieses


Danke!
Viele Grüße
Friederike
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22 Mär 2020 16:15 #583694
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Tag 10 29.10.2017 KTP Kieliekrankie Teil 1
Gefahrene KM: 115





Was ich an Urikaruus so liebe, ist die Möglichkeit im Bett liegend zum Wasserloch schauen zu können. Der Versuch, so lange wie möglich wach zu bleiben scheiterte irgendwann an zufallenden Augen, bis dahin hatte sich auch noch nichts spektakuläres zum Wasserloch verirrt. Auch wiederholte Blicke nachts ergaben nichts als Leere. Wahrscheinlich immer zum falschen Zeitpunkt eingeschlafen :P

Nachdem wir heute ein Bett, eine Küche und all den Luxus zur Verfügung hatten und es auskosten wollten, dass die immerhin eine Nacht in Urikaruus buchen konnten, entschieden wir uns zum ersten Mal in diesem Urlaub den morgendichen Game Drive ausfallen zu lassen und erst nach einem entspannten Frühstück aufzubrechen. Zudem mussten wir irgendwie die Zeit bis 14:00 Uhr rumrkiegen, obwohl wir nicht wirklich viele Kilometer zu unserer nächsten Unterkunft zu absolvieren hatten.

Der Baum am Wasserloch war von einer Grupppe Rotschulter-Glanzstare (?) zum Sammelplatz auserkoren worden.



Gegen viertel nach Sieben ging es dann doch auf die Piste. Wir sahen – fast wäre man versucht zu sagen, schon wieder – einen Tawny Eagle. Ich muss ja zugeben, wir hatten vor Ort nicht alle Greifvögel immer sofort identifiziert und ich war hinterher daheim doch überrascht, wie oft wir die immer selben Arten nur in unterschiedlichen Altersstufen, Farbabweichungen etc. erwischt hatten :P



Kurz darauf trafen wir auf eine relativ große Springbockherde.



Einige Zeit später waren es erneut Sprinböcke, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Zwei Böcke waren in einen Kampf verwickelt – einer der beiden hatte dabei eine grausame Horndeformation, die wohl über Kurz oder Lang zu sehr unangenehmen Folgen führen dürfte..



Ein Kronenkiebitz war auf Nahrungssuche.



Auf einem toten Baum neben der Straße saß ein neugieriger juveniler Kampfadler.





Kurz darauf trafen wir noch auf einen Schwalbenschwanzspint.



Dann wurde die Ausbeute immer spärlicher. Am Auchterlonie Picknickplatz fuhren wir für eine kleine Pause rauf. Auch dieser Picknickplatz ist – mit Ausnahme der steilen Auffahrt – wieder 1a. Es war nun ca. 10.30h und wir überlegten, wie wir nun die nächsten paar Stunden verbringen sollten, nachdem wir die letzten 1-2 Stunden fast gar nichts mehr gesehen hatten. Wir beschlossen, zunächst ein wenig Richtung Süden zu fahren und dann weiterzusehen.

Beim Runterfahren vom Picknickplatz, sahen wir, dass ein einzelnes Fahrzeug seltsam im Schatten eines großen Baums nicht weit entfernt vom Wasserloch geparkt hatte – eine Situation, die eine genauere Inspektion erforderte. Als wir langsam näher kamen, zeigte ein Arm direkt nach oben und tatsächlich, da war lag irgendwas.. mit komischen Punkten.. unser allererster Leopard :D

Es war anfangs nicht wirklich einfach, eine gute Position zum beobachten zu finden.



Irgendwann zeigte er sich etwas, um zu sehen, was wir hier unten so trieben.





Unser Vordermann, der uns auf die Sichtung aufmerksam gemacht hatte, verabschiedete sich. Da ich unsere Position ganz gut fand, fuhr ich nicht in seine Position, sondern ließ unseren inzwischen angekommenen Hintermann vor – leider ohne zu sehen, dass er da noch einen fetten Wohnwagen hinter sich herzog, so dass nun ein gutes Stück der guten Sichtachse durch den Wohnwagen blockiert war..



Insgesamt verlief die Sichtung jedoch sehr gesittet ab. Eine Spur blieb immer frei, es wurde sich abgewechselt etc. Grundsätzlich alles so, wie es sein sollte.

Glücklicherweise wechselte der Kleine wiederholt seine Position, so dass wir nunmehr eine relativ gute Beobachtungsposition inne hatten.



Es wurde geputzt, geschleckt, gegähnt.. das volle Programm.







Wir waren schlicht geflasht davon, WIE schön ein Tier sein kann.. Liebe auf den ersten Blick :-)





Da wir zuvor noch nie einen Leoparden gesehen hatten, war uns das offensichtlich noch vorhandene Kindchenschema zu Anfangs überhaupt nicht aufgefallen, erst nach und nach kam die Erkenntnis, dass wir es hier offenbar mit einem Jüngling zu tun hatten. Nachträglich fanden wir heraus, dass es sich wohl um den ca. 1,5 Jahre alten Sohn von Miera (?), die sich kurz zuvor getrennt hatten.









Irgendwann ging es auf einen anderen Ast, so dass er nun direkt über der Straße lag.









Euphorisch verließen wir ihn schließlich, um uns auf die letzten Kilometer bis Kieliekrankrie zu machen.
Letzte Änderung: 22 Mär 2020 16:25 von fidel.
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22 Mär 2020 17:43 #583725
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Hallo Fidel

soweit ich mitbekommen habe, hast Du angefangen hier wieder RBs zu schreiben (sorry, falls ich jemanden übersehen habe). Ganz vielen Dank dafür. Denn nachdem mir viele Wochen zuwenig über SARS 2 gesprochen wurde, wurde es mir in den letzten zwei Wochen eindeutig zu viel :sick: . Deshalb noch einmal Danke für den Startschuss.
Abgesehen davon wäre es echt schade gewesen, wenn man Deine Fotos nicht zu Gesicht bekommen hätte. Heidadei, da sind Schmankerl dabei.
Viele Grüße
Elisabeth
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23 Mär 2020 10:58 #583817
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Liebe Friederike, liebe Elisabeth,
danke für die netten Worte - das Kompliment bezüglich der Bilder muss ich zum Teil an meine Frau weitergeben. Die Bilder stammen von uns beiden, wir wechseln Kameras etc. schlicht je nachdem, wer den besseren Blickwinkel hat. Wer welche Bilder gemacht hat, lässt sich also nachher meistens nicht mehr nachvollziehen - lediglich Technikauswahl, Voreinstellungen und Nachbearbeitung sind ausschließlich auf meinem Mist gewachsen :)

Auch an die übrigen fleißigen Danke-Drücke ein Danke zurück!

Gleich gehts mit dem zweiten Teil der Leoparden-Saga weiter.
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23 Mär 2020 11:26 #583821
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Tag 10 29.10.2017 KTP Kieliekrankie Teil 2

Auch über Kieliekrankie zu schreiben, kann ich mir glaube ich sparen. Nahe an der Perfektion, die Lage empfinden wir sogar als nochmals deutlich besser als Urikaruus, dafür bietet Urikaruus natürlich häufigere Tierbesuche. Zudem ist die Aussicht einfach atemberaubend.



Wir ruhen uns etwas auf der Terrasse aus, die Befestigung des Dachs eignet sich zudem optimal für eine Hängematte :)



Wie ich da so drin liege, besucht uns ein neugieriger Geselle, mit hübschem Gefieder, den wir vorher noch nie gesehen hatten. Er wird immer zutraulicher und scheint sich dabei vor allem für meinen Fuß zu interessieren, der aus der Hängematte baumelt. Als er zu einem Probebissen ansetzt, bringe ich mich schließlich doch lieber in Sicherheit.


Bokmakierie

Irgendwann kommen wir zum Entschluss, dass der kleine Leopard von heute morgen doch sicher langsam durstig werden müsste. Wir fahren also wieder zurück nach Auchterlonie mit dem Plan, so lange wie möglich bei ihm auszuharren – schließlich muss es sich ja auszahlen, wenn man in der Nähe nächtigt.

Als wir uns dem Baum nähern, sehen wir zunächst, dass kein Fahrzeug mehr darunter parkt. Doch unser Timing ist goldrichtig. Nur ein weiteres Fahrzeug steht am Straßenrand und der Leopard kommt nach und nach immer mehr auf uns zu.





Jetzt ist vom Kindchenschema nicht mehr viel zu sehen. Wieder haben unglaubliches Glück, genau richtig zu stehen. Das Tier läuft schräg immer weiter auf uns und die Straße zu.





Auf Höhe unseres Autos ist er schließlich nur noch wenige Meter von unserem Auto entfernt. Für uns ein absoluter Gänsehautmoment, spätestens als er uns kurz darauf aus wenigen Metern Entfernung direkt anblickt.





In irgendeinem Guidebook, ich meine, es ist der „Safari Companion“ wird der Leopard beschrieben als „the prince of stealth and feline beauty“- ein wahrlich treffender Name.

Schließlich überquert er hinter unserem Auto die Straße und macht sich auf dem Weg zum Wasserloch.





Als er genug hatte, geht es wieder zurück zur Straße und Richtung Dünen. Zum Glück tut er uns den Gefallen, nochmals kurz inne zu halten, ehe er schließlich über die Düne verschwindet.





Vom ersten Auftauchen bis zu seinem Verschwinden sind keine 15 Minuten vergangen – einmal mehr zeigt sich, wie zufallsabhängig doch viele Sichtungen sind.

Da bist zum Gateschluss noch etwas Zeit ist und aufgrund der Entfernung zu den großen Camps nichts los ist, kurven wir noch etwas in der Gegend herum und finden auch hier wieder ein diesmal einzelnes Erdmännchen, das mit Futtersuche und Körperpflege beschäftigt ist.







Schließlich läuft uns noch eine Fuchsmanguste über den Weg



Ehe es im schönsten Abendlicht über die Dünen zurück nach Kielienkrankie geht.



Wir nutzen das Vorhandensein einer Küche, bewundern die Aussicht und freuen uns über tierische Mitbewohner.





Am Wasserloch blieb es ruhig, hier hatten wir auch keine allzu großen Erwartungen – wie sich 3 Jahre später zeigen sollte, etwas zu unrecht :-)
Letzte Änderung: 23 Mär 2020 11:33 von fidel.
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