THEMA: How far is Khutse ?
16 Sep 2017 12:56 #489505
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  • MarcS am 16 Sep 2017 12:56
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How far is Khutse ?
Ein Reisebericht

Nachdem wir im letzten Jahr den Urlaub landgestützt auf der anderen Seite des Brenners verbracht haben, war es in diesem Jahr wieder Zeit für Afrika.
Da ich dieses Reisen erst einmal alleine planen darf und mir dann am Schluß nur noch die Genehmigung einholen muß, lag der Focus auf weiteren weißen Flecken unserer Erfahrungskarte.
Mit der Planung begann ich im Oktober 2016 für 3 Wochen im August /September 2017.
Wir fliegen am bequemsten mit SAA nach JNB, dort sollte dann auch der Autovermieter sein und Anfang- und Endpunkt der Tour.
Die erste Idee: KTP + Anschlußtour. Da aber ein Teil der Camps schon ausgebucht waren und die Wilderness Camps eine Altersuntergrenze für Kinder haben, muß das noch warten.
Die nächste Option war CKGR. Je mehr ich darüber las, desto sicherer war ich dort hinzuwollen.
Von JNB nach Norden liegt am südlichen Rand Khutse. Daher auch der Titel, der mich über die gesamte Planung und auch während der Reise begleitet hat: How far is Khutse? Eine Frage aus dem SA 4x4 Forum, von dem ich die besten Inspirationen für den ersten Teil der Tour bekommen habe. Außerdem haben mich die sehr unterhaltsamen Videos von Andrew St Pierre White, 4xoverland.com und mylifeinafrica.com bestärkt.
Die zeitliche Vorgabe waren max 3 Wochen, vorwiegen Dachzelt mit ein paar Lodgen und 2-3 unverplanten Reservetagen.
Das Auto: Eine Abfrage einiger Vermieter und Reiseberichte anderer Fomis brachte eine breite Streuung an Modellen, Preisen und Anbietern. Schlußendlich wurde es ein 2.4 Hilux von Bushlore. Der Grund für den Hilux: Der Preisunterschied zu Landy und Landcruiser, unsere Erfahrung, dass der Hilux viel kann, Zuverlässigkeit und der Verbrauch. Auf Teer und Schotter fahren wir mit ca 10,5 Litern. Bei knapp 1000 km zwischen den Tankstellen im ersten Teil sind das bei 160 l Long Range Tank schon beachtliche Reichweiten.
Bushlore weil die Fahrzeuge relativ neu sind, die Erfahrungen aus den Foren überwiegend positiv und auf Grund der Größe der Flotte Back up Optionen gegeben sind.
Buchungen: Habe ich vorwiegend selber vorgenommen und auch mit dem DWNP war es fast immer unkompliziert. Bis auf die Nacht in Xaxa. Das liegt zwischen Babe und Xade. Trotz mehrerer Anrufe und Mails wollte man mit die Übernachtung nicht bestätigen. Begründung: You are not supposed Diese habe ich dann über Tara von Bigfoot gebucht und bekommen.
Die Runde sah dann so aus: Mitte August Start in MUC, Flug nach JNB
Autoübernahme, Einkaufen und übernachten in
Zeerust
Khutse, Molose
Babe
Xaxa
CKGR, Piper
Motopi
Sunday
Makgadikgadi 2 Nächte Tiaans Camp
Nxai, South Camp
Maun, Island Safari Lodge
Third Bridge
Reservetag
Savuti
2 Nächte Senyati
Elephant Sands
Kubu Island
Khama Rhino
??? und Abflug von JNB nach MUC

Los geht´s
Wie immer haben wir gedacht, noch weniger Gepäck dabeizuhaben als beim nächsten Mal. Aber die 4 Taschen sind voll. Neben wenig Bekleidung haben wir drei eigene Schlafsäcke dabei und wieder etliche Kilo Werkzeug, Schrauben, Schellen, Panzerband etc. Für eine ernsthafte Reparatur reicht das natürlich nicht und ein Hilux Anlasser ist auch nicht dabei. Aber es fühlt sich einfach besser an, wenn man zumindest den Kühlerschlauch flicken könnte. Die Schlafsäcke wollen wir in den kalten Nächten als Zusatz verwenden.
Der Start der SAA verzögert sich etwas, weil der künstliche Horizont nicht funktioniert. Aber 30 Minuten später ist er neu gestartet und wir landen nach ruhigem Flug, gutem Service und Dank Sitzen am Notausgang ausgeruht Freitag morgens in JNB. Der Bushlore Fahrer nimmt uns und eine andere deutsche Familie mit und gibt uns auch parallel die Einweisung in baugleiche 2,4 Hilux, unserer mit 100000 km, ein Jahr alt. Es stehen noch ca 20 andere Fahrzeuge auf dem Hof und in der Werkstadt, u.a. auch ein getauchter Hilux mit Wasserstand am Armaturenbrett…. Ich könnte mich ja schon für ein Upgrade auf einen Landcruiser begeistern, aber für die erste Woche spielt laut den Videos der Verbrauch eine große Rolle. Er hat einen kleineren Tank und verbraucht mehr, also müsste man noch ca 100l extra mitnehmen. Und für den Rest ist die Offroad Performance nicht so wichtig. Also doch der Hilux mit CDW 2 Versicherung. Alles in allem sind die Fahrzeuge sehr gut ausgestattet und einen Teil meines Gepäcks hätte ich mir sparen können. Aber in der Vergangenheit war das bei anderen (großen) Vermietern nicht immer so. Wir nehmen doch noch einen 20l Kanister extra mit, ich möchte auf Nummer sicher gehen.




Unser Tagesziel ist das ca 2,5 h nördlich gelegene Zeerust. Den Grundstock an Lebensmitteln kaufen wir nach etwas Kreiseln in JNB ein, Fleisch und Gemüse wollen wir in Botswana kaufen.
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17 Sep 2017 07:53 #489601
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Der Start der SAA verzögert sich etwas, weil der künstliche Horizont nicht funktioniert.

Hallo Marc,

freu mich auf deine Erlebnisse - und wir saßen wohl in der gleichen Maschine ;)
Ich hatte sehr die Daumen gedrückt, dass SAA das noch reparieren kann - Glück gehabt...

Viele Grüße, speed
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17 Sep 2017 18:11 #489681
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Bei 6° stehen wir auf und cruisen Richtung Wasserloch. Dort ist keine Bewegung und wir fahren Richtung Babe. Auf eine leeren Campsite unterwegs frühstücken wir und kurz hinter der Cutline reduzieren wir präventiv den Reifendruck auf v/h 1.8 bar. Ab hier wird es langsam sandiger, aber in 4h ist alles entspannt zu fahren. Der Track hat nur eine Fahrspur, ist aber breit genug, Eine Stunde später erreichen wir auf einer größeren Lichtung Kukama. Drei Jugendliche kommen fröhlich winkend angerannt und wir legen einen kurzen Stop ein. Sie wollen traditionell angefertigte Bögen verkaufen. Die drei sind ziemlich zerlumpt, aber sehr nett. Daher biete ich ihnen an darüber nachzudenken einen zu kaufen. Bedingung: Das Ding muß funktionieren und einen von ihnen ein imaginäres Kaninchen in 15 m Entfernung treffen. Nach kurzer Beratung schießt einer der Jungs kerzengerade in das Ziel. Ich möchte nicht nachstehen und lege ebenfalls an. Das Ergebnis ist ein zerbrochener Pfeil, Gelächter und die Erkenntnis, dass es bei uns wohl nur Gemüse gäbe. Wir haben zwar schon vor 10 Jahren einen Bogen gekauft, aber hier geht mehr darum, sie etwas zu unterstützen. Viele Touris werden hier ohnehin nicht vorbeikommen. Sie fragen noch noch Schmerzmitteln und Taschenlampen, aber alles im Rahmen und als ich verneine, ist es auch ok, Für uns ein netter Aufenthalt im Nirgendwo. Perspektiven haben die Einwohner dort aber wohl eher wenige. Kurz danach wird der Sand richtig tief und die Fahrspur ist nur noch wagenbreit. Äste schlagen überall ans Auto und die Beschreibungen aus dem Internet treffen es ziemlich gut. Aber im 4x4 Forum heißt es, die Kratzer kann man alle rauspolieren….
Um etwas mehr Optionen zu haben und den Wagen ( und uns ) zu schonen, bleibe ich bei der ersten Möglichkeit stehen und schalte auf 4L. Der Hilux quittiert das mit einer unangenehmen Fehlermeldung.



Der Praxisversuch zeigt, dass immer noch der 4H drin ist. Also was tun: Es ist Sonntag, allein bis Molopolole sind es 300 km. Der Allrad funktioniert ja noch, also fahren wir weiter Richtung Babe. Der Sand wird immer tiefer und durch die steigenden Temperaturen auch weicher. Wir schieben vorn eine Sandwelle vor uns her und das Differential zieht eine tiefe Furche in den Mittelteil. Also, immer in Schwung bleiben. Es ist eine ziemliche Ackerei und das arme Auto wird fast rundherum verprügelt. Eine halbe Stunde später das nächste Problem: Man kann nicht mehr schalten. Weder von eins auf zwei noch zurück. Der Schaltknüppel ist wie Gummi. Auf einer kleinen festen Lehmbank halte ich an. Auch im Stand ist nichts zu wollen. Mit etwas größeren Bedenken schalte ich den Motor aus. Vielleicht hilft ja ein rebooten. Der Fehler im Display ist weg, die Schaltung funktioniert wieder. Puh… Aber der 4L Fehler kommt sofort wieder und Schalten geht wieder nicht. Vielleicht wird das Getriebe im Sand zu heiß ? Ich kann es mir nicht erklären. Da es aber immer später wird und wir schon wieder ein paar Kilometer weiter sind, wurde guter Rat immer teurer. Wir quälen uns durch den Sand, entweder mit Vollgas im ersten ohne Optionen langsam zu fahren oder im zweiten so langsam wie möglich, aber trotzdem zu schnell. Umdrehen geht auf den 100 km ohnehin nicht, die Spur bleibt eng und tief. Jetzt stehen oder steckenzubleiben wäre ziemlich unschön.
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18 Sep 2017 08:34 #489727
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Oh, oh!
wenn das man gut geht... :unsure:
Entspanntes Fahren sieht anders aus...

Gruß lilytrotter
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18 Sep 2017 12:08 #489750
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Hallo Marc,

der Bericht interessiert mich besonders, da ich die Durchquerung des CKGR auch noch auf meiner ToDo-Liste habe. Kann es sein, dass Du zwischen Deinem ersten und Deinem zweiten Post ein paar Tage ausgelassen hast? Sollte das so sein?

Alles Gute
Thomas
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18 Sep 2017 12:43 #489752
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Hallo Marc,
da schließe ich mich mal an, da wir im November vom KTP kommend bis Maun fast genau die Strecke fahren werden.
Und ich wollte auch gerade fragen, ob da zwischen dem ersten und zweiten Teil etwas fehlt?
Viele Grüße
Silke
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