THEMA: Angola, eine Reise wert?
27 Aug 2015 08:33 #397380
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  • Riedfrosch am 27 Aug 2015 08:33
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Hallo Strassenkind,

um zu beurteilen, ob die Zahlen der Tiere steigen, müssten wir Messungen vornehmen. Das können wir beide nicht.

Wenn ich Deine Bilder sehe, dann kann ich subjektiv nur sagen: Es sind weniger geworden. Einen positiven Trend bezweifele ich stark! Und das mache ich nicht nur an meinen Beobachtungen zu Wild fest, sondern auch an einer Begegnung am Straßenrand.

Wir fuhren südlich von Lubango, irgendwo - ich kann es nicht mehr genau lokalisieren, da wurden am Straßenrand 2 tote "Ziegen" in einer Schlaufe an einem Schlagbaum hängend angeboten.
Ich wunderte mich, warum die Ziegen so klein waren, da erkannte ich beim Vorbeifahren, dass es sich um kleine Antilopen handelte. Sie waren abgezogen, bis auf den Kopf, der war noch ursprünglich.
Genau konnte ich die Art nicht erkennen, es war kein Steinböcken, etwas kleiner und ohne Hörner.

Angola ist das Land der wenigsten Tiere, das wir im südlichen Afrika besucht haben. Wir haben noch nicht mal Vögel gehört.
Ich hoffe auf einen Positivtrend!! Aber dazu müssten m.E. mehr gegen Armut und Hunger getan werden, sonst ist das nur ein frommer Wunsch.

Da wir nirgendwo bisher so immense Armut gesehen haben, wie dort in Angola, sehe ich da noch viel Entwicklungsbedarf.

Grüße
Cora
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27 Aug 2015 08:46 #397383
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  • strassenkind am 27 Aug 2015 08:46
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@ cora
da stimme ich dir zu;
solange die Erlöse aus Bodenschätzen und Ölförderung nicht nach unter durchgereicht werden und es rel. verlässsliche Wirtschaftstrukturen gibt, müssen wir uns über "Förderung" der Tierpopulation keine Gedanken machen.

Gruß

strassenkind
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27 Aug 2015 09:04 #397387
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  • Sanne am 27 Aug 2015 09:04
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Hallo Lillytrotter,

vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Ich hatte immer etwas mit Angola geliebäugelt, es aber immer wieder verschoben, da ich schon fürchtete, ohne Portugiesisch da nicht sehr weit zu kommen. :blush:

Auch wenn Lynchjustiz Einzelfälle sein mögen, glaube ich doch, dass ich dann die nächsten Jahre lieber Länder bereise, über die ich solche Berichte nicht im Internet finde. Gerade nach meinem Verkehrsunfall mit einem Fahrradfahrer in Sambia muss ich mit dieser Angst nicht Urlaub machen :(

Danke auch für das herzliche Plädoyer für eine Reise nach Angola. Auch das fand ich sehr interessant.

PS: Auch wenn sich hier mancher an dem "Subjektiven" stört, aber es liegt eigentlich in der Natur der Sache, dass Erfahrungsberichte eben subjektiv sind ;)

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
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27 Aug 2015 09:55 #397393
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  • namiblandy am 27 Aug 2015 09:55
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Hallo Lillytrotter

Vielen Dank für Eure Informationen! Für uns in Tsumeb ist Angola durch die neue Teerstraße in Namibia und die neuen Grenzübergänge im Norden ja um einiges näher gerückt - und verlockender geworden…!
Um so dankbarer sind wir für Eure Einschätzungen, die sich in einigen Punkten mit denen decken, die uns von LKW-Fahrern und anderen Leuten zugetragen wurden, die ebenfalls in Angola unterwegs waren. Nicht nur als Touristen.
Ich möchte diesen öffentlichen Platz nutzen um Euch zu Eurem Mut zu gratulieren. Zum einen, da ihr den Mut aufgebracht habt, ein so fremdes Land wie Angola zu bereisen.
Zum anderen, daß Ihr so mutig wart, auch negative Erfahrungen in diesem rosaroten Forum zu veröffentlichen.
Vermutlich laufe ich Gefahr, daß dieser Beitrag zensiert wird, aber nach achteinhalb Jahren in Namibia, und 2-3 Touren im Jahr muß ich einfach sagen: Es sind nicht immer alle Straßen gut befahrbar, Einheimische nicht grundsätzlich nett, Kriminalität existiert und längst nicht jeder ist hilfsbereit. Menschen, die behaupten in einem von jahrelangem Bürgerkrieg gezeichneten Land wären alle Einwohner friedliche Menschen, bei Grenz- u. Polizeikontrollen gäbe es keine Willkür, oder sie hatten auf ihrer Tour überhaupt keine Probleme, stimmen mich sehr nachdenklich.
Da wirkt auf mich jemand, der in einem afrikanischen Land flächendeckend stinkenden Müll bemerkt, um einiges glaubhafter.

Mit nachdenklichen Grüßen
Jens
Autofahren wird da interessant, wo es zu Fuß nicht mehr weiter geht...
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27 Aug 2015 10:26 #397396
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  • lilytrotter am 27 Aug 2015 10:26
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Herzlichen Dank, für alle eure Rückmeldungen! Sie ergänzen das Ganze auf so umfassende Weise und machen uns mal wieder deutlich: nicht immer geht alles gut... @ La Leona u. Sanne

@ namiblandy - Danke!

@ strassenkind - Ja, einmal so einen Anblick von Springböcken, das hätten wir uns gewünscht!!
aber, wie Cora schon schrieb, ziemlich Nix haben wir gesehen - und wir fuhren ja nicht permanent im Päckchen, hatten also durchaus unterschiedliche Möglichkeiten, etwas zu entdecken, was beim jeweils Vorausfahrenden vielleicht noch nicht da war... - also, kein gutes Zeichen, bezüglich einer Hoffnung...


Hi, Cora :)


Weiter zur Strecke:

Iona Nationalpark: Wir bewegen uns hier ausschließlich auf den eingezeichneten Maintracks.
Viel Gegend, interessant, uns aber als Gesamtheit nicht interessant genug: erstaunt sind wir darüber, dass es doch recht bergig ist, Mopane Buschland, seltener Grasland, Trockenflusstäler, Richtung Küste wird es flacher, gelegentlich weite Serirflächen und weichsandige Abschnitte; nach Süden hin begrenzt vom Cunene
5 Tage 5 Tiere: Oryx, Springbock. Kaum Vögel – und die Handvoll entdeckt auch nur der geübte Birder
- Espenheira: Nationalpark Fee am Gate zahlen






Der „berühmte“ Ford Custom weist leider sein erstes "Graffiti" auf. :evil:
50 Jahre haben alle, die hier vorbeikamen es geschafft, sich nicht in den Vordergrund zu drängen und dieses kleine „National Monument“ von so was verschont. Frans, Denise + Heinrich sowie Johannes & Bianca sind da offensichtlich anderer Meinung. Welch unterbelichtete Ignoranten.



Iona NP/Foz do Cunene – es ist stürmisch und kalt, heftige Böen schütteln uns und unseren Amarula :) – unser kleiner Ziel-Trunk.
- zuvor bei einer Ansammlung von Ruinen und alten bewohnbaren Häuschen, ein Schlagbaum, - Polizeikontrolle (Grenzgebiet): genaueste Begutachtung der Pässe, - der souveräne FirstOfficer hat einen sehr beflissenen untergebenen Officer... - alles etwas zäh, aber problemlos
- rund ein Dutzend Grenzsoldaten hängen hier rum, auch nicht wirklich spaßig für die Jungs...
- schaut man hinüber, auf die namibische Seite des Cunene, sieht es gegen diese Station nach „Luxus“ aus, - zumindest aber nach Grenzposten-gemäßer Ausstattung.

Curoca Crossing/IonaNP Gate: neu mit Steinen und Sand gefüllt und damit keine schlammige Angelegenheit mehr. Am Gate/direkt dahinter bei den Häuschen: Kontrolle des NP Fee!
Letzte Änderung: 22 Apr 2016 12:37 von lilytrotter.
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27 Aug 2015 16:01 #397459
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  • strassenkind am 27 Aug 2015 08:46
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Ich denke, dass es der selbe Grenzposten war, aber 2011 war er als solches nicht erkennbar; kein Schlagbaum, kein Fahnenmast, nichts außer festerlosen Häusern.
Und trotzdem hat er, resp. die Grenzsoldaten, uns eine ziemlich unruhige Nacht beschert.

Wir sind auf leisen Sohlen durchs Dorf und haben ca. 1 Stunde außerhalb unser Nachtlager aufgeschlagen. Lager gerichtet, sundowner; gegessen, stockdunkle Nacht, sternenklarer Himmel.
Plötzlich standen drei gut ausgestattete Solden mitten in Lager und stellten uns zur Rede, warum wir uns nicht angemeldet hätte. Wie sich herausstellte befanden sich noch zwei weitere Soldaten im Dunkeln im Hintergrund.
Der Firstofficer hat uns seine Leute in stockdunkler Nacht zu Fuß hinterher geschickt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wer in der Situation nervöser war - die Soldaten oder wir (zumindest ich war sehr nervös!)
Nach zäher Verhandlung mußten wir unsere Pässe abgeben und zwei von uns durften die Soldaten zur Station fahren.
Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit bis deren Autoscheinwerfer wieder am Horizont erschienen und sie sich über Funk heil zurückmeldeten.
Am nächsten Tag durften wir gegen ein Entgelt unsere Pässe wieder in Empfang nehmen.

In Nachhinein sicherlich nicht ganz unverschuldet haben wir Übrigen auch am nächsten Tag die Grenzstation auf den ersten Blick nicht als solches erkannt.

So die kurze Version der Geschichte. Das war dann aber auch die einzige angespannte Situation während der Reise. uuuffff.

Gruß

strassenkind
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