Daxiang5'050 Beiträge · seit 201427. Mai 2019 · #241
Ich habe kein spezielles Bestimmungsbuch für Vögel, sondern das Buch "Fauna und Flora im südlichen Afrika" von Vincent Carruthers. Da ist von Pflanzen über Insekten bis hin zu Vögeln und Säugetieren alles drin enthalten. Vielleicht sollte ich mir mal ein Vogel-Bestimmungsbuch zulegen. Hab mal im Sasol geblättert, der machte auf mich als Laien einen recht guten Eindruck, ist aber ein ganz schöner Wälzer und wiegt bestimmt ein Kilo.
Hi Thomas, da kann ich dir den Kleinen Taschenführer für Vögel empfehlen. Der ist recht klein und handlich und enthält die gängigsten Vögel. Oder die Roberts VII Multimedia App. Da sind nicht nur alle Vögel beschrieben, sondern man kann sich auch ihren Gesang anhören.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200929. Mai 2019 · #242
30.Tag (Sa. 19.01.2019) Khaudum National Park 173km
Morgens packen wir nur schnell zusammen und brechen ohne Frühstück auf. Für Ihre tägliche Dosis Koffein hat sich Kathrin bereits am Vorabend eine Thermoskanne Kaffee gekocht. Seitdem Sie das macht, ist der frühe Aufbruch, ohne Frühstück, kein Problem mehr.
Unsere heutige Strecke führt uns zunächst über die Wasserlöcher Soncana, Baikiaea, Toro Kora, Leeupan und Burkea zur Khaudum Campsite.
Mit den Tiersichtungen gestaltet es sich weiterhin schwierig, so dass wir auch mal einen Blick für die kleinsten Bewohner des Nationalparks haben.
Der Grund weshalb sich die Tiersichtungen in Grenzen halten liegt zum einen an dem sehr unübersichtlichen Gelände und zum anderen an der großen Fluchtdistanz der Tiere. Die Gründe für die große Fluchtdistanz sind mit nicht bekannt. Wird hier viel gewildert, oder sind die Tiere aufgrund der wenigen Besucher einfach keine Autos gewohnt?
Hin und wieder öffnet sich aber die Landschaft und wir sehen an diesen Stellen auch häufiger Tiere.
Am Wasserloch Leeupan nehmen wir einen kurzen Stehimbiss zu uns. Richtig essen wollen wir erst auf der Khaudum Campsite.
Unterm Strich sehen wir auf unserer vormittäglichen Tour Steinböckchen, Giraffen, Pferdeantilopen, Oryx, Gnus und Warzenschweine. Speziell war es mit den Elefanten. Die ganze Zeit über haben wir Spuren und Hinterlassenschaften der Dickhäuter gesehen. Manchmal haben wir sie auch gehört. Gesehen haben wir sie aber erst in der Nähe des Wasserlochs Burkea und auch dort nur einen Rücken in der Ferne.
Kurz nach Mittag erreichen wir die Khaudum Campsite. Die rufen hier schon einen stolzen Preis auf, dafür ist aber auch alles perfekt. Die Campsite hat einen traumhaften Blick auf den Khaudum Omaramba und ist mit sehr guten Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Alles ist sehr gepflegt. Man steht auf feinem Sand und es macht den Eindruck, dass dieser jeden Tag frisch geharkt wird. Er liegen keinerlei dornige Zweige rum und so kann man hier die ganze Zeit barfuß umher laufen, was ich sehr genieße.
Inzwischen haben sich ringsum große Gewitterzellen aufgebaut, aber wir haben wieder einmal Glück und bekommen nix ab. Wir essen erst einmal in Ruhe und widmen uns dann der Körperpflege, was gestern ein wenig zu kurz kam.
Zum Abendgamedrive entscheiden wir uns für eine Runde durch den Khaudum Omaramba und zum Wasserloch Doringstraat. Die westliche Zufahrt zum Wasserloch ist sehr nervig, denn der Tiefsand ist extrem bumpy. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Die östliche Zufahrt ist vom Geläuf her wesentlich angenehmer, dafür aber auch stark zugewachsen. Durch die genannten Umstände liegen wir bereits deutlich hinter Plan und die Zeit sitzt uns im Nacken, da steht plötzlich ein Elefant mitten auf dem Weg. Das ist mal wieder typisch. Den ganzen Tag über sucht man die Viecher vergebens und wenn man es dann gar nicht gebrauchen kann, blockieren sie den Weg. Wir müssen uns jedenfalls erst einmal in Geduld üben, bis der Elefant sich endlich bequemt, den Weg frei zu machen. Nur wenige Meter von der Piste entfernt ist er bereits unseren Blicken entschwunden. Das ist dann immer sehr spannend, wenn man dann diesen Punkt passiert. Man weiß nie, ob der Elefant in unmittelbarer Nähe auf einen lauert, oder schon längst weitergezogen ist. In diesem Fall war nichts mehr von ihm zu sehen.
Zurück im Khaudum Omaramba zeigte sich dann die Tierwelt des Parks von Ihrer besten Seite.
Man kommt zwar an die meisten Tiere nicht so dicht heran, dafür stehen sie nicht langweilig in der Gegend rum, sondern sind immer in Bewegung, wenn sie einen gewahr werden.
Nur die Elefanten lassen sich nicht beeindrucken.
Bei den Elefanten haben wir dann auch wieder reichlich Zeit vertrödelt, so dass wir erst im letzten Büchsenlicht zurück auf unserer Campsite sind.
Bei den Vorbereitungen zum Abendessen fängt es leicht zu regnen an. Kaum habe ich die Markise als Regenschutz aufgespannt, hört es aber schon wieder auf. Zur Vorsicht lasse ich die Markise aber aufgespannt.
Fazit Khaudum Nationalpark: Wir waren das erste Mal hier und wurden in vieler Hinsicht überrascht. In den allermeisten Fällen positiv. Der Khaudum NP unterscheidet sich in vielen Bereichen deutlich von den meisten anderen Nationalparks Namibias. Am ehesten ist er mit den Nationalparks im Caprivi zu vergleichen. Die Infrastruktur ist auf ein gesundes Minimum begrenzt. Die 2-Fahrzeuge Regelung nach Aussage der Verantwortlichen am Gate lediglich eine Empfehlung, aber keine Vorschrift. Ein den Verhältnissen im Park angemessen ausgerüstetes Fahrzeug wird allerdings erwartet. Viel wird über den Tiefsand im Park geschrieben, dabei ist der auch nicht schlimmer als in den Nationalparks Botswanas. Der LandCruiser ist überall problemlos im 2.Gang durchgetuckert. Allerdings sind die Wege im Park häufig stark zugewachsen. Das Schlagen der Äste und Zweige an den Wagen ist die permanente Geräuschkulisse die einen begleitet, wenn man durch den Park fährt. Da wir immer mit offenen Fenstern in den Nationalparks unterwegs sind, sind wir jetzt bestens über die auf den Pflanzen lebenden Insekten und Raupen informiert.
Der Park ist sehr einsam. Wir haben während unseres gesamten Aufenthalts kein einziges anderes Auto gesehen.
Auch wenn ich in der Regenzeit von einer üppigeren Vegetation ausgegangen war, so war ich dennoch überrascht vom dichten Buschwerk. Häufig ist man sogar in Wäldern unterwegs, was ich hier nie erwartet hätte.
Die Wasserlöcher sich alle traumhaft gelegen. Man sieht ihnen überhaupt nicht an, dass sie künstlich sind. Sie wirken wie kleine Seen in der Landschaft und gehören für mich zu den schönsten Wasserlöchern, die ich in Afrika kenne.
Ich denke Vogelliebhaber kommen im Khaudum noch eher auf Ihre Kosten, als diejenigen, deren Fokus mehr bei den Säugetieren liegt. Man sieht viele Vögel und hört noch viel mehr. Leider kann ich viele Vögel die ich höre, trotzdem nicht finden. Von der Bestimmung anhand des Gesangs mal ganz zu schweigen.
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201629. Mai 2019 · #243
Hi Thomas,
vielen Dank für die Info dass es die 2-Fahrzeuge-Regelung nicht (mehr?) gibt! Kannst du bitte noch etwas zu den Preisen (Eintritt, Campinggebühr) schreiben? Gruß Gina
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200929. Mai 2019 · #244
Hallo Gina,
hatte mir die Preise leider nicht aufgeschrieben.
Wenn ich mich recht erinnere war der Parkeintritt genauso günstig., wie bei den Parks im Caprivi, d.h. 45N$ p.P. Die Campsite hat in meiner Erinnerung 330N$ p.P. und 110N$ pro Fahrzeug gekostet.
Hallo, Gina und Thomas, dann haben sie die Preise seit 2015 um 30NAM/Person und 10NAM/Auto erhöht. Uns war damals auch aufgefallen, daß das Wild extrem scheu und schnell flüchtig war. Aber insgesamt eine (noch) schön einsame Gegend. Uns begegnete nur einmal ein Rangerfahrzeug und lt. Mensch am Gate galt schon damals die Zweifahrzeugregelung nur als Empfehlung. Wir waren jedenfalls alleine dort. Die Strecken waren schwierig, aber bei Vorsicht und Erfahrung gut machbar. Gruß CuF
Als erstes danke für deinen Bericht bis jetzt, sehr gut geschrieben und tolle Fotos, machd spass mit zu lesen Ich habe da aber eine Frage betreffend Sikreti camp, wir sind im September 2 tage im Khaudum unterwegs und wollten eigentlich im Sikreti Camp übernachten, wir kommen vom Norden her. Ist das in demfall garnicht mehr machbar oder kann man sich trotzdem hinstellen wen man am Gate fragt? Eine alternative gibt es ja im südlichen teil des Parkes nicht oder?
Gruesse Luca
Bereiste Länder: Namibia 3x, Botswana 2x, Zimbabwe 1x, Uganda1x, Kenia 2x, Südafrika 1x, Costa Rica 2x, Panama, Peru, Kolumbien, Chile, Bolivien, Argentinien, Paraguay, Uruguay, Brasilien 6x, Kanada, USA, Thailand 13x, Australien, Malaysien, Singapore, Israel 2x, Libanon, Iceland, Färö Inseln, Sri Lanka, Mexiko
TOTommy54155 Beiträge · seit 201831. Mai 2019 · #247
Hallo Thomas, ich bin gerade dabei, deinen tollen Bericht nachzulesen. Zum KTP schreibst du, dass er u.a. wegen der eingeschränkten Gamedrive-Möglichkeiten nicht zu deinen Lieblingsparks gehört. Welche sind das denn? VG Tommy
Yoda911873 Beiträge · seit 201631. Mai 2019 · #248
Tommy54 schrieb:... wegen der eingeschränkten Gamedrive-Möglichkeiten nicht zu deinen Lieblingsparks gehört. Welche sind das denn?
'Eingeschränkt' ist natürlich relativ, aber letztlich gibt es für die meisten selbstfahrenden Besucher tatsächlich nur zwei Hauptrouten (das Auob- und das Nossob-Tal) sowie eine Querverbindung dazwischen. Dann gibt's noch - 4x4-Wilderness-Trails mit Sondergenehmigungen - Zufahrt zu einigen Camps, nur wenn man dort übernachtet - Strecken durch Botswana zum Kaa-Gate oder in die Mabusehube-Area, nur wenn man dort rausfährt bzw. übernachtet - von den Camps organisierte Game-Drives nur, wenn ein Guide da ist und Lust hat
Es ist also völlig anders als im Krüger NP, wo man zig alternative Strecken und Schleifen 'kreuz und quer' durch den Park fahren kann.
Christoph P.S. Auf der Seite von Bwana ist sehr viel dazu und insgesamt zum KTP nachzulesen.
AOaos1'166 Beiträge · seit 200831. Mai 2019 · #249
Hallo luca,
auch wenn du mich nicht gefragt hast, empfehle ich dir, mindestens eine nacht im khaudum camp zu bleiben. Für mich ist das eines der schönsten camps in namibia. Ich war diesrs jahr im April dort und es gab viele tiere. Im süden habe habe ich nur warzenachweine und eine pferdeantilope gesehen. Als ich dann das camp sah, wollte ich dort gar nicht übernachten und bin nach tsumkwe weiter gefahren (wo es mir auch nicht gefiel). Im nachhinein habe ich es bereut, nicht zwei tage im khaudum camp verbracht zu haben. Der norden gefiel mir landschaftlich der hohen bäume wegen wesentlich besser (der süden wirkte auf mich, als ob die vegetation von den elefanten überbeansprucht wurde). Gerne wäre ich den khaudum bis zur grenze gefolgt - vielleicht ein anderes mal. Die östliche zufahrt nach doringstraat habe ich mir - anders als thomas - nicht zugetraut, da ich befürchtete, dass diese piste völlig überwuchert sein würde. Zum tiefsand im norden: für die 12 km khaudum doringstraat habe ich eine stunde benötigt (bis leeupan war der schnitt unwesentlich besser). So etwas habe ich in botswana noch nicht erlebt.
Viele gruesse Axel
PS wenn Sikreti nicht geht. Könntet ihe auch eine nacht wild vor den toren des np nächtigen. Zwei nächte würde ich das nicht machen wollen.
Danke für deine infos und Ratschläge. Sieht indemfall so aus das wir die erste nacht nach Ngepi im khaudum Camp bleiben und dort Gamedrives machen. Am nächsten Tag dan richtung süden und aus dem Park raus bis zum Roys camp denke ich mal. Ist das machbar was meinst du von der strecke her am 2. Tag? Danke nochmal...
Gruesse aus Uganda, sind soeben hier gelanded und für 10 tage hier unterwegs auf den spuren der Gorillas.
Luca
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AOaos1'166 Beiträge · seit 200801. Juni 2019 · #251
Ja, moeglich schon. Sinnvoll nur bedingt. Die benoetigte zeit wird bei ca. 10 stunden liegen. Wenn es im sueden (und im norden keine) tiere gibt, waere eine uebernachtung im sueden sicher gut. Sonst wurde sich noch eine uebernachtung bei den grossen baobabs bei tsumkwe anbieten (s. Reisebericht von fotomatte), wenn ihr nur eine nacht im khaudum verbringt.
Viele gruesse und eine schoene zeit in uganda Axel
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200903. Juni 2019 · #252
Hallo Luca,
mit den Erfahrungen der Reise im Hinterkopf würde ich die erste Nacht im Khaudum Camp übernachten und dann am nächsten Tag beim Dorslandboom wild campen. Ist nur ca. eine halbe Stunde weiter als das Sikereti Camp. In Sikereti würde ich erst wieder übernachten wollen, wenn es neu aufgebaut ist.
Hallo Tommy,
meine liebsten Nationalparks im südliche Afrika sind Chobe und Moremi. Dort gibt es ein dichtes Wegenetz und man kann ständig neue Ecken erkunden.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200905. Juni 2019 · #253
31.Tag (So. 20.01.2019) Khaudum – Divundu 232km
Am morgen muss ich feststellen, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, die Markise über Nacht aufgespannt zu lassen. Zwar würden wir so auch bei Regen trocken den Wagen verlassen können, dafür ist uns aber der Blick versperrt, ob sich eventuell ein paar tierische Mitbewohner einen trockenen Schlafplatz unter unserer Markise gesucht haben. So ist es schon ein wenig spannend nach draußen zu gehen, aber die Sorgen waren unbegründet. Alles leer.
Im Gegensatz zu den letzten Tagen begrüßt uns kein strahlend blauer Himmel. Das Wetter hat sich gegenüber gestern Abend nicht verändert. Weiterhin ziehen große Gewitterzellen über den Himmel.
Wir verlassen den Khaudum Nationalpark nicht auf dem direkten Weg, sondern machen noch einen Schlenker durch Khaudum- und Cwiba Omuramba. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Neben diversen flüchtenden Herden entdecke ich kurz vor dem Gate auf der gegenüber liegenden Talseite zwei Geparde. Leider verziehen sie sich sofort in den Wald, als sie sich entdeckt fühlen.
Jetzt bin ich sehr gespannt auf die berühmt berüchtigte Piste nach Norden zur B8. Durch den Regen der letzten Tage ist der Sand zwar nicht ganz so tief wie im trockenen Zustand, dafür aber deutlich schwerer. Ich muss zwischendurch immer wieder bis in den 1.Gang runterschalten, weil der Tiefsand ordentlich Wiederstand bietet. Trotzdem haben wir die haben wir die Strecke in gut 2 Stunden bewältigt.
An der B8 pumpen wir die Reifen auf und dann geht es gleich weiter nach Divundu. Dort wird der Tank gefüllt und kurz nach Mittag haben wir bereits unser Tagesziel, die Nunda River Lodge, erreicht.
Wir bekommen mit Platz 8 einen der schönen Plätze direkt am Okavango. Neben unserem Platz liegen noch die Plätze 2,3 und 7 direkt am Fluss.
Bis zu unserem nachmittäglichen Gamedrive in die Mahango Core Area ist noch reichlich Zeit, die ich beabsichtige in der Hängematte zu verbringen.
Daraus wird aber nichts. Während ich lese, höre ich es im Schilf am Ufer rascheln. Als ich aufstehe kann ich ein Hippo sehen. Da hatte aber einer Hunger. Leider steht das Schilf sehr dicht und wenn mal etwas von dem Hippo zu sehen ist, dann meist nur der dicke Hintern. Deshalb gibt es auch kein vorzeigbares Foto.
Die Fischer auf dem Fluss scheinen sich im übrigen nicht groß an den Hippos zu stören.
Kaum bin ich wieder in der Hängematte, da scheucht mich gegen 15:00Uhr ein Gewitter auf und die Zeit bis zur Abfahrt zum Gamedrive müssen wir im Auto verbringen.
Um 16:00Uhr starten wir in Richtung Mahango Core Area. Bis zum Nationalpark ist die Gegend dicht besiedelt. Wir kommen an zahlreichen Gehöften vorbei.
Unser erstes Ziel im Park ist das Mahango Wasserloch westlich der Hauptstraße. Die nördliche Zufahrt ist sehr schön und führt duch das sanfte Tal eines Omuramba. Am Wasserloch hat sich eine Gruppe von fünf Elefantenbullen eingefunden. Im Gegensatz zu den Herden geht es bei diesen Junggesellengruppen meist viel entspannter zu. Noch während wir die Elefanten beobachten fängt es erneut zu regnen an.
Um zu den Floodplains des Okavango zu gelangen wählen wir für die Weiterfahrt den südlichen Weg vom Wasserloch zur Hauptpiste. Dieser ist allerdings wesentlich länger, hat teilweise Tiefsand und führt die meiste Zeit durch dichten Busch. Der nördliche Weg ist wesentlich angenehmer zu fahren.
Beim großen Baobab machen wir einen längeren Stop.
Wir lassen den Blick über die weite Ebene der Floodplains schweifen, wo zahlreiche Vögel zu entdecken sind. Dazwischen immer wieder Lechwe Antilopen.
Leider ist der Himmel durch die vielen Gewitterwolken extrem düster. Das wirkt sich natürlich stark auf die Tierfotografie aus, denn für längere Brennweiten reicht das Licht vorn und hinten nicht.
Das der Park bereits um 18:30Uhr seine Pforten schließt finden wir ziemlich blöd, denn es ist noch rund eine Stunde bis zum Sonnenuntergang. Den Sundowner verlegen wir deshalb erst auf unsere Campsite und später dann an die Bar der Lodge. Es hat ein wenig aufgerissen und die Lage der Lodge lässt uns einen spektakulären Sonnenuntergang erleben.
Zum Abendessen gehen wir ins Restaurant der Lodge. Es gibt Kuduschnitzel, was extrem lecker ist. Das bislang beste Lodgeessen dieser Reise.
Während wir unsere nachmittägliche Runde durch den Park gedreht haben, ging über unserer Campsite ein heftiger Schauer nieder. Da war es natürlich dumm, dass wir die Stühle auf der Campsite stehen gelassen hatten. So verbringen wir den restlichen Abend leider mit nassem Hintern.
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200905. Juni 2019 · #254
Hallo Thomas,
das ist wirklich ein Nachteil, wenn man im Sommer in der Mahango Core Area unterwegs ist, dass das Gate so früh schliesst. Ist halt an die Grenzöffnung in Mohembo gekoppelt.
Dein Falter im Khaudum NP ist ein Männchen vom Yellow Pansy.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Juni 2019 · #256
32.Tag (Mo. 21.01.2019) Divundu – Kongola 291km
Da es auf Gamedrive geht, starten wir ohne Frühstück. Auf der Straße ist trotzdem schon ordentlich was los. Unmengen Kinder sind auf dem Weg zur Schule. Das ist auch so eine Sache, bei der man deutlich sieht, wie sehr sich das Luxusleben in Deutschland von der Lebenswirklichkeit in Afrika unterscheidet. In Deutschland beklagen sich die Schulen immer häufiger über die ständige Zunahme der Eltern-Taxis, während die Kids in Afrika oftmals kilometerweit und stundenlang zu Fuß auf dem Weg zur Schule sind.
Wir überqueren den Okavango und biegen wenige Kilometer weiter von der B8 ab, um in die Buffalo Core Area zu gelangen. Diesen Teil des Bwatbwata Nationalparks kennen wir noch nicht.
Für jede Core Area muss separat gezahlt werden. Dafür ist der Eintritt mit 45,-N$ pro Person sehr günstig. Es stehen auch sehr gute Karten des Parks kostenlos zur Verfügung.
Bevor wir zu den Floodplains des Okavango kommen, führt der Weg durch ein schönes Waldgebiet. Hier beobachten wir eine ganze Zeit lang eine Gruppe Meerkatzen. Das Schöne dabei ist, die Tiere bei Ihrem natürlichen Verhalten beobachten zu können. Im Gegensatz zu vielen Ihrer Artgenossen ignoriert uns die Gruppe total und sieht uns nicht als ergiebige Futterquelle an.
Nach dieser schönen Beobachtung erreichen wir schon bald das Flußufer. Der Weg führt jetzt fast bis an die botswanische Grenze am Ufer entlang. Eine wunderschöne Landschaft zeigt sich uns. Wir sind ganz begeistert.
Hier am Ufer kommen wir auch vielen Wasservögeln sehr nah. Dieser Rallenreiher liefert uns eine witzige Show, wie er immer wieder sein Gefieder streubt.
Eigentlich müsste das Gebiet Warthog Core Area heißen, denn so viele Warzenschweine wie hier haben wir noch nirgends gesehen. Büffel sehen nur am gegenüber liegenden Ufer. Leider sind die Schweine sehr scheu.
Außer den zuvor genannten Vertretern sehen wir an Säugetieren nur noch Impalas, Lechwes und eine Rappenantilope. Darüber hinaus aber jede Menge Vögel.
In der Buffalo Core Area gibt es auch eine sehr schön gelegene Picknick Site. So etwas findet sich viel zu selten in den Nationalparks. Die Picknick Site liegt etwas erhöht direkt an Ufer und bietet eine weiten Blick über die Überschwemmungsebene.
Während Kathrin abwäscht versuche ich ein paar der Vögel zu fotografieren, die über uns in den Bäumen zwitschern. Leider komplett erfolglos.
Nach dem Picknick machen wir uns dann auf den Weg in die Kwando Core Area. Die B8 bis zum Kwando ist dabei so langweilig wie immer.
Hier in der Kwando Core Area fühlen wir uns sofort wieder wie zu Hause. Ich bin immer wieder von der Landschaft begeistert. Der Ausblick vom ehemaligen südafrikanischen Militärcamp ist wie immer die perfekte Ouvertüre für den Aufenthalt im Park. Mit Verwunderung habe ich gerade in einem aktuellen Thread gelesen, dass mehrere Besucher aufgrund der Pistenverhältnisse schon nach wenigen Kilometern umgedreht haben. Bei uns waren die Wege mit niedrigem Luftdruck gut zu fahren.
Es hat sich einiges im Park getan. An den Abzweigungen stehen jetzt Wegweiser und es gibt insgesamt 3 Hides an 3 verschiedenen Wasserstellen.
Wir checken nur kurz auf der Nambwa Campsite ein. Dabei haben wir Glück und bekommen die sehr schön direkt am Fluss gelegene Campsite Nr.2.
Um 16:00Uhr starten wir zu einem nachmittäglichen Gamedrive zum Horseshoe und entlang des Kwando
Wir fahren bis runter zur botswanischen Grenze, aber viel zu sehen ist dabei nicht. Lediglich Rietböcke gibt es dieses Jahr jede Menge. Danach am Fluss entlang zurück zum Horseshoe, wo wir beim Hide den restlichen Tag verbringen.
Im Gegensatz zu unseren bisherigen Besuchen in dieser Region sehen wir erstaunlich wenig Elefanten. Hin und wieder eine kleine Herde im Dickicht, aber insbesondere am Horseshoe ist kaum was los. Ich kenne es so, dass hier am Nachmittag eigentlich immer mindestens eine Herde am Wasser ist. Diesmal ist für lange Phasen kein einziger Elefant am Wasser. Ist aber vielleicht auch nur eine Momentaufnahme, denn wir sehen viele frische Spuren von Elefantenherden. Demnach scheint in der Zeit, als wir den Ausflug zur botswanischen Grenze gemacht haben, hier deutlich mehr losgewesen zu sein.
Während wir am Horseshoe verweilen kommen lediglich 2 Elefantenbullen vorbei. Bei einem der beiden ist das linke Hinterbein extrem verkrüppelt. Entweder ist das Knie übergeklappt, oder die Hüfte ausgekugelt. Das Tier scheint aber gut mit seiner Behinderung zurecht zu kommen, denn er sieht gut genährt aus. Zum Glück rennt Elefanten ja das Futter auch nicht davon und hier in der Gegend findet sich auch das ganze Jahr über reichlich Wasser und Nahrung.
Bei Sonnenuntergang machen wir uns auf den Rückweg zur Campsite.
Auch beim Rückweg haben wir keinen der großen grauen Roadblocks, die hier ansonsten an der Tagesordnung sind.
Wir grillen mal wieder. Diesmal gibt es Rumpsteak mit Gemsquash.
Nach meinem Augenmaß haben wir diese Nacht Vollmond und so hat man einen schönen Blick auf den vom Mondlicht beschienenen Kwando. Vereinzelt schweben Glühwürmchen durch die Nacht. Dazu eine einzigartige Geräuschkulisse durch das Klimpern der Xylophon-Frösche. Das ist für mich eine perfekte afrikanische Nacht.
Heute hatten wir mal wieder den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein und nur wenige Wolken am Himmel, was mich dazu veranlasst über das ideale Wetter in der Regenzeit zu sinnieren. Für mich sieht der perfekte Tag in der Regenzeit so aus, dass nach einer trockenen Nacht der Tag mit wolkenlosem Himmel erwacht. Bis zum Mittag bilden sich dann Schönwetterwolken, die sich im Laufe des Nachmittags zu gewaltigen Gewitterzellen verbinden, zwischen denen es aber immer auch Bereiche mit blauem Himmel gibt. Am späten Nachmittag entladen sich dann kurze aber heftige Gewitter und zum Sonnenuntergang ist der Regen vorbei und die Sonne geht zwischen den Wolken dramatisch unter. Das Tolle an unserer Reise war, dass viele Tage genau so aussahen.
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201621. Juni 2019 · #257
Na GsD; ich hatte schon befürchtet, dass du dir die Fortsetzung für kalte Novembertage aufhebst! 😉 Danke Thomas! Gruß Gina
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200921. Juni 2019 · #258
Achja, Nambwa Nr.2, da werden Erinnerungen wach. So schön da. Auch bei uns waren vergleichsweise wenige Elefanten am Horseshoe, aber zu der Zeit hatte es ja auch Wasser im Busch genug. Und Elefanten waren definitiv in der Gegend, leider haben die Kameldorne entsprechend gerupft ausgesehen.
Der Bulle sieht ja mitleiderregend aus, vielleicht das Opfer eines Verkehrsunfalls mit einem Truck?
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201123. Juni 2019 · #259
Den Krüppel hatten wir im Sept 2018 auch gesehen.
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Champagner8'691 Beiträge · seit 201023. Juni 2019 · #260
Hallo Thomas,
schön, dass es hier weitergeht 🙂 ! Tolle Fotos aus der Buffalo Warthog Core Area sind das - und das Fragezeichen beim Rallenreiher (Squacco Heron) kannst du entfernen!
Bei Nambwa Nr.2 schlägt auch mein Herz höher (zum Glück sind wir damals - 2017 - dort und nicht in der Lodge-Badewanne aus dem Rätsel-Thread gelandet 😄 ) und ebenfalls zum Glück hatten wir damals mehr Elefanten am Horseshoe. Aber immer wieder gut zu lesen, dass nichts selbstverständlich ist.
Natürlich bin ich sehr gespannt auf die weitere Reise und hoffe (für mich, nicht für dich), dass nicht wieder so schnell ein Urlaub dazwischen kommt beim Schreiben 😎 . Der Sommerurlaub sei dir natürlich trotzdem gegönnt - wo geht es hin?