THEMA: Bekanntes + Neues - Unser 2018er BOT-NAM-4x4-Trip
27 Jan 2019 18:17 #546473
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17. Tag

Long travelling day

Nachdem wir unsere diesjährige Afrika-Tour von Grund auf umgestalten mußten, optierten wir für die Eingangs dieses Reiseberichtes beschriebene Durchführung. Diese brachte unweigerlich mit sich, daß wir an einigen wenigen Tagen viele Kilometer schrubben sollten. Solch ein Tag war heute. Wir sind in Erindi und wollten rüber nach Botswana. Somit verabschiedeten wir uns um 6:10 Uhr und fuhren gen Windhuk, stets in der Hoffnung, in der Hauptstadt Namibias und somit im menschlichen Gewuselzentrum des Landes ein nettes, gemütliches Lokal zu einem späten Frühstück zu finden. Nix da. Von ansprechendem Lokal oder gar Gemütlichkeit nicht zu finden. Nette Lokale, wie beispielsweise in Livingstone oder Knysa – Fehlanzeige. Zumindest was unsere Parameter anbelangte. Enttäuscht bogen wir auf die Straße Richtung internationalem Flughafen. Nach anfänglich recht passablen, abwechslungsreichen Landstrichen, entwickelte sich die Landschaft in pure Einöde. Nun ja, das kommt im besten Australien oder in den USA oder Kanada auch vor. Langeweile draußen, krächzendes Radiogetöse im Auto. Nun denn. Die Straße zog sich wie guter Kaugummi. In Gobabis legten wir eine kurzen Lunch Break und Tank-Stopp ein, um dann straight gen Grenze zu düsen. Geplant hatten wir, in Ghanzi unser Nachtlager aufzuschlagen. Dort trafen wir auch gegen 16 Uhr ein. Erledigten einen kleinen Einkauf und die Auffüllung unserer Biervorräte, um dann zur Tautona Lodge Campsite zu fahren. Diese sollte unser Stopp-Over sein. Als uns treue Hardcorevorbucher war die Reservierung seit vielen Wochen in trockenen Tüchern und so fuhren wir dort vor. Eingecheckt an der Rezeption begaben wir uns auf den Weg zur ca. 2 km entfernt gelegenen Campsite. Die Campsite eigene Pad dorthin war ziemlich tiefsandig. Nach kurzem Weg nahmen wir dort eine große Fläche an vermutlich ausgewiesenen Campsites wahr. Freie Stellplatzwahl war wohl angesagt. Kein Mensch in unserer Nähe, suchten wir uns den für uns angenehmsten Platz aus, inspizierten die nähere Umgebung, bewunderten die vielen Giraffenfußabdrücke im tiefen Sand und begannen dann mit dem Aufbau unseres Lagers. Da wir kein ausreichendes Feuerholz mehr hatten, bedienten wir uns des großen Berges an abgeschnittenen dicken Ästen, welcher vor dem großen, auf der einen Seite hin offenen Gebäudes, das auch die Ablutions beherbergte, so rumlag und sein Trübsal bließ. Für eine einer Lodge angeschlossenen, lag diese Campsiteanlage wirklich idyllisch mitten im never never. Als wir begannen, unser Grillgut auf die Glut zu schmeißen, tauchten drei 4x4-Fahrzeuge auf, drehten ein paar Runden auf der Anlage, um sich dann in Schlafposition zu bringen. So machte es zumindest den Anschein. Nach einer knappen viertel Stunde hatte dann auch der letzte dieser Fahrer das für sich akzeptable Gefälle gefunden. Alle Motoren wurden ausgeschaltet. Die Truppe unterhielt sich fünf Minuten, um dann in hohem Tempo wieder abzudüsen. Vermutliche Lodgerestaurantnutzer, dachten wir. Dem war auch so, denn gegen 21 Uhr kam die Truppe wieder zurück und das Spiel „Finde Dein für Dich tolerierbares Gefälle“ begann erneut. Es folgte ein unspektakulärer Abend mit Lesen und einem immer wieder Äste nachlegendem Feuer.



18. Tag

Tagesziel: Tiaan’s Camp

Getreu dem Motto: Nur der frühe Vogel fängt den Wurm, machten wir uns nach kalter Nacht und einem schnellen Milchkaffee auf die Socken gen Maun. Wenn wir an Maun denken, dann denken wir an Hillary’s. Für uns, warum auch immer, eine festgewordene Institution dieser quirligen Minimetropole. Nach zügiger Fahrt wallten wir dann dort auf, nahmen unser grundständiges Frühstück ein, tauschten uns mit „unserer“ Hillary eingehend aus, beobachteten mit grinsenden Gesichtern die sich dort seit jeher versammelnde haute volée des Okavangodeltazentrums. Mit gefülltem Magen legten wir einen Stopp beim Spar ein, um dann durch dichten Verkehr die outskirts Mauns und die Straße Richtung Boteti zu erreichen. Was dann folgte war gelinde gesagt eine große Kacke. Mit vielen Schlaglöchern rechnen wir immer auf dieser Strecke, aber das, was sich uns dieses Mal bot, war der Gipfel des Unerträglichen. Nun denn, der Weg zu unserem Tagesziel war nicht mehr weit und zum Ärgern hatten wir keine Lust. Frühnachmittags fuhren wir in Khumaga vor. Bevor der Weg abschüssig zum Fähranleger über den Boteti geht, bogen wir links ab und standen vor einem mächtigen Metalleingangsschiebetor. Ziel erreicht: Tiaan’s Camp. Wir checkten ein. Eine Campsite durften wir uns aussuchen. Es war wie bei Wünsch Dir was; fehlte nur noch die wasserstoffperoxid blondierte Vivi Bach. Ruckzuck hatten wir uns für eine Campsite enschieden. Bauten uns auf. Kehrten zur Reception zurück und informierten uns über den Stand im Makgadikgadi NP. Ein gestandener Mannskerl mit breiten Schultern, kharkifarbenem Bushoutfit und taxierten 38/40 Jahren ließ uns wissen, daß die „main pads“ in schrecklichem Zustand seien. Die Nationalparksverwaltung hätte vermutlich überhaupt kein Interesse, Besucher des Nationalparks anzulocken. Buschwerk wachse in die Pisten und in die Höhe. Die Pad vom Phuduhudu Gate zur Boteti-Fähre wäre seit vielen Monaten überhaupt nicht mehr gemaintained worden, von den anderen wenigen Pads ganz zu schweigen. Zurück auf unserer Campsite philosophierten wir, was tun. Eigentlich wollten wir hier zwei Nächte bleiben und somit am nächsten Tag entspannt auf der Hauptpiste vom Fähranleger zum Phuduhudu Gate mit Abstecher zum Hippo Pool verbringen. Wir waren 2011 das letzte Mal hier. Zwei Tage Khumanga Campsite damals. Tolle Erinnerungen, hauptsächlich an die gefühlt tausenden Zebras, die wir dort entlang der Main Pad angetroffen hatten und des nicht enden wollenden Löwengebrülls während der Nächte. Während wir so dahin sinnierten, fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit ein super modernes, Sand aufwirbelndes Hilux-Gefährt an unserer Campsite vorbei. Scharf abbremsend, stiegen zwei betagte Pensionäre aus dem Fahrzeug und kamen auf uns zu. Zwei Frankfurter Zeitgenossen, die meinten, ihre beiden Alter addierend zur minimal vorgeschriebenen Geschwindigkeit auf den Pisten Botswanas zu definieren. In Hessen-lacht- zur-Fasenacht und Blauen-Bock-Manier babbelten die beiden Die-Rente-is-sischaaa-Pensionäre auf uns ein. Ach was e Kaddasdrooof… Die Raaaiiiifffeee dauche nix. Fooooahrd bloooos nedd die Pisdd fummm Gäijde do nunna… Ufffff oooo moool ging goarnix meeeehhh. E draijväääaadell Schdund hämmma gebraaaacht, umm den Wooe widdda floddd zu bringe. Donn sinn ma endlisch onnn de Fääähr oogekumme. Wooos e Kligg. Gesehjjjje hemma nix. Koooo Seel funnm em Diiier. Ok… Gott sei Dank, meine Wurzeln entstammen der südhessischen Erde und somit verstand ich sowohl Kontext als auch Inhalt des Gebabbelden. Kurz um, die beiden Betagten begaben sich mit Ihrem in Johannesburg für teuer Geld gemieteten Highest Performance Hilux auf die genannte Piste und trafen, trotz diesen, zugegebener Maßen genialen Fahrzeugs, auch große Probleme, die paar-und-vierzig-Kilometer-Strecke zu meistern.... und das, ohne viel Wild vor die Iris zu erhalten. Auch sie sagten aus, daß rechts und links das Buschwerk so hoch sei wie die Deutsche-Bank-Zwillingstürme an der Taunus-Anlage in Frankfurt. Nix zu sehen; Auto-Verkratzen gratis; Scheißsandpiste. Nicht zu empfehlen. Verlorene Zeit. Aha…. Konnte sich die bereits 2011 nicht unbedingt als leicht zu befahrende Piste so transformiert haben…? Aufschluß gab uns ein weiteres Paar, welches mit seinen zwei halbwüchsigen Kindern ca. eine Stunde später eintrudelte. Inhalt ihrer Beschreibung der gleiche der beiden Handkäs-mit-Musik. Mmmmhhhh…. Sollten uns diese Horrorgeschichten abhalten, unsere eigenen Erfahrungen morgen zu sammeln…? Aber eigentlich waren wir ja nicht hierhergekommen, um aktuell persönliche Erfahrungen anderer zu teilen oder auch nicht…. So beschlossen wir, einen vom Tiaan’s Camp angebotenen Game Drive am nächsten Tag zu unternehmen. An der Reception angekommen und unser Anliegen vorgetragen, wurde uns barsch und ohne Empathie mitgeteilt, daß Game Drives mit einer Vorausbuchungsfrist von mindestens zwei Tagen zu avisieren wären. Also nix da mit einem organisierten Game Drive in einem Highest Clearance 4x4 des Tiaan’s. Aha, dachten wir und teilten sodann stehenden Fußes mit, daß wir unsere bereits gebuchte und bezahlte zweite Nacht sausen lassen werden, Multiplikator dieses negativen Erlebnisses gleich sieben im Sinne des Vertriebspsychologen. Was war das denn?!?! Wenn man also keine Lust hatte, den Gästen das zu bieten, was angeboten wurde, dann braucht man sich über ein gewisses Negativimage nicht zu wundern. Und das dann die einwandfreien Einrichtungen des Camps, wie Hygieneanlagen, die saloppe Entwürdigung der Gästewünsche nicht Wett machen würden können, war dann nicht mehr unser Bier. Alle Tassen im Schrank hatte man in der Tiaan’s Geschäftsführung wohl nicht mehr. Bekanntlich kommt ja Hochmut vor dem Fall. Bitte sehr! Gern geschehen! Wir freuen uns für Euch!
Solch ein behavior mußten wir erst ein Mal mit zwei Bieren runterspülen. Gesagt getan. Anschließend lecker gebraait. Ins Dachzelt gestiegen und Gute Nacht.
Fotos von Tiaan’s Einrichtungen werden hier aus gegebenem Anlaß nicht gepostet. Wo kämen wir dann dahin??? Einer fetten Gans auch noch den Arsch mit Butter schmieren….?!?!?!?



19. Tag


Tiaan's Camp ----> Khama Rhino Sanctuary

Nach unserem obligatorischen Morgenkaffee verließen wir überzeugt und sehr frohen und raschen Fußes das seinen Gästen nicht unbedingt gebührend wohlwollend gegenüber sich verhaltende Tiaan’s Camp auf Nimmer-wiedersehr und machten uns auf den Weg zum Khama Rhino Sanctuary. Dort hatten wir eine Nacht vorgebucht und beabsichtigten nun, diese um eine weitere zu ergänzen. So gegen Ende eines Trips brauchen wir sowieso keine große Action mehr und das Khama war für uns bisher immer ein Ort der endurlaubischen Entschleunigung. In Rakops füllten wir auf und schwupps waren wir im Khama. Daß dort das Licht überall in der Ablution des Campsites endlich funktionierte, erwarteten wir selbstverständlich nicht. Und so war es auch. Frühabendlich wäre es angemessen gewesen, mit Adventskranzlicht dort aufzutauchen, um zu wissen, wo was ist. Nachmittags unternahmen wir einen kleine Drive im Khama, um dann auf der Campsite die letzten Seiten unserer Lektüren zu verschlingen.
Letzte Änderung: 27 Feb 2019 18:16 von ALM.
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12 Feb 2019 11:03 #548282
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  • Topobär am 12 Feb 2019 11:03
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Die Horrorgeschichten über die Pisten im Makgadikgadi NP kann ich nicht nachvollziehen. Klar sind die Pisten anspruchsvoll, aber nicht mehr als in den anderen Nationalparks Botswanas. Für uns war das der übliche Standard des Landes. Ist halt nicht Südafrika.
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19 Feb 2019 11:54 #548818
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Topobär schrieb:
Die Horrorgeschichten über die Pisten im Makgadikgadi NP kann ich nicht nachvollziehen. Klar sind die Pisten anspruchsvoll, aber nicht mehr als in den anderen Nationalparks Botswanas. Für uns war das der übliche Standard des Landes. Ist halt nicht Südafrika.

Guten Morgen Topobär,

es ging hier nicht ausschließlich um die Piste als solche; es drehte sich vielmehr um den Gesamtkontext, welcher sich aus schlechter Piste, überhohes Buschwerk am Pistenrand und weniger Alternativmöglichkeiten zum Game Drive im Mkgadikgadi NP, gepaart mit übertriebenem Boteti-Fährpreis sowie zusätzlicher NP-Entrance Fee ergab.

Eine Fahrt zum South Camp im Nxai NP mit ihren 38 Tiefsandkilometern ist auch nicht unbedingt jedermanns Geschmack, bietet jedoch i.d.R. die Möglichkeit, in die Landschaft zu schauen und nicht rechts und links nur gegen meterhohes Gewächs.

Und daß Botswana Botswana ist und nicht Südafrika, ist uns seit Methusalems Zeiten wohl bekannt :P

Lieben Gruß vom Alm
Letzte Änderung: 19 Feb 2019 11:56 von ALM.
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27 Feb 2019 18:12 #549559
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20. Tag

Khama Rhino

Das mit dem Khama Rhino Sanctuary ist ja so eine Sache. Entweder man kennt es vom Vorbeiahren oder es dient als Stop-over. Letzteres beutet in der Regel, daß man am Nachmittag oder gar noch später dort ankommt, um dann am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe schon wieder Abschied zu nehmen. Das taten wir bisher auch immer und jetzt mit einem zusätzlichen Tag im Khama Rhino durften wir es alternativ erleben. Und so verbrachten wir den Tag zunächst mit einem sehr ausführlichen Nach-dem-ersten-Kaffee-Game-Drive. Die tierische Ausbeute war gar phänomenal. Bevor wir es uns auf unserer Campsite gemütlich machten, beschlossen wir im Restaurant zu speisen; bei optimalem Sonnenschein selbstredend draußen in der Nähe des kleinen Swimmingpools. Das Restaurant samt drumherum war bei unserem letzten Aufenthalt im Jahr 2014 ja vermutlich wegen eines Brandes quasi zerstört. Das mit dem Essen und zwei Softdrinks dauerte natürlich seine afrikanische Weile. Nachmittags ging es dann nochmals auf eine zeitlich sehr ausgedehnte Pirsch. Zufrieden kehrten wir auf unsere Campsite, um mit dem letzten Tageslicht zu duschen und mit unseren holländischen Neuseelandnachbarn lange zu quatschen. Beide unternahmen eine Southern and Central Africa total tour. Tja, so viel Zeit wollten wir auch einmal haben. Beide waren auf dem Weg nach Sambia; wir beneideten sie darum.


21. Tag

Khama Rhino ----> Matamba Bush Camp

Unsere heutige Tagesstrecke war ja recht überschaubar, und so machten wir uns nach einem Kaffee gemütlich ans Einpacken. Erste Etappe: Palapye – tanken und frühstücken. Fluchs ging es Richtung Grenzposten Martin’s Drift. Auf dem Weg dorthin suchten wir rechter Hand eine Pad, welche zum Goo Moremi Gorge am Fuße der Tswapong Hills führen sollte. Leider nahmen wir nichts dergleichen wahr. Vor einigen Jahren hatten wir vom Goo Moremi Gorge gehört und überlegten, einen kurzen Abstecher dorthin zu machen. Im Nachhinein erfuhren wir, daß man nur nördlich der Tswapong Hills zum Gorge fahren kann. Goo Moremi Gorge ist so ein ganz anderes Botswana. Muß spannend sein. Naja, dann wird es bei einem der nächsten Male sein.
Der Grenzübertritt geht schleppend über die Bühne. Anschließend fahren wir nach Lephalale um dort noch das Fleisch für den letzten Campabend zu kaufen. Von dort ist es nicht mehr weit zu unsere Tagesziel Matamba Bush Camp.
Wir hatten zwar in den vergangenen Jahren immer mal wieder davon gelesen und gehört, doch niemals verbrachten wir eine Nacht dort.
Man muß vorher anrufen, dann kommt jemand, um das große Gatter aufzumachen. Wir wurden vom Hausherrn persönlich empfangen und auf die Campsite gebracht. Eine kleine Erklärung über das Areal und Familie, dann wurden uns die Ablutions sowie die Küche gezeigt. Wir trauten kaum unseren Augen und fragten uns, mit wieviel Hingabe und Liebe zum Detail wohl alles errichtet wurde. Man kann es wahrhaftig nicht beschreiben; man muß es sehen!
Dadurch, daß wir recht früh am Nachmittag ankamen, hatten wir das ganze Campareal zunächst für uns. Wir genossen die Ruhe, freuten uns an den vielen Giraffenfußabdrücken auf unserer Campsite und machten dann einen langen Spaziergang auf einem der vielen Wege des riesigen Anwesens. Schakale strichen durch das hohe Gras; hier und da ein Bock und ein paar Böckchen. Wir hatten die Qual der Wahl, die schönste Ablution zum Duschen auszusuchen. Jeder von uns entschloß sich dann für eine andere.
Später sind dann noch drei südafrikanische Familien mit Omma, Oppa und Kids aufgewallt, waren jedoch auf einer uns gegenüberliegenden Campsite untergebracht.
Wir zelebrierten den letzten Braai-Abend und bekamen dabei sogleich wieder Heimweh nach Afrika.


22. Tag

Matambo Bush Camp ----> Johannesburg

Entspannt packten wir unser Zeug zusammen und fuhren zurück nach Jo’burg, um den Wagen abzugeben. Anschließend wurden wir mit einem Fahrer zur President Lodge gebracht – unser immerwährender Wohnsitz am Ankunftstag und am letzten Tag vor dem Heimflug.
Abends ging es ins Malagueta zu einem ganz normalen South African dinner.


Fazit:

Trotz unseres Vorhabens, eine Sambia-Tour zu machen, hatten wir mit unserer Alternative eine rundum gelungene 4x4-Self-Drive-Camp-Reise.
Einige Erlebnisse entsprachen nicht unseren Parametern… kommt vor und ist weiters auch nicht tragisch, aber trotz toller Tierbegegnungen manifestierte sich mit der 2018er-Tour unsere latente Abneigung Namibias gegenüber. Wir registrierten sehr oft Gleichgültigkeit und Desinteresse der Menschen, insbesondere derer, die mit Touristen zu tun haben. Uns fiel auf, daß die Namibianer sich schwertun, ein Lächeln auf die Lippen zu bekommen und die Hilfsbereitschaft hat man auch nicht mit dem Löffel zu sich genommen. Uns fehlte die Fröhlichkeit Afrikas im Blick, im Tun und Handeln der Menschen, trotz Armut und wenig Habseligkeiten. Kaum Pflanzen um die Häuser und Hütten oder in den Rundhöfen; entweder wirkte alles sehr steril gefegt und aufgeräumt oder es war ein totales Müll-und-Alteisen-Chaos. Das Namutoni Camp im Etosha wirkt alles andere als einladend; alles so ziemlich steril und ohne Geschmack. Man erkennt umgehend, daß quasi alles ohne vorher durchdacht zu sein, gebaut wurde; Die zuständige Administration des Halali Camps, ebenfalls im Etosha, bemüht sich überhaupt nicht, die desolaten Ablutionanlagen auf der Campsite wenigstens halbwegs in Ordnung zu bringen, die ruinierten Stein-Zement-Tische der einzelnen Campstellplätze zu entsorgen und ab und an auch mal die rubbish bins mit…ja ich weiß… kostbarem Wasser auszuwaschen; das war schon so ziemlich ekelig. Die Receptionbesatzung des Halali war an Unfreundlichkeit kaum zu toppen. Auf so ein Niveau schaffen es selbst die Italiener nicht. Kurz um… für den Preis, den der gemeine Camper entrichten muß, ist das alles mehr als hanebüchen. Das Okaukuejo Rest Camp ist das Gegenteil und bekommt von uns wirklich ein großes Lob ausgesprochen; wobei auch dort die Freundlichkeit nicht wirklich ihre Heimstatt gefunden hat. Daß es in den privatwirtschaftlich geführten Camps aber ebenso an Freundlichkeit fehlt, ist schon sehr merkwürdig. Stichwort Erindi. Da graust es der toten Sau, wie dort mit dem Gast umgesprungen wird; und das für teures Geld. Da bezahle ich doch lieber einen sündhaft kostspieligen Stellplatz auf einer runtergewirtschafteten, abgetakelten und abgehalfterten Campsite in Simbabwe, Sambia oder Uganda; dort aber mit der Gewißheit, daß mir zumindest ein Lächeln entgegengeworfen wird.
Botswana war wie immer Botswana. Dort fühlten wir uns pudelwohl. Einziger bitterer Beigeschmack: Im Lesoma Valley hat sich viel zum Negativen hin geändert; zumindest unseres Erachtens nach. Too much tourist business, definitiv. Aber vielleicht liegt es an unserer nostalgischen Ader, daß wir das Senyati Rest Camp und die Umgebung dort mit lang vergangenen tollen Eindrücken versuchen in Einklang zu bringen.

Weitere Bilder kommen noch
Letzte Änderung: 01 Mär 2019 09:14 von ALM.
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