THEMA: SA - KTP - NAM 2017 - Die große Runde
26 Mär 2020 21:33 #584465
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  • fidel am 26 Mär 2020 21:33
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Tag 17 05.11.2017 Namtib Little Hunters Rest
Gefahrene KM: 122





Die Nacht war furchtbar. Der Wind rüttelte ständig am Dachzelt und hob die Bodenplatte leicht an. Das Beschweren der Leiter mit Steinen schuf hier Abhilfe. Mehr als einmal jedoch vielen die Stangen des Gestänges aus der etwas ausgeleierten Halterung, so dass ich gezwungen war, herunterzuklettern, sie zu suchen und wieder zu montieren.. Wenn jemand eine optimale Lösung für Dachzelte und Sturm hat: bitte her damit. Neben der bedingten Regentauglichkeit m.E. einer der gravierendsten Nachteile von Dachzelten verglichen mit Bodenzelten.. Wo ich bei Sturm in Island in meinem Bodenzelt bequem und ruhig schlafe, muss ich im Dachzelt Angst haben, dass gleich das ganze Dachzelt von Auto gerissen wird..

Am nächsten Morgen geht es noch vor dem Frühstück auf einen kleinen Hügel um die Landschaft im Morgenlicht zu fotografieren.







Beim Frühstück erhielten wir Besuch von ein paar Klippschiefern.





Abschließend besuchen wir noch den „Sundowner“-Hügel der Farm. Hier ist sowohl die Kargheit der Landschaft als auch der Umstand, dass es kurz zuvor geregnet hatte, nicht zu übersehen.







Schließlich verlassen wir die Farm und fahren mit einigen weiteren Fotostops zurück zur D707.











Auf einem Baum sitzt schließlich noch ein Greater Kestrel.



Wahnsinn, wie lang diese Zufahrten sind.. Wir müssen heute „nur“ von Koiimasis nach Nambtib, also zur Nachbarfarm. Laut GPS beträgt die Luftlinie keine 20km. Allein die Zufahrten sind jedoch länger.

Schließlich kommen wir wieder an der D707 an. Auch heute nähert sich das Thermometer wieder der 40° C-Grenze und wird sie noch locker überschreiten. Hinzu kommt ein starker Wind aus der Wüste, so dass man sich ständig fühlt, also würde einem ein Fön ins Gesicht geblaßen werden.





Nachdem wir extra einen so großen Umweg für diese Gegend eingelegt haben, wollen wir der D707 noch ein wenig folgen, um mehr von dieser atemberaubenden Landschaft zu sehen.





Irgendwann drehen wir um und machen uns auf nach Namtib. Auch hier heißt es zunächst, eine unendlich lange Zufahrt zu bewältigen. Schließlich stehen wir jedoch vor dem Farmhaus und werden freundlich begrüßt. Dann geht es auf die letzten paar Kilometer zur Campsite.

Seit ich im Zuge unserer allerersten Namibia-Recherchen ein Bild von dieser Campsite gesehen hatte, war mir klar, dass ich irgendwann dort hin muss. Diese Weite und Leere war einfach atemberaubend und entsprach so ziemlich der Klischeevorstellung von Camping in Afrika.

Die Realität kann man dieser Vorstellung durchaus mithalten. Es gibt ein paar Stellplätze, jedoch relativ weit verstreut unter Bäumen. So bekommt man zwar durchaus mit, dass es noch Nachbarn gibt, hat aber ein gutes Stück für sich.

Alle Stellplätze bis auf einen sind besetzt, es ist zurecht eine sehr beliebte Campsite.

Wir machen es uns im Schatten eines Baumes bequem und tun – mit Ausnahme Mittagessen – für lange Zeit nichts, lassen uns nur vom heißen Fön durchpusten. Unglaublich, wie heiß ein Wind sein kann..



Die Aussicht Richtung Namib ist schlicht fantastisch. Zwar sieht man aufgrund Hitze und Wind nicht sehr weit, dies ändert jedoch nichts am Gefühl der Weite. Im Baum über uns sitzt ein Pale-Wingend Starling.



Als das Licht flacher wird (der Wind lässt jedoch kein Stückchen nach) mache ich mich auf, um die Stimmung etwas einzufangen.










Wir machen Abendessen und bewundern den Sonnenuntergang. Genau SO waren meine Klischeevorstellungen von Camping in Afrika..





Später versuche ich mich nochmals an etwas Sternenfotografie. Der absurd heftige Wind macht Langzeitbelichtungen aber verdammt tricky und es gibt zu viele Fehlversuche für richtigen Spaß, auch wenn die Milchstraße optimal steht.

Letzte Änderung: 26 Mär 2020 21:46 von fidel.
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27 Mär 2020 01:46 #584472
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Wunderbare Wüsten Aufnahme hast du gemacht und uns gezeigt. Wie sagt man eigentlich Köcherbaum auf Englisch? Die gefallen mir sehr gut und dort waren wir noch nicht. Auch hast du Talent mit den Milky Way Aufnahmen, und dann noch mit dem Mond! Sehr schön.
Man kann durch deine Bilder fast den heissen Wind und Sand auf der Haut spüren. Sicher gut für euch in Europa. Hier haben wir nun jeden Tag schon 30C, aber feucht-heiß, nicht Backofen heiß.
Liebe Grüsse Katrin
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Island In Herbstfarben
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Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019

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Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different.
Juni 2018
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Trip reports in English:

Namibia and KTP 2016
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Botswana 2016:
safaritalk.net/topic...fari-tr-bots-nam-sa/

Tanzania 2015:
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Nam-SA-Bots 2014:
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27 Mär 2020 13:11 #584515
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Hallo Katrin:
Köcherbaum = quiver tree

Viele Grüße
Friederike
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27 Mär 2020 13:47 #584517
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Hallo Fidel,

die Köcherbaumfotos sind super.....tolle Farben und sehr dekorative Drapierung mit filigranen Wolken.
Auch für uns ist die Strecke zwischen Sandwüste und den Tirasbergen entlang der c27 und natürlich der d707 das Highlight Namibias schlechthin.....wir haben uns sogar schon mit dem Gedanken abgegeben dieser Strecke einen ganzen 2-3 wöchigen Urlaub zu widmen. Das Sahnehäubchen ist nämlich die kurze Zeit Morgens um Sonnenaufgang und Abends zu Sonnenuntergang. Um diese wenigen Stunden am Tag wirklich auskosten zu können brauchen wir in der Regel 2-3 übernachtungen an jedem Ort.

Danke für die tollen Bilder einer tollen Landschaft!

Liebe Grüsse,
busko
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30 Mär 2020 09:34 #584851
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Hallo,
vielen Dank an alle interessierten Leser und Danke-Drücker.

@sadie Wie Friederike bereits anmerke, ist der Köcherbaum ganz profan der Quiver Tree. Wir haben statt 30° C nunmehr hier neuen Schnee bekommen.. Aber dem Virus das Wetter ja offenbar egal zu sein scheint, ist Schnee und Regen meines Erachtens sogar besser, da bleiben die Leute wenigstens zu Hause.

@busko Ich glaube auch, dass man in dieser Gegend sehr gut einen Schwerpunkt der Reise legen könnte. Tolle Unterkünfte gibt es einige. Man ist in seiner Freizeitgestaltung aber halt mehr oder weniger auf das Gelände der jeweiligen Unterkunft beschränkt, mal einfach so irgendwo hin in die Landschaft zum fotografieren, insbesondere in den Tagesrand- und Nachtzeiten ist schwer möglich.

Heute geht es endlich mit einem neuen Kapitel weiter - ich hatte die letzten Tage ein kleines Motivationstief und bei jedem Gedanken an Afrikaurlaub so ein traurig-sehnsüchtiges Gefühl..

Viele Grüße
fidel
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30 Mär 2020 11:30 #584860
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Tag 18 06.11.2017 Fish River Canyon Hobas Campsite Teil 1
Gefahrene KM: 424





Die Nacht ist noch schlimmer als die vorherige. Der Sturm rüttelt mit aller Gewalt im Zelt, trotz Beschwerung der Leiter mit Steinen vibriert der umklappbare Teil des Bodens und wird immer wieder hochgehoben, so dass wir unser Gewicht aktiv darauf verlagern müssen. Die Zeltstangen haut es ein ums andere mal raus, auch eine Fixierung mit Gaffertape hält nicht lange.

Ein nächtlicher Blick zu den Nachbarn zeigt, dass wir nicht die einzigen sind, die mit Problemen zu kämpfen haben. Ein südafrikanisches Ehepaar mit Wohnwaagen hat offenbar beschlossen, die Segel zu streichen und packt im Dunklen all das zusammen, was Südafrikaner gerne beim Campen um sich haben und ergreift noch vor dem Morgengrauen die Flucht.

Als es dämmert, hält mich nichts mehr im Zelt und ich mache mich auf die Suche nach Fotogelegenheiten.



Nun ist die Fernsicht wesentlich klarer, man sieht viel weiter in die Dünen der Namib hinein.



Für eine noch bessere Sicht klettere ich ein wenig auf den Berg hinter der Campsite. In der Nähe läuft ein Schakal vorbei, es gibt hier also auch „Raubtiere“. Auch ohne Raubtiere muss ich etwas aufpassen beim Klettern, in der einen Hand ist das Stativ, in der anderen das Weitwinkel, die Kamera hängt über der Schulter und das 70-200 steckt in der seitlichen Hosentasche..also „gut vorbereitet“ für eine kleine Klettertour. Kamerarucksack wird im südlichen Afrika irgendwie nur für den Transport im Flieger und beim Einkaufen mit Sicherheitsbedenken verwendet..











Es ist sehr schön zu beobachten, wie die Sonne langsam über die Ebene wandert. Es ist erstaunlich frisch dafür, dass es 12 Stunden vorher über 40°C hatte.





Wir setzen uns schließlich zum Frühstück bewusst in die Sonne, dort wird es aber recht schnell wieder zu warm..

Daraufhin packen wir zusammen und cruisen wieder zurück zur D707. Da wir heute bis zum Fish River Canyon wollen, können wir nicht allzu sehr trödeln.







Fazit D707: Die Bezeichnung als „Namibias Traumstraße“ trägt die Straße nicht ganz zu Unrecht. Die Gegend ist wunderschön und des gibt einige sehr tolle Übernachtungsplätze. Es lohnt sich, hier mehrere Nächte zu verbringen an unterschiedlichen Orten. Etwas schade finde ich, dass es so wenig Möglichkeiten gibt, näher an die tatsächlichen Dünen und die Berge zwischen den Dünen zu gelangen – und die vielen Zäune (s.o.). Für unsere Route bedeutete dieser Schlenker etliche Mehrkilometer, die es rückblickend betrachtet jedoch durchaus wert waren. Man vergisst ja schneller die Leiden und erinnert sich nur noch an das Positive :) Wir wollten diese Gegend Namibias unbedingt sehen und eine reine Südnamibiatour konnten wir uns vorher schlecht vorstellen (jetzt schon, sofern man Richtersveld u./o. KTP einbauen würde). Idealerweise könnte man sich noch mehr Zeit für den Süden Namibias nehmen, aber da waren wir halt zu lange im KTP ;-P
Letzte Änderung: 30 Mär 2020 11:33 von fidel.
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