THEMA: Feedback Omo Valley, Harar und Djibouti
08 Feb 2019 08:34 #547832
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Fortsetzung

Die Hamar oder Hammer gehören zu den bekanntesten Stämmen Südäthiopiens. Sie bewohnen das Gebiet östlich des Omo Flusses und besitzen Dörfer in Turmi und Dimeka. Die Population wird auf 25'000 geschätzt. Sie sind Viehzüchter und betreiben Landwirtschaft. Die Familien leben in Zelten oder Hütten die in Kreis angeordnet sind. Das Vieh wird nachts in die Mitte des Lagers gebracht.
Die zur Hammer gehörenden Herden bestehen hauptsächlich aus Rinder obwohl es auch einige Schafe und Ziegen gibt.
Die meisten Hammer pflanzen zu Beginn der Regenzeit Sorghun Felder an. Die Ernten bleiben jedoch meist unbeaufsichtigt und die Erträge sind gering.
Die Hammer Männer können beliebig viele Frauen heiraten aber nur innerhalb ihres eigenen Stammes. Ein Brautpreis für Vieh und andere Waren wird vom zukünftigen Ehemann und seinen nahen Verwandten der Familie der Braut zur Verfügung gestellt.
Viele Elemente ihrer traditionnellen Religion werden noch heute praktisiert. Zum Beispiel glauben sie dass natürliche Objekte wie Felsen oder Bäume Geister haben.

In der Hütte wird es eng. Hinter Jimmy folgen gleich die 2 Saudis. Ich zähle ja nicht. Galanterie kennen sie nicht...... :whistle:
Ich verstehe auch gleich dass unsere 2 Freunde die Tour nicht aus "Tribe" Interesse gebucht haben sondern mehr aus Voyeurismus. Sie haben keine Kameras dabei. Jeder besitzt 2 Handies. Damit werden Bilder geschossen und gleich irgendwo weiter gesendet.





Die Hammer sind ein echt nettes Volk. Wenn man Interesse zeigt bekommt man alles erklärt. Ein "Hammer Guide" dient als Uebersetzer.









Die Kinder sind auf die Handies sehr neugierig und wollen die Bilder sehen.





Ich fühle mich inmitten dieser Leute sehr wohl. Ich mag ihren Stolz, ihre Demut.













Für uns wird auch Café gekocht.









Die 2 Saudis verschwinden aus der Hütte, sie wollen sich draussen mal umsehen.....Ich glaube die Hammer haben verstanden dass diese Typen sich nichts aus ihrer Kultur machen. Sie grinsen nämlich Jimmy kommisch an. B)

Ich muss gestehen dass ich mir diesen Besuch ganz anders vorgestellt habe.









Hier wurde nichts spezifisches für den Turi arrangiert.





Und es ist auch gut so!





Das kleine Kind finde ich einfach süüüüs.





Und Grandpa werde ich nicht vergessen. Er erzählt so tolle Geschichten.









Ich muss gestehen dass ich aber Mühe habe aus derselben Schüssel den Café zu trinken........

Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 08 Feb 2019 14:48 von ANNICK.
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08 Feb 2019 19:52 #547888
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Ein spannender Bericht, da lese ich gerne mit.

Und ja, mein Kommentar war sarkastisch gemeint. So ein Ferkel als Mitreisender dürfte den Saudis nicht gefallen und ein weiteres Ausbreiten auf der Sitzbank effektiv stoppen. Mal ehrlich, solche arroganten und offenbar auch ignoranten Obermachos als Mitreisende muß Frau echt nicht haben....
Ich hatte mal ein Erlebnis auf einem Emirates Flug in der gehobenen Klasse, als Herr Saudi erst ewig gebraucht hat, um die Favouritin des Tages (eine von dreien) auf den Sitz neben sich zu beordern, uns böse angeguckt hat, weil wir unsere Sitzreihe nicht für seinen Harems-Restbestand räumen wollten und dann seine nackten Füße, mit hübsch verdickten Adern, in die Gegend gestreckt hat.

Yanjep
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11 Feb 2019 09:06 #548132
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@Yanjep: leider andere Sitten und anderes Verhalten..... :whistle:

Fortsetzung

Die Zeit vergeht leider viel zu schnell. Wir verabschieden uns von der Familie denn wir wollen uns noch ein wenig draussen umsehen. Da wartet auch schon das Komitee. Es hat sich schnell im Dorf herumgesprochen dass Farenjis zu Besuch da sind.









Unsere 2 Saudis haben inzwischen ein sehr schönes Mädchen mit tollen Busen entdeckt. Es ist oben ohne. Sie schiessen ein Bild nach dem Anderen mit ihren Selfies und kischern.....Am liebsten hätte ich ihnen den Hals zugedreht......
Manche Frauen sind auf einmal geniert und ziehen ein Tuch über sich.









Langsam kommen auch die Männer und Kinder von ihrer Arbeit zurück.









Die Dorfbewohner sind einfach nett.









Manche Gesichter prägen einfach.













Bei den Kindern würde ich so gerne bleiben.

















Es wird aber Zeit zum Gehen!





Das Vieh wird im Dorf zurückgebracht.





Jimmy drückt dem Hammer Guide einige Scheine in die Hand und wir verabschieden uns. Es geht jetzt Richtung Turmi Lodge wo wir heute Abend übernachten.

Fortsetzung folgt
Letzte Änderung: 11 Feb 2019 09:21 von ANNICK.
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11 Feb 2019 10:00 #548143
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Hoi Annick

Du hast offenbar miterlebt wie die Sichtung einer halbnackten attraktiven Frau auf das Blutvorkommen in den Köpfen von Männern wirkt, die normalerweise nur verhüllte Frauen sehen...da war wohl ziemliches Vakuum im Oberstübchen und die ganze Intelligenz in der Unterhose... ;)

Danke für Deinen schönen Bericht! :)
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14 Feb 2019 08:07 #548450
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@picco: so ist es! :laugh:

Fortsetzung

Gegen 18.15 erreichen wir Turmi Lodge. Die Homepage

www.turmilodge.com

entspricht leider nicht der Realität......Ich bekomme ein Zimmer in einem Nebenflügel.









Die Saudis belegen ein Doppelzimmer gerade neben mir. Ich bin erleichtert. Ich konnte mir nicht vorstellen mit diesen Typen ein Zimmer zu teilen! :woohoo:
Mein Zimmer ist einfach





aber geräumig und sauber.









Das Badezimmer ist mehr als renovierungsbedürftig.









Bei der Dusche kommt praktisch kein Wasser mehr raus. Alles verkalkt. Mit einer Nadel kann ich zum Glück den Kalk entfernen.





Es ist schon 20 Uhr als ich zum Restaurant marschiere. Man läuft 800 Meter bis dorthin. Zum Glück habe ich eine Taschenlampe. Die Saudis kommen nicht zum Nachtessen, ist mir Recht! Wifi gibt es Keins.
Zum Abendessen wird nur ein Buffet angeboten zu einem stolzen Preis von 350 ETB pro Person.





Die Bohnensuppe ist fade, die Spaghettis kleben aneinander und der Rest schwimmt im Fett.... :sick:

Gegen 22 Uhr kehre ich ins Zimmer zurück.

Es ist schwer hier fest zu schlafen. Einmal hört man von weitem den Muezzin, dann einen Esel oder einen kommischen Schrei. Dazu kommen noch die Moskitos..... :whistle:

31.12.2018

Um 07.15 frühstücke ich allein auf der Restaurantterrasse. Es schmeckt absolut nicht. Es gibt kein Brot dafür Injera mit Porridge....igitigit! :pinch:





Gegen 8 Uhr verlassen wir die Lodge.





Die 2 Saudis haben schnell ihre selbe Plätze im Wagen genommen und wollen nicht tauschen.....Bis nach Omorate fährt man auf einer guten Teerstrasse.





Heute morgen werden wir einen Dassenech Stamm besuchen. Omorate, auch unter dem Namen Kelem bekannt, liegt nahe der kenianischen Grenze in der South Omo Zone. Die Zone ist nach dem Omo River benannt, einem Fluss der im Westen in den Turkana See mündet.
In Omorate müssen wir zuerst durch die Immigration. Da zeigen wir unsere Pässe und werden registriert.





Es stehen schon andere Farenjiwagen davor.





Um zu den Dassenech Stämme zu gelangen gibt es 2 Möglichkeiten: eine Brücke überqueren oder bis zur Bootanlagestelle fahren und ein Kanu nehmen. Jimmy hat für uns das Kanu bestellt. Finden wir super. Wir passieren das Dorf und erblicken schon einige einheimische Damen.









Fortsetzung folgt
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18 Feb 2019 00:16 #548715
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Omorate, auch unter dem Namen Kelem bekannt, liegt nahe der kenianischen Grenze in der South Omo Zone. Diese Zone ist nach dem Omo River benannt, einem Fluss der im Westen in den Turkana See mündet.

Die Dassenech sind der südlichste Stamm, der im äthiopischen Omo Tal lebt. Ihr Land ist halbtrocken und lebt dort, wo das Omo-Delta den Turkana See erreicht. Ihr Name bedeutet Leute des Deltas. Die Bevölkerung wird auf 50'000 geschätzt.
Die Dassenech sind in erster Linie ein Agropastoralvolk. Sie bauen Sorghum, Mais, Kürbisse und Bohnen an, wenn der Omo Fluss und sein Delta überfluten.
Sorghum wird mit Wasser zu einem Brei gegart der mit einem Eintopf gegessen wird. Mais wird normalerweise geröstet und Sorghum wird auch zu Biert fermentiert.
Trotz des Sees und des Deltas ist dies eine unglaublich trockene Region. Im Westen und Südwesten ist nichts als Wüste. Rinder sind für das Leben des Dassenech ebenso von zentraler Bedeutung wie für die anderen Stämme des Omo Tals. Sie stellen nicht nur Fleisch, Milch, Leder für Kleidung, Häuser und Matratzen dar, sondern auch Status im Stamm und der Brautreichtum, der es einem Mann ermöglicht zu heiraten.
Der Stamm von Dassenech ist nicht streng von ethnischen Zugehörigkeit definiert. Im Laufe der Zeit hat der Stamm eine breite Palette von verschiedenen Völkern in sich aufgenommen und ist nun in 8 Clans unterteilt.
Jeder Clan besitzt seine eigene Identität und seine eigenen Gebräuche, seine eigene Verantwortung gegenüber dem Rest des Stammes und ist an ein bestimmtes Gebiet gebunden.

Jimmy erklärt uns dass wir heute den grössten Clan besuchen werden: der Galbur (oder Water and Crocodile Clan). Die Mitglieder besitzen die Macht über Wasser und Krokodile und sind für die Behandlung von Krankheiten im gesamten Stamm verantwortlich.

Wir fahren bis zum Pier. Da erblicken wir auch schon die Kanus





und die Brücke.





Die Kanus sind echt unkomfortabel.





Viel bewegen kann man sich nicht.





Statt das grosse Dorf auf der anderen Seite der Brücke zu besuchen wo alle Farenjis anhalten, geniessen wir eine halbe Stunde Kanufahrt. Danach laufen wir 20 Minuten bis zum Dorf.













Das Dorf besteht aus einer Mischung von alten Hütten (Stroh) und Neuere (Blech).









Die ersten Kinder kommen uns auch schon entgegen.









Ich fühle mich gleich da wohl.





Die 2 Saudis eilen schon mit ihren Handis zu den jungen Mädels........ :pinch:

Ich schaue mir schon einmal die Menschen an.













Inmitten des Dorfes wird hier das Vieh über die Nacht gehalten.





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