THEMA: Panoramablick und ein paar Löwen
02 Feb 2016 16:03 #417618
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  • Papa Kenia am 02 Feb 2016 16:03
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@Hanne - Hallo Hanne, schön, dass Du auf den letzten Metern noch mit dabei bist!

@Bele - Hallo Bele! Dass Du mit in die gleiche Kerbe haust, war mir klar! ;) ;) Dafür gibt es gleich die Fortsetzung mit ein paar Bildern!

Bis gleich!
Papa Kenai
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02 Feb 2016 18:03 #417642
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Tag 7

Der Tag begann wiederum mit einem prachtvollen Sonnenaufgang. Seit 6.30 Uhr saß ich wieder allein mit meinem Fotogeraffel im Wagen. Es war kalt. Sehr kalt. Man konnte seinen eigenen Atem sehen.



Wir trafen wieder auf das Löwenrudel von gestern. Es waren zehn oder elf Babys im Alter von drei Jahren. King Lion frühstückte noch und ließ auch keins der Jungtiere an seinem Fresschen teilhaben. Im Gegenteil, er teilte ordentlich Prankenhiebe aus als sich hin und wieder eins von den Kleinen näherte.










Einige Schakale kamen voller Erwartung neugierig heran. Aber auch für sie fiel vorerst kein Happen ab.



Irgendwann wurde es dem Pascha wohl zu bunt. Das Rudel wurde mittlerweile auch von vier Safari-Fahrzeugen umringt. Er schnappte sich das, was vom Büffel übrig war und steuerte mit der Beute auf eine nahegelegene Buschgruppe zu.
Und dann ergab sich ein Foto, das einem deutlich machte, dass man hier außerhalb des Parks war und dass hier auch schon mal Massai unterwegs sind.







Emanuel hatte sich wohl als Ziel gesetzt, mir einen Leoparden zu zeigen (vorab: es blieb beim Vorsatz!). Und so steuerten wir in ein Gebiet, das wohl als Leopardenterrain bekannt ist. Die weiteren Tiersichtungen waren heute Morgen nicht sonderlich ergiebig (oder ich war schon zu verwöhnt?!) und so kamen wir um die Mittagszeit wieder im Royal Mara Camp an.

Ich war noch nicht ganz im Zelt, da kam wieder dieses „Hälllooo!“ Moses stand wieder mit hinter mir. Bewaffnet mit 2 Handtüchern. Er würde gerne die Handtücher wechseln. Wollte er mir erzählen, wie toll er war? Oder wollte er Trinkgeld? Doch wohl nicht für jeden Handschlag!?! So ganz allmählich ging er mir auf die Nerven. Aber richtig!

Ich entriss ihm die Handtücher und sagte ihm, dass er dafür fünf Stunden Zeit gehabt hätte. Ich würde die Handtücher nun selbst ins Bad bringen. Und im Übrigen: „I will shit now! Alone!“.

Aber auch das interessierte ihn nicht. Moses machte keine Anstalten zu verschwinden. Ich packte ihn an Arsch und Kragen, schob ihn vor die Tür, knallte die Tür zu und verriegelte diese.
Das sollte eigentlich gereicht haben.

Denkste! Nicht bei Moses! Der ist wie Teflon! Da prallt alles ab!

Zum Mittagessen war wieder unter schattenspendenden Bäumen gedeckt. Natürlich mit Blick auf den Mara! Schon jetzt tauchte Moses wieder auf und holte sich mein o.k., dass er ins Zelt konnte. Was er da wollte, ich habe es nicht feststellen können. War mir auch mittlerweile egal.





Nach dem Essen nahm ich Kontakt auf zu einer amerikanischen Familie, die heute Vormittag angekommen war. Es waren sehr nette Leute. Vater, Mutter, Sohn und zwei Töchter. Wir aßen getrennt zu Mittag, weil die Tische von den Kellnern so eingedeckt waren. Anschließend saßen wir dann noch gut eine Stunde zusammen und haben uns angeregt ausgetauscht.

Bevor ich dann meine Liegen auf der Terrasse behelligte, machte ich noch einige Aufnahmen.











Da sich der Himmel zwischenzeitlich übel bezog, wurde der Nachmittagsdrive kurzfristig auf 3 Uhr vorverlegt.

Die Amerikaner bekamen ein eigenes Fahrzeug mit Fahrer und ich hatte nach wie vor ein ganzes Fahrzeug für mich alleine.

Der Drive an sich war völlig unspektakulär. Außer Gras und dunklen Wolken war heute Nachmittag nicht viel erkennbar. Wir cancelten den Drive dann gegen 5 Uhr, denn es begann wie aus Eimern zu schütten.

Ich besorgte mir ein Tusker und konnte dann nach einer erfrischenden Dusche endlich mal Bilder sichten und Datensicherung machen.

Bis Moses kam und wieder etwas im Zelt erledigen wollte. Ich sagte ihm ganz klar, dass er das morgen erledigen könne. Allmählich machte er mich wahnsinnig.

Zum Abendessen hatte man heute im ‚Restaurant‘ gedeckt. Der Regen war nicht mehr so brutal, aber es nieselte noch und es war recht unangenehm feucht.

- Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Letzte Änderung: 02 Feb 2016 18:14 von Papa Kenia.
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02 Feb 2016 19:38 #417657
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  • ANNICK am 02 Feb 2016 19:38
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Hallo Papa Kenia,

Danke für die sehr schönen Bilder. B)

Das Bild mit dem Löwen und dem Moped finde ich einfach genial! :lol:

Freue mich auch auf die Fortsetzung. :)

Es grüsst
Annick
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02 Feb 2016 20:30 #417665
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  • BMW am 02 Feb 2016 20:30
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.....ein Büffel war das nicht..........ist ein Gnu......aber nichts desto trotz ein informativer Bericht.

über die heutige Mara in der Aitong-Gegend........


lg, BMW
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03 Feb 2016 18:20 #417793
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@Annick - Liebe Annick – so entstehen Zufallsbilder. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

@BMW – Es kann sein, dass es ein Gnu war. So genau habe ich gar nicht hingeschaut.

Euch beiden vielen Dank für die netten Worte!

LG
Papa Kenia
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03 Feb 2016 18:30 #417797
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Tag 8

Nachts schüttete es wieder wie aus Eimern. Hin und wieder wurde ich wach und hörte den Regen auf’s Dach prasseln.

Ich war schon abmarschbereit als um 6 Uhr wieder dieses leise „Hälllooo!“ ertönte. Ich öffnete Moses die Tür, er stellte mir Kaffee und Plätzchen auf den Sekretär und wollte mich wieder in ein Gespräch verwickeln. Aber nicht morgens um 6! Nicht mit mir! Ich sagte ihm unmissverständlich, dass er nun gehen soll. Er wünschte mir ein langes Leben. Ich bedankte mich und dachte ‚aber bitte ohne dich‘.

Emanuel hatte mir gestern mitgeteilt, dass wir heute Morgen keine große Tour machen könnten. Wir würden bereits gegen neun Uhr im Camp zurück sein. Danach müsste er zwei Leute vom Airstrip abholen. Und nachmittags wären wir dann zu dritt im Auto.

O.K. Damit kann ich leben.

Es war wieder ein toller Sonnenaufgang!



Wir fuhren heute Morgen aber nicht, wir rutschten. Die Erde war so schlammig und matschig, dass wir nur so durch die Gegend schleuderten. Nach ca. 90 Minuten hatte es sich ausgeschleudert. Das rechte Vorderrad wollte geradeaus fahren, das linke lieber eine Rechtskurve. Und da sich die Räder nicht über die Richtung einig wurden, blieb Emanuel einfach stehen!



Ich tippte auf Radaufhängung oder Achsschenkel (bin aber kein Kfz-Mechaniker). Emanuel erklärte mir zwar auf Englisch, was das Problem sei, aber so gut sind meine Kenntnisse nun doch nicht. Für Emanuel war es aber wohl nicht das erste Mal.

Er nahm es gelassen. Zog sein Handy aus der Tasche und versuchte das Fahrzeug der Amerikaner zu erreichen.

Simon, der Fahrers des anderen Fahrzeugs, kam dann mit den Amerikanern an Bord gut 40 Minuten später bei uns an. Ich stieg ins andere Fahrzeug um und musste mir dumme Sprüche anhören. Natürlich war alles nett gemeint und ins Lächerliche gezogen. Aber wegen dieses Zwischenfalls verlängerte sich meine Pirschfahrt um gut zwei Stunden. Wir kamen rechtzeitig zum Mittagessen im Camp an.











Für Emanuel war anderweitig Hilfe unterwegs und er stand uns nachmittags wieder zur Verfügung.
Beim Mittagessen waren wir nun mit 3 Parteien im Camp. Die beiden von Emanuel angekündigten zwei Leute waren mittlerweile auch anwesend.

Auf jeden Fall waren die beiden Neulinge Deutsche. Ich gab mich als Landsmann zu erkennen und war froh, nach nunmehr 8 Tagen mal wieder meine Muttersprache testen zu können.

Anschließend wollte ich endlich mal zur Rezeption und hier einige Fotos machen. Der Askari Joseph begleitete mich.

Nachmittags teilte ich mir mit den beiden Deutschen das Fahrzeug. Um uns herum nur die üblichen Verdächtigen. Emanuel hielt nun für jedes Tier an (die ich alle schon kannte und fotografiert hatte). Aber dafür hatte ich natürlich Verständnis. Für die beiden war es die erste Safari seit sieben Jahren. Die beiden hatten eben Nachholbedarf.

Wir erlebten noch hautnah einen Kill mit. Ob hier ein Löwe eine neue Taktik entwickelt hat? Eine Löwin lag neben einem Ausgang einer Warzenschweinhöhle und schaute gelangweilt um sich. Dann ging alles blitzschnell. Da kam wohl ein Warzenschwein aus der Höhle, die Löwin schnellte blitzschnell herum und packte sich das arme Schwein. Der Todeskampf währte so 10 Minuten lang. Dann war es still.

Ich hatte Emanuel in den letzten Tagen erlaubt, meine 2. Kamera zu benutzen. Und so war es mittlerweile selbstverständlich, dass er diese Kamera vorne bei sich hatte. Und er fotografierte, was das Zeug hielt. Für mein Teleobjektiv waren wir zu nah am Geschehen, so dass ich fest an die Fotos von Emanuel glaubte. Das war leider eine Fehleinschätzung. Alle Bilder waren total verwackelt. Wie er das geschafft hat ist mir ein Rätsel. So gibt es hiervon leider keine Bilder.
Wir fuhren weiter. In ein Waldstück, dass auch von einem Leoparden bevorzugt wird. Hier kreisten mehrere Fahrzeuge. Gesehen haben wir aber nichts. Leider!

Es war inzwischen kurz nach fünf. Um uns herum zogen wieder einmal dicke Gewitterwolken auf.
Und dann geschah es. Emanuel wollte den Wagen eine kleine Anhöhe rauffahren. Wir rutschten weg, die Hinterräder buddelten sich ein. Emanuel gab noch mehr Gas. Der Matsch spritzte bis ins Fahrzeug. Wir steckten hoffnungslos fest.

Es begann zu regnen. Emanuel und Franzisko stiegen aus, suchten Steine und Knüppel um diese unter die Räder zu legen.

Simon, Fahrer des zweiten Fahrzeugs, befand sich gut 200 m weiter von uns entfernt und kam uns zu Hilfe.

Wir Insassen wollten alle aussteigen und helfen. Aber wir wurden vehement zurückgewiesen.
Die drei versuchten nun, das Fahrzeug irgendwie flott zu bekommen bzw. abzuschleppen. Es war sinnlos. Also hieß es mal wieder – umsteigen!

Die Amerikaner lachten sich schlapp und sparten natürlich nicht mit dummen Sprüchen! Es wurde eine lustige Rückfahrt.

Abends im Camp sagte ich den Amerikanern, sie brauchten nun keine Angst mehr haben wenn sie mich sehen. Es könnte nun nichts mehr passieren. Ich würde morgen zurück fliegen.
Wir alle zusammen verbrachten noch einen netten Abend.

- letzter Teil folgt -

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