THEMA: Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana
02 Dez 2018 17:38 #541207
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20.04. Phokoje Teil 2

Nach einer urlaubsbedingten Pause kann es nun mit dem Bericht weitergehen... und zwar zur nördlichen Piper Pfanne. Die Landschaft war toll, aber es waren, so gut wie keine Tiere zu sehen.






Sehr gut hatte es mit hier gefallen. Wie bereits geschrieben, hätte ich hier gerne übernachtet (wird im April 2019 nachgeholt). Neben mir waren bei den Pfannen noch drei weitere Fahrzeuge unterwegs - vergleichsweise "überlaufen" zu den Vortagen. Schweren Herzens machte ich mich auf den Weg zu meiner Campsite (Phokoje) - einer Gegend im CKGR, die ich ebenfalls nicht kannte. Erst kurz vor erreichen der Phokoje Pfannen öffnete sich die bis dahin tierlose Buschlandschaft. Tiere gab es ab dann erst im Bereich der Pfannen.


In weiter Ferne hatten sich mehrere Geier aufgereiht. Einen Kadaver konnte ich nicht ausfindig machen.


Die Phokoje Pfannen sind mehrere aneinandergereihte schmale Pfannen, die sich über ca. 15 km erstrecken. Mir kam es wenig so vor, durch ein fossiles Flußbett (wie z.b. Passarge Valley) zu fahren, nur ohne Bauminseln. Wie auf den Bildern zu erkennen, war es auch hier noch relativ grün und schöne Wolken gab es dazu auch noch - also eine Bilderbuch-Kalaharilandschaft, wie zumindest ich sie mir vorstelle. Hier noch ein paar Impressionen.










12:30 Uhr war dann die campsite erreicht.


Es bewahrheitete sich, was ich im Vorfeld zum Stellplatz in Erfahrung bringen konnte: wenig Schatten. Heute war auch der erste heiße Tag mit 35°C. Die Tage zuvor waren mit 28-30°C recht angenehm. Die Duschkabine war gänzlich niedergerissen, was mich persönlich aber nicht störte. Vielmehr störte mich, dass ich gefühlt keine Sekunde im Campingstuhl sitzen konnte, ohne dass mir eine Fliege oder sonstiges Insekt ins Gesicht flog.
Irgendwann war ich einfach nur noch genervt und beschloss, deutlich früher auf Abendpirsch zu gehen - das Ziel sollte die 42 km entfernte Tau Pan sein.

Nach ca. 12 km waren die herrlich schönen San Pans erreicht, die sich ebenfalls über ca. 15 km erstrecken.


Auch hier gab es einen Stellplatz, den ich viel lieber gebucht hätte, da dieser 14 km näher an der Tau Pan lag. Allerdings sagte mir das DWNP "You don't book San Pan with us". Was das auch immer bedeuten sollte, denn privatisiert ist dieser Platz nicht. Vielleicht liegt dieser zu nah an der Tau Pan Lodge. Der Wegweiser zum Campingplatz war umgeworfen. Ich schaute mit den Stellplatz an, welcher mehr Schatten bot, intakte Sanitäranlagen aufwies und auch noch schöner lag als Phokoje. Dummerweise hatte ich Stuhl und Tisch auf Phokoje gelassen(worüber ich mich sehr ärgerte), sonst hätte ich mich hier niederlassen können, falls der Platz bis zum Abend unbelegt bleiben sollte. Und er blieb unbelegt.

Im Nachmittagslicht wirkte die Landschaft noch schöner.








Aufgrund der vielen Fotostopps, nahm die Fahrt zur Tau Pan doch mehr Zeit in Anspruch als geplant, sodass nur Zeit für eine "schnelle" Umrundung blieb. Die Namensgeber der Pfanne (Löwe) konnte nicht ausmachen. Dafür gab es Unmengen an Riesentrappen. Der erste Blick auf die Pfanne war unglaublich schön.


Hier weitere Impressionen von der Umrundung.












Zwischen den San Pans und das Tau Pan passierte ich eine der Phukwe Pans, wo ich einige Giraffen beobachten konnte.


Die San Pans wirkten im Abendlicht nun noch ansprechender.












Als ich die Phokoje Pans erreichte, senkte sich bereits die Sonne.








Wegen der Wolken empfand ich die Dämmerung noch spektakulärer als den Sonnenuntergang.




Somit ging ein schöner, aber - aufgrund die vielen Fahrerei - sehr anstrengender Tag zu Ende.

Gefahrene Kilometer: 242
Letzte Änderung: 03 Dez 2018 08:00 von aos.
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08 Dez 2018 21:52 #541970
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21.04. Kori 2

Heute trödelte ich etwas, sodass es erst kurz nach Sonnenaufgang losging. Mein Ziel war das Deception Valley. Dieses hätte ich über das Passarge oder das Letiahau Valley erreichen können. Da der letzte Besuch im Passarge Valley erst zwei Jahr zurück lag, entschied ich mich über das Letiahau Valley zu fahren (letztmalig in 2011 besucht).
Zunächst ging es entlang der Phokoje Pfannen.




Nach wenigen Kilometern nahm die Tierdichte deutlich zu.








Hier, kurz vor erreichen der Straße ins Letiahau Valley, fuhr ich durch ein Tal/Flussbett - das könnte der Beginn des Letiahau Tals sein.


Das Tal selbst war wunderschön, aber leider ziemlich tierarm - bis auf Riesentrappen. Es dauerte fast eine Stunde, bis auf diese Kuhantilope stieß.


In Gegensatz zu den Vortagen blieb der Himmel am heutigen Tage wolkenlos. Hier noch ein paar Impressionen.






Dann kam noch ein Abschnitt mit vielen Tieren. Und sogar eine Giraffe lies sich blicken.






Je mehr ich mich dem Deception Valley näherte, um zu gelber wurde das Gras. Offensichtlich gab es hier weniger Regen.
Die Deception Pan umrundete ich. Neben einem Orxy traf ich noch auf vier Südafrikaner, die am Rand der Pfanne ausgiebig frühstückten. Auch sie hatten am Morgen keine besonderen Sichtungen.




Den Deception Loop nahm ich auch noch mit, ohne irgend etwas zu sichten. Im Deception Valley herrschte ebenfalls tote Hose, sodass ich schon vor elf Uhr meinen Stellplatz erreichte.


Die Kori Campsites liegen direkt am Rand des Deception Valley, was diese wesentlich attraktiver als die Deception Campsites macht. Diese liegen nämlich mitten im Busch einige Kilometer vom Tal entfernt. Bei der Duschvorrichtung fehlte der Kübel, sodass ich meinen Duschsack einsetzen konnte.


Die nächsten Stunden verbrachte ich mit Musik- und Hörbuch hören. Sonst versuchte ich, einige der Vögel auf der Campsite mit meiner Kamera festzuhalten. Unter anderen eine männliche Königswittwe.






Ca. 15:30 ging dann auf Pirschfahrt Richtung Leopard Pan. Wobei dies noch der nördliche Teil des Deception Valley war.


An der Pfanne angekommen, umrundete ich diese im Uhrzeigersinn. Ich entdeckte einen Schakal und einige Gnus in weiter Ferne. Innerhalb dieser riesigen Pfannen befinden sich einige Bauminseln sowie dieser große, alleinstehende Baum.


Auf ungefähr neun Uhr sah ich dann etwas links im buschigen Bereich neben der Pfanne, womit ich nicht gerechnet hatte - eine Leopardin. Ich hatte kaum Zeit nach meiner Kamera zu greifen, da war sie schon im Busch verschwunden. Um einige Sekunden später, die Piste hinter mir zu kreuzen. Sie bewegte sich im hohen Gras immer weiter in Richtung Pfannenmitte. Mehr als ein paar Beweisfotos konnte ich nicht machen.






Auch wenn die Begegnung nur wenige Sekunden dauerte, war ich vollends begeistert und fuhr weiter zur Sunday Pan. Ebenfalls eine riesige Pfanne.








Zu den Bauminseln in der Pfanne gibt sogar Pisten - toll.


Ich verließ die Sunday Pan in südlicher Richtung, um auf der Cutline in Deception Tal zurückzufahren. Dort angekommen war der Sonnenstand bereits sehr tief - eine herrliche Stimmung.






Ich fuhr noch etwas nach Süden, um einen schönen Platz für den Sonnenuntergang zu finden.








Wegen der nicht vorhandenen Wolken war dieser nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem schön. Anzumerken ist, dass mir auf meinen gut dreieinhalbstündigen Abendpirschfahrt nur ein weiteres Fahrzeug begegnet war - viel weniger als erwartet.

Gefahrene Kilometer: 179
Anhang:
Letzte Änderung: 17 Dez 2018 23:14 von aos.
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09 Dez 2018 10:37 #541996
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Hey Axel

Habe deinen Bericht leider erst jetzt entdeckt. Das ist ja genial! Tolle Reise bis hierhin und wirklich ziemlich einsame Wildnis, die du da bereist hast. I like. B)

Insbesondere der erste Teil ist natürlich sehr spannend für uns und erzeugt grad sehr viel Vorfreude, wollen wir doch auf unserer bevorstehenden Reise am Schluss dann von der Mabua kommend über die Masethleng Pan nach Charles Hill/ Buitepos. Dazu haben wir uns ja schon aufgrund deinen Tipps in meinem entsprechenden Thread entschlossen. Umso schöner, jetzt noch in deinem Bericht schon einen so tollen Vorgeschmack zu erhalten. :)

Eine Frage noch: wie/ wo bezahlt man die Campsite und Consession Fee?

Liebe Grüsse
Sam
«Vor meiner Afrikareise habe ich von Afrika gar nichts verstanden. Heute verstehe ich immer noch nichts. Aber es ist ein bisschen weniger davon.»
-Frédéric Zwicker

Reisebericht: #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
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09 Dez 2018 11:34 #542003
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Hallo Axel,

vielen Dank für deine ausführlichen Schilderungen aus dem CKGR (und für die schönen Fotos :) ) - ich sitze (bei diesem Sauwetter) gemütlich auf der Couch, hab mir diese Karte ausgedruckt

Dateianhang:

Dateiname: centkal.pdf
Dateigröße:227 KB


und kann dank deiner Infos mit dem Finger darauf genau verfolgen, wo du herumfährst (für mich sehr wichtig, weil ich bisher keinerlei Vorstellung von den Strecken dort hatte). 2020 werde ich wenn alles klappt (wenn auch im August, da wird es nicht so grün sein und auch die tollen Wolken werden fehlen), auch endlich mal dort sein - von daher ist mein Interesse besonders groß!

Liebe Grüße von Bele
Letzte Änderung: 09 Dez 2018 11:40 von Champagner.
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09 Dez 2018 22:23 #542092
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@Sam
Wenn ihr an der Masethleng Pan übernachtet, wird nur eine Campinggebühr fällig . Diese soll im Dorf Ngwatle entrichtet werden. Selbst fand ich die Zahlstelle nicht und traf auch nicht auf Dorfbewohner, sodass ich meinen Beitrag leider nicht leisten konnte. In Zutswa (KD2) ist das wesentlich besser gelöst worden.

@Bele
Ein schöne Karte hast du da. Auf der kann man super erkennen, wo es landschaftlich schön ist und wo langweiliger Busch vorherrscht. (Die grauen Bereiche sind allesamt toll, der Rest verbuscht).

Viele Grüße
Axel
Letzte Änderung: 09 Dez 2018 22:25 von aos.
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12 Dez 2018 23:05 #542445
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22.04. Rakops River Lodge

Da es im Decption/Letiahau Valley nicht sehr tierreich war, überlegte ich am Vorabend eine Weile, ob ich nicht am heutigen Tag ins Passarge Valley fahren sollte (ca. 30 km). Schlussendlich entschloss ich mich dafür und verließ mein Stellplatz vor Sonnenaufgang (kurz nach 6:30 Uhr).
Im Decpetion Tal war es ruhig. Am Nordende gab es eine Oryx, von denen zwei eine Art Kampf abhielten.






An der Leopard Pfanne, die ich nicht umrundete, traf ich an gleiche Stelle den Schakal vom Vortag - aber mit besseren Lichtverhältnissen.


Weiter ging es durch verbuschte Landschaft und traf völlig unverhofft eine Giraffe.


Das Passarge Valley erstreckt sich über ca. 40 km Länge und zählt meiner Meinung zu den schönsten Landschaften im CKGR - wird aber von vielen Reisenden "links" liegen gelassen.




Eine Bauminsel und weitere Impressionen.






Offensichtlich war auch hier im Passarge Valley weniger Regen als mittleren Teil des CKGR gefallen.


Nach einer guten Stunde im Tal machte ich kehrt und traf eine Gruppe Giraffen,






die sich bald verzog.


An dieser Stelle erlaube ich mir, ein paar Aufnahmen aus dem Jahr 2016 einzustellen. Wir beobachteten ein Treffen von zwei Giraffengruppen à zwölf Individuen. Ein wirklich eindrückliches Erlebnis.






Zurück im hier und jetzt noch zwei Bilder, bevor ich das Tal verließ.




Ich fuhr auf gleichem Weg wieder in Deception Valley zurück, wo ich ein Erdhörnchen festhielt - wohlgemerkt die einzige Aufnahme dieser Reise (nicht das diese selten wären).


Gebucht war ich für Kori 4. Zwei Nächte auf dem selben Stellplatz war im Januar nicht mehr zu bekommen. Dass dies so kurzfristig überhaupt klappte, überraschte mich in sehr. Das mag vielleicht am komplizierten Buchungswirrwarr beim DWNP liegen. Wie eingangs erwähnt, wollte ich ja noch in den Nordwesten Namibias. Daher lies ich meine Übernachtung für Kori sausen und begab auf den Weg Richtung Rakops.

Die Rangerin am Matswere Gate war freundlich, kommunikativ und außergewöhnlich zuvorkommend. Das obligatorische Gate-Foto dufte natürlich auch nicht fehlen.


Mein Fotoausrüstung hatte ich beim Stopp am Gate "ordentlich" verstaut, da ich für den Weg nach Rakops nicht mehr mit Wildtiersichtungen rechnete. Ich wurde allerdings eines besseren belehrt: ein Karakal kreuzte die Piste unmittelbar vor mir und verschwand im Busch. Die Begegnung dauerte nur wenige Sekunden und ich freute mich (Erstsichtung). Meine Taschenkamera habe ich allerdings immer griffbereit, aber zu mehr als ein paar Beweisaufnahmen reichte es nicht.




Die Tankstelle (wegen des fehlenden Dachs nicht sofort zu erkennen) in Rakops hatte Diesel und akzeptierte Kreditkarten.
Die Rakops River Lodge war nicht mehr weit. Die Unterkunft (mehr ein Motel als eine Lodge) war preisgünstig und zweckmäßig - mehr nicht. Auch wenn sie direkt am Boteti liegt, gibt es keinen direkten Zugang zum Fluss, sodass man ein mal um das Gelände rum muss, um an den Fluss zu gelangen.


Neben meiner Hütte konnte ich diese Spinne(n) wunderbar beobachten (beim Fokussieren hätte ich fast die Geduld verloren).









Gefahrene Kilometer: 212
Letzte Änderung: 09 Jan 2019 01:13 von aos.
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