TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201615. Mai 2018 · #21
Guten Morgen,
herzliche willkommen auch Heike und Annick! Freue mich, dass Ihr auch dabei seid! Dann will ich mal weitermachen.
Tag 4, Bagatelle
Die Aussicht beim Aufwachen in der Morgendämmerung ist einfach großartig! Die Dusche dann aber weniger. Das Wasser tröpfelt vor sich hin und wechselt von heiß auf kalt. Grund ist ein Stromausfall, der hier wohl öfter vorkommt. Egal, dann eben Katzenwäsche!
Jetzt erstmal Frühstück auf der Terrasse des Restaurants. Die Auswahl ist nicht üppig, aber absolut ausreichend. Kaffee gibt es reichlich, damit ist das Wesentliche abgedeckt. Heute steht eigentlich nichts wichtiges auf dem Plan. Nur ein "Nature-Drive" am Nachmittag, mit anschließendem Sundowner ist geplant. Bis dahin heißt es ausruhen, fotografieren, keinen Streß aufkommen lassen. "Advanced pooling" könnte man das nennen 😉 .
Wir entdecken eine offensichtlich zahme Eland-Antilope, die hier auf dem Lodge-Gelände herumläuft. Wir schnappen uns die Kameras und laufen los. Völlig unnötiger Streß, wie wir bald merken, denn die Antilope steht kurz darauf neben uns auf der Terrasse und wird von der Cheffin (?) gefüttert! Sachen gibt es hier! Der Antilope wurden die Hörner gekappt, damit sie keinen Unsinn machen kann.
Kurz darauf kommt eine Horde Erdmännchen dazu, auch sie werden gefüttert. Die lustige Bande beschäftigt uns die nächsten Stunden am Pool.
Und Skunky stattet uns einen kurzen Besuch ab, um noch einen tiefen Schluck aus dem Pool zu nehnen 🤢 .
Ein Angestellter taucht auf uns zeigt uns eine junge Kapkobra, die er wohl erst vor kurzer Zeit gefangen hat. Er hat sie in einem schwarzen Eimer. Außerhalb des Pools im Sand läßt er sie aus dem Eimer auf den Sand rutschen, damit wir sie mal genauer ansehen können. Winzig ist sie, knapp 30cm lang! Man erklärt uns, dass sie zwar sehr klein, das Gift aber genauso gefährlich ist, wie das der ausgewachsenen Tiere. Nur eben weniger pro Biß. Was aber nur eine kleine Beruhigung ist, denn es würde immer noch für ein finales Ende der Reise reichen.
Irgendwann wird es der Schlange zu viel und sie versucht zu entwischen. Ganz schön schnell, die Kleine! Als der Angestellte den Eimer in den Weg legt, kriecht sie freiwillig hinein, sie will halt zurück in die schützende Höhle.
Um 16:00 Uhr fahren wir zu viert mit Philamon, unserm Fahrer, los. Den Safariwagen für uns zu haben ist schon großer Luxus! Philamon geht auf jeden unserer Wünsche ein und lenkt den Wagen immer so, dass wir gute Fotopositionen auf die Tiere haben. Wir sehen Springböcke, Oryxe, Gnus mit Jungtieren, Giraffen aus nächster Nähe, Strauße - und als HighLight Löffelhunde! Philamon versucht alles, um uns gute Fotopositionen zu ermöglichen. Ein wirklich großartiges Erlebnis, eine tolle Ausfahrt!
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass wir zwar begeistert und ambitioniert Tiere - und nicht nur Tiere! - fotografieren, bei Vögeln aber irgendwo an unsere Grenzen stoßen. Mit Hochachtung habe ich die Reiseberichte gelesen, bei denen jeder Vogel mit lateinsichem Namen bestimmt und erklärt wurde. Respekt! Wir sind da eher Richtung "Vogel", "bunt", "Raubvogel". Banausen, ich weiß! 😕
Hier nochmal ein schönes Beispiel zum Thema "grüne Wiesen"
Dann geht es auf die obligatorische Düne zum Sundowner. Wieder wartet ein traumhafter Sonnenuntergang auf uns. Etwas später kommt noch ein zweiter Safariwagen dazu. Eine Gruppe Italiener und ein Australier leisten uns Gesellschaft und wir klönen ein Wenig.
Der Abend in der Lodge ist wieder wunderbar, es ist warm, das Essen ist lecker. Es gibt Oryxsteak vom Grill, Gemüse, und als Nachtisch Tiramisu. Typisch Namibisch, klar! 😄 Und Windhoek Lager! Eh klar! 🤩
Morgen geht es weiter! Wir hätten hier gut noch einen Tag verbringen können.
Unser Fazit über die Bagatelle Kalahari Game Ranch: Wunderschön gelegene Lodge mit wirklich tollen Unterkünften. Die Aussicht ist spektakulär, das Essen sehr gut. Als Start der Reise super! Wir hatten das Glück, dass um diese Zeit nicht viel los war. Bis auf den ersten Abend waren ab unserem zweiten Tag nur noch wenige Gäste außer uns da. Ansonsten wäre die Lodge für unseren Geschmack wohl etwas zu groß.
Flash20101'425 Beiträge · seit 201515. Mai 2018 · #22
Lieber Martin,
irgendwie ist mir dein Bericht bis jetzt durch die Lappen gegangen. Aber da du ein schnelles Tempo vorlegst, konnte ich Bagatelle nun in einem Rutsch genießen und freue mich schon immens auf diese tolle Unterkunft nächstes Jahr! Ganz tolle Bilder habt ihr da und ich bin auf mehr grünes Namibia gespannt 🙂
...ach, und endlich mal jemand, dem es wie mir geht, bei den lieben Piepmätzen 🙂 Hut ab vor allen anderen, die jeden noch so kleinen Vogel bestimmen und vor allem vor die Linse bekommen!
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201615. Mai 2018 · #23
Hallo Laura,
freue mich, dass Du auch dabei bist! Ich werde das Tempo wohl nicht halten können. Die ersten Kapitel hatte ich vorbereitet, die Bilder schon ausgesucht und exportiert. Jetzt wird es etwas holpriger, jetzt muss ich die nächsten Tage erst aufarbeiten. 😕 Freut mich, dass Dir die Bilder gefallen! Und ich hoffe, dass ich den einen oder anderen Vogel einbauen kann, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie die heißen. 🤩
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201619. Mai 2018 · #24
Moin liebe Mitreisende!
Wo, weiter geht's. Der nächste Tag ist ein eher magerer Tag, was erzählenswerte Erlebnisse und damit auch Bilder angeht. Aber die fetten Tage kommen noch!
Tag 5, Bagatelle - Kalahari Game Lodge
Frühstück ist wieder um 8:00 Uhr. Wir haben vorher schon gepackt, damit keine Hektik aufkommt. Auf dem Weg zum Haupthaus müssen wir schon die ersten Fotos machen. Ein dicker Tausendfüßler läuft hier rum und hinterläßt witzige "Reifenspuren".
Beim Frühstück kommen dann zwei Strauße zu Besuch. Einer von ihnen zeigt sich sehr interessiert an dem, was die Gäste so auf dem Teller haben. Und als einer nicht aufpaßt, ist ein Toast weg! 😮
Beim Packen der Autos bemerke ich, dass der rechte Hinterreifen unseres FJ recht wenig Luft hat. Ich spreche Philamon an, der mich hinter die Lodge dirigiert, wo sich das "House-Keeping" befindet, und wo auch die Autos der Lodge gewartet werden. Schnell wird ein Kompressor angeworfen und der Reifen aufgepumpt. Das werde ich beobachten müssen.
Auf geht's Richtung Kalahari Game Lodge! Bei Hoachanas fahren wir erstmal tanken. Bei der Gelegenheit versuche ich auch im örtlichen Supermarkt am ATM Geld zu zapfen, leider erfolglos. Hoffen wir mal, dass in Mata Mata Kartenzahlung möglich ist!
Weiter geht es über Stampriet und Gochas durch relativ unspektakuläre Landschaft. Die Temperaturen steigen auf 34°C. Kurz vor der Lodge läuft uns eine recht große Leoparden-Schildkröte vor's Auto. Das Tier ist mindestens 40cm lang und wiegt geschätzt 10kg. Ich hebe sie mal kurz vom Boden, was sie erst mit einem heftigen Fauchen beantwortet, dann pinkelt sie mir auch noch vor die Füße! 🤩 Ist ja gut, kein Problem, sorry! Wir machen noch ein paar Bilder und fahren weiter.
Kurze Zeit später finden wir das Tor zur Lodge. Hier müssen wir selber Hand anlegen. Von dort aus geht es noch ca. einen Kilometer zur Lodge.
Die Lodge selber macht einen etwas nüchternen Eindruck. Alles ist relativ neu, sieht im Vergleich zu Bagatelle eher "stylish", und eben nüchtern aus. Ein junger Mann heißt uns willkommen, dann müssen wir an der Bar erstmal die Anmeldeformalitäten durchlaufen. Jeder einzelne muss auf einem iPad seine Daten incl. Passnummer eingeben. Mühsam! Dann schlürfen wir unseren Willkommens-Drink, dann wird uns der Weg zu unseren Hütten gezeigt. Unsere beiden Hütten liegen oberhalb der Lodge, etwas abgelegen unter einem Baum. Ringsrum Bäume und Büsche. Leider keinen Blick auf die Ebene, aber egal. Die Hütten selber sind sehr funktional und nett eingerichtet. Es gibt eine Mini-Küchenzeile im Eingangsbereich, ein Bad und ein Schlafraum. Wir richten uns ein, packen das nötigste aus, immerhin sind wir ja nur für eine Nacht hier.
Aktivitäten können wir heute nicht mehr buchen, dafür sind wir zu spät dran. So relaxen wir in der Nähe des Pools bei kühlen Getränken. Die Liegen am Pool sind leider besetzt, der Pool selber lädt mit seinem arg trüben Wasser nicht so recht zum Baden ein. Als Claudia nochmal zurück zur Hütte geht, entdeckt sie unterwegs eine "Yellow Mangoose", wie uns später der KTP-Guide erklärt!
Vor dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang zur Aussichtsplattform, die auf einem Hügel, ca. 1km hinter der Lodge liegt. Der Blick von dort ist großartig, dicke Wolken kündigen Regen und Gewitter an.
Das Abendessen ist sehr gut, die Springbock-Keule ist einfach großartig! Wir werden von dem jungen Mann bedient, der uns willkommen geheißen hat. Wir haben außer ihm noch niemanden gesehen! Scheint ja wenige Menschen dort zu geben!
Früh sind wir wieder in den Hütten. Bilder sichern, Akkus laden, dann ab ins Bett. Morgen wird es mit Sicherheit aufregender!
kitty191158 Beiträge · seit 201619. Mai 2018 · #25
Hallo Martin, vielen Dank für Deinen schönen Bericht. Ich Reise sehr gerne mit. 🙂
Dringende Bitte zu den Schildkröten: Bitte die Schildkröten nicht hochheben. Sie entleeren dann IdR ihre Blase (Stressreaktion) und verlieren so Ihr wertvolles Wasserrecyclingsystem., dass sie über Dürreperioden rettet. Denn die Flüssigkeit aus der Harnblase wird durch Filtermechanismen der Blasenwand dem gesamten Organismus zur Wasserversorgung zur Verfügung gestellt. Ist die Blase aber leer und hat das Tier keine Möglichkeit schnell wieder Wasser aufzunehmen, vertrocknet sie und der Tod ist die Folge.
LG Kitty
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201619. Mai 2018 · #26
Danke, Kitty! Wieder was gelernt! Beruhigung für mich ist die Tatsache, dass es dort in der Gegend zu der Zeit reichlich geregnet hat.
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201624. Mai 2018 · #27
Hallo liebe Mitreisende!
Sorry, dass es etwas länger dauert, aber ich komme viel zu selten dazu, Claudias Tagebuch abzutippen.
6. Tag, Kalahari Game Lodge - KTP / !Xaus
Das Frühstück ist in der Kalahari Game Lodge recht gut, finden wir. Ausreichend Kaffee, alles andere ist auch gut und reichlich. Wir lassen uns, wie meistens, recht viel Zeit. Dann gehe ich mal die Rechnung begleichen. Zu spät bemerke ich, dass uns das Abendessen berechnet wurde, obwohl es eigentlich mit gebucht und im Voraus bezahlt wurde. Rückbuchen geht nicht, weil keine Verbindung vom Kartenteminal zur Bank. Watt nu? Wir sind ja auf dem Rückweg nochmal hier, man wird uns den Betrag gutschreiben.
Um 10:00 Uhr sind wir auf dem Weg, um 10:30 in Mata Mata! Die Aus- und Einreiseformalitäten werden viele hier im Forum bereits kennen. Alles klappt problemlos, alle sind freundlich, es gibt keine Probleme. Sicherheitshalber stecken wir gleich ein paar Blanko-Formulare für die Rückreise ein. Die beiden Polizei-/Zollbeamten auf der Südafrikanischen Seite sind aber schon der Hit, finde ich! Beide müssen jeweils in ein separates Buch die Passdaten eintragen. Eine schon fast meditative Zeremonie 😉! Ach ja, Kartenzahlung war natürlich ohne Probleme möglich!
Gleich zu Beginn im Park sehen wir die ersten Giraffen, Knus und Springböcke. Die Landschaft begeistert uns total. Wir sind ja das erste Mal hier, entsprechend euphorisch sind wir! Nach einer halben Stunden sehen wir zwei Autos am Rand stehen. Vorsichtig gehen wir längsseits und fragen das Südafrikanische Paar, was es denn dort zu sehen gäbe. Sie zeigen uns einen Löwen unter einem Baum, "auf acht Uhr", ziemlich weit weg. Ein Baum weiter soll noch einer liegen, noch schlechter zu sehen. Selbst mit langen Tüten keine berauschenden Bilder, aber immerhin! Als die beiden Faulpelze auch nach längerer Zeit keine Anstalten zu irgendwelchen Aktivitäten zeigen, fahren wir weiter.
Trappen, Sektretärvögel, Oryxe - Viehzeugs gibt es hier reichlich! Und entsprechend mager ist unsere Durchschnittsgeschwindigkeit. Man muss ja immer wieder anhalten! Auch die Landschaft ist großartig. Blumen gibt es jede Menge, alles ist ziemlich grün.
Gegen 13:30 kommen wir an der Kamqua Picnic Site an. Hier sollen wie um 14:30 abgeholt werden. Die Zufahrt zur Lodge ist reglementiert, man kann nicht einfach so hinfahren. Warum, das werden wir noch erfahren.
Wir haben damals, als wir uns entschlossen in den KTP zu fahren, lange darüber unterhalten, wie und wo wir denn dort übernachten wollen. Mehr als drei Nächte sind bei der Gesamtplanung nicht drin. Somit hatten wir keine große Lust darauf für nur drei Tage einzukaufen, um in einer der üblichen Unterkünfte auf Selbstversorger zu machen. Also viel die Wahl auf !Xaus. Ich habe auch die vielen Kritiken in den Reiseforen gelesen. Hier im Forum gibt es nur sehr wenige, und dann noch recht alte Berichte über die Lodge. Und den Kritiken in Reiseforen traue ich aus eigener Erfahrung nur sehr rudimentär. Zu oft werden Unterkünfte als negativ bewertet, die wir als super empfunden haben.
Wir haben also noch etwas Zeit! Direkte neben dem Parkplatz hat sich eine große Herde Giraffen eingefunden. Wir zählen mindestens 16 Tiere, die mampfend zwischen den Bäumen stehen und uns hin und wieder neugierig beäugen.
Wir lassen schonmal Luft aus den Reifen, immerhin soll es gleich über die Dünen gehen. Dann kommt Hendrik von der !Xaus-Lode im üblichen Safari-Fahrzeug. Außer uns ist noch ein deutsches Paar dabei, die auch dort übernachten wollen.
Als alles geklärt ist geht es im Konvoi los. Ein kurzes Stück hinter dem Rastplatz biegen wir auf das Privatgelände der Lodge ab. Der Weg ist ein schmaler Sandweg, der kurvig, teilweise steil hoch und runter, über die Dünen führt. Für uns ein Riesenspaß! Ich hatte mir die Strecke allerdings auf Grund der Beschreibung im Internet deutlich anspruchsvoller vorgestellt. Hier fährt man fast wie auf Schienen. Bei den tiefsandigen Spuren braucht man kaum zu lenken.
Plötzlich hält Hendrik an und zeigt in die Landschaft. Löwen! Unter einem Busch, ca. 50m entfernt, liegen zwei Löwen und dösen. Die hätten wir nie gesehen!
Eine gute Stunde dauert die Fahrt, dann erreichen wir die Lodge. Wir werden von Anthony, dem Manager, und seiner Frau Susy herzlich begrüßt. Da die Lodge nicht umzäunt ist, setzen uns alle in den überdachten Aufenthaltsbereich am Büro, wo uns bei einem GT erstmal über die Lodge, das Projekt, und unseren Aufenthalt dort erzählt wird. Als der Nationalpark eingerichtet wurde, mussten die San und Mier ihr Land verlassen. 1999 haben sie dagegen geklagt, und 2004 wurden ihnen 50.000 HA Land zugesprochen. Nur leben durften sie hier nicht, ist ja Nationalpark! Daher kam man auf die Idee hier eine Lodge zu bauen, die als San/Mier-Projekt laufen soll. Mit den Gewinnen werden Projekte, wie z.B. die medizinische Versorgung und die Ausbildung für die San / Mier finanziert. Auf der Lodge arbeiten bis auf Susy und Anthony nur San und Mier.
Bis zum Abendessen richten wir uns in unseren Hütten ein. Diese sind über einen langen Steg miteinander verbunden. Anthony erklärt uns, dass uns, solange wir uns auf den Stegen oder der Lodge, die etwas erhöht gebaut ist, bewegen, nichts passieren kann. Nur wenn wir diesen Bereich verlassen, könnte es gefährlich werden. Wie haben sie das bloß den Löwen erklärt? Hoch sind die Zäune nicht! 😉
Strom gibt es in der Lodge nur morgens und abends für ein paar Stunden. Klimaanlage gibt es nicht, es ist also ziemlich muckelich warm in der Hütte. Die Holzhütte ist mit Gras oder einer Art Reet gedeckt. Die Einrichtung ist gemütlich, das Bad ist recht groß und etwas nüchtern, aber alles funktioniert einwandfrei. Wir sind sehr zufrieden! Von unserer kleinen Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über die Salzpfanne.
Das Wasser im Bad ist leicht salzig, es kommt aus den drei Brunnen, die hier gebohrt worden sind. Anthony hat uns erklärt, dass es nicht so gut schmeckt, aber gesundheitlich unbedenklich ist. Zum Trinken taugt es aber nicht, dafür gibt es eine Filteranlage, wir können uns immer frisches Trinkwasser holen.
Wir testen erstmal den Pool, trinken einen GT, und genießen die Salzpfannenaussicht.
Um 19:00 Uhr gibt es Abendessen im halboffenen Restaurant. Es schmeckt hervorragend! Durch die offenen Bauweise und die Lampen an den Wänden und unter den Balken gibt es natürlich ziemlich viele Insekten, die um die Lampen fliegen. An der Wand sehen wir einen Gecko, der sich die Situation ganz offensichtlich optimal zu Nutze macht. Er sitzt in einer der Lampen, die seitlich offen sind, und macht eigentlich nur noch hin und wieder das Maul auf, um ein Insekt zu fangen. Bewegen tut er sich eigentlich kaum noch, entsprechend dick ist er!
Nach dem Abendessen geht es zu einem Nightdrive auf den Safariwagen. Ein Angestellter sitzt vorne auf einem kleinen Sitz und bedient den starken Scheinwerfer mit dem er die Gegend ableuchtet. Die beiden Guides können schon am Leuchten der Augen der Tiere erkennen, um welches Tier es sich handelt! Wir hätten nichtmal gesehen, dass da überhaupt Tiere sind!
Mittlerweile hat sich die Wolkendecke mehr und mehr geschlossen. Es ist kühl geworden, es geht ein straffer Wind. Wir verabschieden uns in die Hütten, wo wir über den kühlen Wind recht froh sind. Türen und Fenster sind mit einer dicken Zeltplane abgedeckt, von der man ein "Fenster" öffnen kann. Darunter ist Gaze. Praktisch, so zieht es schön rein. Es grummelt am Horizont, Blitze zucken. Mitten in der Nacht werden wir von einem heftigen Schlag geweckt. Ein Blitz ist direkt neben der Salzpfanne eingeschlagen. Es stürmt und nun kommt der Regen. Alles wackelt und man hat das Gefühl, als ob die Hütte gleich weggeweht wird. Ich will mir nur kurz anschauen, ob die Gaze hält, da bin ich schon naß! Über die Tür drückt der Wind derart heftig rein, dass der Regen mit Hochdruck durch die Gaze über der Tür gedrückt wird. Schnell versuche ich die Abdeckung wieder anzubringen. Hoffentlich halten die Klettverschlüsse! Als alles gesichert ist, hauen wir uns wieder hin. Um den nassen Fußboden kümmern wir uns morgen. Abenteuer Afrika!
Fortsetzung folgt! (wenn ich zum Tippen komme... 😉
Hallo Martin, Als Namibia Neuling bzw. Interessent lese ich mich ein wenig in die Reiseberichte ein und verfolge mit Spannung deiner tollen Schilderung, die du mit traumhaft schönen Fotos ausmalst. Klasse, bin dabei!
Hallo Martin, vielen Dank für Deinen schönen Bericht und die tollen Photos.
Ich reise ebenfalls sehr gerne mit, da auch ich im Oktober den Süden Namibias inkl. KTP bereisen werden.
LG Markus
Kapstadt Namibia VicFalls 2012
Namibias Süden & KTP 2018
Cuba 2019
Eifel 2020
Ostfriesische Nordseeküste 2021
Schottland 2022
Australien 2023
Stockholm 2024
Dublin 2024
Edinburgh 2024
Al Andalus 2025
Und dieses Jahr noch Venedig, Athen und Edinburgh
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201629. Mai 2018 · #30
Moin Didi und Markus,
danke Euch! Ich bin am Wochenende natürlich nicht zum Tippen gekommen, war ja klar. Entsprechend bin ich im Verzug. Mea maxima culpa. Geht aber demnächst weiter!
H.Badger1'823 Beiträge · seit 201629. Mai 2018 · #31
Hallo Martin,
vielen Dank für die Bilder aus dem so grünen KTP. Da werden Erinnerungen wach. Wir kennen den Park ja jetzt sowohl ganz trocken als auch in sanftem Grün. Letzteres hat uns landschaftlich etwas besser gefallen.
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201631. Mai 2018 · #32
Moin allerseits!
Jetzt hat es doch etwas länger gedauert. Bei dem Wetter komme ich einfach nicht zum Tippen, es ist einfach zu warm! Aber jetzt - weiter geht's mit der Kalahari!
Tag 7, !Xaus-Lodge
Es hat die ganze Nacht geregnet! Nicht mehr mit so heftigem Sturm, aber das leise Rauschen hat uns begleitet. Das haben wir noch nie in Namibia erlebt.
Um kurz vor halb sechs klingelt der Wecker, kurz danach klopft Hendrik an die Tür, um uns an die Wanderung zu erinnern, die um 7:00 Uhr starten soll. Schnell unter die Dusche, rein in die Klamotten - Klamotten? Schuhe? Da war doch was… AAAAAHH! 😵 😣 Meine Schuhe! Ich hatte meine Schuhe gestern Nachmittag auf die Terrasse gestellt, und natürlich vergessen! Jetzt sind sie triefend nass! Na bingo, das hat er ja gut gemacht, der kleine Fischkopp! 😠 😕 Die Schuhe triefen vor Nässe, ich kann aus jedem mindestens eine Tasse Wasser kippen! Die sind zwar aus Stoff, werden also hoffentlich schnell wieder trocknen, aber für diese Wanderung war's das, wenn ich nicht in klatschnassen Schuhen durch die Pampa latschen will. Und da ich sonst nur noch Badelatschen dabei habe, war's das wohl für heute! Die Truppe wird ohne mich auf Wanderung gehen müssen. Mist!
Der Himmel ist nach wie vor verhangen, es nieselt sogar noch leicht. Das hört aber bald auf, damit kann die Wanderung wenigstens im Trockenen laufen.
Hendrick erklärt alle möglichen Pflanzen und Blüten. Von gelben "Devils Thorns", pinken "Cats tails", dem "Shepherd's Bush", dessen Wurzeln teilweise über der Erde liegen, dem "Cattle Sour", dessen Blätter sehr erfrischend sauer schmecken etc. pp. Für mich bleiben nur Erzählungen, die Wanderer sind aber begeistert, als sie nach gut einer Stunden wieder da sind. Ich habe derweil schonmal die Schuhe in die Sonne gestellt, die so langsam durch kommt, und ich habe die Kaffeevorräte dezimiert.
Zum Frühstück gibt es nicht nur das übliche, wie Brötchen, Käse und Marmelade, sondern auch eine recht umfangreiche Karte mit warmen Gerichten. Claudia nimmt einen "Happy Bushman", einen Hackfleischtopf mit Gemüse und Ei. Was ich hatte, habe ich vergessen. Es war aber sehr gut, aber auch sehr reichlich.
Genudelt brechen wir zu dem Bushman-Museumsdorf auf. Zu Fuß geht es runter zur Pfanne, dann ein Stück weiter, bis wir ein paar Hütten hinter einem Palisaden-Zaun sehen. Hendrik erklärt uns, dass die Bushman natürlich nicht mehr so leben, dass sie sich für die Touristen so kleiden, wie sie es früher gemacht haben, und das Leben, die Techniken für die Herstellung von z.B. Schmuck etc. für uns demonstrieren. Wir werden von zwei Familien empfangen, die an zwei kleinen Feuern Schmuck aus Holz, Horn etc. herstellen. Zwei kleine Jungs tollen herum und finden diese Abwechslung offensichtlich großartig. Wir können uns die Herstellung von Schmuck genau ansehen. Man erklärt uns wie das Leben hier früher ablief, wie der Schmuck gemacht wird etc.
Zurück in der Lodge ist heute erstmal ausruhen angesagt! Wir liegen im Schatten am Pool, schwimmen ein paar Runden im leicht salzigen Wasser der Brunnen, fotografieren Vögel und Eidechsen, und was sonst noch knipsenswert ist.
Gegen fünf sammelt uns Hendrick zum Sundowner ein, und wir fahren auf die andere Seite der Pfanne, wo wir in wunderschöner Landschaft mit Blick auf die Lodge auf den Sonnenuntergang warten. Zusätzlich zur grandiosen Landschaft ist der Himmel heute Abend dramatisch! Offensichtlich wird es heute Nacht wieder Regen geben. Dramatische Wolken ziehen auf, es wird schon ziemlich dunkel am Horizont.
Zurück in der Lodge gibt es Abendessen. Tomatensuppe, Lammkeule, Kürbismus, und zum Nachtisch Pudding - wir sind genudelt und total begeistert! Zwei Windhoek Draft später sind wir wieder total platt und wir machen Feierabend für heute. Kurze Zeit später beginnt es auch wieder zu stürmen, das Gewitter kommt, es regnet heftig, blitzt, donnert - das volle Programm. Diesmal sind wir etwas besser vorbereitet. Die Fenster sind alle zu, und die mittlerweile trockenen Schuhe sind im Trockenen!
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201603. Juni 2018 · #33
Guten Morgen,
so, weiter geht's mit unserer Reise.
8. Tag - !Xaus-Lodge
Heute klingelt der Wecker zu unmenschlicher Zeit. Um 6:00 Uhr soll es zum "Riverdrive" losgehen 😵 😣 . Hendrik ist pünktlich, wir klettern noch recht verschlafen auf den Jeep. Es ist noch ziemlich frisch und wir sind froh über warme Jacken. Die Sitze des offenen Wagens sind noch von den Regengüssen der letzten Nacht durchgeweicht. Man hat großflächig Handtücher drüber gelegt. So geht's. Es geht erstmal Richtung Kamqua Picnic Site, die wir nach gut einer Stunde erreichen. Mittlerweile ist die Sonne aufgegangen, es wird wärmer, und das Licht ist große Klasse! Auf der Kamqua Picnic Site halten wir, und Hendrik macht Frühstück. Wir sind alleine auf dem Platz und frühstücken in aller Ruhe.
Arbeitsessen. Oder so...
Gestärkt geht es weiter. Wir fahren die gleiche Strecke, die wir von Mata Mata gekommen sind. Jetzt haben wir den Vorteil, dass wir nicht selber fahren müssen, und uns nach allen Seiten frei bewegen können. Außerdem ist Hendrik für die Sichtung von Tieren Gold wert! Was der Typ sieht - Respekt! Einige unserer Sichtungen hätten wir ohne seine Hilfe komplett übersehen. Wir sehen Giraffen, Gnus, Springböcke, Kuhantilopen, Löffelhunde, Schakale, Kudus, Trappen, Sekretärvögel, Oryxe, Glanzstare, und jede Menge Vögel, deren Namen Hendrik zwar alle kennt und uns auch erklärt, die wir aber auch gleich wieder vergessen haben.
Hier die Erklärung dafür, warum ein Singhabicht "Singhabicht" heißt! 🤩
Kurz vor Mata Mata findet Hendrik zwei Löwen, die im Schatten unter einem Baum vor sich hin dösen. Leider sind sie so weit entfernt, dass es trotz 800mm Brennweite (KB) nur für ein Suchbild reicht.
Die Regenfälle der vergangenen Nächte haben dazu geführt, dass die Wege zum Teil komplett geflutet sind. Gegen Mittag kommen wir in Mata Mata an, wo Hendrik einen schattigen Platz auf dem Zeltplatz für uns findet. Dann gibt es Mittagessen. Klar, kalt, aber trotzdem sehr lecker. Mittlerweile ist es mit gut 30°C auch wieder recht warm geworden.
Auf dem Rückweg erwartet uns die übliche Tiervielfalt mit riesigen Springbockherden, und wieder findet Hendrick die beiden Löwen - ich gehe mal davon aus, dass es die gleichen sind, die wir heute morgen gesehen haben -, diesmal aber deutlich näher, so dass ein paar brauchbare Bilder gelingen.
Als wir gegen 18:00 Uhr wieder bei der Lodge sind, sind wir total geschafft! Und dabei haben wir außer fotografieren kaum was gemacht! Suzy und Anthony empfangen uns mit der Bemerkung, dass ein Riverdrive noch nie so lange gedauert hat, normalerweise dauert er nur bis 15:00 oder 16:00. Wir waren aber auch ein dankbares Publikum für alles, was die südafrikanische Tierwelt so hergibt. Und Hendrick war ein geduldiger Guide, der nicht nur alles erklärt hat, was wir sahen, sondern der auch immer so lange gewartet hat, bis auch der letzte von uns seine Bilder im Kasten hatte.
Bis zum Abendessen gibt es dann den üblichen GT. Uns fallen schon fast die Augen zu. Das Abendessen ist dann wieder großartig. Das Straußensteak ist wunderbar, der warme Schokoladenkuchen zum Nachtisch ein Gedicht.
Dann ist aber schnell Sabbat! Morgen geht es weiter, aber heute Abend werden wir definitiv nicht mehr packen, das muss bis morgen früh warten.
Fazit !Xaus: Für uns war die Lodge eines der HighLights der Reise! Spektakuläre Lage, wunderschöne Anlage, für unseren Geschmack sehr schöne Unterkünfte, sehr herzliche Betreuung und ein tolles Angebot in der Küche. Nachteile sollte man natürlich nicht verschweigen, so ist man dort ziemlich angebunden und auf die Aktivitäten der Lodge angewiesen. Auch ist der Preis ganz schön happig. Ob einem Angebot, und das Projekt das Geld wert ist, muss jeder selber entscheiden.
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201603. Juni 2018 · #36
Hallo liebe Forenten,
ich nutze mal die Gelegenheit und hänge gleich den nächsten Tag dran. Wenn ich schonmal einen Run habe, dann muss ich das auch nutzen! 😎
9. Tag - !Xaus-Lodge - Kalahari Game Lodge
Der Bericht fällt heute vergleichsweise kurz aus.
Heute können wir uns etwas Zeit lassen. Die Nacht war trotz Regen ruhig, wir haben wunderbar geschlafen. Ich bin schon vor dem Frühstück mit der Kamera unterwegs. Suzy macht mich auf eine Hyäne aufmerksam, die einsam um die Salzpfanne streicht und halbherzig und daher auch erfolglos versucht eine Ente zu jagen.
Dann packen wir alles zusammen und gehen frühstücken. Es ist wieder köstlich! Claudia versucht noch an Hand eines Tierbestimmungsbuches, das hier auf der Lodge liegt, die Vögel zu bestimmen, die wir gestern gesehen haben. Bei der Dicke des Buches und der Menge an Arten ist das eine mühsame Sache. Irgendwann gibt sie auf.
Heute geht es wieder zur Kalahari Game Lodge. Eigentlich im Nachhinein ein doofer Plan! Wir sind nämlich davon ausgegangen, dass wir auch auf dem Rückweg Kolonne fahren müssen, also gemeinsam mit dem Lodge-Jeep, der neue Gäste abholt, zum Parkplatz fahren werden. Tja, und dann erklärte uns Anthony, dass wir alleine fahren dürfen. Um die Zeit ist ja nicht mit Gegenverkehr zu rechnen, also keine Gefahr. Damit werden wir natürlich viel zu früh in der Kalahari Game Lodge sein, da hätten wir auch noch Strecke machen können, hätte nicht nochmal dort übernachten müssen. Naja, mal sehen was man dort noch so machen kann.
Gegen 10:00 Uhr brechen wir dann auf. Wir werden herzlich von Suzy und Anthony umärmelt und verabschiedet. Auch Hendrick ist schon wieder da und verabschiedet uns. Es war nett hier!
Die Rückfahrt bis zum Rastplatz ist wieder ein großer Spaß. Das Wetter ist großartig, das Licht auch, die Stunde Fahrt über die Dünen geht viel zu schnell rum.
Am Rastplatz machen wir erstmal halt, um wieder etwas Luft in die Reifen zu pumpen. Und hier rächt es sich, dass wir bei der Übernahme der Fahrzeuge unseren Kompressor nicht getestet haben. Bei unserem ist das Kabel kurz vor der Klemme gebrochen. Das Kabel wird nur noch durch ein kleines Stück Isolierung zusammen gehalten! Glücklicherweise haben wir ja einen zweiten dabei, der auch funktioniert. Um das gebrochene Kabel kümmern wir uns später, jetzt reicht der andere Kompressor.
Die Strecke bis Mata Mata ist heute eher langweilig. Interessante Sichtungen - Fehlanzeige. Oder wir sehen die Tiere einfach nicht. Somit sind wir sehr zeitig an der Grenze. Auch die Aus- und Einreise geht schnell über die Bühne, wir werden freundlich von den Südafrikanern verabschiedet, dann geht es zur Lodge, die wir eine halbe Stunde später schon erreichen. Dieses Mal bekommen wir zwei Hütten unten an der Ebene, mit Sicht auf das kleine Wasserloch. Deutlich schöner und heller. In Ruhe packen wir aus, dann geht es schon weiter. Wir haben uns zum Lion-Tracking verabredet. Unser Guide ist wieder der junge Mann, der hier der Allrounder zu sein scheint. Empfang, Bedienung im Restaurant, Guide beim Gamedrive.
Es geht durch ein Tor auf das riesige Areal. Unser Guide erzählt uns, dass hier zwei Löwenrudel leben, die es jetzt zu finden gilt. Es geht eine ganze Weile über die Sandpiste, dann verlassen wir den Weg und es geht querfeldein. Niedrige Büsche werden einfach umgefahren, sie richten sich hinter dem Jeep wieder auf. Langsam bahnen wir uns den Weg und wir haben alle Mühe, uns und das Kamerageraffel fest zu halten.
Es dauert eine Weile, dann zeigt unser Guide in ein kleines Tal. Dort liegen zwei Löwen, es sind Brüder, vier Jahre alt, eng ineinander verschlungen. Vorsichtig fahren wir näher und können so die Löwen wunderbar beobachten. Die beiden lassen sich kaum von uns stören und dösen weiter im Schatten.
Man beachte die Blümchen. Sieht schon irgendwie merkwürdig aus, finde ich! 🤩
Dann suchen wir die Löwinnen, die mit ihren 10 Monate alten Jungen in der Nähe sein müssen. Es dauert nur ein paar Minuten, dann haben wir sie gefunden. Die Bande liegt unter Büschen und ist recht schwer zu fotografieren. Zu viel Grünzeug stört das freie Blickfeld. Tja, Regenzeit hat halt auch Nachteile!
Da wir alleine auf dem Jeep sind können wir uns Zeit lassen. Als wir uns endlich satt gesehen haben, geht es langsam wieder zurück. Unterwegs machen wir noch auf einer Ebene unter einem Baum Halt, es gibt noch Getränke und was zu knabbern, dann geht es zurück zur Lodge. Diese Ausfahrt hat sich wirklich gelohnt! Und damit relativiert sich auch die eigentlich nicht notwendige zweite Übernachtung in der Kalahari Game Lodge.
Wir setzen uns noch an den Pool, nehmen den üblichen GT, betreiben etwas Datenhygiene, und warten auf das Abendesse. Der Himmel zieht sich wieder zu, dicke Gewitterwolken ziehen auf, ein Gewitter kündigt sich wieder an.
Das 3-Gänge-Menü ist ganz lecker, kommt aber nicht mit !Xaus mit.
Fazit Kalahari Game Lodge: Moderne Lodge, als Startpunkt für den KTP optimal. Unterkunft ist gemütlich, sauber und recht modern. Das Lion-Tracking fanden wir sehr schön. Frühstück ist ausreichend und gut, Abendessen auch.
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201606. Juni 2018 · #37
So, liebe Forenten, es geht weiter, wir fahren nach Westen.
11. Tag - Kalahari-Game-Lodge - Quiver Tree Forest Rest Camp
Mitten in der Nacht werden wir wieder von einem heftigen Gewitter geweckt. Von dem Kameldornbaum, unter dem unsere Hütten stehen, fallen bei dem Sturm jede Menge halbmondförmige Samenkapseln herab, die auf dem Wellblechdach der Hütten einen ordentlichen Lärm machen. Aber so schnell wie es gekommen ist, verschwindet das Gewitter wieder. Trotzdem bleibt die Nacht irgendwie unruhig und viel zu früh sind wir wieder wacht.
Heute hat Claudia Geburtstag! Mit einer mitgebrachten Kerze (Streichhölzer habe ich mir gestern schon vorsorglich von unserm Guide besorgt) und den mitgebrachten Geschenken baue ich einen kleinen Geburtstagstisch zusammen. Geburtstag in Namibia - das ist doch mal was!
Bereits vor dem Frühstück packen wir die Autos, dann kümmern wir uns um das gebrochene Kabel bei unserem Kompressor. Schnell merken wir, dass das einfach zu reparieren ist. Die Kabelklemmen, die auf die Batteriepole geklemmt werden, sind auf die Kabel aufgequetscht. Man kann sie mit minimalem Werkzeug aufbiegen, das Kabel neu abisolieren, und wieder aufquetschen. Fertig, geht wieder! Der hintere Reifen an unserem FJ verliert immer noch ganz langsam Luft, wir pumpen lieber nochmal nach.
Um 8:00 Uhr haben wir uns zum Frühstück verabredet. Claudia bekommt Geburtstagskarten von unseren Freunden, das Geschenk wartet in Deutschland auf sie. Der Transport wäre doch etwas aufwändig gewesen. Ganz in Ruhe, also eigentlich wie immer, frühstücken wir. Auch heute Morgen ist im Frühstücksraum wenig los, nur eine weitere Gruppe mit vier weitere Gästen ist da. Schnell werden noch ein paar Vögel fotografiert. Dann die Rechnung begleichen, und los!
Die Fahrt geht über die M30, dann die M33 über Koes Richtung Keetmanshoop. Die Straßen haben durch die starken Regenfälle teilweise deutlich gelitten, große Teile sind ausgewaschen. Immer wieder müssen wir riesige Wasserpfützen umfahren. Zuerst geht es über die hügelige Landschaft der Kalahari mit dem bekannten roten Sand, dann wir die Landschaft flacher und fast weiß, hier wächst kaum noch was. Das Licht ist gleißend, der helle Untergrund reflektiert das Sonnenlicht enorm.
Dann erreichen wir das Quiver Tree Forest Rest Camp. Die Farm liegt, wie der Name schon sagt, in der Nähe der einzige Sehenswürdigkeit der Gegend, dem Köcherbaumwald. Gut, es gibt auch noch den "Giants Playground", aber der ist weiter weg. Auf der Farm werden wir recht reserviert von Ingrid empfangen. Sie fragt noch, ob wir abends mit essen wollen (klar wollen wir!), dann bekommen wir die Schlüssel und können los. Als wir das Gebäude betreten, in dem unsere Zimmer sind, kommt im ersten Moment etwas Ernüchterung auf. Alles wirkt etwas "abgerockt", etwas wackelig, alt. Ok, es ist alles sauber und funktioniert, aber nach den letzten Lodges sind wir erstmal etwas enttäuscht. Aber es gibt eine funktionierende Klimaanlage! Und nachdem es wieder ordentlich warm geworden ist, kann das kein Fehler sein!
Wir packen aus, dann geht es erstmal wieder rüber zum Haupthaus, wo wir auch Coenie kennenlernen. Er ist der ruhige Typ, aber sehr freundlich und hilfsbereit. Wir fragen Coenie, ob er noch eine Flasche Sekt im Hause hat, die wir anläßlich Claudias Geburtstag zum Abendessen köpfen können. Er zieht gleich los und findet noch eine Flasche, die er gleich kalt stellt.
Hier wimmelt es von Tieren! Alleine neun Hunde aller Rassen wuseln hier rum. Und erstaunlich ist, dass nie gebellt wird, alle Hunde gehen mit Mensch und Tier freundlich um, alle spielen mit uns. Dazwischen flattert eine zahme schwarz-weiße Krähe, die sich offensichtlich auch mit den Hunden gut versteht. Und das HighLight ist ein ganz junges Lämmchen, dass blökend hinter Ingrid herläuft, und sie offensichtlich als Mutterersatz auserkoren hat. Dann kommt noch ein zahmes Warzenschwein um die Ecke, das sich gerne hinter den Ohren kraulen läßt. Coenie hat eine sehr ruhige Art mit den Tieren umzugehen. Da gibt es nie ein lautes Wort, selbst wenn die Hunde mal etwas wild toben. Das merkt man ihnen an, sie sind auch untereinander sehr "freundlich".
Wir unterhalten uns mit Ingrid und Coenie, die beiden tauen richtig auf, und wir beginnen uns richtig wohl hier zu fühlen. Alles läuft hier etwas "hausbackener", wenn man was zu trinken haben will, bedient man sich einfach aus dem Kühlschrank und schreibt es auf den daneben liegenden Block.
Auf dem Gelände gibt es noch drei Geparden, zwei Männchen und ein Weibchen. Am Nachmittag geht es zur Fütterung der Geparden. Coenie ist nicht glücklich über die neue Gesetzgebung. Die Geparden müssen jetzt hinter einem Doppelzaun gefüttert werden. Viel Aufwand. Auch müssen jetzt die männlichen von den weiblichen getrennt gehalten werden, da die Zucht verboten wurde. Die beiden männlichen Geparden sind hier geboren und absolut zahm. Zur Fütterung sind noch ein paar Besucher eingetroffen, die nicht hier übernachten. Coenie erzählt etwas über die Geparden, dann bekommen sie ihr Futter, dann ist die Veranstaltung auch schon wieder vorbei.
Die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir mit einem kleinen Spaziergang in den Köcherbaumwald. Die tief stehende Sonne zaubert ein großartiges Licht auf die Landschaft. Am Horizont ziehen wieder Gewitterwolken auf, es wird teilweise pechschwarz am Himmel, dann sehen wir erst einen, dann sogar zwei Regenbogen. Was für ein Bild, welche Farben, welche Kontraste!
Abendessen gibt es um 19:30. Ingrid hat Claudias Platz mit Luftballons und einem Zweig geschmückt. Der Sekt ist kalt und wirklich sehr gut! Claudia ist total begeistert, dass die beiden sich so viel Mühe mit ihrem Geburtstag geben. Das Essen ist köstlich! Ohne viel Schnickschnack, Hausmannskost. Es gibt Springbock-Gulasch mit Kartoffelpüree, dazu Möhren, Blumenkohl und Salat. Zum Nachtisch gibt es warmen Schokoladenkuchen, für Claudia mit einer kleinen Geburtstagskerze verziert! Das ist doch supernett! 😉
Wir lassen den Abend vor dem Haupthaus bei einem Windhoek Draft ausklingen. Ein paar Hunde leisten uns Gesellschaft und werden dafür gekrault. Insgesamt fühlen wir und hier doch sehr wohl. Die anfängliche Enttäuschung hat sich aufgelöst.
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201610. Juni 2018 · #38
Moin liebe Formis!
Bevor der Thread komplett nach unten durchrutscht, schnell der nächste Tag! 🤩
12. Tag - Quiver Tree Forest Rest Camp
Wir haben sehr gut geschlafen! Die Betten sind prima. Die Dusche ist etwas "sparsam", man muss etwas zwischen den Wasserstrahlen hin und her springen, um nass zu werden, aber das geht schon.
Gefrühstückt wird draußen auf einer sehr nett gestalteten überdachten Terrasse. Das Frühstücksbuffet befindet sich auf einer riesigen Steinplatte, die auf einem Felsblock liegt. Wie das riesige Ding mal hierher transportiert wurde, möchte ich wirklich mal wissen. Überall gibt es liebevoll gestaltete Ecken mit Sinnsprüchen an den Bäumen, Metalltiere, bepflanzten Blumentöpfen und Hängematten. Die Steckdosen für den Toaster sind unter hölzernen Schildkröten versteckt. Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit, alles ist reichlich und lecker. Dann setzten wir uns mit einer letzten Tasse Kaffee in die Sonne, unter dem Sonnendach ist es doch noch etwas kühl.
Später machen wir uns auf den Weg nach Keetmanshoop. Wir brauchen Geld, Sprit und ein paar Dinge aus dem Supermarkt. Ingrid warnt uns noch vor Kinderbanden, die wohl in Keetmanshoop an den Tankstellen die Touristen ablenken, um dann in einem unbeaufsichtigten Moment die Rückbänke zu plündern. Na, da werden sie sich bei unseren Kisten die Zähne ausbeißen!
Bei der zweiten Abfahrt in Keetmanshoop geht es zu einem kleinen Einkaufszentrum. Hier bekommen wir Geld, dann geht es in den Supermarkt. Eigentlich finden wir hier alles. Eigentlich! Leider fehlt unser geliebtes Eis "Death by chocolate". Mist, das geht ja garnicht! Und die 5L-Wasserkanister gibt es auch nicht. Aber Michael findet einen speziellen Schuh-Kleber, mit dem er die Sohle seiner Schuhe hofft reparieren zu können, die sich seit ein paar Tagen versucht selbstständig zu machen. Weiter geht's, die nächste Tankstelle ist unsere! Ja, die Boliden brauchen ganz schön Sprit, das muss man sagen. Dann finden wir einen zweiten Supermarkt, der all das hat, was wir noch brauchen. Und noch mehr. An den Kassen finden wir Emaille-Becher mit Namibia-Fahne drauf! Klar, die müssen mit! 😄 Keine Kommentare jetzt! 😈
Zurück auf der Farm wird die warme Tageszeit im Schatten vertrödelt. Wir sichten Bilder, spielen mit den Hunden - bloß keine Hektik aufkommen lassen!
Als das Licht besser wird, fahren wir zum "Giants Playground". Etwa 5km von der Farm entfernt kommen wir zu einem Tor, von dort zu einem Parkplatz. Ein Rundweg führt durch die bizarre Landschaft mit wild übereinander gestapelten Felsen. Im tief stehenden Sonnenlicht wirkt das bizarr und schön.
Anschließend geht es noch zum Parkplatz am Zeltplatz, von wo aus wir nochmal den Köcherbaumwald besuchen. Leider ist es doch schon etwas sehr spät, die Sonne ist fast weg. Als aber eine ganze Gruppe Klippschliefer auftaucht, wird doch noch ausgiebig geknipst.
Pünktlich zum Abendessen sind wir wieder auf der Farm. Es gibt eine köstliche Lammkeule. Zu unserer Beruhigung sehen wir das kleine Lämmchen, das uns so ans Herz gewachsen ist, aber eifrig blökend durch das Haus laufen 😉.
TinuHHThemenstarter898 Beiträge · seit 201615. Juni 2018 · #39
Moin liebe Formis!
Es geht weiter!
13. Tag - Quiver Tree Forest Rest Camp - Kanaan
Unser letztes Frühstück auf der schönen überdachten Terrasse! Heute ist es deutlich wärmer als die letzten Tage, man kann auch früh morgens ohne Jacke draußen sitzen. Gestern sind Ingrids und Coenies Sohn samt Schwiegertochter und Enkeln angekommen. Sie waren in Windhoek, um dort zwei Bullen zu verkaufen. Sie bringen dafür einen zehnten Hund mit, einen ganz jungen Boxer 🤩 . Die Enkel wuseln zusammen mit den Hunden auf dem Gelände rum. Und als ich mit dem kleinen Boxer spiele, werde ich von dem kleinen Enkel - ich schätze ihn mal auf vier Jahre alt - auf Afrikans darauf hingewiesen, dass das SEIN Hund ist! 😉
Irgendwann gehe ich zu Ingrid, um die Rechnung zu begleichen und um mich für die wunderschönen Tage auf der Farm zu bedanken. Die Kartenzahlung zieht sich, da die Verbindung nicht funktioniert. Nach dem x-ten Versuch startet Ingrid den Kartenleser neu, und ich gehe erstmal Koffer einladen. Als ich wiederkomme, funktioniert es auch mit dem Kartenleser. Geht doch!
Dann geht es ab über Keetmanshoop auf der B4 Richtung Aus. Die Straße ist geteert, wir können richtig Strecke machen. Wir fahren erstmal an der Abfahrt Richtung D707 vorbei und machen eine kleine Pause in Aus. Das Hotel am Bahnhof ist voll! Überall stehen Motorräder, Busse und Autos rum, die Tische auf der Terrasse sind komplett belegt. Wir halten uns nicht lange auf und fahren das kurze Stück zurück zur C13, dann nach Norden. Die Landschaft ist gigantisch. Gleißendes Licht, die lilafarbenen Berge am Horizont, und einen grandiose Ebene. 60km geht es Richtung Helmeringhausen, dann ab auf die D707 Richtung Tirasberge.
Der Fahrbahnbelag ändert sich von Schotter zu tiefem Sand, dann wieder Schotter. Nach ca. 70km kommen wir an der Einfahrt zur Koiimasis-Lodge vorbei, dort waren wir 2013. Ca. 15km weiter kommen wir dann zur Einfahrt nach Kanaan. Auf dem Gelände geht es noch einige Kilometer durch die Landschaft, bis wir zuerst die Zeltplätze, und dann die Unterkünfte der Angestellten sehen. Daneben ist die Rezeption in einem kleinen Zeltbau. Wir werden von Christine herzlich begrüßt, sie erklärt uns alles, fragt, was wir oben als Begrüßungsdrink haben möchten, dann bekommen wir die Schlüssel.
Dann geht es ein kurzes Stück sehr steil den Berg hoch. Dort befindet sich der Parkplatz - und dort werden wir von einem Angestellten mit vier gekühlten Gläsern Bier empfangen! Was für ein Bild, einfach großartig!
Hier haben wir einen gigantischen Blick in die Ebene! Welch ein Ort! Die Zelthütten und das Restaurant sind an den Hang gebaut, verbunden durch schmale Schotterwege und ein paar Treppen. Die Zelthütten sind einfach, aber gemütlich eingerichtet. Es gibt eine Terrasse, einen großen Schlafraum und ein Bad. Wir sind begeistert und genießen die grandiose Aussicht von der Terrasse.
Bis zum Sundownerdrive um 17:30 haben wir noch etwas Zeit, die wir bei einem kühlen Getränk auf dem Balkon des Restaurants verbringen. Dann werden wir von Lukas, unserem Guide, abgeholt. Es geht über das Lodge-Gelände. Wir sind total begeistert von der Landschaft und dem Licht! Nach einem kurzen Stop an einer Schlucht geht es weiter zu den berühmten trockenen Bäumen, die so malerisch in der Ebene stehen. Dort wird gehalten, Lukas baut alles für den Sundowner auf, und wir fotografieren Bäume, Landschaft, und was sonst noch so zu fotografieren ist. Diese Gegend ist einfach grandios!
Wir bleiben, bis die Sonne untergegangen, die GT-Vorräte vernichtet, und die Droewors und das Bilgong aufgegessen ist. Dann geht es zurück zum Abendessen in das wunderschön gestaltete Restaurant. Außer uns ist nur noch ein Pärchen hier, die Lodge ist um diese Jahreszeit kaum belegt. Das Abendessen ist große Klasse! Wer immer dahinten in der Küche vor sich hin werkelt, er tut das sehr gut! Wir gönnen uns einen Rotwein aus Neuras, gehört ja auch zu Naankuse. Auch diesen finden wir sehr gut, er paßt wunderbar zum Essen.
Kurz danach geht es aber in die Falle, denn morgen früh werden wir um 6:00 Uhr zu einer Tour in die Dünen abgeholt. Durch die Fliegengitter der Zeltfenster zieht ein kühler Wind, das verspricht einen geruhsamen Schlaf.