THEMA: "Just birds"
10 Feb 2017 20:25 #463293
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" Just birds "

Seit gut zwei Tagen bin ich zurück aus dem hochsommerlichen Namibia.
Jeder kann sich vielleicht meine "Freude" über das hier aktuell herrschende Nicht- Wetter, nämlich zäher Hochnebel, vorstellen. Und so bleibt eigentlich nur, einen Bericht zu schreiben, solange die Erinnerungen noch frisch sind.

Die Fakten: es war meine nunmehr neunte Tour nach Namibia, die relativ spontan zustande kam. Eigentlich spielte ich mit dem Gedanken, diesen Winter auszusetzen, da ich im August mit anderen Orni- Fomis eine Reise geplant und auch schon fix und fertig gebucht habe.
Dann kam mir aber ein gnadenlos günstiger Flug mit Condor in die Quere. Für knappe 500.- Euro, da musste ich nicht lange überlegen, habe ich mir selbst ein Weihnachtsgeschenk gemacht, und auf die Schnelle eine Runde durch das westliche Namibia zurecht gebastelt, die ich bis auf marginale Änderungen auch so gefahren bin.

Aus Ermangelung eines passenden Reisepartners bin ich zum zweiten Mal alleine unterwegs gewesen. Deshalb habe ich nach einem günstigeren Fahrzeug Ausschau gehalten, und bin ziemlich schnell bei "Pegasus Car & Camper Hire" auf die noch in der Flotte laufenden zum Camper ausgebauten Toyota "Condor" aufmerksam geworden. Der Wagen ist zwar schon in die Jahre gekommen und hatte 233.000 Km auf dem Tacho stehen, befand sich aber technisch in einwandfreiem Zustand, mit recht guten Reifen und von mir zusätzlich dazu gebuchtem Engel- Fridge ausgerüstet. Natürlich habe ich auch mein Bodenzelt dabei gehabt, aber das Auto ist so angenehm auch zum Schlafen, dass ich etwas über die Hälfte der Nächte in "meinem" Condor zugebracht habe.

In 25 Tagen bin ich 3959 km gefahren, ohne jede Panne. Nicht einmal ein papper Reifen hat mich aufgehalten.

Die Reiseroute sollte mich von Windhoek über Teufelsbach nach Norden in den Etosha NP führen, wo ich erst einmal anlässlich meiner ersten Reise in 2005 gewesen bin. Dort wollte ich über den Westteil, der damals noch nicht für Individual- Reisende offen war, in einer grossen Schleife über den Grootberg und das Damaraland und weiter über Erongogebirge und Spitzkoppe an die Küste nach Swakopmund und Walvis Bay fahren. Je nach verbleibender Restzeit hatte ich mir Mirabib, Sesriem, die Naukluftberge sowie zum Abschluß wie im letzten Jahr das Camp Gecko überlegt.

Übernachtet habe ich ausschliesslich auf Campingplätzen, die ich allesamt, bis auf meine erste Station, nicht vorgebucht habe. Darauf vertrauend, dass ja gerade Low- season ist, macht die Möglichkeit, hier spontan entscheiden zu können, wo man wie lange bleiben möchte, einen Grossteil des Reizes dieser Reisezeit aus.
Es hat auch wunderbar funktioniert, selbst Etosha und Sesriem waren kein Problem. Aber man merkt , auch jetzt in der eher schwächer frequentierten Zeit, deutlich, dass dieses Jahr ein absolutes Boom- Jahr für den namibischen Tourismus wird.

Von der angeblich recht guten Regenzeit dieses Jahr habe ich nicht viel mitbekommen, ausser einigen gigantischen, aber allesamt weit entfernt stattfindenden Gewittern, habe ich nur zwei, drei Schauer erlebt.
Im Gegenteil, der gesamte Westen ist sowas von trocken und die Vegetation komplett abgefressen, dass ich mich gewundert habe, wie die ganzen Bergzebras, Springböcke und Gemsböcke hier überhaupt noch etwas zum Fressen finden. Stellenweise, etwa am Brandberg oder in der Namib, gibt es keinerlei Bewuchs mehr. Folglich findet man auch keine Insekten mehr, und so war es nicht weiter verwunderlich, dass man auch nur sehr wenige Greife, aber auch Trappen oder Rennvögel findet.

Trotzdem habe ich eine birdlist mit 225 Arten zusammen bekommen, von denen einige Arten komplett neu für mich waren. Von einem Gutteil dieser Vögel habe ich auch ein paar Fotos machen können, die werde ich in loser Folge zeigen.
Und natürlich habe ich auch andere Teile der Fauna festgehalten, auch wenn der Titel Gegenteiliges suggerieren könnte.

Bis die Tage,
Matthias
Letzte Änderung: 01 Mär 2017 18:25 von fotomatte.
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11 Feb 2017 20:16 #463478
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Freitag, der 13.:

Da ich kein abergläubischer Mensch bin, macht es mir nichts aus, an solch einem Termin einen Flieger zu besteigen. Hauptsache, er fliegt in die richtige Richtung.
Am Vormittag habe ich meinen Krempel gepackt und lande bei 15 kg, und gegen 14.00 Uhr fahren wir Richtung Frankfurt, gerade noch rechtzeitig, um dem täglichen Feierabendstau um Stuttgart zu entgehen. So sind wir kurz nach 17.00 Uhr im Parkhaus des Flughafens. Schnurstracks geht es zum Condor- Schalter, wo ich nur noch das Gepäck aufgeben muss, denn eingecheckt habe ich gestern schon online.
Dann gehen wir noch Spaghetti essen, bevor ich mich von Marliese verabschiede.

Der Flug ist ereignislos, ich habe sogar zwei Plätze für mich und kann mich etwas lang machen. Schlafen aber kann ich wie üblich nicht.

Endlich bricht der neue Tag an, und bald setzen wir in Windhoek auf, nachdem wir, für mich erstmals, übers Khomashochland und die Stadt von Westen her einschweben.


Samstag, 14. Januar :

Wie üblich begrüssen mich die Palmsegler, und am Boden liegen wieder zahllose riesige Nachtfalter rum, die den ständigen Anflug an die Flughafenbeleuchtung nicht überlebt haben.
Bei der Immigration bin ich als einer der Ersten durch, auch das Gepäck ist ziemlich schnell da, und in der Empfangshalle werde ich schon erwartet. Wir müssen aber noch auf zwei weitere Kunden warten, die erst ziemlich zum Schluß kommen, denn bei einem der Beiden ist der Koffer aufgebrochen worden. Endlich, mit rund zwei Stunden Verspätung, fahren wir in die Stadt zu "Pegasus", wo wir zuerst den Schreibkram erledigen, und dann das Auto inklusive der Ausrüstung durchgehen. Ich schmeisse mein Gepäck hinten rein, und fahre, es geht schon Richtung 13.00 Uhr, vom Hof in Richtung Klein- Windhoek.
Nun aber schnell zu Biltong-and-Bites. Denkste. Pünktlich geschlossen, ebenso wie der Metzger schräg gegenüber. Mist.
Ich fahre ums Eck zu Woermann & Brock und kaufe ein, was man halt so braucht. Als ich schon Bier und Savanna eingepackt habe, entdecke ich die Hinweisschilder, dass samstags ab 13. 00 Uhr Alkohol nicht mehr.... :evil: Meine Laune steigt unermesslich ins Euphorische. :sick:
Schnell alles im Auto verstaut, und nun nichts wie raus aus dem Moloch. Die B 1, die neuerdings A 1 heisst, finde ich auf Anhieb, und dann fahre ich die rund fünfzig Kilometer Richtung Norden bis zur Farm Teufelsbach, wo ich für die nächsten zwei Nächte den River Campsite gebucht habe.
Ich melde mich bei Irmela und Bruno, und Bruno hilft mir mit einem Sixpack Windhoek aus. Na, wenigstens der Sundowner ist gesichert.
Dann bekomme ich noch eine Karte von der Farm, denn dieses Mal will ich endlich auf den Teufelsberg hoch, sowie zur Sicherheit ein Funkgerät, falls ich verschütt gehen sollte. B)
Endlich rumpele ich auf Farmpads bis zum River Camp, wo mich, kaum ausgestiegen, eindeutige Quietschtöne begrüssen. Papageien, ich nenne sie liebevoll Quietscherle.
Ich schnappe mir die Kamera und versuche die Geräuschverursacher zu finden.
Hurra, sogleich eine neue Art, denn es sind Ruppell´s Parrots.







Leider sitzen die beiden, wohl ein Männchen und sein Weibchen, relativ weit oben in einem trockenen Baum. Wenigstens reisst der zunächst komplett bedeckte Himmel etwas auf.
Bald aber fängt es zu Grummeln an, und ein Gewitter kommt von den östlichen Bergen heran gezogen, und ich erhalte die erste Dusche.



Bald scheint aber wieder die Sonne, und ich räume das Auto ein. Dabei bemerke ich, dass der Engel keinen Mucks macht, folglich also auch nicht kühlt. Kurz überlege ich, "Pegasus" zu kontaktieren, aber es ist jetzt Samstagabend, schon nach sechs.
Ich überprüfe alle Stecker, und da das nichts bringt, auch noch die Verbindungen zur Batterie sowie die Sicherung. Ich ziehe diese raus, blase einmal, stecke sie wieder rein, und der Fridge versieht seinen Dienst.

Ich starte ein Feuer, um später eine schöne Glut zum braaien zu haben, und laufe noch etwas im Rivier auf und ab. Hier steht an mehreren Stellen noch Wasser, vor zwei Tagen soll der Teufelsbach abgegangen sein.


der "Waterberg", den ich letztes Jahr bestiegen hatte





Nachdem ich meine Oryx- Steaks mit Kräuterbutter und Kartoffeln gegessen habe, drehe ich noch eine kleine Runde und finde auf Anhieb den hier ansässigen Perlkauz. Später, im Dunkeln, fliegt eine schnarchende Schleiereule vorbei, und aus den Bäumen beginnt pünktlich nach Sunset der Tinnitus in HD und Dolby- Surround. Nein, es sind nur Zikaden, aber in einer bemerkenswerten Lautstärke.

Wegen der unsicheren Witterung teste ich heute gleich mal den Condor als Schlafmobil.

Kosten: Camping Teufelsbach 130.- Nam$

Grüsse, Matthias
Letzte Änderung: 17 Feb 2017 10:34 von fotomatte.
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14 Feb 2017 10:25 #463917
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Sonntag, 15. Januar :

Ich habe herrlich geschlafen auf meiner Kingsize- Matratze, und die ersten Vögel, wie üblich die Perlhühner und die Frankoline, wecken mich im ersten Morgengrauen. In den Ablutions sind noch die Geckos zugange, und als ich aus der Dusche komme, ist die Sonne aufgegangen, und Quietscherle geniesst die ersten Sonnenstrahlen.


männlicher Rüppelpapagei

Nach einem ausgiebigen Frühstück, mich treibt heute ja nichts, denn ich bleibe hier und will auf den Hausberg der Farm steigen, fahre ich langsam auf Farmpads in Richtung Tagesziel. Dabei störe ich ein Steinböckchen und ein Rudel Kudus. Ein paar Vögel sitzen schön im morgendlichen Streiflicht, und über der Farm löst sich langsam der Nebel auf, der sich nach dem Regen über Nacht gebildet hat.




der eigentliche Rätselvogel: Kalahari Scrub- robin Yellow- bellied Eremomela (Black- chested Prinia, ohne Brustband, also ein Nichtbrüter)


Lesser Grey Shrike, Schwarzstirnwürger


Swallow- tailed Bee- eater

Südlich unter dem Berg stelle ich den Condor unter einen Hakkie, und ich steige langsam weglos den Berg hoch. Man merkt schon die Auswirkung der Regenfälle, denn Büsche und Bäume fangen an, grün zu werden. Einzelne Sträucher blühen bereits, und dort versammeln sich zahlreiche, scheinbar ganz frisch geschlüpfte Falter, um Nektar zu trinken.


mutmasslich eine Eule


noch ein Nachtfalter


ein winziger Topaz- spotted Blue,


der ebenso neu für mich ist wie dieser Bowker´s Sapphire.


Nochmals die Unterseite des Sapphire.


ein Colotis. Die genaue Art habe ich nicht heraus gefunden. Über Hinweise freue ich mich stets.


ein Brown- veined White


eine Schrecke, von der mir leider nur dieses eine Bild gelingt.


Zebra White


dieser Falter in spé hat seine Metamorphose noch vor sich.


Blick vom Gipfel über die Farm Richtung Okahandja


um den Gipfel fliegen ein paar Falter und betreiben Hill- Topping, neben vielen Acraeas auch dieser Foxy Emperor

An den sandigen Stellen hat es zahllose Löcher im Boden, und ich beobachte unzählige dieser Wespen, die hier ein und aus gehen. Zum Teil tragen sie Futter ( Raupen ) ein, andere schmeissen Sand aus der Röhre.




dann beobachte ich diese Wespe, die ihren Bau mit einem trockenen Kleinsäugerköddel verschliesst.


anschliessend schmeisst sie Sand über den Eingang, und zumindest ich kann nicht mehr erkennen, wo der Baueingang liegt. Die Wespe wird´s wohl noch wissen.

Während des Abstiegs finde ich wieder ein paar Vögel.


Golden- breasted Bunting, Gelbbauchammer


riesiger Nachtfalter, ein Southern Marbled Emperor. Ob das Eigelege am Zweig links hinter ihm seines ist?


hier vermute ich eine Sabota- Lerche


damit mir niemand einschläft, baue ich hier einen Rätselvogel ein, der es überaus geschickt verstanden hat, seinen Kopf immer verdeckt zu halten. Über eine halbe Stunde haben wir dieses Katz- und- Maus- Spiel miteinander gespielt. Der Vogel hat gewonnen...
Also: wer ist zu sehen?


Königswitwe


nun endlich: eine Black- chested Prinia mit namensgebendem Brustband.

Nach der Besteigung, für die ich runde vier Stunden gebraucht habe, fahre ich zurück ins Camp und halte erstmal Siesta, denn die Temperatur ist deutlich über 30 Grad gestiegen, und solche Wärme bin ich noch nicht gewohnt.

Später brate ich mir eine Boerewors mit Kartoffeln, dazu gibt´s ein kaltes Bier, dem Engel und Bruno sei Dank.

Bilder sind keine mehr entstanden, wird wohl nichts Besonderes mehr gewesen sein, und ich beschliesse den Tag am Feuer. Mit den Hühnern gehe ich ins Bett, diesmal im Zelt, da es trocken zu bleiben verspricht.

Morgen habe ich einen langen Fahrtag geplant, ich will bis ans Gate vom Etosha NP fahren.

Bis dahin,

viele Grüsse,
Matthias
Letzte Änderung: 17 Feb 2017 10:36 von fotomatte.
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21 Feb 2017 17:43 #465086
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Montag 16. Januar :

Ganz entspannt starte ich in den Tag, neben dem Frühstück her spotte ich einige Vögel, wie etwa einen vorbeifliegenden Black Cuckoo.
Quietscherle ist heute nicht da.

Ich packe zusammen und fahre zum Haupthaus zurück. Hier gebe ich das Funkgerät ab. Der Versuch, eine mail nach Hause zu schicken misslingt ob einer immer wieder abbrechenden Internetverbindung. Nach etwas Unterhaltung verabschiede ich mich von Irmela und Bruno, in gut sechs Monaten bin ich wieder hier.

In Okahandja stoppe ich kurz bei Closwa Biltong und erstehe ebensolches in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Es erweist sich als sehr lekker, genauso wie das Rauchfleisch.

In Otjiwarongo stoppe ich beim Spar, ergänze die Getränke und ziehe am ATM 5000.- Dollar.

Hinter Otji halte ich an einem Rastplatz und verzehre meine Meatpies. Direkt nebenan verläuft die Eisenbahnstrecke Richtung Otavi, und tatsächlich rumpelt ein Güterzug vorbei. Schnell habe ich ihn eingeholt und ich knipse den Zug, sehr zur Freude des Personals auf der Lok. So treiben wir das Spiel noch ein paar Mal.





In Otavi tanke ich voll, dann geht es weiter über Tsumeb bis kurz vor das Von- Lindequist- Gate vom Etosha- Nationalpark. Auf der Fahrt komme ich in einige kleinere Regenschauer, aber man kann sehen, dass es die Tage zuvor heftiger geregnet haben muss. Das Gras ist am wachsen, die Bäume sind grün.

Ich steuere die Tamboti Campsite vom Onguma Camp an und checke für zwei Nächte ein. Hier hat man ein eigenes Küchen- und Ablutionhäusle, es gibt Strom für den Fridge, alles sehr sauber und gepflegt. Aussicht aber gibt es keine, die Plätze sind ziemlich zugewachsen. Dafür ist man für sich, von den Nachbarn bekommt man nicht viel mit.

Nach dem Abendessen nehme ich ein Absacker- Savanna, und nach einer erholsamen Dusche gehe ich bald ins Condorbett. Die Fahrerei hat doch angestrengt.

Kosten: Campsite Onguma 220.- Nam$

Dienstag, 17. Januar :

Zum Morgengrauen stehe ich auf, und der Wettercheck ergibt, dass es ziemlich stark bewölkt ist.
Deshalb frühstücke ich gemütlich, und gegen 7.30 Uhr fahre ich das kurze Stück bis zum Von- Lindequist- Gate, wo man sich registrieren lassen muss. Die fällige Gebühr aber kann man nur in Namutoni bezahlen, also fahre ich dort als Erstes hin.
Langsam lösen sich die Wolken auf, es wird sonnig.
Zunächst steuere ich den Dik- dik- Drive an. Beim Wasserloch Klein- Namutoni kommen zwei Hyänen angerannt und halten direkt auf mich zu.




auch die Allerweltsvögel wie diese Gabelracke lasse ich nicht undokumentiert in der schönen Morgensonne.


Rätselvogel :whistle: Nachtrag: White- browed Scrub- Robin


Warzenkeiler


Bronzeflecktaube

Der Dik- dik- Drive hält nicht, was er verspricht, denn ich finde kein Blauböckchen.
Ich fahre an Namutoni vorbei und schlage die Richtung Andoni ein, in der Hoffnung, dort Paradieskraniche zu finden.
Über Okevi und Tsumcor fahre ich nach Stinkwater. Hier gibt es einige Elefanten zu sehen.






Dieser Bulle vergnügt sich ausgiebig mit dem Matschloch, während im Hintergrund zahlreiche Flamingos zu ahnen sind.


der Oryxbulle steht in der vor Hitze flirrenden Luft,


während dieser Giraffenbulle Wasserspiele veranstaltet.


der Grassveld Pipit, oder Spornpieper, bevorzugt ein erfrischendes Bad im Strassengraben.


Weissflügeltrappen gackeln überall in der offenen Grassteppe um Andoni.


am Wasserloch von Andoni hat es nichts Besonderes, bis auf diesen merkwürdig daliegenden Blue crane, oder Paradieskranich. Zuerst denke ich, der Vogel ist tot, denn er liegt langgestreckt auf dem Boden. Später hebt er wenigstens den Kopf und hechelt mit offenem Schnabel, bewegt sich aber nicht weiter. Und das in der prallen Mittagssonne. Komisch.
Erst zuhause kann ich das Rätsel um dieses Verhalten auflösen. Der Vogel ist keineswegs tot, oder auch nur "gestört". Er sitzt auf seinen Eiern und brütet und kann deshalb seinen Platz nicht verlassen.
Letzte Änderung: 24 Feb 2017 16:56 von fotomatte.
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21 Feb 2017 18:44 #465094
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Über die Andonivlakte fahre ich langsam zurück. Ausser ein paar Gnus und Springböcken ist wenig Wild auszumachen, aber Vögel gehn ja immer.


Blauracke


Rätselvogel B) ich habe nur einen Verdacht, aber ob´s stimmt? Nachtrag: Rattling Cisticola, oder Rotscheitelzistensänger


Grey- backed Finchlark, oder Nonnenlerche


Zurück bei Stinkwater hat sich ein anderer Bulle eingefunden, um sich selbst eine Unterbodenwäsche plus Versiegelung zu verpassen.


die sind sehr zahlreich vertreten: Red- billed Quelea, oder Blutschnabelweber


balzender Rotschopftrappenhahn


Singhabicht im Sandsturm bei Aroe

Mittlerweile hat es komplett zugezogen, und von Osten bläst ein gewaltiger Sturm über die offene Prairie.
Ich fahre um die Fisher´s Pan, muss aber immer das windzugewandte Fenster schliessen, sonst sandet mir alles ein.


Sattelstorch


auf dem Damm oberhalb von Twee Palms finde ich ein Paar Chestnut- banded Plover, die ein kleines Küken dabei haben. Sie verstehen es aber sehr geschickt, den kleinen Federball immer versteckt zu halten, oder er rennt, deutlich zu schnell für mich, einem rufenden Elternvogel hinterher.
In der Fisher Pan steht, leider viel zu weit entfernt, ein weiteres Paar Blue Cranes.

Den Abend will ich wiederum auf dem Dik- dik- Drive geniessen.
So fahre ich erneut zum Wasserloch Klein Namutoni.


Zunächst kann ich nichts Besonderes entdecken, es sitzen ein paar Waffenkiebitze rum, und einige Bruchwasserläufer und zwei, drei Grünschenkel stochern im Matsch. Dann sehe ich aber direkt vor mir zwischen den Steinen zwei Schwarzflügel- Brachschwalben, von denen eine kurz auffliegt und ich sie somit zweifelsfrei identifizieren kann. Nachdem ich sie eine Weile beobachtet habe, fahre ich nochmals den Dik- dik- Drive, und heute Abend wird der kleine Rundkurs seinem Namen gerecht.


Damara Dik- Dik, oder Blauböckchen


Schwarznasen- Impalas gibt es auch zu sehen.


Hühner scharren und picken für ihr Leben gern, und er hier gehört ganz sicher in die Hühnerschar. Swainson´s Spurfowl.


an ihr wäre ich fast vorbei gefahren, der übergrossen STEIFF- Giraffe. Jedenfalls sieht sie so aus, als wäre sie aus Plüsch.


Ich beende den Tag wie ich begonnen habe: mit Hyänen. Da, wo am Morgen die beiden Alttiere verschwunden sind, kommen nun ein ganzes Rudel nebst mindestens vier Jungtieren zum Vorschein. Bald geht die Sonne unter, und so mache ich mich auf den Weg zum Gate.
Dort werde ich ( und ein folgendes Auto ) nicht gerade begeistert empfangen. " You are late," heisst es . Da sowohl meine Uhr auf dem Telefon wie die Borduhr noch fünf Minuten Luft zeigen, wage ich zu widersprechen. Nicht gut, wenn man die Kompetenz anzweifelt. Der Veterinärbeamte filzt nun mein Auto und will das Gepäck sehen. Von mir aus, hat er halt noch später Feierabend.
Ich werde dann entlassen und fahre das kurze Stück bis ins Camp, wo ich den Abend gemütlich ausklingen lasse.
Bald gehe ich ins Bett, denn am nächsten Morgen will ich früh raus, um dann bis nach Halali zu fahren.

Kosten: 80.- pro Person plus 10.- Nam$ NP- Eintritt

Viele Grüsse,
Matthias
Letzte Änderung: 23 Feb 2017 11:26 von fotomatte.
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23 Feb 2017 12:14 #465317
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Mittwoch, 18. Januar :

Das Wetter schaut gut aus, und so bin ich früh auf den Läufen, um möglichst kurz nach Toröffnung am Eingang zu sein.
Vor mir steht schon ein Tourfahrzeug, also muss ich warten.
Als ich dran komme, telefoniert die Offizielle erst mal lang und breit privat, und bequatscht dann das Ergebnis ihres Gesprächs mit anderen Anwesenden. Es zieht sich, bis sie überhaupt Notiz von mir nimmt. Den Servicegedanken jedenfalls hat diese Dame des MET noch nicht verinnerlicht.
Ich wünsche den Eintritt für fünf Tage, vielleicht möchte ich vor Ort erhöhen auf sechs Tage. Das wäre kein Problem, sagt sie. Als ich das ausgedruckte Permit in die Hand bekomme, lautet es auf vier Tage. Nichts wie weg hier.

Wieder muss ich zunächst nach Namutoni, um hier den Eintritt zu bezahlen. Dann fahre ich über Chudop, wo ausser ein paar heftig streitender Zebrahengste nichts los ist, weiter Richtung Westen.
Bald passiere ich eine Gruppe Arbeiter, die mit ihren Gradern etwas abseits stehen. Alle Mann stehen sie auf den Dächern, komisch.
Ich denke mir nichts weiter dabei, später erfahre ich, dass es sich ein Rudel Löwen im Schatten der Grader bequem gemacht hat.

Vor mir liegt eine Schlange auf der Pad, die sich aber bei langsamer Annäherung schnell verdrückt. Ich versuch, sie zu fotografieren, sie ist aber zu schnell. Aber plötzlich habe ich dafür ein anderes Reptil im Sucher.


eine Agame, die ich ohne die Whip Snake sicher nicht entdeckt hätte.
Neben mir hält ein Tourauto, und ich weise auf die Schlange hin, die eine Gästin laut quietschend dann auch sieht.

Weiter fahre ich abseits der Hauptpad über Okerfontein.


Red-breasted Swallow


Monotonous Lark, oder Sperlingslerche

Ein Hilux hält neben mir und man fragt, was es denn zu sehen gibt. Ich weise auf den Vogel hin, und wortlos fahren die Safaristas weiter.


sollte wieder eine Sabota- Lerche sein, oder?


Häherkuckuck, den ich recht lange beobachten kann, wie er einen Busch nach dem anderen genau inspiziert.
Erneut hält ein Auto und ich werde gefragt, was es denn so gibt. Der Hinweis auf den Great Spotted Cuckoo erntet diese Mal immerhin ein gedehntes "Aaah".


hier gibt es aber auch immer wieder Springbockgeissen mit ihren puscheligen, frisch gesetzten Kitzen.

Hinter Springbokfontein halte ich bei der ausgewiesenen Toilet und Picnic- Site, um mir die Beine etwas zu vertreten. Richtig vertrauenserweckend ist das ganze nicht, denn der Schutzzaun ist an mehreren Stellen desolat und liegt auf dem Boden.

Auf der Hauptstrasse entdecke ich wieder eine Schlange, leider ist sie überfahren worden.


Ich fahre weiter über die Nebenstrasse über Goas und Noniams recht ereignislos durch ziemlich dichten Mopanebusch und erreiche gegen Mittag Halali. Hier checke ich für zwei Nächte ein und suche mir einen Stellplatz ganz hinten direkt am Zaun. Ich stelle schon mal das Zelt auf, richte Tisch und Stuhl und esse eine Kleinigkeit. Jetzt in der Mittagshitze lohnt es sich nicht, rauszufahren, deshalb statte ich dem Pool einen Besuch ab, und döse dann auf einem Liegestuhl unter der Schattengaze ein.
Als ich wieder erwache, habe ich mir einen Sonnenbrand eingefangen.

So gegen halbvier Uhr starte ich wieder, das Licht wird langsam akzeptabel.


ich brauche eine ganze Weile, bis ich diesen Quäker bestimmt habe, es ist ein junger Wattled Starling, der laut nach Futter begehrt.
Wieder hält ein Auto, wieder wird gefragt, was ich denn so sehe mit meinem Fernglas. Dieses Mal gibt es ein deutsches "Ach so" zur Antwort. In mir keimt ein Gedanke, was ich die nächsten Male sagen werde, und nebenbei ist der Titel meines zu schreibenden Reiseberichts geboren. "Just birds" halt. B)


S.C., oder Perlhuhn


Red-capped Lark. Sie ist das Highlight auf der Fahrt zum Etosha Lookout. Ansonsten: nichts, nur flirrende, tote Salzpfanne.

Auf dem Rückweg entdecke ich ein Rhino, das aus den Büschen kommend äsend direkt auf mich zu hält.



der Bulle hält weiter frontal auf mich zu, und sicherheitshalber bringe ich wieder etwas Distanz zwischen uns.


genau da, wo ich gerade eben noch gestanden habe, kreuzt das Black Rhino die Pad und trottet weiter über die offene Pläne.

Bei Nuamses geht ein Schwarm Schmarotzermilane runter, sicher mehr als fünfhundert Vögel. Inmitten des Schwarms kann ich einen Zwergadler ausmachen, dieser zieht aber hoch weiter.


jüngerer Schmarotzermilan


und ein adulter Vogel


ein Trupp Streifenmangusten marodiert durch die Gegend


und direkt am Strassenrand finde ich ein Paar Nachtflughühner. Die findet man eher selten bei Tageslicht.


beim Wasserloch Goas verkürzt mir diese junge Hyäne meine Wartezeit, und gegen Sonnenuntergang fahre ich zurück ins Camp.



Nachdem ich mein Abendessen hinter mich gebracht habe, statte ich gegen halbzehn Uhr dem beleuchteten Wasserloch einen Besuch ab. Neben zwei Schleiereulen, die versuchen, ein paar Motten zu fangen, aber direkt von den hier residierenden und zwei noch kleinen Küken führenden Waffenkiebitzen heftig attackiert werden, und ein paar Night Jars, die ebenso von den ums Licht schwirrenden Insekten etwas abhaben wollen, schauen ein ganzes Rudel Hyänen vorbei. Sie trauen sich aber erst ans Wasser, als ein hier trinkendes Black Rhino seinen Durst gestillt hat und wieder im Dunkel der Nacht verschwunden ist.



Gegen halbzwölf Uhr habe ich genug, und gehe ins Bett.

Kosten: Camping Halali 400.- Nam$


Viele Grüsse,
Matthias
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