THEMA: Kavango, Kwando, Kalahari
18 Feb 2016 21:36 #420032
  • fotomatte
  • fotomattes Avatar
  • Beiträge: 2179
  • Dank erhalten: 8545
  • fotomatte am 18 Feb 2016 21:36
  • fotomattes Avatar
Hallo,

meinen diesjährigen Reisebericht möchte ich beginnen mit dem Credo meiner letztjährigen Märchen-Tour:

"Es war eine absolut "runde" Tour, und deshalb wird es im nächsten Winter wohl wieder eine ähnliche Reise geben. Die Pläne nehmen Kontur an."

Nun, die ursprüngliche Planung hätte sich wiederum auf den von mir so geliebten Caprivi-Strip sowie den KTP beschränkt, aber im September hat der treue Toyota Condor, der mich all die letzten Jahre so brav durchs Land geschaukelt hat, sein Leben in der Etosha ausgehaucht. Wegen überhöhter Geschwindigkeit, in einer unübersichtlichen Kurve rausgetragen und seitlich in einen entgegen kommenden, ebenfalls zu nahe der Mitte fahrenden Wagen gedonnert, endete er mit total verzogenem Rahmen im weissen Staub des Nationalparks, gottlob ohne Personenschaden.

Das hatte zur Folge, dass ich mich erstmals neben dem Buchen der Flüge und dem Ausarbeiten einer möglichst wieder runden Tour mit der Frage nach einem fahrbaren Untersatz beschäftigen musste. Nachdem ich drei Angebote eingeholt hatte, allesamt von lokalen Vermietern, kristallisierte sich schnell heraus, dass ich dem sehr guten Angebot von Safari Car Rental nicht würde widerstehen können. Der erst gerade eröffnete Verleiher glänzt mit nagelneuen Fahrzeugen mit ebensolchem Camping-Equipment zu Preisen, wo man bei anderen Händlern ein ausgelutsches fünf Jahre altes Auto bekommt ( wenn man früh genug bucht ).

Das bedeutet dann aber auch, dass, wenn wir schon einen solchen Boliden mieten, wir uns in den so berühmt-berüchtigten Sand Botswanas wagen wollen, also vom Caprivi weiter über Chobe NP nach Savuti und Moremi, und über Maun und Ghanzi von Norden her in den KTP.
Das hat den Vorteil, dass wir nicht die ganze lange Strecke durch Namibia zweimal fahren müssen.
Es bedeutet aber auch, dass ich die Buchungen für die Nationalparks in Botswana schon vorab tätigen muss. Ein Punkt, an den ich mich erstmal gewöhnen muss, denn normalerweise buche ich nichts vor. Ich geniesse es, dass man zur "Regenzeit" in Namibia überall einen Platz bekommt.
Nachdem ich mir eine Tour, auch dank einiger Fomis hier, die mir mit ihren Erfahrungen sehr geholfen haben, zurecht gebogen hatte, habe ich die Buchung der Campgrounds und die Eintritte für die NPs in die überaus kompetenten Hände von "Botswana Footprints" gelegt, und ich habe auch alle meine gewünschten Sites und Dates bestätigt bekommen.

Und so ist folgende Runde zustande gekommen, die sich auf, inklusive der nicht gerade wenigen Game-Drives, 4769 Kilometer summiert hat, gefahren in exakt 28 Tagen:




Wer also meinen Bruder Andreas, mit dem ich schon vor drei Jahren zusammen auf Tour war, und mich begleiten will, darf gerne hier ab und an mal reinschauen.
Die ersten Bilder sind rausgesucht, ab morgen geht´s auf Pad.

bis dahin,
Matthias
Letzte Änderung: 28 Mär 2016 19:28 von fotomatte.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Tanja, Eulenmuckel, Goldmull, Fluchtmann, Andrea 1961, Topobär, buma, namibiafieber, Champagner, Fleur-de-Cap und weitere 14
19 Feb 2016 13:47 #420130
  • fotomatte
  • fotomattes Avatar
  • Beiträge: 2179
  • Dank erhalten: 8545
  • fotomatte am 18 Feb 2016 21:36
  • fotomattes Avatar
06. Januar 2016 :

Als ich gegen Mittag endlich meinen Kruscht gepackt habe, fahren wir kurz nach 13.00 Uhr über feiertäglich leere Strassen und erreichen den Flughafen in Frankfurt drei Stunden später. Nachdem ich mein Bündel aufgegeben habe und erstmals auch mein Handgepäck gewogen wird, bleibt noch Zeit genug, um den langen Weg zum Fernbahnhof zurück zu legen, um Andreas in Empfang zu nehmen, der mit einem Zug aus seiner bayrischen Heimat kommt.
Nachdem er fast pünktlich eingetrudelt ist, geht es wieder den ganzen Weg zurück ins Terminal 2 zur Air Namibia. Das Gepäck ist schnell erledigt, und wir fragen noch nach Plätzen an den Notausgängen. Auch das klappt problemlos, und wir gehen nach oben ins Restaurant, wo es vor zwei Jahren noch den Forums-Treff gab. Hier aber ist alles umgebaut, und nun sitzen wir beim Italiener, bestellen unsere letzten Spagetti und trinken ein letztes Weissbier dazu. Wir verabschieden uns von Marliese, und checken ein.
Pünktlich um 20.10 Uhr verlassen wir Deutschland und entschweben in die Nacht.

07. Januar :

Überpünktlich landen wir auf dem Hosea Kutako International Airport ( der Name ist fast grösser als das Terminal selbst ), und da wir uns nicht mit Bilderknipsen aufhalten, ergattern wir einen Platz ziemlich weit vorne in der Schlange zur Immigration. Die ersten Vögel können wir schon auf die Liste setzen, es sind wie erwartet die Palm Swifts, die niedrig übers Rollfeld jagen.
Unser Platz ziemlich weit vorne nutzt uns aber nicht viel, denn das Gepäck lässt mal wieder auf sich warten.
Während die Passagiere mit Koffern ihr Gepäck zum durchleuchten aufs Band hieven müssen, können wir mit unseren Bags direkt ohne Kontrolle in die Empfangshalle weiter, wo wir schon von Kim, der deutschsprechenden Mitarbeiterin von Safari Car Rental erwartet werden. Während Andreas am ATM Geld zieht, stelle ich mich am einzig geöffneten Wechselschalter an und tausche Bares. Hey, das macht mal richtig Freude! Bei meinem ersten Besuch anno 2005 stand der Nam$ bei unter 1: 9, und nun gibt es mehr als 16,5 Nam$ für einen Euro.
Dann fahren wir, endlich, zur Kapps Farm auf den Hof von unserem Vermieter und erledigen erstmal den ganzen Papierkram und die Bezahlung, was aber recht fix geht, da Kim alle Papiere vorbereitet hat.
Dann erklärt uns Vincent, der Eigentümer der Firma, unseren offensichtlich fast neuen Boliden, einen 3.0 TD Hilux mit Automatik mit allem Schnickschnack wie z. B. Tempomat, Navi, versteckten Safe etc. pp, der drei Monate alt ist und 13402 KM auf dem Tacho stehen hat. Wir sind ziemlich begeistert von dem Wagen, und auch das ganze Campinggeraffel ist neu. Tisch, Stühle, Kocher, Besteck, Verstauboxen, und natürlich, welch ein Luxus, ein Engel-Fridge. Das Dachzelt haben wir abmontieren lassen, denn wir wollen nicht auf unsere eigenen Bodenzelte verzichten. Auch die Matratzen und die Schlafsäcke haben wir unsere eigenen mitgebracht.
Dann werden noch sämtliche ( winzigen ) Lackschäden und kleine Kratzer in der Windschutzscheibe auf dem Übergabeprotokoll vermerkt, wir schmeissen unser Gepäck nach hinten in die Kabine, und fahren mit vielen guten Wünschen vom Hof.


die location kennen viele wegen der "namibischen Stadtmusikanten", neu ist hier aber der Hof von unserem Vermieter.

Automatik. Hm. Da muss ich mich erstmal dran gewöhnen, denn seit meiner Fahrschulzeit vor 37 Jahren habe ich nicht mehr in so einem Auto gesessen.
In Klein-Windhoek gehen wir einkaufen, zuerst zu Biltong-and-Bites und erstehen Rauchfleisch und dreierlei Biltong, dazu Trockenwurst. Dann arbeiten wir uns durch einen gegenüber liegenden Supermarkt und bezahlen für einen überquellenden Einkaufswagen keine hundert Euro. Im Bottle Store rüsten wir die fehlenden Alkoholika nach, in der Drogerie erstehen wir zwei Flaschen "Peacefull Sleep", die wir aber, das sei vorab bemerkt, ( fast ) nicht benötigt haben. Mossies gab es genau an zwei locations.
Danach hält uns nichts mehr in der Stadt, und um die Mittagszeit biegen wir auf die B 1 Richtung Norden ein. Runde fünfzig Kilometer haben wir zu fahren, dann biegen wir wieder nach links ab auf die Farm "Teufelsbach", wo ich das River Camp vorgebucht habe. Irmela und Bruno, ihn kenne ich ja schon vom letztjährigen Aufenthalt hier, begrüssen uns und geben uns unsere ebenfalls vorgebuchte Braaibox. Wir bezahlen, und von Bruno erhalte ich noch zwei Karten vom Farmgelände, denn ich habe geplant, den auf dem Gelände befindlichen Teufelsberg zu besteigen.
Anschliessend fahren wir auf unsere Campsite, vorbei am immer noch verwirrenden Schild bezüglich der Zufahrt, aber nun bin ich ja streckenkundig, und kochen erstmal eine Kanne Tee. Dann fliegen endlich die ganzen Klamotten wie lange Hose, Hemd, Socken und vor allem Schuhe ins Auto und wir machen uns safarifein, also kurze Hose, T-Shirt und Schlappen, denn die mittlerweile nachmittäglichen knapp vierzig Grad sind für uns schmuddelwetterverwöhnten Mitteleuropäer ganz schön heftig.
Wir räumen das Auto ein, und es beginnt zu donnern. Das Gewitter kommt schnell näher, und wir erhalten die erste Dusche der diesjährigen Regenzeit.



unser Bolide im Regen auf dem RiverCamp.

Der Regen bringt eine willkommene Abkühlung, und wir beschliessen den nächsten, vom Camp aus zu sehenden Berg zu besteigen, und nicht den Teufelsberg, denn dazu hätten wir nochmals ein Stück fahren müssen. Nach Auto ist uns aber beiden nicht, und so laufen wir dem trockenen Revier folgend los, bewaffnet mit Fernglas und Kameras.



das Teufelsbach-Revier



unser Berg. Wie ich von Bruno erfahren habe, heisst er Waterberg, weil es an seinem Fuss eine Quelle gibt. Auf dem toten Ast sitzt eine Strichelracke, die sich aber nicht näher als Model zur Verfügung stellen wollte.

Während Andreas etwa ab der Hälfte der Besteigung schlapp macht, quäle ich mich bei mittlerweile wieder deutlich gestiegenen Temperaturen bis auf den höchsten Punkt und werde mit einer grandiosen Aussicht belohnt.



hier oben stossen drei Farmen aneinander, der Blick geht weit Richtung Westen



der Blick zurück Richtung Südosten; hinter dem höchsten Berg, dem Teufelsberg, liegt ungefähr Windhoek.

Zurück auf unserer Campsite bereiten wir uns das Braaipaket mit Oryxsteaks, Boerewors, Salat und Kartoffeln auf einem schönen Feuer, dazu trinken wir die ersten kalten Getränke aus dem Engel. Andreas lernt so auch sein erstes Savannah Dry kennen und lieben.
Der Himmel ist mittlerweile klar, der Sternenhimmel begeistert einmal mehr, dazu singen zwei Perlkäuze, später dann schnarcht eine Schleiereule.

Kosten für Campingplatz: 100 Nam$ pP
Kosten für Braaipaket: 100 Nam$ pP

Der nächste Tag gilt dem Streckemachen, bis dahin
Matthias
Letzte Änderung: 19 Feb 2016 15:00 von fotomatte.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Tanja, Eulenmuckel, Fluchtmann, Andrea 1961, lilytrotter, Topobär, freshy, Lotta, speed66 und weitere 12
20 Feb 2016 12:54 #420279
  • fotomatte
  • fotomattes Avatar
  • Beiträge: 2179
  • Dank erhalten: 8545
  • fotomatte am 18 Feb 2016 21:36
  • fotomattes Avatar
08. Januar :

Wir haben herrlich geschlafen und sind wunderbar erholt. Schon im Morgengrauen sind wir zu Fuß unterwegs und stellen den Vögeln nach. Aber wie ich erst jetzt bemerkt habe, ist nicht ein einziges Foto entstanden, den ganzen Tag nicht. Manchmal ist mir halt nicht nach knipsen, und ich geniesse "nur" mit den Augen.
Nach unserem ersten Buschfrühstück und einer Dusche packen wir zusammen, geben den Braaikorb ab, und nach einem kleinen Plausch mit Irmela und Bruno übers Wohin, sind wir gegen kurz nach acht Uhr wieder auf der B 1. Hier lernen wir dann auch die Vorzüge der Automatik und vor allem des Tempomaten schätzen. So kann man, bei eingestellten 95 km/ h, wunderbar cruisen und nebenher den Luftraum beobachten, was denn alles so an Geiern und Greifen in der Luft ist.
In Otjiwarongo sind wir ziemlich genau gegen High Noon, und wir beschliessen, im Spar die heisse Theke zu besuchen.
Neben Samoosas und Lamb Chops finden wir auch noch alle restlichen Artikel, die wir entweder gestern vergessen hatten oder die nicht vorrätig waren, wie etwa unseren heissgeliebten Lemon Juice, der sich prächtig sowohl in Tee wie auch im abendlichen GT macht.
Hinter Otji halten wir im Schatten eines grossen Baumes und verzehren unser Mahl, während wir von Maskenwebern belagert werden, die der Meinung sind, es wäre doch genug für Alle da.
Schon gegen drei Uhr sind wir nach zweimaligen Fahrerwechseln ganz entspannt in Grootfontein, wo wir das erste Mal hundert Liter Diesel in die Tanks laufen lassen.
Ohne besondere Sichtungen, jedenfalls erinnere ich mich nicht an Herausragendes, erreichen wir den Vet Fence. Doch. Halt. Unmittelbar vor dem Kontrollpunkt steht links ein Eland, aber hinter dem Zaun einer Game Farm, und gezäuntes Wild "zählt" nicht.
Wir passieren den mutmasslichen Abdreh zum Mangetti NP, aber nach wie vor gibt es keinerlei Hinweise entlang der B 1. Ursprünglich wollte ich hier unseren ersten Game-Drive einlegen, aber nach Berichten von Leuten, die unmittelbar vorher dort waren und abgeraten haben, weil die Fahrspur sehr zugewachsen sein soll und man entsprechend wenig Aussicht hat, habe ich diesen Plan verworfen und den Tag dem Kwando zugeschlagen, was sich mehr als bezahlt machen wird.
Rundu lassen wir diesmal links liegen, und nach dem Ort rumpeln wir über die Pad, die ein paar Monate vorher einer gewissen Lehrerinnnen-Gang den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hat, ganz easy Richtung (O)kavango zur Kaisosi River Lodge, wo wir uns einen schönen Stellplatz auf Gras unter einem Baum mit eigenem Ablution-Häuschen raussuchen können. Wir stellen die Zelte auf und erkunden dann erstmal den Uferbereich, was denn hier so alles kreucht und vor allem fleucht.
Auf Selberkochen haben wir nach dem langen Fahrtag keine grosse Lust, dank unseres Engels besteht auch keine Gefahr, dass uns die Boerewors schlecht werden könnte, und wir entscheiden uns für die offene Plattform des Restaurants der Lodge mit direktem Blick aufs Wasser und nach Angola. Hier fliegen ohne Unterbrechung die verschiedensten Vögel flussauf und ab, insbesondere erinnere ich mindestens einen Baumfalken, der über dem Wasser Libellen jagt. Derweil blitzt es im Norden in Angola ohne Pause, für einen hörbaren Donner ist das Gewitter aber ( noch ) zu weit weg.
Wir geniessen die ersten GT´s, darauf habe ich mich soo gefreut, und verspeisen einen Greek Salad und einen Cheeseburger mit Chips, alles frisch gemacht und lekker.
Hier kommen zur Dämmerung tatsächlich ein paar Mossies angesirrt, und wir hüllen uns das erste Mal in eine Wolke Peacefull Sleep, dann ist wieder Ruhe.
Sterne sind keine zu sehen, mittlerweile hat es komplett zugezogen.
Mitten in der Nacht fängt es zu regnen an. Blöd nur, dass ich wieder mal kein Überdach aufgezogen habe. Also muss ich raus in den pladdernden Regen, ans Auto und die zweite Haut rausholen und überziehen. Dann muss ich erstmal das Zelt trocken legen, dem Klopapier sei Dank. Total nass und mittlerweile durchgefroren krieche ich in den Schlafsack und schlafe sogar wieder ein.
Ein Kugelblitz mit gleichzeitigen Urknall weckt mich wieder auf. Der ist ziemlich direkt hier eingeschlagen, denn die Lodge liegt stromlos im Dunkeln.
Sonst verlief die Nacht störungsfrei. B)

Kosten: Camping 110.-Nam$ pP


Der nächste Tag sieht uns auf der B 8 Richtung Osten, und es gibt auch wieder Bilder zu sehen.

Grüsse, Matthias
Letzte Änderung: 20 Feb 2016 14:15 von fotomatte.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Eulenmuckel, Fluchtmann, lilytrotter, Topobär, Champagner, Guggu, tiggi, rolfhorst, Logi, loeffel und weitere 8
20 Feb 2016 14:02 #420294
  • fotomatte
  • fotomattes Avatar
  • Beiträge: 2179
  • Dank erhalten: 8545
  • fotomatte am 18 Feb 2016 21:36
  • fotomattes Avatar
09. Januar :

Andreas hatte zwar sein Überdach drauf, musste aber mitten in der Nacht, wohl nach mir, ich habe nichts davon bemerkt, trotzdem raus und sein Zelt umstellen, denn er lag in einem kleinen See und hatte Wassereintritt im Fußbereich. Sowas kann einem entspannten Schlaf hinderlich sein.
Am Morgen ist der Regen abgezogen, aber es ist stark bewölkt. Nach dem Frühstück gehen wir erst mal wieder Vögel beobachten, die es hier bei dem grossen Baumbestand der Lodge in Hülle und Fülle gibt. Wir spekulieren darauf, dass sich die Sonne durchsetzen wird, und wir unsere Zelte nicht nass einpacken müssen.
Zwar kommt die Sonne doch nicht so schnell durch, aber es wird auch ohne sie warm, und gegen 10.00 Uhr sind wird reisefertig.
Wir fahren zurück auf die B 8 und vertrauen uns dieser nun nicht durch spektakuläre Aussichten oder anspruchsvolle Fahrtstrecke berühmt gewordenen Strasse an.
Und so erreichen wir völlig ereignislos Divundu, biegen nach rechts ab und dann auf die Pad zur Mahangu Lodge. Fast ist es mir wie heimkommen, denn ich bin nun zum vierten Mal hier.
Wir checken für die nächsten drei Nächte ein und stellen unsere Zelte auf. Mittlerweile brennt auch unser Zentralgestirn wieder vom Himmel, die Temperatur nähert sich der vierzig Grad-Marke, und die ausgelegten Schlafsäcke trocknen schnell durch.
Beim Weg von der Reception zu den Campsites bemerken wir in einem Marulabaum ein winziges, aus Grashälmchen und Spinnweben geflochtenes Nest in zwei Metern Höhe. Vorsichtig ziehe ich den Ast etwas nach unten, es befinden sich drei winzige Eier darin. Die Frage nach dem dazu gehörigen Elternvogel klärt sich schnell, denn als wir zurück kommen, sitzt das Weibchen auf dem Nest, den Schnabel weit geöffnet, denn nicht nur uns ist es heiss.



Paradise Flycatcher








Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, schnappen wir im nun ansprechenden Spätnachmittagslicht unsere Optiken und erkunden etwas die Floodplains direkt vor der Lodge. Dazu hören wir wieder Hippos grunzen und Coucals singen. Das Leben ist schön.






Woodland Kingfisher-Senegalliest



Common Dotted Border

Es fängt wieder zu grummeln an. Von Botswana her zieht ein Gewitter auf. Wir gehen zurück zur Lodge und genehmigen uns unseren ersten Sundowner im Caprivi auf dem Beobachtungsturm.
Hier können wir auf der anderen Seite des Okavango, also im Bereich der Buffalo Core Area, einiges Wild beobachten, wie etwa Elefanten, Büffel, Wasserböcke, einen Buschbock, ein Rudel Kudus sowie ein Krokodil.



Regenbogen über dem Okavango



Sunset am Okavango. Die kleinen "Muckel" vor den Elis sind von hier recht klein scheinende Buffalos.

Als es zu dämmern beginnt, verlassen wir den Turm und suchen die Lapa der Lodge, direkt über dem Fluss, auf und genehmigen uns wieder zwei heissgeliebte Kaltgetränke.
Normalerweise zeige ich keine Personenfotos, aber dieses hier muss einfach sein. Sieht er nicht einfach.... glücklich aus?



Gin Tonic. Einer geht noch.

Während wir so über dem Fluss sitzen und den Geräuschen der Nacht lauschen, fliegt eine Pennant-winged Nightjar, oder Ruderflügelnachtschwalbe, vorbei. So einen abgefahrenen Vogel habe ich noch nie gesehen. Leider kommt er nicht wie erhofft zurück.
Auf dem Rückweg zum Zelt finden wir noch im Kronenbereich eines Baumriesen einige Epauletten-Flughunde rumcruisen. Sind auch meine Ersten.
Dann grillen wir uns die Boerewors, schön mit angedünsteter Zwiebel und Knoblauch auf Reisbett, dazu ein Bierchen aus dem nie-müde-werdenden Engel. Habe ich schon geschrieben, dass ich "Winter" liebe...

Der nächste Tag gilt wieder mal dem Mahango Park,
dranbleiben,

Matthias
Letzte Änderung: 20 Feb 2016 14:15 von fotomatte.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Eulenmuckel, Fluchtmann, Andrea 1961, lilytrotter, Topobär, Butterblume, Champagner, Guggu, THBiker und weitere 14
23 Feb 2016 13:33 #420761
  • fotomatte
  • fotomattes Avatar
  • Beiträge: 2179
  • Dank erhalten: 8545
  • fotomatte am 18 Feb 2016 21:36
  • fotomattes Avatar
10. Januar :

In der Nacht hat sich das Gewitter bis zu uns vorgearbeitet, und es regnet.
So haben wir es heute nicht ganz so eilig, in den Mahango Park zu kommen, und wir begehren erst gegen sieben Uhr Einlass. Die Lady an der Reception wundert sich noch, dass wir überhaupt in den Park wollen, bei dem Wetter. Dabei nieselt es nurmehr noch.
Da wir keine Rücksicht auf den Sonnenstand nehmen müssen, fahren wir gleich links ab in Richtung Okavango-Floodplains. Zuerst steht nicht viel Wild auf den Wiesen, vielleicht halten sie sich eher im Busch auf.

Wir finden


Tsessebes und Impalas,


während direkt neben uns ein Flock Cut-throat Finches die Samenstände der Gräser filzt.


Impalas kann ich gut leiden, ich mag diese grazilen Antilopen

Dann folgen bei zwischenzeitlich wieder stärker werdendem Regen einige Vögel, die dank des Regens wohl keine Lust haben, weiter zu fliegen.


Burchell´s Glossy Starling-Riesenglanzstar


Marico Flycatcher


Crested Francolin-Schopffrankolin ( für mich eine neue Art--jupiduh :) )

Als wir an die Stelle kommen, wo wir letztes Jahr den anschleichenden Leoparden hatten, ist wie im Vorjahr der Kindergarten Impalas vor Ort, was man von der Katze nicht behaupten kann. Haben wir aber auch nicht erwartet. :blush:





Als nächstes lassen wir einer wirklich grossen Pantherschildkröte, die uns auf der Pad entgegen kommt, die Vorfahrt.



Beim grossen Baobab, es ist mittlerweile Mittag durch, zaubern wir einen Lunch aus dem Auto, immer wieder unterbrochen von ein paar Fotos. Es scheint zwar noch immer keine direkte Sonne, aber der Regen ist durch, und es wird schnell drückend warm.


Wattled Cranes und Lechwes


Crimson-breasted Boubou-Rotbauchwürger


Steppenzebras

Dann widme ich mich etwas der Insektenwelt.


Common Hottentot Skipper


Common Diadem


Libellen gibt´s natürlich überall, wo es Wasser hat.


die junge Gabelracke hätte wohl auch gerne was von unseren Käsecrackern?

Dann fahren wir weiter Richtung botswanischer Grenze. Hier blühen Mengen kleinerer Sträucher und verströmen einen betörenden süsslichen Duft.



In einem grösseren Baum sitzt ein Vogel, den wir längere Zeit überhaupt nicht einordnen können, aber letztlich finden wir raus, dass es sich um einen jugendlichen Grossen Honiganzeiger handelt.


Greater Honeyguide, ein junges Männchen

An der Brücke über den Omuramba Thinderevu direkt vorm Borderpost blüht es an den Randstreifen, und hier fliegen hunderte Schmetterlinge, um die üppige Nektarquelle zu nutzen.


Angola White Lady

Dann fahren wir die selbe Strecke wieder zurück.


Grosser Kudu


Elefantenbulle


Meerkatze


zum Schluss der Vierbeiner gibt es noch einen Chobe-Buschbock.

Aber ein paar Vögel gehen noch?


White-backed Vulture


sie gehören ja auch zu den Vögeln, irgendwie, aber viel zu oft nehmen wir sie nicht ganz für voll. :unsure: Die Strausse.


Souza´s Shrike. Nochmals eine neue Art für die längerwerdende Liste.

Dann haben wir genug, und gegen zehn vor Sechs verlassen wir den Park, und widmen uns auf unserer Campsite dem süssen Nichtstun, wenn Trinken diverser Getränke als solches durchgeht. Essen gab´s auch, aber was wir gekocht haben?

Der nächste Tag sieht uns, wie langweilig, im Mahango Park. :woohoo:

bis dahin,
Matthias
Letzte Änderung: 26 Feb 2016 13:45 von fotomatte.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Eulenmuckel, Fluchtmann, Andrea 1961, lilytrotter, ANNICK, Topobär, Butterblume, Birgitt, Champagner, freshy und weitere 14
25 Feb 2016 12:40 #421084
  • fotomatte
  • fotomattes Avatar
  • Beiträge: 2179
  • Dank erhalten: 8545
  • fotomatte am 18 Feb 2016 21:36
  • fotomattes Avatar
11. Januar :



kurz vor Sechs am Kavango ist die Welt noch in Ordnung. Über uns hat es noch ein dickes Wolkenband, aber im Osten kündigt sich ein makelloser Tag an.


in den Floodplains vor der Mahango Lodge hat sich Bodennebel gebildet.

Kurz nach sechs Uhr passieren wir wieder das Gate zum Park, die Lady vom Counter ist noch nicht am Platz, also werden wir beim rausfahren einchecken, wir kennen uns ja aus.

Da heute mit Sonne zu rechnen ist, fahren wir gleich durch bis kurz vor den Grenzübergang Mohembo und biegen dann auf die Looproad nach links ein. So haben wir die Sonne eher im Rücken.

Gleich beim Abdreh stehen ein paar Giraffen.





Sie sind aber nicht alleine unterwegs, denn direkt vor ihnen grasen ich meine fünf Sable-Bullen, und wenigstens an einen können wir uns so anschleichen, dass wir ihn zwischen den Büschen frei bekommen.





Dann bekommt er uns mit, und die ganze Truppe verzieht sich mehr in die Büsche. Aber wenn wir schon mal on foot unterwegs sind, nehmen wir diesen Carmine Bee-eater auch gleich noch mit.



Beim Aussichtspunkt Kwetche, da, wo wir gestern gepicknickt haben, sitzt in dem abgestorbenen Baum, wo vor zwei Jahren der Kampfadler sass, heute ein Schmarotzermilan und putzt ausgiebig sein Gefieder.


Yellow-billed Kite

Hier erkunde ich etwas den kleinen Wald, eigentlich in der Hoffnung, irgendwo in den breitkronigen Bäumen eine ruhende Eule zu finden, aber ich muss kleinere Brötchen backen...


von diesen rotpelzigen, winzigen Spinnen rennen viele hier über den Sand.
Dank Birgit und Werner weiss ich nun, daß es sich um eine Riesen- Samtmilbe, oder Giant Red Velvet Mite, handelt.


wahrscheinlich ein Scarlet Tip, auf jeden Fall ein Colotis.


ein schon ziemlich abgeflogenes Blue Pansy-Weibchen.

Wir haben ziemlich viel Zeit im Wäldchen zugebracht und viele Vögel in den oberen Stockwerken beobachtet, so etwa Trupps von Goldbugpapageien und Pirole, und mittlerweile ist es schon mächtig warm geworden. Vor allem aber steht die Sonne recht hoch, das Fotolicht ist alles andere als schön, und wir beschliessen, langsam zurück zur Lodge zu fahren.


den Long-toed Plover nehmen wir noch mit, denn auch ihn kann ich als neue Art auf die Liste setzen. Aber das Licht...

Noch eine neue Art, und da ist mir das Licht ziemlich Schnuppe. Boahh, so ein schönes Tier.


junger White-headed Vulture-Wollkopfgeier


von unserer Annäherung hält sie nicht viel. Adultes Wollkopfgeier-Weibchen.


diesen im Flug knallorangefarbenen Nachtfalter muss ich eine ganze Weile suchen, aber ich finde sein Versteck.


ein paar Weissrückengeier sassen in benachbarten Bäumen, wird wohl seinen Grund haben.


auch dieses Pärchen Fish Eagle-Schreiseeadler können wir nicht undokumentiert lassen, aber den Adlern ist ebenfalls warm. Sie hecheln mit offenem Schnabel.

Und so verlassen wir den Park, zahlen unseren Obulus und nehmen auf unserem Platz erstmal ein ordentliches Frühstück zu uns, bevor wir mit der Kamera bewaffnet den Vögeln hier auf dem Gelände nachstellen.


Davon handelt der nächste Teil, bevor es nachmittags nochmals in den Park geht.


Kosten für Mahango Game Park: 40.- Nam$ pP plus 10.- Nam$ p Auto


bis dahin,
Matthias
Letzte Änderung: 22 Nov 2016 22:17 von fotomatte.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: kalachee, Hanne, Fluchtmann, Andrea 1961, lilytrotter, ANNICK, Topobär, Birgitt, Champagner, BriZA und weitere 16
Powered by Kunena Forum