THEMA: Die Märchen-Tour
24 Feb 2015 15:06 #374756
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Hi Bele,

sorry, für mich war das von vornherein klar, dass es sich um ein nicht ausgefärbtes Ex. handelt, habe ich aber so nicht geschrieben. Asche usw. , du weisst schon. :)

Das ist übrigens ganz klar ein Nachteil meiner Reisezeit im Hochsommer-- es fliegen überall die ausgeflogenen Jungvögel rum und tragen mit ihren Übergangskleidern zu allerlei Verwirrung bei. Ein verschmerzbarer Nachteil. :silly:

Das Verbreitungsgebiet im Übrigen passt für beide Arten, es überschneidet sich grosszügig, obwohl grundsätzlich der Braune S. die eher nördlichere Art ist.

Wo siehst du weisse Höschen ? Du bist offensichtlich TU geschädigt und siehst Höschen, wo´s keine ( oder nur braune ) hat. :whistle: :blush: Also, ich seh nix in der Art, und ich kann mir die Bilder in voller Auflösung ansehen... :dry:

Da ich aber mit der mir zur Verfügung stehenden Literatur nicht wirklich weiter komme, ist das ein immaturer Schlangenadler. Punkt.

Noch was zur Vogelfotografie. Ich habe das ja nur so im "vorbeigehen" betrieben, und nicht gezielt einzelne Arten versucht bestmöglich abzulichten. Da fehlt mir einfach die Geduld.

Aber es gibt ein paar Arten, da habe ich schon etwas gesteigerten Ehrgeiz aufgewendet--bei dennoch zumeist überschaubarem Erfolg.

Ein Beispiel hierfür ist die überaus attraktive Königswitwe-Shaft-tailed Whydah.



nicht mehr als ein Beweisbild



der Schwanz krumm, der Hintergrund viel zu wirr und unruhig.



ein schöner Rücken...



motivlich unbefriedigend, das schwarze Auge im schwarzen Kopf abgesoffen...



ungünstige Perspektive, so schräg von unten. Dadurch ist der Schwanz verkürzt.



künstliches Ambiente--ist nicht so mein Ding.



gegen den Himmel--langweiliger Hintergrund, schwierig zu belichten.



dann endlich--das passt soweit. Nee, ist ein unspektakuläres Weibchen.

Und so bleibt nur dieses natürlich nicht an Eulenkuckel-Qualität heran reichendes Foto als mein bislang Bestes.



verbesserungsfähig, ist schon klar. Aber ich komme wieder...

Ach ja, die ganzen unscharfen oder mit Schärfe vor oder hinter dem Motiv liegenden Bilder natürlich brauchen nicht extra erwähnt werden, die gibt´s auch zuhauf.

liebe Grüsse,
Matthias
Letzte Änderung: 24 Feb 2015 15:12 von fotomatte.
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26 Feb 2015 12:37 #374986
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Heute im Angebot: Insekten und Reptilien

Fangen wir mal mit den "schönen " Insekten an, den Schmetterlingen. So arg viele neue Arten habe ich nicht gefunden.



den Common Diadem hatte ich letztes Jahr schon gezeigt, allerdings als etwas gerupftes Exemplar. Dieser hier hingegen muss erst kürzlich geschlüpft sein.


dieser eher grössere Bläuling gehört wohl zu der Gattung Lepidochrysops.




White-cloaked Skipper- der war neu für mich. Am meisten habe ich gestaunt, als ich ihn jetzt bestimmen wollte und gesehen habe, dass er zu den Dickkopffaltern zählt. Ungewöhnlich für einen Falter mit rund 40 mm Spannweite.


das ist ein Colotis oder Orange Tip. Aber welche Art genau?



das müsste ein Lemon Tip Weibchen sein.

Käfern wird allgemein schon eher weniger Zuneigung zuteil.

Blister Beetle oder Ölkäfer



wohl ein Rosenkäfer



hier lasse ich mir gerne weiter helfen...

Weiter geht es zu den Schrecken, den schrecklichen.



eine der vielen Kegelkopfschrecken, die ich etwas triezen musste, damit sie die Flügel zeigt. Gerupft war sie aber schon vorher.

Nun folgen ein paar Gottesanbeterinnen, die auf der Fensterbank oder im Gerank vor dem Fenster auf Jagdbeute angesessen haben.






die beiden habe ich nachts geblitzt,



während diese Gelb-Braune



wie auch die Grüne tags fotografiert wurden.



gehört die zu den Spitzkopfschrecken?

Bleiben noch die Roten Wespen. Wie ich weiss, sind diese sehr aggressiv, und ich habe sie auch aus gebührendem Abstand beobachtet, wie sie ihre Nester an den Feigenkakteen gebaut haben. Da sich hier auch die Nektarvögel rumgetrieben haben ( siehe Bilder weiter vorne ), habe ich wohl mal rückwärtig nicht richtig aufgepasst, und ehe ich mich versehen konnte und wusste, wie mir geschieht, hing mir so eine Wespe mitten auf der Nase und hat zugestochen. Meine Abwehrversuche waren nicht sonderlich erfolgreich, das Vieh sass fest, und erst als sie eine zufrieden stellende Menge Gift abgepumpt hatte, liess sie von mir ab. Tut höllisch weh, deutlich schmerzhafter wie ein Hornissenstich. Ich bin schnell zurück in die Küche und habe mit einem Eiswürfel den Zinken gekühlt, so hörte es bald wieder auf zu bluten. Angeschwollen ist die Nase trotzdem, aber nach zwei Tagen war nichts mehr zu sehen.


Obacht sag ich nur!

Bleiben noch die Reptilien. Da sind wir schnell durch, denn ausser einer


Leoparden-Schildkröte, die ich beim Postenfahren an einer Tränke gefunden habe


bleibt diese justament das Licht der Welt erblickt habende "Striped Skaapsteker" meine einzige ( lebendige ) Schlange dieses Mal. Schade, es hätte einfach mal mehr regnen müssen. Der afrikaanse Name ist übrigens totaler Bokkiemist, bedeutet er doch sowas wie "Sheepkiller".

Damit Guggu nun nicht zuu lange warten muss, gibt es demnächst hier die Erdmännchen-Bande,
bis dahin und mit vielen Grüssen
Matthias
Letzte Änderung: 20 Jun 2015 21:12 von fotomatte.
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27 Feb 2015 12:54 #375162
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Na schön, nun also Erdmännchen, oder Surikate, oder Meerkat, oder Scharrtier :

Von meinen vorherigen Besuchen hier kenne ich mindestens zwei Baue, die von den umtriebigen Kerlen bewohnt werden.
Das Problem mit diesen Flitzern ist, dass sie permanent die Baue wechseln. Aber beim Postenfahren sehe ich, wie ein Wächter auf einem Bau ziemlich nahe beim Haus steht. Da es gegen Sunset geht, bin ich mir sicher, dass sie hier übernachten werden.
Und so habe ich mir mittels zweier Stangen und einem Camouflage-Gewebetuch, welches ich extra für diesen Zweck mitgebracht habe, ein einfaches Hide gebaut. Runde dreissig Meter entfernt, das sollte reichen, damit die Tiere nicht gleich Reissaus nehmen. Noch ein Campinghocker dahinter gepackt, und der nächste Morgen kann kommen.

Da die Erdmännchen keine Frühaufsteher sind, reicht es völlig, so ab Sonnenaufgang vor Ort zu sein-- wenn es denn einen Sonnenaufgang gibt. Heute nicht, und so dauert es eine ganze Weile, bis der Wächter mal die Lage sondieren kommt.





Wenn er die Übersicht hat, und keine Gefahr zu erkennen ist, kommt nach und nach die ganze Truppe raus. Die Jüngsten zum Schluss.

Eine Überprüfung am Abend hat ergeben: die Erdmännchen sind nicht da.
So widme ich mich ein paar Vögeln und finde rein zufällig die Truppe bei ihrem neuen Zuhause, rund fünfhundert Meter weiter.


neuer Morgen, neuer Bau. Heute mit Sonne. Und da ich hier ja keinen Hide habe, nähere ich mich langsam und ganz offen und setze mich ca. zwanzig Meter entfernt an einen Baumstamm. Die anfängliche Nervosität legt sich schnell, und bald wuselt es nur so um mich rum.



scharfe Krallen






da ich sitzend nur wenig von dem Bau einsehen kann, stehe ich langsam hinter dem Stamm auf, und mit erhöhter Position lässt sich jetzt noch mehr Einblick in das Familienleben nehmen. Mindestens aus zwölf Tieren besteht die Familie, davon sind fünf Junge.






bald lässt das Interesse an mir nach, und man widmet sich wieder den Dingen, die für ein Erdmännchen essentiell sind.



Scharren



Fellpflege

Auch dieser Bau bleibt nicht langfristig das Domizil, aber schon am nächsten Morgen finde ich sie wieder.







Die abendliche Kontrolle ergibt: die Truppe wird hier übernachten. Gut so. Denn mittlerweile ist Stefan wieder aus Swakop zurück gekehrt, und er hat noch immer keine echten, also einheimischen Surikate gesehen. Sie sind extra eine Nacht bei der Blutkoppe gewesen -war ein Tipp von mir- aber auch dort : keine Erdmännchen. Nun aber, endlich soll es gelingen.



derselbe Bau abends



plötzlich kommt der Weisse angeprescht, und die Erdmännchen wenden ihm ihre Aufmerksamkeit zu. Naja, alle bis auf Einen.



die Augään links



vier Minuten später ist die Sonne hinter einer Wolkenbank verschwunden.



Schwänzchen in die Höh.



es gibt sie tatsächlich. Echte, namibische Erdmännchen. Ein Fluch ist gebannt--Stefan muss anerkennen, es gibt sie wirklich, sie sind keine Fabelwesen. Ein Märchen.






und wiederum mit dem Wächter beende ich das Kapitel Erdmännchen, denn wir haben zwar am nächsten--unserem letzten Morgen auf der Farm--nochmals nach ihnen gesucht, sie waren aber wieder umgezogen. Warum, das gibt es im nächsten Kapitel zu lesen und zu sehen.

bis dahin,
Matthias
Letzte Änderung: 27 Feb 2015 13:23 von fotomatte.
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01 Mär 2015 18:21 #375457
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Nun also der letzte Morgen auf der Farm. Stefan und Annette fliegen heute Abend zurück in den Winter, während Hilde -Annettes Mutter, die ich zwischenzeitlich mal am Flughafen abgeholt hatte - und Bastian mit mir aufbrechen werden, den Caprivi zu rocken.

Noch einmal machen Stefan und ich uns auf zu den Erdmännchen, aber schon von Weitem sehen wir Dampf aufsteigen aus dem Bau. Was ist denn hier los? Wir können uns keinen Reim auf diese Erscheinung machen und schleichen langsam näher.






eine Dreiergang jugendlicher Punker hat den Bau übernommen, die Erdmännchen haben ob der vermutlich streng riechenden Bande das Weite gesucht. Jedenfalls haben die Schweine aus dem Bau eine Sauna gemacht, so dampft es. Und zwar mehrere Minuten lang.



völlig unbekümmert äsen die Drei immer näher an uns heran, bis sie fast schon um uns rum sind. Dann bekommen sie Wind von uns, und mit steil aufgerichteten Antennen geht die Post ab in den Busch.




Was bleibt noch zu erwähnen?
Ah ja, Löffelhunde habe ich zweimal gesehen. Einmal waren sie zu dritt, einmal waren es zwei Elterntiere mit drei Jungen.




Und Hartebeester stehen in den Tagesrandlagen gerne auf den Weiden. Sie haben jede Menge Nachwuchs dabei.







Das soll es mal mit Viehzeugs gewesen sein.

Aber ein paar Stimmungsbilder will ich noch zeigen. Die Wolkenformationen haben teils für dramatischen Himmel gesorgt.



Morgenstimmung









hier habe ich geraume Zeit auf dem Boden gesessen, den Ameisen getrotzt, und auf einen dekorativen Blitz gewartet. Aber entweder war ich zu langsam, oder es wollte sich einfach kein Blitz zeigen, bis ich mit erschöpftem Zeigefinger halt ohne diesen ausgelöst habe.



Gewittermorgen, sogar ein paar Tropfen haben es bis auf den Boden geschafft.



nun denn: der letzte Morgen, die schmale Sichel des Neumonds steht hoch am Himmel.



eine Eiswolke ( so kenn ich das normalerweise, aber geht das im Hochsommer in Namibia ? ) steht über der Farm, die aufgehende Sonne zaubert die Spektralfarben hinein.



der letzte Sonnenaufgang des diesjährigen Aufenthalts hier.

Am Abend zuvor gab es noch einmal ein Braai in geselliger Runde, und vom letzten Sunset stammt dieses Sundowner-Stilleben.



Und da sich an diesem Abend alle Gewitterwolken aufgelöst haben, und der Mond ja erst gegen Morgen als schmale Sichel aufgehen wird, habe ich mich mithilfe von Stefans Stativ mal an ein paar Sternenbildern versucht. Ich probiere ein paar Einstellungen mit unterschiedlicher ISO-Zahl und Belichtungszeiten, und ich bin nicht unzufrieden mit meinen Erstlingen.






Sogar eine Sternschnuppe ist ganz rechts mit drauf.


Das nächste Kapitel sieht uns auf Pad in Richtung Norden.
Bis dahin,

schönen Sonntag,
Matthias
Letzte Änderung: 03 Mär 2015 10:47 von fotomatte.
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03 Mär 2015 19:26 #375800
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17. Januar :

Nachdem wir also unseren letzten Begang abgeschlossen haben, gilt es zu packen.
Zuerst der ganze Camping-Krempel für uns drei und schliesslich noch das Gepäck der zwei Heimkehrer obendrauf, so ist der Condor voll bis unters Dach.
Nach einem letzten Mal im Pool und dem ganzen Verabschiedungsbohei--man kennt das ja, Küsschen hier, Küsschen da, Keiner will sich so richtig losreissen, war halt wieder Mal soo schön hier-- geht es pünktlich auf die Minute um 16.00 Uhr durch´s Tor, und völlig ereignislos bringen wir die rund hundertdreissig Kilometer bis zum Intern. Flughafen hinter uns. Hier setzen wir Stefan und Annette ab. Tschüüss, und guten Flug.
Dann eilen wir zur Christuskirche, wo Hilde sich mit ihrer Schwester verabredet hat, die hier im Chor singt. Die Probe ist pünktlich aus, die Mitbringsel werden übergeben, und wir verlassen Windhoek in nördlicher Richtung.

Dank der Vermittlung von Daxiang habe ich auf der Teufelsbach-Farm die Campsite reserviert und auch ein Abendessen bestellt. Auf die Minute um 19.00 Uhr, so hatte ich mir das grob ausgerechnet, sind wir am Haupthaus. Alles Bestens. Kurze Begrüssung, und Bruno erklärt uns, wie wir zur Campsite finden, denn ich möchte noch im Hellen die Zelte aufbauen. In einer Stunde wird´s dunkel, also hingemacht. Ist eigentlich ganz einfach, durch drei Gates hindurch, je zweimal rechts halten. Das kann sogar ich mir merken.

Wir fahren los, und irgendwann nach einem Tor kommt ein merkwürdiges Hinweisschild mit einem Pfeil geradeaus und einem nach rechts. Dazwischen steht "4x4 only". Ja wie jetzt. Na, ist doch klar. Bruno hat gesagt: "Zweimal rechts". Einmal haben wir schon, nun also der zweite Abdreh. Bald windet sich die Pad in Richtung Flussbett. Zwei Fahrspuren gibt es hier. Eine geht geradewegs ins Rivier, da mag ich nicht reinfahren, das sieht nach Sand aus-nach viel Sand. Die wiederum rechte Spur geht in Serpentinen den Hang hoch und führt eher zurück. Ich steige mit Bastian aus und will die Lage sondieren.
Wir treffen auf einen Arbeiter der Farm, der aber nur schlecht englisch spricht. Aber er will uns den Weg zeigen. Er setzt sich auf den Beifahrersitz, und lotst mich geradewegs ins Bachbett. Der Weg wäre gut, und es ist auch nicht weit bis zum Camp. Na gut, also los. Zum Teil geht es über recht blockiges Gelände, wo ich nur ganz langsam drüber hoppeln kann, um nicht aufzusetzen. Dann folgen ein paar Stücke über festen Kies, jedenfalls sind wir schon mehr als zwei Kilometer im Bachbett unterwegs. Klarer Fall von afrikanischem "nicht weit". :blink: :unsure:
Und dann sehe ich vor mir eine ausgewachsene Sandbank, und die Fahrspur geht mittendurch. Ich weiss genau, dass ich da ohne 4x4 nicht durchkommen werde, aber Alles wieder zurück fahren? :sick: Die Sonne geht gerade unter, und ich gebe Gas. Wir schaffen die halbe Sandbank, dann hängen wir fest. Sofort lasse ich Luft aus den Reifen, Bastian und der Arbeiter schieben, und so hoppeln wir noch etwas weiter, aber der Sand ist zu tief. Keine Chance. :evil: :evil: :evil:

Mit Hildes Cellphone rufe ich bei Bruno an, die Verbindung ist nicht dolle, nur ein Balken, aber es reicht, um zu erklären, wo wir stecken.
Bruno´s Neffe will sich auf den Weg machen und uns retten. Die Perlhühner baumen lautstark auf, ein Perlkauz ruft. Es wird dunkel. :whistle:
Ich laufe im Bachbett zurück und dem Auto entgegen. Im letzten Licht kommt unsere Rettung, wir hängen ein schon ziemlich zerschlissenes Seil ein, das auch prompt reisst. Seil abgebunden, nächster Versuch, der Condor kommt frei.

Es geht nun bei Dunkelheit immer weiter das Rivier abwärts, und noch einmal kommt eine kleinere Sandbank, wo ich nochmals Schlepphilfe brauche. Dann endlich stehen wir an der Campsite. :woohoo: Jedenfalls weiss ich jetzt, wie der Bach hier zu seinem Namen kommt. :blush: :evil: :pinch:

Nun aber schnell die Zelte aufgebaut, und dann fahren wir wieder zurück zum Haupthaus.
So runde eineinviertel Stunden sind wir verspätet zum Abendessen.
Aber Bruno hat mitgedacht, denn es gibt Szegediner Gulasch mit Nudeln, und Gulasch wird ja eigentlich immer besser, je länger es köchelt. Dazu ein kaltes Bier, und wir können ankommen.
Es schmeckt vorzüglich, und nach dem Essen verquatschen wir uns noch eine ganze Weile, dazu schaue ich mir Daxiang´s Fotobücher an. Nach einem weiteren Bierchen nehmen wir den Weg zurück zu den Zelten unter die Räder.
Ist überhaupt kein Problem, wenn man das seltsame Schild richtig interpretieren kann. ( Bruno hat versprochen, dass Schild so abzuändern, dass es eine klare Aussage erhält. :cheer: B)

Kurz vor 23.00 Uhr kriechen wir in die Schlafsäcke, gute Nacht.

Bilder gibt es heute keine, ich habe einfach nicht dran gedacht. :evil:

Der nächste Tag ist ein reiner Fahrtag. Wir fahren in einem Rutsch durch bis Rundu an den Okavango--endlich wieder.
Bis dahin,
Matthias
Letzte Änderung: 03 Mär 2015 19:32 von fotomatte.
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05 Mär 2015 11:44 #376099
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18.Januar :

Wir haben herrlich geschlafen, denn hier zwischen den Bergen hat es nachts deutlich abgekühlt.
Jetzt bei Tageslicht können wir endlich etwas vom Camp und der Umgebung erkennen.
In südwestlicher Richtung steht ein markanter Berg, der mich reizen könnte, da mal hochzusteigen. Es ist der Teufelsberg, wie mir Bruno später sagt. Beim nächsten Mal dann.
Ich nutze die schönen Ablutions, und da wir nicht so lange warten wollen, bis das Wasser im Donkey warm wäre, stelle ich mich unter die kühle Dusche. Recht erfrischend.
Da heute Sonntag ist, und wir nicht vor 8.00 Uhr am Haupthaus auftauchen wollen, reicht die Zeit für ein Müsli-Frühstück und einen heissen Tee, dann brechen wir die Zelte ab und rumpeln langsam zurück.
Bruno pumpt uns die Reifen wieder auf, wir schnacken noch kurz. Das war ein perfekter Stop-Over für uns hier, und ich werde sicher wieder hier her zurück kommen. Ab 8.20 Uhr sind wir zurück auf der B 1, und es hat heute erstaunlich wenige LKW´s. Ach ja, ist ja Sonntag.
Die Fahrt über Okahandja und Otjiwarongo ist ereignislos, sieht man mal von zahlreichen Mäusebussarden, welche gerne auf den Masten neben der Strasse ansitzen, und hunderten von Schmarotzermilanen ab, die sich in der aufkommenden Thermik in grossen Pulks ohne Flügelschlag nach oben schrauben.
Hinter Otji versucht vor uns ein solcher Milan eine überfahrene Schlange von der Pad zu klauben, und ich drehe extra um, um zu sehen, wen es da erwischt hat. Es war eine etwa zweieinhalb Meter lange Black Mamba. Der Kopf ist total platt, das dürfte nicht so einfach werden für den Vogel, die Schlange hier weg zu bekommen.
In Grootfontein tanken wir, und weiter geht es durch langweiliges Farmland entlang nicht endenwollender Zäune.
Endlich ändert sich das Landschaftsbild, die ersten Palmen tauchen auf. Sie sehen ziemlich schlecht aus, ziemlich vertrocknet. Vielleicht hatten sie auch Frost abbekommen.
Mit dem Durchfahren des Vet-Zauns am Mururani-Gate ändert sich das Bild komplett. Hier gibt es keine kommerziellen Farmen mehr, Subsistenz-Landwirtschaft prägt das Bild. Die Dörfer stehen direkt an der Strasse, oftmals gibt es Verkaufsstände mit Feuerholz, Bauholz, gebündeltem Gras oder Schnitzereien und getöpferten Tonkrügen. Willkommen in Schwarz-Afrika.










Überall gibt es kleine Shops und Shebeens, und die Menschen sitzen im Sonntagsstaat im Freien in geselliger Runde.









"Paint Namibia"



Töpferei-Stand



Herden von Nguni-Rindern werden nach Hause getrieben.



Die B 1 ist die Pulsader für zahlreiche Menschen im Caprivi, aber auch in Sambia, Botswana, Malawi und Zimbabwe.
Viele Güter werden hier nach oder von Walvis Bay transportiert.

Am Nachmittag erreichen wir Rundu, und zuerst fahren wir an den Look-out-Point am westlichen Ende der Stadt, um einen ersten Blick auf den Okavango River zu werfen. Endlich, nach zwei Jahren, wieder hier.




Wir steuern die Tamboti-Lodge an, die ich ja von meinem letzten Aufenthalt kenne. Aber das neue Management will keine Camper mehr, und so fahren wir weiter bis zur Sarasungu River Lodge. Mit 75.-Nam$ pro Nase ist der Platz angemessen preiswert. Es gibt zwar einen schönen grünen Rasenplatz für die Zelte unter schattenspendenden Bäumen, aber die Ablutions könnten etwas mehr Aufmerksamkeit vertragen. Die Gebäude versprühen den späten "Charme" von FDGB-Ferienheimen. Die Chalets jedoch sehen ganz nett aus.
Aber für uns ist es OK. In den Bäumen sind zahllose Vögel unterwegs wie Paradiesschnäpper, Pirole, Grautokos.
Wir stellen die Zelte auf, und bereiten das Abendessen vor, dann müssen wir aber schnell ein paar Schritte zum Fluss machen, denn ein wahres Spektakel zeichnet sich am Abendhimmel ab. Unser erster Sundowner am Okavango.









Nach diesem flammenden Inferno bereiten wir unser Nachtmahl zu. Die Security--immerhin drei Mann-- kommt vorbei und stellt sich vor. Scheint nötig zu sein, so in Steinwurf-Entfernung zu Angola. Dann kriechen wir in die Zelte. Die rund 700 KM lange Fahrt hat doch angestrengt.

Der nächste Tag führt uns weiter östlich wiederum an den Okavango.

viele Grüsse,
Matthias
Letzte Änderung: 05 Mär 2015 18:23 von fotomatte.
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