THEMA: 3 Wochen Hochzeitsreise - Südafrika zum Ersten
19 Jun 2019 15:44 #559445
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Als Forumsneuling werde ich mich dann auch einmal im Schreiben von Reiseberichten versuchen. Meine Frau und ich sind im Frühjahr 2018 für drei Wochen durch Südafrika gereist. Dies war unsere erste Erfahrung mit dem afrikanischen Kontinent (10 Tage Makadi Bay in Ägypten klammere ich jetzt mal aus) und wir haben die Reise sehr genossen und eine Menge toller Erfahrungen gesammelt. Die Sichtungsfee hat es auch sehr gut mit uns gemeint.

Wir haben die Reise komplett selbstständig organisiert, sind mit einem Mietwagen unterwegs gewesen und haben alle Unterkünfte im Internet ausgesucht und im Voraus gebucht. Preismäßig haben wir versucht bei den Unterkünften zwischen 50 – 100 € pro Nacht für ein DZ zu bleiben, was uns mit Ausnahme der Lodges in den Nationalparks auch wirklich gut gelungen ist. In den Parks haben wir uns drei teurere Lodges gegönnt, die aber im Rahmen von Flitterwochen von der Frau genehmigt wurden.

Anreise

Ich werde leider am Donnerstag vor unserer Anreise von einem starken Infekt niedergestreckt, so dass meine Frau einen sehr hektischen Freitag mit Packen und Krankenpflege hinter sich bringen muss. Nachdem der ärztliche Notdienst aber meint, dass ich viel Wasser trinken soll und dann eine baldige Besserung eintreten wird, trete ich die Reise auch angeschlagen an. Von so etwas werde ich mir ja den Urlaub nicht versauen lassen. So habe ich dann vermutlich auch die zweifelhafte Ehre, der erste Afrikaneuling zu sein, dessen Magen sich in Afrika von den europäischen Strapazen erholt hat.

Unsere Reise beginnt in Kapstadt und wir sind fliegen direkt ab München mit der Lufthansa. Zum innerdeutschen Zubringerflug, inkl. Umsteigen am Flughafen München gibt es auch nicht viel zu erzählen. Meine Frau genießt die gastronomischen Möglichkeiten am meiner Meinung nach bestem deutschem Flughafen , während ich mich auf die Reise freue. Der Nachtflug geht auch schnell vorüber. Ich habe nur das Gefühl, dass vom Service nur sehr spärlich Getränke nachgeschenkt werden. Gekoppelt mit dem stattlichen Preis eines Lufthansa-Flugs und der Tatsache, dass man an der Premium Economy mit Wasserflasche am Platz vorbeimarschiert, ärgere ich mich hier ein wenig. Da sollte die Lufthansa, gerade im Vergleich zu z.B. Emirates oder Garuda, definitiv nachbessern. Diese Einschätzung ist aber subjektiv und kann auch an meiner körperlichen Verfassung gelegen haben.

Die Ankunft in Kapstadt geht dann reibungslos vonstatten. Instagram-Models, die schon die Schlange bei der Immigration für ausführliche Fotodokumentationen nutzten, sorgen für erste Unterhaltung auf der Reise. Auch am Mietwagenschalter spielt sich ein Drama ab, da ein Paar völlig überrascht ist, dass die Kreditkarte der Buchung / des Fahrers am besten auch vorgelegt werden sollte. Unsere Übergabe funktioniert problemlos und wir erhalten einen etwas in die Jahre gekommen, aber voll funktionstüchtigen Toyota Corolla den wir in der nächsten Zeit sehr zu schätzen lernen.

Im nächsten Schritt erkunden wir dann Kapstadt und Umgebung, dann auch mit Fotos :cheer:

Als Appetizer schon mal eine Foto-Collage, die wir nach dem Urlaub gemacht haben.

Letzte Änderung: 03 Jul 2019 17:59 von Tomlinson2.
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21 Jun 2019 21:50 #559679
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1. Tag - Kapstadt

Nach der Mietwagenübergabe fahren wir schnell zum Hotel, um unser Gepäck abzulegen und uns nach dem Nachtflug kurz umzuziehen. So gestärkt, können wir dann direkt mit der Erkundung von Kapstadt beginnen. Wir entscheiden uns für eine Sightseeing-Tour auf einem Hop-On – Hop-Off Bus, da uns der Flug noch ein wenig in den Knochen steckt und wir beide auch nicht genau einschätzen können, wie die Sicherheitslage genau aussieht. Dies wird nicht dadurch verbessert, dass uns die Dame an der Hotelrezeption darauf hinweist, dass wir uns auf gar keinen Fall irgendwo zu Fuß aufhalten sollten.

Einer der ersten Stopps auf der Rundtour des Busses ist der Tafelberg, der in strahlendem Sonnenschein vor uns liegt. Wir entscheiden uns aber, den Berg erst am nächsten Tag zu besichtigen.



Weiter fährt der Bus dann einmal rund um die Halbinsel und an Camps Bay vorbei und es bietet sich eine tolle Aussicht auf die Strände Kapstadts. Wenn möglich, ist ein Platz in der 1. Reihe toll, auch wenn die Frontscheibe eine gründliche Reinigung vertragen könnte.





Zur Mittagspause steigen wir dann an der Waterfront aus und essen hier sehr lecker. Für den Rest des Tages erkunden wir die Gegend rund um die Waterfront zu Fuß.



Auch die erste Nashornsichtung wird so am ersten Tag abgehakt.



Unser erster Eindruck von Kapstadt ist sehr positiv, allerdings zollt der lange Flug langsam seinen Tribut und so fahren wir dann doch recht früh zum Hotel. Hier bezahle ich erstes Afrikalehrgeld. Der freundliche Mann mit Warnweste, den ich beim Einparken gefragt habe ob es in Ordnung wäre hier zu parken, hat dies als Aufforderung verstanden auf das Auto aufzupassen. Er hat über 7 Stunden auf unser Auto aufgepasst und ist entsprechend wenig begeistert, von der Dauer unserer Stadtbesichtigung. Absolut unsicher, was man jetzt als Trinkgeld geben sollte, habe ich ihm 100 Rand gegeben, was dann zu einem lautstarken Streit zwischen ihm und einem konkurrierenden Parkplatzwächter führt.
Abends genießen wir noch (ohne Kamera) von der Dachterrasse den Sonnenuntergang mit Blick auf den Tafelberg und gehen einfach früh schlafen. Am nächsten Tag ist unser erstes Urlaubshighlight geplant.
Letzte Änderung: 03 Jul 2019 18:03 von Tomlinson2.
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21 Jun 2019 22:15 #559680
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Kapstadt - 2. Tag

Direkt nach dem Frühstück fahren wir mit dem Auto nach Hout Bay und checken zum Seal Snorkelling bei Animal Ocean ein. Die Firma scheint einen großen Wert auf Nachhaltigkeit zu legen, die Ausrüstung ist top in Ordnung und das Personal ist sehr freundlich und voller Begeisterung für die marine Welt. Nach einem Briefing geht es dann mit einem Minibus zum Hafen, wo unsere Gruppe auf ein Zodiac umsteigt und die kurze Fahrt von ca. 15 Minuten zur Seelöwen-Kolonie beginnt.
Schon während der Bootsfahrt sehen wir jede Menge Seelöwen und je nach Jahreszeit gibt es auch die Chance Wale zu sehen. Bei der Kolonie angekommen, zeigt sich dann sehr schnell, warum zusätzlich zum Neoprenanzug eine Weste, Haube und Handschuhe verteilt wurden. Das Wasser ist kalt. Richtig kalt. Ich halte es die gesamten 50 Minuten aus, aber meine Frau geht nach 20 Minuten aus dem Wasser gegangen und guckt sich die Kolonie vom Boot aus weiter an. An Bord des Zodiacs gibt es direkt heiße Getränke und warmes Wasser, dass in den Neoprenanzug gekippt wird. Kombiniert mit der deutlich höheren Lufttemperatur wird einem so aber sehr schnell wieder warm. Die Seelöwen im Wasser sind diesen Temperatursturz aber mehr als wert.
Die Tiere sind unter Wasser beeindruckend schnell und wendig. Insbesondere die Jungtiere zeigen ein großes Interesse an den Schnorchlern und sind geradezu verspielt. Wenn man die eigenen Bewegungen reduziert und einfach im Wasser treibt, schießen innerhalb von Sekunden Seelöwen auf einen zu, um erst in letzter Sekunde abzudrehen. Es wird sich gegenseitig gejagt, Luftsprünge vollzogen und der merkwürdige Mensch konstant im Auge behalten. Die folgenden Fotos sind Screenshots aus einem GoPro-Video und deswegen von der Qualität nicht ganz so hochwertig.















Auf dem Rückweg und zurück in der „Basis“ von Animal Ocean kommt es dann zu einem sehr angeregten Gespräch über die Zukunft der Seelöwenkolonien von Südafrika. Die Überfischung und Meeresverschmutzung setzen den Tieren leider zu. Für uns sehr irritierend ist es auch, dass ein Gast trotz mehrfacher Bitten der Mitarbeiter es schafft, seine Dusche sehr lange laufen zu lassen. Teilweise dauert dies mehrere Minuten, ohne dass er wirklich drunter steht. In Anbetracht der Wasser-Situation aus dem Frühjahr 2018 mit dem stetig näher kommenden Day Zero für uns wirklich nicht nachvollziehbar.

Nach diesem gelungenen Vormittag ist geplant, mit der Seilbahn auf den Tafelberg zu fahren. Hier stellt sich schnell heraus, dass das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machen will. Der Berg ist komplett von Wolken umhüllt. Zum großen Erstaunen der Mitarbeiter, die uns mehrfach fragen ob wir wirklich bei „Zero Visibility“ auf den Berg fahren möchten, kaufen wir uns dennoch die Tickets für die Gondel und die Auffahrt beginnt. Die Schlange bei der Seilbahn besteht aus uns und drei Mitarbeitern der Station auf dem Berg. Das sah am Vortag bei strahlendem Sonnenschein noch ganz anders aus.



Die Aussicht vom Berg stellt sich dann doch eher eingeschränkt dar.



Oben auf dem wolkenverhangenen Berg entwickelt sich für uns eine ganz besondere Atmosphäre. Außer uns sind nur sehr wenig andere Touristen auf dem Berg. Wir können uns so ganz auf die Natur des Berges konzentrieren.





Aus meiner Sicht, ist es am Ende fast ein Glücksfall das der Berg so wolkenverhüllt ist. Ich beschäftige michzum Beispiel sehr intensiv mit der Fynbos-Flora. Vermutlich hätte ich diese sonst eher ignoriert, um ein schönes Foto der nächsten spektakulären Aussicht vom Berg zu schießen.





Nach ca. einer Stunde wird das nassfeuchte Klima dann doch ein wenig unangenehm und wir entscheiden uns wieder abzufahren. Es ist schon bizarr, wie man aus den Wolken wieder ins sonnige Kapstadt herabfährt.



Den Abschluss des Tages bildet dann eine Hafenrundfahrt, die in unserem 48-Stunden-Ticket für den Hop-On Hop-Off-Bus enthalten ist. Die Tour bietet ganz interessante Einblicke auf die Waterfront von Kapstadt und den Fischereihafen.



Erschreckend ist jedoch, wie viele Seelöwen man mit Verletzungen und Schlingen um den Hals sieht.






Auch am zweiten Tag gefällt Kapstadt uns sehr gut. Das 48-Stunden-Ticket des Sightseeing-Bus nutzen wir intensiv zur Fortbewegung und würden wir so jederzeit wieder kaufen. Das Seal-Snorkelling ist für mich eines der Highlights der gesamten Reise. Ich würde es jedem naturbegeisterten Kapstadt-Besucher sofort empfehlen.



Morgen werden wir dann einmal um die Kap-Halbinsel fahren.
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03 Jul 2019 12:41 #560735
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*Problem gelöst*
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3. Tag – Rund um das Kap der guten Hoffnung
Am heutigen Tag machen wir einen Tagesausflug rund um das Kap. Wir entscheiden uns beim Frühstück, im Uhrzeigersinn zu fahren und wählen als erste Station Muizenberg. Hier steigen wir aus, spazieren am Strand entlang, beobachten Surfer und Radfahrer und machen die obligatorischen Fotos mit den bunten Badehäuschen.



Nach einem ca. halbstündigen Aufenthalt steigen wir wieder in unseren Toyota Corolla und fahren weiter zur Pinguinkolonie nach Boulders Beach. Die Parkplatzsuche gestaltet sich etwas schwierig, da unser Reiseführer den nördlichen Parkplatz empfiehlt. Hier sollen weniger Menschen unterwegs sein, die Beschilderungen führen aber alle zum größeren Parkplatz. Nach 2 Wendemanövern ist der Parkplatz aber gefunden.



Auf dem Weg zum Eingang kommt uns eine riesige Truppe an Bustouristen entgegen, die bei mir Sorgenfalten aufsteigen lassen. In der Anlage an sich, hält sich die Anzahl an Touristen aber in Grenzen. Ich denke, man muss ein wenig Glück haben, dass man nicht gleichzeitig mit einer Busreise bei den Pinguinen ist. Gänzlich allein zu sein ist eh völlig illusorisch und in einer solchen Nähe zu einer Großstadt wie Kapstadt denke ich auch nicht zu erwarten. Völlig begeistert entdecken wir nach kurzer Zeit unseren ersten Pinguin in den Sträuchern.



Nach 5 Minuten können wir uns losreißen und folgen dem Weg ein bisschen weiter. Hier relativiert sich die vorherige Sichtung von einem Pinguin, da zu unserer Überraschung hunderte Pinguine am Strand und auf den umliegenden Felsen sitzen. Es ist schön zu sehen, dass die Tiere brüten.







Ebenso wie das Schnorcheln mit den Seelöwen am Vortag, würde ich einen Besuch der Pinguinkolonie jedem Kapstadt-Besucher empfehlen. Man kommt durch die eigens angelegten Wege auf Holzstegen nahe an die Tiere heran, ohne das Gefühl zu haben die Tiere zu stören. Für uns geht es jetzt erstmal weiter in Richtung Kap. Schon bei der Anfahrt zum eigentlichen Nationalpark ist die Aussicht spektakulär.



Im Park angekommen, fahren wir langsam in Richtung des Kaps der Guten Hoffnung, genießen die Landschaften und auch einige Tiere sind zu sehen.





Angekommen am Kap entscheiden wir uns auf die motorisierte Fahrt zu den Aussichtspunkten zu verzichten und wandern stattdessen ein wenig. Auch hier werden wir wieder mit tollen Aussichten belohnt. Die gesamte Landschaft rund um das Kap gefällt uns ausgesprochen gut.









Witzig finde ich den Touristenauflauf rund um das Schild zum Kap der Guten Hoffnung. Das obligatorische Foto muss hier von wirklich allen gemacht werden, wir überspringen die Schlange aber erst einmal und klettern wieder ein wenig in die „Berge“. Als norddeutscher Flachlandbewohner werden hier die Kletterfähigkeiten bis auf das Äußerste strapaziert. ;) Immer wieder können wir in unseren Urlauben beobachten, dass auch nur ein kurzes Verlassen der Hauptroute die Touristendichte massiv senkt. Oben angekommen, sind wir fast alleine und können den Ozean auf uns wirken lassen. Nach dem Abstieg machen wir dann doch noch ein paar Fotos mit dem bekannten Schild. Man muss ja beweisen können, dass man wirklich im Urlaub gewesen ist.





Nach diesem tollen Highlight fahren wir langsam weiter durch den Westen des Parks, bis wir von einer Affenbande aufgehalten werden, die überhaupt keine Anstalten machen die Straße zu verlassen. Ein Mitarbeiter des Nationalparks hat hier weniger Hemmungen und sorgt im hohen Tempo hupend für freie Bahn.





Die Rückfahrt nach Kapstadt über den Chapmans Peak Drive gerät leider etwas enttäuschend, da starker Neben aufzieht und die Sichtweite deutlich absinkt. Wir haben den Tag trotzdem genossen und entspannen im Hotel. Ab morgen beginnt dann der erste Teil unserer Rundreise über Oudtshoorn – Plettenberg Bay – Jeffreys Bay und den Addo Elephant National Park zum Inlandsflug ab Port Elizabeth.
Letzte Änderung: 03 Jul 2019 12:48 von Tomlinson2.
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06 Jul 2019 21:01 #561020
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4. Tag - Über die Route 62 nach Oudtshoorn

Wir haben vor Beginn unserer Reise relativ lange überlegt, wie wir von Kapstadt zur Garden Route fahren. Die „klassische“ Route verläuft ja entlang der Küste, meistens mit Stop in Hermanus zur Walbeobachtung. Zu unserer Reisezeit im Februar / März ist aber nicht mit Walsichtungen an der Küste zu rechnen. Wir haben uns stattdessen für die Route 62 durch die Karoo-Wüste entschieden, um noch mehr unterschiedliche Landschaften zu sehen und eine Wüste zu erleben. Als sinnvolles Endziel unserer Tagesetappe hat sich dann Oudtshoorn angeboten.
Kurzer Exkurs: Ich habe relativ lange mit dem Gedanken gespielt in Südafrika an einem Shark Dive im Käfig teilzunehmen, mich dann aber aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Auch mit unserer gewählten Reiseroute hätte es z.B. nicht mehr gepasst. Hat hier jemand aus dem Forum schon einmal Erfahrungen gemacht? Ich würde in meinem Leben gerne einen weißen Hai sehen und das Käfig-Tauchen erscheint mir da als einzig sinnvolle Option.

Unsere Route raus aus Kapstadt führt uns über den Highway 1 bis Worcester. Wir sind erstaunt, wie schön die Landschaft direkt neben der Autobahn ist.





Bei Worcester biegen wir dann auf die R60 zum Montagu-Pass, ab dem die eigentliche Route 62 erst beginnt. Vor uns erstreckt sich weites Land mit wenig Verkehr, eine herrliche Fahrt. Zur rechten Seite liegt die Gebirgskette, die die Karoo vom wesentlich grüneren Küstenstreifen trennt. Leider sehen wir gar keine Wildtiere. Vielleicht sind wir hier auch mit falschen Vorstellungen von Südafrika in den Urlaub gestartet.



Im Internet wurde mehrfach Ronnies Sex Shop als Pflicht-Stop auf der Route angepriesen. Der Geschichte nach, hat Ronnie hier mitten in der Karoo mit mäßigem Erfolg einen Shop eröffnet. Erst als seine Freunde nach einem nächtlichen Gelage den „Sex“-Zusatz an die Wand malten, strömten die Touristen herbei.



In der Praxis ist es interessant, die Sticker / Kleber / Fähnchen von Besuchern aus aller Welt zu sehen. Die von uns bestellten Burger sind aber bestenfalls als genießbar zu bezeichnen. Auch die Bar ist als Autofahrer eher sinnlos.
Je mehr wir uns Oudtshoorn nähern, umso trockener wird die Landschaft.



Unser treuer Toyota Corolla.



Wir kommen gegen Mittag in Oudtshoorn an und beschließen nachmittags noch an einer wirklich interessanten Führung über eine Straußenfarm teilzunehmen. Man kann die Tiere auch füttern und sich auf Straußeneier stellen. Die Straußeneier halten das Gewicht meiner Frau problemlos, ich riskiere es lieber nicht.





Zum Abschluss der Führung geht es in einem offenen Fahrzeug durch das Straußengehege. Man kommt den Tieren sehr, sehr nahe. Wir erzählen den Straußen lieber nicht, dass unser Plan für den Abend vorsieht ihre Verwandtschaft zu verspeisen.

Letzte Änderung: 06 Jul 2019 21:15 von Tomlinson2.
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