THEMA: Angola: über die „Straße der Deutschen“
05 Okt 2017 19:57 #491512
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  • Olli am 05 Okt 2017 19:57
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Vielen Dank für die vielen Kommentare, Inputs und „Richtigstellungen“. Wer Afrika bereisen möchte, der sollte nicht allzu deutsch denken und nach „Minimalvorschriftenlage“ reisen!

Nochmals: Seit 2010 bereise ich mehrmals jährlich Angola mit Gästen aus dem deutschsprachigen Raum, … und nun glaubt mir bitte: Alle meine Gäste benötigen ein Visum, ein Einladungsschreiben, Impfpapiere, und… und… und …seit neuestem (September 2017) ein persönliches Visagespräch in einer Vertretung Deutschland! Alle von mir bisher genutzten Grenzübergänge von Namibia nach Angola hatten explizit nach dem Einladungsschreiben gefragt und sie dann auch gestempelt. Einmal war nur eine Kopie (unbeglaubigt) enthalten, - das kostete uns vier Stunden Überredungskünste, eine Palette Tafel Lager und noch etwas …! Ich bestehe bei „meinen“ Gästen daher weiterhin auf alle von der Botschaft Angolas und dem Konsulat in Frankfurt / Main geforderten Papiere und gebe das hier auch so weiter!

Tatsächlich unterscheiden sich bei Einreise nach Angola die Anforderungen an die Papierlage von Grenzstation zu Grenzstation! Vor drei Wochen überquerte ich bei Santa Clara die Grenze nach Angola. Dort forderte man von mir erstmals drei Fotografien des Fahrzeuges von allen Seiten plus eine Kopie der Lizenzpapiere. Ich hatte sie dabei! Ich war vorbereitet! Irgendwann vor langer Zeit hatte ich einmal von diesen Fotografien gehört! Als „Afrikaner“ ist man darauf vorbereitet! Es ging dann doch erst mit Verzögerung weiter, weil das Computersystem in Sta. Clara abstürzte. Ich vermute jedoch, daß der Absturz nichts mit den sieben deutschen Pässen zu tun hatte, die nacheinander abgearbeitet werden mußten.

Also, liebe Leute, geht auf Nummer sicher, …und laßt Euer europäisches „Minimalanforderungsdenken“ etwas mehr in den Hintergrund treten, wenn Ihr Euch außerhalb des Pauschaltourismus durch Afrika bewegen möchtet!

@Peter und die anderen Angolainteressierten:
Ich werde weiterhin sporadisch über Angola (und…?) berichten.

@Lillytrotte:
„Alte Südwester“ (wenn Du damit Namibier meinst?) benötigen überhaupt nichts! Sie reisen spontan über die Grenze. Südafrikanische Staatsbürger (übrigens egal welcher Hautfarbe!) haben die gleiche Papierlage zu erfüllen wie (meine) deutsche(n) Bundesbürger, sie haben nur persönlich in Pretoria zu erscheinen um dort auch Fingerabdrücke zu hinterlassen.
Es geht also nicht um Revanchismus o.ä. wie Du dies mit Deinem letzten Absatz durch die Blume ausdrücken möchtest.

Euch allen herzliche Grüße aus Windhuk, Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
Letzte Änderung: 05 Okt 2017 20:00 von Olli.
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05 Okt 2017 20:28 #491514
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Touristenvisum

Vorzulegende Unterlagen:

1- An das Generalkonsulat der Republik Angola in Frankfurt am Main gerichteter Schreiben, zwecks Beantragung des Visums. Nachstehende Angaben zum Begünstigten sollten enthalten sein:

Vollständiger Name;
Staatsangehörigkeit;
Eltern (Name und Staatsangehörigkeit);
Geburtsdatum;
Nummer ,Gültigkeit und Ausstellungsort des Passes;
Grund und Dauer der Reise

2- Antragsformular, ordnungsgemäß ausgefüllt und vom Antragsteller oder Begünstigten unterzeichnet;

3- Zwei aktuelle biometrische Fotos mit weißem Hintergrund;

4- Internationaler Impfpass;

5- Reisepass im Original mit mind. 6 Monaten Gültigkeit und Kopien der Seiten, aus denen die Reisebewegungen

ersichtlich sind;

6- Fotokopie des Hin- und Rückflugtickets in die Republik Angola.

7- Nachweis über den Besitz ausreichender finanzieller Mittel in Höhe von USD 200,00 pro Aufenthaltstag in die Republik Angola und die Verfügung einer Unterkunft in Angola.

1- Dieses Visum wird zu Freizeit-, Kultur- Tourismus- oder zu familiären Zwecken gewährt;

2- Dieses Visum muss innerhalb von 60 Tage nach Ausstellungsdatum benutzt werden und gilt für 60 Tage Aufenthalt in der Republik Angola. Es darf zwei Mal verlängert werden;

Dem ist nichts hinzuzufügen.
Grüße
Eva&Alfred
www.globenomaden.at
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05 Okt 2017 20:41 #491515
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Egal was Reiseunternehmen schreiben, an die möglicherweise andere Bedingungen gestellt werden als an Individualtouristen – man richtet sich als Individualtourist IMMER danach, was auf der Seite der Botschaft/des Generalkonsulates steht: www.generalkonsulat-.../Touristenvisum.html
Und damit ist man auf der sicheren Seite.

Und nein, Olli, ich meine mit „Alte Südwester“ NICHT Namibier. Ich meine genau das, was ich schrieb.
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06 Okt 2017 06:52 #491528
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Nun steht Aussage gegen aktuelle Erfahrung. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! ;-) Ich werde bei meinem Grenzübertritt nach Angola nächste Woche ganz gezielt versuchen meine Gäste ohne Einladungsschreiben durch das Prozedere zu bringen. Das Ergebnis werde ich nach meiner Rückkehr in vier Wochen in einem neuen Thema hier im Namibia-Forum bekanntgeben.

Eigentlich wollte ich in diesem Thread hier über „die Straße der Deutschen“ berichten. Nun verliert sich dieses gefühlvolle Thema leider in so einer lästigen Detaildiskussion.

Da es nun eh verwässert ist, möchte ich Dir, Lillytrotte, an dieser Stelle noch eine Sache erklären, die mir schon sehr ans Herz geht:
Ich bin auch ein „Alter Südwester“. Das ist nämlich eine Herzenssache und keine Paßangelegenheit. Als „Alter Südwester“ ist man kein Krieger, kein Rassist und keiner der für die Sache der Apartheid oder gar die Buren kämpft oder gekämpft hat! Ein „Alter Südwester“ ist jemand, der in diesem Land aufgewachsen ist als es noch anders hieß. Wer sich „Südwester“ nennt, wer unseren Dialekt spricht und wer so für Namibia fühlt wie wir, der kann auch Namibier sein, muß es aber nicht! Es gibt viele „Alte Südwester“, die leben nun in Australien, Südamerika und auch in Deutschland. Sie haben das Land vor der Unabhängigkeit verlassen und identifizieren sich eventuell noch mit der Vergangenheit so stark, daß sie nicht in Namibia leben wollen. Ich bin nach der Unabhängigkeit wieder zurückgekehrt, weil ich als „Alter Südwester“ nicht mehr in Deutschland leben konnte, vor Heimweh fast vergangen bin und wieder zurück nach „Südwest“, in das Land meiner Jugend wollte. Ich lebe noch immer in Südwest, in „meinem“ Land! Daß mein Land nun Namibia heißt, das macht mir, dem „Alten Südwester“ nichts aus. Hier hat sich, bis auf die Zeit und die Tagespolitik, nichts verändert: Die Menschen in Namibia sind dieselben wie in Alt-Südwest! Womit wir uns auseinanderzusetzen haben sind Fehlinformationen und Verhetzung. Aber damit mußte man sich auch unter den Buren auseinandersetzen!

Das war jetzt mein Schlußstatement in diesem nun so richtig verwässerten Thema! Wer etwas zu den „Alten Südwestern“ zu sagen hat, oder wer etwas zum Unterthema „Grenzprozedur Angola“ beizusteuern hat, dem empfehle ich ein neues Thema zu eröffnen, dann ist diese interessante Thematik auch für Außenstehende in diesem Forum ersichtlich.

Herzliche Grüße aus „Südwest“, Olli
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06 Okt 2017 09:37 #491538
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  • Swakop1952 am 06 Okt 2017 09:37
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lilytrotter schrieb:
Swakop1952 schrieb:
Zufällig bin ich im Besitz eines Dokumentes der angolanischen Botschaft in DE aus dem Jahre 2015, welches besagt, daß der Paßinhaber in der angolanischen Botschaft seines Nationalstaates das Visum beantragen muß, unter Vorlage einer Einladung.
Entweder haben sich die Regeln geändert, aber wenn Du 2015 bereits problemlos ein Visum bekommen hast, dann hattest Du wohl einfach Glück. Und zum Durchkreuzen von Angola haben Bekannte nur ein Visum mit Zeitfenster von 7 Tagen bekommen können, obwohl sie gerne 4 Wochen gehabt hätten. Was Du nennst ist und kann wohl nicht die Regel sein, bzw. konnte. Außerdem ist alles in Afrika wie Sonnenschein und Regen.
Zu dem Thema gibt es eine Menge Beiträge unterschiedlicher Handhabung im Forum der SA 4x4 Community.


Es ist schon erstaunlich, wie schwerfällig man sein kann. Das ist doch nun schon mehrfach diskutiert worden.

Schon im April 2014 schrieb capekiter, dass man als Deutscher Bundesbürger keine Einladung für ein Touristen-Visum braucht: www.namibia-forum.ch...er-etc.html?start=36
Und auch danach war nie etwas anderes auf der Seite des Angolanischen Generalkonsulates in Frankfurt zu lesen. Diese Bedingungen gelten für Deutsche Bundesbürger.
Wir und auch 2 weitere Personen haben 2015 ebenso korrekt ohne Einladungsschreiben alle Visa unabhängig voneinander erhalten.

Man sollte nicht wiederholt unter den Tisch fallen lassen, dass für alte Südwester, die für P.W. Botha gegen Angola gekämpft haben und für Familienangehörige durchaus andere Regelungen gelten. Sicher ist das auch für Südafrikanische Staatsbürger burischer Herkunft anders als für Bundesbürger ohne entsprechende Geschichte.
Es ist wie überall: Nicht für alle Staatsangehörigen gelten die gleichen Regeln, sie werden von den souveränen Staaten auf diplomatischem Wege verhandelt.

So ein absoluter Quatsch *lach. Mit südafrikanischen Paß ist man überall in Afrika mehr willkommen als mit dem Deutschen, in den SADC bzw. ex-Commonwealth Ländern benötigt man kein Visum, ein Visum wird kostenlos eingestempelt, man wird an Grenzübergängen bevorzugt behandelt an allen Schlangen vorbei, und zahlt zumeist weniger als die Hälfte Eintritt als solche besserwissenden deutschen Paßinhaber, die es, ehrlich gsagt, auch nicht besser wissen können. Deshalb reisen auch jene mit "entsprechender Geschichte" sehr viel einfacher und gelassener als jene die ihre Garstigkeiten unterschwellig zu verbreiten suchen! *lach
Diese Diskussion beende ich hiermit meinerseits.
Letzte Änderung: 06 Okt 2017 09:56 von Swakop1952.
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06 Okt 2017 09:41 #491540
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  • lilytrotter am 05 Okt 2017 20:41
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Zur soeben von Swakop1952 vorgetragenen großen Beliebtheit von Südafrikanern in Angola, hier einige Zeilen in denen sich das etwas anders liest, - Olli schrieb: „ Südafrikaner sind in Angola allerdings noch nicht so beliebt. Fährt man mit einer südafrikanischen Registration umher, so sollte man zuerst darauf hinweisen, daß man KEIN Bure ist. Hingegen wird man als „Alemão“ hoch angesehen...“ - www.namibia-forum.ch...se-wert.html?start=6



@Olli
Schau mal, Olli, wir sind hier ja alle in diesem vielseitigen Selbstfahrerforum versammelt und da sind alle Informationen interessant, die einem Individualreisenden nützlich sein können.
Freundlicherweise beteiligst du dich hier hin und wieder.
Weniger interessant allerdings, sind die speziellen Bedingungen, die für Pauschalbucher von deinen Gruppenreisen von Bedeutung sind.

Um also bei einem deiner Kerngedanken zu bleiben, der Sicherheit von Reisenden - bestätigst du mit deinem Dank
folgenden Zustand, den Swakop1952 beschrieb:
„Was man heute als liebe nette friedliche Menschen bezeichnet, die haben zum Teil den damaligen Bewohnern der Farmen zum Teil traumatische Erlebnisse verschafft oder sie auch umgebracht. Aber das ist nun einmal Afrika, man sägt den Ast ab dessen Früchte einen füttern. Bei aller Schwelgerei muß man aber die Realität und Mentalität und Unberechenbarkeit Afrikas wahrnehmen.
Alles Andere wären Illusionen. Nach meinen Informationen hat die Sicherheitslage sich in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise massiv verschlechtert.“

Weiter betont Swakop1952:
„...meine Kontakte sowohl im Westen von Angola (Vater einer Nichte = einheimischer Portugiese) als auch im Ovamboland besagen, daß die Sicherheit im Westen in den vergangenen zwei Jahren rapide abgenommen hat aufgrund der Wirtschaftskrise. Es ist schon ziemlich heftig, jemanden von Luanda aus ohne portugiesische Sprachkenntnisse Richtung Süden schicken zu wollen. Es kann gut gehen, es muss aber nicht. Nach 30 Jahren Bürgerkrieg zählt ein Menschenleben nahezu nichts.“


Das sind ja recht dramatische Einschätzungen und man fragt sich unweigerlich, wie gefährlich aktuell eine Angola-Reise tatsächlich ist?
...ohne sich Illusionen hinzugeben, bei der Unberechenbarkeit Afrikas, bei der massiv verschlechterten Sicherheitslage im Westen, aufgrund der Wirtschaftskrise, insbesondere ohne Portugiesischkenntnisse... B)
„Nach 30 Jahren Bürgerkrieg zählt ein Menschenleben nahezu nichts.“
Irgendwie zum fürchten, das alles...

Mittlerweile ist nicht mehr so ganz klar, wie du das mit der Sicherheit einschätzt:
Eher so, wie Swakop1952, dessen Beschreibung der Sicherheitslage du nichts entgegensetzt und sogar zustimmst
oder so, wie es zuvor bei dir anklang, bevor ich erwähnte, dass man heutzutage als Individualtourist billig nach Luanda fliegen und sich dort auch ein Fahrzeug mieten könne.




Nachtrag:
Gemäß Ollis Wunsch habe ich zum Thema Einladungsschreiben, Visa und Co hier einen extra Visa-Thread erstellt.
www.namibia-forum.ch...vidualtouristen.html
Letzte Änderung: 13 Okt 2017 12:45 von lilytrotter. Begründung: Nachtrag Ergänzung Hinweis Visum-Thread
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