THEMA: Namibia Selbstfahrer-Rundreise (kleine Runde...)
22 Feb 2020 10:08 #580714
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Freitag, 1. Juni 2018 → Namib-Naukluft

Auf der Suche nach den Bergzebras

Wir haben am Morgen gefrühstückt und uns ein bisschen über das transusige Servicepersonal gewundert. Das Büffet wurde immer nur teilweise aufgestellt. Geschmeckt hat es gut, aber man konnte halt nicht mit Obst anfangen, das kam erst eine halbe Stunde später...

Für heute hatten wir vorgesehen im Namib-Naukluft-Park zu wandern und auf die Suche nach den Hartmann-Bergzebras zu gehen. Da mein Fußgelenk aber immer noch sehr geschwollen war und schmerzte, war das leider nicht möglich. An Wandern war nicht zu denken. Schade, wir wollten eigentlich den Olive Trail gehen, der mehrere Stunden dauert und landschaftlich einmalig sein soll.

Georg ist ein bisschen enttäuscht, dass das Wandern ausfällt und vor allem, dass er keine Bergzebras zu sehen bekommt.
Da wir jetzt ja den Rest des Tages nichts mehr vorhaben, trödeln wir noch etwas, sehen unter anderem Bülbüls und GoAway-Birds (Grauschreivögel).





Wir begegnen auch dem zahmen Warzenschwein der Lodge, das als verletztes Jungtier ankam und geblieben ist und dem Hund Gesellschaft leistet.



Wir halten noch einen Plausch mit Godley, dem netten jungen Mann an der Rezeption und brechen dann auf, um die kurze Strecke zum Naukluft-Park zurückzulegen.
Unterwegs auf der D854 sehen wir mal wieder Webernester, in dem Fall an Strommasten.



Ein Greifvogel, den wir als Laien zum Black Breasted Snake Eagle erklärt haben (gerne korrigieren, falls wir falsch liegen...), lässt sich im Flug ablichten, aber insgesamt ist die kurze Fahrt erignislos.





Das Tor zum Namib-Naukluft-Park und Camp ist mit einem Köcherbaum verziert, was wohl ein Hinweis darauf ist, dass man sie im Park tatsächlich hier und da zu sehen bekommt.





Wir fahren durch den Park zur Rezeption, wo wir uns anmelden. Die nette Dame dort erklärt uns, dass wir in der Elegant-Lodge anrufen müssen, aus der wir gerade kommen. Offensichtlich hat Georg seinen Kindle in der Elegant-Lodge gelassen, der unter seinem Kopfkissen gefunden wurde. Und Godley, der freundliche junge Mann, mit dem wir ja noch geschwatzt hatten, wusste ja nun, wohin wir fahren und hat schon dort angerufen, bevor wir überhaupt angekommen sind.
Was nun, müssen wir zurückfahren? Kann man uns den nach Deutschland schicken?
Unter Auferbieten aller Tricks bekommen wir genug Netz, um eine sinnvolle Kommunikation hinzubekommen, wobei die nette Dame an der NWR-Rezeption sehr behilflich ist.
Godley erklärt uns, dass er den Kindle jemandem namens Anthony gegeben hat, der ihn mitnimmt. Aber wohin denn? Kommt der hier im Naukluft vorbei?
Nein, aber auch er ist einen Tag später in Swakopmund, genau wie wir. Okaaaayyy...
Wir sind skeptisch. Wer ist dieser Anthony, und woher sollen wir wissen, dass der nicht mit dem Kindle durchbrennt.
Keine Sorge, sagt Godley, er sorgt dafür, dass Anthony unsere Nr. bekommt, und sich bei uns meldet.
Was für eine Aufregung...
Wir beziehen erst mal unser „Chalet“, das uns sehr gut gefällt, sauber und ordentlich ist und schön ruhig daliegt. Leider ist es recht dunkel und hat auch kein warmes Wasser.







Es gibt Guinea Fowl und Paviane direkt vor der Tür und auch der Wald beginnt da sofort.



Da es dermaßen einladend ist, wollen wir trotz des Fußes noch ein Stück gehen. Direkt hinter den Chalets endet der Waterkloof Trail und den laufen wir jetzt falschherum, wenigstens ein bisschen.





Es ist eine superschöne Landschaft, sehr ruhig und einsam führt der Weg an einem Bach entlang. Wir sehen GoAway-birds, Paviane und sogar einen Klippschliefer.





Aber keine Zebras. Georg ist immer noch nörgelig und schlecht gelaunt. Wahrscheinlich wegen der Zebras, bzw. der nicht-vorhanden Zebras. Dabei sollte das doch hier ihre Heimat sein...
Oder doch wegen des Kindle... Sicher bin ich nicht.
Es gab kleinere und größere Bäume, Köcherbäume und Bäume, die sich komische Plätze zum Wachsen suchen.









Die Landschaft gefällt uns extrem gut und ist ein sehr starker Kontrast zur Namib, die ja überall rundherum ist.









Nach der tollen (wenn auch stark verkürzten) Wanderung geht’s wieder zum Hauptgebäude zum Abendessen.





Es ist ein winziges Gebäude mit nur einer Handvoll Tischen.
Das Abendessen war nicht so überzeugend. Es war ein 3-Gänge-Menü, von dem nur die Suppe gut war, das Steak ging so, aber den Kuchen hätte man sich lieber sparen sollen...
Die Deko ist jedenfalls besser als das Essen.



Wir bekommen den Tipp, auf der Zufahrtsstraße 3KM zurückzufahren, da sei eine Einmündung, und da habe man gute Chancen die unsichtbaren Bergzebras anzutreffen.
Also machen wir uns nach dem Essen auf den Weg durch die stockdunkle Nacht über die alles andere als gute Zufahrtsstraße, um endlich Zebras zu sehen.
Und was soll ich sagen?
Nichts gab's.
Kein Zebra, kein nichts...
Enttäuscht machen wir uns auf den beschwerlichen Rückweg und gehen mal wieder früh schlafen.
Das war auch gut, weil wir in der Nacht von den Pavianen auf unserem Dach geweckt wurden.
So war die Nacht trotzdem recht kurz und wir haben früh eingepackt und sind direkt mit gepacktem Wagen zum Frühstück ins Hauptgebäude gefahren.
Das Frühstück ging so und wir haben uns direkt früh aufgemacht, weil wir ja eine lange Strecke geplant hatten mit mehreren Stopps.

Fazit Elegant Desert Lodge
Uns hat es gut gefallen. Hübsch gemacht, sehr nettes Personal , gutes Essen.
Wir fühlten uns willkommen und alles war viel persönlicher als in der Anib vorher.
Die Nähe zum Sossusvlei ist super und die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft war toll.
Das trödelige Personal beim Frühstück war für uns ein Ausreißer, der zum Rest nicht passte.

Insgesamt: Super, jederzeit wieder.

Fazit Namib-Naukluft-Park
Eine wunderschöne, faszinierende Landschaft, die sehr sehenswert und lohnenswert ist, auch ohne Zebras. Sehr beeindruckend und eine tolle Abwechslung zur umgebenden Wüste.

Insgesamt: Super, jederzeit wieder.

Fazit Namib-Naukluft-NWR-Camp
Sehr freundliche Dame, die bei der Kommunikation sehr geholfen hat. Hübsche Chalets. Aber Essen und fehlendes Licht und Warmwasser, sowie die randalierenden Paviane sprechen dagegen.

Insgesamt: nein, lieber nicht...
Letzte Änderung: 06 Mär 2020 21:45 von Hippoline.
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23 Feb 2020 14:45 #580777
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Samstag, 2. Juni 2018 → Swakopmund

Durch die Namib ans Wasser

Auch beim Weg aus dem Naukluft Mountain Zebra Park hoffen wir immer noch die Bergzebras zu sehen. Aber ruckzuck sind wir am Tor angekommen und fahren das kurze Stück D854, bevor wir auf die C14 Richtung Norden einbiegen.
Als erstes kommen wir nach Solitaire, das eigentlich eine Tankstelle und Bäckerei ist, also tanken wir erstmal.



Heute ist Solitaire aber eher wegen der vielen Autowracks berühmt.













Es gibt ein sehr eindringliches Warnschild. ;)



Georg ist immer noch unglücklich... Sehr hübsch finde ich den Überblick über die verschiedenen Hilux-Ausbauvarianten.



Wir verabschieden uns von dieser sehr speziellen Sehenswürdigkeit und folgen weiter der C14, die die eine oder andere landschaftliche Schönheit bereithält.



Ich hatte vorab an der einen oder anderen Stelle davon gelesen, dass es in der Namib sogenannte „Fairy Circles“ gibt, also kreisrunde Flecken, auf denen gar nichts wächst, und für die es heute noch keine wirklich umfassende Erklärung gibt, nur Erklärungsansätze. Irgendwie hatte ich sie aber als weiter südlich vorkommend abgespeichert und war davon ausgegangen, dass wir sie nicht sehen würden. Aber erstens kommt es anders...





Während wir die Landschaft genießen tauchen sie plötzlich auf der anderen Straßenseite auf – Zebras.







Und Georg stellt ganz begeistert fest, dass es Bergzebras sind. Wir erkennen sie hauptsächlich an dem rein schwarz-weiß gestreiften Hinterteilen ohne die grauen Zwischenstreifen der Steppenzebras. Ich weiß, es gibt noch ein paar Erkennungsmerkmale, aber die Streifen sind für uns das einfachste.





Nachdem die Laune nun gerettet ist, geht es weiter Richtung Norden und wir erreichen wieder die Tropen. Wie schon erwähnt, war hier deutlich mehr los, man muss sich beeilen, dass man das Schild nicht so lange blockiert, andere wollen ja auch noch und stehen Schlange. Auch ist das Schild von einem Haufen Idioten, die überall etwas hinterlassen müssen, schon total entstellt.





Wir folgen weiter der C14 durch die Namib bis herein ins Khomashochland. In der Nähe des Kuiseb-Passes bewundern wir den Kuiseb-Canyon, eins der größten Riviere in Namibia. Sich vorzustellen, dass dort Wasser fließt...



Die C14 führt danach fast geradewegs nach Westen auf den Atlantik zu durch die Wüste. Diese ist hier hellgelb, nicht mehr so orange, wie weiter südlich und phasenweise sieht man wirklich nichts anderes als nur Sand.



Auf der superglatten Sandpiste überholt man manchmal Radfahrer, was schon unwirklich ist, mitten in der Wüste...
Man erreicht Walvis Bay, die zweitgrößte Stadt Namibias nach ca. 140 KM der eintönigsten Fläche, die ich in meinem Leben gesehen habe.

Wir hatten überlegt, den Nationalpark am Pelican Point zu besuchen, wo es neben den Pelikanen auch Robben gibt, uns aber dagegen entschieden, da wir ja noch weiter nach Swakop wollten und uns deshalb wohl nicht in Ruhe Zeit dafür genommen hätten.

Flamingos und andere Vögel gab es in Mengen in der „Flamingo Lagoon und die kann man von der Promenade aus gucken. Wir waren froh, mal aus dem Auto zu sein.







Es bließ ein frischer Wind und wir waren begeistert, nach der Wüste jetzt Wasser, Strand und Palmen zu sehen.



Im Wasser sahen wir etwas, das wie Delphinflossen aussah. Allerdings bewegte es sich sehr wenig.



Georg nahm die „Delphine“ mit dem Fernglas unter die Lupe und ich machte Photos. Leider kann man im Kameradisplay nicht immer alles so gut sehen, also dauerte es eine Weile, bis wir herausfanden, dass ein paar der Robben von Pelican Point wohl im seichten Wasser auf der Seite liegen und ihre Flossen in die Luft halten...



Wir machten uns über die B2 an der Küste lang auf nach Swakopmund. Die Sicht aufs Meer war immer noch eine angenehme Abwechslung, es war aber leicht diesig. So sind die Bilder von großen Schiffen und Ölbohrplattformen nicht so klar geworden...





Swakopmund ist ein wirklich niedliches Kleinstädtchen und wirkt so deutsch, dass wir erstmals vergessen haben, dass wir ja links fahren sollten.
In der Pension Intermezzo werden wir freundlich empfangen. Wir bekommen ein großes sauberes Zimmer und im Bad ist sogar eine Handbrause. Wir nutzen die Gelegenheit, dass wir zwei Nächte bleiben und waschen ein paar Teile .
Plötzlich ein Anruf und tatsächlich ist es Anthony von Lark Tours, der uns den verlorenen Kindle den ganzen Weg nach Swakopmund hinterhergetragen hat. Was für eine tolle Hilfsbereitschaft, sowohl von Anthony, aber auch von Godley, der das arrangiert hat.
Abends waren wir in Kücki's Pub. Wir bestellen Oryx in verschiedenen Zubereitungen und denken uns, da es ja in Namibia die besten Austern geben soll, müssten wir sie vielleicht doch probieren. Und obwohl wir beide eigentlich eher nicht für Austern sind, bestellen wir gemeinsam ein halbes Dutzend.
Na, das hätten wir uns ruhig sparen können. Ich mag sie gar nicht essen und Georg muss nach der ersten den ganzen Rest aufessen. Er findet das jetzt auch nicht überzeugend.
Der Oryx ist deutlich besser, da gab es nichts zu meckern. ;-)
Insgesamt fanden wir Kücki's Pub nicht überzeugend. Es ist riesengroß und unheimlich laut. Das war kein schönes Ambiente.

Da wir ja gewarnt waren, nicht im Dunkeln zu Fuß unterwegs zu sein, fuhren wir die kurze Strecke zum Restaurant und zurück mit dem Auto.
Letzte Änderung: 23 Feb 2020 14:56 von Hippoline.
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26 Feb 2020 19:27 #581119
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Sonntag, 3. Juni 2018 Living Desert

Erwartungen...

Das Frühstück in der Pension Intermezzo ist reichhaltig und lecker.
Es ist neblig, und wir werden früh um 8.30 Uhr zu unserer Living Desert-Tour abgeholt. Da gibt es viele Anbieter und ich wollte nicht bei einem landen, der mit Riesengruppen in die Wüste fährt. Viele haben ganze Wagenflotten unterwegs in der Wüste und schicken Späher voraus, die dann Bescheid geben, wohin die Busse kommen müssen. Das wollten wir nicht und haben bei einem kleinen Anbieter gebucht.



Dementsprechend waren Georg und ich dann auch mit unserem Guide allein. Wahrscheinlich hätten wir anderswo mehr gesehen, aber auch so war es ein interessanter Ausflug, auf dem wir viel über die Wüste und ihre Tiere, sowie die Belastungen und Probleme erfahren haben.

Palmato-Gecko





Der Guide auf der Suche



Der Nebel lichtet sich



Zwei Arten Flechten, die Tieren als Nahrung dienen



Ausgetrocknete Stellen, wo mal Wasser war







Suchbild





Dünenlerche



Horned Adder - gehörnte Puffotter



Die White-Lady-Spinne gräbt unser Guide nicht aus, weil es für sie sehr langwierig und schwer ist, wenn ihr Nest zerstört wird.
Zum Abschluss ist unser Guide mit uns durch die Dünen geheizt, ein bisschen als Entschädigung, weil er nicht mehr Tiere gefunden hat. Das war wir Achterbahn fahren.







Auf der höchsten Düne wollten wir noch ein bisschen die Aussicht und Landschaft fotografieren, aber pünktlich mit unserer Ankunft ganz oben kam der Nebel wieder...



Fazit Living Desert Tour:
Die Tour war vergleichsweise teuer und da die Hälfte der angestrebten Sichtungen fehlte, war es irgendwie enttäuschend. Klar weiß man, dass man so was nicht zwingen kann, aber trotzdem... Ich hätte schon gerne ein Chamäleon gesehen. :-(
Es war ok, nicht mehr. Würde ich nicht wieder machen.



Gegessen haben wir bei Fork'n Nice, einer Fastfood-Bude am Strand. Die Fish & Chips waren sehr lecker und man sitzt draußen mit Blick auf den Atlantik auf Bänken. Sehr empfehlenswert.
Den Abend lassen wir ganz geruhsam in unserer Pension ausklingen.





Fazit Swakopmund:
Niedliche Kleinstadt mit sehr deutschem Flair. Man fühlt sich am wenigsten „in Namibia“ hier (wobei wir ja Lüderitz ausgelassen haben, also kann ich das nicht 100% sagen). Ist schon spannend, würde ich aber vielleicht beim nächsten Mal nicht wieder unbedingt anfahren, für uns sind Tiere und Landschaften interessanter.

Fazit Intermezzo Guesthouse:
Sehr freundlicher Service. Leckeres Frühstück. Großes Zimmer. Alles super, nichts zu meckern.
Wenn wir doch wieder nach Swakopmund kommen sollten, jederzeit wieder, kann man bedenkenlos empfehlen.
Letzte Änderung: 26 Feb 2020 19:30 von Hippoline. Begründung: Bilder fehlen
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27 Feb 2020 18:07 #581190
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Ich teile den Tag mal, damit der Artikel handlebar bleibt...

Montag, 4. Juni 2018 Teil 1

Durch den Nebel entlang der Skeleton Coast

Nach einem guten Frühstück geht es für uns wieder los. Draußen ist es sonnig und wir machen noch ein paar Bilder vom Meer und den Palmen. Mein Mann legt großen Wert darauf, mit Flagge unter Palmen abgebildet zu sein...



Kaum fahren wir los, zieht wieder Nebel auf, und zwar so dicht, dass man die Straße nicht gut erkennt. Trotzdem geht es für uns die Küste entlang Richtung Norden auf der C34.
Im Nebel kaum auszumachen, erreichen wir das einzige „Skelett“, das wir auf unserer Route entlang der "Skeleton Coast" sehen können, das Wrack der Zeila. Während manche der Wracks ja spannende Geschichten haben, hat die Zeila sich einfach nur im Hafen losgerissen und ist dann nördlich von Swakopmund auf Grund gelaufen.



Wir hätten uns gerne länger aufgehalten, aber die Gruppe junger Männer, die dort auf Touristen wartet, verleidet uns das etwas und wir bleiben lieber im Auto und fahren direkt wieder. Wahrscheinlich haben wir den Männern Unrecht getan, aber wir haben so viele Warnungen gehört, dass wir uns alleine an einer so einsamen Stelle einfach nicht sicher fühlen.

Also geht es weiter Richtung Norden. Unterwegs sehen wir viele Stände, an denn Mineralien angeboten werden. Uns ist immer nicht klar, ob das so legal ist, also lassen wir es.

Der Nebel wird lichter und wir erreichen irgendwann Cape Cross, die vermutlich erste Stelle, an der Europäer Fuß auf namibischen Boden gesetzt haben. Der Portugiese Diego Cao ließ hier jedenfalls auf seiner zweiten Reise 1486 ein Kreuz errichten, nachdem er 1482 den Kongo weiter nördlich entdeckt hatte.



Heute gibt es hier vor allem eine Robbenkolonie, eine riesengroße Robbenkolonie.





Zuerst glaubt man schon, viele Robben zu sehen, dabei handelt es sich zumeist um Mütter mit Jungen, die sich hinter die eigentliche Absperrung zurückgezogen haben.









Dann sieht man aber, dass die wirklichen Massen erst hinter der Absperrung Richtung Meer zu sehen sind.



Und natürlich auch im Meer.

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27 Feb 2020 18:18 #581192
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Montag, 4. Juni 2018 Teil 2 → Damaraland

Von der Skeleton Coast zurück in die Wüste

Wir fahren vom Cape Cross noch ein bisschen weiter Richtung Norden auf der C34, bis die D2303 rechts in den Dorob National Park abzweigt. Also weiträumig um den Messum-Krater herum durch eine sehr beeindruckende Landschaft.





Tiere sehen wir nur sehr vereinzelt.



Wir biegen rechts in die D2342 und fahren so am Mount Brandberg entlang.



Wir haben gelesen (Iwanowski, glaube ich), dass man dort Welwitschia sehen kann. Zwar nicht die ältesten und größten, aber relativ viele.



Schön sind sie ja nicht unbedingt...



Die Landschaft aber schon...



Über die M75 fahren wir nach Uis, wo wir tanken wollen. An der Tankstelle bedrängen mich direkt beim Aussteigen mehrere Männer, die (vielleicht) etwas verkaufen wollen, aber dermaßen nah und bedrohlich sind, dass ich sofort wieder ins Auto springe und wir dort nicht tanken. Wir suchen noch nach einer anderen Tankstelle im Ort, finden aber keine und fahren ohne den Tank aufzufüllen weiter.

Da er noch nicht leer war, sollte es bis zur nächsten Tankstelle reichen.

Weiter geht’s über die C35 und D2319. Wir erfreuen uns an den Felsformationen, aber weniger an der Straße, die zwischendurch recht übel wird.





Unterwegs auf der D2612 sehen wir diese zuckersüßen Esel neben der Straße.











Und dann erreichen wir unser Ziel für heute, das Madisa Camp. Dort gibt es die tollsten Felsformationen überhaupt.







Wir haben ein Zelt gebucht, bei dem sich das Bad draußen befindet. Klingt befremdlich, ist es auch... Aber eben auch einzigartig.





Drinnen sieht es wie in einem normalen Zimmer aus mit bequemen Betten.



So ist das Bad:





Die Außenwand unseres Bades sieht schon ein bisschen abenteuerlich aus.



Auf unserer kleinen Veranda besucht uns eine Agame und wir sehen auch solche großen Käfer.





Es gibt noch mehr tolle Felsen.





Manche Felsen sehen schon etwas anzüglich aus...



Im Camp gibt es größere Gruppen Klippschliefer, so dass wir wenigstens ein paar aufs Bild bannen konnten...





Zum Sundowner klettert man oberhalb des Camps auf die Felsen. Das Klettern ist mit meinem Gelenk immer noch nicht ideal, aber der Ausblick lohnt die Strapaze. Man hat einen wirklich schönen Blick auf die wunderschöne Landschaft und den traumhaften Sonnenuntergang.















Zum Abendessen dürfen wir nicht bei den anderen Gästen sitzen, weil die Planung irgendwie durcheinandergeraten ist.



Stattdessen sitzen wir in einer Nische direkt an der Felswand.
Diese Metallteller finden wir schon besonders.



Das am Feuer gereichte Essen ist aber ohne Einschränkung klasse. Es gibt Chicken Stew, Milie Pap, Couscous, Selbstgebackenes Brot, Krautsalat und sogar Tomatensalat. Wir lassen es uns schmecken.



Als etwas an uns vorbei fliegt und neben uns landet, erschrecken wir und finden nach einiger Suche diesen Kameraden.



Etwas später raschelt etwas und dieser kleine Gecko hat sich bei uns zum Abendessen niedergelassen. Guten Appetit!



Der Sternenhimmel ist wunderbar zu sehen und wir genießen einen stillen Abend auf unserer Terrasse, naja, was man so still nennt. Wir hören Klicken und Klopfen, das sind wohl Toktokkie-Käfer gewesen und die sind ganz schön laut.

Wir nutzen noch die einmalige Chance und duschen unterm Sternenhimmel und dann haben wir im Zelt sehr gut geschlafen.

Das Frühstück am nächsten Morgen gibt es erst viel später als verabredet, es schmeckt nicht schlecht, ist aber sehr wenig. Dafür gibt es wieder das wunderbare Metallgeschirr.




Fazit Madisa Camp:
Sehr urige Unterkünfte, sind jedenfalls die Reise wert. Die Umgebung ist traumhaft schön. Leckeres Essen, aber nicht gut organisiert und sehr liebloser desinteressierter Service. Wenn man keine Ansprüche an Freundlichkeit oder kühle Getränke hat und gerne mal unter Sternen duscht oder aufs Klo geht, durchaus zu empfehlen.
Letzte Änderung: 06 Mär 2020 21:48 von Hippoline.
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28 Feb 2020 19:57 #581287
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Dienstag, 5. Juni 2018 → Bambatsi

Felsmalereien, Living Museum und die nettesten Gastgeber

Nach dem Frühstück brechen wir auf, um die Felsgravuren in Twyfelfontein zu sehen, die zum Unesco-Welterbe gehören.
Uns gefällt die Gegend und die Felsen einfach unglaublich gut.





Auf dem Weg kommen wir am Damara Living Museum vorbei, in dem die lebendige Kultur der Damara erleben kann. Die Damara gehören zu den Ureinwohnern Namibias und geben einen Einblick in ihre Traditionen. Man kann eine kleine Buschwanderung machen oder das Dorfleben erfahren.
Wir entscheiden uns für das Dorfleben und unser Guide, der junge Mann im Lendenschurz führt uns durch das traditionelle Dorf und wir bekommen interessante Einblicke ins Dorfleben.





Wir sehen, wie geschmiedet wird.





Auch bei den Damara gibt es schon Multitools.







Die Schale von Straußeneiern wird genau wie Stachelschweinstacheln von den Frauen für Schmuckstücke bearbeitet.



Das Spiel der Häuptlinge, das statt Krieg zu führen bei Konflikten zur Entscheidung verwendet wird:



Sie zeigen uns, welche Naturheilmittel (Stinkbaum, Mopane und Elefantenknödel z.B.) verwendet werden und auch wie man Feuer macht.







Und zum Abschluss singt und tanzt die ganze Gruppe einen traditionellen Tanz.



Wunderschön ist, dass auch die ganz Kleinen schon dabei mitmachen.



Man kann zum Abschluss sehr schöne handgemachte Schnitzereien und andere Souvenirs im dorfeigenen Shop kaufen.

In Twyfelfontein wird man zur Führung in Gruppen zusammengefasst. Man kommt an der ehemaligen Farm vorbei, von der der Name Twyfelfontein herrührt. Die Farm wurde schon 1964 wieder aufgegeben, weil die vorhandene Quelle (Fontein) nur unzuverlässig/zweifelhaft (Twyfel) Wasser lieferte.



Unser Guide hat uns rumgeführt und uns verschiedene besondere Gravuren gezeigt. Sowohl im Alter (2000 – 6000 Jahre) als auch in Detailgrad und Erhaltung gibt es deutliche Unterschiede. Manche waren als Karte zum Finden von Wasserlöchern gedacht, andere sind eher als Dokumentation des Jagderfolges gemeint. Das Prachtstück der Sammlung ist der Löwenmann, der einen Schamanen in Trance darstellt.







Man kann nach Abschluss der Führung noch etwas trinken. Die Toiletten sollte man nach Möglichkeit aber meiden. Die sind optisch und olfaktorisch eher eine Zumutung als eine Möglichkeit... :-(
Sehenswert waren hier nur die Stare (Palewinged Starling).



Die anderen sogenannten Sehenswürdigkeiten der Gegend (gerne auch als Low-Lights oder Z-Sehenswürdigkeiten bezeichnet) würdigten wir keines Blickes. Nachdem, was ich vorab über die Orgelpfeifen und den Burnt Mountain gelesen hatte, schienen sie mir nicht soooo interessant.

Über die D2612 und C39 fahren wir mit unseren letzten Sprittropfen nach Khorixas und tanken, dann geht es weiter auf der C39 Richtung Outjo.



Ungefähr auf der Höhe der Zufahrt zur Vingerklip biegen wir links ab zur Bambatsi-Gästefarm.
Die lange Zufahrt über das Gelände der Gästefarm warnt zwar vor Giraffen, zu sehen gab es aber „nur“ Damara-Dikdiks.







Auf Bamabatsi angekommen, werden wir von den Gastgebern sehr freundlich begrüßt und als erstes zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Da sitzen alle Gäste mit den Gastgebern Inge und Gerald zusammen und erzählen sich die Erlebnisse des Tages. Eine wirklich nette Runde, lecker Kaffee und Kuchen, toll.

Das Farmhaus und die Gästebungalows liegen erhöht und erlauben einen schönen Blick über das Farmgelände und das Wasserloch.



Wir beziehen unser schönes, großes Zimmer mit eigener Terrasse und Parkplatz direkt vor der Tür. Da halten wir und aber nicht lange auf, sondern gehen lieber auf die riesigen Terrasse mit der tollen Aussicht. An der Vertrauensbar bedient man sich selbst und schreibt auf, welche Getränke man genommen hat. Das wird dann bei Abreise abgerechnet. Sehr schön unkompliziert.
So genießen wir den Sundowner.













Beim gemeinsamen Abendessen (Kuduauflauf und kleine süße Kürbisse, ich habe vergessen, wie die heißen...) am großen Tisch mit allen Gästen und den Gastgebern und auch hinterher in der gleichen Runde am Feuer draußen in der Boma werden tolle Geschichten von Touren und Safaris in Namibia und den Nachbarländern ausgetauscht. Es ist ein wunderbarer Abend in großartiger Gesellschaft. Wir fühlen uns pudelwohl, es ist wirklich toll auf Bambatsi.
Nach einer sehr erholsamen Nacht, packen wir unsere Koffer in unser frisch gewaschenes Auto, ein besonderer Service hier.

Das Frühstück findet wieder gemeinsam am großen Tisch statt. Es ist sehr reichhaltig, neben frisch gebackenem Farmbrot, Obst, Joghurt und lecker gekochten Eiern gibt es auch Giraffen- und Zebrasalami (selbst hergestellt von eigenen Tieren). Hier lässt es sich aushalten.

Und wenn wir nicht auf dem Weg zum Etosha wären, der ja unser Highlight ist, wären wir sehr traurig, weiter zu müssen. So versprechen wir, dass wir wiederkommen und brechen früh auf.

Fazit Damara Living Museum:
Schöne, sehr lehrreiche und unterhaltsame Unternehmung. Nicht teuer.
Jedenfalls Empfehlung. Gibt es allerdings noch in anderen Gegenden mit anderen Völkern. Beim nächsten mal würde ich vielleicht den Buschwalk machen.

Fazit Twyfelfontein:
Die steinzeitlichen Felsgravuren sind schon beeindruckend. Sowohl in ihrer Vielzahl als auch in der Detailtreue. Die Führung zeigt sicher die besterhaltenen und deutlichsten Gravuren, wobei noch nicht mal alles gesichtet wurde.
Kann man machen, aber einmal reicht, würde ich beim nächsten Mal auslassen.

Fazit Bambatsi-Gästefarm:
Uns hat es super gefallen. Die netten Gespräche, die freundlichen Gastgeber, das Essen, die Aussicht, die Stimmung, einfach alles. Wir haben nichts zu meckern, außer, dass es viel zu kurz war und wir ja nicht mal all die Wanderwege auf Bambatsi ausprobieren konnten.
Wir kommen wieder. Unbedingt!
Letzte Änderung: 06 Mär 2020 21:51 von Hippoline.
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