THEMA: Ersttäterfamilie - Landschaft & Tiere - was sonst?
23 Jun 2018 12:20 #524300
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  • Yoda911 am 23 Jun 2018 12:20
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Schon wieder ein Reisebericht. Schon wieder eine Ersttäter-Tour.
Diese Forum ist eindeutig 'schuldig' dass es jetzt vier (Konni & Christoph, beide 51, Elisabeth 17 und Sarah 15) neue Namibia-Fans gibt.
Warum das so ist, soll der folgende Reisebericht zeigen. Wir haben ihn eigentlich als Blog geschrieben, aber den hier nur zu verlinken, scheint mir ziemlich blöd, also mache ich mir mal die Mühe, das Ganze hier irgendwie reinzupfriemeln. Da es uns riesig Spaß gemacht hat, hier jede Menge Reiseberichte zu lesen und wir da auch viele Tips rausgezogen haben, wollen wir nun unseren Beitrag in die anderer Richtung leisten. Der Bericht beschreibt ein bisschen ausführlicher auch das ganze Drumherum unserer Planung etc. , ist also mehr als ein 'reiner' Reisebericht. Ich hoffe, das ist auch für den einen oder anderern interessant. Ansonsten müsst Ihr über die ersten Artikel hinwegblättern, bis es 'wirklich losgeht'.

Erster Schritt: Flüge finden und buchen !
Nach längerer Sucherei und Vergleicherei haben wir im Ende Oktober 16 Flüge für den Juli 17 gefunden und gebucht. Frankfurt - Windhoek für 598 Euro p.P.
Fliegen werden wir mit einem Airbus A330-200 der Air Namibia. Start in Frankfurt 20:10 Uhr, Ankunft Windhoek 5:30 Uhr (inkl. minus 1 h Zeitverschiebung).

Und was besonders erstaunlich ist: Man kann schon 258 Tage vorher die Sitzplätze reservieren.

Zweiter Schritt: Der Mietwagen !
Im Gegensatz zur USA, wo wir uns überwiegend in den Nationalparks aufgehalten haben, werden wir in Namibia nicht zelten. Es wird im namibischen Winter teilweise kalt sein und die Umgebung wahrscheinlich sehr staubig-trocken. Auch die spannende Zwischenlösung - ein Geländewagen mit zwei aufklappbaren Zelten auf dem Dach, kommt für uns mit vier (fast) Erwachsenen aus Platzgründen wohl nicht in Frage.
Wir werden in den (finanziell) sauren Apfel beißen. Da allerdings über 3/4 des namibischen Straßennetzes NICHT asphaltiert ist, sollte es dennoch ein Wagen mit hohem Radstand und fürs bessere Gefühl mit Allradantrieb sein.
DAS Brot-und-Butter-Fahrzeug aus dieser Kategorie ist in Namibia eindeutig der Toyota Hilux.
Wir haben uns für einen Toyota Hilux Doublecab 2,5 l Diesel 4x4 entschieden. Was das heißt? Ist doch ganz einfach

Toyota - japanischer Autohersteller ;)
Hilux - Modell (ein sog. Pickup)
Doublecab - Doppel-Kabine = zwei Sitzreihen, vier Türen
2,5 l - zweieinhalb Liter Hubraum
Diesel - muss ich das erklären?
davon passen bei zwei Tanks immerhin 140 Liter rein
4x4 - Allrad

Diese Mietfahrzeuge haben häufig nur 105 PS. Das ist relativ wenig, aber für die Mietwagen wohl normal und bei max. 80 km/h auf Schotterpisten auch ausreichend.

Und so sieht das dann aus:
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23 Jun 2018 12:45 #524302
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Dritter Schritt: Die Routenplanung !
Die Routenplanung ist natürlich bei einer Rundreise nicht nur das A und O, sondern auch der Teil, der schon einmal viel Vorfreude weckt und Spaß macht. Dabei verlagert sich die Informationsquelle immer mehr von Katalogen oder Prospekten ins Netz. Eine unersetzliche und phantastische Informationsquelle war das Namibia-Forum.

Es galt für uns, einen Kompromiss zu finden zwischen dem Alles-Sehen-Wollen und dem Nur-Schnell-Dran-Vorbei-und-Weiter. Außerdem wollen wir nicht jeden Tag die Koffer packen, sondern lieber mal einen zusätzlichen zweiten Tag Zeit haben für den Sonnenaufgang oder -untergang.
Im Forum hat sich aus langjähriger Erfahrung eine sog. Ersttäter-Route als Empfehlung herauskristallisiert, die wir dann auch für unsere Planung als Grundlage genutzt haben.

Die wichtigsten Entscheidung war, was wir NICHT in den drei Wochen schaffen wollen / werden: Wir lassen den Fish River Canyon ganz im Süden Namibias und das Caprivi-Gebiet ganz im Nordwesten weg. Der Canyon ähnelt dem Grand Canyon in den USA, den wir vor fünf Jahren besucht haben, der Nordwesten erfordert einfach zu viel Zeit. Übrig bleibt ein trotzdem noch recht lange Strecke (es werden sicher mehr als 4.000 km) werden durch das Zentrum Namibias, beginnend und endend in der Hauptstadt Windhoek.

Bei 21 Tagen haben wir uns 13 Unterkünfte selbst zusammengesucht. Die Buchung läuft mit Hilfe einer darauf spezialisierten Agentur direkt aus Swakopmund (darf man hier den magischen Namen nennen?). Volker beim Routenplanen und Ute beim Unterkunft-Buchen geben sich alle erdenkliche Mühe, in Abstimmung mit uns die passenden Lodges / Guestfarms / Bungalows / Zelthäuser / Zimmer zu finden.
Innerhalb von ca. zwei Wochen haben wir an allen Stationen entweder die exakte Wunsch-Unterkunft bekommen oder eine naheliegende / gleichwertige Alternative.

So sieht das Ergebnis nun aus:

1 ÜN Guesthouse Terra Africa, Windhoek
1 ÜN Teufelskrallen Tented Lodge, Kalahari
1 ÜN Quivertree Forest Rest Camp
2 ÜN Klein Aus Vista Eagle's Nest
2 ÜN Namtib Desert Lodge, Tirasberge
2 ÜN Hoodia Lodge, Sossusvlei
2 ÜN Meike's Guesthouse, Swakopmund
2 ÜN Mowani Mountain Camp, Damaraland
2 ÜN Etosha Safari Camp, Etosha
1 ÜN Halali Camp, Etosha
2 ÜN Onguma Tree Top Camp, Etosha
1 ÜN Wabi Lodge, Waterberg
2 ÜN Mount Etjo Safari Lodge
Windhoek Flughafen



Vierter Schritt: Ein Maskottchen !
Zugegeben, dieser Schritt ist kein wirkliches Muss bei der Urlaubsvorbereitung. Aber es kann einfach kein Zufall sein, dass wir in der Einrad-Turnier-Vorbereitungs-Sparkassen-Spenden-Kiste ein Stofftier-Nashorn gefunden haben.



Jetzt mussten wir noch einen passenden Namen für den hier finden. Die Familienabstimmung ergab letztlich : RHINO GRANDE.
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23 Jun 2018 12:52 #524303
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Informations-Quellen
Ich habe ja bereits das Namibia-Forum im Internet als Infoquelle gelobt, es ist tatsächlich im deutschsprachigen Raum DIE Referenz. Bei den Landkarten scheint dies wohl die Karte von Tracks4Afrika zu sein:
Diese gibt's zum einen als klassische Papierkarte, die leider nicht allzu oft in aktualisierter Version herausgegeben wird.


Für uns ist die digitale Version interessant. Denn die wollen wir auf unserem GPS-Gerät (ein Garmin Oregon 450) nicht nur als Navi nutzen, sondern auch fürs Geocaching. Namibia hat zwar nicht allzu viele Caches, aber wenn wir einen auf unserem Weg erreichen, werden wir den sicher ansteuern.
Die beiden Karten zeigen die Cache-Dichte in komplett Namibia (knapp 300) verglichen mit dem kleinen Gebiet rund um Wiesbaden in Deutschland.





Die vorher in Google-Maps gesammelten Wegpunkte (die Unterkünfte, Viewpoints, Waterholes zur Tierbeobachtung etc.) sowie die dort geplante Route habe ich jedenfalls mit den Standorten der Caches in der gleichen Karte anzeigen können.

Aber auch auf die altmodische Form der Vorbereitung haben wir nicht verzichtet. Die erste Info-Quelle war hier der Reiseführer von Iwanowski. Die Serie hat uns schon in anderern Urlauben gute Dienste geleistet.
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23 Jun 2018 13:03 #524306
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Unser (kleine) Fotoausstattung
Inzwischen seit vier Jahren haben wir die Panasonic Lumix FZ150, eine sog. Bridgekamera im Einsatz (Zitat Wikipedia: Als Bridgekamera wird eine Kamera bezeichnet, die eine Brücke schlägt zwischen den Konstruktionsprinzipien und Eigenschaften von Spiegelreflex- und Kompaktkameras.)
Das aus unserer Sicht Unschlagbare ist, dass wir ein Gerät bei uns haben, dass nicht nur über einen sehr großen Telebereich (24-fach = bis 600 mm) verfügt, sondern gleichzeitig auch eine brauchbare Makroeinstellung (24 mm) für Blumen oder Insekten und zusätzlich sogar noch einen starken Filmmodus (Full-HD 1920x1080 Pixel, 28 Bilder/sec) ermöglicht.



Als Ergänzung gibt's eine gebraucht gekaufte Panasonic Lumix FZ72 (mit 60-fachem Tele, also riesige 20 bis 1.200 mm) für den zweiten Fotografen z.B. auf der anderen Straßenseite oder wenn einer mit der FZ150 filmt.

Die Fotopuristen werden jetzt sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber wir sind bisher sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Das Wichtigste ist für uns, dass wir außer der Kamera nur noch Ersatzbatterien und -speicherkarten, bei Bedarf noch ein Stativ bei uns haben müssen. Da nehmen wir in Kauf, dass wir bei Experimenten mit der Milchstraße am phantastischen namibianischen Nachthimmel oder glasklare Telefotos am nachts beleuchteten Wasserloch sicher etwas eingeschränkt sind.
Zusätzlich werden wir dann für Schnappschüsse als Hosentaschen-Variante noch eine kleine Kompaktkamera (Canon Powershot SX150) dabei und auch das iPhone kann ja inzwischen bei ausreichendem Licht erstaunlich gut fotografieren. Da gefällt mir insbesondere die Panorama-Funktion.

Namibia Lektüre
Beim Lesen in Internetforen und Stöbern im Reiseführer stößt man immer wieder auf zwei Romane in denen unser Ziel Namibia jeweils zumindest als als Hintergrund eine wichtige Rolle spielt. Beide lagen dementsprechend in diesem Jahr unterm Weihnachtsbaum - nicht abgesprochen haben wir uns gegenseitig die Romane geschenkt:

Henno Martin: "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" (Erstauflage 1956, aktuell: Verlag Two Books, Hamburg, 2002)
Darin schildert der Geologe Henno Martin seine autobiographischen Erfahrungen Ende der dreißiger Jahre in Namibia. Gemeinsam mit Herrmann Korn, beide junge Doktoren der Geologie, beginnt er mit der geologischen Kartierung des Naukluftgebirges und erforscht Wasservorkommen für Farmer. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges müssen Deutsche in Südwestafrika befürchten, als feindlicher Ausländer verhaftet und interniert zu werden. Aus diesem Grund flüchteten die beiden 1940 in die Wüste um den Kuiseb-Canyon, wo sie zweieinhalb Jahre ein primitives Jägerdasein führten und sich vor der Polizei sowie Einheimischen versteckt hielten. Den Kampf ums Überleben in der Wüste, die Faszination der Natur und ihre sich dabei vertiefenden Ansichten und Einsichten über Natur und Menschheit schildert dieses Buch, das auch heute nicht nur Namibia-Urlauber in seinen Bann zieht.

Tommy Jaud: "Humeldumm" von Tommy Jaud (Scherz Verlag, 2010)
Das Buch schildert den zweiwöchigen Kleingruppen-Busurlaub der Hauptfigur Matze Klein durch Namibia. Die Zusammensetzung der Gruppe, insbesondere aber die Probleme von Matze, aus der Ferne eine vergessene Reservierungsgebühr für eine neue Eigentumswohnung nachzuholen, bilden den Rahmen für eine absurd-komische Schilderung der Namibiareise. "Ich drücke meine Nase ans Busfenster und blicke hinaus ins weite Land. Die Namibier winken uns und lachen. Klar lachen sie, sie sind ja frei. Wir nicht. Wir sind die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit."
Unbedingt empfehlenswert ist übrigens die Hörbuch-Version, die wir inzwischen auch haben, in der der Autor den verschiedenen Mitreisenden (aus Windhoek, Köln, Weimar, Wien, Düsseldorf, Zürich und Bamberg) sehr gelungen mit den jeweilig passenden Akzenten spricht.

Safety(copy) First Sicherheits(kopie) geht vor.

Da nach Murphy's Gesetz alles schiefgeht, was schiefgehen kann, wollen wir uns für den Fall wappnen, dass uns unsere Papiere, Bankkarten etc. abhanden kommen. Denn gestohlen oder verloren werden solche Dinge nur dann, wenn man NICHT daran denkt.
Lösungsweg: Wir scannen alle wichtigen Unterlagen ein, werden diese vor dem Urlaub auf ein Netzlaufwerk "in die Cloud" (Dropbox) hochladen und wenn dann wirklich was wegkommt, können wir (z.B. bei der Polizei) jederzeit auf die Kopie zugreifen - vorausgesetzt, von dort kommt man ans Netz. Ob wir zusätzlich wie früher noch Papierkopien im Koffer deponieren, haben wir noch nicht entschieden.
Das Verzeichnis mit den Scans ist jedenfalls beachtlich voll geworden: Dort liegen nun für vier Personen insgesamt Vorder- und Rückseiten von zwei ADAC-Karten, vier Kreditkarten, drei EC-Karten, drei deutschen Führerscheinen, drei internationalen Führerscheinen, eine Geburtsurkunde, zwei Impfbüchern, drei Personalausweisen, vier Reisepässen und vier Krankenkassenkarten.



Und da fehlt bestimmt noch was .....
Ersttätertour Aug/Sep2017 mit Galerie und Blog
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Letzte Änderung: 18 Sep 2018 13:10 von Yoda911.
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23 Jun 2018 13:12 #524307
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Mark, Dollar, Euro und die Wechselkurse
Namibia ist seit 1990 unabhängig, seit 1993 hat es eine eigene Währung, den Namibia-Dollar. Interessanterweise war auch in der Diskussion, die Währung Namibia-Mark zu nennen. Für beide Varianten, Dollar und Mark, wurden Probesätze der Münzen geprägt. Letztlich hat sich aber der Namibia-Dollar (NAD) durchgesetzt, der allerdings bis heute 1:1 an die südafrikanische Währung Rand gekoppelt ist. Der Wechselkurs zum Euro wird daher fast ausschließlich durch südafrikanische Wirtschaftsdaten und politische Meldungen bestimmt, derzeit also durch einen deutlichen Anstieg der Rohstoffpreise, von denen Südafrikas Wirtschaft abhängt.

Was heißt das praktisch für uns? Wir haben Mitte November 2016 Mietwagen und Unterkünfte bei der namibischen Agentur (in NAD) abschließend gebucht. Der zu diesem Zeitpunkt kalkulierte Kurs Euro-NAD lag bei 15 Dollar für einen Euro oder umgekehrt für eine Reisepreis von beispielsweise 100.000 NAD musste man 6.667 Euro zahlen. Der Urlaub wird derzeit von Monat zu Monat teurer. Wohl dem, der möglichst frühzeitig seine NAD-Rechnung bezahlt hat.

Seinen Höchststand hatte der Euro gegenüber dem NAD im Mai 2016 mit 17,789:
100.000 NAD waren da schon für 5.620 Euro zu haben.

Und bei uns? Im März 2018 musste man bei einem Kurs von 13,827 immerhin 7.232 Euro auf den Tisch legen, 10 Prozent mehr als im November und fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr.

Überweisungen schwer gemacht
Im unten schon einmal gelobten Buch 'Hummeldumm' vom Tommy Jaud hat der Hauptdarsteller Matze während seines kompletten Namibia-Urlaubs das Problem, von dort aus eine Überweisung in Deutschland in Auftrag zu geben. Offensichtlich gar nicht so einfach.
Unserer Aufgabe war eigentlich deutlich einfacher. Wir wollten nur Geld von einer deutschen Sparkasse auf ein Konto bei einer namibischen Bank überweisen.

Und wir hatten alle erforderlichen Daten - IBAN und SWIFT, Empfänger mit kompletter Adresse, Bank in Namibia mit kompletter Adresse. Kein Problem also. Überweisung online beauftragt. Und dann warten. Und warten. Und warten. Nach zwei Wochen Nachfrage beim Empfänger - nichts angekommen. Also warten. Und warten. Nach drei Wochen - nichts. Als wir dann inzwischen doch etwas unruhig geworden waren, ob unser Geld irgendwo am Äquator im Stau steckt, und daher bei unserer Sparkasse eine Nachforschung ausgelöst haben, kam nach drei Wochen und zwei Tagen die Botschaft aus Windhoek: Geld angekommen.
Geht doch. Aber mal wieder: T i A - That is Africa !

Ist da jemand?
Oben hatte ich in einem Beitrag ja mal die Geocache-Dichte auf der namibischen Landkarte angezeigt. Üblicher ist es natürlich, die Dichte der Bevölkerung einer Region abzubilden. Hierzu habe ich eine spannende Karte gefunden und unserer geplante Route 'draufgelegt.
Die dominierende hellgelbe Fläche bedeutet unter 1 Person pro Quadratkilometer - in Deutschland nur in einigen abgelegenen Berggebieten und Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Man sieht in der Namibia-Karte, dass es - abgesehen von den wenigen Städten - nur nördlich des Etosha-Nationalparks an der Grenze zu Angola überhaupt eine Bevölkerungs-Dichte gibt, die diesen Namen verdient. Denn dort ist ganzjährig Subsistenzlandwirtschaft möglich. Ansonsten ist das ganze Land mehr oder weniger 'leer'. In Zahlen:
Namibia hat 2.3 Mio Einwohner, 2,6 Menschen pro qkm,
Deutschland 82 Mio. Einwohner, 230 Menschen pro qkm.



Quelle: Mendellsohn et al. (2005), Atlas of Namibia

Sprachverwirrung - Oder:Fan Belt - ein fanatischer Gürtel?
Oshikwanyama, Oshindonga, Otjiherero, RuKwangali oder Silozi zu lernen, werden wir nicht mehr schaffen. Das sind übrigens angeblich die meistgesprochenen (Bantu-)Sprachen in Namibia. Mit Deutsch kommt man - gerade in den Touristengebieten - wohl auch recht weit. Afrikaans ist auch verbreitet und dem Holländischen nah verwandt. Aber es kann auf keine Fall schaden, unser Englisch mal wieder ein bisschen aufzufrischen. An der Rezeption oder im Restaurant kommen wir sicher klar, aber beim Mietwagen?
Wir sind auf eine Übersetzungsliste für Auto-Vokabeln gestoßen, die da sicher helfen wird. Hier ein paar Highlights, die ich zumindest nicht im englischen Wortschatz hatte, aber die Afrikaans-Übersetzung ist eindeutig lustiger:

Lichtmaschine - alternator
Radaufhängung - suspension
Keilriemen - fan belt
Reserverad - spare
Schraubenschlüssel - spanners
Wagenheber - jack
Zündschlüssel - ignition key

Keilriemen - extra waaierband
Reserverad - spaar bande
Luftdruckmesser - druk reguleerder
Zigarrettenanzünder - sigarettenaansteker
Warndreieck - waarskuwing driehoek

und als Zugabe (auch wenn's nichts mit Autos zu tun hat)
Schlafsack - slaap zakken

Tierbestimmung
Steinwüste, Sandwüste, Savanne, Buschland, Felsengebirge, .... das eine, was man in Namibia zu sehen bekommt, sind ungewöhnliche, zumindest 'uneuropäische' Landschaften.

Noch faszinierender ist allerdings, dass man in diesen Landschaften mehr oder weniger überall diverse wild lebende Tiere sehen kann. Zehn verschiedene Antilopenarten, der Unterschied zwischen Erdmännchen und Erdhörnchen oder das Erkennen einer Gabelracke werden uns allerdings schnell an die Grenzen des Allgemeinwissens bringen.

Viele Namibia-Urlauber, gerade die Wiederholungstäter, sind mit mehr oder weniger umfangreichen Bestimmungsbüchern unterwegs, wobei es diese besonders aufwendig für die unzähligen Vogelarten gibt. Echte 'Birder' werden wir sicher nicht, uns würde es ja schon reichen, einen Schabrackenschakal von einem Kapfuchs zu unterscheiden.

Wir haben uns daher für eine kleinere Lösung entschieden und die mehrseitige Etosha-Karte von Joy Frandsen gekauft, die neben der eigentlichen Nationalpark-Karte Bilder von 50 verschiedenen Säugetieren und über 200 Vogelarten mit englischer und deutscher Bezeichnung enthält. Das sollte für unsere Zwecke reichen.





Das Sichten der diversen Tierbilder macht jedenfalls Spaß und jeder von uns fängt an, seine 'Lieblingstiere' herauszusuchen, die er unbedingt mal sehen möchte. Erstaunlicherweise sind dabei nicht Elefant, Giraffe oder Löwe auf Platz eins, sondern eher unbekannte Kandidaten. Hier die (wahrscheinlich ziemlich unrealistische) Wunschliste:

Sarah - Kleinfleck-Ginsterkatze, Zwergohreule
Elisabeth - Hyänenhund, Bienenfresser
Christoph - Pangolin, Sekretärvogel
Konni - Honigdachs, Weißbauchnektarvogel
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1. Tag (29./30.6.2017) )Hinflug & Windhoek (Guesthouse Terra Africa)

Wir sind unterwegs!
Der Flugplan sieht den Start in Frankfurt um 20:10 Uhr am Donnerstagabend vor.
Die geplante Ankunft ist Freitagmorgen um fast 'nachtschlafende' 5:30 Uhr:

Und das Ganze wird eine Punktlandung! Um 5:28 Uhr landen wir im stockdunklen Windhoek.
Der Flug war ereignislos, die Verpflegung mäßig, der Sitz unbequem und der Schlaf eindeutig zu kurz. Nachdem wir die Einreise-Visums-Formalitäten über uns haben ergehen lassen, fanden sich alle vier Koffer unversehrt. Draußen stand dann Henry mit einem Schild der Mietwgenfirma und erwartete uns. Wir haben noch 15 min für die Wechselstube und dann ging es gemeinsam mit einer weiteren Familie zur Mietwagenstation und dem halben Weg Richtung Windhoek. Die Fahrt war schon einmal ein sehr beeindruckender Auftakt: Nicht weniger als eine Kuduantilope, mehrere Oryx-Antilopen, eine große Bande Paviane und zwei Dromedare gab es zu sehen.


Übernahme Mietwagen bei Safari Car Rental
Ich hatte ja bereits in einem Beitrag über unseren gebuchten Mietwagen geschrieben. Wir bekamen exakt den bestellten Toyota Hilux 2,4 D, und zwar einen nagelneuen mit Vollausstattung (Doppelter Tank, zwei Ersatzreifen, alle Reifen mit großen Geländestollen, Kompressor, Wassertank, Kühlbox etc. ) Und wir sind die absoluten Erstmieter (!).
Nach einer ausführlichen technischen Einweisung und dem schnell verstauten Gepäck in dem geräumigen Pick-Up-Aufbau ging es los. Schaltwagen, Linksverkehr, müde - klappte aber einwandfrei.





Guesthouse Terra Africa
Unsere erste Unterkunft ist das Guesthouse Terra Africa,
eine Empfehlung aus dem Namibia Forum. Das kleine Guesthouse mit 10 Zimmern liegt im Stadtteil Olympia, in dem auch eine Reihe von Botschaften ihren Sitz haben. Kommt man von Osten aus Richtung des Internationalen Flughafens, erspart man sich auf der ersten Fahrtstrecke weitgehend die ungewohnte Linksverkehr-Stadtfahrt.

Das Gasthaus mit Pool ist von einem wunderbaren Garten umgeben, der einen ersten Vorgeschmack auf die namibische Flora gibt. Die verschiedenen Teile des Gartens sind ebenso wie die Zimmer liebevoll und individuell eingerichtet. Ein kleines Paradies zum Entspannen.





Stadtrundfahrt mit Bwana Tucke-Tucke
Damit wir den ersten Nachmittag nicht 'verpennen', haben wir noch eine Stadtrundfahrt bei Bwana Tucke-Tucke ("Herr Tucktuck") gebucht. Insbesondere die Fahrt in und durch die Township Katutura haben wir uns alleine nicht zugetraut.
Wir wurden von unserem Fahrer Phineas, einem jungen super deutsch sprechenden Guide abgeholt. Er hat ein Jahr bei Bad Segeberg auf einem Bauernhof gelebt und gibt jetzt Deutschunterricht in Namibia. Wir führen tatsächlich mit einem uralten beigen Landrover, begleitet von einem Schweizer Päarchen. Und im Ergebnis waren wir alle einig: Das war die mit Abstand beste 'Stadtrundfahrt', die wir je mitgemacht haben. Wir sind eine Piste auf einen Berg hoch, die ich nicht einmal Rallyefahrern zutraue, haben wilde Warzenschweine gesehen, wurden mit unserem auffälligen Auto in der Stadt sogar selbst zum Fotoobjekt, haben mit den Händen gegrilltes Rind direkt vom Lochblech-Grill am Straßenrand gegessen und irgendwann aufgehört, im Township Katutura die Wellblechhütten-Friseure zu zählen. Einmalig! Fotos folgen (hoffentlich).







Abendessen in Joe's Beerhouse
Für das Abendessen hatten wir uns vorgenommen, Joe's Beerhouse im nördlichen Stadtteil Eros von Windhoek anzusteuern. Joe's ist DIE Institution für viele Namibia-Urlauber am Anreise- oder Abreisetag und damit auch DIE Informationsbörse für Touristen. Keine Sterneküche, eher der Einstieg in die südafrikanische Grill-Leidenschaft. Schaut Euch mal die Menukarten auf deren Website an. Wir haben Oryx-Carpaccio, Kudu- und Springbock-Steak, Oryx-Schnitzel, Kuduschinken mit Paw-Paw und und und probiert.
Sensationell!



DAS war ein erster Tag - alles geklappt, alles geschmeckt, was will man mehr. Und übrigens 23 Grad Sonne mit frischem Wind.
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