THEMA: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis
15 Apr 2020 21:24 #586402
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Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis

Hallo, ihr Lieben,

eigentlich wollte mein lieber Mann immer schon einmal nach Alaska, Eisberge, Gletscher und Bären sehen, aber seitdem dort diese etwas „spezielle“ Type namens Donald regiert weigere ich mich beharrlich, in dieses Land zu reisen :whistle: . Ich mag einfach nicht, es gibt auch noch andere schöne Fleckchen auf dieser Erde, die wir noch nicht gesehen haben.
Da kam mir Bertis (Beatnick) Bericht namibia-forum.ch/for...fel-und-geysire.html gerade recht, und die Arme musste in der Folge eine Flut von persönlichen Nachrichten über sich ergehen lassen. Geduldig beantwortete sie alle meine Fragen, und langsam begann die Tour Form anzunehmen. Danke noch einmal, Berti :kiss: :kiss: :kiss: !
Parallel stöberte ich in dem Bildband „Reise durch Patagonien“. Was für Landschaften, so vielfältig und bunt, so einzigartig, scheinbar noch relativ unberührte Natur und zudem dünn besiedelt. Massentourismus war da wohl nicht zu erwarten, also genau nach unserem Geschmack.
Eine Straßenkarte brachte dann letztendlich Klarheit, und unsere Route konnte gesteckt werden. Mit dem Mietwagen sollte es von Puerto Montt zur Insel Chiloe und danach zum Wandern in den Parque Pumalin gehen. Im Anschluss dann ein Besuch der Sehenswürdigkeiten von Puerto Puyuhuapi und des Lago General Carreras, der, eingerahmt von schneebedeckten Bergen, geradezu einen magischen Zauber auf mich ausübte. Die Grenze zu Argentinien wollten wir am Paso Roballos passieren, denn dann könnten wir die Panoramaroute durch das Valle Chacabuco im Parque Patagonia fahren. Still und heimlich hoffte ich auf Gürteltiere. Danach dann immer weiter Richtung Süden bis zu den Nationalparks „Los Glaciares“ und „Torres del Paine“ bis zum Endziel Punta Arenas. Kein Buenos Aires, kein Santiago de Chile, kein Valparaiso, keine Atacama-Wüste und auch kein Feuerland. Das waren die Abstriche, die ich machen musste, aber sie waren nötig :angry: .
Einzige Verbindung Nordpatagoniens mit Südpatagonien auf chilenischer Seite ist die „Ruta 7“, die sogenannte „Carretera Austral“. Auf argentinischer Seite wechselt man dann auf die legendäre „Ruta 40“, eine der eintönigsten und zugleich faszinierendsten Strecke, die ich je in meinem Leben gefahren bin.

Organisiert und gebucht habe ich diese Reise wie immer komplett in Eigenregie.
Bedingung der Mietwagenfirmen für das Befahren der Carretera Austral (teils geteert, aber vielfach auch übelstes Wellblech mit Schlaglöchern wie ich sie vorher noch nicht einmal in Afrika gesehen habe) ist ein geländegängiges 4x4 Fahrzeug.
Wir haben bei Seelmann www.seelmann.cl/ einen Toyota Hillux mit abschließbarer Ladeflächenabdeckung gebucht, dazu 2 Reservekanister mit jeweils 20 Liter Volumen und einen zusätzlichen Reservereifen. Die Reservekanister konnten wir gut gebrauchen, denn nicht jede Tankstelle hat dort auch Benzin, und im Torres del Paine wollten wir auch die hintersten Winkel erkunden (dort gibt es keine Tankstelle!), die Reservereifen brauchten wir zum Glück nicht.
Die Flüge buchte ich bei Air France und zwar als Gabelflug von Hamburg über Paris nonstop nach Santiago de Chile und von dort aus direkt weiter mit LATAM nach Puerto Montt. Zurück ging es dann ab Punta Arenas mit LATAM nach Santiago de Chile und dann wieder mit Air France über Paris zurück nach Hamburg. Preiswerter wäre es mit LATAM ab Frankfurt gewesen, jedoch hätten wir zurück mit Iberia gemusst, und das war auf Grund unserer Erfahrungen keine Option.
In Punkto Unterkünften wurde ich fündig bei Booking.com. Die Kriterien: keine Touristenhotels, also Unterkünfte aus einschlägigen Buchungsagenturen, halbwegs preiswert und mindestens eine Bewertung von 9.0. Da macht man in der Regel nichts falsch. Lediglich die Unterkunft im Torres del Paine, am Lago General Carreras und im Parque Pumalin buchte ich direkt und zwar auf eindringlichen Rat von Berti im Torres del Paine 1 Jahr im Voraus. Das war auch nötig, und nur so konnte ich dort noch 4 zusammenhängende Nächte in der wunderschönen Pampa Lodge ergattern.
Alle Buchungen, Mietwagen, Flüge und Unterkünfte, klappten problemlos, kein wirklicher Fehlgriff, teilweise sogar richtig First Class mit Familienanschluss und sehr individueller Betreuung. Ich würde es genauso wieder machen,
Das Wetter war fast durchweg gut, kaum Regen, und wenn mal ein Schauer herunter kam, waren wir entweder schon im Bett oder am fahren. Je weiter wir Richtung Süden fuhren umso wärmer wurde es. Wir hatten ein stabiles Hoch erwischt mit Temperaturen und strahlendblauem Himmel im Torres del Paine von 25 Grad. Nur der patagonische Wind, der hatte es in sich, und einmal musste ich kapitulieren und ging – keineswegs demütig, sondern einfach nur überrascht- zu Boden :ohmy: .
Tagesoutfit waren neben wasserdichter Wanderhose eine wasserdichte Wanderjacke mit Kapuze (im Normalfall ist das Pflicht, ich bin aber fast durchweg im Shirt gelaufen), Mütze, Handschuhe und leichte Wanderstöcke, die sehr praktisch bei matschigem Untergrund sind. Und den hatten wir, da es nachts in den ersten Tagen immer am regnen war, teilweise sehr heftig. Nur so konnte ich mich von Baumwurzel zu Baumwurzel vorwärtskämpfen und lag nur einmal platt im Matsch :angry: .





Wer jetzt allerdings glaubt, ich würde hier einen umfassenden Reisebericht über unsere Erlebnisse in Patagonien einstellen, dem muss ich leider sagen, dass dem nicht so sein wird :whistle: .
Zum einen, da mir momentan einfach die Zeit fehlt und zum anderen, da der Teil in den südlichen Nationalparks sich mehr oder weniger mit den Erlebnissen unserer lieben Berti (Beatnick) deckt. Wir sind die Tour zwar komplett anderes herum gefahren, also von Nord nach Süd, jedoch haben wir hemmungslos fast alle Wanderungen und Ausflüge geklaut :laugh: , so dass ich zumindest im letzten Teil nicht allzu viel Neues berichten kann. Okay, das Wetter bei uns war ein bisschen besser B) , so dass wir, anders als Berti und Thomas bei Sonnenaufgang schon unterwegs waren und uns nicht wie die beiden noch einmal im Bett umdrehten :whistle: .







Ich werde meinen kleinen Bericht in 3 Teile gliedern:

1. Über die Carretera Austral von Puerto Montt (Chile) zum Paso Roballos (Argentinien)

2. Über die Ruta 40 zu den Highlights des Südens: Parque Nacional Los Glaciares (Nord und Süd) und
Parque Nacional Torres del Paine

3. Punta Arenas

Ach ja, ich vergaß noch zu erwähnen diese Reise fand statt Anfang des Jahres von Ende Januar bis Ende Februar :dry: , also gerade noch just in time. Mensch, was hatten wir Glück :woohoo: ! Für den kompletten Trip hatte ich 4 Wochen angesetzt. Im Nachhinein hätten es gut noch 2 Wochen mehr sein dürfen. Abgehetzt haben wir uns jedoch nicht, nur hätte ich gelegentlich hier und da etwas mehr Zeit gehabt, denn die Landschaft ist, soviel sei schon verraten, atemberaubend. Auch hätte ich gerne einmal einen Tag einfach nur so vertrödelt ohne jegliches Programm, mich einfach mal mit einem Buch an einen See gesetzt und die Seele baumeln lassen. Obwohl: einmal durfte ich, und mein lieber Mann meckerte nicht einmal über meine Untätigkeit. Warum, wieso, weshalb, das werdet ihr zu einem späteren Zeitpunkt erfahren :whistle: .



Das waren unsere Stationen:

Chile:
1. 3 Nächte in Puerto Varas: „Puerto Austral“
2. 2 Nächte in Castro/Insel Chiloe: „Turismo del Bosque“
3. 1 Nacht in Hornopiren: „Hosteria Catalina“
4. 2 Nächte in Caleta Gonzalo (Parque Pumalin): kleine Hütten, direkt bei der Parkverwaltung
gebucht: www.parquepumalin.cl/en/#
5. 2 Nächte in Puerto Puyuhuapi: „Los Mañíos Del Queulat“
6. 1 Nacht in Coyhaique: „Borde Simpson Boutique Hotel“
7. 2 Nächte in Puerto Guadal: „El Mirador de Guadal“: www.elmiradordeguadal.com/

Argentinien:
1. 1 Nacht in Lago Posadas: „Río Tarde Casa Patagónica“
2. 4 Nächte in El Chaltén: „Andino Aparts“
3. 2 Nächte in El Calafate: „La Soberana“

Chile:
1. 4 Nächte im Parque Nacional Torres del Paine: „Pampa Lodge“: pampalodgepatagonia.com/
2. 2 Nächte in Punta Arenas: „Innata Casa Hostal“

Für den 1. Teil gibt es jetzt vorab schon ein paar Fotos und zwar gemäß unserer Route von Nord nach Süd.



































Herzliche Grüße
Beate
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Ein bisschen Politik….. :ohmy:

Bis zu den atemberaubenden Landschaften unserer Runde und den einzigartigen Wolkengebilden im Torres del Paine







kommt jetzt vorab ein etwas ungewöhnlicheres Kapitel, aber leider gehörten die politischen Ereignisse in unserem Fall auch dazu :( .
Diese Reise stand anfänglich unter keinem guten Stern, und das hatte in unserem Fall nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. Lediglich beim Grenzübertritt nach Argentinien mussten wir mit Hilfe unseres Touristenvisums glaubhaft versichern, dass wir uns in den letzten 14 Tagen in keinem Land, in dem es Erkrankte gab, aufgehalten hatten. Wir hatten Glück, denn wir waren vor 15 Tagen eingereist :woohoo: , da hatte es zeitgleich auch den 1. Infizierten in München gegeben.
Bevor wir in fremde Länder reisen informieren wir uns gründlich über die politische Situation in den betreffenden Ländern. In „schwierigen“ Ecken dieser Welt möchten wir nicht „die schönsten Tage des Jahres“ verbringen. Chile gilt als eines der „Vorzeigeländer“ Südamerikas, der Peso ist relativ fest, die Versorgungslage ordentlich. Knapp 30 Jahre nach Ende der Pinochet-Diktatur scheint die junge Demokratie stabil, die Wirtschaft floriert und der Lebensstandard ist deutlich gegenüber früher gestiegen. Ideale Bedingungen für einen sorglosen Urlaub. Doch nun fing die strahlende Fassade an zu bröckeln, und dahinter machte sich zunehmend Unzufriedenheit breit. Mitte Oktober erreichte uns die Meldung, dass es in den Großstädten des Landes zu großen Demonstrationen gekommen ist. Anfänglich friedlich kippt die Stimmung schnell, Steine fliegen, Gewalt macht sich breit, es gibt Tote und zahlreiche Verletzte. Bilder der Geschehnisse erinnern an die Zeit unter Diktator Augusto Pinochet. So etwa rollen Panzer in den Straßen der Hauptstadt Santiago de Chile, Polizisten gehen mit Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Doch das ist nicht alles. Gebäude, Züge und Autos stehen in Flammen, Supermärkte werden geplündert. Die chilenische Regierung verhängt schließlich den Ausnahmezustand über das Land und verbietet ihren Bürgern, ihre Häuser nach 19.00 Uhr zu verlassen. Flüge werden ausgesetzt, Nationalparks, Museen und Restaurants geschlossen. Da waren sie auf einmal dahin, die idealen Bedingungen für einen sorglosen Urlaub.

Was war passiert, und da musste ich mich auch erst einmal gründlich informieren, in unseren Medien wird kaum darüber berichtet?

Die Hauptursache für die zunehmende Unzufriedenheit unter den Chilenen ist wohl die wachsende Schere zwischen Arm und Reich. Untersuchungen belegen, dass der unteren Hälfte der Bevölkerung lediglich 2,1 Prozent des Landes gehören. Doch auch die Tatsache, dass der Mittelstand einen Zuwachs erreichte, täuscht nicht über die wahren Begebenheiten hinweg. Die Mittelklasse in Chile lebt unter prekären Umständen: die Löhne und die Renten sind niedrig, die Schulden hoch. Mit anderen Worten: diejenigen, die es in die Mittelklasse geschafft haben, leben in der ständigen Angst, wieder abzusteigen, und die Armen kämpfen immer mehr ums Überleben.
Über Weihnachten entspannte sich die Situation, wir beruhigten uns damit, dass wir allenfalls von diesen Protesten in den Großstädten (Puerto Montt, Coyhaique und Punta Arenas) betroffen sein würden. Wir wagten es, und es war richtig so, wir hatten im Großen und Ganzen keine Nachteile :laugh: .
Den Städten sah man die Unruhen noch deutlich an, man wartete wohl noch auf weitere Ausschreitungen. Auf Chiloe, in Coyhaique und besonders in Punta Arenas -dort sahen wir auch abgebrannte Häuser- waren die Geschäfte noch verrammel, überall war Polizei bis unter die Zähne bewaffnet präsent. Foto 1 stammt aus Chiloe, Foto 2 und 3 aus Coyhaique und die restlichen Fotos aus Punta Arenas















Aber: wir hatten Glück, und es kann auch ganz anders kommen. Die Carretera Austral ist die einzige Verbindung zwischen Nord und Süd, es gibt keine Alternative. Während wir fröhlich durch den Parque Pumalin wanderten hatte man in der Ortschaft Chaiten, ca. 60 km südlich, eine Straßenbarrikade errichtet. 36 Stunden ging dort gar nichts, die Menschen nächtigten in ihren Fahrzeugen, medizinische Notfälle….., sehr schwierig! Die Parkverwaltung empfahl uns, dort zu bleiben, bis der Spuk vorüber wäre, denn das könnte Tage dauern, es war wohl nicht die 1. Blockade, die errichtet worden war. Aber mein Dickkopf siegte über den Verstand, und ich legte mir schon eine abenteuerliche Ausrede bereit, warum man uns unbedingt passieren lassen müsste, aber es hätte wohl nichts genützt, und wir hätten uns wie der Rest in die Schlange der Wartenden einreihen müssen. Wir hatten Glück: wir erreichten Chaiten und hörten, dass sich alles wohl bald auflösen würde, denn man hätte sich geeinigt. Die Demonstranten waren friedlich, hatten ihre Waffen- allerlei Holzgerätschaften- niedergelegt und waren wohl froh, endlich ins Bett zu kommen.
Ich bin gespannt, wie sich die Situation in diesen Ländern nach Corona entwickeln wird. Wer mag, kann hier dazu einen sehr interessanten Artikel lesen: www.spiegel.de/polit...c5-89f1-eacde1751a24
Im nächsten Kapitel geht es dann richtig los, und dann gibt es auch endlich eine Karte unserer Route.

Gute Nacht
Beate
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Die Seenregion Chiles um Puerto Montt und Puerto Varas

Hier die Karte zu unserer Route: Route

29.1.2020

Schon der kurze Inlandsflug von Santiago de Chile nach Puerto Montt war ein erstes Highlight unserer Reise. Wohlbedacht hatte ich im Vorfeld ein paar Euro investiert und uns Sitzplätze auf der linken Seite des Flugzeuges gebucht. Die Sicht war einigermaßen, und so bekam man eine erste Ahnung von der Schönheit dieser Landschaft: die kahlen Gebirgszüge der Anden, tiefblaue Bergseen, schneebedeckte mächtige Vulkane und viel Wald. Mein Vordermann meinte, so würde es auch in der Schweiz aussehen, natürlich ohne Vulkane B) . Ich kann das nicht beurteilen, denn ich war erst einmal dort und zwar im Alter von 17 Jahren auf dem Weg in ein Jugendlager in Nizza, und da war ich wohl mehr an den Flirtversuchen meines Urlaubsschwarmes interessiert als an den Schweizer Bergen :whistle: . (Leider war der Flug ein wenig turbulent, so dass die Fotos von sehr schlechter Qualität sind)







Es war schon fast 18.00 Uhr, als wir endlich unser Quartier in Puerto Varas am Ufer des Lago Llanquihue erreichten. Unser B&B „Puerto Austral“ lag ein wenig außerhalb, dafür jedoch sehr ruhig und fast direkt am See. Zimmer und Frühstück waren okay, nicht mehr und nicht weniger.
Zu dem Zeitpunkt waren wir schon gut 35 Stunden auf den Beinen und mehr wie ein kurzer Spaziergang am See mit einem fantastischen Blick auf den Vulkan Osorno und einem Dinner waren da nicht mehr drin. (Im Verlauf der nächsten Tage lernte ich, dass man von Vulkanen und Bergen, die nicht unter einer Wolkendecke verschwunden sind, am besten sofort ein Foto macht. Wer weiß, wann man die Gelegenheit dazu wieder bekommt)
Ein hastig gemachtes Handyfoto vom selben Abend…. :angry:



Restaurantempfehlung: „Cambalache“, gleich um die Ecke: leicht gehobene chilenische Küche, sehr gute Weine und eine ansprechende Auswahl von chilenischem „cerveza artesanal“.

30.1.2020

Heute ging es in den nahegelegenen „Parque Nacional Vicente Perez Rosales“. Eine Karte und die Wanderwege gibt es hier: www.conaf.cl/wp-cont...lleto-PNVPR-2017.pdf

Aktivitäten des Tages:

1. „Saltos de Petrohue"
Unsere Wirtin hatte uns den Tipp gegeben, die dortige Touristenattraktion „Saltos (Wasserfälle) de Petrohue“ nicht nachmittags zu besuchen, denn dann würde es dort von Busreisenden nur so wimmeln. Von dort hat man eigentlich einen einzigartigen Blick auf den Vulkan Osorno, nur leider war es etwas bedeckt und die Sicht auf den Vulkan nur begrenzt. Egal, es war auch so schön. Das Wasser des Flusses ist von einer so intensiv blauen Farbe, die Pflanzen am Ufer mit Flechten überzogen, so dass doch noch ein paar hübsche Fotos entstanden sind.











2. Wanderung „Sendero Paso Desolación“
Wir sind diesen Weg nur bis zum „Mirador La Picada“ gewandert, das reichte uns ungeübten Flachlandalpinisten erst einmal. Wir sollten uns im Verlauf dieser Reise aber noch erheblich steigern B) .
Bei klarem Wetter ist das sicherlich eine Wanderung mit atemberaubenden Ausblicken: auf der einen Seite den „Lago Todos los Santos“, auf der anderen Seite den schneebedeckten Vulkan Osorno. Uns hat es trotzdem gefallen.
Auf Grund der vielen Fotostopps waren wir erst nach knapp 4 Stunden wieder zurück.













3. Fahrt zur Seilbahnstation auf den Vulkan Osorno

Das sollte man am besten nachmittags machen, denn dann kann man die besten Fotos machen, da man die Sonne dann im Rücken hat.
Es war „heiter“, vielleicht hatten wir Glück, aber je höher wir kamen umso mehr zog es sich zu. Trotzdem hatten wir noch einen ganz passablen Blick auf den See.





Bei unserem Picknick leistete uns ein kleiner, ganz zutraulicher Fuchs Gesellschaft, und nein, wir haben ihn nicht gefüttert :whistle: .





Restaurantempfehlung:
„Da Alessandro Pizza“, fußläufig erreichbar: ordentliche italienische Küche, nur die Livemusik war zu laut, so das eine Unterhaltung zeitweise nicht möglich war.

Ein weiteres Kapitel gibt es später noch......

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31.1.2020

Heute ging es in den „Parque Nacional Alerve Andino“. Eine Karte und die Wanderwege gibt es hier: www.conaf.cl/wp-cont...olleto-PNAA-2017.pdf

Aktivitäten des Tages:
Notiert hatte ich mir im Vorfeld 2 Wanderwege, den „Sendero Laguna Sargazo (Sector Sargazo) und den „Sendero Alerce Milenario“ (Sector Chaicas).
Das wäre beides von der Zeit ganz gut zu schaffen gewesen. Unsere Disziplin ließ jedoch noch ein wenig zu wünschen übrig, da wir schon auf der Hinfahrt zur 1. Wanderung ständig anhielten, um unsere Speicherkarten voll zu bekommen.
Hübsche Häuser, alles in Holzbauweise, ganz einfach gebaut (auf dem Lande haben wir keine Mehrfamilienhäuser gesehen. Jede Familie hat dort scheinbar ihr eigenes kleines Holzhaus).







Brücken, kleine verwunschene Seen, Wasserfälle und Altäre, die man dort überall am Straßenrand vorfindet, erregten unsere Aufmerksamkeit.









Ein schöner Blick auf den Vulkan Chalbuco.



Die „Problematik“ der Region immer allgegenwärtig :dry: !



Wanderung „Sendero Laguna Sargazo“
Bei der Parkverwaltung zahlten wir unseren Eintritt und los ging es hinein in den extrem dichten Urwald aus uralten Alercebäume, den patagonischen Zypressen. Die Wanderwege sind gut angelegt, Holzstege ermöglichen auch eine Wanderung bei Regenwetter, und feucht ist es dort eigentlich immer. So bekamen wir einen ersten Eindruck was es bedeutet durch chilenischen Regenwald zu wandern: wunderschön, geheimnisvoll, grün und vor allem rutschig und matschig.
Am Ende des Trails dann die Lagune. Wir waren fast allein dort, es war herrlich. Diese Ruhe dort, und das mitgebrachte Picknick schmeckte, als wäre es von einem 3-Sterne-Koch zubereitet worden.



























Abends dann noch ein kleiner Spaziergang an der „Strandpromenade“ (nicht besonders schön) von Puerto Varas. Obwohl das Wasser nur 13 Grad warm war sahen wir einige Menschen dort baden :sick: .



Gegen 21.00 Uhr, das ist die ideale Dinner-Zeit in Chile, gingen wir noch einmal ins „Cambalache“. Das Essen dort ist jeden Peso wert.

Im nächsten Kapitel geht es dann auf die Insel Chiloe, und ich kann jetzt schon verraten: wir hatten eine tolle Zeit.

Gute Nacht
Beate
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Die Insel Chiloe

1.2.2020

Die Insel Chiloe ist z.Z. noch nicht durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Um dorthin zu gelangen nimmt man die Autofähre. Vorbuchen kann man nicht, man zahlt das Ticket direkt auf der Fähre. Die Fahrt dauert knapp 30 Minuten.
Es war angefangen zu regnen, und eigentlich wollten wir die Küstenstraße an der Ostseite der Insel zu unserem nächsten Quartier fahren, aber da machte urplötzlich der Himmel seine Schleusen auf, an eine Weiterfahrt war nicht mehr zu denken. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt, und zum Glück war der Spuck nach einer halben Stunde vorüber. Die Küstenstraße (Schotter) war jedoch überflutet, und wir mussten die zugegeben gut ausgebaute, jedoch fürchterlich langweilige Fernstraße 5 nehmen.

Unser Quartier für die nächsten 2 Nächte war eine Ferienwohnung in der Anlage „Turismo del Bosque“ (www.turismodelbosque.cl/) in der Nähe der Kleinstadt Castro. Ein wahres Kleinod, blitzsauber, mit einer fantastischen Aussicht. Ein gemütliches Feuer brannte bereits im Ofen, und das war auch nötig, denn das Wetter hatte sich geändert und es war deutlich kühler geworden (im chilenischen Patagonien wird überwiegend so geheizt. Die Häuser sind eher klein, und Holz gibt es genug. Heizungen, so wie wir sie kennen, haben wir erst wieder im argentinischen Teil Patagoniens vorgefunden). Die Küche hatte alles was man zur Selbstverpflegung braucht, sogar ein Grill stand draußen. Abends am Feuer zu sitzen, mit einer guten Flasche chilenischen Wein, was gibt es Besseres B) !







Aktivitäten des Tages:

Besichtigung des malerischen Städtchens Castro, das vor allem bekannt ist für seine Pfahlbauten („Palafitos“) , am Meer auf Holzstegen gebaute Häuser, die bei jeder Flut aussehen als würden sie auf dem Wasser treiben.









Die bunten Schindeln an den Häusern waren hübsch anzusehen.





Überall lagen bunte Boote, und in einer Werft wurde gerade ein neues Schiff gebaut.







Am Ende des Tages durften wir an einer Hochzeitsfeier in der Kirche San Francisco, deren farbenfrohe Fassade sich am Hauptplatz der Stadt erhebt, teilnehmen. Diese Kirche, aufgenommen im Jahre 2000 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste, ist von innen komplett verkleidet mit Alerce-Holz. Wunderschön!









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2.2.2020

Es war extrem windig, aber trocken, und Sissis sind in Patagonien sowieso fehl am Platz, und daher schlug ich vor, in den „Parque Nacional de Chiloe“ zu fahren. Eine Karte und die Wanderwege gibt es hier: www.conaf.cl/wp-cont...olleto-PNCh-2017.pdf .
In mein Navi gab ich als Zielpunkt „Cucao“ ein, denn so ganz schlau wurde ich im Vorfeld über die Anfahrt nicht :ohmy: !
Info zur Navigation: In Chile funktionieren die offline-Karten von „Google Maps“ einwandfrei, in Argentinien dagegen sind wir schnell auf „Maps. Me“ umgestiegen, denn diese App kennt auch die neueren Straßen, und gebaut wird dort viel. Heute würde ich beide Länder nur noch mit „Maps.Me“ bereisen, ist einfach präziser.
Schon die Anreise nach Cucao war ganz und gar nicht langweilig. Es gab immer wieder etwas zu sehen, ein paar Mal stiegen wir aus, und irgendwann musste ich meinen Mann ermahnen, nicht mehr auszusteigen, sonst wären wir am Ende nicht mehr ans Ziel gekommen. Wunderbares stilles, malerisches, verwunschenes Chiloe!
Ein Sonntagvormittag in irgendeinem Nest zwischen Castro und Cucao.

















Altbekanntes…..



Vor uns der Pazifik.







Aktivitäten des Tages:

1. Wanderung „Sendero Muelle de Almas“
Für diese Wanderung habe ich mich von diesem Bericht inspirieren lassen: www.viajeroscallejer...le-las-almas-chiloe/.
Eine mittelschwere Wanderung, Gesamtlänge ca. 10 km, bergauf, bergab durch wunderschöne Landschaft direkt an der Pazifikküste. Endziel ist ein Steg, der buchstäblich ins Nichts führt.
Es war Sonntag, und dementsprechend voll würde es dort bestimmt werden. So fuhren wir zeitig los, und zumindest auf dem Hinweg war es noch einigermaßen erträglich (die Chilenen sind morgens eher später dran und im Urlaub sowieso, denn wir Europäer waren eigentlich immer die ersten beim Frühstück).
Das Gelände war sehr offen, und wir machten zum 1. Mal Bekanntschaft mit dem patagonischen Wind, aber noch konnte er mich nicht bezwingen. Zwischendurch dachten wir, dass es regnen würde, aber es blieb trocken, obwohl der Himmel teilweise dramatisch aussah.




















2. Besuch des Fischerdorfs Chonchi
Auf dem Rückweg besuchten wir noch das malerische Fischerdorf Chonchi, welches u.a. auch bekannt ist für seine auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Kirche „San Carlos de Borroneo“ (diese Kirche hatte eine Renovierung aber auch dringend nötig).







Ein verschlafenes Nest, in dem irgendwie die Zeit stehen geblieben war. Einfache Häuser, fast Hütten, verwitterte Holzschindeln, aber alle hatten ihre Satellitenschüssel und genug Holz vor dem Haus liegen, damit es drinnen schön warm war.











Tipp: Wer kann, soll für diese Insel ruhig 2 Nächte mehr einplanen. In der Ecke um Ancud, genauer bei Puñihuil, kann man sich mit dem Boot zu einer Pinguin-Kolonie fahren lassen. Auch wäre ich gerne noch die Ostküste entlanggefahren und hätte in den malerischen Buchten den Blick auf die bunten Fischerboote genossen.





In unserem nächsten Kapitel werden wir uns langsam von der Zivilisation verabschieden und uns aufmachen, auf der legendären Carretera Austral gen Süden zu fahren. Was uns dort wohl erwarten wird :unsure: ?

Gute Nacht!
Beate
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