Regenzeit? Fahrzeug? Okavango Delta?

9 Antworten · 4'040 Aufrufe · gestartet 20. Dez. 2017 von Sakukry
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Themenstarter6 Beiträge · seit 201720. Dez. 2017 · #1
Hallo zusammen,

wir (3 ausgewachsene Männer) haben recht kurzfristig eine zweiwöchige Reise nach Namibia gebucht.
Los geht's Mitte Februar.
Nun bin ich dabei mich zu informieren und zu planen und in den Foren habe ich schon einige nützliche Tipps gefunden!
Vielen Dank dafür!
Trotzdem würde ich gerne auf einige Fragen nochmal genauer und aktuell eingehen..

In den vergangenen Jahren haben wir drei schon etliche Länder besucht. Unter anderem haben wir vor zwei Jahren 4.500km Südafrika in zwei Wochen zurück gelegt,- was deutlich zu viel war 🙂
Damals fuhren wir mit einem kleinen Ford Figo und hatten keinerlei Probleme mit der Fortbewegung.
In Namibia sieht das ja sicher anders aus und im Februar könnte es ziemlich schlammig werden, habe ich mir sagen lassen..
Die Meinungen sind wohl sehr verschieden. Manche meinen, auf jeden Fall 4x4, andere sagen, ein normaler PKW
reicht aus.
Was meint ihr dazu?

Für die üblichen Sehenswürdigkeiten, inkl. Nationalparks mit eigenen Vehikel, eher ein 4x4, oder reicht ein “normales“ Auto?!

Haben drei Männer genügend Platz zum schlafen, in einem 4x4 mit zwei Dachzelten und ggfls. der Rückbank? 🙂

Was wäre ein fairer Preis für 2 Wochen 4x4 camper?

Außerdem würde mich interessieren wieviel Zeit ihr für einen “Kurztrip“ von Windhoek zum Okawango Delta einplanen würdet und ob das während der Regenzeit gut möglich ist?

Ganz großen Dank vorab!
Sakukry
33,1k Beiträge · seit 200620. Dez. 2017 · #2
Hallo Sakury,

willkommen im Forum.
In Namibia sieht das ja sicher anders aus und im Februar könnte es ziemlich schlammig werden, habe ich mir sagen lassen..Die Meinungen sind wohl sehr verschieden. Manche meinen, auf jeden Fall 4x4, andere sagen, ein normaler PKW
reicht aus.Was meint ihr dazu?
wenn wir davon ausgehen, dass sich die Voraussagen bewahrheiten, dann kann Namibia mit einer durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Regenzeit rechnen. Dann macht es Sinn ein höheres Fahrzeug für einige Streckenabschnitte (z.B. Flussdurchfahrten) zu haben. Wenn man keine 4x4-Kenntnisse hat, dann bleibt man lieber vor diesen wie jeder PKW stehen und warten auf den Abfluss. Grundsätzlich reicht in der Trockenzeit auch ein PKW. Aber da ihr Campen wollt, bleibt Euch ja kaum etwas anderes als ein Dachzeltfahrzeug übrig.
Haben drei Männer genügend Platz zum schlafen, in einem 4x4 mit zwei Dachzelten und ggfls. der Rückbank? 🙂
wenn ihr zwei Dachzelte nehmt, dann klappt das schon. Ob ihr so kurzfristig, trotz eher Nebensaison, noch ein solches Fahrzeug bekommt, weiß ich nicht.
Außerdem würde mich interessieren wieviel Zeit ihr für einen “Kurztrip“ von Windhoek zum Okawango Delta einplanen würdet und ob das während der Regenzeit gut möglich ist?
"Gut möglich"? Hängt vom Regen und Euren Kenntnisse ab. grundsätzlich ist Moremi zur Regenzeit aber eher was für Profis. Wenn ihr nur 2 Wochen habt, würde ich mich auf Namibia konzentrieren. 2-Wochen-Ersttätertour: https://www.namibia-forum.ch/forum/7-routen/289845-ersttaetertouren-so-sehen-sie-aus.html

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
160 Beiträge · seit 201120. Dez. 2017 · #3
Hallo Sakukry

Wenn ihr in zwei Wochen von Namibia zum Okavango Delta möchtet und wieder zurück, müsst ihr in Namibia einiges weglassen. Wenn ihr in den Moremi möchtet würde ich euch empfehlen über Kasane und Savuti zu fahren. Ob ihr da noch so kurzfristig einen Platz kriegt weiss ich nicht. Solltet ihr euch für diese Strecke entscheiden braucht ihr zwingend einen 4x4.

Wenn ihr von Kasane über Nata nach Maun möchtet würde theoretisch ein Kleinwagen reichen. Ihr seid dann einfach auf geführte Touren in die Parks angewiesen. Ich persönlich würde einen 4x4 mieten.

Ich würde wahrscheinlich diese Route wählen (nur mit 4x4 machbar):
Tag 1 Windhoek
Tag 2 Waterberg
Tag 3 Roys Rest Camp
Tag 4 Divundu (z.B. Mahangu Safari Lodge)
Tag 5 Kongola (z.B. Nambwa)
Tag 6 Kasane
Tag 7 Kasane (Möglichkeit zu den Viktoria Fällen zu fahren)
Tag 8 Chobe (Savuti)
Tag 9 Chobe (Savuti)
Tag 10 Moremi (North Gate)
Tag 11 Moremi (South Gate)
Tag 12 Maun
Tag 13 Ghanzi
Tag 14 Windhoek

Gerade Savuti finde ich in der Regenzeit am schönsten. Die Strecken im Sand sind meist einfacher zu befahren in der Regenzeit. Schlamm kann aber natürlich eine Herausforderung sein. Während der Regenzeit muss man halt flexibel sein und vor Ort entscheiden, ob man eine Strecke fahren möchte/kann oder nicht.

Bezüglich Dachzelt sollte dies gut funktionieren. Gewisse Autovermietungen bieten auch die Option Bodenzelt an. Ich an eurer Stelle würde mit einem Dachzelt und einem Bodenzelt reisen. Das Bodenzelt ist in der Regel flächenmässig einiges grösser und bietet entsprechend mehr Platz für zwei Erwachsene.

Gruss Pascal
Themenstarter6 Beiträge · seit 201720. Dez. 2017 · #4
Vielen Dank für eure Antworten!

Wie wäre denn die Einschätzung, wenn man die “ganz normalen Touri Stecken“ Ende Februar befahren würde, im etosha z.B. aber auf jeden Fall mit eigenem Fahrzeug?
Normaler PKW oder 4x4, unabhängig von der Unterkunft?

PS: Unterkunft unbedingt im voraus buchen, oder ist das vor Ort weniger ein Problem, im Februar?

Danke!
33,1k Beiträge · seit 200620. Dez. 2017 · #5
Normaler PKW oder 4x4, unabhängig von der Unterkunft?
normaler PKW reicht, komfortabler ist ein SUV. Ihr müsst halt damit rechnen je nach Regen mal ein paar Stunden vor laufenden Rivieren (fließenden Flüssen) zu warten. Es hängt halt alles vom Regen ab. Im Prinzip könnt ihr die "STandardtour" auch nur auf großen Hauptstraßen erleben und damit das Risiko minimieren.

Viele Grüße asu Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter6 Beiträge · seit 201720. Dez. 2017 · #6
Grüße und Danke nochmal!
Wie sieht's denn mit Lodges, campingsites, guesthouses.. in Namibia, im Februar aus?

Unbedingt vorab buchen, oder relativ problemfrei vor Ort?
794 Beiträge · seit 201320. Dez. 2017 · #7
Wir sind meist im Januar / Februar, sprich Regenzeit und Nebansaison unterwegs und hatten noch nie Probleme spontan eine Unterkunft zu finden. Im Gegenteil, häufig waren wir sogar allein...

Aber ein Geländewagen macht schon Sinn, auch im Etosha, man sieht einfach mehr wenn man höher sitzt. In Botswana geht es ohne Geländewagen ohnehin nicht...

Beste Grüße

Andre
391 Beiträge · seit 201521. Dez. 2017 · #8
Dieses Jahr war ab Mitte Februar (fast) nichts mehr möglich in den Nationalparks in Botswana wegen viel zuviel Wasser. Wir hatten drei Fahrzeuge im Moremi und waren froh drum (und haben einmal die Seilwinde benötigt). Wirklich viel Fahren ging nicht und dort wo es ging (z.B. Savuti, Nxai Pan) war es ziemlich anspruchsvoll und anstrengend.

Dementsprechend hat das mit den wenigen Leuten mitunter auch den Grund, dass nur wenig offen/befahrbar ist und man mit Einschränkungen rechnen muss.
(Im Gegensatz dazu war es 2016 völlig problemlos)
1'059 Beiträge · seit 200625. Dez. 2017 · #10
Hallihallo
Sakukry schrieb:
In Namibia sieht das ja sicher anders aus und im Februar könnte es ziemlich schlammig werden, habe ich mir sagen lassen..
Die Meinungen sind wohl sehr verschieden. Manche meinen, auf jeden Fall 4x4, andere sagen, ein normaler PKW
reicht aus.
Was meint ihr dazu?
Das kommt nun wirklich sehr darauf an, wo in Namibia ihr hin wollt und welche Strecken man gedenkt zu befahren. Namibia ist gross und es gibt durchaus Regionen, die auch in der so genannten Regenzeit nicht wirklich viel Regen abbekommen. Und wenn, dann sind die Einschränkungen oft, wie Christian schon geschrieben hat, auch eher von recht kurzer Dauer. Ganz grundsätzlich halte ich Namibia auch in der Regenzeit für sehr gut bereisbar. Je nach dem wo, zum Beispiel im Caprivi, muss man halt einfach etwas flexibler sein und eine geplante Strecke auslassen und umdisponieren können. Wirklich informieren kann man sich dann halt erst vor Ort, weil die Verhältnisse sich relativ rasch ändern können. Aber eigentlich ist das überhaupt kein Problem, denn die Campsites und Unterkünfte sind ja nicht so gut gebucht und man findet daher eigentlich immer einen Platz.
Sakukry schrieb:
Für die üblichen Sehenswürdigkeiten, inkl. Nationalparks mit eigenen Vehikel, eher ein 4x4, oder reicht ein “normales“ Auto?!
Für die allermeisten Strecken in Namibia auf der eher klassischen Touri-Route reicht ein normaler PKW bzw ein SUV vollkommen. Auch in der Regenzeit. Wegen drei Erwachsenen Männern und Gepäck und alles würde ich aber schon eher zu einem SUV tendieren oder dann halt gleich einen 4x4.
Sakukry schrieb:
Haben drei Männer genügend Platz zum schlafen, in einem 4x4 mit zwei Dachzelten und ggfls. der Rückbank? 🙂
Eine Möglichkeit wären ja auch noch Bodenzelte. Es gibt so diese typischen Dome-Tents, die man auch bei den Autoverleihern mieten kann (zumindest bei unserem, siehe unten). Das wäre auch noch eine angenehme Alternative anstatt dem 4x4 mit Dachzelten und ihr könntet sicher auch gleich drei Stück mieten, so dass jeder auch noch etwas Privatsphäre hat.
Sakukry schrieb:
Was wäre ein fairer Preis für 2 Wochen 4x4 Camper?
In der Nebensaison kann so ein Teil schon mal um glatt die Hälfte weniger kosten als in der Hochsaison. Wir haben jetzt für unseren anstehenden Trip (Mitte Januar bis Ende Februar) bei Safari Car Rental einen Toyota Expedition DC mit 1 Dachzelt, 1 Bodenzelt und kompletter Campingausrüstung gebucht und bezahlen dafür EUR 61.00 pro Tag. Das haben wir allerdings schon im Juni gebucht und ich meine mich zu erinnern, dass man diesen Preis nur bei so und so viel im voraus bekommt. Aber einfach, dass du mal einen Anhaltspunkt hast.
Sakukry schrieb:
Außerdem würde mich interessieren wieviel Zeit ihr für einen “Kurztrip“ von Windhoek zum Okawango Delta einplanen würdet und ob das während der Regenzeit gut möglich ist?
Na ja, Kurztrip... Ich weiss nicht. Entweder, ihr macht eine Tour in Richtung Delta oder dann eine Rundreise in Namibia. Beides zusammen zu kombinieren wird schwierig, vor allem, wenn ihr von Namibia auch noch ein bisschen was sehen wollt.

Alleine Windhoek - Maun/Moremi sind zwei ganze Fahrtage Hin- und Rückreise. Also vier der vierzehn Tage sind dann schon mal weg. Das wäre mir zu schade, weil für nur zwei oder drei Tage vor Ort wäre dann schon eine ganze Woche oder mehr eurer Reise verbrutzelt.

Delta in der Regenzeit? Ja, das geht. Wie kOa_Master schon schreibt, kann es aber je nach dem, wie diese ausfällt, schwieriger oder nicht so schwierig sein. Aber wer kann das schon so genau sagen, gell. Vor zwei Jahren ging es recht gut, im Moremi gab es aber schon viel Wasser und wir hatten unzählige Wasserpfützen zu durchfahren. Andere haben sich eingegebraben und ein Streckenabschnitt zwischen Xakanaxa und North Gate war nicht befahrbar, da mussten wir halt einen Umweg machen. Ich bin sehr, sehr gerne zu dieser Jahreszeit dort, es gibt nur sehr wenige Touristen, alles ist Grün und man sieht trotzdem sehr viele Tiere. Allerdings ist jetzt Moremi und Savute nicht unbedingt geeignet für Anfänger, man sollte schon wissen, was man da tut und worauf man sich einlässt.

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Bei nur zwei Wochen könntet ihr aber schon eine Tour von Windhoek nach Maun/Moremi - Savute/Chobe - durch den Caprivi und zurück nach Windhoek machen. Ist eng, aber machbar.

Oder dann nach Maun fahren, das Auto dort stehen lassen, einen mehrtätigen Trip ins Delta mit einem Veranstalter unternehmen und dann „aussenrum“ über Nata nach Kasane und zum Chobe, von da dann ebenfalls via Caprivi zurück. Viiieeel Fahrerei für nur zwei Wochen.

Fazit: ich würde bei Namibia bleiben und dort eine schöne Tour auf der «Standardroute» machen.

Liebe Grüsse aus Zürich
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»