fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201623. März 2020 · #41
Liebe Friederike, liebe Elisabeth, danke für die netten Worte - das Kompliment bezüglich der Bilder muss ich zum Teil an meine Frau weitergeben. Die Bilder stammen von uns beiden, wir wechseln Kameras etc. schlicht je nachdem, wer den besseren Blickwinkel hat. Wer welche Bilder gemacht hat, lässt sich also nachher meistens nicht mehr nachvollziehen - lediglich Technikauswahl, Voreinstellungen und Nachbearbeitung sind ausschließlich auf meinem Mist gewachsen 🙂
Auch an die übrigen fleißigen Danke-Drücke ein Danke zurück!
Gleich gehts mit dem zweiten Teil der Leoparden-Saga weiter.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201623. März 2020 · #42
Tag 10 29.10.2017 KTP Kieliekrankie Teil 2
Auch über Kieliekrankie zu schreiben, kann ich mir glaube ich sparen. Nahe an der Perfektion, die Lage empfinden wir sogar als nochmals deutlich besser als Urikaruus, dafür bietet Urikaruus natürlich häufigere Tierbesuche. Zudem ist die Aussicht einfach atemberaubend.
Wir ruhen uns etwas auf der Terrasse aus, die Befestigung des Dachs eignet sich zudem optimal für eine Hängematte 🙂
Wie ich da so drin liege, besucht uns ein neugieriger Geselle, mit hübschem Gefieder, den wir vorher noch nie gesehen hatten. Er wird immer zutraulicher und scheint sich dabei vor allem für meinen Fuß zu interessieren, der aus der Hängematte baumelt. Als er zu einem Probebissen ansetzt, bringe ich mich schließlich doch lieber in Sicherheit.
Bokmakierie
Irgendwann kommen wir zum Entschluss, dass der kleine Leopard von heute morgen doch sicher langsam durstig werden müsste. Wir fahren also wieder zurück nach Auchterlonie mit dem Plan, so lange wie möglich bei ihm auszuharren – schließlich muss es sich ja auszahlen, wenn man in der Nähe nächtigt.
Als wir uns dem Baum nähern, sehen wir zunächst, dass kein Fahrzeug mehr darunter parkt. Doch unser Timing ist goldrichtig. Nur ein weiteres Fahrzeug steht am Straßenrand und der Leopard kommt nach und nach immer mehr auf uns zu.
Jetzt ist vom Kindchenschema nicht mehr viel zu sehen. Wieder haben unglaubliches Glück, genau richtig zu stehen. Das Tier läuft schräg immer weiter auf uns und die Straße zu.
Auf Höhe unseres Autos ist er schließlich nur noch wenige Meter von unserem Auto entfernt. Für uns ein absoluter Gänsehautmoment, spätestens als er uns kurz darauf aus wenigen Metern Entfernung direkt anblickt.
In irgendeinem Guidebook, ich meine, es ist der „Safari Companion“ wird der Leopard beschrieben als „the prince of stealth and feline beauty“- ein wahrlich treffender Name.
Schließlich überquert er hinter unserem Auto die Straße und macht sich auf dem Weg zum Wasserloch.
Als er genug hatte, geht es wieder zurück zur Straße und Richtung Dünen. Zum Glück tut er uns den Gefallen, nochmals kurz inne zu halten, ehe er schließlich über die Düne verschwindet.
Vom ersten Auftauchen bis zu seinem Verschwinden sind keine 15 Minuten vergangen – einmal mehr zeigt sich, wie zufallsabhängig doch viele Sichtungen sind.
Da bist zum Gateschluss noch etwas Zeit ist und aufgrund der Entfernung zu den großen Camps nichts los ist, kurven wir noch etwas in der Gegend herum und finden auch hier wieder ein diesmal einzelnes Erdmännchen, das mit Futtersuche und Körperpflege beschäftigt ist.
Schließlich läuft uns noch eine Fuchsmanguste über den Weg
Ehe es im schönsten Abendlicht über die Dünen zurück nach Kielienkrankie geht.
Wir nutzen das Vorhandensein einer Küche, bewundern die Aussicht und freuen uns über tierische Mitbewohner.
Am Wasserloch blieb es ruhig, hier hatten wir auch keine allzu großen Erwartungen – wie sich 3 Jahre später zeigen sollte, etwas zu unrecht 🙂
das Bild vom einzelnen Kapfuchs (Breitseite) im Gegenlicht ist einfach genial..... .....in besseren Zeiten würde man es ein Kapfuchs mit Corona nennen.....
Danke und liebe Grüsse, busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Sadie1'835 Beiträge · seit 201523. März 2020 · #44
Hallo Fidel, danke dir für die wundervolle Unterhaltung mit deinen ebenso wunderschönen Fotos. Gratuliere euch zum gerade 2x den gleichen Leopard zu sehen. Das Portrait Bild von seiner Majestät würde bei mir an der Wand hängen. Kann man immer wieder bestaunen. Das erinnert mich an unsern ersten Leopard in the tree und überhaupt. Den haben wir in Savuti in 2012 entdeckt und er war in einem Baum mit einer Impala Beute und hat uns angestarrt. So ein Katzenblick haut mir tief in die Seele. Danke für all die Leo Bilder! Uri kennen wir und hatten dort ein unvergessliches Löwenkonzert mitten in der Nacht. Wir konnten sie im Mondlicht und mit Taschenlampe von den Stegen und vom Balkon verfolgen. Die Hütte hat sich erschüttert von all dem Gebrüll. Unvergesslich. Also du siehst, das Schöne am Bericht lesen für uns ist dass viele unserer Erinnerungen auch hochkommen und wir der herrschenden harten Realität ein wenig entfliehen können. Danke. Katrin
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201624. März 2020 · #45
Lieber Busko wir haben uns auch sehr über das Licht gefreut, so passend hat man es nicht alle Tage 🙂
Liebe Katrin, das große Hochkant-Portrait hängt bei uns in der Tat in groß im Gang und sorgt auch nach den Jahren immer wieder für ein Lächeln. Ich verstehe total, wieso so viele bei Leopardensichtungen scheinbar ausflippen, sind sind einfach etwas sehr besonderes. Eurer Erlebnis in Urikaruus hört sich sehr aufregend an, dort ist scheinbar öfters was geboten 😉
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201624. März 2020 · #46
Tag 11 30.10.2017 KTP Nossob Gefahrene KM: 183
Wir haben hervorragend geschlafen, kurz vor Gateöffnung begrüßt uns die Sonne über den Dünen.
Wir verlassen kurz hinter einem anderen Fahrzeug Kieliekrankie kurz nach Gateöffnung. Wir beschließen, zunächst Richtung Auobtal zu fahren, dort den Morgen über nach Tieren zu suchen uns, sobald wir dort nichts mehr sehen, auf den Weg über die obere Dünenstraße nach Nossob zu machen.
Im Auobtal angekommen sehen wir unsere Campnachbarn wieder – sowie zwei Löwinnen, die es sich auf der Straße gemütlich gemacht haben. Unsere ersten Löwendamen im Park und die ersten Löwen nach 4 löwenlosen Tagen (nicht dass ich mich beschweren würde – nur als interessantes Detail, wie sehr das alles immer vom Zufall abhängt).
Irgendwann wird es dann doch Zeit, aufzustehen und etwas Morgengymnastik einzulegen.
Die andere Löwin hat es sich derweil im Flussbett gemütlich gemacht.
Schließlich marschieren beide flussaufwärts.
Wir verlassen die beiden schließlich, nachdem sie sich in höherem Gras niedergelegt haben. Wir fahren weiter und finden einen Northern Black Korhaan.
sowie zwei eifrige Erdmännchen.
Am Himmel kreist ein Tawny Eagle.
Und am Boden läuft ein Crowned Lapwing umher.
Bei einem Erdhörnchenbau herrscht emsige Betriebsamkeit.
An der Kreuzung zur Upper Dune Road treffen wir schließlich noch auf eine Gnuherde.
Anschließend machen wir uns auf den Weg über die Dünen. Dabei treffen wir auf einen sehr kooperativen Black-shouldered Kite.
Später treffen wir auf einen Rock Kestrel (oder ist es ein Lesser Kestrel??), der von uns auf der Straße entlang stolziert und sich dabei nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Inzwischen hat es zugezogen und ist sehr diesig, zugleich aber mit nahe der 40° verdammt heiß. Im Nossobtal sind wir zunächst überrascht, wie anders es im „nördlichen“ Nossobtal im Vergleich zu weiter südlich und im Auobtal aussieht. Wir sehen einen jungen Gaukler.
Schließlich kommen wir in Nossob an und checken für eine der 2017 neu errichteten Premium Campsites ein. Diese liegen südlich der normalen Campsite und verfügen jeweils über ein eigenes Duschhäuschen und eine Außenküche. Der Flair entspricht aber dem einer Baustelle. Generell wirkt Nossob natürlich eher etwas staubig und trostlos, wie der letzte Fleck Zivilisation in der Wüste. Die Premium Campsites schaffen es aber, das noch zu übertreffen. Das Blechdach heizt sich ziemlich auf und ist zudem so konstruiert, dass ab frühem Nachmittag alles in der Sonne liegt. Bäume gibt es nicht, nur ein Büsche außenrum mit Bauschuttresten und Müll. Der Blick geht entweder zu den Nachbarn oder Richtung Busch. Ich finde, da hätte man echt mehr draus machen können.. Vielleicht sind wir auch schlicht zu verwöhnt von Uri und Kielie.
Unsere Hoffnung, dass sich der Baustellenflair mit der Zeit und mehr Bewuchs legt, hatte sich übrigens auch mehr als zwei Jahre später nicht erfüllt. Rückblickend betrachtet (wenn ich die Bilder nun noch einmal sehe) war es damals sogar noch attraktiver als letzten Dezember, jedenfalls weniger verwahrlost. Nichtsdestotrotz ist die Lage von Nossob natürlich top und ein eigenes Bad Luxus, so wirklich warm werden wir mit dem Camp aber zunächst nicht und beneiden die normalen Camper um die schönen Schattenbäume.
Es ist furchtbar heiß und diesig, zu gleich aber auch sehr windig. Unsere Versuche, mit unserem Tarp ein Sonnensegel zu errichten, scheitern am starken Wind.
Nachmittags geht es nochmal auf einen kurzen Game Drive zum Marie-se-Gat Loop, den wir bei der Hinfahrt ausgelassen haben. Wir sehen auf dem gesamten Loop nichts außer einem Wiedehopf, der im Gegensatz zu seinen Artgenossen freundlich genug ist, eine Sekunde still zu halten.
Erst am Rooikop Wasserloch haben wir schließlich Glück. Wir entdecken zwei Weißgesichtseulen / Southern White-faced Owl in einem Baum direkt neben der Straße. Nach einigem Rangieren schaffen wir es, durch die dichten Zweige eine Sichtachse für Bilder zu finden.
Sehr erfreut, treten wir schließlich den Rückweg zum Camp an.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201625. März 2020 · #47
Tag 12 31.11.2017 KTP Nossob Gefahrene KM: 73
In der Nacht hören wir immer wieder in Zaunnähe Löwen.
Wir entscheiden uns entgegen der Mehrheit der Gäste des Camps, für einen Morning Drive Richtung Norden, da wir auch die Gegend nördlich von Nossob kennenlernen wollen. Wir finden zunächst nicht die nächtlich aktiven Löwen, jedoch einen sehr zerrupften Pale Chanting Goshawk.
An einem Webervogelnest etwas abseits des Wegs sitzen auffallend viele Greifvögel im Geäst und etwas bewegt sich dort. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass ein Honeybadger gerade versucht, in das Nest einzudringen bzw. dort nach Beute sucht.
Doch so wirklich den Eingang oder was er sucht, scheint er nicht zu finden. Schließlich macht er sich daran, an einer Stelle das Nest aufzubrechen bzw. sich hineinzuwühlen.
Auch dies scheint nicht so wirklich von Erfolg gekrönt zu sein. Schließlich gibt er auf, klettert hinab und entschwindet unseren Blicken.
In einem anderen Baum sehen wir kurz darauf unsere erste African Wildcat. Sie scheint ein Auge verloren zu haben. Leider erschrecken wir sie durch unser Bremsen, so dass uns nur ein paar Schnappschüsse gelingen.
Am Wasserloch Cubitje Quap erwartet uns der Anblick zweier stattlicher Gesäße.
Für die nächsten 12 Minuten (laut exifs) bleibt es bei diesem Anblick und dem Geräusch schlabbernder Zungen. Die beiden müssen mächtig Durst haben – oder es macht ihnen Spaß, Touristen ihre Hinterteile zu präsentieren. Irgendwann ist der Bauch voll oder das Touristenärgern zu langweilig.
Es geht ein paar Schritte weiter an unserem Auto vorbei, dann wird geschnüffelt und geschüttelt.
Schließlich lassen sich beide auf den Fahrspuren im Schatten nieder.
Was sie wohl heute Nacht getrieben haben, dass sie soo fertig sind?
Die weitere Fahrt bietet zwar einige landschaftliche Abwechslung, außer ein paar Gnus in der Ferne jedoch weniger Tiere.
Als wir wieder zurückfahren, liegen beide Löwen noch immer im Schatten, nunmehr in tiefen Schlaf versunken. Wir verlassen die beiden und fahren wieder zurück nach Nossob für etwas Siesta. Für heute Abend haben wir einen Night Drive gebucht. Es ist das erste Mal, dass wir einen Night Drive machen, das erste Mal überhaupt, dass wir einen geführten Game Drive machen (wenn man die Bootstour in Mavunje außen vor lässt). Wir sind daher sehr gespannt was uns erwartet. Es geht gemeinsam mit einer Familie und einem deutschen Paar, welches sich später als FoMi Stubsi herausstellte in einem großen LKW Richtung Süden und Marie-se-Gat Loop.
Unmittelbar nach dem Gate stoßen wir auf eine Löwin, die offenbar auf dem Weg zum Wasserloch ist – na toll, jetzt wäre der Hide vielleicht die bessere Variante 🙂
Wir sehen auf Bäumen in der Ferne einen Raubadler sowie einige Geier, die jedoch schon aus weiter Ferne Reißaus nehmen. Ein junger Pale Chanting Goshawk ist kooperativer.
Schließlich findet unser Fahrer einen Fleckenuhu.
Wir halten ebenfalls am Baum mit den Weißgesichtseulen von Gestern, anscheinend scheint es sich um ihren Stammbaum zu handeln. Nachdem es langsam dunkel wird und die Scheinwerfer zum Einsatz kommen, sehen wir immer wieder in größerer Entfernung Springhasen. Auf dem Rückweg sehen wir schließlich kurz eine Wildkatze am Rande der Fahrbahn, zuletzt noch für einige Sekunden eine braune Hyäne in einiger Entfernung. Bilder hiervon gibt es leider keine, da ich noch nicht herausgefunden habe, wie man im Dunkeln ohne Blitz sinnvoll mit einem Teleobjektiv ohne Stativ Bilder macht. Manche Kompaktkameras scheinen da einfacher zu sein :-P
Insgesamt war der Night Drive ganz interessant, aber auch nicht mehr. Es ist natürlich immer vieles Glückssache, wir würden ihn wohl durchaus wieder machen wenn die Gelegenheit da ist.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201625. März 2020 · #48
Tag 13 01.11.2017 KTP Kalahari Tented Camp Teil 1 Gefahrene KM: 250
So langsam neigt sich unsere Zeit im KTP bereits dem Ende zu. Wahnsinn, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man nichts tut außer Game Drives, Schlafen und Entspannung..
So geht es für uns nun heute zu unserem letzten Übernachtungstop im KTP zum Kalahari Tented Camp. Wir verlassen Nossob Richtung Süden – da es nun November ist, bereits eine halbe Stunde früher als sonst. Zunächst sehen wir längere Zeit nichts, am Kaspersdraai Wasserloch schließlich einen interessant gefärbten Schakal.
Kurz darauf sehen wir einen jungen Pale Chanting Goshawk, der sich offenbar in der Punk-Phase seiner Jugend befindet.
An einem weiteren Wasserloch haben sich Unmengen an Spatzen versammelt. Kaum zu glauben, dass eine derartige Vogeldichte bis vor nicht allzu langer Zeit auch bei uns zu Hause noch normal war.. Der Vergleich der Massen an Vögeln, die man in Afrika auf Safari findet mit der Population in Europa lässt einen stets etwas nachdenklich zurück..
Wir sehen auch einen Violette-eared Waxbill, die Bilder taugen leider lediglich als Nachweis.. Kurz darauf stoßen wir jedoch auf einen Fleckenuhu, der sich weitaus besser ablichten lässt. Was nun beginnt, ist, nunja, etwas seltsam :-P
Nur 5 Minuten später sehen wir den nächsten Fleckenuhu.
Einige Minuten später treffen wir auf gleich drei Fleckenuhus in einem Baum – was ist denn heute los?
Am Dikbaardskolk Picknickplatz angekommen, gibt es endlich Frühstück mit üblichem Vogelbesuch.
Plötzlich fährt ein Südafrikaner mit Wohnmobil auf den Picknickplatz, steigt aus, läuft auf uns zu und erzählt uns, dass ein paar Kilometer weiter südlich vier Geparden an einem Riss seien. Diese Information hat eine elektrisierende Wirkung. Wir hatten bisher noch nie Geparden gesehen, noch weniger an einem Riss. Die Hoffnung, Geparden zu sehen war einer der wesentlichen Gründe, überhaupt in den KTP zu fahren. Schließlich werden diese offenbar von allen anderen hier ständig gesehen. Wir werden daher alles so schnell wie möglich ins Auto und suchen die von unserem freundlichen Tippgeber beschriebene Stelle, auch wenn wir eigentlich am Picknickplatz auf die Dune Road abbiegen wollten.
Nach einiger Zeit finden wir den Kill, von den Geparden jedoch keine Spur.
Sie haben ganze Arbeit geleistet, lediglich ein paar Schakale streiten sich um die kümmerlichen Reste.
Wir fahren etwas auf und ab und entdecken die vier Geparde schließlich relativ weit entfernt im Schatten liegend. Einerseits glücklich, nunmehr endlich Geparden gesehen zu haben, zugleich etwas enttäuscht, sie am Kill verpasst zu haben, geben wir unser bestes, um sie trotz der Entfernung halbwegs adäquat auf Chip bannen zu könne.
Wir warten nahezu eine Stunde in der Hoffnung, dass sie sich bewegen oder wieder näher kommen.
Leider tun sie uns den Gefallen nicht, außer einigen Stellungswechseln passiert nichts. Dafür sticht uns ein seltsam aussehender Stecken keine 2 Meter von unserem Fenster entfernt ins Auge, der uns aus einem Loch heraus mustert.
Sie ist vollkommen regungslos, starrt uns jedoch die ganze Zeit an. Wir sinnieren darüber, ob wir nicht lieber das Fenster schließen oder weiter weg fahren sollten und ob Kapkobras spucken können.
Da auch von den Geparden keine Kooperation mehr zu erwarten ist, suchen wir schließlich vorsichtshalber das Weite und machen uns auf unseren weiteren Weg.
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201625. März 2020 · #49
Hallo fidel, vielen Dank für deinen Bericht und die wirklich überaus schönen Fotos. Tolle Sichtungen hattet ihr vor allem im KTP - beim Anschauen der Bilder schmerzt unser ins Wasser fallender Urlaub dort umso mehr. Die Erdmännchen-Kobra-Begegnung: Ganz großes Kino! Aber auch der kletternde Honigdachs und die Kapfüchse sind etwas Besonderes! Und euer kleiner Leopard ist wirklich höchst fotogen - Sehnsucht pur. Danke fürs Teilhabenlassen. Liebe Grüße Sascha
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201625. März 2020 · #50
Tag 13 01.11.2017 KTP Kalahari Tented Camp Teil 2
Am Elands Wasserloch treffen wir auf unsere erste und einzige Tüpfelhyäne dieses Urlaubs. Sie regt sich nicht, scheint aber zu atmen.
Zudem hat sich eine Herde Oryx zum Trinken versammelt.
Im Auob-Tal angekommen, treffen wir erneut auf einen Fleckenuhu.
Nach einem Gleitaar..
kommen wir zum nächsten Fleckenuhu..
Was auch immer heute los, keine Ahnung. Ob dort immer so viele sind und lediglich unsere Augen darauf programmiert sind? Ob alle zum 01.11. eingeflogen sind? Fragen über Fragen..
Auf einem Baum sitzt schließlich ein Weißrückengeier und erlaubt uns erstmals die Beobachtung und Fotografie eines Geiers aus der Nähe.
Es folgen ein Tawny Eagle und ein junger Pale Chanting Goshawk, der gerade dabei ist, etwas für uns nicht erkennbares zu verspeisen.
Schließlich erreichen wir das Kalahari Rest Camp, checken uns mangels Besetzung selbst ein und Beziehen eines der hinteren Zelte weiter rechts. Auch diese Zelte gefallen uns sehr gut. Es ist zwar nicht so exklusiv wie Urikaruus oder Kieliekrankie aufgrund der größeren Zahl an Nachbarn, aber die Abstände sind m.E. weit genug, so dass man die Größe des Camps nicht wirklich mitbekommt. Auch hier würden wir jederzeit sofort wieder nächtigen.
Nach einer Siesta geht es schließlich noch auf eine kleine Abendrunde. Da sich unsere Buchung für das Kalahari Tented Camp aufgrund der Buchungslotterie auf zwei verschiedene Buchungen verteilt, müssen wir jedoch zunächst noch abklären, ob wir beide Nächte im selben Zelt bleiben können. Dem Warden ist unser Problem bereits bekannt, er kann uns jedoch noch nichts versprechen, da er nochmals Rücksprache mit Mata Mata halten muss – er hofft bei unserer Rückkehr eine Antwort zu haben.
Unterwegs entdecken unsere erste Ludwigstrappe..
..weitere Geier und eine Gabelracke.
Am Sitzas Craig Lockhard Wasserloch hat sich für KTP-Verhältnisse eine ganze Armada an Fahrzeugen versammelt.
Der Grund: in 70 – 100 Meter Entfernung hat sich ein Löwenrudel niedergelassen, das in tiefen Schlaf versunken ist.
Na ob das Warten sich da so lohnt? 🙂 Uns ist das bei der Vielzahl an Autos jedenfalls zu blöd, deshalb fahren wir noch weiter flußabwärts und genießen die schöne Abendstimmung.
Generell ist eines der schönsten Dinge am Safariurlaub meines Erachtens, einfach im besten Licht langsam durch schöne Landschaft zu tuckern, nicht wissend was sich hinter der nächsten Kurve verbirgt.. diese Spannung, verbunden mit der Schönheit der Natur im Abend- und Morgenlicht, macht für mich einen der Hauptreize eines Afrikaurlaubes aus.
Wir sehen noch ein paar Gnus und Springböcke..
..sowie schließlich den gefühlt hundersten Fleckenuhu des Tages.
Als wir langsam gen Camp zurückfahren, ist der Großteil der Autos am Wasserloch verschwunden, die Löwen liegen weiterhin unverändert da. Auf einer Düne sehen wir schließlich die ersten Giraffen im Park.
Zufrieden mit der Ausbeute des heutigen Tages kehren wir zurück zum Camp. Wir erhalten die Information, dass wir in unserem Zelt auch für die nächste Nacht bleiben können und genießen bei einem Lagerfeuer das Gefühl, draußen zu sein.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201625. März 2020 · #51
Tag 14 02.11.2017 KTP Kalahari Tented Camp Teil 1 Gefahrene KM: 118
Nun ist ist es soweit. Unser letzter voller Tag ist gekommen. Diesen wollen wir natürlich voll und ganz ausnützen und starten pünktlich um 05:30 im fahlen Licht der Dämmerung flussabwärts. Ich liebe es, wenn die Gate-Zeiten so gelegt sind, dass man noch einige Zeit vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang unterwegs sein kann, so hat man nochmals größere Chancen auf spezielle Sichtungen und ist bei Sonnenauf- oder Untergang an wesentlich interessanteren Orten als am Campeingang. Gerade der großzügige Wechsel der Öffnungszeiten in den südafrikanischen Parks ist dafür hervorragend geeignet, anders als der wöchentlich exakt abgestimmte Zeitpunkt in Namibia. Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen man erst nach Sonnenaufgang los darf, Anfang November zählen bewegen wir uns jedoch noch eindeutig auf der Gewinnerseite.
Dass sich der frühe Start lohnt, zeigt sich sogleich. Wir sehen im Flußbett mehrere Löffelhunde auf Futtersuche.
Kurz darauf sehen läuft eine braune Hyäne im Flussbett mit einem großen Knochen im Maul. Sie überquert vor uns die Straße, bleibt mehrfach stehen und läuft schließlich neben uns die Düne herauf. Leider erlaubt das schwache Licht der Dämmerung keine besseren Bilder, der im Kopf gespeicherte Eindruck ist dafür umso größer. Endlich sehen wir eines dieser super interessanten Tiere einmal für mehr als nur 2 Sekunden.
In diesem Kontext kann ich jedem nur wärmstens die Erzählungen von Mark und Delia Owens zu ihren Forschungen zu Braunen Hyänen in CKGR, veröffentlicht im Buch Cry of the Kalahari, ans Herz legen. Man lernt unglaublich viel über diese vermeintlichen Einzelgänger, was man vorher nie vermutet hätte.
Nachdem wir die Hyäne nicht mehr sehen können, fahren wir etwas weiter und treffen erneut auf Löffelhunde, leider erneut etwas weit entfernt.
Schließlich finden wir das gestrige Löwenrudel verstreut über Baumstämme und Wiese wieder. Für ordentliche Fotos ist die Entfernung fast zu groß, für die Beobachtung mit dem Fernglas jedoch optimal, insbesondere da die jüngeren Mitglieder des Rudels voller Energie stecken und immer unterwegs sind. Wir stehen hier fast eine halbe Stunde und werden in der Zeit immer wieder von aus Mata Mata kommenden Fahrzeugen überholt, die für 5 Sekunden anhalten und dann weiterbrausen – am Abend zuvor waren die Löwen wesentlich weiter weg, dafür standen x Fahrzeuge da.. das verstehe wer will.
Irgendwann verlassen wir sie dann doch und finden zunächst mal wieder einen Tawny Eagle.
Kurz darauf läuft etwas Braunes durchs Gras – die nächste braune Hyäne 😄
Leider ist sie etwas weit entfernt und nur sehr kurz zu sehen, ehe sie sich in ein dichtes Gestrüpp verkriecht.
Im weiteren Verlauf sonnen sich zwei Weißrückengeier in der Baumkrone.
Kurz darauf zeigt sich ein weiterer Löffelhund.
Kaum zu glauben, dass wir 2019 in 13 Nächten im Park keinem einzigen Löffelhund begegnen.. Heute können wir uns über die zwei Stunden definitiv nicht beschweren..
Es folgt ein Wiedehopf..
.. ehe wir in Dalkeith auf die nächste Löwenversammlung treffen, die es sich auf dem Parkplatz am Wasserloch gemütlich gemacht hat.
Plötzlich scheint etwas die Aufmerksamkeit eines Jungen erregt zu haben. Er hebt den Kopf und geht offensichtlich in den Jagdmodus über.
Ein paar Meter schleichen, ein kurzer Sprint..
.. und das junge Männchen schaut blöd ins Gebüsch, wo sich eben noch eine Manguste befand, die lieber schnell das Weite gesucht hat.
Die Action weckt nun auch das Interesse der älteren Mitglieder des Rudels – wie, wir jagen schon wieder?
Sie trotten herbei, um den Jagderfolg ihres Sohnemanns zu begutachten.
Am Ende stehen drei Löwen da uns schauen blöd ins Gebüsch 🙂
Auf dem Weg zurück zum Kalahari Tented Camp treffen wir auf ein paar Giraffen, die gerade mit Trinken beschäftigt sind.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201625. März 2020 · #52
Lieber Sascha,
ich freue mich, wenn ich wenigstens etwas KTP-Feeling transportieren kann, auch wenn es das Gefühl, vor Ort zu sein, nicht zu ersetzen vermag. Nun sind wir hier alle wohl erstmal auf einige Zeit auf Substitution für unsere Sucht angewiesen. Uns hat es leider auch mit einer gebuchten und 1,5 geplanten Reisen erwischt. Wichtiger ist jedoch wahrscheinlich, wie die Leute vor Ort diese Zeit überstehen - unser Problem ist da ein reines Luxusproblem..
jaffles1'312 Beiträge · seit 200625. März 2020 · #53
Hallo fidel,
jetzt muss ich mich auch als Mitleser outen. Bisher habe ich mich einfach an den schönen Bilder erfreut, bis ich plötzlich die 4 Löwen bei Dalkeith erkannt habe 😗 . Hab mal unsere Reisedaten abgeglichen und gesehen, dass wir uns im KTP gesehen haben könnten. Diese 4 Löwen hatten wir nachmittags am 2ten. Hab gerade in unseren Reisebericht nachgelesen. Und die Löwen bei Craig Lockhard (nicht Sitsas, das ist nördlicher und sieht anders aus!) haben wir ebenfalls gesehen. Mal sehen, was bei euch noch kommt! Danke für die Impressionen, nachdem unsere Reise nach Capetown futsch ist 🙁 . LG Claudia, ein großer KTP Fan
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201626. März 2020 · #54
Tag 14 02.11.2017 KTP Kalahari Tented Camp Teil 2
Am späten Nachmittag geht es schließlich noch auf einen letzten Abendgamedrive. Wir sehen zunächst einen Schakal, der offenbar gerade eine Maus gefangen hat.
Später sehen wir einen Sekretär, einen Gabar Goshawk und eine Gabelracke.
Die Löwen am Sitzas Craig Lockhard Wasserloch von heute Morgen sind immer noch da, haben sich jedoch weiter weg im Schatten verteilt.
Auch die Löwen in Dalkeith sind noch da, jedoch nun in einen komatösen Schlaf verfallen. Süß sind sie ja schon, wie sie so mitten auf der Straße liegen. Wir bleiben jedoch nicht allzu lange bei Ihnen, sondern machen uns dann wieder auf den Rückweg.
Auf der Rückfahrt zieht es langsam zu, in der Ferne sind erste Regenschauer zu sehen.
Kurz vor dem Camp sehen wir eine African Wildcat durchs Gras laufen. Für mehr als ein Beweisfoto langt es mangels Licht und aufgrund von Fokusproblemen leider nicht. Dennoch freuen wir uns sehr über diese Sichtung.
Abends tröpfelt es immer wieder leicht und windet, es bleibt aber trocken.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201626. März 2020 · #55
Liebe Claudia,
auch stille Mitleser sind selbstverständlich willkommen 🙂 Mit Craig Lockhard hast du recht - ich werde es gleich mal korrigieren. Hab zwar die Koordinaten der Fotos, aber keinen Namen des Wasserlochs dazu. Die Karte von Sanparks ist zu ungenau und um das Kgalagadi Self Drive Buch rauszuholen, war ich zu faul :-P
Je nachdem wann ihr jeweils am 02.11. auf der Strecke unterwegs wart, könnten wir uns dann wohl theoretisch gesehen haben.
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201626. März 2020 · #56
Tag 15 03.11.2017 Mesosaurus Fossil Camp Gefahrene KM: 300
Unsere letzte Nacht im Park wird kurz vor Tagesanbruch durch ein schon lange nicht mehr bekanntes Geräusch gestört – Regen. Sogar der Himmel weint, weil wir den Park verlassen? 🙂 Nachdem der Wecker klingelt, wagen wir einen Blick nach draußen. Es regnet zwar, aber nicht stark. Wir starten daher zu unserem vorerst letzten Game Drive. Nach und nach lässt der Regen nach.
Wie bereits am Abend zuvor sehen wir diesmal erneut eine African Wildcat. In dieser Gegend scheint es sehr viele von ihnen zu geben.
Als schließlich die Sonne aufgeht, bietet sie ein unglaubliches Farbenspiel.
Wir sehen eine Giraffe und eine Gnuherde.
Sehr freuen wir uns, als wir ein Kronenkiebitzküken im Gras entdecken.
Das war es dann mit dem KTP.
Fazit KTP: Der Park wird meines Erachtens sowohl seinen Anhängern als auch seinen Kritikern gerecht. Ja, es gibt nur wenig Wege, man kann Pech haben und lange Zeit nichts sehen, die Strecken sind lang, man sitzt sehr viel im Auto und fährt viele viele Kilometer über zum Teil schlechte, größtenteils recht passable Sandpisten, die großen Restcamps haben wenig bis keinen Charm. Die Tiervielfalt ist sehr begrenzt. Aber: die Chance auf sehr sehr spezielle Sichtungen, die Unterkünfte und Campsites (jedenfalls die auf Botswana-Seite), die Landschaft, die verhältnismäßig geringe Besucherzahl, die Lichtstimmungen, die Abgeschiedenheit und Leere machen das alles wett – wenn man sich darauf einlässt und die Zeit nimmt. Man kommt in anderen Parks sicher leichter und schneller zu seinen Sichtungen. Kommt es einem aber nicht nur darauf an, hat der Park nicht ohne Grund eine magische Anziehungskraft.. Die Erlebnisse, die wir dort hatten (und auch bei unserem zweiten Besuch letzten Dezember) hatten wir in dieser Intensität bisher in keinem anderen Park erleben können – aber vielleicht sind wir da auch einfach zu jung und unerfahren :-P
Wir checken in Mata Mata aus, reisen ohne weitere Probleme in Namibia ein und machen uns auf den Weg Richtung Keetmanshoop. Die Fahrt dorthin ist zunächst aufgrund der Landschaft und der zu überquerenden Dünen kurzweilig, später im Vergleich zum KTP eher langweilig.
Die Wolken sind nunmehr größtenteils verschwunden und es ist wieder heiß geworden. Kurz nach Mittag erreichen wir schließlich das Mesosaurus Fossil Camp. Vor Ort ist jedoch niemand zu finden, die Rezeption unbesetzt. Unsere Versuche, uns beim Farmhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite bemerkbar zu machen scheitern. Wir warten also. Irgendwann kommt ein reichlich zerlumpt aussehender Farmmitarbeiter (?), der sichtlich betrunken ist und offenbar nur sehr wenig Englisch versteht. Wir verstehen jedoch, dass Gil, der Inhaber, offenbar gerade weg ist. Wann er wieder kommt, was wir machen sollen oder ob wir einfach irgendwo hin können, erfahren wir nicht. So warten wir in der Mittagshitze ohne größeren Schatten und schmelzen langsam dahin. Irgendwann kommt eine südafrikanische Familie, sie hätten gerne eine Übernachtung gebucht. Auch sie scheitern mit Kommunikationsversuchen und fahren nach einiger Zeit weiter. Nach einiger weiterer Zeit kommen zwei Damen, die eine Übernachtung in einem der Hütten gebucht haben. Ihnen war vorab mitgeteilt worden, sie sollten einfach zu einer bestimmten Nummer gehen. Na toll.. wir überlegen schon, ob wir nicht doch woanders übernachten sollen anstatt hier in der Sonne zu schmelzen, als Gil schließlich kommt und sich vielmals für die Wartezeit entschuldigt. Wir hätten einfach hinter auf die Campsite fahren können – blöd wenn man das (a) nicht weiß und (b) keine Ahnung hat, wo es zur Campsite geht. Hier wäre ein Schild oder Zettel vielleicht ganz hilfreich.. Gil erzählt, dass er zur Zeit ganz alleine alles stemmen muss, da alle Familienmitglieder weg seien. Sicher kein leichter Job. Wir unterhalten uns noch einige Zeit mit ihm, dann fahren wir den Fahrweg hinter zur Campsite.
Die Campsite ist ein echtes Schmankerl und nur zu empfehlen. Mitten zwischen Doloritfelsen und Köcherbäumen befinden sich eine Handvoll Stellplätze sowie eher rustikale Gemeinschaftsablutions. Wir sind bisher die einzigen Gäste und suchen uns daher einen schönen Stellplatz in der Nähe eines großen Webervogelnestes.
Wir essen Mittag, Ruhen uns aus und beobachten, was am und im Webervogelnest so vor sich geht. Irgendwann kommt ein Zwergfalke mit Beute vorbei, zunächst das Männchen, dann das Weibchen. Da scheint jemand im Nest mächtig Hunger zu haben.
Webervogelnester sind schon sehr interessante Soziotope. Es ist nicht nur unglaublich, wie diese kleinen Vögel es fertig bringen, derart riesige Gebilde zu erschaffen, ebenso spannend ist, welche weiteren Untermieter sie beherbergen bzw. wie viele andere Tierarten von ihnen abhängen bzw. davon profitieren.
Als es langsam Abend wird, machen wir uns auf eine Runde Köcherbäume und Felsen erkunden. Es ist immer noch verdammt heiß und wir kommen schnell ins Schwitzen. Die Landschaft ist jedoch einmalig und die Köcherbäume bieten tolle Fotomotive.
Früher als sonst machen wir uns ans Kochen, um gegebenenfalls noch mehr Zeit zum Fotografieren zu haben, sobald das Licht noch interessanter wird.
Irgendwann kommt die Sonne nochmal durch und schickt ihre letzten Strahlen Richtung Köcherbäume, so dass ich nochmals anfange, auf den Felsen herum zu springen.
So klasse die Wolken im Abendlicht aussehen, so sehr verhindern sie jedoch die von mir geplante Fotografie der Milchstraße.. es hilft nichts, es bleibt zugezogen und allenfalls vereinzelte Sterne sind zu sehen. Schade, ich hatte mich sehr darauf gefreut, in Namibia endlich wieder wie im Jahr zuvor den wunderbaren Sternenhimmel ablichten zu können. Zum Trost und da diese Bilder sonst hier nicht gezeigt würden, erlaube ich mir einen kurzen Einschub von letztem Jahr von anderer Stelle in Namibia – so hätte es nach Plan ungefähr aussehen sollen..
fidelThemenstarter925 Beiträge · seit 201626. März 2020 · #57
Tag 16 04.11.2017 Koiimasis Gefahrene KM: 410
Der wiederholte Blick nachts nach draußen zeigt: keine Besserung der Wolkensituation. Erst kurz vor Dämmerung klar es langsam auf. Da ich durch meine Photoapp wusste, dass der Mond jedenfalls noch zu sehen sein sollte und bei einem kurzen Check aus dem Zelt auch zu sehen war, ging es zum Pre-Dawn-Shooting.
Irgendwann kam die Sonne hervor.
Wir frühstückten endlich einmal in Ruhe und verließen dann diesen netten Ort, leider ohne eine Tour mit Gil zu den Fossilienfundstellen zu unternehmen. Für uns ging es ein ganzes Stück weiter, Ziel war die D707 mit ihrer unendlichen Weite. Hierfür fuhren wir nach einem kleinen Einkauf in Keetmanshoop auf der B4, tankten in Aus noch einmal und fuhren dann über die C13 Richtung D707. Die Weite Namibias zog uns einmal mehr in ihren Bann. Irgendwann kamen an der B4 die ersten interessanten Tafelberge in Sicht, später bereits von der B4 aus die ersten Dünen und Berge der Namib.
So richtig ausgepackt wurden die Kamera(s) jedoch erst wieder, als es auf Gravel ging. Die Straße zog sich als großes weißes Band quer durchs Nichts, links und rechts gesäumt von Zäunen.
Zu den Zäunen muss ich jetzt auch mal noch ein paar Sätze loswerden. Ich weiß, es handelt sich alles um Farmland und Privatbesitz. ABER: Überall diese Zäune, mitten in der Wüste, in einsamer Landschaft die von ihrer Weite und Größe lebt.. sind sie für mich unglaublich einengend und störend. In anderen Wüstengegenden der Welt käme Niemand auf die Idee, für seine 5 Ziegen einen X Kilometer langen Zaun zu bauen, nur um zu zeigen: DAS gehört mir! Sowohl Afrika als auch Wüste haben für mich immer auch etwas mit dem Gefühl von Freiheit zu tun. Zäune sind das exakte Gegenteil davon, sie sind begrenzend, ausgrenzend, einengend.. Ehrlich gesagt, ist das das, was mich am südlichen Namibia mit Abstand am meisten stört. Eine Wüste, die von Zäunen durchschnitten ist, ist für mich nur noch parzellierter Sand, das Essentielle der Wüste fehlt irgendwie.. Ist das das deutsche Erbe? Mich würde interessieren, ob ich der einzige bin, den die Zäune so stören?
Bitte nicht falsch verstehen – ich liebe Namibia und seine Landschaften und seine Weite, aber wie viel schöner und toller wäre es ohne all die unendlichen Zäune?
Verschiedene Spuren – unter anderem große Pfützen in Senken – zeigen uns, dass es hier vor kurzem ziemlich geregnet haben muss. Welch Segen für das Land. Und in der Tat beginnt überall zartes Grün zu sprießen, zum Teil wirkt die gesamte Landschaft wie mit einem leicht grünen Touch überzogen.
Es ist heute der bisher heißeste Tag. Das Thermometer nähert sich erst der 40° C – Marke, um dann schließlich bei 44° C stehen zu bleiben. So heiß hatten wir das bisher noch nie. Dazu weht ein eher kräftiger Wind aus der Namib, der uns die nächste Zeit noch stärker beschäftigen sollte..
Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Diese Berge mit Dünen außenrum.. wie nicht von dieser Welt.
Irgendwann kommen wir an der Abfahrt nach Koiimasis an. Wir konnten uns bei der Planung schlicht nicht entscheiden, ob wir lieber in Namtib, Koiimasis oder Kanaan bleiben möchten und splitteten daher unseren Aufenthalt – was rückblickend betrachtet eine durchaus sinnvolle Lösung war. Heute nun also zunächst Koiimasis. Wir folgen der Zufahrt für viele Kilometer Richtung Berge. Es ist schwer vorstellbar, wie hier irgendwie Landwirtschaft möglich sein soll. Freilich, früher war es nicht gar so trocken, aber trotzdem.. der Mut, sich hier hinzustellen und zu sagen: hier baue ich eine Farm auf!..
Wir sehen einige Oryx mit Nachwuchs und erreichen schließlich das Farmhaus. Von der Dame des Hauses (wir haben sie als weder besonders freundlich noch unfreundlich erlebt) wird uns erklärt, wie wir zur Campsite kommen und dass wir uns einen Stellplatz aussuchen können. Tatsächlich werden wir heute die einzigen Camper bleiben. Die Campsites sind am Ende eines Tals umgeben von Felswänden gelegen und Verfügen über Tische, Schattendächer und wunderschön gestaltete Gemeinschaftsablutions.
Auch hier sieht man anhand von einigen weggespülten Begrenzungssteinen, dass es vor kurzem stark geregnet haben muss. Tatsächlich erfahren wir am nächsten Tag, dass es vor 2 Tagen zum ersten mal seit mehr als (2?) Jahren geregnet hatte.
Abends gehen ich noch ein wenig spazieren auf dem Gelände um Fotos zu machen.
Es ist durchaus erstaunlich, wie viel Grün hier gedeiht.
Gegen Abend wird der Wind immer stärker und zwingt uns frühzeitig ins Zelt, da es draußen schlicht nicht mehr angenehm auszuhalten ist..
Champagner8'672 Beiträge · seit 201026. März 2020 · #60
Guten Abend Fidel,
nun ist meine KTP- (Mit)Reise also vorbei - schön war's, vielen Dank 🙂
Aber auch die Fortsetzung gefällt mir sehr gut, Ihr habt wirklich immer wieder ganz besondere Sichtungen gehabt! Und deine Fotos davon gefallen mir sehr gut, dieses Mal speziell die von den Zwergfalken mit Beute 🤩