THEMA: Auf gut Glück durch Südafrika
19 Dez 2018 15:25 #542962
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  • frau_shrimp am 19 Dez 2018 15:25
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Hallo liebe Afrika-Fans,

nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, ebenfalls einen Reisebericht über unsere Südafrikareise zu schreiben. Er wird allerdings ein bisschen anders ausfallen, denn ich möchte hier nicht über Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten berichten, sondern über unsere Erfahrungen damit a) in möglichst kurzer Zeit viel zu sehen und b) spontan unterwegs zu sein ohne irgendeine Vorausbuchung (außer den letzten 3 Tagen Kapstadt, die haben wir bereits im April über einen Reiseveranstalter gebucht).

Meist wird hier im Forum geraten, sich Zeit zu lassen und sich lieber auf eine Region zu beschränken, die dann dafür aber ausgiebig kennenzulernen. Gerade beim ersten Besuch in einem Land, wissen wir aber vorher gar nicht, wo es uns gefällt und wo nicht. Deshalb sind wir meist nur eine Nacht an einem Ort. Dazu kommt, dass wir mit einem Camper mit Wohnaufsatz unterwegs sind und daher sowieso immer alles einpacken müssen, wenn wir irgendwo hin wollen. Für uns ist der Weg das Ziel. Lediglich wenn wir an einem Ort Tagesausflüge ohne Auto machen wollen oder bewusst einen Entspannungstag ohne Fahrten einplanen, bleiben wir mehr als eine Nacht.
Zusätzlich haben wir ein recht hohes Grundtempo, was nicht heißen soll, dass wir rasen. Aber wir fahren eben auch nicht mit z.B. 40 km/h durch den KNP, wenn 50 km/h erlaubt sind. Mein Mann Dieter ist leider absolut kein Tierchen-Gucker und verliert schnell die Geduld. Dadurch liegen wir nirgendwo auf der Lauer und Stopps beschränken sich auf max. 10 Minuten. Morgens und abends machen wir keine Game-Drives, sondern frühstücken lieber ausgiebig und sitzen nach Ankunft am Stellplatz ausgiebig am Feuer. Im Durchschnitt brechen wir so gegen 10h auf und schlagen so gegen 17h unser Lager wieder auf.
Außerhalb von Nationalparks meiden wir Städte, Mautstraßen und fahren lieber über Land und kleine Orte. Fokus liegt bei uns ganz klar auf Landschaften und Einsamkeit. Bei Sehenswürdigkeiten halten wir gern an und achten dann auch nicht auf die Zeit, wenn sie uns fesseln. Auch (kurze) Wanderungen bis 3 Stunden machen wir ab und zu gern.
Dies also vorab zur Erklärung zu unseren Vorlieben.

Wir waren also dieses Mal 24 Tage in Südafrika unterwegs mit Ankunft in Jo`burg und Abflug in Kapstadt. Wir hatten den Allradcamper Navi von Britz und lediglich für die letzten 3 Tage Kapstadt ein Hotel gebucht. Ansonsten waren wir komplett ohne Reservierung unterwegs. Durch gründliche Vorbereitung haben wir entschieden, dass dies für Südafrika im November nicht notwendig ist, wenn man flexibel ist. Als Reiseführer hatten wir den Reise Know How Tourguide Südafrika dabei, den ich absolut empfehlen kann. Ebenfalls hatten wir noch den Lonley Planet Südafrika/Lesotho/Swasiland, der für uns allerdings gänzlich ungeeignet war. Als weiteres hatten wir einen Straßenatlas und T4A Südafrika GPS Navi dabei.
Hier die Strecke, die wir gefahren sind:

Wie kann man Namibia nicht lieben?
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19 Dez 2018 16:12 #542965
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  • frau_shrimp am 19 Dez 2018 15:25
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02.11. Freitag Pepper Tree Campingplatz irgendwo 25 km vor Bela Bela, 130 km
Nach Ankunft in Joburg gegen Mittag, Übernahme Camper und Einkauf war angepeiltes Übernachtungsziel Bela Bela. Das haben wir aufgrund von hohem Verkehrsaufkommen Freitag Nachmittag nicht ganz geschafft. So entschieden wir uns, spontan einem der aufgestellten Schilder mit Camp Sites zu folgen und erreichten bereits im Halbdunkel die Pepper Tree Lodge, auf der wir die einzigen Camping Gäste waren. Während Dieter grillte, habe ich unsere Sachen eingekramt und nach dem Essen haben wir noch kurz am Feuer gesessen.

03.11. Samstag Punda Maria Campingplatz, KNP, 441 km
Dieser Campingplatz war erklärtes Etappenziel, aber ebenfalls nicht vorgebucht. Am Gate haben wir uns für insgesamt 3 Übernachtungen im KNP angemeldet ohne konkrete Unterkünfte anzugeben. Auch die fehlenden Reservierungen waren kein Problem beim Einlass. Über die San-Parks Seite hatte ich allerdings vorher immer die Verfügbarkeit geprüft, da es am WE doch zu stärkerer Nachfrage kommt. Die Stellplätze im Punda Maria Campsite waren etwa zur Hälfte belegt. Direkt am Wasserloch war nichts mehr frei und wir bevorzugten etwas Abgeschiedenheit in D-Lage :)



04.11. Sonntag Letaba Campingplatz, KNP, 250 km
Wir ließen uns durch den KNP treiben, machten viele Game Drives, hatten ausgiebig Lunch in Shingwedzi und schauten, wann wir keine Lust mehr hätten zu fahren und welcher Campingplatz dann in der Nähe wäre. Es wurde Letaba, wo wir problemlos unterkamen. Der Campingplatz war etwa zu 1/3 belegt und wir hatten die Qual der (Stellplatz-)Wahl. Manchmal ist es doch einfacher, wenn kaum noch was frei ist :laugh:





05.11. Montag Skukuza Campingplatz, KNP, 230 km
Skukuza war angepeiltes Ziel und als letzte Übernachtung im KNP geplant. Auf dem Weg dorthin sind wir wieder viel durch den Busch gefahren und haben zwischendurch lecker in Mopani gegessen. Auch in Skukuza war der Stellplatz überhaupt kein Problem, wir hatten große Auswahl. Unsere nächsten Nachbarn waren etwa 50 m entfernt und es war sehr ruhig.





06.11. Dienstag Villa Prince Imperial, Vryheid 550 km
Die Fahrt zum Malelane Gate nutzen wir für letzte Game Drives. Ein festes Ziel hatten wir heute nicht, wir wollten lediglich möglichst viel Strecke zu den Battlefields in KwaZulu Natal schaffen und Mautstraßen vermeiden. Letztlich landen wir Vryheid, wo wir der Guesthouse Empfehlung Villa Prince Imperial unseres Reiseführers folgen, weil wir nicht campen wollten. Obwohl es schon spät war (ca. 18:30h) waren noch 80% der Zimmer frei und wir bekamen auf eigenen Wunsch eins mit guter WLAN Verbindung. Da wir mit unserem Camper nicht im Dunkeln durch Vryheid fahren wollten, bot uns die Tochter des Inhabers einen Shuttle zum und vom Restaurant an, was wir dankend annahmen.

07.11. Mittwoch Hlalanathi Drakensberg Resort, Royal Natal NP 240 km
Ziel für heute war irgendeine Lodge im Royal Natal NP. Wir wollten nicht campen, da wir in den Drakensbergen mit kalten Nächten rechneten und wir kältetechnisch Muschis sind. Unterwegs schauten wir uns noch die Battlefields an und waren bewegt von der Geschichte. Beim RNNP ließen wir uns von den Unterkünften rechts und links der Straße inspirieren, weil uns keine der im Reiseführer beschriebenen Unterkünfte wirklich gefiel. Schließlich entschieden wir uns für das Hlalanathi Drakensberge Resort, das sogar einen Campingplatz geboten hätte. Wir wollten jedoch eine feste Unterkunft und fragten an der Rezeptiion nach einem Haus mit Bergblick. Normalerweise stehen die Häuser für 2 Personen in 2.Reihe und bieten keinen Bergblick. Die freundliche Dame am Empfang kam unserer Bitte jedoch nach und stellte uns ein 4 Personen Haus mit Panoramablick zum Preis des 2 Personen-Hauses zur Verfügung. Wir waren begeistert! Wir konnten sogar direkt vor der Tür parken. Auf dem Weg dorthin, kamen wir an den Caravanstellplätzen vorbei, die alle verwaist waren. Beim späteren Abendessen im Restaurant waren wir die einzigen Gäste…
Das Haus selber war eine Wucht mit einem Panorama, das uns den Atem verschlug! Dass wir von unserem Garten aus sogar das Amphitheater sehen konnten, damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. So setzten wir uns direkt an die Abrisskante, ließen die Beine baumeln und genossen den Nachmittag und den Ausblick bei einem leckeren Weißwein.
Anhang:
Wie kann man Namibia nicht lieben?
Letzte Änderung: 19 Dez 2018 16:17 von frau_shrimp.
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19 Dez 2018 19:32 #542974
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  • Gila am 19 Dez 2018 19:32
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Hallo Frau Shrimp,
Gerne lese ich deinen Reisebericht, es ist für mich besonders spannend, weil ihr mit einem Womo unterwegs seid und eine beachtliche Strecke erkundet habt.
Gespannt bin ich auch auf ein anschließendes Fazit.
Viele Grüße von
Gila
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19 Dez 2018 19:47 #542975
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Ich bin schon gespannt. Wir sind ganz ähnlich drauf, bevor wir nicht die dritte Tasse Kaffe und ein gemütliches Frühstück intus haben, wird auf keinen Fall gestartet und nach dem Abendessen wird auch nicht noch mal losgefahren sondern der gemütliche Teil eingeläutet. Und ich muß mich irgendwann fragen lassen, wie viele Zebras / Giraffen / Elefanten / Gabelracken ich denn wohl noch zu fotografieren wünsche und ob es nicht auch mal gut ist mit den "halt mal an, noch ein Stück zurück, nein zu weit, ein Stückchen nach vorne" Anweisungen :S

Yanjep
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19 Dez 2018 20:03 #542977
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  • H.Badger am 19 Dez 2018 20:03
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Hallo Frau Shrimp,
ich lese auch gern mit, denn unsere Art zu reisen scheint recht unterschiedlich zu sein. Wir sind im Kruger bei 50 erlaubten km/h meist mit max. 20 bis 25 unterwegs und beobachten gern ausdauernd. Ich bin gespannt, das Land aus eurem Blickwinkel zu erleben.

LG
Sascha
Reisebericht 2016: Südafrika, Namibia, Mauritius www.namibia-forum.ch...in-der-kalahari.html
Reisebericht 2016: Kinder und Katzen im Kruger www.namibia-forum.ch...atzen-im-kruger.html
Reisebericht 2017: Namibia - vom KTP zum Etosha NP www.namibia-forum.ch...he-lion-s-share.html
Reisebericht 2018: Kinder und Katzen im Kruger - Reloaded www.namibia-forum.ch...kruger-reloaded.html
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20 Dez 2018 09:44 #543003
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  • frau_shrimp am 19 Dez 2018 15:25
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Toll, so viele Mitleser, trotz des Tempos! :woohoo:

Der Camper war für unsere Zwecke wirklich ideal! Durch den Allrad hatten wir immer die Freiheit auch über weniger gut ausgebaute Strecken zu fahren. Trotzdem hatten wir eine vollausgestattete Wohnkabine mit riesigem Bett (170x190), Sitzecke, Badezimmer, Toilette (die wir aber nicht benutzt haben), Innen- und Außenküche, Kühlschrank, Außendusche. Da starker Wind während der gesamten Reise unser ständiger Begleiter war, waren wir froh, uns auch mal nach drinnen zurückziehen zu können. Lediglich auf den Autobahnen mussten wir lange Überholstrecken einkalkulieren, weil der Motor bei hohen Geschwindigkeiten einfach nicht aus dem Quark kam. Aber dafür ist das Auto ja auch nicht gebaut. Ach ja, Steigungen auf den Autobahnen waren auch nicht so seins. Trotz durchgedrücktem Gaspedal und viertem Gang wurde er dann immer langsamer :pinch:
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