THEMA: Uganda - von Affen und Vögeln
02 Mai 2020 11:31 #587909
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Tag 11 04.03. Queen Elizabeth NP Queen Elizabeth Bush Lodge Teil 1
Gefahrene KM: 106





Die Nacht war erholsam, jedoch ging es auch heute bereits vor Sonnenaufgang wieder zum Frühstück, um so früh wie möglich den Park erkunden zu können. Um den Park erkunden zu können, mussten wir jedoch zunächst zum Headquater fahren, um unsere Permits zu lösen. Dieses befand sich einige Kilometer südlich der Lodge, die besten Game Drive Gebiete jedoch Richtung Nordosten.
Wir fuhren daher zunächst zum Headquater, wo ich die Aufgabe übernahm, uns Permits im Gebäude des UWA zu besorgen. Dies war leichter gesagt als getan, da immer wieder Guides von geführten Touren versuchten, sich vorzudrängen bzw. offenbar das Gefühl hatten, hier Sonderrechte zu haben. Dieses Verhalten konnten wir während der Tour mehrfach beobachten. Guides nahmen sich hier regelmäßig Sonderrechte aus, nicht nur an Gates etc.. Irgendwann hatten wir jedoch auch unsere Permits und noch dazu eine hübsch gemachte Karte des Parks erstanden und konnten uns wieder auf den Rückweg nach Norden, über den Kazinga Channel und zu den Kasenyi Plains machen.

Dabei handelt es sich um eine große grasbewachsene Ebene, die mit einzelnen Bäumen und mehreren Meter großen Euphorbien bestanden war.

Als wir dort ankamen, war es inzwischen hell geworden, jedoch verbarg sich die Sonne hinter dichten Wolken.
Wir sahen zunächst vor allem einige Vögel.


(Pin-tailed Whydah / Dominikanerwitwe)


(White-browed Coucal / Weißbrauenkuckuck)


(Red-Necked Francolin / Rotkehlfrankolin)


(Palm Nut Vulture / Palmgeier (juv.)? Ich hatte den Vogel bisher als "unidentifiziert" getaggt, da fiel mir gerade die Ähnlichkeit mit einem Palmgeier auf.. Wäre für uns demnach eine neue Erstsichtung :) ).


(irgendeine Lerche?)

Nach circa einer Stunde sahen wir dann auch die ersten Säugetiere des Tages in Form von Wasserböcken.





Kurz darauf ging es mit Vögeln weiter. Auf einer großen Euphorbie hielt ein weiterer Greifvogel Ausschau. Bisher ebenfalls (vermutlich aus Faulheit beim erstmaligen taggen) als "unidentifiziert" getaggt, dürfte es sich m.E. dabei wahrscheinlich um einen Brown Snake Eagle handeln (?).



Im Gras erspähen wir eine/n Yellow-throated Longclaw / Gelbkehlpieper.



Wir kurven weiterhin auf verschiedenen Loops in der Gegend herum. Die Wege sind hier teilweise in einem katastrophal schlechtem Zustand und unglaublich ausgewaschen / ausgefahren. Es gilt ständig tiere Gräben oder Löcherr zu überwinden. Glücklicherweise hat es bisher nur leicht geregnet, so dass der zugrundeliegende Black Cotton Soil noch bretthart ist. Gleichwohl kommt man nur sehr langsam vorwärts.

In der Ferne sehen wir ein paar Warzenschweine, schließlich treffen wir noch auf eine Handvoll Büffel.





Hier zeigte sich sogar für einige Sekunden die Sonne! Leider verzieht sie sich recht bald wieder, dafür treffen wir nun auf eine Herde Uganda Kobs und einen Kronenkiebitz.





Irgendwann wird es Mittag und wir haben keine Lust mehr, uns auf den schlechten Wegen durchs Nichts zu schaukeln. Wir fahren zurück zur Hauptstraße und nehmen den Weg Richtung Mweya Halbinsel unter die Räder. So wirklich überzeugt sind wir bisher vom Park nicht.

Auf dem Weg nach Westen kommen wir einige Blicke in ein paar interessante Krater werfen, ganz unten sehen wir einige Büffel.





Wir überlegen kurz, den Crater Drive zu fahren, brechen dieses vorhaben jedoch nach wenigen Metern ab, da der Weg ebenfalls in extrem schlechtem Zustand ist und wir schlicht keine Lust mehr auf viele weitere Kilometer anspruchsvolle Strecke mehr haben. Wir fahren stattdessen bis zur Mweya Lodge um eine Bootstour auf dem Kazinga Channel zu buchen und uns nach einem Mittagsessen umzusehen.

Auf dem Weg dorthin erblicken wir unseren ersten Crested Eagle / Schopfadler und einen Zwergspint.





An der Mweya-Lodge lösen wir einmal mehr unser Benzinverbrauchsproblem, können eine Bootstour für den Nachmittag buchen und uns zum Lunch auf die Terasse begeben und dort mit Blick auf den Channel und einige Elefanten ein annehmbares Mal einnehmen.
Letzte Änderung: 02 Mai 2020 11:38 von fidel.
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02 Mai 2020 20:46 #587962
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Tag 11 04.03. Queen Elizabeth NP Queen Elizabeth Bush Lodge Teil 2

Während des Essens treffen die unsere amerikanische Chimp Habituation Bekanntschaft wieder und beobachten zwei jüngere Franzosen, die allein während unseres Lunches mehrere Biere runterstürzen. Insgesamt hinterlässt das Publikum zahlreicher geführter Touren bei uns ein etwas gespaltetenes Gefühl was Auftreten und Verhalten anbelangt. Obs am Geld liegt oder was auch immer, insgesamt kommen wir in Uganda für uns erstmals mit dieser Art von Reisenden in Berührung. Gefühlt gilt: je teurer die Unterkunft oder exklusiver die Agentur, desto mehr unmögliche Kunden. Mein Beileid für die Guides.. Ich gehe davon aus, dass wir das in Tansania noch viel stärker hätten erleben dürfen, wenn uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Es bestärkt uns auf jeden Fall darin, dass die Entscheidung, selbst zu fahren, richtig war.

Nach dem Essen geht es eine steile Abfahrt hinunter zum Anlegesteg. Dort gibt es zwei Boote, ein gewöhnliches und ein etwas schickeres mit Sesseln etc. das offenbar für die Gäste der Lodge ist. Geschwindigkeit, Route und Zeiten sind aber absolut identisch. Vor dem Ablegen beobachten wir, wie die beiden Franzosen vom Mittagsessen das andere Boot besteigen und feststellen, dass es an Bord offenbar kein Bier gibt. Der Guide wird herbeigerufen, das Problem erörtert und der Guide macht sich auf den Weg, um für seine Gäste noch mehr Bier für die Bootstour zu besorgen..

Schließlich geht es für alle los auf den Kazinga Channel. Der Channel ist eine ca. 32km lange, natürliche Verbindung zwischen den beiden Seen Lake George und Lake Edward und verfügt zum Teil über recht steile Ufer, lediglich an einigen Stellen sind sie etwas flacher. Bereits von Oben konnten wir während des Essens beobachten, dass einige Elefanten im und am Wasser zugegen waren.







Leider ist es weiterhin bedeckt und das Licht eher subotopimal. Unsere Hoffnung, etwas Wasser-Action zu erleben erfüllt sich leider nicht, die Elefanten stehen nur rum um sich ihre Füße abzukühlen. Den kühlenden Effekt des Wassers sowie seine atemberaubende Wirkung auf Zecken nutzen auch zahlreiche Büffel, die im Wasser liegen.





Zudem wimmelt es am Ufer von verschiedensten Vögeln.





Besonders freuen wir uns darüber, Scherenschnäbel erstmalig in Natur zu sehen und bei ihren Flugmanövern beobachten zu können.



Auf einem Baum am Ufer sitz ein Fish Eagle Paar, am Ufer selbst ein Hammerkopf.







Selbstverständlich zeigen sich auch wieder jede Menge Hippos.







Schließlich nähern wir uns einem Dorf am Ende des Kanals zum Lake Edward hin.



Der gesamte Park kann wohl als eine Art Blaupause für das Miteinander von Wildlife und einheimischer Bevölkerung angesehen werden. Er ist umgeben von Orten und Dörfen, auch innerhalb des Parks gibt es Dörfer. Zäune gibt es keine. Die Probleme sind daher, vor allem aufgrund Bevölkerungswachstums, naturgemäß vielfältig. Gleichwohl dürfte dieser Ansatz eines "Miteinanders" auf Dauer wohl der einzig sinnvolle sein.

Hinter dem Dorf warten erneut Unmengen von Vögeln auf bessere Zeiten.





Sehr erfreut sind wir darüber, zum ersten Mal Pelikane in freier Wildbahn vorzufinden (ja ich weiß, die gibts durchaus öfters mal irgendwo).



Es zeigen sich weitere Hippos und schließlich einige mächtige Krookodile.







Schließlich geht es mit Volldampf voraus zurück zum Anleger. Unterwegs zeigen sich noch einige Vögel über dem Wasser.



Zurück an der Mweya Lodge finden wir dort eine Gruppe Streifenmangusten umherwuseln, einige besendert. Dabei scheint es sich um die "Hausherde" zu handeln.





Auf dem Weg zurück zur Hauptstraße wählen wir den Weg direkt oberhalb des Channels. Wir verbringen einige Zeit bei einer Gruppe Anubispavianen.





Auch vogeltechnisch gehen wir nicht leer aus. Wir sehen einen Speckled Mousebird..



.. und einen White-fronted Bee-Eater.



Eine Grünmeeratze zeigt sich etwas scheu.



Kurz vor der Straße treffen wir schließlich noch auf eine kleinere Elefantenherde, die wir einige Zeit beobachten können.







An einigen Stellen hat die Wolkendecke aufgerissen und so können wir einen freien Blick auf die Gipfel der Ruwenzori-Berge werfen. Sie sind recht nah am Park, stehen aber leider aus Zeitgründen nicht auf unserer Route. Ein längerer Besuch dort steht jedoch auf der Afrika-To-Do-Liste weit oben.



Es ist schließlich fast 18:00 Uhr, als wir wieder in der Lodge ankommen. Kurz darauf erhalten wir die Mitteilung von Douglas, das etwas mit unserem Auto definitiv nicht in Ordnung sei, wahrscheinlich liege ein Motorproblem vor. Wir sollen ein Austauschfahrzeug erhalten. Dafür wird ein Mitarbeiter sich am nächsten Morgen in Kampala auf den Weg machen, um uns das Fahrzeug vorbeizubringen.
Letzte Änderung: 02 Mai 2020 20:59 von fidel.
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02 Mai 2020 22:24 #587965
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  • Sadie am 02 Mai 2020 22:24
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Hallo Fidel,
Ich muss sagen, dass ich mich an deinen tollen Chimp Fotos sehr erfreut habe. Kaum zu glauben wie sehr ihr euch gelitten habt um dann zu guter Letzt doch noch so schöne Affen Begegnungen zu erleben. Es würde mich auch nerven so zwiespältige Info zu diesem Besuch zu erhalten und du hast doch speziell gefragt welche Gruppe für euch auf dem Programm ist. Bin sehr froh für dass am Schluss doch Ende gut alles gut war.
Der Bigodi swamp walk war auch auf meinem Plan und scheint sich zu lohnen.
In Tanzania war ich oft mit Guides im Büro um die Permits zu bezahlen und habe das Gegenteil erlebt. Viele waren hilfsbereit und drängten mich nach vorn in der Schlange! Nächstes Mal schicke deine Frau, denn dies ist wahrscheinlich der einzige Unterschied. Haha
Und das mit dem Verhalten der andern Touris? Andere Länder andere Sitten. Und ja, zum Glück müssen wir nicht mit diesen Idioten im Wagen sitzen! Ich könnte auch ein Lied singen vom nervigen Verhalten einiger Europäer. Ich glaube in der heutigen Lage wäre mancher Guide froh auch nervige Touris zu chauffieren als überhaupt keine.
Wenn du Pelikane magst und Alligatoren dazu, gibt es hier in Florida eine ganze Menge! Ein Alligator schwimmt gerade in unserem Teich und ich sehe ihn von der Küche aus!
(Die ansässigen Amis sind viel netter als die welche nach Afrika auf Safari fahren!)
Der QENP scheint außer dem Kazinga Channel nicht so sehenswert zu sein.
Nun auf zu den Gorillas! Ich freue mich und danke fürs Zeigen.
LG Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic route

Meine RBs
Expedition Antarktis:
www.namibia-forum.ch...s-und-s-georgia.html

Island In Herbstfarben
www.namibia-forum.ch...-september-2018.html


Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019

www.namibia-forum.ch...landschaft-2019.html

Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different.
Juni 2018
www.namibia-forum.ch...e-but-different.html

Trip reports in English:

Namibia and KTP 2016
safaritalk.net/topic...-tr-nam-sa-bots-nam/

Botswana 2016:
safaritalk.net/topic...fari-tr-bots-nam-sa/

Tanzania 2015:
safaritalk.net/topic...s-and-lions-in-camp/

Nam-SA-Bots 2014:
safaritalk.net/topic...-and-namibiab/page-1
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03 Mai 2020 09:10 #587972
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Hoi Fidel
fidel schrieb:
Es bestärkt uns auf jeden Fall darin, dass die Entscheidung, selbst zu fahren, richtig war.
Kleiner Tipp: Es gibt nicht nur geführte Touren, die man mit fremden Leuten im Auto macht.
Man kann auch eine Privattour buchen oder wie ich es mach selbst eine Privattour zusammenstellen.
Dann hat man genausoviele oder -wenige Probleme mit irgendwelchen nervigen, sich daneben benehmenden Touris wie wenn man selbst fährt.
Nur hat man dann noch einen Guide oder zumindest einen Fahrer dabei, was durchaus Vorteilhaft sein kann.
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03 Mai 2020 12:37 #587989
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Hallo Katrin,

ich würde beim Bigodi Swamp Walk allerdings darauf achten, früher als wir zu starten. Morgens hat man noch weitaus bessere Beobachtungschancen als nach Ausschlafen und gemütlichen Frühstück :)

Interessant, dass es so unterschiedliche Erfahrungen gibt - vielleicht macht in der Tat das Geschlecht einen Unterschied oder ich hatte einfach nur das Pech, an ein paar schlecht erzogene Personen zu geraten. Und du hast natürlich recht - Idioten gibt es überall, da spielt die Nationalität überhaupt keine Rolle und man bedient nur Stereotype.

Von einem so naturnahen Haus träume ich ja - wir sind hier gegenwärtig etwas in der Stadt gefangen. Florida selbst würde mich durchaus auch reizen, wahrscheinlich aber andere Ecken der USA noch mehr - dafür bräuchte ich irgendwann mal ein paar Monate Zeit.

Ich denke auch, dass der QUENP nicht so wirklich viel Zeit und Aufmerksamkeit verdient, wie er oft erhält. Die Bootstour ist ganz nett und der Ishasha-Sektor landschaftlich toll, aber ansonsten gibt es weniger namhafte aber interessantere Ecken in Uganda. Und für die Bootstour würde ich vielleicht auch eine bessere Uhrzeit wählen.

Zu den Gorillas ist es nun nicht mehr allzu weit :)

Hallo Picco,
mir ist bewusst, dass das Problem nicht am Gegensatz Selbstfahren/geführte Tour liegt, sondern eher an der Mentalität mancher Gäste. Selbst wenn man eine private Tour hat, wage ich zu behaupten, dass man (je nach Budgetlevel der Unterkünfte etc) trotzdem mit mehr Gästen mit fragwürdiger Mentalität in Berührung kommt als wenn man selbst fährt. Zum Thema Selbstfahren vs. geführte Tour werde ich aber am Ende noch ein paar Ausführungen machen, da wir v.a. auch aufgrund unserer Erfahrungen in Uganda für unsere Tour diesen Juni nach Tansania eine selbst zusammengestellte Privattour bei Basecamp Tanzania (u.a. aufgrund deiner beständigen Werbung :) ) gebucht hatten. Ob das die richtige Entscheidung war, werden wir dank Corona frühestens nächstes Jahr erfahren..

Viele Grüße
fidel
Letzte Änderung: 03 Mai 2020 12:38 von fidel.
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03 Mai 2020 20:10 #588050
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Hallo zusammen, danke für die schönen Fotos und den interessanten Bericht. Reise sehr gerne mit Euch durch Uganda. Liebe Grüsse, Mari
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