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THEMA: Reise Mosambik/Südafrika
28 Apr 2019 12:17 #554902
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Unsere Reise liegt jetzt auch schon wieder fast 3 Jahre (Oktober 2016) zurück. Warum schreibe ich jetzt erst den Reisebericht? Weil ich darauf Bock bekommen habe. Nachdem ich in letzter Zeit einige Reisebericht ihr durchstöbert habe, und es zu unserer Botswanareise noch ein Monat ist, hat mich irgendwie die Lust gepackt. Und damit wäre unsere Reise auch schriftlich mal festgehalten, also auch etwas egoistischen Eigeninteresse.

Zur Vorstellung meiner einer. Ich bin 35 Jahre, lebe in Süddeutschland und reise gerne. Hauptsächlich Tauchreise, aber die Landschaft und Tierwelt des südlichen Afrikas hat mich ihren Bann gezogen, so dass es in regelmäßigen Abständen dahin geht. Nach der klassischen Namibiarundreise war das unsere zweite Afrikareise. Botswana kommt dann dieses Jahr.
Unsere Rundreise ging von Johannesburg nach Tofo in Mosambik über den Krügerpark wieder zurück. Schwerpunkt war Tauchen und Tiere. Und es wurde eine tolle Reise mit vielen täglichen kleinen Abenteuern. Unterwegs waren wir zu Dritt. Neben mir noch meine Frau und eine gemeinsame gute Freundin.


Tag 1
Der Flug von Frankfurt nach Johannisburg war unproblematisch. Und erstaunlicherweise konnte ich sogar ein paar Stunden schlafen. In Johannesburg nach zügiger Einreise und Umtauschen unseres Geldes ging es zu Europcar um unser Hilux abzuholen. Die Unterlagen waren bereits alle vorbereitet (Wir mussten ja nach Mosambik einreisen) und wir sollten einen funkelnagelneuen Wagen bekommen. Als der Mitarbeiter dann die Wagenschlüssel holen wollte, kam er nach einiger Zeit zurück und meinte der Wagen wäre noch gar nicht im Depot und gab uns dafür einen anderen Hilux. In diesem Moment war uns leider nicht klar, welche Konsequenzen dieser kleine Tausch für uns haben sollte.

Es ging zu unserem Auto, Fahrzeug wurde von uns auf Schäden geprüft, dann wurde der Wagen beladen und los ging es. Ziel war die Bee-Eater Farm in Mbombela. Mit dem Linksverkehr komme ich eigentlich ganz gut zurecht, wäre da nicht der Umstand, dass man meist munter fröhlich mit quietschendem Scheibenwischer abbiegt, weil leider auch Blinker und Wischerhebel vertauscht sind. Ja, der gemeine Tourist ist so leicht erkennbar.

Die Fahrt zur Farm war easy. Die Straße war gut ausgebaut und unterwegs auf einem Rasthof konnten wir einen wirklich guten Burger genießen. Wir hatten uns entschieden die südlichere Strecke der A4 zunehmen, hatten aber übersehen, dass dort Bauarbeiten waren. Teilweise standen wir teilweise 20min aufgrund der einseitigen Sperrung, aber wir hatten ja Zeit und konnten die Landschaft genießen. Allerdings kamen wir später auf der Farm an und unser Plan den Botanischen Garten zu besuchen, gaben wir auf. Was nicht schlimm war, da es auf der Farm so viele Tiere zu beobachten gab.
Natürlich Bienenfresser, aber auch Echsen und sogar einen Waran. War einfach schön.








Als es zu regnen anfing, entschied ich mich in einer warmen Wanne mich von Flug und Autofahrt zu entspannen. Wie ich so im warmen Wasser lag, ging mir auf, dass wir bei Europcar zwar einen anderen Wagen erhalten haben, aber die ganzen Papiere noch auf den ursprünglichen Wagen ausgestellt waren. Am nächsten Tag wollten wir nach Mosambik reisen. Der Mitarbeiter hatte mehrfach hingewiesen, dass wir den Letter of authority nicht verlieren dürfen, sonst kann es passieren, dass wir im Gefängnis landen. Es folgten darauf mehrere Telefonate mit Europcar Johannesburg, mit der Bitte die Papiere uns per Mail zuschicken. Erst beim dritten Telefonat bekamen wir den Supervisor, der unser Problem endlich erkannte und versprach uns die Dokumente zu mailen.

Tag 2
Das erste nach dem Aufstehen, war dass wir die Email checkten ob Europcar unsere Unterlagen geschickt hat. War natürlich nichts da. Versuch mal auf Englisch über das Telefon einem Südafrikaner trotz Nato-Code deine deutsche Emailadresse durchzugeben. Das funzt einfach nicht. Beim Frühstück war guter Rat teuer. Ich sah mich schon nach Johannesburg zurückzufahren. Aber die Besitzer der Farm versicherten uns, dass am Flughafen „Kruger Mpumalanga“ es eine Europcar Filiale gebe. Wie der Zufall es wollte, sie müssten eh dahin und wir könnten einfach hinterherfahren. Dieses Angebot nahmen wir dankend an. Am Flughafen angekommen, erklärten wir erneut unser Problem. Es stellte sich heraus, dass der Supervisor am Vorabend die Unterlagen elektronisch bereits richtig gestellt hatte und es einfach nur noch ausgedruckt werden musste.
Ich vermute der Stein, der mir vom Herzen fiel, war bis Deutschland zu hören. Die Aktion hatte uns etwa 2h gekostet und mit neuem Elan ging es zur Grenze Komatipoort. Kurz davor tankten wir den Wagen voll und wir nutzten die Gelegenheit und wechselten bereits unser Geld in Metical.

Die Ausreise aus Südafrika ging schnell und zügig. Von unserem Reiseunternehmen, die unsere Reise nach unseren Wünschen zusammengestellt hatte, hatten wir im Vorfeld einen Kontakt erhalten, der uns bei den Einreiseformalitäten nach Mosambik helfen sollte. Blöderweise konnten wir den nicht finden. Aber ein freundlicher Mann meinte er könne uns helfen. Was er denn für seine Dienste wollte, frage ich ihn? „Just a tipp“ war die Antwort. Mann, war ich naiv.

An der Grenze gibt es eine durchorgansierte „Einreiseindustrie“, in die wir so richtig reingerauscht sind. Der gute Mann ging vor, wir im Hilux hinterher und bei einer von ca. 30 Buden wurde wie hingeführt. Um uns herum etliche andere Männer, die von unserem Führer vertrieben wurden. Ich ging mit unseren Pässen in die Bude, während meine Damen im Auto bleiben mussten. Drinnen gab ich die Pässe ab und einer verschwand damit. Daraufhin wurde mir die Rechnung eröffnet, die etwa das Dreifache von dem betrug, was wohl der reguläre Preis gewesen wäre, wenn wir alles selber gemacht hätten. Protest konntest du vergessen, die Pässe waren ja weg. Also gute Miene zum bösen Spiel. Ja, wir sind volle Kanne in die Falle geraten. Nach kurzer Zeit bekamen wir die Pässe zurück, dann ging es zum Auto. Dann wurde der Geldwechsler zu uns geleitet, den ich recht intensiv mündlich abwehren musste, da wir glücklicherweise bereits Metical hatte. Im Anschluss kam ein Polizist zur Kontrolle. Dummerweise lag mein Stativ auf unseren Koffern und er fing an irgendetwas von verzollen zu erwähnen. Das war der Moment, wo ich dann ungehalten wurde. Unser Führer hat sofort auf den Polizisten eingeredet und das Thema war erledigt. Danach durften wir endlich nach Mosambik einreisen, wobei wir natürlich noch das Trinkgeld an unseren Führer zahlen mussten.
Im Nachhinein erkennt man, dass das ein abgekartetes Spiel. Die Rollen sind genaustens verteilt und auch wer was an Geld bekommt. Letztendlich hatten wir aber keine Scherereien, ich durfte sitzen bleiben, musste in keiner Schlange stehen und nach 45 min waren wir im Land. Was letztendlich schmerzt, war das Gefühl in die Falle gegangen zu sein und zu viel bezahlt zu haben. Bezogen auf die Gesamtkosten der Reise sind das aber Peanuts. Wie so oft im Leben ist alles Ansichtssache. Ist doch ganz klar, wir waren so schlau und haben einen erfahrenen ortskundigen Dienstleister vor Ort kontaktiert, der uns bei der komplizierten Einreise unterstützt hat. :)

Also endlich waren wir in Mosambik und der Tag war noch nicht vorbei. Die Übernachtung war in der Naara Eco Lodge in Chidenguele geplant. Ich hatte lange überlegt ob wir durch Maputo fahren oder es umfahren wollen. Wir haben uns für die Umfahrung entschieden, was ich nicht bereut habe. Über Moamba, Magude ging es über Sandpisten. Hat mir richtig Spaß gemacht. Wobei ohne Maps.me Navigation hätte es vielleicht nicht so ohne Probleme funktioniert. Denn eine Beschilderung ist dort Mangelware.
Zwei Stellen sind mir in Erinnerung geblieben und beides waren Brücken. Die erste Brücke war im Nirgendwo, schmale Betonplatte, die nicht viel breiter als der Hilux war. An Ende, wo bei uns normalerweise das Widerlager ist, waren im Sandboden links und rechts zwei riesige Löcher. Ich vermute, dass die Reifen an dieser Stelle vielleicht 5cm Kontakt hatte, der Rest war in der Luft. Die zweite Brücke war da schon eher normale große Betonbrücke über den Incomati. Nur war die einspurig, 500m lang und darauf auch noch Schienen. Im ersten Moment dachte ich, ich bin falsch abgebogen und auf einer Eisenbahnbrücke gelandet. Ne war alles korrekt. Fragt mich bitte nicht wie hier der Verkehr geregelt wird, wer Vorfahrt hat. Uns kam glücklicherweise nichts entgegen.




Aufgrund der Verzögerung mit den Papieren kamen wir in die Dunkelheit rein. Ich hatte mich bereits bei den Besitzern in der Bee-Eater Farm erkundigt, wie „gefährlich“ diese Strecke bei Dunkelheit wäre und es hieß ich bräuchte mir keine Sorgen machen. Was sich auch bewahrheitet hat. Die letzten Km zur Naara Eco Lodge gingen allerdings über Sandpisten, für die man ein Allradfahrzeug benötigt. Hatten wir ja, also rein. Sagen wir mal so, es gibt einen Extra-Kick nach einem solchen Tag bei Dunkelheit über enge Sandpisten zu fahren. Meine zwei Damen wurden immer stiller. Irgendwann merkte ich, dass es an Zeit wäre die Low-Range-Untersetzung reinzumachen (zum ersten Mal, seit wir den Wagen hatte). Bei der nächsten festen Stelle hielt ich an, schaltete um, aber nichts passierte. Ich gebe zu, ich war etwas ungehalten, was ich auch das Lenkrad spüren lies. Es war zum Mäuse melken. So hatten wir alle Hindernisse in Form von falschen Dokumenten, Mosambikanische Grenze, Sandstrecken, zerfallenen Brücken mit Bravour gemeistert, und dann, 2km vor dem Ziel, verweigert mir der besch….. Wagen die verd….. Getriebeuntersetzung. Gut, ein Blick ins Handbuch offenbarte es war nicht die Schuld des Wagens, sondern er wünschte einfach eine bestimmte Abfolge von Kupplung und umlegen des Schalters für 4x4low. Und weiter ging es. Wohlbehalten kamen wir an der Lodge an, bezogen die subergeilen Luxuszelte, konnten duschen, entspannen und dann sehr gut zu Abend essen. Zum Ausklang, wie in all den anderen Tagen gab es dann noch einen selbstgemachten Cuba Libre.

Tag 3
In der Nacht hatten wir gut geschlafen. Aber wie so oft im Urlaub, wenn wir früh ins Bett gehen stehen wir auch früh auf. Die Zeit zum Frühstück wollte meine Frau und ich mit fotografieren verbringen. Als wir das Zelt verließen, entdeckten wir, dass uns jemand bereits auf der Veranda heißes Wasser und Tee- bzw. Kaffeebeutel hingestellt hatte. Fanden wir beide klasse und ist auch ein Zeichen, wie liebevoll diese Lodge geführt wird. Also erstmal auf das Sofa gesetzt und Tee getrunken. Danach wirklich die Lodge erkundet und etwas fotografiert.









Nach dem Frühstück trafen wir beim Auschecken den Besitzer und der meinte, dass er es schade fände, dass seine Lodge nur als Übernachtungsstelle für die Durchreise benutzt wird. Es gäbe hier doch einiges zu Erleben. Man sieht an jeder Stelle, dass der Besitzer mit viel Herzblut diese Lodge errichtet hat und ich konnte ihn auch verstehen. Glücklicherweise wussten wir, dass wir in ein paar Tagen erneut hier übernachten würden und wir auch mehr Zeit hätten.

Los ging es zu unserem ersten richtigen Ziel: Tofo. Am Tag ließ sich die Sandpiste von der Lodge bis zur Hauptstraße gut fahren und sah an vielen Stellen, im Vergleich zur Nacht, gar nicht mehr so extrem aus. Auf der anderen Seite zeigte sich dann doch wie tiefsandig die Piste wirklich war, was ich Nachts nicht so empfunden habe. Aber der Hilux fuhr unbeeindruckt durchs Gelände.

Im Vergleich zum Vortag war die heutige Fahrstrecke ein Klacks und wir kamen am frühen Mittag in Tofo an. Als wir die asphaltierte Straße verließen um zur Baia Sonambula zu gelangen, standen wir plötzlich auf einem großen Müllhaufen. Dachten wir zuerst, bis wir erkannten, dass wir auf einer Kreuzung standen. In den nächsten Tagen lernten wir, dass die Löcher in den Sandpisten mit allem gefüllt wird, was vorhanden wird. Als unerfahrener Mosambikreisender, gedrillt in der deutschen Schule für Zucht und Ordnung, schaut man erstmal doof aus der Wäsche und denkt zuerst: darf ich da überhaupt fahren? Ja man darf :-)
Man muss ja nicht unbedingt Maputo umfahren, die Naara Eco Lodge bietet ein Fahrdienst für alle die kein 4x4 haben, aber spätestens jetzt war der Hilux Pflicht. Denn die Baia Sonambula ist nur über Sandstraßen erreichbar und liegt an einem steilen Hang. Ich erwähne das, weil unserer Reiseagentur meinte, ein Hilux wäre für Mosambik nicht unbedingt erforderlich. War ich froh, dass wir den Wagen hatten.


(Wie so oft erscheint die Steigung auf den Bildern geringer)

Die Baia Sonambula ist ein kleines familiengeführtes Hotel. Die Zimmer sind sauber und gemütlich eingerichtet. Der Umgang unkompliziert und alle sind super nett. Wir haben uns in den Tagen sehr wohlgefühlt.
Nach dem Beziehen des Zimmers und dem Auspacken, sind wir noch zur Tauchbasis “Tofo Scuba“ gefahren und haben uns zum Tauchen angemeldet und unsere Tauchausrüstung verstaut.
Den Rest des Tages haben wir gemütlich ausklingen lassen.




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28 Apr 2019 12:33 #554905
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Tag 4 - 8

Die nächsten Tage fasse ich etwas zusammen, da der Ablauf immer gleich war. Morgens sind meine Frau und ich zum Tauchen gegangen, während unsere Bekannte sich entspannt hat, Nachmittags haben wir dann immer zu dritt etwas unternommen.

Tauchen
Tauchen in Tofo ist sehr speziell. Wir hatten leider Pech, in den Tagen, in denen wir da waren, war Fischtechnisch nichts los. Selbst die Guides aber auch andere Taucher waren davon überrascht. Die Woche davor muss ein Hai-ligt dem anderen gefolgt sein. Auch wenn wir Pech gehabt haben, bin ich mir sicher, dass Tauchen in Tofo genial sein muss. Wir hatten bei einem Tauchgang Mobulas, die sonst wohl Standard sind, bei einem anderen kam ein knapp 1,5m Zackenbarsch zu uns auf Tuchfüllung. Wir hingen in der Strömung an einer Putzerstation, und er schwamm jeden Taucher an, stellte sich neben ihn. Ich hätte den Guten kraulen können, so nah war er.
Tauchen in Tofo ist schwierig. Als erstes wäre die Tiefe. Die Riffe liegen auf 30m, d.h. du fährst raus, tauchst im Freiwasser auf 30m ab und hast erst dann das Riff. Hier wird nicht dein Luftverbrauch maßgebend, sondern deine Nullzeit. Nitrox ist unabdingbar und es wird dort auch penibel auf den Sauerstoff-Wert geachtet, dass er nicht zu hoch ist.

Zweitens, du fährst mit den Zodiak. Es hat aber keinen komfortablen Steg, sondern das Boot liegt am Strand, und alle helfen das Boot ins Wasser zuziehen, gegen die Brandung. Ist anstrengend. Danach hockst du beim ersten Tauchgang über eine Stunde und rast über die Wellen. Wir hatten damals sicher Wellen zwischen 1 und 2m. Beim ersten Tauchgang fand ich die ersten 10min lustig, dann hatte ich mit Übelkeit zu kämpfen. Beim Tauchplatz angekommen, rödelst du an. Das hat mir hinsichtlich Übelkeit den Rest gegeben, und ich wollte nur noch abtauchen, weil erfahrungsgemäß unten es mir wieder besser geht. Nicht in Tofo, wir hatten auf 30 m Dünung, und beim Sicherheitstop auf 5m beim Auftauchen musste ich mir dann doch das Frühstück durch den Kopf gehen lassen. Und es stimmt, was durch deine Speiseröhre passt, geht auch durch den Lungenautomaten wieder raus. Und die vielen Fische, die auf einmal um dich herum sind.
Ich habe dann morgens vor den Tauchgängen eine Emeral gegen Seekrankheit eingeworfen, damit ging es mir gut und die Tauchgänge konnte ich wieder genießen.

Also man muss etwas härter in nehmen sein, aber man kann sich über Großfische freuen.

Thema Walhaie. Die gibt es dort, war auch der Hauptgrund warum wir dahin wollten. Nach einem recht langweiligen Tauchgang, die Briten mit ihrem trockenen Humor nennen es einen „Wet dive“, haben unser Guides nach Wahlhaien zur Entschädigung Ausschau gehalten und wir hatten Glück, so dass wir ein paar Minuten mit ihm schnorcheln konnten. Ansonsten werden reine Schnorcheltouren zu den Wahlhaien angeboten, aber ich verweise auf die Wellen. Damit musst du als Schnorchler auch zurechtkommen.

Ausflüge
Wir haben in der Umgebung diverse Ausflüge gemacht. Inhambane, Lighthouse, Coconut Beach, Wanderung um Tofo rum.







Blick auf Tofo vom Strand






Das besondere sind die unverbauten kilometerlangen Sandstrände. Was Vergleichbares kenne ich in Europa nicht. Eine kleine Anekdote zum Coconut Beach kann ist berichten. Der Strand liegt südlich von Tofo, man muss aber mit dem Auto einen größeren Umweg fahren. Dort angekommen, gab es einen richtigen Weg runter zum Strand. Also warum nicht mal mit 4x4 runter zum Strand, bin ja durch die Erfahrung der letzten Tage der Checker. Das Schild „Do not drive on the beach“ stimmte nachdenklich. Also fahren wir ein kurzes Stück und parken in an den Dünen. Als ich angehalten habe, dachte ich mir, ein Test ob man wegfahren kann wäre doch ganz gut. Rückwärtsgang und die Reifen drehen durch, nichts geht mehr. Die Tatsache, dass es zum Strand runterging, dort unten der Sand fester wurde und die Tim Taylor-Methoden, sprich den Wagen rückwärts bis fast ans Wasser, Anlauf nehmen und mit Vollgas den Tiefsandweg hochfahren, ersparte uns die Peinlichkeit von jemanden rausgezogen zu werden. Ja Luft aus den Reifen zu lassen, wäre dann mein letztes Ass im Ärmel gewesen. Und: Hochmut kommt vor dem Fall.

Aber Coconut Beach war toll. Ein menschleerer Sandstrand für uns allein.


Coconut beach



Tofo & Essen
Tofo ist im Süden von Mosambik das Touristenziel. Einige Südafrikaner haben wohl dort auch ein Wochendhäuschen. Aber es nicht touristisch überlaufen. Keine Bettenburgern, das größte Hotel am Ort besitzen manche Reiche als Privathaus. Es gibt eine große Auswahl an Restaurants, von Nobel bis zu total einfach, in denen wir am liebsten waren. Eine einfache Überdachung, Tische und Bänke sehen aus, als ob die aus Treibholz zusammengezimmert wurden. Und eins der leckersten Fisch-Currys, die ich gegessen habe. Wir rätselten lange welchen Fisch wir da eigentlich gegessen hatten. Da es festes Fleisch war, musste es ein Raubfisch gewesen sein. Auf Rückfrage schaute die Bedienung auf die Fischhaut und meint „Barrakuda“. Ist in Deutschland irgendwie schwierig aufzutreiben und wenn bestimmt nicht zu den Preisen wie in Tofo.
Wir haben jedenfalls die Zeit in Tofo genossen.
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28 Apr 2019 13:00 #554909
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Tag 9
Am Morgen wurden noch die restlichen Tauchsachen, die nachts zum trocken hängen haben lassen, eingepackt. Dann wurde in Ruhe gefrühstückt und wir brachen auf in Richtung Naara Eco Lodge. Eine verhältnismäßige kurze Strecke, aber das Abenteuer ließ uns auch diesmal nicht in Stich.
Auf halbem Wege kamen wir auf der Straße an einem Buschfeuer vorbei. Brandrodung ist in Mosambik noch üblich und wir hatten dies auf der Herfahrt mehrfach beobachten können. Allerdings war diese Brandrodung direkt am Straßenrand. 5min nach der Stelle ließ der Hilux sich irgendwie schwammig fahren, und meine Befürchtung bestätigte sich. Platten hinten links. Also den Reifen gewechselt. Bei der Brandrodung muss ein großes brennendes oder glühendes Teil auf der Straße gelegen haben, dass ich übersehen habe und hat sich durch die Lauffläche gebrannt. Es war ein 5cm langer deutlich erkennbarer Riss.

Damit war aber auch unser einziger Ersatzreifen (einen Zweiten konnte man angeblich nicht bekommen, ich hatte mich im Vorfeld darum bemüht) verbraucht. Limpopo Nationalpark, Krüger und Blyde River lagen ja noch vor uns und diese Strecke ohne Ersatzreifen zu fahren, fand ich nicht ganz so prickelnd. Also bei der nächsten Tankstelle angehalten und gefragt, ob sie den Reifen flicken konnten. Ne ging nicht, aber ich soll zu dem „Reifenhändler“ auf der Seite gehen.

Ich hatte zwar da was gesehen, aber wäre nicht auf die Idee gekommen, dass das ein Reifenhändler war. Mann stelle sich eine kleine Baracke vor, davor in Schatten saßen drei Männer. Das Reifenlager bestand aus ca. 20 Reifen, die im Sand vor der Baracke in der prallen Sonne verteilt lagen. Jeder Reifen hatte ein anderes Fabrikat, Durchmesser und unterschiedliche Profiltiefe. Also dort gefragt, ob sie den Reifen flicken könnten. Ja kein Problem. Der Reifen wurde von der Felge mit einem riesigen Stemmeisen mit Muskelkraft runtergehebelt. Also wie bei einem Fahrradreifen, nur in groß. Dann wurde die Innenseite mit einer Bohrmaschine aufgeraut, ein Kunststoffflicken auf der Innenseite über den Riss geklebt, der Reifenrand eingepinselt und wieder mit Muskelkraft auf die Felge gewürgt und mittels Kompressors aufgepumpt. Die Dichtigkeit des Reifens wurde in einem Wasserloch, welches im Boden gebuddelt war, überprüft. Das Ganze hat eine halbe Stunde gedauert und kostete 500 Medical.

Beruhigt wieder einen Ersatzreifen zu haben, ging es weiter zur Naara Eco Lodge. Den Nachmittag verbrachten wir dort am Pool, paddelten auf dem See und machten uns einen gemütlichen Nachmittag.










Nach dem Abendessen zeigt sich, dass ein gewaltiges Unwetter mit Sturmböen auf uns zurollte. Wir verzogen uns in unsere Luxuszelte, machten als Schotten dicht (soweit es ging) und plötzlich war der Strom weg. Dank Stirnlampe konnten wir uns einigermaßen Bettfertig machen und auch noch was lesen. OK es hat geschüttet, gestürmt und Blitze im Dauertakt. Und im Zelt hatte man das ganze dann schon recht hautnah miterlebt. Dank Ohropax konnte ich aber den gefühlten Weltuntergang ausblenden und habe recht gut in der Nacht schlafen können.

Tag 10

Am nächsten Morgen war uns der Himmel wohl nicht auf den Kopf gefallen. Meine Frau und ich unverletzt, das Zelt in demselben Zustand wie beim Einschlafen, und Tee und Kaffee bereits auf der Veranda. Beim Blick um die Umgebung offenbarte sich aber schon, dass der eine oder andere Strauch nicht mehr ganz taufrisch war. Beim Frühstück erfuhren wir, dass das Unwetter massive Schäden in der Umgebung verursacht hatte.

Wir brauchen auf zu unserer Fahrt zum Machampane Camp im Limpopo Nationalpark und bekamen dann die Unwetterschäden an Bäumen und Häusern live mit. Bei dem Anblick kann man ohne Übertreibung die Naara Eco Lodge als stormproofed bezeichnen.

Die Fahrt zum Limpopo wäre an für sich unspektakulär zu bezeichnen, wenn da nicht der Abschnitt zwischen Xai Xai und Chokwe gewesen wäre. Eigentlich eine asphaltierte Straße, in Wirklichkeit eine Anhäufung von Schlaglöchern die von Asphalt eingefasst waren. Es war unmöglich darauf zu fahren. Auch mit wilden Schlangenlinien war ein Rad immer in einem Schlagloch. Mögliche Geschwindigkeit 10hkm. Aber da alle Einheimischen neben der Straße fuhren, war dort ein gut befahrbarer Sandweg. Also runter von der Straße. „In Mosambik ist ein 4x4 nicht unbedingt.“ Ein weiterer Tag an dem wir uns über diese Bemerkung amüsierten.





Die Schlaglöcher waren nicht das einzige Problem, sondern etlichen Brücken waren gesperrt. Das Umleitungsschild führte einen meist ins angrenzende Dorf, wo man auf eine Kreuzung stieß, die sich in 5-6 Abzweigungen verzweigt. Um die Sache spannender zu machen war da natürlich kein Umleitungsschild mehr. Erneut führte die Navi-Software uns ohne Probleme wieder auf den richtigen Weg. Ab Chokwe wurde die Straße dann Gott sei Dank wieder besser.

Ein paar Km vor dem Limpopo Park wurden wir von einer Polizeikontrolle raus gewunken. Ich hatte noch nicht bis zum Stillstand abgebremst, da wurde uns schon signalisiert, dass ich weiterfahren sollte. Um ehrlich zu sein, war im Vorfeld eine meiner größten Sorge in eine Polizeikontrolle mit korrupten Polizisten zu geraten. Was sich als unbegründet erwies. Polizei hatten wir oft gesehen, vor allem Geschwindigkeitskontrollen kamen in regelmäßigen Abständen. Ich war aber brav und bin nicht zu schnell gefahren, somit wurden wir auch nie behelligt. Insgesamt zwei Mal wurden wir angehalten, und sofort wieder weitergeschickt.
Entweder gab es die Anweisung Touris in Ruhe zu lassen, ich sah einfach nur freundlich und unverdächtig aus oder die Tatsache, dass ich mit zwei hübschen Frauen unterwegs war, hat es vereinfacht. Es darf sich jeder seinen Reim selbst darauf machen.

Jedenfalls erreichten wir das Gate zum Limpopo Park, bezahlten unser Permit und fuhren rein.




Kaum drinnen schalteten wir auf Safari Modus um. Wo sind die tollen Tiere? Umso blöder mussten wir geschaut haben als uns eine Frau mit Ihrer Ziegenherde entgegenkam. Ja nee ist klar, Nationalpark und so. Da sind Ziegenherden ja ganz normal.
Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass im Bürgerkrieg in den 90iger die Nationalparks leergeschossen wurden, und sich die Bestände bisher sehr schlecht erholt hätten. Speziell im Limpopo würde man aber darauf setzen, dass die Tiere aus dem Krügerpark rüber wanderten. Was mir nicht klar war, dass man eben die Bewohner schlecht vertreiben konnte und so gibt es wohl trotz Nationalpark darin noch Dörfer und somit u.a. Ziegenherden.
Jedenfalls nach Löwen brauchte ich erstmal nicht Ausschau halten :) . Viel haben wir auch nicht gesehen, aber immerhin ein Adler.




Nach 1h kamen wir an ein erneutes Gate, dass diesmal mit Rangern inkl. AK47 besetzt war. Unsere Buchung wurde kontrolliert und wir wurden mit dem Hinweis immer geradeaus durchgelassen. Der Weg wurde auf einmal schmaler und führte uns über Serpentinen runter durch ein ausgetrocknetes Bachbett und dann wieder in Serpentinen hoch. Äh, wie war das mit 4x4 ist nicht notwendig?
Ich war sicher irgendwo sind wir falsch gefahren, aber meine beiden Damen verwiesen auf Steine entlang des Weges, die definitiv Ursache menschlichen Schaffens waren. Oben angekommen, kam das Schild zu unserem Camp und weitere Autos, war also doch der richtige Weg. Aber nirgendwo Gebäude. Wagen geparkt, und angefangen auszuladen. Plötzlich stehen zwei afrikanische Frauen hinter uns und heißen uns mit ihrem riesigen Lachen willkommen. Wo zum Teufel sind die hergekommen? Waren die im Busch versteckt, oder haben die Falltüren im Boden, aus denen die wundersamerweise hervorschweben?

Mit der Bemerkung, dass der Rest des Camps noch auf Buschwalk wären, wurden wir zu unseren Luxustents geführt. Die Zelte waren am Ufer des Rio Kalabyene lagen. Auf Grund der anhaltenden Trockenheit war der Fluss aber eigentlich mehr ein langer See. Die Flussdurchfahrt zuvor wäre sonst so auch nicht möglich gewesen. Die Zelte hatten alle eine Veranda vorne dran, so dass man tagsüber dort sitzen und Tiere beobachten konnten.



Mein Hinweis, da gibt es bestimmt Krokodile, wurde von meinen beiden Frauen mit Hinweis auf fehlende Zäune mit einem „Das glaubst du doch wohl selber nicht“ quittiert. Kaum ausgesprochen tauchten Krokodilsaugen im Wasser auf. Warum glaubt man mir eigentlich nicht? Jedenfalls wurde uns allen drei sehr bewusst, wir waren in der Wildnis und es ist eine andere Hausnummer als bei unser Namibiatour 3 Jahre zuvor, mit den eingezäunten Lodges im Etoshapark.



Ich fand es jedenfalls sofort klasse. Nachdem wir uns eingerichtet, geduscht und entspannt hatten, gingen wir zur Boma und trafen dort den Ranger und die anderen Gäste. Bis zum Abendessen saßen wir um das Feuer herum und unterhielten uns.
Das Abendessen war auch für mich eine neue Erfahrung. Aufgrund des Lichts wurden gefühlt alle Insekten des Parks magisch angezogen und regelmäßig landete irgendein Vieh in deinem Essen. So zu essen, dass du nicht ausversehen noch ein Insekt verspeist, war gar nicht so einfach. Vor allem die Cremes beim Nachtisch wurden zum Insektenfänger.
Zum Abschluss des Abends verzogen wir uns nochmal an die Feuerstelle und der Ranger erzählte Anekdoten über Tierbegegnungen hier im Camp. War sehr unterhaltsam. Als wir entschieden in unsere Zelte zurückzukehren, wurden wir vom Ranger mit Waffen begleitet inkl. der Anweisung das Zelt während der Nacht nicht zu verlassen.

Tag 11
Die Nacht konnte ich wunderbar durchschlafen im Gegensatz zu meiner Frau, die etwas irritiert von den nächtlichen Geräuschen und dem Wissen, dass um das Zelt wilde Tiere herumlaufen könnten, war. Um sich zu beruhigen, wurden sämtliche Geräusche mir zu geschrieben. Ich helfe doch immer gerne, sogar im Schlaf :)
Beim Aufstehen ging ich gleich raus auf unsere Veranda um den neuen Tag begrüßen, voller Vorfreude auf neue Abenteuer und der Hoffnung trinkende Elefanten vor unserem Zelt zu sehen, und tappte draußen mit Schwung barfuß in Affenscheiße. Vielen lieben Dank.

Also unter die Dusche, vor allem der Fuß wurde gründlich gewaschen, und dann zum Frühstück. Unsere Nachbarn konnten meine Tretmine mit einem Skorpion im Waschbecken toppen. Geistige Notiz meinerseits: Beim Duschen erst gründlich alles mit Taschenlampe absuchen!

Nach dem Frühstück ging es zum morgendlichen Buschwalk. Am Anfang fühlt man sich ja noch heldenhaft wie Tarzan, könnte ja hinter jedem Busch ein Rudel Löwen lauern, gefolgt von der Erkenntnis: nein, tut es nicht. In der Entfernung sahen wir ein paar Impalas, ansonsten Reiher, einen Frosch (Ich hätte mit vielen gerechnet, aber mitten im Trockenen sicherlich nicht mit einem Frosch) und eine Heuschrecke, besser gesagt eine Nasenschrecke.







Den restlichen Vormittag und Nachmittag verbrachten wir auf der Veranda vor unserem Zelt und beobachten die Tiere. Buschböcke, div. Vögel und natürlich die Krokodile, die sich als echte Schisser präsentierten. Wehe du machtest eine zu schnelle Bewegung, schon tauchten sie unter.








Am Nachmittag brachen wir zu einem weiteren Buschwalk auf. Die Gäste von Vortag waren bereits abgereist und Neue wurden an diesem Tag nicht erwartet, wir drei hatten den Ranger und das Camp also für uns. Mit dem Pickup auf der Ladefläche sitzend wurden wir ein paar km zu unserer Wanderung transportiert. Wir waren kaum losgelaufen, da entdeckte unser Guide einen Schreiseeadler, der sich in seinen Augen merkwürdig verhielt. Wir gingen in dessen Richtung, und kamen auf eine Lichtung, auf der ein totes Impala verteilt lag. Der Guide entsicherte seine Waffe und lud durch. Mein erster Gedanke: ist hier ein Leopard? Nein: Wilderer.
Im Limpopo jagen die Wilderer mit vergifteten Tieren. Zuerst wird ein Impala mit Stahlschlinge gefangen und getötet. Dann wird es zerteilt, das Fleisch vergiftet und ausgelegt. An der Stelle, wo wir gerade waren, hatte der Ranger 3 Wochen vorher 50 tote Geier gefunden. Feder, Krallen und was weis ich bekommen die Schamanen (keine Ahnung, wie es in Afrika genannt wird), der Rest wird als Bushmeat in Maputo verkauft. Und genau da waren wir reingestolpert.
Plötzlich drückt der Ranger mir seine durchgeladene Waffe in die Hand. Ähm ja, vielen Dank für das Vertrauen. Gut, ich habe meinen Wehrdienst geleistet und kann das Ding noch so halten, ohne jemanden aus Versehen zu erschießen, aber egal was da eventuell als Gefahr aus dem Busch kommen könnte, zweifelte ich doch sehr daran, dass ich a) in der Lage gewesen wäre abzudrücken und/oder b) so cool gewesen wäre richtig zu zielen. Ich war jedenfalls froh als mir die Waffe wieder abgenommen wurde.





aufgestellte Schlinge

Die Überreste des Impalas sammelten wir auf einen Haufen. Unser Guide wollte es anzünden, blöderweise fragte er erst am Ende ob wir ein Feuerzeug dabeihätten. Sorry, alles Nichtraucher.
Wir bauten noch eine aufgestellte Schlingenfalle ab, sammelten an die 50 Schlingen ein, die bei einem Baum abgelegt waren und gingen zum Auto zurück. Im Camp entschuldigte der Guide sich für den abgebrochenen Buschwalk. Ich ging davon aus, der er im Anschluss mit Feuer ect zu der Stelle zurückkehren wollte, und fragte ihn, naiv wie ich manchmal sein kann, ob ich Ihm helfen kann. Er lachte nur und meinte, er geht da jetzt nicht hin, die Wilderer sind alle mit AK47 ausgestattet. Er würde noch zur Rangerstation fahren und Verstärkung holen.
Dann wurde mir erst bewusst, dass wir vielleicht eine der gefährlichsten Situationen in unserem Leben erlebt hatten. Die Stelle konnte noch nicht so lange präpariert gewesen sein und wahrscheinlich waren die Wildere noch in der Nähe gewesen. Ich kann nur spekulieren, wie weit Wilder bei einem Aufeinandertreffen mit Touris gehen würden.
Unser Guide brach auf und kam erst wieder zum Abendessen zurück. Es gibt einfach zu wenig Ranger für diese Gebiet und erst morgen käme jemand zur Unterstützung. Den Abend ließen wir wieder am Feuer bei Gesprächen ausklingen und natürlich waren Wilderei ein großes Thema an diesen Abend.
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28 Apr 2019 13:32 #554912
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Tag 12
Morgens beim Frühstück tauchte dann der angekündigte Ranger mit Waffe ein. Die AK47 wird aufgrund ihrer einfachen Konstruktion und der Tatsache, dass sie im Dreck, Wasser und was weiß ich ohne Ladehemmung funktioniert, hochgejubelt. Mosambik hat sie sogar in Ihrem Wappen verewigt. Wenn ich böse wäre, würde ich auch behauptet, die angepriesenen Eigenschaften sind auch dringend notwendig, Ich habe an dem Ranger noch nie eine so ungepflegte und verrostete Waffe gesehen.

Wir beluden wieder unseren Hilux und machten uns auf den Weg zum Krüger Nationalpark. Unterwegs trafen wir vereinzelt auf Tiere.









Die Einreise über Giriyondo nach Südafrika war im Vergleich zu Komatipoort total relaxed und unspektakulär. Und vielleicht nach 20 min waren wir wieder in Südafrika.



Mittlerweile war es bereits 12 Uhr und ich rechnete nicht mit großen Tierbegegnungen, aber unverhofft kommt oft. Im Gegensatz zum Limpopo gab es hier doch deutlich mehr Tiere.








Sensationell war aber, dass wir auf eine Herde Wasserbüffel stießen. Wobei Herde eine Untertreibung ist. Es waren mehrere Hundert Tiere, die auf uns zuhielten. Also angehalten und die Kamera im Anschlag.



Nach einiger Zeit realisierte ich, dass die Tiere wirklich direkt auf uns zu kamen und vielleicht 100m vor uns anhielten und uns anstarrten. Ok ich habe es kapiert, ihr wollt, genau wo ich stehe, über die Straße. Motor gestartet und vorgefahren und sofort setzten sich die Büffel wieder in Bewegung. Dafür wurde ich von meinen Damen angemault, warum ich vor und nicht zurückgefahren bin, jetzt muss Frau ja ihren Kopf zu stark verdrehen um etwas zu sehen. Mein Einwand, dass wir im rückwärtigen Fall wahrscheinlich eine Ewigkeit warten müssten, bis der Weg wieder frei wird, wurde mit Schnauben kommentiert.




Nach 15 min war die Herde immer noch nicht durch, und plötzlich wurde meine Weitsicht gelobt, weil wir jetzt einfach weiterfahren konnten.

Unterwegs kam uns ein Jeep entgegen, der anhielt und von uns wissen wollte ob wir Löwen gesehen hätten, die seien angeblich hier gesichtet worden. Wir verneinten, woraufhin der Fahrer genervt sein Wagen wendete und davon düste. Generell konnten wir dieses Verhalten in den nächsten Tagen immer wieder beobachten. Der Großteil der Besucher fährt mit einem Affenzahn durch die Gegend auf der Suche nach den Big Five und übersehen die kleinen Dinge am Rand. Wir fahren nicht schneller als 30 km/h und schauen links und rechts. Auch wir sind von den Big Five begeistert, dennoch muss es nicht immer der Löwe sein und auch wenn man die Impalas nach 2 Tage fast nicht mehr sehen möchte, so offenbaren sich auch bei diesen Tieren nette Szenen. Man braucht einfach Zeit und Geduld. Ich muss aber auch zugegeben, dass ich mit zwei sehr guten Spottern in Form meiner Frau und unserer Freundin gesegnet bin. Die haben ein deutlich schärferes Auge als ich und so bin ich der Fahrer und Fotograf, und die Beiden zeigen mir die tollen Sachen um uns herum.

Das Ziel des heutigen Tages war das Olifant Restcamp und auf dem Weg dahin machten wir Mittagspause im Letaba Camp und aßen im Mugg and Bean zu Mittag inkl. Kulturschock. Besser kann ich die Gefühle, die sich bei mir beim Essen einstellten, nicht beschreiben. Der Unterschied zwischen dem armen Mosambik und dem durchorgansierten Krüger-Park war gewaltig. Du sitzt in dieser südafrikanischen Fast-food Kette zwischen den ganzen „Touristenmassen“, isst einen gewaltige Kalorienbombe und schaust auf den Letaba River mit seinen Tieren. Die Woche davor waren wir in einem armen, unterentwickelten Land, in dem aber Leute mit Herzblut kleine Oasen geschaffen haben. Es ist klein, teilweise familiär und nicht überlaufen. Und die zwei Tage im Machampane Camp, mitten in der Wildnis, waren für uns unglaublich intensiv.


(Blick von Mug and Bean auf den Letaba)

Um Missverständnisse zu vermeiden, der Krüger Park ist echt toll, und ich würde jederzeit wieder hin. Mein Gehirn musste aber in dem Moment erstmal wieder auf Zivilisation umschalten.
Nach dem Essen fuhren wir weiter zum Olifant Camp, unterwegs gab es natürlich wieder viel zusehen.















Anfangs hatten wir Spaß die Seitenwege, die vom Hauptweg abgingen zu befahren, bis sich einer als Sackgasse erwies und der Weg beim Umkehren von einem Elefanten blockiert war. Also brav Abstand gehalten und gewartet, bis er den Weg wieder freimachte. Dauerte glücklicherweise nicht lange, nur beim Weiterfahren tauchte dann ein nicht so gut gelaunter zweiter Elefant auf, der leider hinter den Büschen versteckt war. Ging aber alles gut.
Den Abstecher über den Olifants River Viewpoint nahmen wir noch mit und erreichten dann am späten Nachmittag unserer Unterkunft.



Im Machampane Camp konnte ich ja leider keine Fotos von der Milchstraße machen. Bei Dunkelheit war es wegen den wilden Tieren nicht angeraten das Zelt oder Boma zu verlassen. Also versuchte ich mich am Olifants Camp damit.



Blick vom Olifants Camp






Meine Begleiterinnen gingen in der Zwischenzeit zum Abendessen, dass ich diesmal ausfallen ließ. Der Burger vom Mittag lag mir immer noch wie ein Stein im Magen und ich hatte überhaupt keinen Hunger. Nach dem ich mit den Bildern halbwegs zufrieden war, stieß ich zu den anderen dazu und bestellte einen Milchshake, der entgegen meiner Hoffnung sich auch als Kalorienbombe offenbarte.

Tag 13
Der Tag fing sehr früh an. Wir hatten beschlossen gleich nach Öffnung der Tore loszufahren um das schöne Morgenlicht auszunutzen. Etappenziel des heutigen Tages war das Satara Rest Camp. Auf der Brücke über den Olifants River durften wir im schönsten Morgenlicht beobachten wie ein Rudel Hyänen sich um die Reste eines Kadavers stritten, immer belauert von einigen Marabus.



Aufgrund der anhaltenden Dürre konnten wir immer wieder Kadaver entlang der Straße beobachten inkl. dem süßlich Verwesungsgeruch.











Da wir bereits um halb 6 aufgebrochen waren, legten wir gegen 9 Uhr unterwegs an einem ausgewiesenem Picknickplatz unsere Frühstückspause ein. Immer im Fokus der Affen in den Bäumen über uns, die darauf warteten, dass wir unachtsam wurden. Die hatten nur diesmal Pech.

Gestärkt ging es weiter und als wir eine halbe Stunde später einen Auflauf an Fahrzeugen sahen, war klar, da muss was Großes geben. Auf der anderen Seite des ausgetrockneten Flussbetts fraß ein männlicher Löwe an einem Kadaver. Mir erschien die Situation irgendwie merkwürdig. Als der Löwe vom fressen aufstand, sah man, dass dieser nur noch aus Haut und Knochen bestand und er aufgrund einer zertrümmerten Hüfte davon hinkte. Ich werde den Blick nicht vergessen, als der Löwe sich umschaute und gefühlt nur in mein Objektiv blickte. Ich hatte 5 Monate zuvor beim Skifahren den Oberhalsschenkel gebrochen. Nun ich saß mit zwei Metallschrauben im Knochen putzmunter in einem Auto, konnte mein Leben wie gewohnt weiterführen, während er durch die Verletzung zum Tode verurteilt war. Da wird einem bewusst wie verdammt gut es einem geht.



Weiter ging es richtig Satara und kurz vor dem Camp gab es ein Löwenrudel. Diesmal gesund und putzmunter inkl. ein Dutzend Autos, die kreuz und quer und ohne Rücksicht auf Andere rum fuhren um den besten Blick auf die Tiere zu erhaschen. Das Lebewesen Mensch kann einen manchmal echt nerven.






Zur Mittagzeit waren wir dann im Satara, aßen erstmal zu Mittag und checkten dann in unseren Bungalow ein. Als Ausgleich zum frühen Aufstehen hatten wir besprochen, dass wir während der Mittagszeit einfach ausruhen und erst am späten Nachmittag nochmal aufbrechen. Gegen Halb vier ging es nochmal ins Auto und wir fuhren in der näheren Umgebung von Camp bis Sonnenuntergang herum. Die Löwen vom Vormittag lagen immer noch an derselben Stelle.







Für die Nacht hatten wir ein Night Game Drive gebucht. Aus fotografischer Sicht war mit bewusst, dass es nicht ideal seien wird, aber wir hofften doch mal auch ein paar nachtaktive Tiere zu sehen.
Was soll ich sagen, es war Ok. Schade fand ich, dass wir auch nur auf den üblichen Wegen waren, auf denen wir tagsüber auch gefahren sind. Ich hatte gehofft eben auch die Bereiche zu sehen, in die du normalerweise nicht hinkommst. Vereinzelt hat man dank der Lampen ein paar Augen funkeln sehen. Seitens des Guides gab es den Merkspruch „Grüne Augen sind Pflanzenfresser, rote Augen sind Fleischfresser“. Dank dieser Regel weiß ich: Monty Python hatte Recht in „Ritter der Kokosnuss“. Das gefährlichste Tier überhaupt ist das Kaninchen. Und ein solches Killerkaninchen saß direkt neben dem Bus. Und natürlich hat man die heilige Handgranate nicht zur Hand, wenn man sie dann mal braucht.




Glücklicherweise lies das Kaninchen uns in Ruhe und wir kamen, Überraschung, wieder zu dem Rudel Löwen. Alle guten Dinge sind halt drei. Zu mindestens stand das Männchen auf und hatte Lust auf ein kleines Schäferstündchen mit Lieblingslöwin Nr. 1. Die hatte aber wohl Kopfweh und er stand wie ein begossener Pudel in unserem Taschenlampenlicht.




Auf dem Rückweg entdeckte meine Frau eine Schlange, was der Guide erstmal nicht glauben wollte. Aber sie hatte recht, es war eine Python. Guide 0 Punkte, Ehefrau 1 Punkt. Läuft :)
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Irgendwie sind die Bilder von Tag 13 untergegangen.
Also hier chronologisch zu dem Bericht separat.




[attachment:2]Mosambik_1423.jpg[/attachment








Löwe mit kaputter Hüfte








Das Killerkaninchen

Anhang:
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Tag 14
Wir hatten den gleichen Ablauf wie tags zuvor geplant. Früh aufstehen, zum Mittag in Lower Sabie ankommen, Mittag essen und am späten Nachmittag nochmal eine Runde um den Block zur Tierbeobachtung. Der Morgen fing gut an, Nashörner und Hyänen. Da gab es nicht zu klagen.






















So ein Toyota hat ja eine tolle Bodenfreiheit. Also macht man sich über Steine, die auf der Straße liegen, wenig Gedanken. Ist nur doof, wenn der Stein, den man mittig zwischen den Rädern „über“fahren wollte, plötzlich Beine ausfährt und davonläuft. Also Vollbremsung (aus 30km/h) und sich freuen, dass da eine Schildkröte langläuft. Manchmal, aber nur manchmal kann Tarnung echt doof sein.



Lower Sabie ist sehr beliebt, wie wir beim Mittagessen feststellen konnten. Es war problematisch einen Platz zu finden. Ich kann es auch nachvollziehen, es liegt wirklich sehr schön am Sabieriver und, wahrscheinlich auch wegen der Trockenheit, gab es hier richtig viele Tiere.
Viel zu sagen gibt es zu diesem Tag nicht. Ich lass einfach mal die Bilder sprechen.













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