Reisebericht Gambia - Senegal - Guinea-Bissau

34 Antworten · 7'016 Aufrufe · gestartet 03. Mai 2013 von BikeAfrica
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200603. Mai 2013 · #1
Hallo zusammen,

da mein Reisebericht über die Radtour in Sierra Leone einigermaßen gut ankam, habe ich endlich begonnen, meine Erlebnisse einer schon länger zurückliegenden Reise zusammenzufassen und niederzuschreiben. Die Tour fand bereits 2004 statt und führte mich durch Gambia, das südliche Senegal nach Guinea-Bissau und wieder zurück. Wie ich auf die Idee kam, diese Länder zu bereisen, weiß ich heute nicht mehr. Für den folgenden Reisebericht habe ich mein Tagebuch von damals gar nicht verwendet. Ich schreibe alles aus der Erinnerung. Wird trotzdem lang genug (oder sogar zu lange), auch wenn ich noch das ein oder andere Erlebnis vergesse oder weglasse ...


Hier zunächst noch ein paar Infos zur Region. Gambia ist von West nach Ost etwa 300 km lang, von Nord nach Süd nur ungefähr 30 km. Durch einen nach Westen fließenden Fluss ist das Land praktisch zweigeteilt. Bis auf das Stück Küste ist das Land komplett vom Senegal umschlossen. Was man so üblicherweise von Senegal kennt, ist der nördliche Teil. Der südliche Teil ist feuchter und fruchtbarer und wird Casamance genannt. Die Rebellenbewegung MFDC versucht seit Jahrzehnten, die Casamance vom Senegal abzusplitten und unabhängig zu machen. Dabei gibt es immer wieder mal Unruhen und Gefechte mit dem Militär. Ob ich da durchfahren kann, weiß ich vor Reisestart nicht und erfrage ich vor Ort. Deshalb habe ich auch vorab kein Visum für Guinea-Bissau beantragt, was noch weiter südlich liegt. Das Visum hoffe ich, im Konsulat in Ziguinchor, der Hauptstadt der Casamance, zu bekommen. Vielleicht gibts da dann auch 'ne Landkarte, so meine Idee.
In Guinea-Bissau war ein mehrjähriger Bürgerkrieg im Jahr 1998 beendet worden (in 2000 noch einmal kurz aufgeflammt). Die Rebellen der MFDC aus der Casamance ziehen sich immer wieder nach Guinea-Bissau zurück und haben den westlichen Grenzbereich vermint.

Interessant auf der Reise ist übrigens, dass die Amtssprache in Gambia Englisch, im Senegal Französisch und in Guinea-Bissau Portugiesisch ist. Gambia ist zu ca. 95% islamisch und der Senegal zum größten Teil ebenfalls. In Guinea-Bissau kommt noch ein guter Anteil Naturreligionen hinzu. Während meiner Reisezeit ist zufällig gerade Ramadan, was es besonders interessant macht. Ich wusste das vorher allerdings gar nicht ...
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200603. Mai 2013 · #2
Nach dieser Vorab-Info fange ich einfach mal an - diesmal beginnt der Bericht schon vor der Reise ...

Wie immer lasse ich meinen Flug durch ein Reisebüro buchen. Sollen die sich um die Transportbestimmungen für das Fahrrad kümmern. Die Mitarbeiterin im Reisebüro sagt mir dann beim nächsten Besuch, dass der Transport auf der Strecke möglich ist. Es seien auch bereits vier andere Fahrräder angemeldet. Ungewöhnlich ...
Ich entdecke bei der Suche nach einer Unterkunft im Internet einen kleinen Campingplatz, der auch feste Hütten hat. Das passt gut, denn so kann ich nach der abendlichen Ankunft meinen Krempel einfach erstmal abstellen. Ich frage, ob sie mich vom Flughafen abholen können und dabei Platz für ein Fahrrad haben. Der Besitzer antwortet mir, dass er sowieso zum Flughafen fährt und auf dem Rückweg schon vier Fahrräder transportieren muss. Da würde meines schon auch noch reinpassen. Da radeln also noch andere in Gambia rum. Ich bin neugierig, was das wohl für Leute sind ...

Das Flugzeug landet unplanmäßig in Spanien, um nochmal aufzutanken. Das erzählt man zumindest den Fluggästen. Mit etwas Verspätung kommen wir in Banjul an. Der Flughafen hier wurde mit Unterstützung der NASA seinerzeit als transatlantischer Notlandeplatz für das Space Shuttle ausgebaut. Am Flughafen wartet bereits Joe von Camping Sukuta mit einem Kleinbus. Die Fahrräder werden in der abendlichen Dunkelheit aufs Dach verfrachtet. Auf dem Campingplatz sitzen die Neuankömmlinge mit Joe erst einmal bei einem Bier zusammen und lernen sich gegenseitig kennen. Die anderen vier Radler kennen sich nämlich auch noch nicht. Es ist eine geführte Reisegruppe aus Deutschland, bestehend aus einer Reiseleiterin, einer einzelnen Frau und einem Ehepaar. Sie werden entlang der Küste in die Casamance fahren und später wieder zurück.

Am nächsten Tag radeln sie zum Eingewöhnen in Richtung Strand, laufen ein Stück dort entlang und kehren zwischendurch in eine Strandbar ein. Ich schließe mich ihnen an und bin anschließend froh, kein Reiseleiter zu sein. Ich frage mich manchmal, ob die Reiseleiterin denen morgens auch noch die Schuhe binden muss. Während die Truppe am nächsten Tag entlang der Küste gen Süden aufbricht, fahre ich nach Norden. In Banjul muss man mit der Fähre den Gambia River überqueren, der hier an der Mündung so breit ist, dass das andere Ufer nur zu erahnen ist. Am Fährterminal dann gleich die erste Herausforderung - der Fahrkartenkauf.

Vor dem Schalter für die Fahrkarten steht keine Schlange, sondern ein riesiger Pulk von Menschen drängt sich in Richtung Fahrkartenverkäufer. Mit dem Fahrrad habe ich hier keine Chance und ich schaue mich um. Eine Polizistin spricht mich an und sagt, sie passe auf mein Fahrrad auf. Ich versuche, auf einigermaßen höfliche Art zu einer Fahrkarte zu kommen, aber das ist in dem Gedränge unmöglich. Ok, wer hier mitspielen will, muss sich wohl an die Spielregeln halten. So drängle ich mich eben auch nach vorne. Hier gibt es keine Fensteröffnung, sondern eine Art waagrechte Schießscharte knapp unter Schulterhöhe, durch die die Leute das Geld reinreichen und ihre Fahrkarte bekommen. 20 Leute strecken da gleichzeitig ihre Arme rein, bekommen eine Fahrkarte zurück und ich kann bei den zusammengeknüllten und fremden Scheinen nicht erkennen, was es kostet. Es steht auch nirgendwo angeschrieben und ob das Fahrrad zusätzlich kostet, weiß ich auch nicht. Die Leute hier ordern ihre Fahrkarte auf Mandinka oder Wolof und ich verstehe kein Wort. Ich schiebe mich langsam vor die Öffnung und strecke beide Arme rein, um sie seitlich abzuspreizen und mich in voller Breite mit den Ellbogen in der "Schießscharte" zu verkeilen. Ich halte das für eine grandiose Strategie, wobei ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe. Auch ohne Mandinkakenntnisse kann ich den Unmut der Leute am Tonfall und der Lautstärke erkennen. Aber nur so kann ich nach dem Preis fragen und erklären, dass ich ein Fahrrad dabei habe und der Verkäufer auf der Innenseite kann mich nicht weiter ignorieren, weil keine anderen Arme mehr zu ihm durchkommen, an die er was verkaufen könnte. Mit einer Fahrkarte für mich und einer fürs Fahrrad komme ich zurück zur Polizistin, die mich fragt, was für eine Fahrkarte ich bekommen habe und ich zeige ihr beide. Sie nimmt wortlos eine, gibt sie einem der um eine Fahrkarte Kämpfenden, bekommt dafür das Geld und gibt es mir zurück. Sie meint, als Fußgänger mit Fahrrad reicht eine Fahrkarte und so ist es dann auch.

Auf der anderen Seite des Flusses geht es in Kürze weiter ... dann auch wieder mit ein paar Fotos ...

Gruß
Wolfgang
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521 Beiträge · seit 201104. Mai 2013 · #3
Hallo Wolfgang,

Wie schön, dass Du wieder von einer Deiner Touren berichtest!
Ich bin gespannt, was Du erlebst und an was Du uns teilhaben lässt!

Gruß,
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200604. Mai 2013 · #4
Auf der Nordseite des Flusses fahre ich die Piste in Richtung Osten. Hier irgendwo liegt übrigens der Ort Juffureh, der Heimat von Kunta Kinte, der durch den verfilmten Roman "Roots" bekannt wurde. Ob es Kunta Kinte jemals gab, ist historisch jedoch nicht einwandfrei belegt.

Die Piste auf der Nordseite des Flusses wird übrigens lieber befahren als die Asphaltstraße auf der Südseite. Diese sei nämlich so schlecht, dass die Fahrt aufgrund der Schlaglöcher dort mehr als doppelt so lange dauern soll. Ich bin schon gespannt auf den Rückweg.

Hier mal die Hauptverkehrsader des Landes auf der Nordseite des Flusses:


Es dauert nicht lange und ich komme an eine Polizeisperre. Man kontrolliert Ausweis und fragt umständlich nach allerlei Sachen und durchsucht ein bisschen. Mir ist klar, dass man ein wenig Schmiergeld von mir will. Ich tue so, als habe ich alle Zeit der Welt und nach einer Weile lassen sie mich so vorbei. Diese Erlebnisse habe ich nun fast jeden Tag, manchmal mehrfach. Die längste Polizeikontrolle dauert ca. 90 Minuten, aber ich zahle nirgendwo etwas. Mir scheint, die Polizisten warten hier seit Wochen oder Monaten auf ihr Gehalt und müssen sich selbst behelfen. Ich weiß allerdings nicht, ob es tatsächlich so ist. An manchen Polizeikontrollen fahre ich einfach vorbei, wenn die Polizisten unbewaffnet sind und kein Fahrzeug zur Verfügung steht.
Einmal findet man bei einer Kontrolle mein Pfefferspray, das ich vorsichtshalber gegen Hunde dabei habe. Man kassiert es ein, da es illegal sei und droht damit, dass ich ins Gefängnis müsse. Ein Polizist schreibt einen Bericht, was sehr interessant ist, da er von oben nach unten schreibt (ich glaube, die Wolof schreiben so). Anschließend dreht er das Blatt um 90 Grad und gibt es mir zu lesen. Astreine Schrift. Man erkennt nicht, dass es auf so eigenartige Weise geschrieben wurde. Seine Schmiergeldforderungen sind zunächst etwas "versteckt", aber da ich mich begriffsstutzig stelle, spricht er sie offen aus. Ich drohe damit, mich in der Hauptstadt über ihn zu beschweren. Könnte auch schiefgehen, funktioniert hier aber. Ich darf plötzlich gehen.


Am späten Nachmittag komme ich in eine größere Ortschaft und sehe ein Hospital mit Grünflächen zwischen den einzelnen Gebäuden. Ich frage nach, ob es eine Übernachtungsmöglichkeit im Dorf gibt oder ob ich irgendwo in der Umgebung einen sicheren Platz für mein Zelt finde. Man antwortet mir, ich solle mein Zelt doch einfach hier aufstellen. Während ich mein Zelt aufstelle, bauen die Krankenpfleger/innen Tische und Bänke auf. Als mein Zelt steht, will ich ins Dorf, um mir etwas zum Essen zu kaufen. Man fängt mich ab und bittet mich an einen Tisch. Es wird dunkel und nun darf während des Ramadan getrunken und gegessen werden. Ich bin eingeladen. Erst gibt es eine große Tasse Tee mit Milch und viel Zucker und dann wird ordentlich gespachtelt.

Als ich am nächsten Morgen mein Fahrrad startklar mache, kommt von nebenan ein Krankenpfleger aus seiner Wohnung und meint, er ginge jetzt zur Arbeit, aber ich könne seinen Wasseranschluss nutzen und solle anschließend einfach nur die Tür zuziehen. Die Menschen hier sind offenbar jedenfalls freundlicher drauf als die Polizei. Ich fülle meine Wasserflaschen auf. Das Wasser filtere ich zuvor lieber mal.
Als ich das Gelände des Hospitals verlasse, steht vor dem Eingang ein "Krankenwagen". Ein etwa Zwölfjähriger sitzt auf einem einachsigen Eselskarren. Wenn jemand krank ist und nicht mehr laufen kann, bringt er ihn ins Hospital. Leider möchte er nicht fotografiert werden.

Fortsetzung folgt ...
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200606. Mai 2013 · #6
... Irgendwo auf der Strecke sitzen ein paar junge Männer unter einem Baum und sagen mir, ich solle eine Pause machen, da ich ziemlich erschöpft aussähe. Ich setze mich zu ihnen und sie bieten mir Erdnüsse an. Die wachsen hier wie blöde wild und sie ziehen immer mal wieder einen Büschel raus. Sie fragen mich nach Wasser und ich gebe ihnen welches. Sie öffnen mir dafür in affenartiger Geschwindigkeit die Nüsse. Bis ich selbst drei Nüsse geöffnet habe, streckt mir schon wieder jemand 'ne ganze Handvoll Kerne entgegen. Die Pause zur Abkühlung tut mir gut, die Nüsse auch und die Begegnung mit den netten Leuten erst recht. Ein Pickup hält. Sie steigen auf. Ich fahre weiter.

Es gibt Momente, in denen ich denke, ich kann nicht mehr. Wenn dann ein Fußgänger entgegenkommt, den Daumen nach oben zeigt und "Yes" ruft oder ein Auto hupend entgegen kommt und alle drei Beifahrer sich bis zur Hüfte aus dem Fenster schwingen und mich anfeuern, dann ist plötzlich wieder Kraft in den Beinen und der Hintern schmerzt auch nicht mehr. Das kann man wohl nur nachvollziehen, wenn man es mal erlebt hat.

Irgendwo kommt mir ein Auto mit vier jungen Männern entgegen. Sie stoppen kurz und fragen, ob alles ok ist und wohin ich wolle. Am Nachmittag überholen sie mich auf ihrem Rückweg in Farafenni und halten an. Sie fragen mich, wo ich übernachten wolle. Es würde ja schließlich bald dunkel. Ich antworte ihnen, dass es bestimmt eine Übernachtungsmöglichkeit gäbe und sie sagen, die wäre viel zu teuer. Ich könne auch bei ihnen kostenlos auf dem Compound übernachten und das wäre ganz in der Nähe. Ich solle ihnen einfach hinterher fahren. Sie fahren entsprechend langsam, damit ich ihnen auf den sandigen Pisten folgen kann. Dort angekommen sehe ich eine Großfamilie. Vom einjährigen Kind bis zur bestimmenden Großmutter ist hier alles vertreten. Islam hin oder her - hier ist die Großmutter als Frau der Chef). Sie bieten mir einen Raum an und dafür würde extra jemand umziehen. Ich bedanke mich und baue nach kurzem Gespräch mein Zelt auf. Mein Fahrrad kommt jedoch sicherheitshalber in einen verschlossenen Raum.

Inzwischen wird es dunkel und zum Sonnenuntergang gibt es wieder Tee mit Milch und viel Zucker. Danach gibts etwas zum Essen. es gibt eine große Schale, aus der ich mit den anderen Männern esse. Statt Besteck gibt es hier Brot. Damit klappt man um die Sachen in der Schüssel herum. Das Brot ist somit gleichzeitig Besteck und Nahrungsmittel. An der Stelle wird es aber extrem schwierig für Linkshänder. Die linke Hand wird hier üblicherweise anstelle des Klopapiers verwendet. Zum Essen wird die rechte Hand verwendet. Wer hier als Linkshänder seine gewohnte linke Hand in das gemeinsame Essen führt, macht sich keine Freunde.

Die Frauen und Kinder sitzen ein Stück entfernt und essen ebenfalls aus einer gemeinsamen Schüssel. Am Abend sitze ich bis spät in die Nacht mit den Männern bei grünem Tee zusammen. Es werden immer zwei Gläser aufgebrüht. Eines davon bekomme als Gast fast immer ich, das andere wechselt reihum. Einige hier rauchen Weed oder Dagga, oder wie das Zeug hier genannt wird. Offizielle Mindeststrafe im Falle des Erwischtwerdens sind fünf Jahre Gefängnis. In der Praxis wechseln dann wohl einfach ein paar Scheine in die Taschen der Uniformierten.

Die Familie bittet mich, noch einen Tag zu bleiben und das mache ich dann auch. Am nächsten Morgen koche ich mir Wasser und die etwas älteren Kinder spielen abseits Fussball. Die so ca. 3-5 jährigen stehen vorsichtig ein paar Meter entfernt, aber der Kleinste von ihnen, vielleicht 1,5 Jahre alt, kommt völlig ohne Scheu zu mir und setzt sich neugierig direkt neben mich. Als ich meine Tasse auspacke, läuft er los und lässt sich von einer der Frauen eine Tasse geben. Dann kommt er wieder zu mir und ich mache uns beiden einen Kakao. Zum Essen habe ich gerade nichts Anderes als etwas trockenes Brot vom Vortag, aber das ist dem Dreikäsehoch egal. Er sitzt zufrieden mit seinem Kakao neben mir und mampft etwas von dem Brot in sich hinein. Einige der Frauen beobachten das Ganze amüsiert aus einiger Entfernung.

Am Vormittag begleiten mich drei junge Männer auf den Markt. später laufe ich ein wenig durch die Kleinstadt und zur Dämmerung sitze ich wieder mit den Männern beim Essen. Heute gibt es Nudeln, die ich im "Supermarkt" gekauft habe. Außerdem habe ich etwas Tee mitgebracht. Wir sitzen später auch anschließend wieder stundenlang beisammen. Ohne Tee geht es hier nicht ...

Hauptstraße in Farafenni:




Auf dem täglichen Markt von Farafenni gibt es auch Markenartikel bekannter Sportfabrikanten. 😉


Und hier noch ein paar Fotos vom Wochenmarkt außerhalb der Stadt.








Fortsetzung folgt ...
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200607. Mai 2013 · #7
Begegnungen unterwegs:







Grenzübergang nach Norden

Auf meinem Weg nach Osten biege ich irgendwann für einen Abstecher in den nördlichen Senegal nach links ab. Der Grenzübertritt ist problemlos und danach fahre ich ein wenig über Pisten durch die Dörfer. Hier ist es mit Englisch natürlich schon schwieriger und viele Menschen sprechen auch kein Französisch, sondern nur Wolof und/oder Mandinka. Irgendwo treffe ich einen Mann, der sehr gut Englisch spricht und frage ihn, wie ich zurück nach Gambia komme. Er geht mit mir durchs Dorf, um mir den Weg zu zeigen und als wir an einer Gruppe im Schatten sitzender Männer vorbeikommen, erklärt er mir zur allgemeinen Erheiterung, wie ich sie auf Wolof begrüßen muss und wie man darauf antwortet. Am Ende des Dorfes kommen wir zu einem Trampelpfad und er meint, diesen müsse ich einfach folgen und dann käme ich nach Gambia. Der Pfad führt stundenlang zwischen dornigen Büschen durch und ist sehr eng. Wird der Weg sandiger und ich muss schieben, scheuern die Packtaschen auf der einen Seite und auf der anderen Seite kratze ich meine Unterschenkel auf. Gelegentlich komme ich durch kleine Dörfer und weiß nicht, ob ich schon wieder in Gambia oder noch im Senegal bin. Hier kann ich mich mit niemandem mehr verständigen. Auf mein fragendes "Gambia?" zeigt man mir immer die Richtung an und es geht weiter über Pfade und Pisten, bis ich irgendwann die nördliche Hauptpiste in Gambia erreiche.

Dorfbrunnen am Rande der Dörfer unterwegs




Möglicherweise habe ich nun ein Problem. Ich habe einen Ausreisestempel von Gambia und einen Einreisestempel vom Senegal, bin aber ohne entsprechende Stempel für die Rückkehr wieder in Gambia, da ich auf irgendeinem Trampelpfad an unbekannter Stelle die Grenze überschritten habe. Ich fahre in die nächste Kleinstadt mit Polizeiwache und erkundige mich, aber nach Durchsicht meines Passes meint man, das wäre ok so. Nach meiner Einreise in Gambia dürfe ich 30 Tage im Land sein und es sei egal, ob ich zwischendurch das Land verlassen habe und wie ich da wieder zurück kam.



Löwe oder nicht? ...

Irgendwo in der Pampa sehe ich 50-70 Meter entfernt ein Tier laufen. Es hat diesen lässigen "schlurfenden" Gang eines Löwen, doch diese sollen sehr selten sein und nur noch viel weiter östlich vorkommen. Durch das Gestrüpp kann ich das Tier nicht so recht erkennen und rede mir ein, dass es wohl ein großer Hund sein wird. Fernab eines Dorfes klingt das allerdings auch nicht wirklich plausibel. Jetzt gibt es auf Anhieb zwei Möglichkeiten: ich radle weiter und lebe fortan jahrelang mit dem Zweifel, ob das ein Löwe war oder nicht. Alternativ könnte ich auf das Tier zugehen und Gewissheit erlangen, aber möglicherweise nicht mehr jahrelang leben. Ich entscheide mich für Variante A und erkenne erst später eine dritte Variante: wahrscheinlich hatte ich gerade eine neue Tierart entdeckt. 😉

Fortsetzung folgt ...
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195 Beiträge · seit 200907. Mai 2013 · #8
Hallo Wolfgang,

durch deine sehr spezielle Art zu reisen, auch noch allein, kommst du so intensiv mit den Menschen in Kontakt wie nur wenige. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich solche Erlebnisse so tief einprägen, dass man keine Aufzeichnungen braucht, um sich zu erinnern. Bei all den positiven Erlebnissen und der Gastfreundschaft - es ist nicht selbstverständlich, dass man so etwas unbeschadet übersteht. Für mich wäre das nichts, ich hätte einfach Schiss, dem Alltag so "hautnah" ausgeliefert zu sein. Respekt für deine Abenteuerlust und den sportlichen Einsatz (bei den Temperaturen!!) und danke, dass du uns teilhaben lässt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung deines spannenden Berichtes.

LG Ina
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200607. Mai 2013 · #9
Hallo Ina,
baobab2 schrieb:Ich kann mir gut vorstellen, dass sich solche Erlebnisse so tief einprägen, dass man keine Aufzeichnungen braucht, um sich zu erinnern. Bei all den positiven Erlebnissen und der Gastfreundschaft - es ist nicht selbstverständlich, dass man so etwas unbeschadet übersteht. Für mich wäre das nichts, ich hätte einfach Schiss, dem Alltag so "hautnah" ausgeliefert zu sein.
ich schreibe unterwegs zwar Tagebuch, aber habe das von dieser Reise auf die Schnelle nicht gefunden. Beim Anschauen der Fotos waren aber ganz viele Erlebnisse wieder ziemlich präsent. Die Namen von Ortschaften oder Menschen sind meist nicht mehr im Gedächtnis, aber eigentlich auch nicht wirklich nötig.

Das Kennenlernen des Alltags in Afrika ist für mich genau der Punkt, der das Reisen auf diesem Kontinent so interessant macht. Da erlebt man Dinge, die man vorher nur aus Büchern oder aus dem Fernsehen kannte und man erlebt es real. Man trifft jemanden auf der Straße und hockt kurz später in einer Lehmhütte ohne Fußboden. Man spricht einfach mit der Bevölkerung und nicht mit den Betreibern einer Unterkunft, die vom Tourismus leben. Dazwischen gibt es riesige Unterschiede. Ich fand das früher auch zu ungewiss, zu gefährlich oder was auch immer. Das Ungewisse und die in der Regel völlig fehlende Planung sorgt halt für die Momente, die ich inzwischen für so wichtig auf einer Reise halte. Meine interessantesten Erlebnisse entstanden vermutlich allesamt aus Zufall.

Gruß
Wolfgang
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1'674 Beiträge · seit 201207. Mai 2013 · #10
Hallo Wolfgang,

ich lese wieder fasziniert und begeistert mit.
Was mir besonders gut gefällt, neben den tollen Bildern, ist deine Art zu reisen und mit Menschen umzugehen. So wie ich es bis jetzt einschätzen kann ( ich kenne dich ja nicht persönlich) begegnest du den Menschen auf Augenhöhe und ohne jegliche Vorurteile. Das spüren die Menschen und dadurch kommst du auch zu so vielen interessanten Begegnungen.

Vielen Dank dafür

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200607. Mai 2013 · #11
take off schrieb:So wie ich es bis jetzt einschätzen kann ( ich kenne dich ja nicht persönlich) begegnest du den Menschen auf Augenhöhe und ohne jegliche Vorurteile. Das spüren die Menschen und dadurch kommst du auch zu so vielen interessanten Begegnungen.
... Vorurteile versuche ich zu vermeiden. Gelingen wird es nicht immer, aber das schafft sicherlich niemand.
Ich habe festgestellt, dass ich von den Menschen in Afrika viel lernen kann. Sie haben manchmal nie eine Schule besucht und können weder lesen noch schreiben, aber deshalb sind sie nicht blöde. Ich habe sehr intelligente Menschen kennengelernt, die aber nie die Chance bekammen, etwas daraus zu machen. Und ich habe gesehen, dass die Leute dort im "Augenblick" leben. Sie haben Spaß trotz ihrer Lebenssituation und ihrer Armut und machen sich keine Sorgen um die Zukunft. Es gibt sogar Sprachen in Afrika, die Begriffe wie "Zukunft" oder "morgen" gar nicht kennen.
Die Menschen in Deutschland haben meist alles und machen sich ständig Sorgen, es zu verlieren. Glücklicher sind die Menschen in Afrika.

Gruß
Wolfgang
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319 Beiträge · seit 201208. Mai 2013 · #12
Hallo Wolfgang,

da kommen schon Erinnerungen an meine Radreise dort hoch. Bin auch am Nordufer langegeradelt (allerdings in Dakar gestartet) und dann im Süden zurück und in die Casemance und dann wieder nach Dakar. Bin gespannt, was Du so weiter berichtest.
Was mir in der Region aufgefallen ist, daß die Frauen dort extrem farbenfroh gekleidet sind (macht sich auf den Fotos sehr gut) - farbenfroher als in Ostafrika.
Immer wieder schön, wenn man sieht, daß es auch noch andere Verrückte gibt, die in Afrika mit dem Rad unterwegs sind - unterwegs trifft man ja nie einen.

toumtoum
6'375 Beiträge · seit 201108. Mai 2013 · #13
Hoi Wolfgang

Danke für den bisher und wohl auch weiters interessanten Bericht und die 'Wau'-Fotos!!!
Weiter so!
BikeAfrica schrieb:...ich habe gesehen, dass die Leute dort im "Augenblick" leben. Sie haben Spaß trotz ihrer Lebenssituation und ihrer Armut und machen sich keine Sorgen um die Zukunft.
...
Glücklicher sind die Menschen in Afrika.
Genau das hab ich trotz deutlich weniger Kontakte zur 'normalen' Bevölkerung auch sehr bald bemerkt...wir könnten viel von diesen Menschen lernen!!!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2013
1'309 Beiträge · seit 200908. Mai 2013 · #14
Hallo Wolfgang,
wie schön, dass du einen Reisebericht schreibst! Und noch dazu einen Hochinteressanten!
Ich glaube nicht, dass ich jemals deinen Mut aufbringen würde, aber ich reise gern still und heimlich auf dem Gepäckträger mit 😉 .
Und jetzt schwatze ich mal nicht lange rum, sondern warte geduldig auf die Fortsetzung 🙂 .
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
zuletzt bearbeitet 08. Mai 2013
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200608. Mai 2013 · #15
Nenette schrieb:Ich glaube nicht, dass ich jemals deinen Mut aufbringen würde, aber ich reise gern still und heimlich auf dem Gepäckträger mit 😉 .
... da zitiere ich doch mal ein passendes Sprichwort der Malinke aus Guinea:
"Die Furcht vor der Gefahr ist schlimmer als die Gefahr selbst."

Das Reisen mit dem Fahrrad ist so unglaublich unkompliziert in Afrika. Ich war jetzt insgesamt etwa ein Jahr radelnd in Afrika unterwegs und irgendwie findet sich immer eine Lösung. Auf meiner allerersten Radtour als Schüler vom Rhein-Main-Gebiet nach Luxemburg habe ich schon etwas für alle weiteren Reisen gelernt: "Je genauer man plant, desto härter trifft einen der Zufall" (Autor unbekannt).


So, weiter gehts.


Steinkreise von Wassu

An einer Gabelung rätsele ich gerade über den richtigen Weg, als sich von einem nahegelegenen Schulgelände ein junger Mann auf dem Fahrrad nähert. Ich frage ihn, welcher Weg nach Wassu führt und er meint, ich könne mit ihm fahren; er wohne dort. Er ist Lehrer in der Schule und sein Fahrrad ist bemerkenswert. Es hat keinen Rücktritt und keine Bremsen. Er bremst, indem er einen seiner Füße von hinten auf das Vorderrad stellt. Dabei muss er aufpassen, dass seine Flip Flops nicht in hohem Bogen davonfliegen. Alle 20 Minuten halten wir an. Dann muss er mit der auf dem Gepäckträger festgeschnallten schweren Fußluftpumpe seinen Hinterreifen wieder aufpumpen. Unterwegs fragt er mich, wo ich übernachten wolle. Ich antworte ihm, dass ich mir noch eine Unterkunft suchen müsse. Daraufhin meint er, ich könne bei ihm und seiner Familie auf dem Compound schlafen. Er wohnt mit einem Bruder, seinen Eltern und dem Großvater in mehreren Hütten auf dem Compound, wo ich mein Zelt aufstellen darf. Um uns zu waschen, laufen wir einige hundert Meter durch Reisfelder zu einem kleinen Fluss. Auf meine Frage entgegnet er mir, dass es hier auch keine Krokodile gäbe.
Auf dem Compound spricht außer dem Lehrer niemand Englisch und so muss er immer zwischen Englisch und Mandinka übersetzen, damit mich seine Familie versteht und umgekehrt.
Da es hier aufgrund der idealen Brutbedingungen in den unter Wasser stehenden Reisfeldern vor Moskitos nur so wimmelt, kommt hier mein Mückenmittel zum Einsatz. Ich reibe mich ein und wecke die Neugier der Leute. Ich erkläre ihnen, dass es gegen Mückenstiche helfen soll und sie sind begeistert. Was es nicht alles gibt ...
Jetzt wollen sie es auch alle mal ausprobieren und die Flasche macht die Runde.
Auf dem Weg zur Schule macht der Lehrer am nächsten Morgen einen Umweg und begleitet mich zu den Steinkreisen von Wassu. Das ist so eine Art "Stonehenge in klein".


Begegnungen unterwegs. Hier wäre jetzt mein Tagebuch hilfreich, denn an diese beiden Begegnungen kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Ich weiß nur noch, dass einer der beiden Männer gut Deutsch sprach, weil er einige Zeit in Deutschland studierte. Er beschrieb mir seinen ersten Eindruck beim Landeanflug nach Deutschland. Er staunte über den vielen weißen Sand. Später staunte er dann über die Kälte und merkte, dass der Sand eigentlich Schnee war. Sowas kannte er natürlich nicht.






Straße im Süden

Bei Janjanbureh wechsle ich auf die Südseite des Gambia Rivers und fahre wieder nach Westen Richtung Küste. Die ca 300 km lange Asphaltstraße ist die mit deutlichem Abstand schlechteste Straße, die ich in Afrika bis heute gesehen habe. Die Schlaglöcher sind größer als das, was vom Asphalt übrig ist. Manchmal kann ich Slalom zwischen den Löchern fahren und manchmal nicht, weil das Stück Asphalt zwischen zwei Löchern gerade noch so breit ist wie mein Fahrradreifen. Die Löcher sind aber teilweise 30 cm tief. Die Autos fahren links und rechts der Straße. Gras und Gebüsch wächst hier längst nicht mehr. Manchmal ist es auch für mich besser, neben der Straße zu fahren.

Fortsetzung folgt ...
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Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200608. Mai 2013 · #16
picco schrieb:
BikeAfrica schrieb:...ich habe gesehen, dass die Leute dort im "Augenblick" leben. Sie haben Spaß trotz ihrer Lebenssituation und ihrer Armut und machen sich keine Sorgen um die Zukunft.
...
Glücklicher sind die Menschen in Afrika.
Genau das hab ich trotz deutlich weniger Kontakte zur 'normalen' Bevölkerung auch sehr bald bemerkt...wir könnten viel von diesen Menschen lernen!!!
... ganz besonders von diesem hier:
Ich war 2003 in Kenya. Dort erzählte mir der Nachtwächter eines Campingplatzes, dass die Regierung die Schulgebühren abgeschafft hätte (oder abschaffen wolle - weiß ich nicht mehr genau).
2004 passierte dann die folgende Geschichte:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/aeltester-schueler-der-welt-88-jaehriger-besucht-vierte-klasse-a-578376.html
http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/aeltester-schueler-der-welt-88-jaehriger-besucht-vierte-klasse-a-578376-2.html
http://www.spiegel.de/schulspiegel/erstklaessler-mit-84-aeltester-grundschueler-der-welt-wuenscht-sich-ein-hoergeraet-a-323920.html
http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/kenia-aeltester-grundschueler-der-welt-gestorben-a-643212.html

Hat nichts mit dem Reisebericht zu tun und deshalb bitte auch keine Kommtentare dazu in diesem Thread (ggf. bitte neuen aufmachen), aber ich finde, das sollte man einfach mal gelesen haben, wenn man die Probleme Afrikas auch nur ansatzweise begreifen möchte.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 08. Mai 2013
Themenstarter7'299 Beiträge · seit 200610. Mai 2013 · #17
Casamance

Ich fahre in Richtung Casamance und frage unterwegs einen Polizisten, wie die Sicherheitslage aufgrund der Aktivitäten der MFDC dort gerade ist. An der Grenze frage ich ebenfalls nach. Beide Male erzählt man mir, dass es derzeit ruhig ist und ich passiere die Grenze auf dem Weg nach Süden, um die Hauptstadt Ziguinchor zu erreichen. Gelegentlich gibt es kleine Militärcamps entlang der Straße, aber die Leute wirken völlig entspannt. Da die MFDC bei ihren Aktionen zudem darauf achtet, dass keine unbeteiligten Touristen in Mitleidenschaft gezogen werden, scheint mir eine Fahrt durch die Casamance unproblematisch. Ohne größere Geschichten nun einfach mal ein paar Fotos von Eindrücken und Begegnungen unterwegs. Von Ziguinchor dann wieder mehr Text ...

Mit Sand gefüllte Sardinenbüchsen sind das vermutlich einzige Spielzeug dieser Kinder. Und sie sind stolz darauf ...




Wegweiser in einer Kleinstadt


Ein aus flachgeklopften Fässern gebauter Schuppen


In einer kleinen Kaschemme mache ich kurze Mittagspause. Während mein Fahrrad gelangweilt an der Tür steht, stille ich meinen Wissensdurst und probiere das erste Bier des Senegals. Davor hält ein Bus und ich beobachte das geschäftige Treiben einiger Händler, die mit ihren Waren an den Bus gelaufen kommen und sie durchs Fenster verkaufen.


Anschließend fotografiere ich noch einige Kinder, die sich meist sehr darüber freuen. Dieser Junge hier ist besonders stolz, das Hauptmotiv zu sein. Er verkauft grünen Tee, der hier und in Gambia traditionell immer in einer kleinen Kanne aufgebrüht wird. Dann wird ein Teeglas aufgefüllt und aus zunehmender Höhe in ein zweites gegossen. Das wird mehrere Male wiederholt, wobei der Tee etwas zu schäumen beginnt. Nach einigen Durchgängen sind beide Gläser einigermaßen voll. 😉








Dieses Foto erinnert mich immer an die Daltons ... 😉


Dieses Foto hat eine missglückte Idee als Grundlage. Damit ich die Kinder nicht von oben fotografiere, gehe ich in die Hocke. Die Kinder machen es mir umgehend nach und sorgen dafür, dass die Perspektive praktisch unverändert bleibt. 😉


Am Wochenende gehts weiter ...
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
521 Beiträge · seit 201111. Mai 2013 · #18
Servus Wolfgang,

super Bild von den Daltons 😉

Im Ernst, Du schreibst so spannend und lieferst uns Tolle Bilder und noch dazu Hintergrundinformationen, Artikel und Einblicke in eine fremde Welt. Danke Dir dafür. Ich finde es gant toll, dass Du Dir die ganze Mühe hast.

Schreib schnell weiter... 😛

Grüße,
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
319 Beiträge · seit 201211. Mai 2013 · #19
Hallo Wolfgang,

tolle Bilder. Ich habe in Senegal und Gambia auch wahnsinnig viele Fotos von den Menschen dort machen können - in Ostafrika ist es da etwas schwieriger. Die Casemance hat mit sehr gut gefallen. Dort gibt es Unterkünfte die von der Dorfcommunity betriebn werden - traumhaft schöne Abende - kein Strom, bei der Hausarbeit singende Frauen, alles sehr entspannt und sehr sauber (was sonst in Senegal/Gambia nicht unbedingt der fall ist).
Irgendwie war die Casemance anders als Senegal. Mein einziges Problem war, daß ich kein Französisch spreche - das hat mich oftmals geärgert, weil sich die Menschen gerne intensiv mit mir unterhalten hätten. So konnte ich oftmals keine Details nachfragen.

Wirklich schöner Bericht und tolle Fotos - und um ganz ehrlich zu sein, dort spüre ich das richtige Afrika.

toumtoum
8'057 Beiträge · seit 200811. Mai 2013 · #20
Hallo Wolfgang,

Ich bin endlich auch noch dabei! 🙂

Die Bilder von der Bevölkerung finde ich wieder klasse. 🤪

Freue mich natürlich auf die Fortsetzung.

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}