THEMA: Namibia zum ersten - Time does not matter
12 Jun 2019 13:37 #558632
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  • HMEMK am 12 Jun 2019 13:37
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Angst haben muss man aus meiner Sicht nicht. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass Menschen dort betteln. In Lüderitz hatten wir das auch. Dort in Uis waren die Männer sehr aufdringlich. Das ist unangenehm, aber vermutlich so noch nicht gefährlich.

Eine Mischung aus freundlichem ablehnen und dann konsequent deutlich "nein" sagen und ggf. ignorieren hilft i.d.R. eigentlich ganz gut. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, einfach weiter gehen. Die meisten hören dann auch schon auf damit. Meine Frau ist auch eher klein und zierlich als groß und stark und hatte auch alleine auf dem Weg zur Toilette jede Situation gemeistert, wo ich mal nicht dabei war.
Wenn man sich da nicht großartig in Gespräche verwickeln lässt, kommt man sehr gut klar. Also auf keinen Fall zu viele Gedanken machen, das ist wirklich nicht nötig.

Ich gehe in meinen Beiträgen gerne bewusst auf solche kleinen Vorfälle und Probleme ein, die in anderen Berichten gar nicht erst auftauchen, um anderen Ersttätern unseren Weg zu zeigen, wie wir das Problem gelöst haben. Vielleicht gibt es dem ein oder anderen etwas Sicherheit und ein besseres Gefühl. Ich hoffe, es macht am Ende nicht den Eindruck, dass wir nur Probleme und Unannehmlichkeiten im Urlaub hatten :D.
Letzte Änderung: 12 Jun 2019 13:40 von HMEMK.
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14 Jun 2019 13:33 #558835
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In aller Früh klingelte heute für uns der Wecker zum Elephant Tracking. Es war noch recht frisch auf dem Berg, einen Pulli konnte man gut tragen.
Das Tracking selbst ist als halbtags Tour angegeben und man ist eigentlich nach dem Mittagssnack, welcher unterwegs serviert wird, wieder im Camp. Getränke sind ebenfalls während der gesamten Fahrt enthalten. Wir sind dann nach dem Frühstück mit einem Guide namens Action und einem Tracker, von dem mir leider der Name gerade nicht einfällt, los gefahren. Weitere Buchungen für die Tour gab es nicht, obwohl die Lodge voll gebucht war. Ich war echt gespannt, was man uns jetzt für etwa 100€ pro Person bietet und bin etwas skeptisch an die Sache herangetreten, auch weil man ja oft was negatives liest.
Die Elefanten waren zu dem Zeitpunkt allerdings so gar nicht in der Gegend. Wir hatten also ca. 45 Minuten High-Speed-Anfahrt vor uns, um in das Gebiet zu kommen, wo die Elefanten zuletzt gesehen wurden.
Die Giraffen vom Vortag waren wieder zur Stelle :).


Als wir dann endlich in der Gegend waren, wo die Elefanten zuletzt gesehen wurden, fingen wir an, sämtliche Wasserstellen anzufahren. Wir haben dann festgestellt, dass der Name von unserem Guide nicht unbedingt Programm ist. Er war recht Wortkarg und hat nicht viel erzählt. Selbst wenn man keine Elefanten findet, könnte er einem ja zumindest mal etwas über die restliche Natur oder die Region erzählen. Das war leider alles nicht der Fall.
Wir haben an keinem Wasserloch Elefanten gesehen und die Spuren, die der Tracker gefunden hat, waren meist schon etwas älter. Nach etwa 2 Stunden ist dann der Tracker dann ausgestiegen um zu Fuß weiteren Spuren zu folgen, welche mit dem Auto nicht mehr erreichbar waren, da sie über einen kleinen Berg gingen.
Der Wortkarge Guide ist dann mit uns weitere optionale Wasserstellen angefahren und hier und da hat er auch mal was erzählt, so langsam war er etwas aufgetaut. Viele Tiere sieht man allerdings auf dieser Tour leider auch nicht. Hier und da mal eine Antilope. Das mag aber auch an der Region gelegen haben, in der wir gerade unterwegs waren.
Wir hatten zu dem Tracker dann immer wieder Funkkontakt, gefunden hatte er aber noch nichts. Er ist allerdings der Fährte weiter gefolgt. Als dann 5-6 Stunden rum waren, hatten wir die Hoffnung auf die Wüstenelefanten fast aufgegeben, schließlich war die Tour ja regulär irgendwann auch zu Ende. Den Guide und den Tracker hatte aber offenbar der Ehrgeiz gepackt und es ging immer weiter :D.
Schon weit nach Mittag kam dann irgendwann die Meldung, er hat sie! Allerdings an einer Stelle, die wir mit dem Auto nicht erreichen konnten. Wir waren erstaunt, dass der Tracker stundenlang mit einer kleinen Flasche Wasser und etliche Kilometer in diesem Gelände bei riesiger Hitze zu Fuß unterwegs war, das hat Respekt verdient! Wir sind dann so weit ins Gelände gefahren, wie das Auto es hergegeben hat, mussten dann noch einen Fußmarsch nachlegen. Wir sind dann noch etwa 20 Minuten über Berge und durch Sträucher gekraxelt. Der Schweiß lief einem bei dieser Bullenhitze durchs Gesicht und wenn man die Augen öffnete hat man nur noch Schwarz gesehen, weil uns die aufdringlichen Fliegenmassen belagerten (ich habe noch nie so viele Fliegen gesehen). Als wir dann auf einem Felsen auf einem Berg standen, konnten wir sie in einiger Entfernung sehen :woohoo: . Eine weit verstreute Herde von etwa 50 Tieren mit Kälbern und allem was dazu gehört. Wir hatten keine besonders tolle Fotoposition, aber das war egal. Wir konnten die Wüstenelefanten bei ihrem Treiben mitten in den Bergen auf einem Hang beobachten und viel mehr sehen, als die Fotos her geben. Das war die Entschädigung für alles, was vorher vielleicht nicht so gut lief :). Wer kann schließlich in seinem Leben schon behaupten, Wüstenelefanten gesehen zu haben?
Weitere Annäherungen wären nicht ratsam gewesen, da die Tiere laut Guide schnell aggressiv werden, weil sie durch den ständigen Wassermangel eigentlich immer Stress ausgesetzt sind - und Kälber waren auch dabei.







Nach einer halben Stunde wurden wir dann gefragt, ob wir bereit für die Rückfahrt sind. Einerseits wäre ich am liebsten geblieben, andererseits waren die penetranten Fliegen unerträglich und die Wasservorräte gingen auch zu neige.

Man konnte dem Guide und dem Tracker anmerken, dass sie sehr erleichtert waren, die Stimmung war viel lockerer als vorher. Wir haben auch noch einen weiteren Stop eingelegt um den Mittagssnack zu uns zu nehmen. Kleine Häppchen und eine kalte Cola, alles lecker, da gab es nichts zu meckern.

Und dann ging es die 45 Minuten wieder zurück zur Lodge. Es war mittlerweile schon später Nachmittag, wir hatten die reguläre Zeit um einige Stunden überschritten. Aber es hat sich gelohnt und war uns natürlich recht.

Fazit zu der Tour: Wenn man Elefanten findet: TOP. Wenn man keine findet: FLOP. Lotto macht auch nur Spaß wenn man gewinnt - garantiert wird hier nichts. Vielleicht gibt es aber auch den ein oder anderen Guide, der da mehr zu bieten hat. Ich glaube man kann mit dieser Tour einfach Glück und eben auch Pech haben. So ist es in der Natur :)

Wir waren dann aber auch froh, dass wir uns noch Abkühlung an Bar und Pool verschaffen konnten.


Am Abend gab es wieder leckeres Essen. Die Küche dort ist recht einfach, keine besonders ausgefallenen Gerichte, dafür aber um so besser zubereitet. Geschmacklich war es hier wirklich überragend - und der Wein schmeckte auch! Wir hatten noch gehofft, dass es wieder eine Gesangseinlage gibt, diese blieb leider aber aus. Einen Cocktail an der Bar später sind wir dann wieder zu unserem Zimmer gewandert. Heute durften wir alleine gehen :laugh: . Erschöpft vom Tag sind wir trotz der riesigen Vorfreude auf den Etosha schnell eingeschlafen :). Am nächsten Morgen ging es für uns zum Dolomite Camp!
Letzte Änderung: 14 Jun 2019 13:42 von HMEMK.
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14 Jun 2019 17:48 #558871
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Vielen Dank für diese sehr anschauliche Beschreibung der Tour!
Schön, dass ihr am Ende doch noch die Wüstenelefanten gesehen habt! Und dann auch noch so viele und ohne Auto! Toll!
Ich werde das mal für meine Reise im Hinterkopf behalten... Auch das mit den Fliegen :silly:

Hast du eine Idee, wo ihr da unterwegs gewesen seid?
Gruß,
Tanja
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Kanada 2018
Namibia.. Bald...
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18 Jun 2019 10:05 #559275
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Wir sind die C40 nach Osten in Richtung Kamanjab und dann irgendwo auf halber Strecke nach Norden in das Gelände eingebogen. Die Straßen sind nicht verzeichnet. Es gibt eine App mit dem Namen Geo Tracker die ich wärmstens empfehlen kann, wenn man bereit ist diese Daten preis zu geben. Diese App lief bei meiner Frau auf dem Handy und erstellt ein Bewegungsprofil. So weiß man immer wann man wo gewesen ist (ich habe leider gerade nur kein Zugriff drauf).
Man weiß dann punktgenau welche Route die Bootstour fährt und sieht auch genau wo der Gamedrive lang ging. Das ist echt spannend und oft hilfreich!
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18 Jun 2019 11:51 #559285
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Vorbei war mehr als die Hälfte des Urlaubs, damit aber auch die Zeit der großen Tagesetappen. Nicht mal 200 km mussten wir heute für die Fahrt zum staatlichen Dolomite Camp hinter uns bringen. Das war entspannt und angenehm und nach den ständigen langen Touren auch herzlich Willkommen. Zudem kommt heute ein Tag, bei dem es wenig Bilder zu zeigen und aber dafür den ein oder anderen unvergesslichen Afrika-Momente zu berichten gibt, für welche wir diese Region so lieben.
Morgens sind wir entspannt aufgestanden und haben in aller Ruhe gefrühstückt. Stress hatten wir keinen bei dieser kurzen Route zum Dolomite. Trotzdem wollten wir nicht zu spät los kommen, da wir ja auch gerne möglichst viel im Etosha sehen wollten.

Runter vom Berg wurden wir vom Pförtner heran gewunken. Er fragte mich in welche Richtung wir fahren müssen.. ohne zu kapieren was er von mir wollte habe ich gesagt, dass wir zum Dolomite wollen. Er hat dann super nett gefragt, ob wir vielleicht jemanden mit nehmen könnten, sein Kollege müsste sonst diese 50km zu Fuß laufen :unsure: . Ich musste nicht eine Sekunde zögern und habe die Rückbank freigeräumt und den kleinen Blaumann, von dem wir den Namen bis zum Ende nicht verstanden hatten, direkt eingeladen. Es war der PKW Mechaniker der Lodge, der sich um die Gamedrive Fahrzeuge kümmert. Endlich hatte ich meinen Anhalter an Bord :woohoo: - und das sogar aus vertrauenswürdigen Verhältnissen, ohne dabei ein Risiko einzugehen.
Wir haben dann eine Stunde wirklich nett mit dem Herren über Gott und die Welt geplaudert, so gut es ging. Leider in etwas gebrochenem und oft schlecht verständlichem Englisch. Uns war vorher gar nicht so klar, dass die einheimischen Völker (in diesem Fall Damara) gar nicht unbedingt Englisch sprechen, obwohl das eigentlich nur logisch ist. Schulbildung ist oft schwer zugänglich und untereinander wird eben kein Englisch gesprochen. Der nicht vorhandene Kontakt zu Touristen gibt dann sein übriges. Dennoch hatte ich mir genau diesen Kontakt mit Einheimischen immer gewünscht, denn näher kommt man einfach nicht ran und irgendwie hat es mit der Verständigung ja auch geklappt. Er hat erzählt, dass er immer 6 Wochen arbeitet und dann 2 Wochen frei hat, dass er Vater von 4 Kindern ist, wie lange er schon dort arbeitet usw. usw.. Auf die Frage ob es grundsätzlich OK ist, Anhalter mitzunehmen, sagte er ausdrücklich "no". Zu gefährlich wäre das. Und das sagt er, obwohl er sich selbst nur per Anhalter fortbewegt. :(
Am Ende habe ich ihn darum gebeten, mir ein Wort auf Damara beizubringen, bei dem ein Klicklaut enthalten ist. Meine absolute Unfähigkeit war wohl so amüsant, dass der Kollege auf der Rückbank sich vor Lachen nicht wieder einkriegen konnte und so hatten wir alle unseren Spaß :lol: . Am Ende haben wir uns auf ein Wort ohne Klicklaut geeinigt, was ich wohl nie wieder vergessen werde: Matisa. Das bedeutet soweit ich weiß so viel wie "Hallo, wie geht es dir?" und stellt eine freundliche Anrede dar.
Auf dem Weg nach Kamanjab haben wir den Herren dann in einem Dorf abgeladen. Ein leicht beklemmendes Gefühl, zu sehen wie er in sein Dorf aus Wellblechhütten stiefelte. Es handelte sich noch um ein besser ausgestattetes Dorf. Zumindest eine Art Krankenhaus (ebenfalls aus Wellblech) und ein Supermarkt gab es dort (ich habe das Gebäude bei Google Maps gefunden: -19.687436, 14.314085 (kann in der Google Maps Suche eingegeben werden, wer Lust dazu hat). Von oben sieht es dort viel besser aus, als im Seitenprofil :unsure:

In Kamanjab wollten wir dann noch die Gelegenheit zum Tanken nutzen. An der Tankstelle war wieder viel Fußgänger Betrieb. Die Shell Mitarbeiterin malte mir noch irgendwelche Schriftzeichen auf die verstaube Heckscheibe, meine Frau nutzte die Zeit für einen Toilettengang und ich unterhielt mich am Fenster mit einem netten jungen Mann, der fragte wie wir heißen und dass er auch eine Oma mit deutschem Namen hat. Als meine Frau dann zurück war. Präsentierte er mir die fertig geschnitzten Palmnüsse mit unseren Namen. Mist! Schon wieder darauf reingefallen. Ich habe ihm nett beigebracht, dass wir kein Interesse an den Nüssen haben und damit war es dann auch gut, etwas enttäuscht zog er weiter.

Jetzt ging es auf die letzten Meter zum Etosha. Am Gate mussten wir noch schnell die Formalitäten hinter uns bringen und das Permit bezahlen. Ich hatte gehofft, ich finde noch einen Geldautomat. Seit Tagen hatten wir keinen mehr gesehen und ich hatte nur noch ca. 1500N$ dabei. Am Gate sagte mir dann die Dame, dass nur eine Barzahlung möglich ist und es im Park kein Automaten gibt. Toll, damit wäre ich fast ohne Bargeld in den Etosha gefahren. Ihr fiel dann zum Glück noch ein, dass ich die Zahlung auch per Karte im Okaukuejo leisten kann. Glück gehabt. Viel Geld war es trotzdem nicht, wenn man annimmt man kann irgendwo nicht mit Karte bezahlen und innerhalb der nächsten 6 Nächte gab es dann wohl keine weitere Option. Es hat am Ende gereicht weil wir glücklicherweise überall mit Karte zahlen konnten :).

Dann waren wir im Etosha und wurden von wunderschönen Hartmann-Bergzebras begrüßt.




Wir sind langsam weiter zum Camp gefahren, hatten aber jetzt in der doch größer werdenden Hitze nicht viele besondere Begegnungen.


Die Straße im Etosha war schrecklich. Schrecklicher als jede Gravelroad im Rest des Landes, den wir gesehen hatten. Beim Camp nach doch längerer Fahrzeit, als gedacht, angekommen musste man unten beim Parkplatz Hupen, damit einen das Shuttle die letzten Meter zu der Rezeption und dann zum Zimmer fährt. Das hat gut geklappt und schnell waren wir in unserem schönen "Zelt".
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, haben wir den ersten Nachmittag wieder am Pool verbracht und nett mit zwei Südafrikanern geplaudert, die ihren Hochzeitstag dort verbracht haben. Hier haben wir auch für die nächsten Tage einige wertvolle Tipps erhalten und wurden gleich mal auf das deutlich bessere Zimmer in der "Deluxe" Ausführung hingewiesen. Ich hatte ja gedacht, man braucht das nicht. Aber einen eigenen Pool und ein eigenes Wasserloch wissen zu überzeugen. Ein Upgrade war leider nicht mehr möglich, da alle anderen Zimmer in der Kategorie für die nächsten zwei Nächte gebucht waren. Schade! Aber schlecht war unser Zimmer natürlich auch nicht. Später Nachmittags haben wir dann am Pool auch noch ein Schweizer Pärchen kennen gelernt, mit denen wir - so der Zufall will - viel Zeit im weiteren Urlaubsverlauf verbracht haben...

Zum Camp:
Das Abendessen im Dolomite war sehr mäßig bis schlecht. Die Instandhaltung des gesamten Camps war auch nicht besonders toll. Das Personal war nicht besonders freundlich und auch nicht gut geschult. Beim Schlussfazit gehe ich gerne noch genauer darauf ein :).
Aber: Der Pool im Dolomite Camp war der schönste und angenehmste der Reise!


Nach dem Abendessen haben wir noch mit den Schweizern an der Bar geplaudert.. wollten aber zeitig zum Schlafen, da wir am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück auf die Piste wollten. Uhrzeiten für Gateöffnungen oder so was gibt es nicht zu berücksichtigen, da das Camp keinen Zaun besitzt :).
Letzte Änderung: 18 Jun 2019 12:03 von HMEMK.
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19 Jun 2019 10:44 #559403
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Wir waren heute morgen die ersten beim Frühstück. Sehr pünktlich, aber innerhalb der vorgegebenen Zeit. Das Frühstück war noch abgedeckt, der große Toaster noch nicht in Betrieb. Personal? Nicht zu finden. Wir haben dann erst mal den defekten Toaster instand gesetzt. Der funktionierte nämlich nur wenn man den Schalter in Mittelstellung einklemmt. Dann haben wir die Tabletts mit Käse und Wurst von Folie befreit und die ersten Toasts aufs Band geschmissen.
Zu trinken gab es nur diesen extrem Süßen O-Saft, welchen man in Namibia in jeder Unterkunft zum Frühstück bekommt. Verdünnt mit viel Wasser, schmeckt aber auch dieser. Wasser? Genau so wenig zu finden wie Personal. Als dann draußen eine Mitarbeiterin vorbei huschte, bin ich schnell hinterher und bat um Wasser und eine Tasse Kaffee. Ich bekam einen nicht besonders schmackhaften Kaffee und ein Glas Wasser, vermutlich aus dem Kran. Nach den Magenproblemen, die wir bis jetzt hatten, sollte uns das aber nicht mehr umhauen.
Nach dem sehr spärlichen Frühstück sind wir dann zum Auto gegangen und los gefahren. Direkt neben dem Camp liegt ein Wasserloch, welches wir zuerst angefahren haben. Hier war kurz nach Sonnenaufgang schon erster Besuch.





Mehr als die beiden Giraffen und einigen Erdmännchen waren aber noch nicht an diesem Wasserloch zu Gast. Wir hatten uns am Tag zuvor am Gate noch eine Karte für den Etosha gekauft (unbedingt erforderlich, ohne findet man sich nicht zurecht, da die Beschilderung im Park oft nicht lesbar ist!) und wollten diesen Vormittag eine Runde zu sämtlichen Wasserlöchern fahren.
Auf dem Weg zum zweiten Wasserloch brüllte meine Frau plötzlich "NAßHOЯN!". Ich bin dann vor Schreck vielleicht etwas zu schnell in die Eisen gegangen. Habe dann den Rückwärtseingang eingelegt und das NaßhoЯn direkt neben uns am Straßenrand, kaum Sichtbar im Gebüsch, gesehen. Leider ist es direkt umgedreht und abgehauen, ein Foto ist mir trotzdem gelungen :)


Gerade erst unterwegs und schon so ein Glück? Das kann ja nur super werden! Es blieb auch super. Kurze Zeit später lief ein Honigdachs über die Straße. Dieser verschwand leider wirklich zu schnell wieder im Gebüsch. Ein Foto existiert nicht, aber wir können einen Haken auf unserer Spottinglist machen :woohoo: .

Auf dem Weg zum Wasserloch haben wir immer mal weider alle möglichen Kleintiere und auch Antilopen sehen können. Man konnte aber auch eindeutig merken, dass die Tiervielfalt im Speckmantel der Wasserlöcher deutlich anstieg.




Interessante Hörner :)




und schließlich hatten wir das zweite Wasserloch erreicht. Hier war schon gut was los, inklusive einiger Jungtiere :)









Weiterhin war sehr auffällig, dass zwischen den Wasserlöchern sehr wenig Betrieb ist. Es ist völlig anders und kein Vergleich zu unserem Urlaub aus dem Vorjahr im Krüger, wo der Regen im Vergleich so viel ergiebiger ist.







nach einiger Fahrtzeit hatten wir dann auch das dritte Wasserloch erreicht und uns zuerst über die Eland Antilopen gefreut. Auch viele Zebras, Gnus und Springböcke waren zu Besuch.


Als wir schon einige Minuten am Wasserloch waren und mein Blick über das Wasserloch und die Gegend schweifte, sah ich plötzlich etwas direkt neben einer Wasserstelle liegen. Sind das Löwen? Und wie! :woohoo: Wie zum Teufel konnte man diese so lange übersehen?




Auch ein humpelnder, vermutlich mal stärker am Kopf, verletzter junger männlicher Löwe war dabei. Er hatte mit seiner rechten Körperhälfte zu kämpfen. Es handelte sich bei den vier dort liegenden Löwen wohl um Geschwister. 3 Männchen und 1 Weibchen.


Die vier sind dann irgendwann, unter voller Aufmerksamkeit aller anderen Tiere, langsam weg von dem Wasserloch unter ca. 200m entfernte Bäume gewandert. Dann kamen auch die Eltern aus dem Hintergrund, die wir vorher noch gar nicht gesehen hatten.




Wir haben dieses Treiben gespannt verfolgt. Der Vater ging auf seinen beschränkten Sohn zu, der alleine unter einem anderen Baum lag, und kuschelte mit ihm. Das Sozialverhalten in so einem Rudel ist schon spannend. Man versucht, alles Mögliche in das Verhalten zu interpretieren :).


Als dann alle Löwen unter ihren Bäumen verstaut waren, haben wir uns irgendwann von dieser spannenden Sichtung getrennt :). Auf geht's zum nächsten Wasserloch. Dieses mal hat es nicht so lange gedauert, war aber auch um einiges offensichtlicher. Eine einzelne Löwin und weitere Tiere








Zum Abschluss sind wir noch mal zum Wasserloch direkt neben der Lodge gefahren, hier war etwas mehr Betrieb als am Morgen. Vor allem ein Zebra mit einem wohl erst wenige Tage alten Jungtier hatte es uns angetan.




Passend zur großen Nachmittagshitze sind wir dann wieder an den Pool gegangen. Auch die Schweizer waren wieder da und haben von einigen spannenden Sichtungen berichtet. Ein rundum gelungener Tag und es sollte noch besser werden..

Zum Abend hatten wir noch einen Nightdrive gebucht. Dieser startete direkt nach dem Abendessen, welches für die Gäste, die gebucht hatten, vorgezogen wurde. Das Abendessen war etwas besser als gestern, aber immer noch maximal eine 4 nach Schulnoten. Wir sind dann, weil so viele Leute schon beim Essen waren, zügig zum Startpunkt gegangen (als hätten wir es geahnt) und haben den Wagen bestiegen. Mit einigen Minuten Verspätung kam dann irgendwann der Guide. Ein junges deutsches Pärchen stand neben dem Wagen, denn dieser war voll. Wir haben dann die Diskussion mitbekommen von dem wirklich zurecht angefressenen Pärchen, da es ihr einziger gebuchter Drive und auch noch der letzte Tag für sie im Etosha war. Am Ende mussten sie natürlich trotzdem stehen bleiben.
Wir wollten dann zu einem Wasserloch in der nähe der Lodge fahren und so ca. 10-15 Minuten Fahrtzeit später waren wir angekommen. Der Guide merkte anhand des Verhaltens der massenhaft anwesenden Springböcke sofort, dass irgendetwas nicht stimmt und vermutete Angreifer in der Nähe, die wir aber nicht sehen konnten.
Diese kleine African Wildcat war sicher nicht der Grund.


..und dann haben wir plötzlich Augen hinter einigen Sträuchern im Hintergrund gesehen. Die roten Augen, haben wir gelernt, sind die bösen Augen :laugh: .
Das, was wir jetzt in der nächsten Stunde gesehen haben, lässt sich nicht beschreiben. Wir waren live dabei wie ein Rudel Löwen nur ca 50-100m von uns entfernt Springböcke gejagt hat und dabei auch erfolgreich war. Wir konnten sehen, wie der Springbock getötet, geteilt und gefressen wurde. Auch hier wieder eine eindeutige soziale Rangfolge zu erkennen, die Jungtiere waren erst zum Schluss an der Reihe. Leider ist es natürlich im dunkeln nicht so leicht, Fotos zu machen. Deshalb existieren kaum brauchbare Bilder. Zum Teilen der Beute hatten die Löwen den Springbock hinter ein Stück Holz gezogen.




Es war faszinierend, wie schnell sich sehr viele Schakale um das Geschehen versammelten. Man merkt, dass diese wittern können, was dort passiert ist. Der Springbock war allerdings schnell gefressen und die Damen mussten erst mal ihren Durst löschen, bevor sie das zweite mal jagen gehen, damit alle satt werden.


Zwischenzeitlich hatte der Guide gefragt, ob wir noch woanders hin wollen oder dort bleiben möchten. Natürlich wollte jeder abwarten, mehr kann man schließlich fast gar nicht erleben auf so einem Drive. Zwischenzeitlich war auch ein zweites Fahrzeug zu uns gestoßen. In dem Fahrzeug saß das deutsche Pärchen, sie hatten wohl ausreichend lange auf den Drive bestanden :D. Das spannendste hatten sie allerdings verpasst.

Als dann unsere Zeit vorüber war und wir zurück zum Camp wollten, sprang das Auto nicht an. Eindeutig Batterie Probleme. Na toll, aber zum Glück war der zweite Wagen noch gekommen, dachte ich. Natürlich hatte dann aber keiner der Fahrzeuge ein Überbrückungskabel dabei.. und jetzt?

Es kam, wie es kommen musste. Am Ende habe ich mit einem weiteren Gast und dem einen Guide aus dem anderen Fahrzeug (unser saß am Steuer) mitten vor dem Wasserloch in völliger Dunkelheit, wissentlich dass keine 100 m weiter ein noch hungriges Rudel Löwen liegt, das Auto angeschoben, bis es dann angesprungen ist.. Mehr Adrenalin geht nicht :D.
Ich weiß nicht, wie riskant das in so einem Moment tatsächlich ist. Aber man hört ja immer wieder diese schlimmen Geschichten, dass etwas passiert. Es gab in dem Moment aber irgendwie keine andere Option und wir lachen natürlich jetzt darüber.

Zurück beim Camp konnte ich das dringend benötigte Feierabendbier leider nicht mehr an der Bar bekommen, diese war schon zu. Gott sei dank hatten wir noch was im Vorrat im Kühlschrank im Zelt, mit dem ich mich zum Verarbeiten dieses aufregenden Tages noch auf den "Balkon" der Terasse setzen konnte.

Für diesen Tag gibt es nur ein Wort: unglaublich!
Letzte Änderung: 19 Jun 2019 11:04 von HMEMK.
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