mika1606663 Beiträge · seit 201611. Juli 2018 · #41
Hallo La Leona,
Als fleissiger Mitleser meinen ganz herzlichen Dank für den tollen RB, die schönen Fotos und natürlich die vielen "kleinen" Tipps.
Mich interessiert Dein Bericht aus 2 Gründen:
1. Wir waren im November 2017 für 5 Tage in der Region einschl. 2 Ü im Camp Syncro bei Sarah und Ryan (Selfcatering Bungalow).
2. Planen für für Juni 2020 einen erneuten Aufenthalt - dann mit "Abstecher" ins Hartmann's Valley
Bei meiner beginnenden Planung beschäftigt mich - sicherlich nicht ganz überraschend 😉 - wie das mit dem benötigten Diesel klappt. Wir werden ein Auto mit 2 Tanks und ca. 140 l Diesel mieten.
Danke vorab für Deine Erfahrung und freue mich auf weitere Teile & Bilder in Deinem RB.
Schöne Grüsse Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200712. Juli 2018 · #42
Hallo Gerhard, danke für die netten Worte, es freut mich wenn du hier ein paar hilfreiche Tipps rauspicken kannst.
140l ist eine relativer Begriff, es kommt auch auf den Hubraum an, wie schwer das Fahrzeug ist und ob ihr viel Tiefsand (Khumib, Hoarusib, Hoanib, Mudorib) fahren wollt auf dem Weg bis in den hohen Norden. Mir wären aber pauschal gesagt 140l zu wenig um ein paar Tage in den beiden Tälern zu verbringen, denn die Distanzen sind gross.
Unser Fahrzeug hatte einen 200l Tank und der Verbrauch lag im Durchschnitt auf dieser Reise mit knapp 3000 gefahrenen km bei 12.8l / 100km. Aber wir rechneten im Vorfeld aus dass wir im Hartmann's Valley und Marienfluss im tiefsan auf 16-17l / 100km kämen. Somit rechneten wir mit einer Autonomie von 1200km. Etliche hundert von diesen km benötigt man für An- und Rückreise ab/bis letzter Tankgelegenheit.
Ich empfehle dir auf T4A ein paar Alternativen durchzuspielen, diese addierst du zum Anfahrtsweg und bis zur nahesten verlässlichen Tankstelle auf dem Rückweg. Das sollte dir eine Idee geben ob und wieviele Reservekanister du (aussen am Wagen) mitführen musst.
Diesel wirst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in Purros bekommen, aber es ist natürlich Treibstoff aus dem Fass und nicht von einer richtigen Tankstelle. Die Treibstoffversorgung ist in Sesfontein aus Erfahrung unzuverlässig. Palmwag hatte immer Diesel seit wir dort vorbeikommen. Opuwo ist zwar eine grosse Stadt, aber gerade als wir diesmal dort waren war das Benzin alle, Diesel gab es zum Glück. Umgekehrt hatten wir auch schon in Opuwo....Man muss tatsächlich immer jede Gelegenheit zum voll auftanken benutzen, auch wenn man denkt ein halbvoller Tank reiche aus bis nur nächsten Etappe. Aber das weisst du bestimmt schon.
2020 liegt noch weit weg, vielleicht gibt es bis dann ja ein richtiges Dorf im Marienfluss.....mit allem Drum und Dran....und ob es Camp Syncro dann noch geben wird oder was daraus entstehen wird, steht in den Sternen und den Wolken...(damit meine ich Regen, Nahrung für Nutztiere, etc)
Gruss Leona
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200712. Juli 2018 · #43
Die Sonne Weil die Sonne im afrikanischen Winter nie ganz im Zenith steht, sondern dreiviertelhoch über Norden von Ost nach West geht (ja ich weiss die Erde dreht sich, nicht die Sonne...) ist es viel angenehmer von Norden nach Süden zu fahren als von Süden nach Norden. Denn egal welche Tageszeit im Winter, von Süd nach Nord hat man immer die Sonne vor sich, also mehr oder weniger Gegenlicht. Deswegen fuhren wir zu Beginn der reise relativ schnell an den nördlichsten Punkt der Route um anschliessend alle anderen Destinationen in Nord-Südrichtung anzufahren.
Die nächsten zwei Tagesetappen waren : Purros - Palmwag total 223km, reine Fahrzeit 4h15' + 2h in der Day Visitor Concession Area Palmwag - Brandberg White Lady 320km, reine Fahrzeit 5h30'
Für die 115km von Purros nach Sesfontein benötigten wir exakt 3 Stunden reine Fahrzeit. Die D3707 war in einem extrem schlechten Zustand, zuerst etwa die halbe Strecke über Steine und Sand im Gomatum/Gomadommi, danach übelstes Wellblech. Erst ab Tomakas wurde die Piste besser. In Sesfontein gab es Diesel bei der Tankstelle beim Fort und Wifi im Hotel. Für die Strecke auf der C40 von Sesfontein bis zum Aub Gate benötgten wir 1h15'. Unseren Abstecher in der Day Visitor Area der Palmwag Concession, sowie die Erfahrungen auf der overflow campsite 15 im neuen Teil des Camping Areals in der Palmwag Lodge beschrieb ich am Anfang des Berichts.
Palmwag - Brandberg White Lady 1 km südlich der Palmwag Lodge wurden wir am Veterinary Gate von drei makellos uniformierten Beamten gründlich ausgefragt und kontrolliert ob wir Frischfleisch, rohe Eier, Mineralien, Elfenbein oder andere Jagdtrophäen oder Waffen mitführten. Sie schauten in alle Fächer und Türen, inklusive Schlafraum im Alu-cab. Wir fuhren auf der C40 über den Grootbergpass nach Kamanjab. Frischwaren und andere Lebensmittel gibts im Multi Save oder beim kleinen Shop der Total. Hier topten wir auch Diesel nach und fuhren dann auf der C35, glatt wie ein Billardtisch, Richtung Süden. Bei der Einfahrt der nicht mehr in Betrieb stehenden Ondundu Lodge fanden wir einen geeigneten schattigen Platz um ein pic nic zu machen. Dann überquerten wir den immer noch Wasser führenden Huab über eine Brücke. Etwa 20km vor dem Ugab bogen wir nach Westen Richtung Sorris Sorris ab auf die D2319, eine wenig befahrene Spur mit Blick auf den Brandberg. In Sorris Sorris beim Schuppen mit Alteisen und Fahrzeugwracks nahmen wir die noch unscheinbarere Spur um dann vom Fluss her zur Brandberg White Lady Lodge zu gelangen. Diese Spur führte uns durch den Ugab direkt in die Tsiseb Conservancy auf den Campingplatz der Brandberg White Lady Lodge. Nachdem wir uns Nr. 16 ausgesucht hatten fuhren wir zur Lodge um dort N$290 für uns zwei zu bezahlen.
White Lady Campsite Es gibt knapp dreissig Stellplätze verstreut auf einem prächtigen flachen Areal beim Zusammenfluss der Trockenflüsse Ugab und Uis/Tsiseb. Dank den ganzjährig unterirdischen Wasservorkommen gedeiht hier ein wahrhaft imposanter Baumbestand. Die neu renovierten Ablutions sind gemauert und nach oben offen. Die Wärme speichert sich in den Steinen und auch bei nächtlichen Wüstentemperaturen tut eine warme open-air Dusche mit vom Donkey aufgeheizten Wasser gut. Die diversen Waschhäuschen sind auf dem Areal verstreut und nicht geschlechtergetrennt. Man legt die Kette vor und das genügt, Türen gibt es keine. Haken und Ablageflächen sind vorhanden. Neue Klobrillen und Inoxregale für die eigenen Pflegeprodukte wurden angebracht. Ein Camp Attendant feuert die Donkeys ein. Für grössere Gruppen gibt es eine überdeckte Lapa. In anderen Jahreszeiten kommen Löwen und Wüstenelefanten bis zur Lodge. Ein Schild bei der Reception warnt vor nächtlichen Spaziergängen. Die Lodge offeriert den Lodgegästen einen kostenlosen shuttle mit Golfwägelchen zwischen den Bungalows und den Rustic Tents und dem Restaurant im Haupthaus. Im Mai waren weder Elefanten noch Löwen in der Gegend, sie seien im Ugab flussabwärts.
Fazit Brandberg White Lady Lodge Campsite 5/5* die Lage ist traumhaft schön, die Stellflächen sind riesig, man hört und sieht die Nachbarn nicht oder kaum. Die Anlage wird sehr gut unterhalten. Wir waren in den vergangenen 10 Jahren schon mehrmals hier auf dem Campingplatz. Diesmal wurden wir positiv überrascht über die gelungenen sanften Renovationen. Über die Lodge kann ich nicht viel berichten, aber die liebevoll gedeckten Tische auf der Terrasse sahen sehr einladend aus. Ebenso der Stein- und Kakteengarten um den Pool. Die Angestellten waren alle überaus freundlich und grüssten lächelnd. Ein kleiner Chor bestehend aus einer Handvoll Mitarbeitern der Lodge und ihren Angehörigen besuchte uns am Abend am Campfeuer. Sie fragten uns höflich ob wir gerne ein paar Lieder hören möchten. Sie sangen sehr schön und wir fanden es eine Bereicherung.
Wir blieben nur eine Nacht weil wir auf früheren Reisen bereits die Wanderung zu den Felszeichnungen unternahmen. Obwohl dieser Camping nicht unbedingt auf dem Weg lag würde ich jederzeit wieder so planen, auch wenn es nur für eine Unterbrechung auf Durchreise wäre, (was es ja auch war). Wer zum ersten Mal hier ist sollte mindestens 2 Übernachtungen einplanen.
Gruss Leona
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200715. Juli 2018 · #44
Omandumba Cave Campsite Erongo Plateau Camp
Der Brandberg stand kurz nach 7 Uhr im ersten Sonnenlicht in Flammen, geschlafen hatten wir wunderbar eingelullt vom Ruf der Bellgeckos. Die Morgenstimmung war so schön dass wir ein wenig im Ugab Richtung Atlantik fuhren, aber nur bis zur letzten Exit-Spur wo wir den Trockenfluss vor Erreichen der Sümpfe nach Süden verlassen konnten und auf der 4x4 Spur an den Ausläufern des Brandbergs entlang in einer Szenerie die uns an den Giant's Playground erinnerte fuhren. Wir blieben auf der westlichsten Spur bis wir auf die D2359 stiessen um Richtung Uis weiter zu fahren. Kurz hinter Uis nahmen wir die C36 nach Süden und danach die D2306. Auf dem Erongokullerstein-Highway D2315 fuhren wir zum Bergcafé vor dem 24-hour security Gate zur Erongo Concession und machten dort die Bekanntschaft von Christina und ihrer niedlichen Enkelin Beauty.
Danach fuhren wir nur wenige km weiter zur Omandumba Farm, denn ich hatte dort den Cave Campsite reserviert. Wir sahen vor erreichen des Farmhauses ein Schild zum neuen Bushcamp welches wir uns aber nicht anschauten. Das Farmhaus und die dahinterliegenden Gästezimmer liegen sozusagen direkt an der Strasse. Die Cave Camp Site liegt 30 Fahrminuten oder mehr, je nach Fahrstil und Fahrzeug, vom Haupthaus und eine Dreiviertelstunde vom Living Museum der San entfernt auf einem unebenen riesigen typischen Erongofelsen und besteht aus einer kurligen drei Stockwerke hohen Holzkonstruktion nach vorne mit Schiebetüren verglast und innen mit steilen naturbelassenen Holzleitern versehen. Das Holzgerüst wurde sehr kreativ in eine Felsspalte zwischen zwei riesigen Felsbrocken gebaut. Nach vorne öffnet sich die Sicht auf eine dem Campsite gegenüber stehende Felswand (in ein paar hundert Meter Entfernung). Dort leben Paviane die einen Riesenlärm machen können und ihr Echo hallt sehr laut in den Felsen. Wir sahen Pavianspuren überall. Es ist ein fürs Camperleben unpraktischer Campsite, denn das Fahrzeug muss zu weit weg abgestellt werden und dies erfordert die Bereitschaft hin und her zu laufen, runter und hoch den Felsen von Spüle, Toilette zum Auto. Mit Bodenzelt wäre man echt aufgeschmissen, denn es gibt keine ebene Fläche. Mit Dachzelten ist die Nivellierung nicht weniger schwierig. Wir konnten uns uns nicht vorstellen hier.
Auf Omandumba gibt es mehrere campsites, die entferntesten zwei sind 3 Elephants und Cave, auf der dem Farmhaus gegenüberliegenden Strassenseite sind Helmut und San, wobei die San Campsite sehr nah beim Living Museum liegt und Helmut eigentlich ein Stellplatz eines Freundes ist der dort seinen alten Caravan stehen hat, Camper dürfen das Schattendach benutzen. Es war erst kurz vor vier Uhr nachmittags und da wir nicht vor hatten das Living Museum der San zu besuchen entschlossen wir uns noch ein Stück weiterzufahren bis zum Erongo Plateau Camp.
An dieser Stelle möchte ich mich öffentlich bei der Besitzerin Deike Rust für ihr Verständnis und ihre Grosszügigkeit wegen unserer spontanen Annullation bedanken. Glücklicherweise erwartete sie keine anderen Camping-Gäste an diesem Tag und unsere kurzfristige Entscheidung verursachte keinerlei Probleme.
Zusätzliches Fazit: Für unseren Geschmack stehen die Gästezimmer unverständlicherweise in Reih und Glied, ohne Charme und ohne Privatsphäre am falschen Ort, wenn man die Grösse und Schönheit der Farm bedenkt. Wir sahen die Zimmer zweimal, weil die 4x4 Spur zu den Campsites direkt vor der Nase der Sitzplätze der Bungalows vorbeiführt. Hätte man nur etwas von der architektonischen Kreativität des Cave für die Zimmer angewendet....
mit Freude lese ich, dass Ihr Christina im Bergcafé habt einen Besuch abstatten können. Geht es denn dort wieder weiter? Vor 1 1/2 Jahren war die Anlage sehr runter gekommen und es lag dort doch sehr viel Müll, vieles war einfach nur zerstört.
LG Logi
Hanne6'152 Beiträge · seit 200616. Juli 2018 · #46
hallo La Leona, also eine sehr schöne abwechslungsreiche Tour , respekt - ich und mein Mann würden uns das nicht zutrauen, in oftmals abgelegenden Gegenden und dann die steinigen Auf- und Abfahrten- mir wäre immer Übel gewesen 😉 umso schöner ist es im Reisebericht mit Euch zu fahren und die tollen Gegenden zu erleben. Du schreibst von der nicht mehr in Betrieb Ondundu - richtig ist den Namen Ondudu gibt es nicht mehr, denn der Name ist jetzt Tualuka Game Lodge zu finden unter shona-adventure . Vera und Johann Veldmann betreiben als Jagdfarm diese Unterkunft, vielleicht gibt es jetzt eine andere Zufahrt, das weiss ich nicht, wir waren schon 2x dort, vor etlichen Jahren. Sommerliche Grüsse sendet Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200816. Juli 2018 · #47
Hallo, La Leona,
hast du zufällig die Koordinaten von dem Mirabellus Coffee Shop? Dann kann man seine Fahrstrecke darauf abstimmen, sowas Engagiertes finden wir immer sehr unterstützenswert.
Und zu deinen informativen Streckenfotos: Das mächtige Wellblech auf vielen Bildern aus dem Nordwesten des Kaokoveld, stimmt schon ein bisschen traurig, mittlerweile sind es z.T. ausgefahrene Rennstrecken, vielspurig... – wie man auch schon einigen Reiseberichten entnehmen konnte... - das fährt sich von Jahr zu Jahr mehr aus... - vormals "schwebte" man auf den glatten Tracks sanft dahin... Nur wenige Strecken sind bislang noch nicht davon betroffen. 🙁
LG lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
lilytrotter schrieb:hast du zufällig die Koordinaten von dem Mirabellus Coffee Shop? Dann kann man seine Fahrstrecke darauf abstimmen, sowas Engagiertes finden wir immer sehr unterstützenswert.
Hallo Lilytrotter,
La Leonas Bildern nach zu urteilen, könnte es sich um dieses Etablissement hier handeln:
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200716. Juli 2018 · #49
Liebe Logi Ich wollte nicht falsche Hoffnung schüren, denn im Bergcafe ist nur ganz wenig work in progress. Der Verdunstungskühler ist eine Ruine und backen tut Christina anscheinend in ihrem kleinen Haus nebenan. Aber den Kuchen sahen wir nicht....Kaffee hätten wir bekommen. Aber es schien alles etwas verwahrlost, jedoch soweit aufgeräumt. Leider machten wir keine Fotos. Christina und Beauty kamen aber sofort herbeigeeilt als sie uns auf die Terrasse zufahren sahen. Wir plauderten ein wenig, Oma und Enkelin schienen uns zwei lebensfreudige Wesen. Ob das Café jemals wieder so funktionieren wird wie früher?
Liebe Hanne Schön dass du an unserer Reise teilnimmst. Wenn ich mir die Bilder der Tualuka Lodge https://www.shona-adventures.com/tualuka-safari-lodge/ angucke ist mir klar dass die Gäste auf einem anderen Weg zur Lodge gefahren oder direkt auf den kleinen eigenen Airstrip eingeflogen werden. Sonst wäre es ein komisches Welcome. Die erhöhte Lage am Huab muss umwerfend schön sein. Die Einfahrt durch das gemauerte Portal an der C35 scheint jetzt eher nur für den landwirtschaftlichen Betrieb (Rinderzucht) zu dienen. Wir fuhren nicht allzu weit, bis zu einer Gabelung. Es war keinerlei Beschilderung zu sehen, nur die verrosteten Pfosten ehemaliger Schilder. Wir sahen viele Rinder hinter neueren Drahtzäunen. Weil die Fliegen in der Nähe der Nutztiere zu aufdringlich waren, machten wir kehrt bevor wir ein Haus sahen. Wir stellten uns ein Weilchen in den Schatten des Eingangsportal. Schade dass es nun einen Hunting Lodge ist.
Liebe lilytrotter, Logi (sei Dank) hat dir bereits mit den richtigen Angaben geantwortet. Mirabellus befindet sich 25km nach Khorixas und 50km vor Twyfelfontein (+/-) an der C39. Nicht nur die Toiletten auch die Cafetería ist blitzsauber und es gibt eine kleine Speisekarte für hungrige Reisende oder Leute die warten müssen bis ihr Reifen geflickt ist. Lieber hier einen Platten reparieren lassen als in einer herkömmlichen Werkstatt in der Stadt.
Ja, es gibt kaum noch richtige Sandspuren ohne Wellblech im Nordwesten. Ich möchte wissen was die Fly-in-Gäste denken wenn sie in den Kleinflugzeugen sitzen auf dem Weg in die "untouched wilderness" und unter sich mehrere Dutzend Spuren im Marienfluss vorbeiziehen sehen...
Gruss Leona
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200716. Juli 2018 · #50
Die 35km bis zum Erongo Plateau Camp weiterzufahren war goldrichtig. Aber das taten wir nicht ohne vorher telefonisch bei Conny Kayser, der Besitzerin, die Verfügbarkeit abzuklären. Als dritte Alternative hatten wir noch Camp Mara (fast gegenüber der Erongo Wilderness Lodge). Doch Conny bestätigte uns dass noch ein site frei sei. Auf der D2315 fuhren wir durch die Erongo Felsformationen nach Osten mit der Sonne im Rücken und genossen die Landschaft, dann gings auf der ziemlich schlechten D2316 nach Süden bis zum Schild Farm Eileen und auf der Farmroad stetig bergauf bis zum Schild des Erongo Plateau Camp welches wir nach weiteren 2km erreichten.
Erongo Plateau Camp Elizabeth welche nun die Aufgabe hat die Anlage sauber zu halten und den Donkey des clever konzipierten Waschhauses einzuheizen, erwartete uns und wir bekamen C3 Francolin zugeteilt. C1 und C2 waren belegt. In aufsteigender Reihenfolge entfernen sich die Stellplätze von den Ablutions. Dort gibt es zwei mit Türe und Schloss verschliessbare Duschen jeweils mit Ankleidesektor und Duschsektor und zwei Toiletten. Die Handwaschbecken befinden sich im offenen Vorraum, alles ist unisex und sehr praktisch unter einem Dach konzipiert. Hier auf dem Tischchen liegen Kerzen und das Gästebuch des Camps auf. Elektrisches Licht oder Stromanschluss gibt es nicht.
Unser grosser Stellplatz verfügte über eine strategisch dem Wind abgeneigte Steinwand welche Sonnenwärme speichert für kühle Nächte und Schutz bietet vor dem Wind. Eine grosszügige Braai- und Feuerstelle sowie ein Schattendach und ein Wasseranschluss runden die Anlage ab. Den Abwasch macht man mit Heisswasser an den entsprechenden Spülen an der Aussenwand der Ablutions. Es hat genug Platz für mehere Fahrzeuge pro Stellplatz. Feuerholz ist kostenpflichtig. Wir bezahlten N$280 für uns beide gegen Quittung an Elizabeth und erhielten von ihr eine Fotokopie mit vielen wertvollen Informationen zu Pflanzennamen und Wanderwegen, etc. Nachts kamen viele Zebras an die dimm beleuchtete Wasserstelle unterhalb des Camps.
Fazit Erongo Plateau Camp 5/5* Die Lage auf dem natürlichen Balkon mit unendlicher Weitsicht ist umwerfend. Die Stellplätze sind sehr gut durchdacht und der exponierten Lage gerecht gebaut. Man könnte es nicht besser machen.
Gruss Leona
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200717. Juli 2018 · #51
Erongo Plateau Camp - Teufelsbach River Camp 220km Auf der Fahrt bergab konnten wir lange ein zierliches Damara Dik Dik Pärchen beobachten. Wieder auf der D2315 sahen wir die schönsten Kullerfelsen als Grande Finale nah beim exit gate. Erst ausserhalb der Erongo Concession sahen wir wieder den Omaruru Fluss. Er führte etwas Wasser. Frisch war noch immer das erschütternde Bild von gestern als wir den Omaruru zum ersten Mal querten auf der D2306, ausserhalb der Ortschaft Okombahe. Dort leben ein paar Familien in der bittersten Armut wie ich sie so auf dem Land und ohne jegliche Vorwarnung nicht erwartet hätte. Blechhütten, Lumpen, Müll, apathische Gesichter, kein Fleckchen grün. Es wirkte krass im Gegensatz der stolzen Armut der Himbas. Nun asoziere ich ungerechterweise den Namen Omaruru mit diesem Bild.
Wir fuhren nicht in die Stadt Omaruru hinein, obwohl die Kristallkellerei noch auf der -to see- Liste stand, sondern blieben für wenige km auf der C33. Dann nahmen wir die C36 bis zum Abzweig auf die kaum befahrene sandige D2110. Gemütlich, ohne Wellblech und ohne Verkehr fuhren wir sehr nah der südlichen Grenze des Erindi Schutzgebietes entlang Richtung Okahandja. Unterwegs sahen wir zunehmend schlichtere Viehzäune von kleineren Farmen und ein paar weisse Farmer bei der harten Arbeit auf dem Feld. Ein neues Bild nach den vielen hohen Zäunen der Jagdfarmen. Unterwegs fanden wir eine kleine Einfahrt und einen Schatten spendenden Baum für ein Pic nic. In Okahandja tankten wir auf und fuhren dann auf der B1 bis zur Farm Teufelsbach. Obwohl wir keine Wanderungen oder "Seitensprünge" unternahmen benötigten wir insgesamt aller Stops 7 Stunden und erreichten unser Tagesziel um 16 Uhr.
Teufelsbach River Camp Unsere Reservation nahmen die Besitzer Bruno und Irmela Jordi per email entgegen, die Bezahlung von N$140 pro Person erfolgte in bar bei unserer Ankunft. Wegen den Strassenbauarbeiten ist die Einfahrt etwas versteckt, aber in beiden Fahrtrichtungen auf der B1 mit orangen Schildern gekennzeichnet. Bis zum Farmhaus sind es etwa 5 Fahrminuten und danach kann man wahlweise im tiefsandigen Flussbett oder auf der Spur durch Farmgelände bis zum Camp fahren. Man sollte dafür nicht weniger als eine halbe Stunde einrechnen. Es gibt nur einen einzigen grossen Stellplatz mit einer Lapa und gemauertem Tisch und Bänken, einer Braai- und Feuerstelle mit verschieden grossen Rosten, sowie einer Toilette und Dusche mit heissem Wasser vom donkey den man selber einheizen muss. Feuerholz liegt in grossen Mengen bereit.
Fazit Teufelsbach 4/5* Ideal sowohl für ruhesuchende Individualreisende wie auch ein paar Freunde zusammen. Wer gerne seine Reise mit einer Nacht unter den Sternen am Ufer eines kleinen unscheinbaren Trockenfluss beenden möchte ist hier richtig, genauso jemand der am ersten Ferientag nur eine kleine Fahrstrecke nach dem langen Flug auf sich nehmen will und alle Campingutensilien auf Funktion testen will. Man ist weniger als eine Autostunde vom Zentrum Windhoeks entfernt.
Guten Abend, Leona, Euer Bericht interessiert mich sehr und nach der Beschreibung des Erongo Plateau Camps ärgere ich mich nachträglich doch ein bisschen, dass wir seinerzeit dort kurz vorher beigedreht und nach Omandumba weitergefahren sind, weil es uns auf dem Plateau zu windig erschien. Vielen Dank für Deine Informationen und die Mühe! Gruß Friederike
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200718. Juli 2018 · #53
Hallo Friederike, Gern geschehen, danke dass du diese Informationen mitverfolgt hast und sie nützlich findest. Das Gefühl kenne ich auch, wenn man im nachhinein liest wie was wo gewesen wäre. Ich bin jedoch zuversichtlich dass ihr trotzdem einen schönen Aufenthalt in den Erongo Bergen geniessen konntet. Weiterhin alles Gute!
Gruss Leona
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200819. Juli 2018 · #54
Hi, nochmal, weißt du noch über welchem spannenden Flecken Erde ihr geflogen seid, als du das letzte Foto gemacht hast?
Um das extreme Wellblech zu vermeiden, schult Wilderness mittlerweile seine Fahrer - allein uns fehlt der Glaube, dass die diejenigen sind, die das verursachen. Wir sind dort schon mehrfach großen Gruppen Selbstfahrern begegnet, die hintereinander her rasten, - allesamt in eine große Staubfahne gehüllt. 😮 Nicht ungefährlich, denen zu begegnen, - die sehen nix! - ...gut, wenn man grad viel Platz hat und sich rechtzeitig aus dem Staub machen kann... 😎
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200719. Juli 2018 · #55
Liebe lilytrotter, Die Flugroute war von Johannesburg grob über Upington und den Richtersveld TFP über den grossen Teich nach Sao Paulo.
Das Foto zeigt ein Gebiet in Namibia, nördlich des Oranje Fluss und des Ortes Warmbad, etwa 40-50km östlich der B1 und südlich der B3. Da will ich hin!
Gruss Leona
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200820. Juli 2018 · #56
Danke, für deine genaue Beschreibung, La Leona. Ich weiß nicht, wie man eine solche markante geologische Formation nennt, aber diese Flussadern sehen sehr organisch aus. Beeindruckend! Fährt man dort auf den üblichen Durchgangsstraßen, kriegt man davon offensichtlich wenig mit, - wir können uns jedenfalls an nix Tolles erinnern, 😐 - aber erstens ist es schon lange her und zweitens sind wir auch nicht in die Region „eingestiegen“, - zudem hat man offensichtlich auch nicht immer den Blick für versteckte Schönheiten. Und vor allem: Wir hatten keine Ahnung. Vor ein paar Jahren haben wir dann mal ein bisschen recherchiert, mit dem bisherigen Ergebnis: Da ist nicht so viel drin, für unsereins, mit: In die Wildnis... 😕 Grob kategorisiert sieht es so aus: Den schönsten Bereich nimmt die Sandfontein Lodge & Nature Reserve ein, der Rest ist von Farmland blockiert. Nur wenige Straßen/Wege (C10, D 208, D206, D202 und der Korabib Trail) scheinen dort ohne Einschränkungen fahrbar, alles andere scheint mit „locked Gates“ versehen, Farmgebiete, - insbesondere auch entlang des Oranje/Gariep). Außer an 2 Stellen schafft man es noch nicht einmal bis hinunter zum Fluss - und auch das vermute ich nur, vielleicht haben wir auch zu früh mit dem Recherchieren aufgehört. 🤨 Flussaufwärts beim Tafelkop sollte ja mal das Mega-Großkotz-Projekt „Desert Star“ entstehen (Motion Picture Resort, Golfcourse and Studios: Desert Star City and „First Century Film Sets“... - welch ein Name!) 🤩 🤢 🤪 Vielleicht wird es ja auch schon verwirklicht... Nach deren Motto: „Own a Piece of Africa“ – könnten wir ja mit unserem Taschengeld dort Shareholder werden, mit 8 shares hätten wir ein Anrecht auf 4 Wochen Aufenthalt jährlich... 🤩 🤪 – aber ich weiß ja, so meintest du das nicht, mit dem Da-will–ich-hin! 🙂
Wie auch immer: Imposante Formation, danke für das Bild!
LG lilytrotter
Gruß lilytrotter
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Walvisbay boomt
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200720. Juli 2018 · #57
lilytrotter schrieb: Flussaufwärts beim Tafelkop sollte ja mal das Mega-Großkotz-Projekt „Desert Star“ entstehen (Motion Picture Resort, Golfcourse and Studios: Desert Star City and „First Century Film Sets“... - welch ein Name!) 🤩 🤢 🤪 Vielleicht wird es ja auch schon verwirklicht... LG lilytrotter
Das Projekt Desert Star South scheint im Treibsand untergegangen zu sein... 😮
Gruss Leona
LLLa LeonaThemenstarter2'780 Beiträge · seit 200720. Juli 2018 · #58
Jedes Mal wenn wir mit dem Tagesflug nach Hause reisen und von Johannesburg über Augrabies und den Richtersveld nach Brasilien fliegen, klebe ich am Fenster und hoffe so viel wie möglich zu sehen. Meistens verdecken die Wolken die Sicht, sowieso je näher wir dem Atlantik kommen. Diesmal war alles klar und ich schwärmte noch lange von den wunderbaren Farben und Formen der Wüste. Salzsenken, rosafarbene Lagunen, und die regelmässigen dunkelorangen Dünenstreifen die ein wenig wie Erd-Cellulitis aussehen und die Kalahari so kennzeichnen. Das Foto zeigt den Homs fluss glaube ich und man kónnte wahrscheinlich bis zum Oranje gelangen als Selbstfahrer. Auf der gegenüberliegenden Seite, in Südafrika verläuft der Namaqua 4x4 trail. Diese Tour würde ich dann auch einbauen. Im Richtersveld würde ich auch gerne nochmals ein paar Tage verbringen...Ich glaube es gäbe eine für uns interessante Schlaufe. Klar sieht alles aus der Perspektive am Boden anders aus, doch wie auch lilytrotter schreibt, es ist mehr als interessant...
Gruss Leona
fotomatte2'519 Beiträge · seit 200920. Juli 2018 · #59
Hallo Leona,
ich danke herzlich für deinen Bericht, der mir wohl noch ein paarmal zur Einstimmung für eine weitere geplante Tour dienen wird. Jede Menge Tipps und Ideen. 😎