THEMA: Mein größtes Abenteuer - South Nahanni Expedition
07 Jan 2021 22:20 #603031
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  • Sadie am 07 Jan 2021 22:20
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Alle Hochachtung! Ich weiß genau wie man sich fühlt so durch Nordischen Wald zu marschieren und einen Bären um jede Ecke erwartet. Ganz kribbeliges Gefühl. Ich glaube damals gab es noch keinen Bearspray wie jetzt wo wir so einen Kanister auf jede Wanderung mitnehmen. Im Yellowstone kamen wir mal einem Bär sehr nahe und ein paar Mal fuhren wir auf Rädern und Bären waren auf den Bäumen über uns. Die nächste Begegnung war mit einem Grizzlybären der uns auf einem Pfad entgegenkam. Ui Ui, und ab in die Büsche.
Auch kann ich gut nachfühlen wie schwierig es ist ohne Pfad ein Ziel zu erreichen. Wir gehen manchmal so ab den Pfaden. Also, sehr gut gemacht.
LG von Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic route

Meine RBs
Expedition Antarktis:
www.namibia-forum.ch...s-und-s-georgia.html

Island In Herbstfarben
www.namibia-forum.ch...-september-2018.html


Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019

www.namibia-forum.ch...landschaft-2019.html

Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different.
Juni 2018
www.namibia-forum.ch...e-but-different.html

Trip reports in English:

Namibia and KTP 2016
safaritalk.net/topic...-tr-nam-sa-bots-nam/

Botswana 2016:
safaritalk.net/topic...fari-tr-bots-nam-sa/

Tanzania 2015:
safaritalk.net/topic...s-and-lions-in-camp/

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Letzte Änderung: 07 Jan 2021 22:21 von Sadie.
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14 Jan 2021 16:00 #603789
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Rabbitkettle




Über Nacht hatten wir wieder einen Wetterumschwung. Diesmal zum Besseren. Der Tag begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel.

Bis zu unserem heutigen Ziel sind wir nur eine Stunde auf dem Fluss unterwegs.



Am unweit des South Nahanni gelegenen Rabbitkettle Lake liegt eine Rangerstation. Hier müssen sich alle Personen melden, die über den Fluss den hier beginnenden South Nahanni National Park betreten.

Da sich der South Nahanni kurz vorher in mehrere Arme aufteilt, ist es wichtig, den richtigen zu erwischen. Ansonsten müsste man 2km gegen die Strömung zurück paddeln. Wir erwischen den richtigen Arm und dort ist der Ausstieg nicht zu verfehlen. Es gibt sogar ein großes Empfangskomitee für uns. Ein paar hundert Meter vor der Anlegestelle sehen wir kurz einen Grizzly, der aber verschwunden ist, bevor ich die Kamera einsatzbereit habe. Direkt am Ausstieg begrüßt uns eine Elchkuh mit Kalb.



Bis zur Rangerstation sind es nur ein paar hundert Meter. Wir sind die ersten Menschen, die der Ranger seit Beginn seiner Schicht vor über einen Monat sieht. Er liebt die Einsamkeit, aber man merkt auch, dass er froh ist, sich mal wieder unterhalten zu können. Die Formalitäten für die Einreise in den National Park sind schnell erledigt. Eintritt wird nicht erhoben.

Der Rabittkettle Lake ist ein See wie auch der kanadischen Tourismuswerbung. In der Ferne kann man den Cirque of Unclimbables sehen.







Was uns in der Gegend aber am meisten interessiert, sind die Rabbitkettle Hotsprings. Warme Tuffquellen. Da die Quellen sehr empfindlich sind, dürfen sie nur in Begleitung des Rangers besucht werden. Das ist aber kein Problem, wir können sofort aufbrechen.

Die einfache Strecke vom See zu den Hotsprings sind ca. 2km. Diesmal gibt es sogar einen richtigen ausgetretenen Wanderweg. Den Rabbitkettle River überqueren wir mit einer Seilfähre.












Die Rabittkettle Hotsprings haben sich im Laufe der Zeit ca. 40m hoch aufgebaut und überragen die umgebenden Bäume deutlich. Es ist in Begleitung des Rangers erlaubt, bis auf die Spitze zu klettern. Um die empfindlichen Sinterstrukturen nicht zu zerstören, müssen die Schuhe allerdings unten bleiben. Das Betreten der Quelle ist nur barfuß erlaubt. Ich laufe sowieso viel barfuß umher, so dass das für mich überhaupt kein Problem ist. Kathrin hat dagegen sehr empfindliche Fußsohlen und leidet ordentlich. Trotzdem lässt sie es sich nicht nehmen, auch mit nach oben zu gehen.














Die Aussicht von oben ist überwältigend.

Wir unterhalten uns wie gesagt sehr viel mit dem Ranger. Auf dem Rückweg berichten wir von den Problemen mit den nicht zusammenpassenden Hälften unserer Persenning. Dazu meint der Ranger, dass er uns wahrscheinlich helfen kann. Er will sich per Funk bei unserem Bootsverleiher melden. Sollte in den nächsten 4 Tagen ein Flugzeug zu den Virginia Falls fliegen, soll er dem eine passende Persenning mitgeben. Wenn das klappen sollte, wäre es eine große Erleichterung. Bis zu den Virginia Falls ist der Fluss ruhig und wir brauchen die Persenning nicht. Danach geht es allerdings wieder ordentlich zur Sache.

Auf der hier im South Nahanni liegenden Insel gibt es nicht nur eine sehr schöne Campmöglichkeit, sondern sogar den Luxus eines Plumpsklos und eines festen Foodcaches in Form eines hohen Podestes, welches nur mittels Leiter betreten werden kann.






Hier auf der Insel fanden wir auch den einzigen Pilz der gesammten Tour, welchen wir gerecht zwischen uns aufteilten. Insgeheim hatten wir gehofft, wie in Schweden, unseren Speiseplan mit Beeren und Pilzen aufpeppen zu können. Beeren haben wir nur hin und wieder gefunden, bei den Pilzen sah es wie gesagt noch dürftiger aus.

Was auch zum Campleben dazu gehörte, war das tägliche Wasser filtern. Eigentlich sollte man annehmen, dass man das Wasser hier in der Wildnis unbedenklich direkt aus dem Fluss trinken kann. Chemisch gesehen, spricht auch nichts dagegen, aber leider ist die Giardia Amöbe in der Region weit verbreitet. Aus diesem Grund hatten wir einen Keramikfilter dabei, welcher die Amöben zuverlässig herausfiltert. Blöd ist lediglich, dass der Filter sich aufgrund der starken Schwebstoffbelastung alle paar Liter zusetzt und gereinigt werden muss. Das ist auch der Grund, weshalb wir unser Camp möglichst an der Mündung kleinerer Nebenflüsse aufschlagen. Die haben meist wesentlich weniger Schwebstoffe. Der Filterdienst wechselt gerecht von Tag zu Tag.



Den Rest des Tages waren wir wie immer mit kochen und backen beschäftigt und genossen das gute Wetter.



Letzte Änderung: 14 Jan 2021 16:20 von Topobär.
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21 Jan 2021 16:31 #604505
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Hell Roaring Creek




Über Nacht hat es leider wieder zugezogen. Es ist wieder bedeckt und es fällt auch der eine oder andere Schauer.

Der Tag auf dem Fluss ist unspektakulär. Heute geht es mal wieder nur darum, Strecke zu machen.






Unsere 3. Pause machen wir an der Einmündung des Hell Roaring Creek in den South Nahanni. Wieder ein Bach dessen Name die Fantasie anregt. Als wir feststellen, dass es hier jede Menge wilder Erdbeeren gibt disponieren wir um und entscheiden uns den Tag hier zu beenden und unser Camp zu errichten.





Das Wetter ist nicht nur schlechter geworden, es hat auch deutlich abgekühlt. Die Schauer des Tages sind auf den umliegenden Berggipfeln als Schnee niedergegangen.



Das hat aber nicht nur Nachteile, denn die Temperaturen haben auch Auswirkungen auf die Mückenplage. Heute ist mal wieder ein Abend, an dem wir weitgehend ohne Mückennetze auskommen.

Als Nachtisch gibt es an diesem Tag natürlich selbst gepflückte Erdbeeren.

Die Erdbeeren sind aber nicht der einzige Vorteil dieses Camps. Am Flussufer finden wir einen sehr schrägstehenden Baum, wodurch wir heute sehr einfach unser Foodcache errichten können. Wir müssen lediglich eine Schlinge mit Karabiner oben im Baum festmachen und können dann direkt die Vorräte hochziehen. Das ist wesentlich einfacher als die übliche Variante mit zwei Bäumen.


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