BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. Juli 2016 · #1
Hallo zusammen,
gelegentlich wird mal nach der Strecke vom 4x2-Parkplatz zum Sossusvlei gefragt. Viele wissen nicht, ob sie sich die Strecke ohne Allraderfahrung zutrauen können oder lieber den Shuttleservice in Anspruch nehmen sollen. Ich war sowohl mit dem Shuttle, mit 4x4 und mehrfach zu Fuß im Sossusvlei und kann Letzteres jedem empfehlen, der genug Zeit hat und sich fit genug fühlt, ein paar Kilometer im Sand zu laufen.
Mit dem Auto fährt man die Sandpiste entlang und schaut vor allem danach, wohin man als nächstes die Räder lenkt. Tolle Erfahrung, wenn man noch nie im Sand unterwegs war, lenkt aber von der Landschaft ab. Der Shuttle macht die Sache einfacher und erspart die Sorgen des eventuellen Steckenbleibens, aber man kann nicht stehenbleiben, wo man will, um z.B. Fotos zu machen. Zu Fuß aber steigt man auch mal ein paar Meter seitlich der Piste hoch und schaut in eine völlig fremde Welt, die man aus dem Auto gar nicht sehen kann. Man kann auch abseits der Piste querfeldein laufen, sollte dann aber halbwegs in der Lage sein, sich zu orientieren. Schnell kann man sich auch zwischen den Dünen verlaufen und wenn es windig ist und die Fußspuren verwehen, wird es schnell heikel. Nicht leichtsinnig werden und genug Wasser mitnehmen sollte selbstverständlich sein.
Ich hänge hier mal ein paar Fotos von der Strecke an, die vielleicht Lust machen, auch mal zu Fuß loszuziehen. Die Fotos sind komplett unbearbeitet und lediglich stark komprimiert, wie besonders im ersten Bild zu sehen ist. Auch die Schieflage im letzten Foto habe ich nicht korrigiert. Die Fotos sind übrigens mit einer über 10 Jahre alten "Knipskiste" entstanden. Wer 'ne vernünftige Kamera mitnimmt, kann da unterwegs nette Fotos machen und nicht nur die im Sossusvlei oder Deadvlei, die praktisch "jeder" macht.
Los geht es kurz nach Sonnenaufgang ...
Während sich in der Senke noch der Nebel hält und die Spitze der Düne raus schaut, strahlt die Sonne bereits auf den Vordergrund.
Auch dieser Baum wird schon von der Sonne beleuchtet, während der Hintergrund noch diesig ist.
Verlässt man die Piste mal ein wenig, hat man schnell das Gefühl, weit und breit alleine zu sein. So ähnlich ist es ja auch.
Und am Ende steht man mitten im Deadvlei wie alle anderen auch.
Der Fußmarsch strengt an, aber er lohnt sich. Vielleicht konnte ich jemanden dazu animieren, mal zu Fuß loszuziehen?
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Jambotessy2'610 Beiträge · seit 200720. Juli 2016 · #2
Hallo,
ich kann Wolfgangs Beitrag nur bestätigen! Als wir jung und fit waren ( 😉 ) haben wir das auch gemacht! Es war toll und man konnte die Einsamkeit und Stille genießen. Ich weiß nicht, ob es erlaubt ist (od. war) - wir sind auf ca. halber Strecke abgebogen und auf eine Düne zu gelaufen. Dann sind wir über die Düne in ein Dünental geklettert, man fühlte sich, wie auf dem Mond. Zurück sind wir im großem Bogen, vorbei an Oryx, die unter einem Baum Schatten suchten. Ein ganz anderes Gefühl, als wenn man sich ihnen mit dem Auto nähert. Ich habe dann noch einen bearbeiteten, alten Haustein (?) od. ist es eine Speerspitze (?) gefunden.
Grüße Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200620. Juli 2016 · #3
... ich sollte ergänzend noch anmerken, dass man sich gut überlegen sollte, mit welchem Schuhwerk man unterwegs ist.
In geschlossene Schuhe rieselt meist dauernd Sand und man muss sie häufig ausleeren. In der kühlen Jahreszeit ist man meiner Meinung nach mit Sandalen gut ausgestattet. Das sollten allerdings welche mit Fersenriemen sein und keine einfachen Schlappen oder Flip Flops. Da rieselt bei jedem Schritt Sand in den Fersenbereich und es lastet Gewicht drauf. Die Hebelwwirkung macht den Schuh evtl. kaputt (ist mir passiert).
Im Namibia-Sommer wird der Sand am Nachmittag auf 60-70 Grad aufgeheizt. Da sind Sandalen dann nicht mehr unbedingt das Schuhwerk der Wahl. Man kann ja zum Testen mal seine Füße in 60 Grad warmes Wasser stellen ... 😉
Gruß Wolfgang
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Jochen66444 Beiträge · seit 201120. Juli 2016 · #4
Hallo Wolfgang! Tolle Bilder - und für viele eine gute Alternative zum Fahren. Gruß Jochen66
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201320. Juli 2016 · #5
Das stelle ich mir wunderschön vor, Wolfgang, aber da hätten wir schon in jüngeren und gesünderen Jahren nach Afrika kommen müssen. Jetzt freuen wir uns, wenn wir es vom Auto aus sehen können. Aber von einer Unterkunft aus mal ein Stück in die Wüste oder den Busch spaziert, kann auch für uns schon ein kleines Erlebnis der Einsamkeit generieren. 😉
Deine Touren sind ohnehin beneidenswert intensiv, aber das traut sich nicht jeder zu.
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
solitaire1'941 Beiträge · seit 201120. Juli 2016 · #6
Ich stimme Bergeule zu Wolfgang - deine Touren sind beneidenswert, ich traue mich das aber nicht allein.
Und sooooo schöne Bilder.
Liebe Grüße Solitaire
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Beatnick1'712 Beiträge · seit 201620. Juli 2016 · #8
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für den Anstoß! Wir hatten tatsächlich auch schon darüber nachgedacht, zu Fuß zu gehen, bislang ist es nicht dazu gekommen. Wie lange läuft man denn wohl netto ohne längere Stopps bei normalem Tempo vom 4x2 Parkplatz ins Deadline bzw Sossusvlei? Nur mal so zur groben Einschätzung...
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. Juli 2016 · #9
Hallo Bettina,
ich hab da nie auf die Uhr geschaut und auch nicht immer eine dabei gehabt. Es kommt auch sehr stark darauf an, wo genau Du läufst. Läufst Du in den Fahrspuren eines Autos, sinkst Du kaum noch ein. Da würde ich 60-90 Minuten schätzen. Im tiefen Sand ist es halt anstrengender, aber man kann einige Stellen abkürzen.
Wenn morgens durch den niedergeschlagenen Tau oder Nebel der Sand feucht und die Temperatur noch nicht so hoch ist, geht es deutlich einfacher. Wenn der Sand am Mittag/Nachmittag trocken, die Temperatur hoch ist und man neben dem Hinweg noch den ein oder anderen Kilometer im Sossusvlei/Deadvlei unterwegs war und auf Dünen gestiegen ist, dann wird es schon anstrengend. Im dortigen Sommer würde ich mir für den Rückweg so 2 Liter Wasser als Reserve übrig lassen. Für den Fall, dass man tagsüber mehr braucht als gedacht, hat man dann wenigstens hoffentlich noch einen Liter übrig. Im Auto auf dem Parkplatz liegen dann ja hoffentlich noch ein paar Flaschen Wasser ... 😉
Gruß Wolfgang
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solitaire1'941 Beiträge · seit 201121. Juli 2016 · #10
Hallo Wolfgang, mit welchen Schuhen bist du da unterwegs? Hab grade eine solche Frage reingestellt. Geschlossene Schuhe geben zwar guten Halt und Schutz, sind aber bald voll mit Sand. Offene Trekkingsandalen sind da sicher besser, oder?
Liebe Grüße Solitaire
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Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Liebe Fomis, wir sind auch bald dort, daher meine Frage an die "Auskenner": Kann man eigentlich nicht den Shuttle nutzen, um z.B. rein zu laufen und zurück zu fahren? Oder mitfahren und auf halber Strecke aussteigen, oder so? Geht nur ganz oder gar nicht? Vielen Dank Babsi
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. Juli 2016 · #12
solitaire schrieb: mit welchen Schuhen bist du da unterwegs? Hab grade eine solche Frage reingestellt. Geschlossene Schuhe geben zwar guten Halt und Schutz, sind aber bald voll mit Sand. Offene Trekkingsandalen sind da sicher besser, oder?
... ich hatte ja im dritten Beitrag des Threads schon mal was dazu geschrieben. Ich war einmal mit Wanderschuhen dort unterwegs und das war nervig mit dem reinrieselnden Sand. Das war aber im Januar und einfach zu heiß für Sandalen. Zu anderen Zeiten war ich mit Sandalen und zeitweise barfuß unterwegs. In beiden Fällen muss man dann natürlich extrem auf die Dornen achten, die überall rumliegen.
Einmal habe ich beim Fotografieren einen Schritt rückwärts gemacht und nicht aufgepasst. Hinter mir lag ein 10 cm langer Zweig mit Dornen und einen davon habe ich mir im Fersenbereich fast parallel zur Hautoberfläche einen cm reingetreten. Das hat dann beim Rausziehen einigermaßen geblutet und man hat es noch nach Wochen gesehen. Aufpassen wäre geschickter gewesen ... 😉
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200621. Juli 2016 · #13
Hallo Babsi,
babsi schrieb:Kann man eigentlich nicht den Shuttle nutzen, um z.B. rein zu laufen und zurück zu fahren? Oder mitfahren und auf halber Strecke aussteigen, oder so? Geht nur ganz oder gar nicht?
beim ersten Mal bin ich auch hinwärts gelaufen und war dann dort noch so viel unterwegs, dass ich auf dem Rückweg den Shuttle genutzt habe. Auf halber Strecke auszusteigen ist bestimmt auch möglich. Ich wurde auch beim Laufen schon gefragt, ob ich nicht lieber zusteigen möchte.
Gruß Wolfgang
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