THEMA: CITES Konferenz
29 Aug 2019 13:23 #566095
  • Wolfgang1956
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  • Wolfgang1956 am 29 Aug 2019 13:23
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Hmm.
worauf bist Du jetzt wütend?
Dass die SADC-Staaten ihre aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammenden Produkte (weiter) nicht vermarkten dürfen?
Oder dass sie sich jetzt überlegen, ob sie weiter Mitglied einer Organisation bleiben wollen, die offensichtlich gegen ihre Interessen handelt?
Man kann zum Thema Elfenbeinhandel sicherlich viele Argumente (sowohl dafür als auch dagegen) sammeln, Fakt ist allerdings, dass es in einem Großteil der den Handel vehement ablehnenden Staaten überhaupt keine Elefanten gibt, während z.B. in Botswana schon seit mindestens 15 Jahren von Überpopulation die Rede ist.
Beste Grüße
Wolfgang
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29 Aug 2019 13:36 #566101
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  • Seyko am 29 Aug 2019 13:36
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Tiere als "aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammende Produkte" zu bezeichnen nimmt mir ein wenig die Luft aber ich respektiere diese Einstellung.

Sofern die "Gegener" des Handels sich einig wären und ein Import- und Handelsverbot erlassen würden, könnten die SADC Staaten ja munter untereinander Handel mit Elfenbein und Rhinohorn betreiben.

In ZIM wird sich die Regierung freuen, wenn sie ihre "Produkte" weiter an chinesische Zoos verkaufen, sich die nächsten Millionen reinpfeifen und jedwede Demonstration niederknüppeln lassen.
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29 Aug 2019 15:14 #566114
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  • Maecs am 29 Aug 2019 15:14
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Seyko schrieb:
Tiere als "aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammende Produkte" zu bezeichnen nimmt mir ein wenig die Luft aber ich respektiere diese Einstellung.
So ist das halt nun mal. Rindfleisch oder Hühnereier sind ja auch (land-) wirtschaftliche Produkte. Oder was ist mit Lederschuhen?
Oder sind afrikanische Tiere schützenswerter als europäische?
Oder wie ?
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29 Aug 2019 16:06 #566124
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  • Seyko am 29 Aug 2019 13:36
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Maecs schrieb:
Seyko schrieb:
Tiere als "aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammende Produkte" zu bezeichnen nimmt mir ein wenig die Luft aber ich respektiere diese Einstellung.
So ist das halt nun mal. Rindfleisch oder Hühnereier sind ja auch (land-) wirtschaftliche Produkte. Oder was ist mit Lederschuhen?
Oder sind afrikanische Tiere schützenswerter als europäische?
Oder wie ?

Also Elefanten und/oder Rhinos mit Rindern und Hühnern zu vergleichen kommt mir nicht in den Sinn.
Ich bin übrigens Vegetarier und esse kein Fleisch. Ich wurde zum Vegetarier, weil ein Bauer mit konventioneller Rinder- und Schweinehaltung Luftlinie knapp 80m neben uns präsent ist. Ich werde krank wenn ich die Rinder schreien höre (wenn ihnen die Kälber nach der Geburt weggenommen werden dauert das ziemlich exakt 1 Woche - Tag und Nacht). Aber das ist ein anderes Thema (btw. ich lebe in der Schweiz, wo die Tierhaltungsbestimmungen schärfer sind als in der EU. Insofern kann ich zur Massentierhaltung in der EU nur sagen: "shame on you").

Wenn bspw. in ZIM Elefantenkälber im Hwange von den Herden abgetrennt werden, sie eingefangen werden und an Zoos und (oder Zirkusse verkauft werden, dann ist das weder ein legitimer Vorgang, noch eine "nachhaltige Bewirtschaftung".
Wer Nachhilfe in Sachen Traumata von Jungelefanten benötigt, kann sich beim Sheldrick Trust erkundigen - sie geben sehr gerne Auskunft.

Wir Menschen entwickeln uns zur grössten Plage für diesen Planeten und ich erschrecke schon, wenn ich erlebe wie sehr wir als Gesellschaft uns in die Richtung emotionaler Krüppel entwickeln ( OT:gerade ist ein Freund eines Freundes auf dem Camino durch Spanien gelaufen und von Unbekannten bei Vigo halbtot geprügelt worden. Nach kurzer Zeit im Koma ist er vorgestern gestorben. Er war knapp 30 und wollte nur pilgern).

Nicht alles auf diesem schönen Planeten kann man in MONEY bewerten - selbst wenn die Gier noch so gross ist.
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29 Aug 2019 17:44 #566140
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  • loser am 29 Aug 2019 17:44
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Es geht hier vorrangig nicht um Trophäenjagd oder Wildern, sondern um Geld. Die SADC-Staaten sitzen auf einigen hundert Tonnen von Elfenbein, deren Erlös sie gut gebrauchen könnten. Diese Elefanten sind schon tot, die meisten sind eines natürlichen Todes gestorben. Sicherlich wurden einige gejagt und noch mehr gewildert, aber der Bestand ist keineswegs gefährdet und wächst jährlich um 3 bis 5 %. Bei (niedrig) geschätzten 250.000 Elefanten in der Region fallen alleine durch die natürliche Mortalität mindestens 250 Tonnen Elfenbein jährlich an. Wenn nur die Hälfte oder Drittel davon gefunden wird, wäre das ein schöner Betrag für die Parkverwaltungen und geschädigten Anrainer, zumal unbestritten ist, dass einzelne Regionen einen unvertretbar hohen Bestand haben, der auch hohe Kosten verursacht. Die Vegetationszerstörung in Wild- und Kulturlandschaft durch den Überbestand ist unbestritten und wird auch über kurz oder lange den „Phototourismus“ beeinträchtigen, und hat es eigentlich schon für Leute, die einen Blick dafür haben.
Die SADC-Staaten haben also gute Gründe und Begründungen für ihren Wunsch Elfenbein LEGAL verkaufen zu dürfen. Auch wenn man ihnen dies erlauben würde, hätten sie es schwer genug, weil es nur wenige Interessenten gibt. Die letzte legale Auktion vor Jahren (Namibia?) war ein Flop, weil die einzigen Bieter, China und Japan, sich abgesprochen haben. Außerdem hat China als Staat eingekauft (mangels Bietern viel zu billig) und hat dann mit hohem Profit zu Hause an Händler und Schnitzer weiterverkauft. Es war ein großer Fehler sich darauf einzulassen. Bei weiteren Verkäufen sollte das unbedingt vermieden werden, aber mittelfristig wird es keine (legalen) geben, weil Länder, die von dem Problem nicht betroffen sind, beschlossen haben, dass die Betroffenen damit alleine fertig werden sollen.
Für das Verbot gibt es mW nur ein Argument, nämlich dass das Zulassen eines legalen Marktes (für „frisches“ Elfenbein) die Nachfrage und damit das Wildern noch weiter verstärken würde (und Nachtrag: auch das Einschleusen von illegalem Elfenbein in einen legalen Markt erleichtern würde). Dass dies wirksam war und ist, lässt sich empirisch nicht belegen. Es gibt eben noch andere Faktoren, man vergleiche die Bestände und Entwicklung im südlichen Afrika vs. die in Zentral- und Ostafrika.
Letztlich ist es also ein Prinzipienstandpunkt nach moralisch/ethischen Kriterien, der natürlich nicht abzustreiten ist, so wie auch bei der Drogenproblematik.
Es gäbe eine einfache und gerechte Lösung zur Auflösung dieses Dilemmas.
Die CITES soll erlauben und verordnen, dass die gegen das Verbot stimmenden Staaten und Lobbys, NGOs und Private den SADC Staaten die vorhandenen Lagerbestände und den Zuwachs in Größenordnung der natürlichen Mortalität und aus unvermeidlichen Bestandsregulierungen ABKAUFEN und diese somit für ihre Leistung und Kosten ENTSCHÄDIGEN. Das brächte dringend benötigtes Geld für diese Länder und das jährlich! Die Käufer können das Elfenbein dann verbrennen oder in den Tresor legen oder was immer, außer weiterverkaufen
Grüße
PS. Rinderzucht im südlichen Afrika ist größtenteils Weidehaltung und den Unterschied zur Wildtierzucht im PGR oder NP hätte ich gerne erklärt bekommen.
Letzte Änderung: 29 Aug 2019 18:33 von loser.
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30 Aug 2019 07:24 #566177
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Seyko schrieb:
Also Elefanten und/oder Rhinos mit Rindern und Hühnern zu vergleichen kommt mir nicht in den Sinn.
Mir schon. Es sind alles Lebewesen. Ansonsten bin ich ganz bei Dir, außer dass ich kein Vegetarier bin. Ich esse gerne Fleisch, vorzugsweise selbst erjagtes. Massentierhaltung und die ganzen Auswüchse lehne ich absolut ab. Meistens ist es aber ja so:
Diejenigen, die am lautesten schreien, und sich für den Tierschutz stark machen, kaufen dann ihr Schnitzel im Supermarkt, ohne zu wissen, woher das eigentlich stammt. Das ist ja in vielen Lebensbereichen so. Man kann vortrefflich für oder gegen eine Sache sein (am besten noch anonym im Internet), das eigene Verhalten sieht dann oft ganz anders aus!
LG Marcus
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