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THEMA: Malawi: Nachgedanken zum Forumstreffen in Kronau
02 Aug 2010 08:52 #149309
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  • Nenette am 02 Aug 2010 08:52
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Hallo Fomis,

hier ein interessanter, bereits fünf Jahre alter Artikel aus dem Stern:

www.stern.de/politik...berleben-542757.html

Und falls jemand sich für Malawi von 1989 interessiert, hier der Link auf meinen Reisebericht:

www.namibia-forum.ch...lzamzimbot-1989.html

Viele Grüße,

Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment.
Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo)

Botswana 2010: nenette-f.over-blog....egorie-11610665.html
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02 Aug 2010 11:16 #149328
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  • Erika am 02 Aug 2010 11:16
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Hallo Nenette

Na, ganz so über jeden Zweifel erhaben wie es in dem Artikel dargestellt wird, ist die Regierung von Malawi wohl doch nicht. Ich erinnere mich noch gut daran, wie vor einigen Jahren wegen Dürre und Missernte die Maisreserven hätten angebraucht werden sollen, die man für Notfälle angelegt hatte. Aber die Silos waren leer, weil die Regierung die Vorräte ins Ausland verkauft hatte. Die Folge war eine Hungersnot. Hilfsorganisationen mussten überall im Land die Leute mit Maismehl versorgen.

Was ich auch überhaupt nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass die Supermärkte von importierten Kartoffeln, Tomaten und anderen Früchte überquellen, währenddem die Leute am Strassenrand tonnenweise auf ihren selbst geernteten Produkten sitzen bleiben. Obwohl sich in Malawi so viele Hilfsorganisationen wie nirgends anderswo tummeln, hat man bis jetzt die Armut in kleinster Weise in den Griff bekommen. Man gewinnt eher den Eindruck, dass die Regierung das Schicksal der Bevölkerung in die Hände der unzähligen Hilfsorganisationen gelegt hat und selbst nichts zur Verbesserung der Situation beisteuern will.

Für uns tönt es schlimm, wenn Menschen Mäuse essen, aber auch der Verzehr von Termitenköniginnen, Seefliegen und Heuschrecken ist in Malawi an der Tagesordnung. In diese Esskultur dürfen wir uns nicht einmischen. Sie verstehen auch nicht, weshalb wir verschimmelten und stinkenden Käse (z.B. Camembert oder Roquefort) essen.

Es ist vieles im Argen in Malawi, obwohl es an den drittgrössten See Afrikas grenzt und somit eigentlich ein von der Natur gesegnetes Land wäre.

Nachdenkliche Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte:
1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa
www.namibia-forum.ch...ahren.html?start=120
2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle)
www.namibia-forum.ch...g-war-die-huelle.htm
2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania
www.namibia-forum.ch...n-mal-haesslich.html
2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania
www.namibia-forum.ch...-durch-tansania.html
2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia
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02 Aug 2010 12:42 #149339
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  • Nenette am 02 Aug 2010 08:52
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Hallo Erika,

meine Nachgedanken bezogen sich darauf, dass ich es 1989 in Malawi nicht erlebt habe, dass dort Mäuse gegessen wurden. Es gab nirgendwo welche zu kaufen und wir hatten wirklich Kontakt zur Bevölkerung und haben die Märkte besucht. Ich weiß nicht, ob das von Banda verboten wurde( wie so vieles ) oder ob dies Ausdruck der völligen Armut ist, wie es der Stern schreibt. Letzteres kann ich mir gut vorstellen, bei uns wurden im Krieg ja auch Ratten gegessen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass ein gewisser Stolz dazu führt, dass das heute von der Bevölkerung als Tradition (Kurioserweise immer aus einem anderen Landesteil) dargestellt wird, so wie Axel das in seinem tollen Vortrag geschildert hat. Niemand gibt gern seine Armut zu.
Mein Eindruck war, dass damals weite Teile der Bevölkerung von der Fischerei und Landwirtschaft lebten. Das scheint sich geändert zu haben.
Dass andere Kuriositäten in weiten Teilen Afrikas auf dem Speiseplan stehen, ist mir natürlich klar und ich respektiere das! Schließlich durfte ich auch gebratenen Schweinskopf in Österreich und französische Andouillettes und Tripes bewundern. :ohmy:

An die Katastrophen mit den Maisreserven und Missernten kann ich mich auch noch gut erinnern.

Und an Madonna und ihren Zirkus!

Viele Grüße,
Nenette
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02 Aug 2010 15:22 #149360
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  • Erika am 02 Aug 2010 11:16
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Hallo Nenette

Ehrlich gesagt haben wir bis jetzt auch noch nie beobachtet, dass in Malawi Mäuse gegessen werden.

Nur im Norden Sambias haben wir mal am Strassenrand ein “Mobile”, gefertigt aus mehreren lebenden Ratten gesehen, welches zum Kauf angeboten wurde. Die Tiere waren an den Schwänzen mit Schnüren an Stöcke gebunden worden und zappelten verzweifelt, wenn sie rumgeschwungen wurden. Wir wissen nicht, ob sie lediglich als Spielzeug dienten oder ob sie schlussendlich im Kochtopf gelandet sind. Vor lauter Entsetzen hab ich vergessen zu fotografieren, da ich eben eine Tierfreundin bin, was auch für Ratten gilt, vorausgesetzt, dass sie mich in Ruhe lassen.

Auch Affenfleisch wird in manchen Gegenden verzehrt, allerdings nicht von allen Menschen. In Malawi hat uns mal jemand voller Stolz erzählt, wie er die Leute beschummelt. Er hängt das Affenfleisch zum Verkauf raus und hängt einen Ziegenkopf daneben. So glauben seine Kunden, dass es Ziegenfleisch ist. :woohoo:

Das grosse Problem in Malawi ist die Übervölkerung. Bei unserem letzten Besuch 2008 konnten wir beobachten, dass viele Familien aus Platznot bereits in sehr steilen Berghängen ihre Äcker bepflanzen müssen, was bedeutet, dass bei starken Regengüssen der ganze Hang inkl. Ernte weggeschwemmt wird. Besonders rückständig und unterentwickelt ist der Norden. Viele Leute beklagen sich, dass die Regierung für sie zu wenig tut, und manche behaupten, dass es früher besser war, als noch nicht so viele Menschen das Land bevölkerten.

Diejenigen, die am See wohnen, haben es besser als die Menschen im Hinterland. Sie haben Zugang zu frischem Wasser und zu Fischen und können diese eintauschen , verkaufen oder selber essen. Leider ist jedoch der See schon ziemlich überfischt, da vielerorts “Moskitonetze” im Einsatz sind.

Wenn man mit offenen Augen durch das Land fährt, sieht man auf Schritt und Tritt eine grosse Armut. Eine Lösung, wie man die Menschen da herausholen könnte, gibt es aber glaube ich nicht. Auch nicht mit Hilfe von Madonna. :lol:

Grüessli Erika
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03 Feb 2011 13:46 #173716
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  • Kiboko am 03 Feb 2011 13:46
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Ich habe den Thread erst jetzt gefunden.

Erika schrieb:
Ehrlich gesagt haben wir bis jetzt auch noch nie beobachtet, dass in Malawi Mäuse gegessen werden.

In Zentralmalwi sind sie eine Delikatesse

Reiche Beute: :woohoo:


Stolzer Jäger


Frisch vom Grill :dry:


Schmecken sie immer :unsure:


am besten! :S


Guten Appetit! :X

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Ghana, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Ruanda, Sambia, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x)

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03 Feb 2011 14:29 #173725
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  • ANNICK am 03 Feb 2011 14:29
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Hallo Bernd,

Jetzt verstehe ich wieso Du dich so auf den Käse nach dem letzten Kronauer Forumstreffen gestürzt hast!!!! :laugh:

Bin Mitte November auch in dieser Gegend. Hoffentlich gibt es dann Froschschenkel..... :P

Es grüsst
Annick
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