THEMA: Kurzer Abriß unserer Tour in Angola Dez.2008
02 Apr 2009 15:50 #96650
  • HolgerK.
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  • HolgerK. am 02 Apr 2009 15:50
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Hallo Ralph,
ich hatte Dir ja versprochen, noch etwas von unserer Tour nach Angola Weihnachten 2008 zu berichten.Ok.
Ausgangspunkt Windhoek mit 4 Wagen. Einer von Ihnen bekam erst am Samstag die Police Clearance, traf uns dann aber später am Abend in Ruacana. Abends fürchterliches Gewitter. Das Wasser stand 10 cm auf unserem Zeltplatz. Wir hatten ein mit Blechteilen überdachtes Vordach gefunden, das zumindest wir im trockenen saßen. Abends um 23.00 wurde das Wasser weniger, wir nahmen einen Tisch und legten ihn auf meine beide Rücktüren, sodaß der Koch zumindest etwas geschützt wurde. Also brieten wir über meinem Gaskocher noch einige Kartoffeln, damit wir überhaupt etwas in den Magen bekamen. Am Nächsten Tag Trouble an der Grenze. Der Beamte wollte uns nicht hereinlassen., da wir keine Gelbfieberimpfung besaßen. Auf Nachfrage in der Botschaft in Windhuk bekamen wir die Antwort, wird nicht benötigt. Also dem Grenzer 50 US$ angeboten. Antwort: Das sei zuwenig. Also 100 US$ und wir waren durch. Dann paralell zum Kunene nach Westen. Weg war nicht schlecht, lästig aber die Zweige der Mopani, die uns den ganzen Lack zerkratztem. Abends Camp in Espinheira.Nächsten Tag am Kunene, kurz vor der Mündung. Tags darauf erreichten wir das Meer, fast alle Wagen festgesessen. Dann zum Curoca Fluß. Überquerung nicht möglich, da Hochwasser. Einheimische standen hier schon seit 3 Tagen. Also zurück in Richtung Espinheira und weiter nach Oncocua. Dort sollte es auch Benzin geben. Gab es aber nicht, nur 100 l Diesel für mein Auto. Umsonst!!!. Außerdem stand der halbe Ort unter Drogen oder Alkohol oder beidem. Unsere Frauen wurden zwischenzeitlich noch von einer alten Frau mit dem Panga bedroht. Es war jeden Tag etwas los.Dann weiter nach Cahama, Straßenzustand teilweise schlecht bis sehr schlecht. In Cahama erhielten wir 50 l Benzin. Das reichte für die 3 Benziner bis ca, 20 km hinter Cahamas, wo wir Camp aufschlugen. Nächsten Tag mit meinem Wagen nach Lobito gefahren, ca. 200 km, alle Reservekanister aufgefüllt. Allerdings mußte ich dafür 2,5 Std. in der Schlange warten. Denn es war die einzige Tankstelle, die Benzin besaß. Wieder zurück zu den anderen Wagen, Tanks gefüllt und wieder auf nach Lobito. Dort angekommen mußten die Benziner natürlich tanken. Wieder 2,5 Std. an der Tankstelle, diesmal an einer anderen. Die hatte inzwischen Benzin bekommen, die vom Morgen war leer gekauft. Inzwischen war es Abends und wir suchten und fanden einen wunderschönen Platz, 2.500 m hoch, oben in den Bergen. Es sah hier aus, wie ich mir das schottische Hochland vorstellte-. Abends zum Essen, wie jeden Abend,kam der Regen. Nächsten Tag über Lebapaß in Richtung Namibe. Kurz vorher rechts abgebogen und zum Strand. Endlich am Meer. Menschenlose Strände, kristall klares Wasser. Man konnte von oben die Fischschwärme sehen, die sich im warmen Wasser tummelten. Zwei Tage blieben wir dort, angelten, badeten und genossen die Wärme. In den nächsten Tage fuhren wir weiter nach Bentiaba, Lucira und Santa Maria. Tolle Strände, tolle Aussichten. Zurück in Namibe füllte ein vollkommen betrunkener Tankwart dem einen Benzinwagen von uns 240 l Diesel ein. Den Fahrer hatte man 3 mal von einer Zapfsäule zur anderen geschickt, sodaß er gar nicht mehr wußte, was er überhaupt tankt.Daraufhin ließen wir 240 l Diesel in den Sand laufen.Schreckliche Vorstellung.Aber so war jeden Tag etwas los. Als Abschluß möchte ich nur sagen, daß ich das Land schon faszinierend fand, ich auch wieder dahiun fahren würde, aber mich auch einige Sachen geärgert haben. Z.B. der Zöllner, das Betteln in den Städten. Ich fahre aber bestimmt wieder hin. Ich starte jetzt im Juni eine Tour von Windhuk aus in den Caprivi, Sambia Hausboottour auf dem Kariba, Lower Zambezi, Mana Pools, Chobe park und Okavangodelta. Melde Dich doch bitte und sag mir, wann Du in Windhuk bist, vielleicht klappt es je diesmal.
Gruß
HolgerK.
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17 Mär 2010 16:29 #133799
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  • Pascy am 17 Mär 2010 16:29
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Wann merkt der Weisse Mann das er Bettler und Wegelagerer, Steineschmeissende Kinder selbst erzieht - Zöllner erst mal bezahlen und dann gleich noch erhöhen - vor Jahren war in Angola kein Bettler und Kohlebessener Zöllner - gut erzogen wurden Diese!!! Danke Ihr D....
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17 Mär 2010 17:25 #133807
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  • lilytrotter am 17 Mär 2010 17:25
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Au, weia!!

Das hört sich ja furchtbar an! So richtig zum fremdschämen.

Das schlimmste ist Folgendes (Zitat): „ Daraufhin ließen wir 240 l Diesel in den Sand laufen.“
Das ist wirklich ein Skandal, das ist ja justiziabel und das traut Herr HolgerK sich auch noch öffentlich zu schreiben. – In Selbstherrlichkeit, Amen. Die Bevölkerung hat dann über Jahre das Nachsehen mit verseuchtem Trinkwasser für Mensch und Tier.
Manchmal ist es doch auch für selbstherrliche Weiße angebracht, ein wenig Gehirnschmalz zu verbrauchen.
- Und dabei ist es vollkommen egal, wie man zu dem Diesel gekommen ist und ob der Tankwart betrunken war oder nicht. Wer so nachlässig ist und nicht neben seinem zu betankenden Auto steht, insbesondere wenn man merkt, der Tankwart ist „vollkommen betrunken“ muss sich nicht wundern, dass er Fehler nicht oder zu spät bemerkt. So ist das überall auf der Welt.

Vor vielen Jahren haben wir mal in Ägypten 1200 Liter Diesel über Schläuche in eine Tankstelle zurücklaufen lassen. Das dauerte ziemlich lange. Wir sahen zwar hinterher aus, wie die Schweine und hatten auch den einen oder anderen Schluck Diesel beim Ansaugen in den Mund gekriegt (und natürlich sofort ausespuckt, ekelig, das!), aber so was, wie „na, dann lassen wir’s doch mal in den Sand laufen, davon hat’s ja genug vor den Toren Aswans …“ – so was wäre uns im Traum nicht eingefallen.

Wir sind entsetzt. lilytrotter
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17 Mär 2010 17:34 #133809
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  • ANNICK am 17 Mär 2010 17:34
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Diesen Thread hatten wir ja schon einmal!!! :unsure:


Und schon kann es wieder los gehen mit der Diesel Story! :woohoo:


Es grüsst
Annick
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17 Mär 2010 17:47 #133811
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  • lilytrotter am 17 Mär 2010 17:25
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Habs gerade nachgesehen, ja.
Bleibt aber trotzdem zum weinen.
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17 Mär 2010 18:26 #133815
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  • edwina am 17 Mär 2010 18:26
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Den alten Thread kenne ich nicht, dachte aber das gleiche wie lilytrotter. Aber mal ne ganz pragmatische Frage:
Wieso ließ sich da niemand (Plural) aus der Bevölkerung finden, der mit einem Sack voll Kanistern herbeieilt und sich den nicht zu gebrauchenden Diesel schenken läßt? War doch sicher keine Tankstelle mitten in der Wüste. Verstehe ich nicht.
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