THEMA: Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil
01 Jan 2020 20:53 #576306
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Liebe Forumsgemeinde,

zunächst wünsche euch allen ein frohes und gesundes Jahr!

Wie bereits "angedroht", möchte ich auch von meiner letztjährigen Reise durch Botswana und Namibia berichten. Beginnen werde ich mit dem Namibia-Teil, also nicht chronologisch. Das geschieht aus dem Grund heraus, dass ich im Botswana im Wesentlichen die gleichen Gebiete besuchte wie in 2018. Das heißt aber nicht, dass es keinen Bericht geben wird. "Gesetzt" waren für mich folgende Ziele: der Khaudum NP, die Fahrt durch/entlang des Tsuxub und das Hartmanntal. Vorgebucht hatte ich nichts. So konnte ich mich treiben lassen und fuhr jeden Tag soweit ich wollte, was zugegebenen zu langen (Fahr)tagen führte. So habe ich beispielsweise eine Nacht im Süden des Khaudums gestrichen, da es dort fast keine Tiere gab. Am Ende blieben so noch zwei ungeplante Tage Swakopmund "übrig".

18.04. Mahangu Safari Lodge Campsite
19.04. Khaudum Campsite
20.04. Roy's Rest Camp
21.04. Palmwag Lodge Campsite
22.04. Zwischen Hoarusib und Khumib
23.04. Hartmanntal
24.04. Puros Community Campsite
25.04. Khowarib Lodge Campsite
26.04. Ugab Save The Rhino Trust Base Camp
27.04. Swakopmund A La Mer
28.04. Swakopmund A La Mer
29.04. Rückflug

18.04. Mahangu Safari Lodge Campsite

Gestartet im CKGR war es nicht unbedingt mein Ziel, bis Namibia zu fahren. Shakawe hätte eigentlich völlig gereicht, welches ich gegen 16:00 Uhr erreichte. Allerdings reizte es mich schon, den Mahango im schönsten Nachmittags- bzw. Abendlicht zu besuchen. Am nächsten Morgen hätte ich zusätzlich Zeit für den Buffalo Core des Bwabwata NP. Also begab ich mich kurzentschlossen zur Grenze. Der Grenzübertritt dauerte keine 10 Minuten - rekordverdächtig. Im Mahango angekommen, bog ich sogleich auf die flussnahe Piste ein. Das erste Tier, dass ich ablichten konnte, war ein Impalabock.


Auf den großen Baobab wollte ich nicht verzichten. Auf der Stichstraße befanden sich noch weitere Affenbrotbäume. Vor diesem posierte eine Impalaherde.


Der großer Baum. Das zweite Bild ist aus 2016 und soll das Größenverhältnis widerspiegeln.




Da an dieser Stelle "alle" das Auto verlassen, tat ich es auch. Denn man hatte hier auch einen tollen Blick über die Überschwemmungsfläche des Okavango.


Die Lechwe in der "Nahaufnahme".


Nach der trockenen Kalahari tat das Grün, die hohen Bäume sowie das Wasser einfach gut und begeisterte mich. Das Licht war super und dazu gab es noch schöne Wolken am Himmel.


Auf der Rückfahrt zur Hauptpiste konnte ich die ersten Warzenschweine in einer tollen Landschaft ablichten. Ihre Artgenossen zuvor waren einfach zu schreckhaft.


Eine einzelne Leierantilope zeigte sich ebenfalls in der Nähe.




Den Strauß empfand ich in dieser vegetationsreichen, grüner Landschaft irgendwie unwirklich.


Die ufernahe Piste führte leider die meiste Zeit ohne Sicht auf den Okavango durch den Busch. Die Stellen, an denen man freie Sicht über den Okavango bzw. über dessen Überschwemmungsgebiete hatte, waren dafür umso schöner. Es gab etliche Tiere (Lechwe, Büffel, Klunkerkraniche), auch wenn teilweise in weiter Entfernung.




















An einem trockenen Arm konnte ich eine Herde Gnus und Pferdeantilopen beobachten.




Das Gate war bald erreicht. Die Rangerin musste ich mehr oder weniger überzeugen, mir kurz vor Feierabend noch ein Permit auszustellen. Ihr wäre es wohl lieber gewesen, ich hätte "Transit" gesagt.
Ich fuhr direkt zur Mahangu Safari Lodge. Man war erstaunt, dass ich nicht vorreserviert hatte. Es gab noch genug Plätze auf der Campsite, sodass ich einen direkt am Wasser wählen konnte - toll.


Gegen 19:00 Uhr setzte Löwengebrüll von der anderen Flussseite ein, welches bis in den Morgen fortdauern sollte.

Gefahrene Kilometer: 544 km (11,7 l)
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05 Jan 2020 22:07 #576626
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19.04. Khaudum Campsite Teil 1 (Buffelo Core)

Da ich die benötigte Zeit zum Khaudum Camp auf ca. drei Stunden einschätzte, wollte ich am Morgen noch den Buffelo Core des Bwabwata NP besuchen, den ich ebenfalls nicht kannte. Bereits 6:40 Uhr hatte ich ausgecheckt, sodass ich kurz nach sieben vor der Rangerstation stand. Das Gebäude stand offen, aber keine Menschenseele vor Ort. Es war Karfreitag und die Schranke war oben. Das deutete ich als Zeichen, in der Park zu fahren und das permit auf dem Rückweg zu lösen (war auch so in Ordnung). Auch hinter der Schranke befand ich mich noch auf einer breiten Schotterstraße. Um am Ufer entlang zu fahren, nutzte ich die erstbeste Gelegenheit Richtung Ufer abzubiegen.

Immer wieder huschten Warzenschweine an mir vorbei.


Es dauerte noch eine Weile bis einen Blick auf den Okavango werfen konnte.


Die meiste Zeit war der Blick auf den Fluss allerdings versperrt. Was mich nicht weiter störte. In der dichten Vegetation "entdeckte" zwei Büffel. Bald, kurz vor erreichen der "Hauptpiste" auf Höhe der verlassenen Militärsiedlung der Südafrikaner, stand ich vor einer steilen Auffahrt mit Felsstufen, die ich mir nicht antun wollte. Also wendete ich und fuhr zu breiten Schotterpiste zurück. Insgesamt ca. 7-8 Kilometer Umweg. Generell wäre meine Empfehlung, erst hinter der verlassenen Siedlung ans Ufer zu fahren.
Hinter der Siedlung traf zunächst auf einen Senegalkiebitz.


Und kurze Zeit später auf einen Elefantenbullen, der ungewohnt früh seinen Durst stillte.


Am Picknickplatz öffnete sich endgültig die Landschaft und ich erfreute mich an dieser, den wenigen Büffeln, Flusspferden und den davonfliegenden Klunkerkraniche.






Hinter dem Picknickplatz führte die Piste direkt am Ufer des nun beginnenden Überschwemmungsgebiets entlang. Als ich diese Höckerglanzgänse fotografierte,


realisierte ich dass die Auen voller Büffel standen - zum Teil weit entfernt.




Zunächst nahm ich diesen Kuhreiher auf


und merkte, dass einige Büffel die Auen ziemlich eilig Richtung Ufer verließen.


Andere, kleinere Gruppen machten ihnen es gleich.












Ob dies ein normales Verhalten war, oder ob sie durch das vor mir fahrende und mein Fahrzeug "aufgeschreckt" wurden, kann ich nicht beurteilen.
Einige hundert Meter später hielt ich das Panorama dieser tollen Landschaft fest,


als auch schon die nächsten Büffelgruppen durch die Auen rannten.


Büffel mit Kuhreiher






Diese davon fliegenden Sporngänse habe ich mit 500mm Brennweite aufgenommen,


so wie dieses Panoramabild.


Von der Landschaft war ich restlos begeistert. Daher machte ich immer wieder Panoramafotos. Am anderen Ufer war der Mahango Core.


Im Vordergrund des letzten Bildes sind einige Witwenpfeifgänse zu sehen. Hier in der Nahaufnahme.


Als nächstes konnte ich einen Ibis, sich in Schlamm wälzende Büffel, Schlangenhalsvögel und Graureiher beobachten.









Da ich ja noch in den Khaudum wollte, hieß es für mich an dieser Stelle nach ca. 1:45 Stunden im Park, kehrt zu machen.




Eigentlich schade. Hatte es mir doch hier super gefallen und gerne wäre ich die Uferpiste bis zum Ende gefahren. Da ich aufgrund der vielen Aufnahmen, der kreuzenden Büffel und der anfänglichen "Irrfahrt" gar nicht so viel Strecke zurückgelegt hatte, sollte die Fahrt zum Gate nicht all zuviel Zeit in Anspruch nehmen.
Einige wenige Landschaftspanoramen mussten dennoch auf dem Rückweg festgehalten werden.




Dies sollte nun wirklich das letzte Büffelfoto für heute werden, obwohl ich eigentlich schon keine mehr fotografieren wollte.


Für diese Rappenantilope mit kapitalem Gehörn hielt ich natürlich gern.


Unerwartet drehte er sich um und rannte davon.


Kurz vor der ehemaligen Militärsiedlung stieß unverhofft auf die "Störenfriede" der letzten Nacht.


Der Pascha ließ sich nach Querung der Piste im Gebüsch nieder.


Neben dem Pascha konnte ich noch ein weiteres, besendertes Männchen, zwei Löwinnen und ein junges Männchen ausmachen.


Nach einigen wenigen Minuten des Warten beschloss ich weiter zu fahren, wohl wissend, dass sich für die nächsten Stunden an der Szenerie nichts mehr gravierendes ändern würde. Kurz nach 10 Uhr stand ich vor dem Rangerbüro, bezahlte mein Permit und war bereit für das nächste Abenteuer des Tages.
Letzte Änderung: 08 Jan 2020 22:55 von aos.
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11 Jan 2020 16:06 #577098
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19.04. Khaudum Campsite Teil 2

Knapp 100 Kilometer durfte ich der B8 zum Abzweig, welcher bei Unkenntnis leicht zu verfehlen war, des Khaudum NP folgen. In Divundu tanke ich noch voll. Es herrschte erstaunlich viel Trubel an und um den Tanksäulen, obwohl außer einer Imbissbude sämtliche Geschäfte geschlossen blieben.
Nach verlassen der B8 wurde es umgehend tiefsandig. Viel mehr als Ø 25 km/h waren nicht möglich, welches aber eher an der Aufschaukelei als am Tiefsand lag.


Die Vegetation war ziemlich dicht, sodass die Fahrt nicht gerade abwechslungsreich war. Nach ca. einer Stunde konnte mich das Schild etwas aufmuntern.


Knapp eine dreiviertel Stunde später stieß ich auf die Nordwestecke des Parks, an der mich zunächst ein Schild über das Infrastrukturprojekt informierte. Allerdings schienen die Gelder nicht in die Ausbesserung Nordzufahrt geflossen zu sein.


Nur noch sechs Kilometer zum "gelobten Land".


Aber zunächst war ich etwas enttäuscht. Denn an der Nordwestgrenze erstrecke sich ein Zaun nach Süden und nach Osten. Das passte gar nicht in mein Bild des als zaunlos beworbenen Parks. Ob sich der Zaun bis zur botswanischen Grenze fortsetzte, weiß ich nicht (Falls ja, ist es den Tieren nicht möglich, zum Okavango zu ziehen). Und wie weit er sich gern Süden erstreckte, kann ich auch nicht sagen. Jedenfalls reichte er bis zum Parktor.




Anders als das Bild vermuten lässt, kam ich von links durch den Cwiba Omuramba (so heißen die (flachen) Trockenflüsse im Nordosten). Für wen die hundert Meter Schotterstraße in westlicher Richtung angelegt wurden, mochte sich mir nicht erschließen.
Sollte mich aber nicht wirklich stören. Allerdings war ich etwas irritiert, als ich vor herabgesenkter Schranke stand und niemand vorfinden konnte - auch nicht im Rangerbüro. Ob das der Mittagspause (?/es war 13:20 Uhr) oder dem Feiertag geschuldet war, kann ich nicht beurteilen. Ich öffnete die Schranke und wollte das permit beim Verlassen des Parks erwerben. In der unbesetzten Rangerstation gab es noch einige Informationstafeln, daneben einen schönen Picknick-Platz.


Anstelle der direkten Piste zum Khaudum Camp zu wählen, wollte ich entlang des Cwiba und des Khaudum Omuramba fahren. Dies war zwar etliche Kilometer länger, allerdings hatte ich keine Lust mehr auf eine Tiefsandpiste und hoffte, in den Omiramba Tiere entdecken zu können - vorzugsweise Elefanten. Die Landschaft empfand ich als ansprechend


und ich freute mich, als ich nach ca. 20 Minuten an einem natürlichen Wasserloch im Cwiba auf Elefanten traf.




Die Elefanten waren äußert scheu und schreckhaft, solange der Motor lief. Ein solches Verhalten war mir bis dato nicht bekannt.




Ich fuhr ohne großen Stopp weiter, um die Tiere nicht weiter zu stören. Keine fünf Minuten später, sah ich in der Ferne schon die nächsten Elefanten an einer Wasserstelle - mit Pferdeantilopen.






Wenige Kilometer weiter vereinigten sich Cwiba und Khaudum zu einem großem Trockenfluss. Ab hier war ich von der Landschaft vollends begeistert - auch wenn am Wasserloch nichts los war.




Nach einigen hundert Metern kehrte ich um


und folge dem Khaudum, wo ich zunächst einen Elefantenbullen beobachten konnte.


Das Flussbett wurde schmaler. Bald stieß ich auf eine Herde Gnus.


Wenige Kilometer später weitete sich die Landschaft - schön.


Am Khaudum Wasserloch, das erste künstliche, stillte ein Elefant seinen Durst. Die Bullen im Park zeigten, verglichen mit den Herden, keine Scheu.




Nach ca. anderthalb Stunden erreichte ich die Khadaum campsite, welche herrlich schön auf einem Hügel/Düne nördlich des Khaudum Omuramba mit Blick auf dem selbigen lag. Die Campsite kostete 110 N$ je Fahrzeug und 330 NS$ je Person. Für Namibia relativ teuer. Dennoch besser als sämtliche Campsites in Botswana, was Lage/Aussicht und Sanitäranlagen betraf (außer vielleicht tshaa campsite). Trotz Taschenrechners hatte der Angestellte große Probleme, den Endbetrag von 440 NS$ zu ermitteln. Dem Buch konnte ich entnehmen, dass ich der erste Gast seit zwei Tagen war. Die Campsite konnte ich mir frei auswählen. Das Luxus-Camp war immer noch nicht im Betrieb. Auch ein Mobilfunkmast war inzwischen errichtet worden, sodass es in dieser entlegen Ecke Namibias Netzabdeckung gab.
Zunächst stattete ich dem Aussichtsturm einen Besuch ab - was für ein Panorama. Der Blick nach Westen.


Im Osten konnte ich zwei Elefanten sehen.


Ich wählte Campsite Nr 2 - auch hier hatte man von der Schattenplattform (s. Foto ganz unten) einen tollen Blick Richtung Wasserloch.


An dieser traumhaften Landschaft konnte ich mich nicht satt sehen. Es war einfach herrlich, die durch das Tal ziehenden Elefanten zu beobachten.


Bevor ich zur Abendpirsch aufbrach, hielt ich einen Frankolin fest


sowie die Aussicht zum Wasserloch.


Im Trockenflusstal fuhr ich nach Westen und traf auf einen Oryx. Vor den hohen Bäume wirkte die Szenerie auf mich irgendwie unwirklich.


Danach eine Gabelracke


und einen Duiker


Die Bäume entlang des Flussbetts wurden niedriger und bald wendete ich, da ich zum Sonnenuntergang beim Khaudum Wasserloch sein wollte.






Weiß von euch jemand, was das für hohe, "schlanke" Bäume sind?


Unterhalb des Camps zog eine Gruppe Pferdeantilopen durch den Fluss.








Beim Wasserloch angekommen machte ich zunächst ein Panoramafoto von der Landschaft flussabwärts.


Die weit entfernten Elandantilopen (im Bild oben zu erkennen) nahmen umgehend Reißaus.


Am Wasserloch gab es trinkende Elefantenbullen und einige Gnus ringsum.














Ein letztes Foto im Tal bei bestem Licht - einfach toll.


Auf der Campsite angekommen, baute ich nicht sofort mein Dachzelt auf, sondern genoss noch das letzte Licht im Tal.

(Ziemlich in der Mitte sind die Elandantilopen als kleine Punkte auszumachen)

Ich sollte übrigens die einzige Gast auf dem Zeltplatz bleiben - welch ein Privileg, der einzige Tourist im Nordteil des Parks zu sein. Von der campsite selbst habe ich nur diese Aufnahme.


Der aufgehende Mond wurde wunderschön angeleuchtet.


Gefahrene Kilometer: 284 km (15,6 l)
Letzte Änderung: 13 Jan 2020 21:46 von aos.
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16 Jan 2020 20:43 #577475
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20.04. Roy's Camp Teil 1

Den Khaudum-Aufenthalt wollte ich klassisch gestalten: eine Nacht im Norden und eine im Süden (Sikereti Camp). Nachdem mir der Khaudum Omuramba so gut gefallen hatte, wäre ich diesen gerne bis botsuanischen Grenze gefolgt und in Anschluss die östliche Piste nach Doringstraat gefahren. Da mir aber der Zustand dieser 34 km langen Piste nicht bekannt war, traute ich mir dieses Unterfangen nicht zu. Ich befürchtete, dass diese Strecke völlig überwuchert sein würde. Denn im Vorfeld bei der Planung der Reise habe ich keinen Bericht gefunden, dass jemals diese Piste gefahren wurde. Topobär ist sie gefahren, allerdings kam sein Bericht (namibia-forum.ch/for...tml?start=240#557650) leider zu spät für mich.
Hingegen konnte ich in Erfahrung bringen, dass die schönere Strecke nach Süden, die über Doringstraat, Leeupan und Tari Kora, sein soll als der direkte Weg über Tsau. Aber bevor ich mich auf den westlichen Weg nach Doringstraat machte, bestaunte ich die Dämmerung von der Campsite.






Zehn Minuten später wirkte der Himmel noch spektakulärer.




Im Flusstal angekommen, rannte eine Herde Gnus direkt vor mir von der Anhöhe ins Flussbett hinunter. Die Sonne schien leider noch nicht ins Tal.


Die Herde Elandantilopen schlug ich wieder unfreiwillig in die Flucht.


Zur gleichen Zeit lugte die Sonne hervor.


Als nächstes begegnete mir eine Herde Giraffen, die ebenfalls scheuer waren als gewohnt.






Hinter der nächsten Biegung, enteckte ich eine Tüpfelhyäne, die umgehend das Weite suchte.




Wenige Minuten später erreichte ich den Abzweig nach Doringstraat, ließ den Blick Richtung Camp zurückschweifen


und entschloss mich, wenigstens noch das Wasserloch hinter dem Zusammenfluss von Khaudum und Cwiba zu besuchen. Leider zeigte sich auch heute kein Tier.


Ich wendete und fuhr zum Doringstraat-Abzweig zurück. Nach Querung des Khaudum hielt ich ein letztes Mal den selbigen fest.


Unmittelbar nach Verlassen des Flussbetts setzte eine Tiefsandpiste ein, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Zusätzlich war der Track "huckelig" und kurvig, sodass ich für die zwölf Kilometer zum Wasserloch 42 Minuten benötigte. An den sandigsten Stellen zeigte der Tacho keine zehn Stundenkilometer an. Ich war froh, dass ich keinem Elefant begegnete. Ansonsten war die Vegetation relativ dicht und das Grass stand hoch, was Tiersichtungen sehr erschwerte. Ich hatte keine bis Doringstraat. Einige hundert Meter vor dem "offiziellen" Wasserloch passierte ich ein Pfanne mit einem natürlichen Wasserloch.


Am künstlichen Wasserloch stillten fünf Elefantenbullen ihren Durst. Generell fiel wegen des Gegenlichts das Fotografieren und das Beobachten etwas schwer.




Da die Elefanten relativ nah am Hide waren, wollte ich das Fahrzeug nicht verlassen und setzte meine Fahrt bald fort. Erstaunt war ich noch, dass von Doringstraat eine Piste nach Tsau ausgeschildert war. Diese ist in keiner der gängigen Karten verzeichnet. Also "quälte" ich mich weiter durch den Tiefsand. Ab und an gab es auch kurze nicht sandige Abschnitte. Dieser ist einer davon. Das Bild zeigt auch gut, wie dicht die Vegetation war.


Schlussendlich dauerte es 50 Minuten für die 15 km bis Leeupan. Auch hier gab es einige Elefantenbullen.






Die Piste nach Tsau.


Hier noch ein paar Aufnahmen der Dickhäuter. Andere Tiere konnte ich nicht ausmachen.




Letzte Änderung: 14 Apr 2020 23:25 von aos.
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02 Feb 2020 17:37 #579174
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20.04. Roy's Camp Teil 2

Als direkt hinter Leeupan wieder der bekannte Tiefsand einsetze, war schon etwas frustriert, da es bis Tari Kora 22 km sein würden. Plötzlich sprang etwas gelbes über die Piste. War das ein Löwe?! Ja, denn sein/ihr Kollege lag noch mitten auf dem Weg.


Ich finde, das Foto lässt gut erkennen, warum es nicht möglich war, schneller voranzukommen. Der "Pistenlöwe" sprang natürlich unverzüglich hinterer in den dichten Busch. Und wenige Sekunden später, war er gar nicht mehr zu sehen.




Laut T4A hatte ich nun den Dorsland gather place erreicht. Tiere konnte ich hier leider nicht entdecken.


Als die Piste sandig (besser) wurde, traf ich auf eine LKW mit deutschem Kennzeichnen. Wir unterhielten uns kurz. Sie fragten, ob die Piste gen Norden so sandig bliebe oder besser werden würde. Dies konnte ich nicht bestätigen - vielmehr das Gegenteil. Übernachtet hatten sich mir einem weiteren Fahrzeug bei Tari Kora. Laut ihrer Aussage interessiert es die Ranger nicht, wo man nächtigt, wenn man in der Park fährt. Sie wollten heute den Park verlassen. Ich empfahl ihnen, noch eine Nacht im Khaudum Camp zu verbringen. Obwohl ihnen der Preis zu hoch wäre, wollten sie die campsite ansehen.
Nach ca. einer Stunde erreichte ich Tari Kora, ein Wasserloch im Nhoma Omuramba. Ich schnappte mir eine Cola aus dem Kühlschrank und begab mich auf den Hide.




Ich scannte die Landschaft ab und konnte leider kein Tier erblicken. Daher kehrte ich nach Leeren der Coladose zum Fahrzeug zurück, um den Track entlang des Nhoma zum nächsten Wasserloch (Dussi) zu folgen. Die Landschaft entlang des Trockenflusses war ganz anders als die entlang des Khaudum. Die Bäume standen weniger hoch und dicht. Generell wirkte die Vegetation, als ob sie ob sie von Elefanten überbeansprucht wurde.
Auch bei Dussi konnte ich kein Tier entdecken.


Also ging es weiter nach Omuramba. Die Piste außerhalb des des Flusstals war sehr wellblechig. Am Wasserloch angekommen, konnte ich noch ein flüchtendes Warzenschwein entdecken. Ich kletterte auf den baufälligen Hide, wo ich eine Brotzeit machte.


Mahaliweber und Black-faced Babbler? Fork-tailed drongo/Trauerdongo


Wegen des Wellblechs und der vermuteten schöneren Landschaft, wählte ich den Track durch den Nhoma. Zunächst querte ich den Trockenfluss


und erfreute mich an der schönen Landschaft.


Bis zum Wasserloch Shiyambi entdeckte ich keine Tiere.


Dies geschah erst einige Minuten später (die Strauße im Hintergrund).




Kurz vor Soncana begegnete mir eine einzelne Pferdeantilope sowie ein Sekretär.


Am Wasserloch selbst herrschte tote Hose.




Ich verließ das Flussbett Richtung Sikereti Camp. Das Camp selbst war eine große Fläche mitten im Busch. Das sagte mir so gar nicht zu. Da ich im Süden kaum Tiere entdeckte, entschloss ich mich, bis zur Tsumkwe Country Lodge weiterzufahren. Nach sieben Wellblechkilometern erreichte ich das Parktor, dass ich ca. 12:45 passierte.


Die Piste nach Tsumkwe war super ausgebaut und ließ eine Øgeschwindigkeit von 70 km/h zu. Kurz vor dem Dorslandbaumabzweig, sah ich einen fressenden Elefantenbullen neben der Piste.






Der Abzweig zum Baum ist unscheinbar und nicht ausgeschildert. Nach knapp drei Kilometern war der Affenbrotbaum erreicht.


Ich nutzte die Gelegenheit, erstmals auf dieser Reise meine DJI Sparks steigen zu lassen.




In Tsumkwe tankte ich voll. Es war eine der wenigen Tankstellen (wenn nicht sogar die einzige) auf der diesjährigen Reise, bei der keine Kartenzahlung möglich war. Der Ort machte auf mich eher einen trostlosen Eindruck. Da ich mich noch fit fühlte, traf ich die Entscheidung, nicht zur Tsumkwe Country Lodge zu fahren, sondern bis zum 220 km entfernten Roy's Camp. So war es mir möglich, am folgenden Tag bis nach Palmwag zu kommen. Die C44 war ebenfalls top in Schuss.


Auf den Hof von Roy's Camp rollte ich gegen fünf Uhr - ganz genau weiß ich es nicht mehr. Empfehlen kann ich diesen langen "Ritt" nicht - jedenfalls nichts als geplante Etappe. So etwas muss sich vor Ort ergeben.
Auf der campsite unterhielt ich mich eine Weile mit zwei namibischen Farmerehepaaren burischen Abstammung recht nett. Sie "nötigten" mich, ihren klebrig süßen, rosa Sahneschnaps zu trinken. Prost!

Gefahrene Kilometer: 393 km (13,3 l)


21.04. Palmwag Lodge Campsite

Heute war ein Fahr- und Einkaufstag. Da ich in Grootfontein nicht alles bekam, musste ich doch noch in den trubeligen Spar in Otjiwarango. Ich war froh, als ich in Kamanjab ankam, weil ich die Asphaltstraße verlassen konnte und bald die tolle Tafelberglandschaft beginnen sollte. In Kamanjab überzeugte ich mich noch persönlich, dass die Metzger geschlossen hatte. Dem war auch so, schließlich war Ostersonntag. Gleiches galt auch für den Tankstellenladen am Ortsausgang.
Ca. 15:15 Uhr erreichte ich den Grootbergpass.




In der Palmwag Lodge angekommen, ergatterte ich den letzten verfügbaren Campingplatz. Leider in der zweiten Reihe. Alternativ hätte ich C2 in der multi use area ansteuern können. Ich hatte allerdings wenig Lust, noch weiter zu fahren.
Der Sonnenuntergang am Uniab Rivier.




Gefahrene Kilometer: 600 km (12,2 l)
Letzte Änderung: 26 Feb 2020 23:58 von aos.
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10 Feb 2020 22:19 #579763
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22.04. Zwischen Hoarusib und Khumib Teil 1

Obligatorisch begann der Tag, wie die Jahre zuvor, mit einem Frühstück in der Palmwag Lodge. Gut gestärkt konnte es mit den ersten Sonnenstrahlen losgehen. Mein Ziel war es, soweit wie möglich in den Nordwesten zu gelangen. Dabei wollte ich über den Ganamub in den Hoanib fahren und von dort aus bis zum Khumib hinauf.
Die C43 nördlich von Palmwag war in keinem guten Zustand (viele Steine). So kam es, wie es irgendwann kommen musste: der erste Platten auf der sechsten Reise. Leider war der Reifen so lädiert, dass keine Reparatur möglich sein würde. So ein Mist, wollte ich doch tief ins Kaokoveld fahren und dies ungern mit nur einem Ersatzreifen. Zunächst musste ich allerdings den Reifen wechseln. Dies ging ziemlich schnell. Die längste Zeit verbrachte ich damit, den kaputten Reifen an der Trägerschwenkhalterung (oder wie das Ding am Heck auch immer heißt) ordentlich zu befestigen :blush: .
Wenige Kilometer weiter war die Piste wieder im gewohnt gutem Zustand. Den ersten Fotostopp machte ich auf einer Anhöhe, auf der ich auch im Jahr zuvor hielt.




2018 war es wesentlich grüner: namibia-forum.ch/for...-namibia.html#543553

Zwischen Warmquelle und Sesfontein führte die Piste durch das Schwemmgebiet des Hoanib. Ziemlich grün zeigte sich dieses mit Nutzvieh als auch Wildtieren.






Beim Opuwoabzweig traf ich auf eine mobile Polizeikontrolle. Die Beamten waren sehr nett, aber nicht alle waren, ihrem äußerem nach als solche zu erkennen.
In Sesfontein steuerte ich den ersten Tyre repair auf der linke Straßenseite an. Zunächst war ich froh, dass dieser trotz Ostermontags geöffnet und auch eine gewisse Auswahl an gebrauchten Reifen hatte. Weniger froh war ich über den mir für einen abgenutzten, von der Größe nicht ganz passenden Reifen offerierten Preis: N$ 1.400. Ich entgegnete, dass ich nicht mehr als 600 dafür zahlen wollte. Der Angestellte sagte mir, dass er nicht der Chef sei und dieser Reifen nun mal 1.400 koste. Nach einigen Minuten der Diskussion/des Versuch des Runterhandels rief er seinen Chef an. Angeblich sagte er ihm, dass der Preis nun N$ 1.500 Preis sei. Was sie tatsächlich beredeten, konnte ich natürlich nicht verstehen. Wahrscheinlich war ihnen bewusst, dass sie am längeren Hebel saßen. Denn ich hatte in erste Linie das Interesse an diesen Reifen. 1.500 kamen für mich nicht Infrage, nach weiterem Hin und Her "musste" ich zähneknirschend auf 1.400 einwilligen. Das war es mir aber allemal Wert für eine unbeschwerte Weiterreise.

Hinter Sesfontein wurde die D3707 denkbar schlecht. Ich war froh als die knapp 30 km schlimmster Piste hinter mit hatte. Aufgrund des schlechten Zustands der D3707 würde ich das nächste Mal wieder den direkten Weg in den Hoanib nehmen. Am Eingang des Ganamub gab es ein besetztes Gate der Community. Den Eintritt zahlte ich gern. Die erste Kilometer im Flussbett begegneten mir nur Ziegen - natürlich ohne Hirten. Wenig später traf ich auf Wildtiere.
Impression aus dem Ganamub








Gegen 12:30 erreichte ich den Hoanib.


Wie immer eine landschaftliche Augenweide




Es dauerte fast 40 Minuten bis ich das erste Tier entdeckte.


Teilweise gab es zwei Fahrspuren durch das Rivier, sodass das Sichtungsglück wegen der dichten Vegetation dazwischen von der Wahl der Spur abhängen kann. Als sich beide Spuren wieder vereinten, konnte ich an Uferböschung einen Elefanten "entdecken" - Glück gehabt.




Vor mir sah ich einen weiteren Elefanten, in dessen Richtung ich fuhr.






Hier warf einen Blick zurück und sah drei weitere Elefanten sowie ein anders Fahrzeug. Von der linken Spur kommend hatte ich allesamt (bis auf den einen Elefant) nicht sehen können.


Die beiden Elefanten gingen aufeinander zu und kebbelten sich.




Auch auf meiner Höhe entdeckte ich auf der anderen Flussseite weitere Elefanten.




Offensichtlich war ich auf eine größere Herde gestoßen. Ich fuhr noch ein wenig weiter, um eine bessere Sicht auf die Böschungsebene zu haben. Und da kam der Rest - erfreulicherweise mit Nachwuchs - zunächst geschlossen auf mich zu.














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