Netti59847 Beiträge · seit 201514. Feb. 2017 · #61
Liebe Sandra,
danke für die Schilderungen vom Supermarkt in Mariental. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dich die Begegnungen vor Ort noch verfolgen.
Karin schrieb: Die Idee, Wasserflaschen unterwegs nicht wegzuwerfen sondern zu füllen und weiterzugeben, werden wir uns merken. Wir hatten es bisher nur mit den Kanistern so gemacht.
Das ist wirklich ein guter Tipp - vielen Dank dafür.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201614. Feb. 2017 · #62
Hallo Netti, die Köcherbäume und die süssen Klippschliefer kommen evtl. heute noch. Mal sehen wie ich das mit den Fotos mache. Ich habe von den ca. 300 ja schon 250 aussortiert 🙄 Aber zuerst kommt noch das Kinderspielparadies.......
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201615. Feb. 2017 · #63
Von Mariental fahren wir ein kleines Stück auf der Teerstraße in den Süden.
Auf der Straße finden gerade Ausbesserungsarbeiten statt. „Wenn das mal in Deutschland auch immer so gemacht würde.“ geht mir spontan durch den Kopf. Die Straße ist deutlich besser als die meisten Straßen, die ich so täglich zur Arbeit fahre.
Dann sehen wir auch eine "Autobahnraststätte" alla Namibia 😛
Trotz guter Fahrbahn gefällt uns das Fahren auf der Teerpad nicht besonders. Bei nächster Gelegenheit fahren wir ab und fahren über auf eine C und D Pad Richtung Köcherbaumwald. Auf der Stecke gibt es keine Farmtor zu öffnen. Statt dessen muss man in den Zaunlücken über Spaltgitter fahren. Ich nehme an, dass die Rinder über diese Gitter nicht gehen können, weil sie mit ihren Paarhufen darin festhängen bleiben können oder sie haben schlichtweg Angst davor. Beim ersten mal darüber fahren ist uns schon etwas mulmig. So richtig stabil sieht das gar nicht aus, aber der Furtuner schafft die Überquerung und wir gewöhnen uns im Laufe der Fahrt daran. Im frühen Nachmittag erreichen wir der Quivertree Forest Camp. Schon am Tor werden wir von mehreren Hunden begrüßt.
Wir halten vor dem Farmhaus und sehen uns um. Wir entdecken immer mehr Hunde und ein Warzenschwein. Es liegt fest schlafend in der Sonne im Vorgarten.
Nachdem wir sämtliche Hunde und das Warzenschwein intensiv gekrault, die Hütehunde auch noch bespielt haben, entdeckt meine Tochter das große Trampolin vor der Tür. Wenn das nicht ein Kinderparadies ist.
Im Haus hören wir Stimmen und gehen zur geöffneten Tür. Die Farmersfrau kommt nachdem wir mehrfach laut gerufen haben. Sie sagt uns, dass wir nicht die gebuchten Doppelzimmer bekämen, sondern eines der Selfkatering Häuschen, aber selbstverständlich das Abendessen im Farmhaus einnehmen können. Sie zeigt uns den Bungalow. Er hat 3 Schlafzimmer mit Klimaanlage mit jeweils einem Bad dabei, eine Küche und einen geräumigen Eingangsbereich mit Sitzgelegenheiten. Es ist sehr groß, wirkt aber alles etwas abgenutzt und alt. Wie wir später feststellen, könnte eine intensive Grundreinigung auch nicht schaden.
Zu jedem der Häuschen gehört eine Braaistelle in einem eigenen Grillbereich. Es gibt einen Pool und noch einige Rondavalls. Diese haben allerdings keine Fenster, weil sie zum Teil in den Boden eingegraben sind.
Wir schauen uns um und stellen fest, dass es viele kleine schöne Details zu entdecken gibt.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201616. Feb. 2017 · #65
Wir laden das Auto aus und fotografieren den riesen Berg Gepäck, der in so einen Fortuner rein passt 🤩 Kofferraum vorher
Kofferraum nachher
Gepäckberg
Um 16.00 Uhr findet in den Wintermonaten die Gepardenfütterung statt. Da unsere Tochter mit den Hunden spielen und das Trampolin weiter bespringen möchte, halten wir uns schon seit einiger Zeit vor dem Farmhaus auf. Dabei hören wir lautes Schreien und Schimpfen aus dem Haus. Die Köchin versucht das Warzenschwein aus dem Essraum zu vertreiben 😛
Ich beobachte einen Hengst im Paddock. Die Tochter und der Schwiegersohn der Farmer züchten recht erfolgreich Friesen Pferde und nehmen an Zuchtveranstaltungen in Namibia und Südafrika teil. Um das Pferd sehen zu können, stehe ich vor dem Gepardengehege und sehe im Eingang vom Freilaufgehege eine Bewegung. Es ist kein Gepard, aber auch ein Raubtier. Eine Manguste kommt schon mal gucken, ob es schon etwas abzustauben gibt.
Gegen 15.45 Uhr taucht eine Gepardin auf, kurze Zeit später folgt eine zweite Katze. Beide kommen zum Zaun und markieren erst mal ausgiebig, dann laufen sie nervös am Zaun auf und ab. Wo bleibt denn das Futter?
Die erste Dame ist aber bald wieder entspannter:
Mittlerweile ist noch eine weitere Familie vom Campground eingetroffen und es kommen noch 2 weitere Autos angefahren. Die Gruppe ist aber noch überschaubar groß. Als der Farmer mit einem Eimer Fleisch auftaucht, werden die Geparden noch unruhiger. (Die Hunde und das Warzenschwein auch.) Der Farmer öffnet das Tor und bittet alle einzutreten. Auf dem Platz gibt es zwei große flache Steine im Abstand von einigen Metern. Dort legt er das Fleisch ab. Er erklärt, dass es sich um Mutter und Tochter handelt. Die ältere Katze hat Geschwulste am Bauch, wahrscheinlich Krebs, meint er. Sie wird deshalb weiter weg gefüttert, um ihr etwas mehr Ruhe zu gönnen. Alle Erklärungen zu den Geparden macht er bei der jungen Raubkatze, damit wird die Aufmerksamkeit der Touristen von der Mutter abgelenkt.
Allerdings nicht die Aufmerksamkeit des Warzenschweins, das im Gegensatz zu den Hunden mit ins Gehege durfte. Das Schwein scheint auch scharf auf das Fleisch zu sein. Der Gepard faucht, aber das Schwein lässt sich nicht beeindrucken, so dass die Gepardin mit ihrem Fleisch die Flucht ergreift.
Mist nichts mehr da. 😈
In einem Bericht hier im Forum wurde negativ dargestellt, dass das Warzenschwein durch die Hunde gejagt wurden. Wenn dem so war, dann hat das Warzenschwein seit dem auf alle Fälle sehr dazu gelernt. 😗
Der Farmer erzählt noch einige Details zu den Lebensgewohnheiten der frei lebenden Geparden. Die private Zucht von Raubkatzen ist in Namibia seit einigen Jahren verboten. Aus diesem Grund hat er die beiden männlichen und die beiden weiblichen Tiere getrennt. Die Damen leben auf einen riesigen mehrere Hektar großen Grundstück und können dort auch selber jagen, die beiden Kater zu denen wir anschließend gehen haben es leider nicht so gut getroffen. Das Gehege ist sehr klein und entspricht in keiner Weise meiner Vorstellung von artgerechter Tierhaltung. Als wir in das Katergehege eintreten, wird bei der anderen Familie nach dem Alter der Kinder gefragt. Das jüngere Mädchen ist erst 6 Jahre alt und darf nicht mit in das Gehege. Die beiden Geparden bekommen ein deutlich größere Fleischportion, da sie ja keine Jagdmöglichkeit haben. Artgerechte Haltung hin oder her, die beiden sind wunderschön. Aber die Fotos mache ich mit einem schlechten Gefühl in der Magengegend.
Flash20101'425 Beiträge · seit 201517. Feb. 2017 · #66
Liebe Sandra,
ich lese immer noch gespannt mit. Das Warzenschwein ist ja vielleicht zum Schreien 🤩 Danke, dass du so ehrlich über das Gehege der Geparden schreibst. Natürlich sind diese Tiere ein Touristen-Magnet und werden daher oft in Gefangenschaft gehalten. Andererseits werden sie von vielen Farmer einfach abgeknallt. Namibia hat zwar die größte Gepardenpopulation Afrikas, aber wie viele davon wohl nicht ganz frei leben.
Hat der Farmer erklärt, wie er zu den Tieren gekommen ist? Nur interessehalber, nicht um mir darüber ein Urteil zu erlauben.
Wir werden nächstes Jahr eine Nacht auf Eldorado sein, beim Anderson Gate. Die haben auch Gehege mit Raubtieren, die aus der Etosha gewandert sind und ansonsten geschossen worden wären. Unsere Freundin meinte, es wäre ein Armutszeugnis (aber die Unterkunft wäre eben sehr angenehm). Bin auch der absolute Zoo-Gegner, werde mir aber selbst ein Bild davon machen und dann darüber berichten. Der Walk zu den Tieren kostet umgerechnet knapp 10 EUR, was den Tieren als Futter zugute kommt, daher scheint es mir ERSTMAL nicht kommerziell. Bin trotzdem gespannt, was uns dort erwartet...
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201619. Feb. 2017 · #67
Liebe Laura, ja das Schwein war einfach klasse. Das Grunzen, wenn man ihm den Bauch krabbelt ist genial. Allerdings ist die Dame auch ein wenig zickig. Ich hatte sie eine ganze Zeit gekrault und sie hörte dann auf zu grunzen und nahm den Kopf immer wieder hoch. Ich wusste nicht, dass sie mir damit sagen wollt: Jetzt ist genug, ich will meine Ruhe. Als ich sie weiter kraulte hat sich sich blitzschnell zu mir rumgeschmissen und mich mit der Schnauze umgeworfen 😉 Ich saß auf meinem Allerwertesten und habe wohl ziemlich verdattert geguckt. Meine Familie hat sich kaputt gelacht. Was die Geparden angeht: Die Gepardendamen haben ein wirklich riesiges Gelände und da hatte ich kein schlechtes Gewissen. Alle Tiere sind auf der Farm in Gefangenschaft geboren, woher die ersten Tiere kamen weiß ich nicht. Bei den männlichen Tieren greife ich jetzt mal dem Bericht voraus. Sowohl nach der Fütterung als auch am nächsten Morgen waren die beiden nicht zu sehen. Das Gehege ist so klein, dass man die Tiere eigentlich auch entdecken müsste. Entweder gibt es da ein Versteck, dass man wirklich nicht sehen kann oder die beiden sind nach der Fütterung wo anders hingebracht worden. Ich habe leider vergessen danach zu fragen. Ansonsten hatte ich den Eindruck, dass man sich auf der Farm gut um alle Tiere kümmert. Es gab auch einen Dreibeinigen Mops, der von einer Schlange gebissen wurde und deshalb das Bein amputiert bekam. Ich habe auf vielen Bauernhöfen hier bei uns schlechter gehaltene Hunde oder Pferde gesehen.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201620. Feb. 2017 · #68
Nach der Gepardenfütterung fragen wir nach dem Weg zum Köcherbaumwald und ob man dahin zu Fuß gehen kann. Uns wird erklärt, dass wir durch das hintere Farmtor fahren und uns dann rechts halten sollen. Man könnte auch zu Fuß gehen, aber man würde uns das nicht empfehlen. In der Zwischenzeit ist ein großer Bus mit chinesischen Touristen angekommen. Die Chinesen scheinen die Rondavals zu bewohnen. In unserem Nachbarhäuschen zieht gerade eine südafrikanischen Großfamilie ein. Die Südafrikaner grüßen alle freundlich und wuseln wild über das Grundstück. Sie sind recht laut und man hört sie auch, wenn man bei uns drinnen ist, recht gut. Da es aber langsam Zeit ist, für den Sonnenuntergang, wollen wir zum Köcherbaumwald. Also alle ins Auto und los. Wir fahren durch das Tor, dann rechts und sehen einen großen Parkplatz. Dann stellen wir fest, dass das wohl der Campground ist. Er liegt direkt zu Füssen des Köcherbaumhügels, ist aber ansonsten recht unattraktiv. Warum man uns geraten hat mit dem Auto zu fahren ist allen ein Rätsel. In maximal 5 Minuten wären wir hier gewesen.
Mitten auf dem Campground/Parkpatz ist ein Stück abgezäunt. Wir gehen neugierig dorthin und stellen fest, dass sich dort einige Gräber befinden. Hier wurden (und werden?) die Familienmitglieder beerdigt. Dann geht es den Hügel hinauf zu den Köcherbäumen, die ja eigentlich gar keine Bäume sind. Ich zitiere das Infoblatt, das uns der Farmer gegeben hat: "Der Köcherbaum ist eine endemischer Baumaloe in den heißen und trockenen Gebieten des südlichen Afrikas: Sie tritt vom nördlichen Kapland bis zum Brandberg in Namibia auf. Meist tritt der Köcherbaum als Solitär oder in lockeren Verbänden auf, selten in waldartigen Beständen, die eine Besonderheit sind. Der Köcherbaum wächst sehr langsam, wird aber bis zu 8m hoch, selten größer. Im Durchschnitt ist er 3-8m groß, selten größer und kann bis zu 400 Jahre alt werden. In den ersten Jahren seines Lebens ist der Köcherbaum kaum von einer anderen Aloe zu unterscheiden. Erst nach ca. 20 Jahren wächst er in die Höhe und bildet Äste aus. Der Stamm eines ausgewachsenen Köcherbaumes kann an der Basis einen Umfang von einem Meter und mehr erreichen, verjüngt sich jedoch nach oben. Etwa auf halber Baumhöhe öffnen sich vom Stamm aufstrebende Äste, die sich zunehmend gabelartig verzweigen. Die silbrigfarbenen Äste enden in schopfartigen Blattrosetten aus gelbgrünen bis blau-grünen lanzettlichen, fleischigen Blättern. Sie sind 25 - 35 cm lang, ca. 5 cm breit."
Wir laufen eine ganze Zeit durch den "Köcherbaumwald" und beobachten die süßen Klippschliefer (Dassies), die zuerst sehr scheu wirken, wenn man aber ruhig steht schnell zutraulich werden. Man kann gut erkennen, dass immer ein großer Klippschliefer hoch oben auf den Felsen Wache hält und die anderen Familienmitglieder fressen oder spielen.
Leider ist es bald vorbei mit der Ruhe. Der Bus mit den Chinesen kommt und die chinesischen Touristen fallen mit großem Fotoequipment ein. Es wird fast unmöglich ein Foto ohne einen Chinesen mit mindestens drei Stativen zu machen. Zusätzlich taucht eine große Familie/Gruppe Holländer und die südafrikanische Großfamilie auf, die vor allem durch lautes Rufen und Lachen die Sundowner-Stimmung trüben. Dazu sind natürlich alle Klippschliefer verschwunden. 🙁 Ich bitte die Holländer, die in unserer Nähe rumlärmen doch ein bisschen leiser zu sein, weil wir gerade die Tiere beobachten und fotografieren wollen. Das stößt allerdings auf Unverständnis. Weder der Begriff Dassies ist bekannt, noch scheint eine Beschreibung der Klippschliefer zu einer Erkenntnis zu führen. Wir laufen weiter in den "Wald", aber es ist extrem schwierig ein Foto ohne fremde Menschen zu machen. Die anderen Fotografen denken bestimmt das selbe über uns 😉
Wir ziehen uns letztendlich wieder Richtung Parkplatz zurück und haben dort dann mehr Ruhe, wenn auch nicht ganz so viel Rundblick. Hier kann ich dann noch ein paar schöne Sonnenuntergangsbilder machen. Meine Tochter hat in der Zeit ein Babydassie fast "gezähmt". Es bleibt einen halben Meter vor ihr sitzen, so dass sie es sehr intensiv beobachten kann.
Dann hupt der Bus uns die Chinesen eilen zurück. Die anderen Familien sind auch schon auf dem Rückzug und so kommen wir noch zu ein paar Minuten der Stille zum Genießen im letzten Licht.
Alleine dafür hat es sich gelohnt dahin zu kommen. Als wir zum Farmhaus zurück fahren ist es stockdunkel. Als wir dort ankommen, kommt die Farmerin schon auf uns zu. Sie möchte, dass wir direkt essen kommen, damit wir angefangen haben bevor die Chinesen kommen. Wir wundern uns ein wenig darüber. Bringen unsere Jacken ins Häuschen und gehen sofort ins Farmhaus. Wir möchten gerne schonmal Getränke bestellen, aber die Farmerin meint, sie würde erst das Essen bringen, damit wir uns nehmen können, bevor die Chinesen da sind. Wir sind noch mehr verwundert. Die Schüsseln werden aufgetragen und wir werden nochmal aufgefordert sofort Essen zu nehmen. Es ist irgendwie korios. Wir gehen zum Buffet und sehen den Grund des Drängelns: Es scheint für eine ganze Busladung Touristen doch eher wenig zu sein. Es gibt Salat, Reis und ein Antilopenragout. Es ist ganz ok. Nicht überragend, aber vollkommen in Ordnung. Als wir noch ein wenig nach nehmen wollen, sieht das Buffet aus, als hätte eine Antilopenherde darauf Samba getanzt. Es ist allerdings noch einiges da. Es scheint der Reisegruppe nicht so gut geschmeckt zu haben. So schnell wie die Gruppe eingefallen ist, so schnell sind sie wieder verschwunden und wir können noch in Ruhe ein Bier trinken. Meiner Mutter erzählt die Hausherrin, dass sie schon lange keine Lust mehr an dem Gästebetrieb hat. Wir wären seit sehr langer Zeit die ersten Gäste, die sofort mit den Tieren draußen gespielt haben und sich nicht darüber beschwert haben oder sie sich auch ein wenig nach dem Farmleben erkundigt haben. Ich hatte mich nach den Pferden erkundigt. Als wir gehen wollen, kommt der Farmer und fragt uns, ob wie die Mineraliensammlung sehen möchten. Natürlich möchten wir. Im Nebenraum stehen Vitrinen mit Versteinerungen und Mineralien, die auf dem Grundstück der Gariganus Farm gefunden wurden. Das ist wirklich sehr interessant und verbringen noch ziemlich viel Zeit dort. Leider habe ich den Fotoapparat nicht dabei. Wir wollten ja eigentlich nur schnell zum Essen. Als wir aus dem Farmhaus gehen wird gerade ein Pickup beladen mit Jagdequipment. Uns wird erklärt, dass der Sohn und die kleine Enkeltochter heute versuchen werden einen Luchs zu jagen, der seit einiger Zeit die Schafe bedroht. Sowas wollten wir lieber nicht wissen. Ich nehme an, dass ein Karakal gemeint ist. Allerdings wundert es mich, dass so ein doch relativ kleines Tier einem Schaf gefährlich werden kann. Aber das gehört wohl auch zum Farmleben...... Wir gehen ins Häuschen und sind sehr froh, dass die Klimaanlage auch ganz ordentlich heizt. Wie so oft in diesem Urlaub liegen wir deutlich vor 22.00 Uhr im Bett.
Flash20101'425 Beiträge · seit 201521. Feb. 2017 · #69
Liebe Sandra,
danke für die Erklärung. Wie gesagt, hat mich einfach nur interessiert.
Das sind traumhafte Sunset Bilder! Man soll ja nicht immer alle über einen Kamm scheren, aber wir kriegen auch immer nen Hals, wenn wir asiatische Reisegruppen sehen. Kaum Respekt vor irgendwas. Am Anderson Gate sitzen ja oft Himbas und verkaufen ihren Schmuck und die Asiaten knipsen förmlich vom Bus aus drauf los. Die Himbafrauen bedecken sich beschämend mit ihren Decken, aber das interessiert die anderen nicht, immer weiter.... Naja und nicht auszudenken, was eben in manchen dieser Länder so alles gefressen wird und damit ausgerottet wird.
Und ja, mit Luchs ist Caracal gemeint, der kann kleineren Schafen schon gefährlich werden. Die Schafe sind eben eine Lebensgrundlage, auch wenn es für uns schwer nachvollziehbar ist, so ein schönes Tier einfach abzuknallen.
Flash2010 schrieb:Man soll ja nicht immer alle über einen Kamm scheren, aber wir kriegen auch immer nen Hals, wenn wir asiatische Reisegruppen sehen.
Das ist nicht unbedingt die Schuld der Reisenden sondern eher die der Tourguides. Die Leute haben eben keine Zeit sich intensiv mit irgendwas zu beschäftigen sondern werden im Schnelldurchgang überall durchgeschleust. Genauso unmöglich sind übrigend oft deutsche Reisegruppen im Ausland, die können mir den lokalen Gepflogenheiten auch nichts anfangen, haben 0 Respekt und Beleidigen die lokalen Leute ohne es zu merken. So ist das halt, irgendwas hat immer jemand auszusetzen.
Beatnick1'712 Beiträge · seit 201621. Feb. 2017 · #71
Sasa schrieb:Ansonsten hatte ich den Eindruck, dass man sich auf der Farm gut um alle Tiere kümmert. Es gab auch einen Dreibeinigen Mops, der von einer Schlange gebissen wurde und deshalb das Bein amputiert bekam. Ich habe auf vielen Bauernhöfen hier bei uns schlechter gehaltene Hunde oder Pferde gesehen.
Hallo Sasa,
auch ich verfolge deinen Reisebericht aufmerksam und ich freue mich, dass ihr offenbar eine tolle Zeit hattet. An dieser Stelle regt sich bei mir aber Widerspruch. Ich hatte den Eindruck, dass die Anlage komplett ziemlich verwahrlost ist, inklusive der Tiere. Ich hatte deshalb auch keinerlei Drang, mich sehr viel näher mit ihnen zu beschäftigen, sprich sie zu knuddeln (obwohl ich natürlich Mitleid hatte und auch den guten Willen, "Problemtieren" zu helfen, durchaus erkennen konnte).
Ob es wohl daran lag, dass die Farmersfrau so unwillig war und - trotz existierender Karte - uns keine Kleinigkeit in die Mikrowelle werfen wollte? 😉 Es mag sein, dass auf vielen Bauernhöfen noch schlimmere Zustände herrschen, das macht es allerdings nicht besser.
Bitte nimm's mir nicht übel, ich will dir keinesfalls im Nachhinein etwas vermiesen. Ich denke aber, dass mögliche Nachahmer an dieser Stelle eine zweite Meinung vielleicht brauchen können. Der Köcherbaumwald war dagegen klasse, wir hatten auch das Glück, dort fast alleine zu sein. Nach dem abendlichen Besuch waren wir aber heilfroh, wieder vom Hof rollen zu können...
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201621. Feb. 2017 · #72
Flash2010 schrieb:Liebe Sandra, danke für die Erklärung. Wie gesagt, hat mich einfach nur interessiert. Das sind traumhafte Sunset Bilder!
Vielen lieben Dank, Laura!!!!!!! 🙂
Flash2010 schrieb:Man soll ja nicht immer alle über einen Kamm scheren, aber wir kriegen auch immer nen Hals, wenn wir asiatische Reisegruppen sehen. Kaum Respekt vor irgendwas. Am Anderson Gate sitzen ja oft Himbas und verkaufen ihren Schmuck und die Asiaten knipsen förmlich vom Bus aus drauf los. Die Himbafrauen bedecken sich beschämend mit ihren Decken, aber das interessiert die anderen nicht, immer weiter.... Naja und nicht auszudenken, was eben in manchen dieser Länder so alles gefressen wird und damit ausgerottet wird.
Also, ich fand die Chinesen nicht schlimmer oder weniger schlimm als viele andere Touristen anderswo auch. Zum Thema respektlos und fotografieren kommen von mir noch bei den San einige Komentare. Und da war es eine deutsche Reisegruppe.
Flash2010 schrieb:Und ja, mit Luchs ist Caracal gemeint, der kann kleineren Schafen schon gefährlich werden. Die Schafe sind eben eine Lebensgrundlage, auch wenn es für uns schwer nachvollziehbar ist, so ein schönes Tier einfach abzuknallen.
Liebe Grüße Laura
Warum das gemacht wird, ist mir klar. Ich kann das auch viel eher nachvollziehen als das Schiessen von Füchsen hier bei uns. Bei der letzten Treibjagd (auf Jägerdeutsch Drückjagd) lagen auf der Wiese nebenan ca. 40 tote Tiere, davon alleine 5 Füchse. Dass man Tiere erst um ihr Leben rennen lässt um sie dann wie schweizer Käse zu durchlöchern (manches Tier sieht nach einer "Drückjagd" tatsächlich so aus) ist für mich viel, viel weniger nachvollziehbar.
Aber nicht desto trotz will man sowas oft einfach nicht wissen. Wenn der Jäger auf seinem Hochsitz ca. 50m von unserem Haus entfernt ansitzt, bin ich halt auch froh, wenn ein Schuß fälllt, wenn ich nicht zu Hause bin und noch mehr freue ich mich, wenn kein Schuß fällt. Auch wenn ich grundsätzlich viel mehr davon halte ein Tier zu schiessen, dass im Wald ein freies Leben hatte als ein Tier im Schlachthof nach einem grauenvollen Leben in Massentierhaltung zu töten. Verstand und Emotion sind halt immer Zweierlei.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201621. Feb. 2017 · #73
Tian schrieb:
Flash2010 schrieb:Man soll ja nicht immer alle über einen Kamm scheren, aber wir kriegen auch immer nen Hals, wenn wir asiatische Reisegruppen sehen.
Das ist nicht unbedingt die Schuld der Reisenden sondern eher die der Tourguides. Die Leute haben eben keine Zeit sich intensiv mit irgendwas zu beschäftigen sondern werden im Schnelldurchgang überall durchgeschleust. Genauso unmöglich sind übrigens oft deutsche Reisegruppen im Ausland, die können mir den lokalen Gepflogenheiten auch nichts anfangen, haben 0 Respekt und Beleidigen die lokalen Leute ohne es zu merken. So ist das halt, irgendwas hat immer jemand auszusetzen.
Hallo Tian, man wird wohl immer "schwarze Schafe" unter jeder Volksgruppe finden. Wie ich schon Laura schrieb, hatte ich da auch ein ganz gruseliges Erlebnis mit einer deutschen Gruppe, mehrfach sind mir Südafrikaner sehr aufgestoßen, aber ich kann mich auch an Urlaube mit saufenden Engländern oder buffetzerstörenden Franzosen und italienischen Mamas die am Buffet erstmal aus jeder Schüssel mit dem Servierlöffel probierten, erinnern. Wir haben super nette Menschen aus allen Winkeln der Welt genauso kennengelernt. Ich glaube allerdings, dass alleine die sehr kurzen Urlaubszeiten der Asiaten schon dazu führen können, dass sie nur durch die Urlaubsländer durchrasen ohne wirklich Kultur, Land und Leute richtig wahrzunehmen. Was aber nicht bedeutet, dass dies nicht für viele andere Nationalitäten genauso gilt.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201621. Feb. 2017 · #74
Beatnick schrieb: Hallo Sasa, auch ich verfolge deinen Reisebericht aufmerksam und ich freue mich, dass ihr offenbar eine tolle Zeit hattet. An dieser Stelle regt sich bei mir aber Widerspruch. Ich hatte den Eindruck, dass die Anlage komplett ziemlich verwahrlost ist, inklusive der Tiere. Ich hatte deshalb auch keinerlei Drang, mich sehr viel näher mit ihnen zu beschäftigen, sprich sie zu knuddeln (obwohl ich natürlich Mitleid hatte und auch den guten Willen, "Problemtieren" zu helfen, durchaus erkennen konnte).
Hallo Bettina, jeder darf seine Meinung hier schreiben, dafür ist so ein Forum doch da. Zu dem Zustand der Häuschen und der Sauberkeit habe ich ja im Bericht etwas geschrieben. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen warum ich mit den Tieren Mitleid hätte haben sollen. Bitte erkläre das genauer. Die Windhunde sind natürlich unsagbar dünn, aber das ist rassebedingt. Ich habe noch nie irgendwo einen dicken Windhund gesehen. Auf jeder Hundeshow oder Hundemesse denke ich: Oh, man so einen dünnen Hund möchte ich nicht haben. Ich finde auch nichts schön an den Gerippen, aber so sind sie halt. Im Raum zwischen Küche und Essraum standen übrigens Wasser und Fressnäpfe für die Hunde. Die hatten immer Trockenfutter randvoll da stehen und bekamen abends als wir beim Essen waren auch noch alle anderes Futter. Sowohl dort als auch im Wohnzimmer der Farm lagen und standen Hundekissen und -körbe. Die Bordercollies werden mit zu den Herden genommen und können dort ihrem Instinkt, dem Hüten nachgehen. Die brauchen kein Aggilitytraining oder Dogdance. OFF TOPIC: Ich mag mich jetzt in die Nesseln setzen, aber auf Hochglanz pollierte Pferde in 3x3m Boxenknast ohne Weidegang und Sozialkontakt, reagiere ich mit mehr als nur Mitleid. Ganz zu Schweigen, dass in den meisten Reitställen hier bei uns, keiner auch nur ein bischen Ahnung von natürlicher Pferdekommunikation hat. Hunde, die in einer Wohnung gehalten werden, deren Besitzer Vollzeit arbeiten und meinen 3 mal am Tag eine Viertelstunde Gassigehen reicht, haben auch mein Mitleid. Kaninchen die alleine in einem Käfig in einem Kinderzimmer dahinvegetieren. Von Massentierhaltung und Pelztierfarmen (damit man einen blöden Puschel auf der Mütze hat) möchte ich gar nicht anfangen... Sorry, Bettina. Bitte fühl Dich nicht angegriffen. Ich meine nicht Dich damit. Ich kenne Dich ja gar nicht. Aber das ist das tägliche Tierleid, dass hier in Deuschland als vollkommen normal hingenommen wird. Aber wenn ein paar Hunde dreckig auf einem Huf rumliegen, weil sie sich nunmal echt gerne im Dreck wälzen, dann tun die jemand evtl. Leid. Ich habe Pferde direkt am Haus im Offenstall und die sehen oft aus wie die Schlammschweine. Ich bin deshalb auch schon von Spaziergängern angegangen worden, weil meine Pferde angeblich vernachlässigt sind. Genauso, dass der arme Hund ja bei mir nicht rein darf, wurde schon behauptet. Unser früherer Hund liebte es im Sommer stundenlang im Vorgarten zu liegen. Die Hintertüre war fast immer offen. Oft stellt sich ein kleiner Augenblick anders da, als wenn man länger schaut, oft auch nicht 😉
Beatnick schrieb:Ob es wohl daran lag, dass die Farmersfrau so unwillig war und - trotz existierender Karte - uns keine Kleinigkeit in die Mikrowelle werfen wollte? 😉 Es mag sein, dass auf vielen Bauernhöfen noch schlimmere Zustände herrschen, das macht es allerdings nicht besser.
Ja, vielleicht kam dein schlechter Eindruck daher, dass ihr nichts zu Essen bekamt. Ich fand die Farmer auch nicht überschwenglich freundlich. Ich kenne aber auch hier wenig Landwirte die das sind. Durch die Pferde und früher auch erteilen von Reitunterricht bzw. natural Horsemanship bin ich auf einigen Höfen rumgekommen. Die haben meistens eine etwas trockene und herbe Art. Ich kann da gut mit umgehen. Das ist aber wie so oft Geschmackssache. Der Umgang mit den Nutz- und Arbeitstieren ist natürlich auch ein anderer als der mit dem Schoßhund oder der Schmusekatze.
Beatnick schrieb:Bitte nimm's mir nicht übel, ich will dir keinesfalls im Nachhinein etwas vermiesen. Ich denke aber, dass mögliche Nachahmer an dieser Stelle eine zweite Meinung vielleicht brauchen können. Der Köcherbaumwald war dagegen klasse, wir hatten auch das Glück, dort fast alleine zu sein. Nach dem abendlichen Besuch waren wir aber heilfroh, wieder vom Hof rollen zu können... Liebe Grüße, Bettina
Du vermiest mir bestimmt nichts. Ich sehe mein Umfeld immer kritisch, aber auch wohlwollend. Und ich versuche immer auch ein bißchen hinter den Vorhang zu schauen. Weglaufen hilft selten. Gerade was Tierschutz angeht, bin ich sehr sensibel. Aber die Ansichten vieler vermeindlicher Tierfreunde führt nicht immer zum Besten für die Tiere. In Deutschland werden viele Tiere vermenschlicht und damit tagtäglich gequält und die Besitzer sind fest der Meinung, dass sie nur das Beste für ihr Tier tun. Sorry, dass ich so weit ausgeholt habe, Bettina. Aber gerade, wenn man sich mit Tierschutz viel beschäftigt, bekommt man eine andere Sichtweise. Mich würde es trotzdem wirklich sehr unteressieren, warum Du Mitleid mit den Tieren hattest. Vielleicht hast Du ja etwas ganz anderes gesehen als ich. Wir waren ja zu unterschiedlichen Zeitpunkten vor Ort.
Beatnick1'712 Beiträge · seit 201621. Feb. 2017 · #75
Hi Sasa,
na, ich hab mir schon gedacht, dass ich da was lostrete 😉 An der mangelhaften Gastfreundschaft (Stichwort Essen) hat unser Eindruck nicht gelegen, zumindest nicht ausschließlich. Es war eher ein Gesamtbild. Was die Tiere angeht, habe ich mich ungeschickt ausgedrückt. Ich hatte nicht deshalb Mitleid mit ihnen, weil ich sie nicht ganz ideal gehalten fand, sondern weil viele von ihnen "handicapped" waren. Und vielleicht ist Mitleid noch nicht einmal das richtige Wort. Sie haben mich eben angerührt.
Das meine ich mit dem erkennbaren guten Willen, sich um Problemtiere zu kümmern - offenbar haben die Besitzer durchaus ein Herz dafür. Oder sie hatten es einmal, wer weiß. Ob das nun der dreibeinige Hund ist oder die zahlreichen sehr betagten und gebrechlichen Hunde. Ich mag jetzt nicht auf alle Details eingehen, aber einige Tiere hatten entzündete Augen, große offene, offensichtlich unversorgte Hautstellen und sahen einfach erbärmlich aus. Das Schwein wurde (von einer Angestellten, die ich darauf auch angesprochen habe) unter Stockhieben und fürchterlichem Quieken aus dem Haus gejagt und Futter stand tatsächlich überall herum, allerdings auch mittlerweile vertrocknetes Nassfutter, voller Fliegen. Wir waren schon auf mehreren privaten Gästefarmen in Namibia und haben etwas Vergleichbares noch nie gesehen oder erlebt.
In der Summe hat das sowohl Thomas und mir Beklemmungen verursacht. Und ich habe ja auch nur von Eindrücken gesprochen, die deinen eben in Teilen zuwider laufen. Was deine Ausführungen zu mancher Tierhaltung in Deutschland usw. angeht, teile ich deine Meinung, aber das noch auszumehren, geht hier sicher ein wenig zu weit.
Ich wünsch' dir einen schönen Abend, liebe Grüße, Bettina
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201622. Feb. 2017 · #76
Liebe Bettina, Du hast da nichts losgetreten. Ich finde, dass es sehr wohl seine Berechtigung hat, unterschiedliche Meinungen kundzutun. Nur um das Thema abzuschliessen: Wenn die Hunde bei unserem Besuch in solch einem Gesundheitzustand wie Du ihn beschreibst gewesen wären, dann hätte ich das ganz bestimmt auch so geschrieben. Das Schwein wurde, wie auf den Bildern ja auch zu sehen, von der Angestellten bei unserem Besuch mit einem Handtuch nach draussen gejagd. Das fand ich eher amüsant und das Schwein nahm das auch nicht wirklich ernst. Das sind zwei verschiedene Erlebnisse, die wir da hatten und die kann man auch einfach so als verschiedene Erfahrungen nebeneinander stehen lassen. Jede von uns, kann nur nach dem urteilen was sie gehsen hat. Jeder andere kann daraus sein Urteil selber bilder.
Sasa schrieb:Ich glaube allerdings, dass alleine die sehr kuzen Urlaubszeiten der Asiaten schon dazu führen können, dass sie nur durch die Urlaubsländer durchrasen ohne wirklich Kultur, Land und Leute richtig wahrzunehmen. Was aber nicht bedeutet, dass dies nicht für viele andere Nationalitäten genauso gilt.
Jein. Dafür haben sie den Vorteil immer einen Guide dabei zu haben. Ob jemand genau so viele Infos bekommt der länger im Land ist und sich sich nur Abends mit anderen Ausländern beim Essen unterhält? Da bin ich mir nicht ganz sicher. Andererseits weiß ich wie viele chinesische Guides ihre Gäste führen (hab einige im Bekanntenkreis). Da gibts nicht unbedingt viel Hintergrundwissen sondern "guckt alle mal nach links, der Stein sieht aus wie ein Elefant, rechts ist einer der wie ein ... aussieht und der da vorne...".
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201622. Feb. 2017 · #78
Tag 4 - 16. Juli 2016 - Giantsplayground - Canyon Lodge am Fishriver Canyon
Sehr früh am Morgen werde ich wach, weil vor unserem Schlafzimmerfenster der Reisebus gestartet wird und vor sich hin dieselt. Es ist noch dunkel. Zu früh zum Aufstehe, finde ich. Schlafen geht aber auch nicht mehr so richtig. Ich schaue raus und sehe, dass die Chinesen mit ihren Koffern aus den Rondavals Richtung Bus strömen. Das Einladen der Koffer und das Einsteigen zieht sich hin. Nach ca. einer halben Stunde fährt der Bus ab. Es geht Richtung Sossusvlei. Es dämmert gerade. Ich drehe mich noch mal im Bett um und schlafe noch eine Stunde. Wir haben es nicht eilig und das Frühstück für 8.00 Uhr bestellt. Um die Zeit sitzen wir dann auch alle am Frühstückstisch. Es gibt Müsli, Brot, verschiedene selbstgemachte Marmeladen, Käse und Wurst und gekochte Eier. Vorher waren wir beim Gepardengehege und haben dort aber kein Tier entdecken können. Die meisten Bordercollies sind auch nicht da. Die Farmerin erzählt später, dass die Hunde mit bei den Schafen sind. Nach dem Frühstück schauen wir uns noch ein wenig um. Am Farmhaus gibt es so etwas wie eine riesige Laube. In der Mitte ein Baum, der das Dach bildet. Rundherum liegen große runde Felsbrocken und es gibt einen sehr großen Tisch aus Fels. Dort stehen Tische und Stühle. Im Sommer wird es hier wohl das Essen geben. Dort entdecken wir viele nette Kleinigkeiten als Deko. Mobiles aus alten Küchenuntensilien, bunte Tassen in den Bäumen, viele schöne handgemachte Tierplastiken, ein geschmiedetes Kinderbett steht als Sitzgelegenheit dabei. Einer der Windhunde hat es sich darauf gemütlich gemacht. Unsere Tochter findet immer mehr entdeckenswerten Tinnef. Leider habe ich das Fotografieren vergessen 🙁 Meine Mutter unterhält sich (auf Niederländisch) mit der Farmersfrau, die seit unserer Ankunft sichtlich aufgetaut ist. Sie erzählt von den Enkelkindern und der Mühe in Namibia eine Farm zu betreiben. Die Dürre macht allen immer mehr zu schaffen. Da die Rondavals offen stehen, betrete ich einen. Es handelt sich dabei um kuppelförmige Kunststoffcontainer. Diese sind zur Hälfte in den Boden eingegraben. Vielleicht wegen der Hitze im Sommer. Ob es so kühler bleibt? Es gibt keine Fenster. Das Sonnenlicht sickert gelblich durch die Wände. Man geht eine Treppe nach unten, dort gibt es eine kleine Küchenecke und ein Doppelbett. Die Luft ist wie zu erwarten eher stickig. Hier hätte ich nicht schlafen wollen. Da hätte ich eher einen Liegestuhl am Pool genommen. Trotz der kalten Nacht. Wir werden im Laufe der Reise diesen Kunststoffwohncontainern noch des Öfteren in verschiedenen Ausführungen begegnen. In der Rostock Ritz Lodge gibt es die auch, aber mit großen Fenstern und in einigen schwarzen Wohnvierteln haben wir sie auch als Wohnhäuser gesehen. Ich bin froh als ich wieder an der frischen Luft bin. Diese Dinger sind nichts für Klaustrophobiker oder Frischluftliebhaber. Wir packen das Auto. Wir haben schon immer mehr Übung mit der Reihenfolge. Es ist wie Tetris spielen. Wir bezahlen unsere Rechnung. Getränke und Eintritt für Giantsplayground. Darüber bin ich etwas erstaunt. Ich hatte es bisher immer so verstanden, dass man dieses Permit nicht bezahlen muss, wenn man im Camp übernachtet. Unsere Tochter möchte nicht fahren. Sie fängt bitterlich an zu weinen. Es hat ihr hier so gut gefallen, dass sie auf keinen Fall weiter fahren möchte. Es ist mehr als schwierig das Kind zu beruhigen. Nur mit vereinten Kräften und dem Versprechen irgendwann wieder hierher zu kommen, können wir dann endlich los. Dann lassen wir uns noch den Weg zum Spielplatz der Giganten erklären. Es ist einfach: Zurück zur Straße und dort links. Nach ca. 2 km kommt rechts ein Tor, dort sollen wir durchfahren (wieder Schließen bitte nicht vergessen) und dann bis zum Parkplatz fahren. Der Weg sei dann markiert. Gesagt getan. Am Parkplatz angekommen sehen wir das:
Wir laufen in den Giants Playground rein. Es sieht tatsächlich so aus, als ob Riesen mit Steinklötzen gespielt hätten. Wir folgen der Beschilderung und stellen fest, dass die gar nicht so unsinnig ist, wie sie zuerst erscheint. Sobald man zwischen den riesigen Felsbrocken läuft, kann man den Weg nicht immer erkennen und die Orientierung wird schwierig.
Es macht wirklich Spaß auf die Felsen zu klettern. Unsere Tochter klettert hoch und runter und findet das natürlich klasse. Für den Rundweg brauchen wir mit viel klettern, gucken und fotografieren ca. eine Stunde. Dann sind wir wieder am Parkplatz. Da steht jetzt auch ein zweites Auto. Die Familie, die gestern auch bei der Gepardenfütterung war, ist mit ihrem Hilux mit zwei Dachzelten eingetroffen. Sie sind ein wenig unsicher wo es hingeht. Wir zeigen ihnen die Markierungsschilder und sie ziehen ab. Als wir am Tor ankommen, stehen davor zwei Autos. Die scheinbar osteuropäischen Insassen fragen uns nach dem Giantsplayground. Wir erklären. Dass sie nur weiter fahren müssen. Scheinbar hatten sie sich aber nicht getraut durch das Tor zu fahren. Wir sagen ihnen noch, dass sie ein Permit benötigen und erklären wo es das gibt. Um die Mittagszeit starten wir Richtung Fishriver Canyon. Bei der Route gibt es heute nicht allzu viele Alternativen. Wir fahren über die B4 auf die C12, kürzen allerdings über die D545 schon vor Seeheim ab. Die knapp 170km bringen wir in gemütlichen 3 Stunden hinter uns.
Dabei sehen wir den einzigen "Löwen" in unserem Namibiaurlaub:
Und machen unsere erste und einzige Wasserdurchfahrt:
Auf der D545 irgendwo im Nirgendwo sehen wir etwas knallorange leuchten. Als wir näher kommen steht dort dieser Wagen:
Wir halten an, um ein paar Orangen zu kaufen. Leider gibt es die nur in Großgebinden. Das ist uns dann doch zu viel. Stattdessen bestellen wir vier Kaffee und einen Kakao, damit der junge Mann wenigstens an uns ein bisschen verdient. Dadurch kommen wir zu einer längeren Pause. Sicherlich kann man Wasser für vier Nescaffee und einen Kakao zusammen heiß machen, aber man kann das auch für jeden einzeln. Und drei Löffel löslichen Kaffee in einen Pappbecher einfüllen und mit Wasser auffüllen und dann noch umrühren, kann halt auch dauern 😉 That´s Africa!!!!!! Wir nehmen es mit Humor und sehen uns ein bisschen um. Viel gibt es nicht zu sehen, viel Sand, eine Bahnlinie und diese Berge im Hintergrund.
SasaThemenstarter2'391 Beiträge · seit 201623. Feb. 2017 · #80
Bis zur Canyon Lodge sind es nur noch wenige Kilometer. Auf dem Weg sehen wir noch einige Strauße:
Dann erreichen wir die Canyon Lodge. Die Anlage gefällt uns auf den ersten Blick. Auf dem Parkplatz stehen nur wenige Autos.
An der Rezeption bekommen wir 2 Schlüssel mit aufeinanderfolgenden Nummern Wir gehen davon aus, dass die Zimmer nebeneinander liegen. Ich glaube fast, dass die Angestellt das auch annimmt. Leider ist das eine Fehlannahme. Wie sich herausstellt sind die beiden Häuser einige hundert Meter voneinander entfernt. In der Nähe der Rezeption gibt es kostenlos Kaffee und Plätzchen. Wir gehen damit auf die Terrasse und genießen die Sonne.