Ein Bild vom Zimmer selbst muß ich euch schuldig bleiben. Wir sind Weltmeister darin, innerhalb weniger Minuten nach unserer Ankunft ein Zimmer "umzudekorieren" , so daß der Eindruck vom Zimmer extrem stark verfälscht wird .
Ha, da haben Ramona und Ich uns doch gleich wiedererkannt 😄 😗
Du schreibst wieder einen sehr schönen Bericht. Danke und weiter so!
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201322. Mai 2014 · #63
So, ich bin jetzt mal kurz beim bayern schorsch seiner Schnäppchentour ausgestiegen.
Sonntag, 27.4.14 Teil 1
Heute sind wir schon recht früh aktiv. Der Tag begrüßt uns mit einem wunderbaren Sonnenaufgang, zwar mit vielen Wolken, aber sehr farbenprächtig.
Eine Bootsfahrt steht auf dem Programm, für den Nachmittag noch ein Gamedrive. Das ist die beste Reihenfolge laut Empfehlung der Rezeption, und genau so reservieren wir das auch.
Normalerweise geht es über Treppen zum Bootsanleger. Wir bekommen einen eigenen Shuttleservice, der uns vom Eingang der Lodge runter an den Anleger fährt. So kommt auch mein loeffelinchen problemlos und stressfrei zum Boot. Unsere Erwartungen sind hoch, wir haben immer noch keine Hippos und Elefanten gesehen, die Hippos ja aber letzte Nacht immerhin schon mal gehört. Mit von der Partie ist ein französisch sprechendes Paar. Sie stammen allerdings aus Sambia. Die Fahrt ist wunderschön und wir beobachten überwiegend Vögel.
Es ist noch reichlich früh, dieser Senegal Coucal dementsprechend noch ein wenig derangiert:
Vor allem die Bee-eaters haben es uns angetan. Überrascht sind wir von deren "Größe", irgendwie hatten wir sie uns größer vorgestellt.
Little Bee-eater (Merops pusillus)
White-fronted Bee-eater (Merops bullockoides)
Auch unsere erste red lechwe sehen wir.
Hippos ? Fehlanzeige. Auch wie fast schon erwartet keine Elefanten dafür jede Menge Landschaft, (Licht)Stimmungen und auch ein paar andere Tiere:
Papyrus
Kleine Streifenschwalbe (Lesser Striped Swallow) Kann das stimmen ??????????????????????
African Mourning Dove (Streptopelia decipiens)
Also auch nach dieser Bootsfahrt keine Hippos und keine Elefanten. Da hoffen wir weiter auf den Gamedrive heute Nachmittag. Nichts desto trotz eine schöne und interessante Tour, die 3 Stunden vergehen wie im Flug. Auf der Rückfahrt macht es vor uns „blubb“. Was war das 😮 ? Das darf doch nicht wahr sein 😊 ! Unser erstes Hippo, und wir haben es verpasst 😣 .
Zum Trost treffen wir noch auf diesen hier:
African Fish Eagle (Haliaeetus vocifer)
Zum Abschied der Tour erhebt er sich noch majestätisch in die Lüfte und begleitet uns noch ein Stück weit zurück zur Lodge.
Im Anschluß an die Tour genehmigen wir uns erst mal ein Käffchen, schreiben Mails, erkunden noch ein wenig die Lodge, genießen unsere eigene Terrasse und die Aussicht, lesen, halten unsere geliebte Siesta. Kurzum: wir lümmeln herum. Dann geht's auch schon gleich los mit dem nachmittäglichen Gamedrive, in Kürze im Teil 2 des Tages.
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
Clamat1'425 Beiträge · seit 201322. Mai 2014 · #64
Hi Loeffel,
schön dass du dich von bayern schorsch trennen konntest 🤪
Eure Bilder sind fantastisch, vor allem die Bee-eater. Die haben wir so nicht gesehen.
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201322. Mai 2014 · #65
Hallo Claudia,
Ooooh, ein Hippo, und so schön in Pose, vielen Dank dafür 🤩 . Wir werden erst im Chobe welche zu sehen kriegen.
Danke auch fürs Bilderlob 🤩 . Gerade bei den Bee-eaters ist mir beim ständigen rein und raus der Kamera unbemerkt die Einstellung verrutscht, die Bilder waren alle unterbelichtet 🙁 , Da hat die Bildbearbeitung zum Glück ganze Arbeit geleistet 🙂 .
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
lionfight1'324 Beiträge · seit 201322. Mai 2014 · #66
Schöne Bilder zeigt Ihr!
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Vor allem die Bee-eaters haben es uns angetan. Überrascht sind wir von deren "Größe", irgendwie hatten wir sie uns größer vorgestellt.
Aber: Ihr habt sie hervorragend vor die Linse bekommen. Die Fotos sind schön, aber auch dann der große Adler, einwandfrei. Bee Eaters haben wir auch viele gesehen. Bloß bis wir immer unsere Knipse parat hatten, waren die längst über alle Berge. 🤩
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201323. Mai 2014 · #69
@alle: Vielen vielen Dank für all eure Kommentare, das Danke-Button-Drücken und das Lob zum Bericht und zu den Bildern 😘 Und soviel Lob auch von den "alten Hasen" 😘 🤩 . Das baut auf und motiviert 🙂 . Ja - die Caprivi-Region hat so ihren ganz eigenen Reiz, mit dem Rest Namibias nicht zu vergleichen und unserer Meinung nach unbedingt eine Reise wert.
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201323. Mai 2014 · #70
So, nach ausgiebiger Mittagspause geht's nun weiter
Sonntag, 27.4.14 Teil 2
Am Nachmittag startet der Gamedrive zunächst wieder mit dem Boot. Auch jetzt wieder Shuttleservice für uns 🙂 . Die Fahrzeuge für den Gamedrive stehen am anderen Flussufer. Nun sind viel mehr Leute mit von der Partie als heute morgen 🤢 , wir sind mit 2 Autos unterwegs. Wir selbst sitzen wieder zu viert mit den 2 sambischen Franzosen – oder sind es französische Sambier ? 🤪 – zusammen in einem der Fahrzeuge. Die Fahrt ist sehr interessant und auch tierreich, fängt verhalten an und steigert sich im weiteren Verlauf immer mehr.
Kudu-Dame
Impalas ("McDonalds for lions" 😄 )
Monitor Lizard / Nilwaran
Knob-billed duck, female
Hammerhead (Scopus umbretta)
Brown Hooded Kingfisher (Halcyon Albiventris) ??????????????????????????????????
Blacksmith lapwing (anellus armatus)
Red-billed Hornbill (Tockus erythrorhynchus)
Und endlich auch: Elefanten 🤩 🤩 🤩 ! Juhu 🤩 🤩 🤩 ! Nach über einer Woche Namibia nun endlich Elefanten 🤩 🤩 🤩 !
Natürlich sind es dann auch die Elefanten, die den Zeitplan durcheinander bringen und uns erst nach Sonnenuntergang am Bootsanleger eintreffen lassen. Diese hier benutzen unsere Piste, zwangsläufig tuckern wir hinterher:
Schließlich wird das einem zu doof, er droht uns:
Wir halten an und vergrößern damit den Abstand, aber sie sind irritiert und "schnorcheln" abwechselnd, ob jetzt alles OK ist:
Auf dem Rückweg zum Bootsanleger treffen wir auch noch ein paar Antilopen:
Ellipsen-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus)
Gemeiner Riedbock (Redunca redunca)
Und der Sonnenuntergang ist wieder Afrika pur:
Die Bootsfahrt vom Carpark zur Lodge findet bei Dunkelheit statt. Das machen die guides wegen der Hippos ja gar nicht gerne. Aber was hilft’s ? Immerhin hat das Boot starke Scheinwerfer installiert, und wir erreichen die Lodge ohne Hippo- und Krokodilattacken wohlbehalten und hungrig.
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201323. Mai 2014 · #71
loeffel schrieb: Ja - die Caprivi-Region hat so ihren ganz eigenen Reiz, mit dem Rest Namibias nicht zu vergleichen und unserer Meinung nach unbedingt eine Reise wert.
Dem kann ich nur zustimmen. Danke für die tollen Bilder - da werden Erinnerungen wach!
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201324. Mai 2014 · #72
Montag, 28.4.14 Teil 1
Botswana, wir kommen! Heute haben wir mit rund 260km eine vergleichsweise kurze Tagesetappe vor uns. Damit bleibt genug Zeit für die anstehenden Grenzformalitäten und eventuell sogar noch eine Bootstour im Chobe-Nationalpark. Zudem leben wir ja mittlerweile seit der Ankunft auf der Namushasha-Lodge schon nach der Botswana-Zeit. Hier, tief im Caprivi, ist das „eigentliche“ Namibia weit weg und man orientiert sich in dieser Region stark an den Nachbarn, so auch bei der Zeit.
Mittlerweile fragt ihr euch sicher: Was machen denn die Wehwehchen vom loeffelmobil, die in den ersten Tagen für eine gewisse Verunsicherung gesorgt haben? Entwarnung! Alles ist gut 🙂 . Die Warnlampe leuchtet nach wie vor, aber unser Hilux schnurrt munter und ohne Murren vor sich hin. Auch der Fußraum meines loeffelinchens ist knochentrocken. Die konsequente Nichtnutzung der Klimaanlage wirkt Wunder. Inzwischen haben wir auch die Belüftung des Autos so perfektioniert, dass wir die Klimaanlage nicht vermissen. So sind wir also sorgenlos (aber nicht sorglos), voller Optimismus und Vorfreude auf Botswana unterwegs. Immerhin steuern wir dem geplanten Höhepunkt unserer Reise entgegen 🤩 .
So etwa auf halber Strecke zwischen Kongola und Katima Mulilo fallen uns einige Holzschnitzer auf, die am Straßenrand ihre Erzeugnisse anbieten, vornehmlich geschnitzte Elefanten. Sowas wäre doch was als Mitbringsel für die lieben daheim und natürlich auch für uns 🙂 . Um uns nicht jetzt schon mit Souvenirs zu belasten, werden wir uns hier auf dem Rückweg in ein paar Tagen umschauen. Jetzt fahren wir durch, tanken in Katima Mulilo und passieren ohne Probleme die namibische Grenzkontrolle bei Ngoma Bridge. Gut, dass ich mich am Flughafen bei der Ankunft ausreichend mit den Ein-/Ausreiseformularen eingedeckt habe. Die haben wir an unserem Lümmeltag auf Hakusembe schon komplett vorausgefüllt und unterschrieben. Das spart Zeit 😁 .
Hinter der Brücke ein großes Schlagloch voller Wasser, ich setze an, rechts daran vorbeizufahren 😎 . Gleichzeitig mit dem Brüller rechts aus einer Hütte erkenne ich meinen Fehler: Das ist die Desinfektionsstation 😮 😮 ! Oh wie peinlich 😊 😊 😊 ! Da liest man Forum, Reiseführer und was-weiß-ich-noch-alles, ist bestens vorbereitet – und dann so was 😊 . Nach einer kleinen Standpauke der Desinfektorin und einer großen Entschuldigung meinerseits wird die Dame doch ganz freundlich 🙂 . Ich hatte die Desinfektionsstation im ersten Moment nicht als solche erkannt und sie auch erst nach der botswanischen Grenzkontrolle erwartet. Sie ist aber vorher. Wir wussten ja, dass hier eine ist und sind auch entsprechend vorbereitet, alle Schuhe haben wir in einer Plastiktüte griffbereit parat. Das besänftigt auch die Desinfektorin 😗 . So tappe ich alle Schuhe, auch die von meinem loeffelinchen, auf den getränkten Lappen. Den Rollstuhl müssen wir nicht desinfizieren, da ist die Dame großzügig. Unsere mitgeführten Habseligkeiten werden auch nicht beanstandet, und so werden wir freundlich verabschiedet und fahren durch die Desinfektionsbrühe.
Wenige Meter weiter reisen wir ohne Probleme in Botswana ein. Einzige Hürde: Die Treppenstufen ins Gebäude 😵 . Wir stellen uns erst mal blöd: Loeffelinchen kann die Treppenstufen nicht bewältigen und wartet draußen, ich gehe mit beiden Pässen rein. Beim Blick auf die 2 Pässe natürlich gleich die Frage, wo ist denn Mrs loeffelinchen ? Ich erkläre, und der Beamte ist sehr freundlich. Beim nächsten Mal soll sie im Auto bleiben, draußen ist es doch heiß und die Sonne brennt 😎 . Dann erhalte ich auch schon beide Pässe gestempelt zurück und stelle mich an den Nebenschalter für den Zoll. Hier zahle ich für das Auto für die Strecke bis Kasane und unseren Aufenthalt von 3 Tagen 150 Pula, oder alternativ 190 N$, Kreditkarte geht nicht.. Alles in allem haben wir für die Grenzformalitäten auf beiden Seiten inklusive Veterinärkontrolle, Standpauke und Belehrung gute 45min gebraucht 😎 .
Dann passieren wir die Einfahrt für die „Transitstecke“ durch den Chobe-Nationalpark. Soll der Park nicht voller Elefanten sein ? Wo sind die denn alle? Zumindest nicht an der Straße, wir sehen jedenfalls keinen einzigen 🙁 .
Ohne eine einzige Tiersichtung erreichen wir Kasane und finden auch gleich die Chobe Marina Lodge, unser Zuhause für die nächsten 3 Nächte. Die Lodge liegt mitten in der Stadt direkt am Chobe-Ufer, schräg gegenüber vom Hospital. Wir haben ein 3-Tage Komplettpaket gebucht, Unterkunft mit Halbpension, eine Bootsfahrt auf dem Chobe, ein Gamedrive im Nationalpark und einen Tagesausflug zu den VicFalls.
Das Einchecken dauert 🙁 – ich werde genötigt, noch vor dem Bezug unseres Zimmers das Adventure-Center aufzusuchen, um die im gebuchten Komplettpaket inkludierten Aktivitäten fest zu buchen. Eine Bootsfahrt auf dem Chobe und ein Gamedrive im Park müssen terminiert werden, dazu noch der Tagesausflug zu den Victoriafällen. OK, die Bootsfahrt heute nachmittag, der Gamedrive morgen früh, der Ausflug zu den Vicfalls übermorgen. Ja dann haben wir ja morgen Nachmittag frei, was wollen wir denn da machen ? Geschäftstüchtig ist er ja, der gute Mann vom Adventure Center. Denn eine weitere Tour wird ja zusätzlich berechnet 😉 . Das werde ich mit meiner Frau besprechen, die ja für die „kurze“ Eincheckprozedur immer noch draußen im Auto wartet 😵 . Damit gibt sich der Mitarbeiter im Adventure-Center erst mal zufrieden, die „Pflichtveranstaltungen“ haben wir ja nun gebucht 🙂 .
Puh, was für eine Aktion, endlich bekomme ich unser Zimmer Nr 51 gezeigt. Und so ein Zufall, ich parke direkt davor, wie praktisch! 😎 Das „Zimmer“ entpuppt sich als eine komplette Suite mit Wohn-Eßzimmer, kleiner Küchenzeile mit Kühlschrank, einem Schlafzimmer und einem großen Bad. Dazu eine eigene großzügige Terrasse. Alles in allem locker über 40m² 😄 😄 .
Das ganze ist perfekt für uns vorbereitet, es gibt sogar einen Plastikstuhl in der Dusche 😄 .
Mindestens genauso wichtig: Es ist ein Adapter für europäische Stecker vorhanden 🙂 . Der namibische Adapter passt hier nicht, daran hatte ich gar nicht gedacht. Also das alles ist schon mal TOP 🤩 🤩 🤩 .
Die Bootsfahrt auf dem Chobe benötigt einen zweiten Teil, der folgt demnächst und ist recht bilderlastig. Hier schon mal ein Blick vom Bootsanleger auf die Lodge:
Und als Appetitanreger auf die Bootstour: Wir sehen unsere ersten Hippos!
Dieses hier lächelt sogar freundlich in die Kamera! Cheese 😄 !
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
Hallo Stefan, ein toller Bericht, genau das richtige, nachdem ich mich mit unseren garteneigenen Wildtieren (Ameisen, Hummeln, Wespen...) den größten Teil des sommerlichen Samstags abgeben durfte. 😄
Ich bin ganz gespannt, wie es weitergeht, spann uns nicht zu lange auf die Folter! Ach ja, eine Frage noch: Gegenüber der Chobe Safari Lodge war im letzten Jahr ein großes Lodgegebäude im Bau. Habt ihr das zufällig gesehen oder irgendetwas gehört, ob es den Campsite dort noch gibt?
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201325. Mai 2014 · #74
Hallo Biggi, so viel Wild im eigenen Garten, ich hoffe doch mit vielen Sichtungen ? 😉 Keine Sorge, es geht bald weiter. Was deine Frage nach der Campsite angeht, die kann ich dir leider nicht beantworten. Wir waren ja in der Chobe Marina Lodge und haben die Chobe Safari Lodge nur vom Wasser aus gesehen.
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
Susi651'127 Beiträge · seit 201125. Mai 2014 · #75
Hallo Stefan,
sooo viele schöne Bilder aus dem Caprivi. Da möchte man am liebsten sofort los 😎 . Leider steht der Caprivi für uns in Kürze nicht auf dem Plan, dafür aber Botswana....und da hoffe ich jetzt auf genauso schöne Fotos 😉 😁 .
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201325. Mai 2014 · #76
Montag, 28.4.14 Teil 2
Nach unserer obligatorischen Siesta startet nachmittags die Bootstour. An der Rezeption ist Treffpunkt, dort gibt es ein großes Hallo. Die 6 Australier von der Hakusembe-Lodge sind auch hier abgestiegen 😄 . Und schon haben wir uns wieder gegenseitig viel zu erzählen. Es ist wirklich eine nette Urlaubsbekanntschaft. Sie fahren allerdings nicht mit uns, sondern haben ein eigenes kleines Boot für sich zu sechst gechartert.
Wie erwartet findet die Tour auf einem größeren Boot statt, aber es gibt auch noch deutlich größere, stellen wir später fest. Einigen wir uns also darauf: Es ist ein mittelgroßes Boot 😉 . Zudem ist es nur mit 16 Gästen besetzt, da kann man sich mühelos auf dem Boot bewegen und eine gute Position zum beobachten und fotografieren finden. Das Boot ist für uns mit Rollstuhl auch problemlos zu erreichen, alles barrierefrei. Bei der Bootsbesatzung greift man hier übrigens auf ausgesprochenes Fachpersonal zurück 🤩 :
Kapitän
Steuermann
Entsprechend erlebnisreich mit vielen Sichtungen erhoffen wir die Tour 😉 .
Auch auf dem Wasser gibt es am Ufer ein Parkbüro am Eingang des Nationalparks (das grüne im Bild). Alle Boote müssen zunächst dort anlegen und ihre Passagierlisten vorlegen. Das ganze geht aber ganz unafrikanisch schnell vonstatten und dann geht’s auch gleich weiter.
Die Fahrt dauert 3 Stunden, wir umrunden dabei Sedudu Island, die Teil des Nationalparks ist. Nördlich der Insel im Kanal verläuft die Grenze zu Namibia. Sedudu war lange Zeit ein Streitobjekt zwischen Namibia und Botswana. Schließlich wurde die Insel Botswana zugesprochen, weil der nördlich verlaufende Kanal tiefer ist als der südliche.
Es sind ziemlich viele Boote unterschiedlichster Größe und Couleur unterwegs, und alle machen von Kasane aus mehr oder weniger die gleiche Tour. Eigentlich läuft so ein Gamedrive zu Wasser ähnlich ab wie an Land. Immer da, wo sich die Fahrzeuge drängeln, ist was zu sehen.
African Darter
Pied Kingfisher
White-fronted Bee-eater
Zu Beginn der Tour fast spannender als die ersten Tiersichtungen finde ich als Hobbyfotograf das Fotoboot, das auch auf dem Chobe unterwegs ist 🙂 . Wie die Hühner auf der Stange sitzen da mehrere Fotografen auf drehbaren Stühlen, mit fest am Stuhl montierten Stativen und beeindruckendem Fotoequipment nebeneinander 😮 . Bei jeder Sichtung bewegen sich Stühle und Objektive synchron in die entsprechende Richtung. Ich bin belustigt und fasziniert zugleich.. Klar, dass ich mich auch mal danach erkundigt habe, durch Nennung des Preises für eine solche Tour hat sich das ganze für mich sofort erledigt 😛 . Letztendlich sehen die da auf dem Boot auch nichts anderes wie wir.
Und das, was wir sehen ist schon toll. Denn endlich sehen wir die heiß ersehnten Hippos, dazu Elefanten en masse, Krokodile, Vögel und und und … 🤩
Den Größenvergleich zwischen Pavianen und Impalas finde ich krass:
Auch unseren ersten Büffel entdecken wir, versteckt liegt er im Schatten, kaum zu sehen, aber immerhin.
Damit haben wir dann in unserem zweiten Afrika-Urlaub die Big Five voll, Nashörner haben wir ja letztes Jahr im Etosha gesehen 🙂 . OK, beim Leoparden haben wir auf Düsternbrook etwas nachgeholfen 😗 …
Elefanten und Wasser – eine magische Verbindung. Dieser hier sitzt wie ein kleiner Junge im Süßwarenladen mitten im überflutenden Gras und weiß gar nicht, wo er zuerst hingreifen soll 😄 . Er plantscht vergnügt herum und lässt sich auch nicht von den zahlreichen Booten stören, die teilweise recht nah an ihn heranrücken.
Kurz vor Sonnenuntergang nehmen die Boote plötzlich Fahrt auf, eine ganze Armada bewegt sich im Eiltempo auf Kasane zu. Zum Sonnenuntergang müssen die Boote den Nationalpark verlassen.
Hochzufrieden wenden wir uns nun einem anderen, nicht weniger wichtigen Teil eines Urlaubs zu: Dem Abendessen 😄 .
Die Lodge ist relativ groß, daher geht es beim Abendessen entsprechend „busy“ und rummelig zu, mit entsprechender Geräuschkulisse 😠 . Zusätzlich ist heute Abend Livemusik. Ein Ein-Mann-Alleinunterhalter beglückt uns mit Songs von Elvis und ein paar anderen Hits aus den 60er und 70er Jahren. Noch dazu sitzen wir ungünstig direkt neben einem der künstlichen Wasserfälle, die hier überall installiert sind. Alles in allem empfinden wir das heute doch als ziemlich ungemütlich 🙁 . Kein Vergleich zu den vergangenen Abenden, an denen wir außer den Klickfröschen kaum andere Laute vernommen haben. Nach den vergleichsweise kleinen Unterkünften bisher ist das schon fast ein „Kulturschock“ 😉 .
Das Abendessen in Buffetform ist auf internationales Publikum ausgerichtet mit einer Auswahl an Gerichten, bei denen man eigentlich nichts falsch machen kann. Es ist geschmacklich in Ordnung, wir vermissen jedoch lokale Spezialitäten bzw. das „gewisse etwas“. Dafür gibt es aber eine Art „Mongolengrill“, wo man rohes Fleisch und Gemüse selbst zusammenstellt und dies von Köchen in einem Wok frisch zubereitet wird. Leider auch hier heute kein Game.
Euren Bericht verschlinge ich. Die Bilder sind einfach toll und der Schreibstil große Klasse. Da werden viele Wünsche für die nächste Reise (also übernächste, da die nächste schon fertig gebucht ist) geweckt. Faszinierend finde ich Löffelinchens Durchkommen überall. Das hätte ich mir nicht vorstellen können (und ich war Zivi in einer Werkstatt für Menschen mit allen möglichen Einschränkungen).
loeffelThemenstarter1'412 Beiträge · seit 201325. Mai 2014 · #79
@ bayern schorsch ja, allein schon für die bee-eaters hat sich die Anschaffung meines Teleobjektivs (extra für diese Reise) gelohnt. Das mit der Chobe Marina Lodge stimmt auch, sie ist mit 60 Zimmern schon ziemlich groß, Trotzdem hat es uns dort gut gefallen, mal von dem Rummel abgesehen. Letztendlich hielt sich das aber doch in Grenzen, man empfindet es wahrscheinlich schlimmer, wenn man die ganze Zeit davor Idylle pur in kleinen Unterkünften hatte. Ich denke speziell in Kasane ist die Lodge mit diesem "Problem" nicht alleine.
@Andreas Vielen Dank für Lob zu Bericht und Bildern, wird gerne als Motivation für die kommenden Teile angenommen 🙂 .
Was das Durchkommen meines loeffelinchens mit den zusätzlichen 4 Rädern angeht, so ist das vor allem das Ergebnis einer realistischen Selbsteinschätzung (was geht - was geht nicht), einer guten Vorplanung und Information über die geplanten Ziele und Aktivitäten und natürlich auch eine entsprechende Auswahl der geeigneten Unterkünfte. Klar - unerwartete Hindernisse wie z.B. die überflutete Zufahrt zur Hakusembe Lodge mit dem ungeplanten Bootstransfer können da schon mal zur ein oder anderen Hürde werden, aber da kommt dann die Hilfsbereitschaft der Einheimischen ins Spiel, die da auch (fast) alles möglich machen.
Wir konnten uns auch lange nicht vorstellen, Namibia zu bereisen, aber diverse Reiseberichte von Rollstuhlfahrern mit wesentlich stärkeren Beeinträchtigungen haben uns darin bestärkt, daß es auch mit Rolli sehr gut möglich ist.
Vielleicht bestärken unsere beiden Berichte hier im Forum ja auch andere Betroffene darin, eine solche Reise zu wagen.
LG Stefan
Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19
Unsere Reiseberichte
Loeffel schrieb: Klar - unerwartete Hindernisse wie z.B. die überflutete Zufahrt zur Hakusembe Lodge mit dem ungeplanten Bootstransfer können da schon mal zur ein oder anderen Hürde werden, aber da kommt dann die Hilfsbereitschft der Einheimischen ins Spiel, die da auch (fast) alles möglich machen.
Das finde ich Klasse: Du sprichst von Hürden(kann man überspringen), nie von unlösbaren Problemen. Ich gratuliere euch zu dieser Lebenseinstellung!