Leona's Damaraland Reisebericht August 2013

Reisebericht 92 Antworten · 32,7k Aufrufe · gestartet 03. Sept. 2013 von La Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200707. Sept. 2013 · #41
@Annick, komm setz dich mal lieber rein, auf dem Dach holst du dir einen Sonnenbrand!

@take off, hallo Dagmar, herzlich willkommen auf der tour!

liebe Grüsse aus dem tropfnassen Argentinien
leona
Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200707. Sept. 2013 · #42
10. Tag Twyfelfontein - Granietkop
Die heutige Etappe darf eigentlich gar nicht als solche bezeichnet werden, denn die Fahrdistanz zu unserem nächsten camp beträgt nur etwa 20km. Warum wir dies trotzdem so machen? Wenn man ein Dachzelt hat ist es derselbe Aufwand am morgen für einen Tagesausflug das Zelt und alles zusammenzupacken wie für eine neue Tagesetappe.

Heute schlafen wir aber erst mal aus, der Wecker klingelt erst um 6 Uhr. Ein klammer Nebel liegt auf uns. In Luftlinie sind wir gute 75km von der Küste entfernt, es fühlt sich an als ob wir direkt in Swakopmund seinen. Erstaunlich.

Um 7.30 Uhr fahren wir zum Unesco Weltkulturerbe, den Twyfelfontein-Felsgravuren. Dort stellen wir die Autos unter den schattigen Parkplatz und beginnen die Tour mit einer lokalen Führerin zuerst die übliche "Lion Man Route"

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und anschliessend noch die "Dancing Kudu Route" wo wir neben der Quelle die dem Ort den Namen gab, auch die einzigen Felszeichnungen sehen können. Diese Zeichnungen werden viel älter datiert als die Felsgravuren. Alle stammen von nomadisierenden San-Völker.

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Nach etwa eineinhalb Stunden Führung/Wanderung und der Lektüre der sehr interessanten Info-Tafeln im visitor centre machen wir im Schatten des Parkings den obligaten morning coffee break. Ich bin ja so glücklich meine kleine Sigg Thermosflasche mitgenommen zu haben, jeden Morgen fülle ich sie mit heissem Kaffee bevor wir losfahren, um 10 Uhr ist dies genau das richtige und dazu noch ein zwei Eet sum mor oder ginger cookies, lecker. Die Essensgewohnheiten werden gegenseitig beobachtet, ich sehe z.B. dass die meisten Männer kaltes Fleisch vom vorabend zum Coffee Break und Lunch essen und dann erneut welches braten beim Dinner. Ausser Brot sind fast keine Kohlenhydrate in ihrer Diät.

Um 11 Uhr erreichen wir das Granietkop Community Rest Camp und belegen unsere Plätze 2 und 3. Das Camp hat insgesamt 5. Und wir geniessen den "freien Nachmittag".
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 07. Sept. 2013
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200707. Sept. 2013 · #43
Auf den Felsen bei Granietkop kann man mit etwas Gedul Rock Hyrax beobachten. Unser Stellplatz liegt so ausgerichtet dass wir den Sonnenuntergang geniessen können. Obwohl dieses Camp unmittelbar an der Strasse liegt, kann ich es empfehlen, denn nachts fährt hier soweiso keiner durch.

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wenn der Boden mal nicht eben ist wird eben nachgeholfen
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Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200708. Sept. 2013 · #44
11. Tag Versteinerter Wald - Upper Huab 4WD trail

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Wir beginnen die heutige Etappe von 157km (von T4A mit 6h45m berechnet), mit der Besichtigung des Versteinerten Waldes und nehmen als Zufahrt zuerst die D2612 und dann eine Private Farm Road und gelangen an die C39. Ein lokaler Führer erzählt zuerst was über die Welwitschia Mirabilis. Diese nur zweiblättrige Pflanze wächst 1cm pro Jahr und weil die grössten Exemplare zwei, vom Wind ausgefranste, ca zwei Meter lange Blätter haben, rechnet man bei diesen mit einem maximalen Alter von etwa 2000 Jahren. Es gibt weibliche und männliche Pflanzen, die Befruchtung übernehmen Insekten. Nashörner im Damaraland ernähren sich u.a. auch von Welwitschias.

Die versteinerten Baumstämme stammen aus dem Kongobecken und sind an die 200 Millionen Jahre alt. Sie wurden mit Schlamm-Lava-Massen während den grossen tektonischen Kontinentalplattenveränderungen und dem nach sich ziehenden Klimawandel bis hierher geschwemmt und anschliessend unter Einfluss von grossem Druck und Kieselsäure von organisch in mineralisch verwandelt. Dieser Besuch ist lohnenswert und man sollte dafür mindestens eine gute Stunde einplanen.

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Auf der C39 fahren wir etwa 50km nach W bis zum Huab River wo wir um 11 Uhr den Upper Huab 4WD trail starten. Wir befinden uns im Torra Conservancy. Ganz unerwartet sehen wir viele Rinder. Für Johan der hier oft unterwegs war in den letzten Jahren ist dies eine Überraschung. Ich denke es hängt mit der Dürre zusammen, die lokale Bevölkerung muss die Tiere ernähren und hier gibt es viele sumpfige Stellen und Gras. Wobei ich mit Schrecken auch feststellen muss wie grossflächtig die Tamariskenwälder abgebrannt wurden. An einem kleinen gestauten Pool sehen wir Tilapia-Fische und ein paar Vögel, vorallem Reiher und Bienenfresser. In den Bäumen können wir viele Nester von "whitebrowed sparrow weaver" Vögel und Hammerkopfvögeln sehen.

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Um 14.45 erreichen wir ein Farmgate bei einer Dattelpalmenfarm und ab hier heisst der track D2633. Der Boden wird immer tiefsandiger und staubiger. Für einen Moment verliert Max die Konzentration und schaltet nicht rechtzeitig herunter, wir stecken fest.

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Seitdem Herlu das Rad verloren hat, sind die Positionen getauscht und wir fahren nun am Ende der Karawane, normalerweise in ziemlich grossem Abstand, weil wir gerne eine staubfreie Sicht geniessen. Zum Glück ist gerade in dem Moment wo wir feststecken Herlu nicht allzu weit entfernt und mit einem Ruck der "snatch-rope" sind wir wieder auf festem Boden. Glücklicherweise war die tiefsandige Stelle nicht sehr gross und Herlu konnte vor uns auf Festem Boden Gas geben. Max hat die Situation mit Fassung getragen, bislang hing nämlich diese latente Spannung in der Luft, wer wohl wo als erster steckenbleiben wird, Toyota? Ford? Land Rover? Das war nun beantwortet.
Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200708. Sept. 2013 · #45
Es wird wärmer und wir kommen schleppend langsam vorwärts. Kurz vor fünf nachmittags und bei 31ºC wird beschlossen in einer relativ windstillen Kurve des Huab für heute Halt zu machen. Wir haben unser gestecktes Tagesziel von 157km nicht erreicht, aber da wir ja sowieso bush-campen spielt das keine Rolle.
Nachts ist es erstaunlich ruhig aus der Tierwelt, obwohl im Gebüsch rund um uns herum wimmelt es nur von Elefantendung.

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Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200709. Sept. 2013 · #46
12. Tag Upper Huab 4WD trail - Khorixas - Sout river 4WD trail
Es ist wieder sehr kalt bei Abfahrt um 7 Uhr, 3ºC, wir benötigen die Heizung am Morgen und die Klimaanlage ab Mittag. Der Vormittag gefállt mir sehr, ich habe auch zum ersten Mal den sehr koketten African Hopoe gesehen. Ein winzig kleiner staubtrockener Resurrection Bush steckt nun in einer mit Wasser gefüllten Coladose und ich verfolge sein Erwachen in den nächsten Stunden/Tagen.

Den Upper Huab Trail beenden wir gegen 11 Uhr mit einem Finale von etwa 3-4km Berg-und Talfahrt über einen sehr steilen und sehr steinigen Hügel als wir bei den roten Dächern der Angestelltenhäuschen der Huab Lodge & Bush Spa wieder auf die Zivilisation treffen.

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Nach 50km+ guter gravel road auf der C39 stürmen die Männer die Engel Tankstelle in Khorixas und wir Frauen vis-a-vis beim Super Save die Brotregale, anschliessend noch die Tomaten und Eiscrème. Man kann hier sogar mit Visa bezahlen. Aber es gibt keinen Internetempfang im Ort.

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Wir fahren wieder los Richtung W auf der C39 und zweigen kurz danach ab auf die D2625 Richtung N ab, auch als Soutriver 4WD trail bezeichnet, als Manie seinen 4. Platten über Funk meldet. (Nr. 1 und 2. hatte er gleich zu Beginn seiner Reise in der Nähe vom Sossusvlei und den 3. Platten hatte er in der Nähe von Gai-Ais).
Zuerst scheint der Schaden bescheiden, nur eine eingefahrene Schraube. Dann bemerken sie beim Druckeinlassen dass der Reifen noch woanders undicht ist, diesmal ist es ein länglicher Stein mit einem Durchmesser von mehr als 2cm.

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Manie, wie auch alle anderen, ausser uns, hat an jedem Ventil einen remote-sensor der ihm Luftdruck und Reifentemperatur permanent an einem Display anzeigt. Darum konnte er frühzeitig gewarnt schön langsam abbremsen. Seine Frau Alta wird von uns betreut, währenddem Manie Zuspruch und fachmännische Unterstützung der Männer bekommt.

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Eine Stunde dauert der Einsatz und wir können weiter. Manie hat jetzt keinen Ersatzreifen mehr. Er hofft unversehrt bis nach Palmwag zu gelangen und gibt das ok zur Weiterfahrt. An seiner Stelle wären wir die paar km retour nach Khorixas gefahren und hätten dort beide Ersatzreifen reparieren lassen.

Früher als sonst beenden wir die Fahrt um 16 Uhr in einem Seitenarm des Saltriver und finden viel Holz für das abendliche Campfeuer. Max sucht ein paar Steine für die Feuerstelle und entdeckt einen Skorpion unter einem Stein. Je grösser der Stachel und je kleiner die Zangen umso giftiger.

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Für heute war vorgesehen gewesen 180km in 6 Std neto Fahrzeit zu bewältigen, plus die etwa 25km die fehlten von gestern. Aber auch heute sind wir nicht bis an unser Etappenziel gelangt, werden die beiden Tage morgen jedoch problemlos aufholen.
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 09. Sept. 2013
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200709. Sept. 2013 · #47
13. Tag Soutrivier - Ruspoort Trail - Grootberg Pass - Palmwag
Der Soutriver trail ist insgesamt 32km lang, als erstes wollen wir ihn beenden und machen uns bei 0ºC auf den Weg. Wenn in Buenos Aires die Temperatur mal auf 0 Grad sinkt liest man im roten Balken der Schlagzeilen in den Morgennachrichten am TV "Achtung! Polarkälte, sehr warm anziehen! Kleinkinder nicht in die Schule schicken! Grippegefahr erhöht! etc."

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Die weiss-grau-schwarzen abgerundeten Steine geben diesem Revier den Namen, es ist wunderschön und die riesigen Ana-Bäume vermitteln Zeitlosigkeit und Ewigkeit. Nach zwei Stunden Fahrt sind wir erneut wo wir schon einmal waren vor zwei Tagen, nämlich bei der etwas ausserirdisch wirkenden Dattelpalmenfarm und nehmen jetzt den track nach Norden, den Ruspoort Trail.

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Der primitive Track ist offiziell eine D-road mit der Nr. D2633 und wird auf T4A als "extreme road/bad rocks" bezeichnet. Der Ruspoort Trail ist der kürzeste aller off-road trails unserer Reise mit einer Länge von grad mal 10km, hat es aber in sich, vorallem die erste Hälfte ist sehr ruppig. Wir benötigen dafür insgesamt 2h15m. Unterwegs sehen wir Herero Sesame und Shepard's trees. Wo immer wir anhalten und aussteigen stürzen sich die "Geologen" auf die Steine. Hier gibt es welche die sind olive-farben und gefallen mir besonders gut. Dann erreichen wir die grosse Ruspoort Farm, kein Grashalm weit und breit, die mageren Rinder sind eingezäunt und bekommen (wahrscheinlich teuer) gekauftes Futterheu.

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Ab hier geniessen wir die sanfte Fahrt auf der breiten D2650 mit Richtung Grootberg Pass. Das Nüvi zeigt sie auch als D2646 an, Grund dafür ist ev. weil sie einen Kreis macht? Schliesslich erreichen wir die C40 und beginnen allmählich zu steigen 1000m,1100m,1200m und wir zwei schliessen eine Wette ab wie hoch der Grootbergpass ist. Der Gewinner ist nur 50m daneben: 1540müM und wir erreichen den Pass um 13.45 Uhr.
Wir sehen Zebras, Kudus und eine grosse Elefantenherde in der Ferne. Nur ein Fahrzeug mit Guides von der Grootberglodge begegnet uns auf der Strasse. Es ist schön die Weitsicht geniessen zu können. Trotz der auch heute staubigen Atomosphäre und der diesigen Sicht deswegen.

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Die restliche Fahrt bis nach Palmwag verläuft erholsam und mit Nascherei, denn wir haben beschlossen lieber durchzufahren als für lunch anzuhalten um so den Rest des Nachmittags am Pool in Palmwag verbringen zu können. Wir erreichen die Palmwag Lodge eine Stunde später und belegen die campsites nr. 3 + 4.

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Es gibt jetzt zwei Swimmingpools, der neue für die Lodgegäste im Bungalow/Restaurant Areal und der alte Pool welcher bei der Bar und nahe beim campsite liegt für die Camper. Aber das Wasser ist kalt. Die Waschhäuschen sind schon in die Jahre gekommen, aber die Anlage ist sonst sehr schön angelegt, vom Platz Nr. 4 haben wir eine sehr schöne Sicht auf den Sumpf wo es auch Elefantenbesuch gibt.

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Gruss Leona
4'129 Beiträge · seit 200809. Sept. 2013 · #48
Hallo, La Leona!

Wir träumen uns schon seit einigen Tagen mit deinen Beschreibungen und Fotos auf den 4x4Trails durchs Damaraland... Wunderbar! Das ist genau das, was wir so lieben: Auf einsamen Strecken durchs Land mäandern...
Jedes Mal, wenn wir bisher den Einstieg zum Upper Huab Trail kreuzten, gingen sehnsüchtige Blicke hinein in das Tal... – aber wir hatten jedes Mal anderes vor - nun haben wir wenigstens einmal einen kleinen Vorgeschmack, was es dort so zu entdecken gibt.

Herzlichen Dank, dass du dir die Mühe machst und deinen informativen Reisebericht schreibst! Es gibt ja nicht so viele, die so fahren wie ihr und dementsprechend wenig ergiebige Berichte aus der Gegend.

Grüße lilytrotter


PS: Sag mal, führte der kleine Bach an der Palmwag Campsite Wasser? Im Mai war er trocken.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
875 Beiträge · seit 200809. Sept. 2013 · #49
Auch ich sag mal Dankeschön
für den ausführlichen Bericht
und die tollen Fotos

Die Strecke wird schon von der
Ein oder Anderen befahren 😉
Aber es wird selten darüber geschrieben,
weil man ja nicht wirklich will, das immer
mehr Menschen Geschmack an diese
Strecke finden 😉

Klasse finde ich auch die Fotos von
der Truppe und der Camps
Anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200710. Sept. 2013 · #50
Liebe Lilytrotter es freut mich sehr dass sich die Arbeit lohnt und Ihr so viel aus meinem Bericht für Euch "rausziehen" könnt. Es gibt tatsächlich wenige - aber wie Anita es betont, schon ein paar Besucher die sich in diese Reviere "verirren". Auch Dir Anita danke für den Ansporn und all den stillen Mitlesern und Danke-button-Drückern ebenfalls.

Mit meinem Bericht lüfte ich eventuell ein paar Geheimtipps, aber ich zeige auch wie wenige Tiere hier zu erwarten sind. Ebenso wie wenige einheimische Menschen. Und wie wenige Pflanzen. Zu der Frage ob nicht zuviele Besucher nun hierher fahren werden überlege ich folgendes: Bei einem positiven Reiseentschluss für Namibia als Reisedestination nehme ich an dass je ein Viertel oder ev. mehr? auf Tiere, Landschaft, typische Bevölkerung und tolle Lodges fallen.

Auf der von uns gefahrenen Route fehlen schon mal zwei Drittel: Vielfalt an Tieren und Bevölkerung. Dazu kommt noch die Notwenigkeit und Bereitschaft "wild" zu campen, denn die Tagesetappen durch die Flussbette können nicht von Lodge zu Lodge oder organisiertem camping zu organisiertem camping abgesteckt werden. Und letztendlich muss man auch Freude und Kenntnisse haben am Offroad fahren, sonst ist es kein Vergnügen.

Wegen all den aufgeführten Punkten ist meines Erachtens die Wahrscheinlichkeit grösser dass sich das Kaokoveld innerhalb kurzer Zeit zur Massendestination mutiert. Es wurden neue Unterkünfte gebaut und das Himbavolk ist so weltentrückt exotisch und fotogen wie nur noch wenige andere Völker dieser Erde.

Ich greife jetzt etwas vor, aber das Damaraland ist für mich wilder als das Kaokoland und wir haben nur einen ganz kleinen Teil davon gesehen, ich würde am liebsten gleich wieder losfahren.
Gruss Leona
1'667 Beiträge · seit 200910. Sept. 2013 · #51
ACH, Leona.......

wie schön ist es mit dir diese Trails zu befahren. Es ist genau die Art zu reisen, die wir lieben.
Abseits der Touristenpfade, gerne auch mal etwas schwierige Offroadstrecken, und als Belohnung dann mal wieder an einer Lodge , wo man alle Annehmlichkeiten geniessen kann.
Wir sind in Palmwag auch immer auf Campsite Nr3 gewesen...... 🙂

Lieben Gruß
Birgitt
Der Erde eine Stimme geben REISEBERICHT 4 1/2 WOCHEN BOTS UND NAM REISEFOTOS UND KURZER BERICHT: UGANDA IM LAND DER KOCHBANANEN REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2012 REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2013 2014 Griechenland 2015 Austria und Griechenland 2016 Costa Rica und Panama 2017 Bretagne und Griechenland
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200711. Sept. 2013 · #52
Ach, Birgitt, so schön dass du immer noch dabei bist und wir dich, trotz der vielen Autos nicht vrscheucht haben.

Leider kann ich den Bericht erst Anfang Oktober weiterschreiben, falls jemand im Startloch steckt und dringend infos benötigt zu aktuellen Pistenverhältnissen etc. dann beantworte ich das gerne von unterwegs, werde nun drei Wochen in Brasilien unterwegs sein.

bis bald!
herzlich leona
Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200711. Sept. 2013 · #53
und hier noch die Karte mit der eingezeichneten Etappe welche die Gruppe ohne uns am am 6. Tag gefahren ist

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Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200712. Okt. 2013 · #54
es geht wieder weiter:

14. Tag Palmwag Concession Visitors Area - Crowther Trail
Um 06.40h herrscht plötzlich Unruhe und geschäftiges Treiben auf dem Zeltplatz in Palmwag, ein Elefantenbulle sei beim workshop und spaziere nun gemächlich Richtung Bungalows. Weil wir gerade den Motor angelassen hatten und in der Absicht waren nochmals vor Abfahrt wifi Empfang bei der Reception zu kriegen gelangten wir in unter einer Minute an den Schauplatz.

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Nachdem wir dem Bullen ein Weilchen zuschauten (ich hatte den besten Platz) wie er die kleinen Palmen der Gärten verspeiste gings für uns erst mal zu den Gräbern der beiden Gründer des Safe the Rhino Trust. Beide starben viel zu jung, der eine an Krebs und der andere bei einem Surf-Unfall.

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Am Gate des Konzessionsgebiets zeigen wir unsere soeben an der Reception der Lodge erstandenen Permits N$500 pro Fahrzeug plus N$150 pP und erhalten Einlass. Mit den Permits erhält man auch eine Karte wo die verschiedenen look-out points eingezeichnet sind. Hier werden die täglichen game-drives der Lodge gemacht. Wir sehen jedoch kein weiteres Fahrzeug heute. Auf der Leopard Route sehen wir 6 stattliche Giraffen inmitten einer wunderschönen Landschaft.

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Beim Van Zyl's Gat steigen wir aus und wandern durch die jetzt in der Trockenzeit trockene Schlucht, sehr eindrücklich. Dann besuchen wir noch eine Wasserstelle wo gestern nachmittag Löwen gewesen seien.

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Nachdem wir fast alle der Aussichtspunkte angefahren haben verlassen wir um 14.30h die day visitors area und starten offiziell den Crowther Trail. Auf der Karte sind die Stellen wo wildes campieren erlaubt ist mit einem C und der Nummerierung von 1-10 eingezeichnet, C1 und C2 sind innerhalb der day visitors area, C3 passieren wir kurz vor 17 Uhr und weil es so windig wird suchen wir uns ein paar km weiter eine etwas geschütztere Stelle um das Nachtlager aufzustellen. Dieser Wind ist für uns auf dieser Reise was ganz Neues in Namibia. Heute hats den Max erwischt und er kriecht erschlagen mit einer Darmgrippe in unser Dachzelt, wo er nach 11 Stunden nonstop Schlaf erst am nächsten Morgen wieder herauskriechen wird. Noch am campfeuer sitzend hören wir Hyänen und Schakale.

15. Tag Crowther Trail - Ongongo Warmquelle

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Zum ersten Mal zeigt das Thermometer 10ºC schon frühmorgens und die Sonne erwärmt seit dem Moment wo sie über dem Horizont sichtbar wird. Wir befinden uns auf einer riesigen Ebene, schon gestern sind wir lange durch die schier endlose Weite gefahren. Wir erreichen einen eigenartigen polierten schwarzen Felsbrocken und spekulieren über mögliche Einflüsse, ob sich da auch Nashörner die Hörner daran reiben.

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Damit ihr nun auch mal sieht wer wir zwei sind.
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2013
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200712. Okt. 2013 · #55
Adri kann heute ihr Versprechen halten, wir sehen nämlich das seltene Wüstennashorn. Nur eines aber es ist deshalb eine so wertvolle Erfahrung weil es nur noch ca 100 freilebende, der Wüste angepasste Black Rhinos in der ganzen Kunene Region gibt. Der SRT Save the Rhino Trust wurde gegründet um diese vom Aussterben bedrohten Tiere zu schützen. Aussergewöhnlich am Projekt ist, weil es sich um komunales Land und deshalb um ein community conservancy development handelt. Hier ist es zu trocken für Menschen um Landwirtschaft zu betreiben oder Tiere zu halten.
Schwarze Nashörner sind nachtaktiv und gehen weite Distanzen in der Dunkelheit um Nahrung von kleinen Sträuchern, u.a. auch Euphorbien und Welwitschias und Wasser aufzunehmen. Tagsüber müssen sie sich ausruhen und benötigen, wie die meisten von uns, 8 Stunden Schlaf. Die Tiere müssen alle 3 bis 4 Tage Wasser trinken und legen dafür enorme Distanzen zurück, im Durchschnitt 30km pro Tag, das ist vorallem für die Jungtiere sehr anstrengend. Nashörner sind sehr ängstlich und rennen bei Gefahr stundenlang bis zur Erschöpfung. Menschen müssen deswegen den hier freilebenden Tieren grosse Fluchtdistanz gewähren und sollten nicht in der Nähe von Wasserläufen campen. Deswegen die gekennzeichneten Campsites.

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Dort wo die Spur auf den Hoanib stösst und eine riesige Wasserpumpe permanent ein Trinkbecken für die Elefanten füllt endet der Crowther Trail. Hier sind an den östlichen Berghängen auch Sandaufhäufungen zu sehen die vom Wind bis hierher getragen werden. Richtige Dünen teilweise. Im Hoanib ist es zum Teil tiefsandig.

Bei nun 33ºC haben sich die Sandkörner erwärmt und das Vorwärtskommen ist mit grossem Treibstoffverbrauch verbunden. Um 14 Uhr erreichen wir Die Poort, vorher fanden wir einen risigen Ana-Baum wo alle sieben Autos Schatten fanden während des lunch-stops. Bei Die Poort gabelt sich das Trockenflussbett, 2009 fuhren wir rechts weiter im Hoanib, diesmal nehmen wir die linke Variante im Ganamub. Es ist jetzt 37ºC und ein Insekt macht es sich in Max's Ohr bequem. Er bittet um einen "chirurgischen" Eingriff den wir alle aufs Mal und mit verschiedenen Methoden/Instrumenten anbieten.

Das Ganamub Flussbett wird breiter, schöne Felsformationen und Farben sind zu sehen.
Heute fuhren wir insgesamt 270km, meistens im Sand, es waren 10 Stunden am Steuer. Verschwitzt und kaputt erreichen wir den natürlichen Pool bei Ongongo und nachdem wir alle einen Platz in der engen Schlucht gefunden haben fürs Nachtlager, stürzen sich alle sofort ins Nass. Bei fast 40ºC ist die Wassertemperatur von 28º richtig kühlend.
Gruss Leona
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200712. Okt. 2013 · #56
noch ein paar Bilder des Crowther Trails zum Abschluss dieser Etappe





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Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2013
1'667 Beiträge · seit 200912. Okt. 2013 · #57
Hallo, Leona

schön, dass du weiter schreibst........reise immer noch begeistert mit..... 🙂

LG
Birgitt
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Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200714. Okt. 2013 · #58
Danke Birgitt, aber es geht nur langsam vorwärts...

16. Tag Warmquelle - Purros
Bei Warmquelle hiess es für uns zwei Abschied nehmen von der Gruppe. Die Abschiedsreden am Lagerfeuer gestern abend waren warmherzige und aufrichtige Bekenntnisse Aller zu einer gelungenen Reise mit so vielen verschiedenen Teilnehmern und erst noch in drei Sprachen. Man bat Johan eine Route nach Angola, Zambia, Malawi und oder wo auch immer, zu planen.

Max und ich haben jetzt noch 9 Tage in Namibia. Aus Gewohnheit stehen wir mit den Hähnen auf und winken unseren Weggefährten good-bye, kein Auge bleibt trocken. Jetzt sind wir allein. So wie wir es gewohnt sind. Und sofort verplempern wir die Abfahrt um eine Stunde. Aber das ist ja nicht weiter schlimm, denn wir wollen heute ja nur bis Purros. Nachdem wir von der Warmquelle eine halbe Stunde bis Sesfontein fuhren guckten wir uns das magere Sortiment im Fontein Shop an, ausser mealie meal, Zucker, Speiseöl ein paar Konserven und Kosmetika gibt es dort nichts, nicht mal Brot. Die Tankstelle hat keinen Diesel, gestern haben wir noch allen Treibstoff aus den Jerry Cans unserer Gefährten erhalten, denn wir werden in den nächsten Tagen an keine Tankstelle kommen und wissen noch nicht wie weit wir ausschweifen werden ab Standort Etambura.

Wir nehmen die D3707 und das nüvi zeigt eine Distanz von 103km bis ans Ziel. Deswegen biegen wir beim Schild zum (geschlossenen und verlassenen) Ganamub Mountain Camp rechts ab als es Zeit wird für die morgentliche Kaffeepause. Schade um die schöne Anlage, aber man kann ja trotzdem wunderbar campen hier bei der Durchreise wenn man entsprechend ausgerüstet ist. Wasser hat es natürlich nicht mehr hier.

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Der Grader war wohl erst kürzlich im Einsatz den die Strasse weist deutlich weniger Wellblech auf als wir erwartet haben. Um 13 Uhr erreichen wir die Gomatum River Jct. Draussen ist es wahnsinnig heiss, drinnen hatten wir schon ab 10.30 Uhr die Airco im Einsatz. Beim Herausnehmen eines kühlen Getränks sehe ich dass nun unser Engel seinen Geist endgültig aufgegeben hat. Wir erinnern uns noch daran wie der Mechaniker in Swakopmund was von 2 verschiedenen Sicherungen gesagt hat, eine im Kühlschrank selber und eine irgendwo im Motor der Fahrzeugs. Motorhaube auf und suchen. In der Fuse-Box sieht alles standardgemäss aus. Wir befolgen die Regel "don't mess with factory settings" und suchen nach einer nicht ab Werk installierten elektrischen Änderung und und ich werde fündig. Da ist auch promt eine 20er Sicherung die nicht mehr funzt und wir haben zum Glück genau eine davon als Reserve dabei. Ausgewechselt und voilà: Kühlschrank geht wieder. Ich mache spontan ein kleines Triumpftänzchen rund ums Auto vor Freude.

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Das Community Camp in Purros liegt ein paar km nördlich des gleichnamigen Dorfes direkt am Trockenfluss, weil es im Dorf nichts weiter zu sehen gibt umfahren die Ortschaft und erreichen den Campsite kurz vor 14 Uhr. Hier teilt uns der camp attendant Ricco den schattigen Platz Nr. 2 zu. Ausser uns ist niemand auf dem ganzen Areal und auch später kommen keine anderen Camper dazu. Es ist total still. N$100 pro Person pro Tag fürs übernachten ist exklusiv firewood, da kommen noch N$30 pro "bundle" dazu, das ist dreimal so viel wie wir bis anhin für Holz bezahlt haben. Es ist uns sofort klar dass wir wieder im touristischen Korridor sind.
Auf dem Community Camp Site muss man immer mit Elefantenbesuch rechnen, hatten wir auch schon mal so intensiv dass wir im Badehäuschen warten mussten. Doch dieses Jahr ist es total still, keine Elefanten weit und breit die ganze Nacht. Irgendwann hören wir noch zwei Motorradfahrer im Bush Camp (Das Community Camp vermietet auch Zimmer) nebenan eintreffen, das sind dann auch die einzigen anderen auf dem grossen Areal für heute.

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Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 14. Okt. 2013
Gast14. Okt. 2013 · #59
Hallo Leona,

Schade dass das Kanamub Mountain Camp nicht mehr betrieben wird. Das hat eine unglaublich schöne Lage und unter dem Felsen zu campen ist toll. Als wir im Mai 2012 da waren, war der Wassertank im Kanamub Camp auch schon leer, das Camp ansonsten noch in Betrieb.

Wenn Camping in Purros jetzt 100 NAD pro Nase kostet, wurden die Campinggebühren von bisher 60 NAD auch kräftig angehoben. Aber die Campsite dort ist sehr schön und im Gegensatz zu anderen Community Campsites gut gemanaged. Duschen, Toiletten, Reinigung, Harken funktionieren und dann finde ich auch 100 NAD OK.

Beste Grüße

Guido
Themenstarter2'779 Beiträge · seit 200716. Okt. 2013 · #60
Ja Guido, auch mir gefällt es in Purros sehr gut. Viel viel Platz, wunderbare grosse Bäume, gepflegte Sanitäranlagen und freundlicher Staff. 100N$ ist heutzutage keine Ausnahme mehr und hier sicher angebracht. Meinerseits sollten die Angaben keinesfalls als eine negative Empfindung erscheinen.

Viele Grüsse
Leona
Gruss Leona