THEMA: Costa Rica mit "Kids" - Feb./März 2019
23 Aug 2020 22:05 #593872
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Ein bisschen Schreibentzug, Frust und sich anbahnende Langeweile, dazu nervige Handwerker im Haus und ein plötzliches Stolpern über die bunten Fotos auf meiner externen Festplatte - und schon ist es passiert :woohoo: : ich schreibe einen Nichtafrikabericht im Namibia Forum, mache also genau das, wogegen ich lange Zeit mehr oder weniger leise gestänkert habe :blush: .

Inkonsequenz - dein Name sei Bele.... :whistle:

Aber Chrigu hat das Ganze mittlerweile ja salonfähig gemacht B) - also gibt's kein Halten mehr :) :



Ich gestehe: durch meine leicht autistisch angehauchte Fernreiseplanung seit 2011 (südliches Afrika….südliches Afrika…. südliches Afrika….südliches Afrika.....) hatte ich Costa Rica überhaupt nicht auf dem Schirm. Ich hatte keine Ahnung, dass es sich um ein wohl recht begehrtes Ziel für naturliebende Touristen (darunter auch viele Fomis, wie ich später festgestellt habe :woohoo: ) handelt.

Das Einzige, was ich von Costa Rica Ende 2017 wusste: hier haben sich amerikanische Freunde von mir, Nicky und Scott, ein B&B gekauft. Scott war vor ca. 10 Jahre Profibasketballer in der Kirchheimer Zweitbundesligamannschaft – und damals betreute ich ehrenamtlich die ausländischen Spieler, vor allem in Wohnungsangelegenheiten.
Zu Nicky und Scott hatte ich ein besonders enges Verhältnis und wir hatten auch nach ihrer Rückkehr nach Idaho immer Kontakt gehalten. So kam es, dass sie mich irgendwann 2017 aufgefordert haben, sie doch endlich mal in Costa Rica zu besuchen. Zunächst wollte ich meinen Geburtstag im November 2018 dort feiern, aber November ist nicht der beste Monat für CR und Ferien hatte ich da auch keine. Außerdem stellte ich schnell fest, nachdem ich mich ins Thema eingelesen hatte, dass es kompletter Unsinn wäre, für nur eine Woche nach Costa Rica zu fliegen… :blink:

Also dann Februar 2019, da hatte ich eine Woche Faschingsferien und durch einen Spezialüberstundenabbaudeal mit meiner Rektorin konnte ich noch eine weitere Woche dranhängen.

Als ich an Weihnachten 2017 in die Planung einstieg, sprang sofort mein reisewütiger jüngerer Sohn Stefan auf, kurz danach seine Freundin und auch Nico, der ältere, war bald „an Bord“, auch wenn er es als Single, der er damals war, etwas uncool fand, mit Mutter rumzureisen statt mit Freundin. Aber die Neugier auf Costa Rica und die Anwesenheit von Stefan und Lilith haben dann doch gesiegt. Der Deal für alle drei war: die Flüge sparen sie sich selber zusammen, die Unterkünfte sponsore ich. Nicht ohne Hintergedanken, denn sonst wäre ich vermutlich in irgendwelchen verwanzten Hostels gelandet, wenn ich mich nach ihrem Budget und ihren Vorstellungen hätte richten müssen… :sick:

Aus Kostengründen achtete ich aber darauf, dass wir öfters in Vierbettzimmern/Chalets untergebracht waren.

Bei der Detailplanung bekam ich dann viel Hilfe von Panthers (Ralf und Martina) – an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank :kiss: .

Da wir nur 2 Wochen zur Verfügung hatten und 3 Tage davon bei unseren Freunden verbringen wollten, war klar, dass es nur eine kleine Rundtour geben würde und wir zum Beispiel auf den Corcovado verzichten müssen.

Im Oktober 2018 mussten wir dann erfahren, dass es Nicky gesundheitlich sehr schlecht geht und die Beiden daher nicht wie üblich für mehrere Monate nach Costa Rica kommen können. Das war natürlich sehr schade und alle waren traurig und auch besorgt… Und der eigentliche und ursprüngliche Grund der Reise hatte sich somit zerschlagen :S .

Natürlich waren wir aber schon so im Reisefieber, dass wir uns davon nicht beirren ließen. Mit Hilfe von Nicky und Scott haben wir für die 3 nun fehlenden Tage ein B&B am Pazifik auf eigene Faust ausgesucht und gebucht.

Sämtlich sonstige Unterkünfte und Mietwagen haben wir auf Empfehlung von Martina und Ralf über Bella Aventura gebucht, geflogen sind wir mit KLM (Stuttgart/Amsterdam/San José).

Hier unsere Route – wie Ihr seht, haben wir das Rad nicht neu erfunden, es ist mehr oder weniger der Kurz-Klassiker für CR-Neulinge.





22. Februar 2019: Flug nach San José, ÜN Park Inn by Radisson
23. Februar 2019: Ausflug zum Vulkan Irazú (Poás war gesperrt), ÜN Park Inn by Radisson
24. Februar 2019: Fahrt/Bootstransfer zur Lirio Lodge, div. Aktivitäten, ÜN im Viererbungalow
25. Februar 2019: Lirio Lodge, div. Aktivitäten, ÜN im Viererbungalow
26. Februar 2019: Rücktransfer von der Lirio Lodge, Übernahme Mietwagen, ÜN Cahuita, El Encanto, Familienbungalow.
27. Februar 2019: Cahuita, ÜN El Encanto, Familienbungalow
28. Februar 2019: Cahuita, ÜN El Encanto, Familienbungalow
01. März 2019: Fahrt zur Maquenque Eco Lodge, Boca Tapada, ÜN zu viert im Baumhaus
02. März 2019: Maquenque Eco Lodge, Boca Tapada, div. Aktivitäten, ÜN zu viert im Baumhaus
03. März 2019: Fahrt nach La Fortuna, ÜN Arenal Oasis Eco Lodge, zwei Chalets
04. März 2019: La Fortuna, div. Aktivitäten, ÜN Arenal Oasis Eco Lodge, zwei Chalets
05. März 2019: Fahrt an die Pazifikküste, ÜN Puerto Carrillo Sunset B&B, 2 Doppelzimmer
06. März 2019: Puerto Carrillo Sunset B&B, 2 Doppelzimmer
07. März 2019: Puerto Carrillo Sunset B&B, 2 Doppelzimmer
08. März 2019: Fahrt nach San José und Rückflug nach Deutschland

Liebe Grüße von Bele
Letzte Änderung: 25 Okt 2020 20:32 von Champagner.
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24 Aug 2020 09:29 #593887
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22./23.Februar – Anreise und Ausflug zum Vulkan Irazú

Kurz vor der Abreise wird mir dann doch ein bisschen mulmig :blush: , keiner von uns kann Spanisch und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mich nicht so richtig vorbereitet habe (Ingrid franzicke wird jetzt sicher lachen, denn auch mit ihr habe ich intensive Gespräche über die Reise geführt).

Auf der anderen Seite ist es ziemlich cool, mal ohne große Erwartungen und Vorkenntnisse ein neues Land kennen zu lernen. Von Ralf und Martina hatte ich Bestimmungsbücher geliehen bekommen – aber ich muss euch jetzt schon vorwarnen: ich werde nur ganz wenige Vögel benennen können. Die Bücher sind wieder bei den Panthers und ich habe mir nirgendwo Notizen gemacht.
Ich hatte auch keine Wunschliste, die abgearbeitet werden musste und keine ehrgeizigen Birder an meiner Seite :whistle: . Das könnte tatsächlich ein entspannter Urlaub werden… B)

Aber HALT– es gab doch eine Vorgabe, und zwar durch meine drei Mitreisenden: ein FAULTIER muss her! Oweia, ob ich das gewährleisten kann? Für alle Fälle hatte ich mir überlegt – wenn auch ohne große Begeisterung - eine Aufzuchtstation in La Fortuna zu besuchen, falls der Sichtungswunsch bis dahin nicht erfüllt sein sollte.

Aber erst müssen wir ja mal losreisen! Der Flug mit KLM war sensationell - alles super im Dreamliner! Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem schöneren, bequemeren Flugzeug gesessen zu haben! Dank der tollen Bildschirme halte ich sogar einen ganzen Film durch - Jim Knopf, und da achte ich als Einstimmung besonders auf das Land der tausend Vulkane ;) :laugh: .

Die Abholung in San José organisiert durch Bella Aventura klappt perfekt, beim Geldziehen vergesse ich eine Null (1 € hat momentan den Gegenwert von ca. 700 Colones, da kann man schon mal defensiv sein beim Eintippen :dry: ). Zum Glück haben wir ja aber auch noch ein paar Reserven von Ralf und Martina!

Nach einer erholsamen Nacht im Park Inn by Radisson überzeugt uns der Blick aus dem Fenster zunächst nicht sonderlich – das könnte auch irgendwo daheim sein.



Wir sind aber trotzdem voller Vorfreude (die gerechtfertigt war, das kann ich jetzt schon sagen) auf den heutigen Tag! Nach einem schnellen Frühstück um 6 Uhr werden wir zu unserem Halbtagsausflug abgeholt. Der Guide ist uns spontan sehr sympathisch (und nein, er war nicht der Typ Clown, auch wenn es hier so aussieht),



ebenso der Stopp zum Einkaufen bei gutem Bäcker unterwegs. Die Fahrt nach oben beeindruckt uns sehr – wir müssen uns von 1170 m.ü.NN auf 3432 m.ü.NN hochschrauben und haben dabei tolle Blicke übers Land, bzw. die Wolken. Uns wird erklärt, dass wir wettertechnisch insofern ein bisschen Glück haben, als wir vermutlich oben zunächst über den Wolken sein werden, die aber später zu uns hochziehen werden.







Fernsicht ade also (angeblich kann man sowohl die Atlantik- als auch die Pazifikküste von oben sehen), aber wir sind froh, oben wahrscheinlich nicht von Nebel umhüllt zu sein, was wohl nicht unüblich ist.
Wir werden zuerst zu der höchsten Stelle gefahren, von wo aus man einen spektakulären Blick über das Gelände und vor allem den Krater und den See hat.











Wie man sieht, sieht man tatsächlich nichts von Atlantik und Pazifik B) . Egal….



Danach fahren wir nach dort ganz hinten hin:



und haben viel Zeit, um uns überall umzuschauen.















Es gibt Leben auf dem Mars....



Irgendwann spüren wir die Höhe, die Wärme, die Sonne und den Jetlag.... :sick: und hängen ein bisschen in den Seilen (bzw. im Geländer).




Vögelchen gibt’s auch hier



allerdings kapiere ich nicht gleich, dass die Hummel, die mir ins Bild fliegt, ein Kolibri ist. Die sind wirklich seeehr klein – und leider war ich nicht darauf gefasst, so dass es keine guten Fotos davon gibt.






Es geht zurück mit einem Stopp in Cartago, der ehemaligen Hauptstadt Costa Ricas.



Die anderen Teilnehmer machen weiter im Programm, wir hatten vereinbart, dass wir nur eine Halbtagestour möchten und werden mit einem kleineren Fahrzeug zurück zum Hotel gebracht.
Für uns war die Länge des Ausflugs genau richtig, danke auch hier für den Tipp der Panthers :kiss: . Meine Konzentration auf Grund von Jetlag und vielen Eindrücken hat stark nachgelassen, ich hab’s nicht mal mehr geschafft, die Basílica de Nuestra Señora de Los Ángeles komplett aufs Bild zu bringen :blink: (wobei die Luftaufnahmen davon eh viel beeindruckender sind).



Abends essen wir im La Muny , das meine Kids per App ausgesucht haben – zu Fuß nur 5 Minuten vom Hotel entfernt (wenn ich es heute ergoogle, scheint es einen neuen Standort zu haben). Das Lokal entpuppt sich als sehr untouristisch bzw. authentisch und zum ersten Mal müssen wir uns mit Händen und Füßen verständigen, da vor Ort kein Englisch gesprochen wird. Alles, was wir bestellt haben, ohne genau zu wissen, was es ist, schmeckt sehr gut und wir haben mit dem Kellner viel Spaß :laugh: - ein perfekter Tagesabschluss!
Letzte Änderung: 24 Aug 2020 09:48 von Champagner.
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24 Aug 2020 20:14 #593923
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24. Februar: Fahrt zur Lirio Lodge

Frühmorgens werden wir im Hotel abgeholt (unseren Mietwagen übernehmen wir erst nach den zwei Nächten in der Lirio Lodge, dort gibt es ja keine Straßen und daher braucht man auch kein Fahrzeug) - ein Fahrer bringt den Manager der Lodge, Oktaviano, mit, welcher in San José zu tun hatte, und gemeinsam geht es Richtung Karibische Küste, südlich von Tortuguero. Schon die Fahrt ist der Knüller - wir sind alleine mit Fahrer und Manager unterwegs, bekommen so viel erklärt, die Stimmung ist bestens, zwischendurch frühstücken wir an einer tollen Location (leider ohne Fotos).

Dann steht plötzlich ein Fahrzeug am Straßenrand :woohoo: , Menschen sind neben der Fahrbahn. Oktaviano lacht und meint, da gäbe es bestimmt etwas zu sehen.

Und tatsächlich – über uns in einem Baum hängt unser erstes Faultier!



Zugegeben, ein ziemlich verratztes Exemplar :S , und dann noch im Gegenlicht (was in Costa Rica aber oft der Fall ist, weil sich viele Tiere weit oben aufhalten und man nicht drum herum kommt, gegen den Himmel zu fotografieren). Aber heeee :) , dass wir so schnell das Wunschtier sehen, hatten wir nicht gehofft! Hier greife ich dann auch zum ersten Mal heute zur Kamera.

Weiter geht die Fahrt zum Anleger, denn von dort haben wir noch eine ausgiebige Bootsfahrt bis zur Lodge vor uns.












Die Lirio Lodge liegt am Rio Madre de Dios, welcher in den Atlantik mündet. Dieser Fluss und andere an der Karibikküste sind mit vielen Kanälen von Tortuguero bis runter Richtung Puerto Limon verbunden. Dies bietet den Bewohnern eine sichere Bootsfahrt - die Alternative wäre, auf dem Atlantik hin- und herzufahren. Damit Ihr eine Vorstellung davon bekommt – hier mal die Lage der Lodge.


(Quelle: google maps)

Ich finde dieses Gewässersystem total spannend und bin mal wieder in meinem Element :cheer: , auch wenn es sich nicht um den Okavango, Kwando, Zambesi & Co. handelt :whistle: ).

Und das Tolle an der Sache: wir werden während unseres Aufenthaltes diese Gegend ausführlich zu Fuß und mit dem Boot erkunden :) !

Nach etwas Wartezeit kommt unser Transferboot, mit dem wir zuerst ein Stück auf dem Kanal und dann auf dem Fluss fahren.







Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus: nach jeder Biegung erwarten uns neue Anblicke, es gibt unzähligen Grüntöne und verschiedenen Blattformen und besonders ich freue mich über die vielen Reiher unterwegs.














Ab dem ersten Moment sind wir von der Lirio Lodge begeistert.



Sehr wenig Gäste (zumindest an diesem Tag, das ändert sich dann am nächsten), eine paradiesische Anlage, total nette Leute dort, die sich sehr persönlich um uns kümmern.

Und dann ist da noch Carlos, unser Guide.... ! :) Wir werden eine tolle Zeit mit ihm haben!

Letzte Änderung: 24 Aug 2020 20:56 von Champagner.
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24 Aug 2020 20:32 #593924
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24. Februar 2019 - erste Eindrücke in der Lirio Lodge

Unser Holzhäuschen ist ein Traum - Platz für 4 Betten, ein nettes kleines Bad - und keine Fenster, sondern rundherum mit Fliegengitter "verglast", so dass man eine tolle Aussicht in den grünen Garten hat.



Überall wuseln oder fliegen Tiere herum, ich weiß nicht, wohin ich mit meiner Kamera zuerst zielen soll.





















Besonders die Basilisken haben es mir angetan! - alleine die Schuppen am Maul sind ein Kunstwerk!



Hier mal in der Totalen - damit man eine Vorstellung von den Größenverhältnissen hat:








Endlich mal am Stück, komplett mit Schwanz!



Nico hat es sich in der Hängematte bequem gemacht:



Dass es zwischendurch mal regnet, stört uns überhaupt nicht. Wir sind froh, dass sich die Sonne nicht zeigt, denn sonst wäre es sicher unerträglich schwülheiß.







Nach einer Ruhepause werden wir im nächsten Kapitel zu unserem ersten Bush-Walk inklusive Bootstransfer aufbrechen!
Letzte Änderung: 24 Aug 2020 20:42 von Champagner.
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25 Aug 2020 18:06 #593978
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24. Februar 2019 - Lirio Lodge / Ausflug am Nachmittag

Es hat aufgehört zu regnen, aber der Himmel ist noch ziemlich bleiern (das ist übrigens der Blick vom Wasser auf das Gelände der Lodge).



Sieht auf den ersten Blick nach schlechtem Wetter aus, aber wir sind weiterhin froh über die fehlende Sonne, denn sonst würde es unerträglich feuchtheiß werden :sick: . Vor kurzem habe ich den Bericht von Martina und Ralf nochmal gelesen – wenn ich sehe, wie viel Regen die beiden hatten, auch zu ungünstigen Zeiten, dann ist mir klar, wie viel Glück wir hatten!

Wir fahren zu siebt mit dem Boot auf die andere Seite des Flusses: Carlos, wir vier, noch ein Gast und der Bootsführer.



Ganz vereinzelt gibt es noch andere Gebäude auf der selben Uferseite, auf der auch die Lirio Lodge liegt, vielleicht war es sogar das einzige - ich weiß es nicht mehr.



Als wir das Equipment des anderen Touristen (übrigens ein Deutscher) sehen, fühlen wir uns underdressed: er trägt komplett lange Kleidung, Handschuhe, Hut mit "Schleier". Keine Ahnung, ob er schon mal schlechte Erfahrungen mit was auch immer gemacht hat oder ob er nur sehr ängstlich ist. Oder sind wir naiv???

Liliths Blick ist unbezahlbar :lol: – sie kann einfach nicht verstehen, warum man sich für diesen Ausflug derart verkleiden muss.



Bald kommt die Sonne heraus, was uns hier unter den vielen Blättern aber wenig stört.



Wir brechen nun also in den Regenwald auf und Carlos checkt mal schnell die Lage.



Wir wiederum werden von einem Brüllaffen weit oben in den Bäumen gecheckt. Keine Chance auf ein gutes Foto, aber der Vollständigkeit halber…



Kleine Echsen huschen durch die Gegend





und einer der costaricanischen Pfeilgiftfrösche muss als Fotomodell herhalten. So richtig schrecklich giftig sind sie nicht, nur falls man sie an offene Wunden oder Schleimhäute bringt, kann das Gift wirken und zu kurzfristigen lokalen Lähmungen führen.






Es blüht in vielen Farben und Formen hier und Carlos erklärt uns die Cashew-Frucht.










Wir befinden uns ja nun auf dem schmalen Streifen Land zwischen dem Fluss und dem Meer. Würden wir gerade aus weitergehen, wären wir schnell am Karibischen Meer.



Wir biegen aber rechts ab und bewegen uns parallel zur Küste, denn unser Guide möchte uns etwas Besonderes zeigen.
Nachdem er unzählige Blätter betrachtet und daran herumgefummelt hat, entdeckt er endlich die Gesuchte: eine Eyelash Viper in Gelb!



Es gibt sie in vielen verschiedenen Farbvarianten und sie sind hochgiftig. Carlos erzählt uns ausführlich die Geschichte, wie er als Jugendlicher von einer gebissen wurde und lange mit den Folgen zu kämpfen hatte :ohmy: . Wir schauen uns mit großen Augen an und gehen vorsichtshalber ein paar Schritte zurück :whistle: .

Extra für Matthias :kiss: ein paar mehr Fotos von ihr.











Noch schnell ein Porträt, auf dem man die namensgebenden Wimpern sehen kann und das zu einem meiner Lieblingsfotos zählt :) (auch wenn freundlich Kucken anders geht B) ):



Und dann macht sie sich vom Acker....



Das Ganze war schon ziemlich spannend :woohoo: , denn wir Touris konnten ihr Verhalten nicht so richtig einschätzen und mussten hoffen, dass Carlos die Sache im Griff hat :blush: .

Endlich dürfen wir an den „Strand“, der ja nun wirklich nicht gemütlich aussieht. Das täuscht aber ein bisschen, es ist sehr warm und so macht es durchaus Spaß, sich hier umzuschauen.





Das Meer ist ziemlich aufgewühlt, denn wir haben auch recht viel Wind – das Geräusch der Brandung hört man übrigens bis zur Lirio Lodge rüber.



Dort sehen wir auch unser zweites Faultier!



Natürlich im Gegenlicht und es tut mit seinen modisch algengrüngefärbten Haaren so, als ob es uns nicht bemerkt B) .





Irgendwann siegt dann aber doch die Neugier und es öffnet kurz seine Äuglein :blink: .



Braune Pelikane fliegen eine Scherenschnittformation.



Es gibt hier auch ein Schildkrötenschutzgebiet, aber es ist keine Schildkrötenzeit und so informiert uns Carlos nur kurz und theoretisch.



Auf dem Rückfahrt sehen wir vom Boot aus dann sogar noch unsere Faultiere Nr.3 und Nr.4, eine Mutter mit Jungtier (Überraschung: im Gegenlicht! :laugh: ) – mit viel gutem Willen erkennt man das auch auf dem Foto… :whistle:




So, das war ein sehr beeindruckender Ausflug – dieser schmale Streifen Regenwald zwischen Fluss und Meer ist etwas ganz Besonderes!

Das kann man auch über unser Abendessen sagen – Daniela, die Chefin, eine Deutsche, ist besorgt, ob wir Vegetarier denn auch satt werden (ich bin zwar nur Teilzeitvegetarierin, esse aber die ganze Reise der Einfachheit halber auch kein Fleisch) und bringt uns ständig köstlichen Nachschlag. Und dann gibt es noch den sensationellen Nachtisch, den die Panthers auch schon erwähnt haben, knusprige Teigblätter mit einer Vanillesauce :woohoo: .

Satt und erschöpft fallen wir in unsere gemütlichen Betten, unterhalten uns noch über die Erlebnisse des Tages und genießen rundum zufrieden die Geräusche des Regenwaldes…. :)
Letzte Änderung: 25 Aug 2020 18:47 von Champagner.
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25. Februar 2019 - Lirio Lodge - Bootsfahrt am Morgen


Heute Nacht hatte es stark geregnet und wir waren sehr beeindruckt von dem prasselnden Geräusch auf unserem Dach und erfreut über die frische Brise, die durch das Fliegengitter kam. Wir sind uns einig: so gefällt uns das :) !

Nach dem Aufstehen beobachte ich einen Nachtreiher beim erfolgreichen Fischen.







Die Wiese zwischen unserer Hütte und dem Restaurant ist voller Pfützen, ein grellbuntes Hühnchen tappt darin herum.



Dieser Meister der Tarnung schaut mich etwas griesgrämig an.





Das Wetter sieht gar nicht so schlecht aus, vielleicht hat es sich heute Nacht ja ausgeregnet.





Im offenen Restaurant, wo auch gefrühstückt wird, ist es noch ganz leer - okay..... nur fast ganz leer, wenn man genau hinschaut B)





Auf dem Rückweg zu unserem Bungalow, wo der Rest der Familie inzwischen hoffentlich wach ist, entdecke ich nochmal einen von den üblichen, überaus hübschen Basilisken



und dann noch diesen Kerl hier:



Tatsächlich ist das Jungvolk schon auf den Beinen und so gibt es bald ein super leckeres Frühstück für uns 4 Vegetarier!
In bester Stimmung geht es anschließend bei leichtem Sonnenschein aufs Boot.



Gleich bei der Lodge liegt ein Leguan auf den Ästen des dichten Uferbewuchses.




Wir sind ganz alleine mit Carlos und dem Bootsführer unterwegs sowie einem jungen Mann aus der Umgebung, der sich für den Beruf des Bootsführers interessiert. Wir fahren an der Westseite des Flusses entlang und lassen diese kleine Ansiedlung rechts liegen.





Heute scheinen Leguane im Angebot zu sein - vermutlich genießen sie die Sonnenstrahlen nach der nassen Nacht:





Wir schippern gemütlich am Ufer entlang gen Norden, vorbei an einem Reiher



sowie Faultier Nr.5, das aber kein Interesse an einem Fotoshooting hat-



Dann muss eben das Blatthühnchen dran glauben





sowie dieser große Reiher mit dem endlos langen Hals:





Schnell verliert er aber die Lust am Modellstehen:



Faultier Nr.6 ist auch ein Spielverderber - aber wir sind ja schon glücklich, überhaupt so viele davon zu sehen :-)



Okay, dann birden wir eben weiter - etwa in der Mitte des Fotos sitzt ein Schlangenhalsvogel.



Wir beobachten ihn bei seinen lustigen Start-Verrenkungen:







Was uns aber zunächst gar nicht auffällt ist, dass vom Schlangenhalsvogel (Nr.1) aus gesehen rechts in den Lianen etwas Helles hängt (Nr.2).



Dieses Faultier bekommt dann ein eigenes Kapitel (das aber nur aus einer Bilderflut bestehen wird), da es sich auf unserer Reise als das einzig kooperative Exemplar seiner Gattung zu einem längeren Shooting herabgelassen hat (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes ;) )

Bis dahin liebe Grüße von Bele
Letzte Änderung: 29 Aug 2020 16:26 von Champagner.
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