THEMA: Reisebericht: Mit Fahrrad, Bus und Zug durch Kuba
01 Okt 2020 18:46 #595874
  • loser
  • losers Avatar
  • Beiträge: 1094
  • Dank erhalten: 1758
  • loser am 01 Okt 2020 18:46
  • losers Avatar
Danke Gu-ko für deine ausführliche Antwort und Einschätzung, die für mich gut nachvollziehbar ist. Es war auch immer wieder zu lesen, dass kubanische ÄrztInnen wegen der schlechten Bezahlung und der Chancen in manchen Empfängerländern abspringen. Das wird aber mW dann von Kuba schwer sanktioniert, bis Ausbürgerung oder befristetes Einreiseverbot. Es wurde auch berichtet, dass auch Engineering-Dienstleistungen exportiert werden, in Länder, die sich unsere high tech Lösungen nicht leisten können oder wollen, und wo die kubanischen Fähigkeiten und Expertise im Improvisieren geschätzt werden.
Das alles ist mE eigentlich recht clever ausgedacht, denn womit (außer Tourismus) sollte dieses ausgepowerte Land angesichts seiner technologischen Rückständigkeit sonst reüssieren um Devisen zu verdienen? Und da sagt man immer, dass Linke zur Marktwirtschaft unfähig sind. B)
Es ist ja eigentlich ein Wunder, dass der Staat nach dem Ende des kalten Krieges und Verlust seiner strategischen Bedeutung (und damit von Hilfsgeldern) überhaupt weiter bestehen konnte, abgeschnitten von seinem (geographisch) natürlichen Handelspartner. Wie wäre es wohl einem anderen Inselstaat ergangen, sagen wir Neuseeland, wenn plötzlich Wirtschaftsbeziehungen nur mehr mit China und Nordkorea möglich gewesen wären? Ein sozialistisches Gesellschaftmodell wäre da nur mehr eine Draufgabe für schnelleres Scheitern gewesen, es ist aber nicht passiert, jedenfalls nicht ganz. Man muss sich nur anschauen, wo Kuba trotzdem schon in den 1970ern z. B. bei Bildung und medizinischer Versorgung stand, im Vergleich zu vergleichbaren süd- und mittelamerikanischen Staaten.
Beurteilungen und Bewertungen werden wohl immer kontrovers und widersprüchlich ausfallen, je nach Weltanschauung und betrachteten Lebensbereich, ob Wirtschaft, Bildung, Kunst und Kultur, Menschenrechte….
In diesem Sinn, nochmals herzlichen Dank für deinen Bericht und Antwort auf meine Frage. Ich habe dazugelernt und freue mich auf mehr. Dein Zugang und Blick auf ein Gastland und das „Atmosphärische“ dort und Vermittlung in Wort und Bild sind Klasse!!!
…..und mach dir nicht die Mühe, auf obig zu antworten und schreib‘ am 2019-Tourbericht :) .
Grüße, Werner
Letzte Änderung: 01 Okt 2020 18:58 von loser.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: KarstenB
02 Okt 2020 18:56 #595937
  • Gu-ko
  • Gu-kos Avatar
  • Testtext
  • Beiträge: 275
  • Dank erhalten: 1153
  • Gu-ko am 02 Okt 2020 18:56
  • Gu-kos Avatar
KarstenB schrieb:
Hallo Gu-ko,Gu-ko schrieb:
Wenn man dann sieht, dass trotz kostenlosem Gesundheitssystem und einer hohen Arztdichte, oft die grundlegendsten Medikamente und Materialien fehlen,
Kann das nicht auch an dem Embargo liegen?
LG,
Karsten

Hallo Karsten,

die Frage ist berechtigt und wenn man in Kuba mit irgendwelchen Mißständen konfontiert wird, bekommt man oft als Erklärung "El Bloqueo" ist schuld daran. Auch die Ärztin in Pilon, die mich behandelte, begründete den Mangel an Verbandsmaterial mit "El Bloqueo". Meines Wissens sind allerdings Medikamente, medizinisches Material, sowie Grundnahrungsmittel vom Embargo ausgenommen. Und wenn man das Angebot in den Devisengeshäften anschaut, sieht man dort Coca Cola, Pringles, Spanische Oliven, fanzösischen Käse, chinesische Kühlschränke und vieles mehr. Kuba importiert trotz "Bloqueo" Waren ohne Ende, warum da gerade Medikamente dem Embargo zum Opfer fallen sollen?
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: KarstenB