THEMA: Coole Fragen
24 Apr 2019 14:12 #554572
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  • Rehema am 24 Apr 2019 14:12
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Ich habe jetzt lange darüber nachgedacht, ob ich es dabei belassen, oder nochmal etwas dazu schreiben soll.
Zunächst dachte ich, ich lasse es – denn es wäre nicht richtig, sich hier einen „Selbstverteidigungs-Schlagabtausch“ zu liefern. Ich fühlte mich jedoch je länger desto mehr da hinein gedrängt - doch da das weder hilfreich wäre, noch das, was ich ursprünglich wollte, habe ich nun erst mal geschwiegen.

Nach 3 Tagen reiflicher Überlegung und auch „Selbst-Infrage-Stellen“, habe ich mich entschieden, noch einmal darauf einzugehen:

LaLeona, ich zitiere Deine letzten Zeilen, um den Zusammenhang deutlich zu machen (obwohl der von mir zitierte Satz darin nur ein Ausschnitt aus meinen Gedanken ist):
„Ich bin geneigt, Leuten, für die das Thema "Essen" so ein "Problem" ist, andere Urlaubsziele vorzuschlagen. Der Anspruch, unbedingt Wildnis mit Luxus verbinden zu wollen, geht mir ziemlich auf den Keks.
Antje"

Ich denke man kann nicht neutral für etwas werben und gleichzeitig verurteilen. Mit deinem Kommentar grenzt du anders Denkende aus und verurteilst sie. Das hat mich gestört.

1) Man kann NIE neutral werben. Das wäre bereits ein Paradoxon in sich selbst.
Werbung ist immer FÜR etwas. Meist, weil man es für etwas Besseres hält als etwas anderes. Neutralität mag zwar auf den ersten Blick edel klingen, ist aber auch Farblosigkeit.
Wer immer nur neutral bleibt, und sich nie auf eine Seite stellt, löst sich irgendwann selbst auf.

2) Vielleicht war mein Ton etwas zu läppisch, und damit auch für den ein oder anderen verletzend. Dafür möchte ich mich hiermit entschuldigen. Ich nehme diesen für manche vielleicht etwas abwertend wirkenden Ton hiermit zurück.

3) Deine automatische Folgerung, ich würde damit Andersdenkende verurteilen und ausgrenzen, ist jedoch so nicht richtig. Ich habe durchaus eine Meinung, ja. Nicht nur zu „Kühlfragen unterwegs in Afrika“. Und stehe durchaus nach wie vor zu meiner kritischen Anmerkung an den Anspruch, wie z.B. Essensversorgung unterwegs in Afrika sein müsste. Und diese Kritik nehme ich hier auch nicht zurück.

Kritik mag den einen nicht jucken, den nächsten ins Fragen bringen, und den dritten „stechen“, weil er nicht gerne aus seiner Bequemlichkeit heraus treten möchte. Weil er nicht hinterfragt werden WILL. Und dann dreht man den Spieß einfach um, und schiebt dem anderen Beleidigung usw. unter.

Nein, ich sage es hier nochmal ganz deutlich: ich habe durchaus meine ANFRAGE an manchen Anspruch. An manchen Anspruch in unserer westlichen Welt, und damit verbunden auch an manchen Anspruch mancher Reisender auf dem afrikanischen Kontinent. Auf einem Kontinent, auf dem völlig andere Normen und andere Selbstverständlichkeiten gelten und tagtägliche Realität sind. Und ich habe wirklich nach wie vor die Frage, ob manche Menschen, die diesen Anspruch nicht ablegen möchten, richtig sind auf diesem Kontinent, oder sich nicht besser dort aufhalten sollten, wo das Umfeld diesem Anspruch gerechter werden kann.

Was jeder daraus macht, sei ihm nun selbst überlassen.

„Loser“ hat hier mit seinem (wie ich finde sehr taktvoll formulierten Versuch) mal wieder „gelost“. Weil (fast) keiner das hören will, was er zu sagen hatte.
Ich schließe mich ihm an, und ernte das selbe Los. Das ist o.k. Ich habe aber auch nicht etwas in Frage gestellt, um Freunde zu gewinnen, sondern um zum Nachdenken anzuregen.

Auch mich darf man hinterfragen, und ich werde dann entscheiden, was ich daraus mache. Es dem anderen jedoch gleich als Abwertung auszulegen, ist vielleicht auch ein Schnellschuß.

Diese meine letzten Ausführungen gelten im Übrigen nicht nur für diesen thread und dieses Thema, sondern man kann es in ganz vielen anderen immer wieder in diesem Forum beobachten. Auch deshalb habe ich mich entschieden, diese Sätze hier noch zu schreiben.
Jeder prüfe und entscheide selbst, was er damit anfängt – oder auch nicht anfängt.
Antje
Lebten in Malawi, Tanzania und Kenya
Fahrten durch Kenya, TZ, und Malawi. Bisschen Zambia.
Botswana April 2018 - Reisebericht "Botswana's Beasts & Beauty im April"
Bericht Malawi 2015-2018 - "Kleinode in Malawi"
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24 Apr 2019 14:57 #554576
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  • wojnar am 24 Apr 2019 14:57
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Danke für deine ausführlichen Überlegungen, auch wenn ich in die Diskussion nicht involviert war....
Ich habe mich durchs viele schmökern im Forum fast schon anstecken lassen, über die wichtigkeit von perfekt gekühlten Getränken, den richtigen sundowner und das beste Steak nachzudenken.
Jeder hat andere Prioritäten, aber man kann's schon auch übertreiben.
Du hast mich daran erinnert, dass wir es eigentlich immer ganz anders gehandhabt haben. Nehmen, wie's kommt, kaufen, was es gibt und versuchen, im jeweils reiseland halbwegs mitzuleben.
Im nirgendwo in Afrika schmeckt das bier auch warm und wenn es nach drei Tagen kein Steak gibt mangels Kühlung, dann sind auch Nudeln mit Pesto was tolles!
Nochmals danke (und ich freue mich, wenn's bei deinem Reisebericht weiter geht!
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24 Apr 2019 15:15 #554579
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  • Topobär am 24 Apr 2019 15:15
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Ehrlich gesagt kann ich diese ganze Diskussion nicht im geringsten nachvollziehen.

Da es im südlichen Afrika überhaupt kein Problem ist, einen Wagen mit Fridge zu mieten, kann in dieser Beziehung doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden, ohne dass sich andere darüber Gedanken machen müssen, weshalb man sich so oder so entschieden hat.

Wenn ein gut funktionierender Fridge in der Wildnis schon grenzwertiger Luxus ist, was ist dann mit denen, die in einem der vielen Luxuscamps übernachten?

nachdenkliche Grüße
Thomas
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24 Apr 2019 15:20 #554580
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  • Cruiser am 24 Apr 2019 15:20
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Ich fahre immer mit Fridge, egal ob mit meinen LC Campern, fest eingebaut, oder mit einem LC ohne Campingausrüstung. Wir halten nämlich gerne mal etwas abseits an, kurz vor dem Ziel und geniessen ein leckeres kühles Weisbier oder Bier im Busch, ohne jegliche Menschen .

Auch jetzt letztens wieder über Ostern auf die Farm bei Vaalwater. :woohoo: Gehört für uns dazu, ist die Freiheit zu geniessen ohne auf andere angewiesen zu sein. Bin ja nicht auf einem Survival trip.
Best Regards
Adolf
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Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
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Letzte Änderung: 24 Apr 2019 15:26 von Cruiser.
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24 Apr 2019 16:38 #554594
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  • GinaChris am 24 Apr 2019 16:38
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Auch mir erschließt sich der Sinn dieser Diskussion so gar nicht.
Ein (Auto-) Kühlschrank ist doch längst kein Luxus-Anspruch mehr, der der westlichen Welt zuzuordnen ist;
und nur jene cool, und zum Reisen auf dem afrikanischen Kontinent berechtigt sind, die ohne fahren.

Antje, jetzt mal bewusst sehr überspitzt und ironisch gefragt:
Treibst du bei euren Reisen durch Afrika, barbusig die Ochsen vor dem Karren an?
Nimms mir nicht übel!
Gruß Gina
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24 Apr 2019 16:57 #554598
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  • La Leona am 24 Apr 2019 16:57
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Vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme Antje. Die Türen zum Dialog stehen also wieder offen.

Losers Beitrag ist eine Bereicherung und Wolfgang hat seine Meinung sehr klar und gut argumentiert dargelegt. In meinem ersten Beitrag wollte ich an einem Beispiel verdeutlichen wie ich versuche mich in Andere hineinzudenken, denn ich gehe davon aus dass der Andere wie die Mehrheit tickt was Wohlfühlzone, Interessen und generelle Fragen anbelangt. In meiner Empfehlung für einen Kühlschrank wollte ich hervorheben dass Namibia ander ist als zum Beispiel Länder am fruchtbaren Äquatorgürtel Afrikas wo man auch im hintersten Winkel am Strassenrand frische Produkte zum Verkauf angeboten findet. Denn in Namibias Landesinnern muss man oft lange suchen um in einem Laden eine Frucht, einen Kopf frischen Salat ein paar Tomaten oder gewöhnliche Joghurts zu finden. Ausnahme der fruchtbare Caprivi Zipfel. Wenn ein unerfahrener Reisender alle paar Tage dafür Zeit und Umwege einplanen muss finde ich es eine suboptimale Lösung. Ich betonte jedoch vollkommen neutral dass dies nur so ist wenn man Wert darauf legt frische Produkte während der ganzen Reise geniessen zu können.

Ein anderes Beispiel ist Uganda wo es ausserhalb der Nationalparks kaum einen Quadratmeter unbewirtschaftete Agrarfläche gibt und alle paar hundert Meter jemand am Strassenrand seine Produkte verkauft. In Namibia ist das anders. Wer in festen Unterkünften logiert und sich entweder immer oder eventuell nur mittags selber verpflegt, wird unweigerlich einen kleinen oder grösseren Vorrat mitführen. Wie Loser richtig schreibt, kann man tiefgefrorene Waren sehr unproblematisch abgeben, das machten wir auch schon so auf denjenigen Reisen wo wir nur eine Kühlbox mitführten. Denn Lodgebesitzer und Betreiber von Selbstverpfleger Unterkünften sind daran gewöhnt. Aber es ist nicht selbstverständlich und eine genaue Recherche vorab ist notwendig damit man nicht plötzlich unverhofft verdorbene Ware hat. Es ist auch richtig dass Fleisch sehr lange nur knapp über null Grad aufbewahrt werden kann. Soviel ich weiss maximal 4ºC. Aber das mehrmalige Antauen und Einfrieren tut den Zellmembranen nicht gerade gut und wenn man sich schon darum bemühte zum Beispiel vom Schlachter in Windhoek feine Fleischportionen zu kaufen, dann will man diese auch unbeschädigt verzehren wollen.

Viele die hier mitlesen bereisen Afrika zum ersten mal oder reisen zum ersten Mal ohne eine organisierte Reisegruppe. Ich empfehle die Ausrüstung für Selbstfahrer Reisen in Afrika jeder Route, jedem Land, den allfälligen Reisegefährten, den Unterkünften, der Infrastruktur der Campingplätze und der Jahreszeit anzupassen.

Wie sich ein Besucher generell mit dem Reiseland auseinandersetzt, wie er sich gegenüber Natur und Bevölkerung verhält und was ihm am Ende in Erinnerung bleibt ist wichtig. Ob er nun einen Kühlschrank im Auto hat oder nicht spielt mir gar keine Rolle. Wichtig in meinen Augen ist dass jeder weiss dass dies so unproblematisch und relativ kostengünstig ist in Namibia. (und Südafrika). Anders ist es nämlich für Anmieten in Uganda, Zambia und Tanzania, dort muss man schon ziemlich tiefer in die Taschen greifen für einen Kühlschrank.

Damit gelange ich wieder zum Ausgangspunkt: ich versuche meine Ratschläge für die breite Masse zu dosieren, nicht die Ausnahmen.
Gruss Leona
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