THEMA: Kinder und Katzen im Kruger - Reloaded
09 Jan 2019 15:46 #544637
  • H.Badger
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  • H.Badger am 09 Jan 2019 15:46
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Ein kleines Fazit

Vierzehn Tage nur im Kruger – ist das nicht etwas eintönig?
Nach unserer Herbstreise kann ich diese Frage klar mit einem „Nein“ beantworten.
Einerseits ist der Park schon im Südteil mit seinem Buschland, den offenen Grasflächen bei Crocodile Bridge und Satara, den großen und kleinen malerischen Flussläufen und den bergigen Regionen wirklich abwechslungsreich und oft einfach nur schön und wirklich leicht (auch mit Kleinkindern) befahrbar.
Andererseits ist die Begegnung mit Wildtieren hier in einer Artenvielfalt möglich, die nur wenige Schutzgebiete des südlichen Afrika bieten dürften. Und immer wieder hat man wirklich bemerkenswerte Sichtungen von seltenen Dickhäutern und diversen Karnivoren. Ein Auszug aus unserer diesjährigen Sichtungsstatistik soll dies abschließend illustrieren:

68 Löwen
7 Leoparden
4 Geparde
3 Wildhunde
5 Zibetkatzen
6 Honigdachse
ca. 60 Tüpfelhyänen
ca. 60 B.N.
...

Die Idee, sich allein auf den südlichen Kruger bis Satara zu konzentrieren, würden wir in Zukunft wieder so umsetzen. Zwar entgeht einem so der einsamere Norden mit seinen wundervollen Fieberakazienwäldern, aber eben auch der unendliche Mopanebewuchs, der nördlich von Satara beginnt und den wir in der Vergangenheit sichtungstechnisch als schwierig erlebt haben.
Ja, der Süden hat mehr Touristen. Das ist nicht von der Hand zu weisen und liegt an den vielen Lodges und Hotels, die sich außerhalb der Tore befinden und natürlich auch an den recht großen Camps, wie z.B. Skukuza. Aber gestört hat uns dies wieder einmal recht wenig. Einerseits scheint der Oktober eine recht gute Reisezeit zu sein (jedenfalls außerhalb der südafrikanischen Ferien…), andererseits kann man sich vor allem auf den Dirtroads noch wunderbar verlieren. Als echter Hotspot erscheinen uns nur die Teerstraßen, die Crocodile Bridge, Lower Sabie, Skukuza und das Malelane Gate miteinander verbinden. Aber auch hier kann man (tageszeitabhängig) kilometerweit fahren, ohne im Konvoi unterwegs sein zu müssen.

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte über die besuchten Camps verlieren, um den praktischen Wert des Berichts noch etwas zu heben.

Crocodile Bridge würden wir immer wieder buchen. Es liegt wunderbar, um die östlichen Grasebenen frühmorgens zu befahren, die einem gute Chancen auf Geparden bieten. Außerdem ist das Camp wirklich klein und entsprechend ruhig. Das Fehlen eines Restaurants stört nicht und der Shop bietet das Nötigste an. Die Nähe des Camps zum Gate merkt man kaum. Jedoch gibt es im Camp keine Unterkünfte für vier Personen – hier muss man bei der Buchung etwas kreativ sein…

Lower Sabie muss man wegen seiner Beliebtheit trotz seiner Größe recht frühzeitig reservieren. Die Lage des Camps am Fluss mit wunderbaren Sichtungsmöglichkeiten auch am Sunset Dam wird uns immer wieder hierher führen. Nirgends im Kruger haben wir so viele Löwen und Leoparden gesehen, wie im Dunstkreis dieses Camps.
Im Tagesbesucherbereich geht es recht rummelig zu. Aber die Aussichtsterrasse des Restaurants ist sehr schön und das angebotene Essen schmeckt uns gut. Wenn man den Bereich des Restaurants und Shops verlässt, wird das Camp gleich viel ruhiger und die Wiesen am Fluss laden mit ihren Bänken zum entspannten Verweilen ein. Für uns eines der schönsten Camps.

Satara liegt in einer wunderbar offenen Gegend mit vielfältigen Gamedrivemöglichkeiten. Das ist für mich die größte Stärke dieses großen und unübersichtlichen Camps. Das beleuchtete Wasserloch habe ich bisher noch nicht als produktiv erlebt. Aber immer wieder hat man schöne Sichtungen innerhalb des Camps. Früher haben hier Zwergohreulen gebrütet. Heute lassen sich Flughunde beobachten. Außerdem trifft man mit Glück auf Wildkatzen und Honigdachse – bei uns traf das 2014 zum letzten Mal zu.

Skukuza hat einige ruhige Ecken, wenn man – wie wir in diesem Jahr – ein Häuschen direkt am Fluss oder am Camprand ergattert. Ansonsten herrscht hier viel Betrieb. Zur Mittagszeit hat uns der zentrale Bereich des Camps wirklich abgeschreckt. Schön ist, dass man schnell am Sabie und am Sand ist. Auch kann man von hier den schönen Transport Dam besuchen oder das wunderbare Lake Panic Bird Hide. Beim nächsten Mal werden wir das Camp aber wohl auslassen. Es gibt beschaulichere Orte…

Das Biyamiti Bushveld Camp ist unser neuer Liebling. Sehr klein, abgelegen (Privatstraße!) und beschaulich. Die Lage direkt am Flussbett ist ganz wunderbar und bietet die Bühne für schöne Sichtungen. Auch innerhalb des Camps ist wildlifetechnisch einiges los: Neben der Vogelwelt trifft man auf Buschböcke und Nyalas. Wir bedauern rückblickend, keinen Nightdrive hier gemacht zu haben, denn diese werden im kleinen Geländewagen angeboten und nicht im großen LKW. Beim nächsten Mal dann…

Berg-en-Dal mögen wir vor allem wegen seiner Lage. Das Camp selbst besteht aus recht düsteren und in die Jahre gekommenen Häusern, die aber durch ihre Anordnung recht viel Privatsphäre bieten. Wir fahren immer wieder gern zum Matjulu Wasserloch und auch die Spaziergänge am Zaun des Camps gehören ab diesem Jahr zu unserem festen Repertoire.

Pretoriuskop schließlich hat uns gar nicht gut gefallen. Das mag an der seltsamen Hütte gelegen haben, die wir bewohnt haben, denn es gibt auch neuere Unterkünfte. Aber auch hier stehen die Hütten recht dicht beieinander, sodass wir sogar die Musik unserer Nachbarn mitgenießen durften, die, so viel sei gesagt, aber auch unangemessen laut war. Dass hier ein Burgerladen als Restaurant angesiedelt ist, wirkt etwas seltsam: Yellowstone im Kruger – auch wenn das Essen gar nicht schlecht war.

So – das war es dann endgültig. Jedenfalls für dieses Jahr. Denn gegenwärtig liebäugeln wir damit, im Herbst 2020 im Rahmen einer Dreigenerationentour in den Kruger zurückzukehren. :)
Aber vorher geht’s erstmal nach Namibia/Botswana und dann will im nächsten Jahr ja auch noch ein runder Geburtstag gefeiert werden – vorzugsweise im KTP. :whistle: Die Pläne gehen uns also glücklicherweise nicht aus.

Es grüßt euch herzlich
Sascha
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Reisebericht 2016: Kinder und Katzen im Kruger www.namibia-forum.ch...atzen-im-kruger.html
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Letzte Änderung: 09 Jan 2019 17:34 von H.Badger.
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04 Feb 2019 15:16 #547372
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  • sphinx am 04 Feb 2019 15:16
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H.Badger schrieb:
68 Löwen
7 Leoparden
4 Geparde
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ca. 60 B.N.
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Lieber Sascha
das nächste Mal versuche ich mich mal still und leise an Euch dran zu hängen, also wenn Ihr in Zukunft glaubt verfolgt zu werden, könnte dies stimmen :woohoo:
Vielen lieben Dank fürs Teilen ganz vieler toller Fotos und Theaterstücken in mehreren Akten. Hat mir unglaublich viel Spaß gemacht Euch wieder zu begleiten.
Herzlich grüßt Elisabeth
"Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
Afrikafotos ; Namibia ; 2017 Kenia ; Kap, Karoo,GR ; Indien ; 2018 Kenia ; Äthiopien/Djibouti ; Galapagos ; Reunion
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04 Feb 2019 22:27 #547414
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  • H.Badger am 09 Jan 2019 15:46
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Liebe Elisabeth,
schön, dass du nach eurem Urlaub (Äthiopien?) noch mit uns bis zum Ende der Krugertour gereist bist und dir der Bericht Freude bereitet hat. Ein Lob von einer erfahrenen Wildlife-Enthusiastin freut immer besonders.
Über unsere Sichtungsbilanz freuen wir uns auch noch immer - der Kruger ist einfach meistens sehr produktiv und immer wieder einen Besuch wert.

Liebe Grüße und ein gutes Wiedereinleben
Sascha
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