THEMA: Südafrika im November 2010
01 Jan 2011 14:09 #167656
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  • Beate2 am 01 Jan 2011 14:09
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Tag 9
Wie mittlerweile üblich waren wir vor dem Weckruf wach, machten uns schnell fertig und gingen dann schon raus in die Morgensonne. Der Regen hatte für eine gute, frische Luft gesorgt, der Kaffee dampfte bereits, unsere Nyalas waren auch wieder da. Es schien alles so gewohnt. Um 05.30 Uhr hiess es wieder aufsitzen zum nächsten drive. Nach dem abendlichen Regen waren überall die frischen Spuren zu sehen und wir hielten oft an, um sie zu studieren. Auffällig waren ca 8-10cm hohe Röhren, die zu hunderten aus dem weichen Sand ragten. Fliegende Termiten waren geschlüpft. Na, die sollten den Tag über noch zur Plage werden! Einen ersten Endruck von ihnen bekamen wir, als wir mehrere Common Scimitorbill wie wild durch die Luft flattern sahen. Sie sahen mit ihren langen, breiten Schwänzen erst einmal sehr schwerfällig aus. Bei näherem Hinsehen bemerkten wir aber, dass sie sehr geschickt die Termiten im Flug fangen konnten. Das Frühstück lohnte sich, denn die Vögel waren von einem dichten Schwarm umgeben. Wir mittlerweile auch. Selbst beim Fahren klatschten die Termiten ständig gegen uns, sie wurden lästig. Die ersten größeren Tiere waren dann 2 Giraffen, die genüsslich mit ihren langen Zungen die jungen Blätter von den Bäumen zupften. Sie standen rechts und links eines Weges, so dass wir sie wunderbar im Blick hatten.





Wenn uns nicht die Termiten ins Gesicht flogen.
Weiter ging es zu einem riesigen Termitenbau, der an einen Baumstamm angebaut war. Obendrauf lag ein Leopard im Schatten des Blätterdaches und träumte vor sich hin.



Wir flohen wieder vor den fliegenden Termiten. Heute Morgen war nicht viel los, wir kamen nur an ein paar Vögeln vorbei. Interessant war ein Wahlberg Adler, der hoch oben auf einem Baum sass und sich das Gefieder putzte. Auch er war von einer dunklen Wolke umgeben - Termiten. Ihn nervten sie genau so wie uns. Er spreizte die Flügel und versuchte, sie zu putzen, unterbrach dies aber immer wieder, um die Plagegeister zu vertreiben.

Wenigstens konnten wir unsern Ranger Special halbwegs in Ruhe auf einem Hügel genießen. Wir hatten einen tollen Rundumblick auf den Park, erkannten mittlerweile einige Landmarken und konnten uns ein bisschen orientieren. Es war ein komischer Tag - oder waren wir mittlerweile so verwöhnt? Kaum jemand liess sich blicken, außer Impalas, Nyalas... Als wir schon auf dem Rückweg zur Lodge waren, kamen wir an einem Fussballfeld vorbei - habt ihr es nicht gewusst? Das Endspiel der WM fand hier statt! Und wer wartete dort mitten auf dem Spielfeld auf den Rest der Mannschaft? Zwei Büffel... Wir warteten den Anpfiff nicht mehr ab, sondern fuhren unserem Frühstück entgegen.

Mittlerweile war es schon wieder knuffig und die Erde dampfte noch vom Regen. Wir verbrachten faule Stunden auf der Terrasse und im pool, jede Bewegung sorgte für Schweissausbrüche. Die Temperatur kletterte auf 42°, dabei war es schrecklich schwül. Im Laufe des Nachmittags zog sich der Himmel schon immer mehr zu, der erste Donner war zu hören und wir hofften, dass der abendliche game drive nicht völlig ins Wasser fallen würde. Aber wir hatten Glück, wir konnten starten.

Begleitet von einer unglaublichen Schar fliegender Termiten. Das Wolkenspiel am Himmel war bereits beeindruckend. Wir trafen noch einmal auf die Leopardin mit ihren Jungen. Sie hatten immer noch Reste vom Bushbuck und wir schauten ihnen wieder eine ganze Zeit lang zu. Heute gab es mehr Streit darum, wer wo fresse durfte und wie weit sich die Kleinen vorwagen durften. Das Zähne fletschen der Mutter war viel ausgeprägter. Ein Junges wurde vom Riss verjagt, als es zu dreist wurde. Ein irritierter Blick, einmal schütteln und dann lieber erst mal aus der Arena gehen...





Es donnerte in der Ferne und wir beschlossen, uns zu einem frühen sundowner aufzumachen. Den gab es dann auf einer Anhöhe mit Blick auf grandiose Wolkentürme.



Wir wollten ja gerne noch Zebras sehen, die fehlten noch auf unserer Liste. Gesagt, gesucht, gefunden! Leider hatten die kein Interesse am Fototermin und zogen sich immer weiter ins Dickicht zurück. Und die Zebras waren die einzigen Tiere, für die Andrew nicht vom Weg fuhr. Na gut, dann betrachten wir euch eben nur aus der Ferne. Aus dem Wind entwickelte sich langsam aber sicher ein Sturm, der uns mit Sand, Gras und natürlich Termiten eindeckte. Wir hatten arge Befürchtungen, klitschnass auf der Lodge anzukommen und beschlossen daher, uns auf den Rückweg zu machen. Eine Gruppe Blue Wildebeest versperrte uns den Weg, Impalas und Bushbuck schlossen sich an. Wir nutzten den Stop, um unser Dach aufzuziehen, das Gewitter kam immer näher.

Als es bereits dunkel wurde, trafen wir nochmals auf die Löwenbrüder. Diesmal war auch der dritte mit dabei. Sie waren unschlüssig, in welche Richtung es denn weiter gehen sollte und markierten erst einmal ausgiebig ihr Territorium. Wir fuhren ein Stück weiter, die drei schritten gemächlich einen Weg entlang, kamen direkt auf uns zu und blieben vor uns stehen. Da saßen wir und überlegten, ob sie wohl den Umweg um den Wagen herum nehmen würden, oder direkt über die Motorhaube kommen wollten.... Nein, sie machten erst mal Pause und legten sich hin. In der hinteren Reihe mussten wir schon die Hälse recken, so dicht lagen sie vor dem Wagen. Nach einer ganzen Weile, der Sturm peitschte uns immer mehr Sand und Termiten um die Ohren, entschlossen sich die Herren, Schulter an Schulter auf meiner Seite des Wagens weiter zu gehen.



Sie blieben stehen und guckten sich um, buckten an und rieben ihre Köpfe aneinander. Die Kameras klickten ununterbrochen, leider war es schon sehr dunkel. Sie gingen weiter, blieben neben mir stehen und guckten zu mir hoch - schluck..., sorry, aber hier oben ist alles besetzt...
Ich weiss gar nicht, wie ich meine Gefühle beschreiben soll, ich war total fasziniert, gespannt und wagte kaum zu atmen. Mir fiel ein, dass ich irgendwo mal gelesen hatte, manchen Tieren solle man nicht in die Augen starren. Gehörten Löwen auch dazu? Keine Ahnung, ich versuchte einfach mal, freundlich zu gucken... Uns kam diese Szene endlos vor. Wir sahen ihnen noch hinterher, wie sie in der mittlerweile stockdunklen Nacht verschwanden. Dann war ein allgemeines Aufatmen auf dem Wagen vernehmbar, offenbar war unsere Anspannung doch größer als vermutet.

Im Sturm fuhren wir so schnell es ging in Richtung Lodge und kamen dort zum Glück vor dem großen Regen an. Die bereit gehaltenen Handtücher brauchten wir nicht, den Drink nahmen wir gerne. Als wir die Tür zu unserer Suite öffneten, erwartete uns eine Überraschung: Das elektrische Licht war gelöscht dafür brannten überall Teelichte. Auf dem Tisch lag ein Brief mit folgendem Text:



Nach anfänglichen Verständnisschwierigkeiten mussten wir herzlich über diese spezielle Übersetzung lachen. Da hatten sie sich ja wieder was einfallen lassen!
Teelichte, auf dem Boden verteilt, wiesen uns den Weg ins Badezimmer. Hier dampfte ein heißes Bad und wartete auf uns. Bei den Außentemperaturen konnten wir uns das aber gar nicht recht vorstellen und haben lieber die laue Dusche genommen. Dort wartete der nächste Lacher: An der raumhohen Fensterscheibe arbeitete sich an der Außenseite ein Frosch mühsam nach oben und guckte uns beim Duschen zu. Wir hatten das Gefühl, er wollte nur zu gerne mit duschen...

Als wir dann wirklich hinüber waren, haben wir uns zu unseren Freunden geleiten lassen und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Der Tisch auf der Terrasse war liebevoll gedeckt - mit Kerzen, Gräsern, geschnitzten Tierfiguren, eiskaltem bubbly... Der Abend fing gut an! Und ging mit einem ausgezeichneten Dinner weiter. Um uns tobte der Gewittersturm, es krachte und schüttete aus allen Rohren. Wir saßen im Trockenen und haben es genossen, in dieser tollen Atmosphäre die Tage Revue passieren zu lassen. Immer wieder klopfte es und unsere Butler kamen unverdrossen mit weiteren Leckerchen den langen Weg durch den Regen zu uns. Einer hielt den Regenschirm, der andere das Tablett... Wir haben wirklich versucht, Sammelbestellungen aufzugeben, um sie nicht zu oft laufen zu lassen. Aber sie strahlten nur und freuten sich mit uns... Nach diesem Verwöhnprogramm waren wir fix und fertig, wenigstens hatte es sich gut abgekühlt und mit der Aussicht auf eine kühlere Nacht sind wir in die Betten gekrochen.
Letzte Änderung: 20 Jul 2013 12:45 von Beate2.
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01 Jan 2011 15:18 #167664
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Hallo Beate,
Glückwunsch zu deinem tollen Bericht und den tollen Bilden. Du machst einem so richtig den Mund wässrig, mir kribbelt es ind den Fingern, obwohl ich erst drei Monate zurück bin. Habe mir gerade den Kalender gegriffen und habe durchgerechnet. Hurra, es sind nur noch so laaaange 4 Monate und 19 Tage, dann geht es wieder los.
Bitte schreibne schnell weiter.
Gruss und ein gesundes 2011
Hans-Jürgen
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02 Jan 2011 13:51 #167737
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Hallo Hans-Jürgen

danke für dein Lob.
Zugegeben, zwischendrin habe ich überlegt, ob ich so ausführlich weiter schreiben soll, denn es hat doch viel länger gedauert, als gedacht. Gerade das runter rechnen der Bilder und das einzelne Einstellen war langwierig… Und wer hat die Zeit das Alles zu lesen? Aber dann merkte ich auch, dass mir viele kleine Begebenheiten wieder einfielen und zum Schluss war klar, dass es so auch für mich eine tolle Urlaubserinnerung bleibt.

Wo bist du gewesen und wo fährst du hin? Ich könnte auch heute schon wieder los fahren. Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub…

Viele Grüße und weiterhin viel Spass und Reiselust
Beate
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02 Jan 2011 14:02 #167741
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Tag 10
Wir haben tief und fest geschlafen und waren wieder vor dem Wecken auf. Kühl war es heute morgen, den Pulli habe ich lieber gleich angezogen. Aber das sanfte Licht und der Duft des frühen Morgens waren genial. Auf ging es zum letzen drive. Kaum waren wir los gefahren, holte ich schon die Fleecejacke raus, ein frischer Fahrtwind wehte. Wir trafen auf einige vierbeinige Frühaufsteher, die sich über die staubfreien Blätter hermachten.

Dann sahen wir sie wieder: Die 3 Löwen vom Vorabend. Diesmal in Begleitung der Dame ihrer Herzen. Sie hatten wohl eine lange Nacht gehabt, alle dösten und öffneten gerade mal ein halbes Auge, um zu sehen, wer kam. Die Löwin stand auf, nur um sich drei Meter entfernt wenig elegant in den Sand zu schmeissen und tief Luft zu holen. Anstrengend, so ein Löwenleben... Die Bäuche waren wieder prall gefüllt und es sah sehr nach Verdauungsschlaf aus.













Stirnglatze drehte sich in Zeitlupe von einer Seite auf den Rücken, verharrte so, streckte alle viere in die Luft, sah uns auf dem Kopf stehen und blinzelte ein paar mal. Die Beine wurden langsam schwer und mit einem herzhaften Gähnen drehte er sich auf die andere Seite. Ansonsten passierte nichts, die vier waren einfach nur faul. Wir überlegten, ob es Sinn machen würde noch zu bleiben, hatten aber nicht das Gefühl, dass irgendwelche action in greifbarer Nähe wäre. Also verabschiedeten wir uns. Kaum hatten wir einige Büsche zwischen uns gebracht, da kam es von hinten - ein gewaltiges Brüllen aus mehreren Kehlen. Andrew schaltete den Motor aus und uns lief es kalt den Rücken runter, so laut war das Brüllen. Oh Mann, die Situation hatten wir nun verpasst! Wir fuhren aber auch nicht zurück, um noch mal nach zu sehen. Mit dem Brüllen noch im Ohr fuhren wir still weiter.

Mir wurde kalt, ich holte mein Stirnband raus. In der Morgensonne sahen wir sie wieder - Impalas, Bushbuck, Impalas. Auf einer großen freien Fläche stiessen wir dann auf die „grumpy old men“. 10 Büffel mit mächtigen Schilden, gezeichnet vom Leben im Busch. Irgendwie schien die Stimmung nicht so gut zu sein, sie gingen immer wieder in Scheinangriffshaltung aufeinander zu. Einer sonderte sich ab, kam aber auch immer wieder zur Gruppe zurück und suchte offensichtlich Streit. Dann sahen wir den Grund dafür: Ihm fehlte der Schwanz am Ansatz. Das sah gar nicht gut aus! Die Wunde war völlig verkrustet, Blutspuren waren auf seinem Hintern zu sehen, Oxpecker machten sich an der Kruste zu schaffen. Auf dem Rücken hatte er noch zwei weitere große Wunden, dazu etliche frische Krallenspuren. Und sein Blick war alles andere als gemütlich... Seine Schmerzen konnten wir nur zu gut erahnen. Es gab einige Keilereien, die Schädel knallten aufeinander. Wir fuhren noch ein Stück weiter weg, die Herren waren zu schlecht gelaunt. Erst als der verletzte Büffel sich wirklich von der Gruppe entfernte, trat Ruhe ein. Was aus ihm wohl inzwischen geworden ist...

Mittlerweile war mir so kalt, dass ich auch noch meine Regenjacke angezogen habe. Als Krönung kam dann noch mein beanie dazu - alles zusammen war sicher der letzte Schrei der „game drive haute couture“, aber wenigstens wurde mir jetzt wieder warm.
Wir fuhren noch einmal zum Sand River, bauten unseren Kaffeetisch auf und genossen einen heissen Ranger Special. Die Sonne kam durch die Wolken und schien auf eine Gruppe Hippos im Fluss. Ein Wooly-necked Stork stakste am Ufer entlang und Pied Kingfisher stürzten sich ins Wasser. Ein schönes, friedliches Bild. Auf unserem weiteren Weg begegneten wir noch 2 White Rhinos mit einem Kalb, die zuerst eine ganze Weile neben uns her grasten und sich dann entschlossen mitten auf dem Weg stehen zu bleiben, um die Morgensonne zu geniessen. Uns blieb nicht anderes übrig, als es ihnen nach zu machen.

Und dann kam sie noch einmal, die kleine Überraschung. Am Wegrand stand ein Gestell mit einer Waschschüssel, Jahrgang Diamantengräberzeit. In der Schüssel lagen eisgekühlte Erdbeer-Smoothies - lecker! So gestärkt machten wir uns auf zu einem letzten kurzen Fußmarsch zurück zur Lodge. Immer noch warm angezogen. Die Dusche an diesem Tag war seit langem mal wieder eine heisse und das üppige Frühstück schmeckte bei den kühlen Temperaturen noch besser. Der Abschied von Andrew und Eric war ausgesprochen herzlich mit Umarmung und Küsschen. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen! Wir taten uns schwer, den Tisch zu verlassen, denn nun hiess es Koffer packen. Wir waren so voller Eindrücke, merkten aber auch, wie anstrengend die Tage gewesen waren. Und die Augen waren so müde...
Ihr ahnt es - hier würden wir jederzeit wieder her kommen, die Sichtungen der Tiere waren Spitze und die Tage waren für uns jeden ihrer vielen Cent wert!

Um 11.00 waren wir startklar. Gift und Leisha verabschiedeten uns mit einem Snack-Paket voller Leckerchen für die Fahrt und los ging es. Jetzt zeigte das Thermometer nur 25° - was für ein Unterschied zu den letzten Tagen. Darüber waren wir nicht zu traurig, denn uns stand ein langer Fahrtag bevor. Zuerst sagte aber auch unser Hippo im dam noch Good Bye und kurz vor dem gate kamen wieder die 3 großen Elefantenbullen auf uns zu.





Sie blieben stehen, beäugten uns und alle waren unentschlossen, wer denn nun zuerst unsere Kreuzung passieren solle. Als alle 3 dann die Ohren aufstellen und die Rüssel hoben fuhren wir weiter, denn wir wollten nicht riskieren, hinter ihnen eventuell lange auf dem Weg fest zu sitzen.

In Hazyview nahmen wir im KUKA noch einen letzten Abschieds- Cappu. Der Service dort war von anderer Art. Alle Mitarbeiter liefen emsig hin und her, sahen aber geflissentlich durch uns hindurch. Nach gefühlten 10 Minuten griff ich mir dann einen Schürzenzipfel um endlich zu bestellen, was bei der jungen Dame einen ziemlichen Schreck auslöste. Wir waren alle traurig, dass unsere gemeinsamen Tage nun zu Ende gingen, beschlossen aber, dass das nächste Wiedersehen nicht zu lange hin sein solle. Und es gibt ja noch so viel zu sehen... Beim Abschied drückten wir dann alle eine Träne weg und fuhren unserer Wege.

Wir zwei hatten den langen Weg nach Ermelo vor uns. Über Nelspruit, Barberton und Badplaas ging es durch abwechslungsreiche, grüne Landschaften nach Süden. Der Himmel war verhangen, es gab einige Schauer. Es war Sonntagnachmittag und kaum Verkehr. Unterwegs gab es einige Sonntagsmärkte am Straßenrand, hier liefen die Geschäfte gut. Die Straße war teilweise gut, teilweise voller Schlaglöcher, die den Beifahrer immer wieder aus dem Schlummer rissen. In Lochiel änderte sich Alles. In diesem Nest empfing uns das pralle Leben. Es machte den Eindruck, als sei gerade der erste Container seit Monaten mit frischen Lebensmitteln angekommen. Das ganze Dorf und alle aus mindestens 20km Umkreis waren auf den Straßen, ein jeder schwer bepackt. Und wir hatten Megastress mit Katrin. „Biegen Sie rechts ab... Biegen Sie rechts ab...“ Dem habe ich heftig widersprochen. Denn das sah mir gar nicht geheuer aus: Es ging nur in schmale, löcherige Trampelpfade zwischen wackeligen Hütten. Die Wege sahen aus, als ob wir nach 50m fest stecken würden. Aber mein Schatz wollte da reinfahren - Katrin wird sich schon auskennen... Da fahren wir nicht rein... Es kann nur eine von euch Recht haben... Ja, und das bin ich jetzt!!! Schließlich hatte ich jahrelang gesagt, wo es lang ging - und das nicht schlecht. Hätte ich ihm gesagt, er solle da rein fahren - er hätte mich für verrückt erklärt. Und nun wollte er Katrin folgen. Hatten wir Zoff! Wir fuhren also mehrmals im Kreis in diesem Kaff ohne Hinweisschilder und waren irgendwann auf einer Piste Richtung Mbabane. Die wunderschönen Berge im Hintergrund halfen auch nicht. Falsche Richtung, zurück. Aber wo lang? Da sind wir auch schon gewesen... Also noch mal von vorne. Lochiel konnte man sicher in 3 Minuten durchfahren, wir irrten ca 30 Minuten umher, bis wir - von Zauberhand geleitet - auf die richtige Straße kamen. Daraufhin beschlossen wir, dass es wohl sinnig wäre, wenn wir uns parkenderweise noch mal genauer mit Katrin auseinander setzen würden.
Um 18.00 erreichten wir schließlich Ermelo und es fing an zu regnen. Unsere Unterkunft, das „West Street Guesthouse“, fanden wir problemlos. Dann wurde es komplizierter, denn die junge Mitarbeiterin der Nachtschicht konnte unsere Reservierung nicht finden. Wir heissen Sie? Unser - für Südafrikaner unaussprechlicher - Nachname half ihr auch nicht weiter. Aber kein Problem, sie zeigte uns unser Zimmer. Nur, das hatten wir nicht bestellt, wir wollten ein twin bed und kein double bed. Auch kein Problem, wir bekamen das nächste Zimmer. Das war ok, einfach, aber sauber und für eine Nacht sollte es reichen. Wenn man sich mit dem Motel-Charakter des Hauses anfreunden kann, dann ist es für einen Zwischenstop ok - mehr Zeit muss man hier nicht verbringen. Zumal während unseres Aufenthaltes ein Großteil des Hauses Baustelle war. Alle der ca 25 Zimmer werden renoviert. Zum Essen fuhren wir um die Ecke in die Stadt - die war wenig einladend: Im strömenden Regen, fast ohne Straßenbeleuchtung suchten wir ein Restaurant. Das ist an einem Sonntagabend im Hinterland nicht ganz einfach. Unser Bedarf, in der Dunkelheit lange durch die Gegend zu irren, hielt sich in etwa bei Null. Also sind wir im DROS eingekehrt. Das Essen war ok, wir waren eh noch ziemlich satt vom Angebot der letzten Tage. Zurück im Zimmer sind wir nur noch in die Betten gefallen und haben bis 6.30 geschlafen - Luxus!
Letzte Änderung: 20 Jul 2013 12:46 von Beate2.
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02 Jan 2011 14:04 #167743
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  • engelstrompete am 02 Jan 2011 14:04
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Hallo Beate,
da kann man mal wieder vor NEID erblassen :woohoo: Soviel Glück mit den Raubkatzen :woohoo:
Klasse Aufnahmen.
Lieben Gruß
Cécile :)
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
namibia-forum.ch/for...hrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
www.namibia-forum.ch...eiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html[/size]
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
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2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
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02 Jan 2011 14:20 #167745
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  • Beate2 am 01 Jan 2011 14:09
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Hallo Cécile,

ja, die drives waren einfach genial :woohoo: :silly: :lol:

Liebe Grüße
Beate
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