THEMA: Reisebericht 4 Wochen Südafrika NO und Tuli Block
05 Jun 2010 08:51 #141978
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Hallo liebe Fomis,

vor knapp 2 Wochen sind wir von unserer knapp vierwöchigen Tour durch den Nordosten Südafrikas und den Tuli Block zurückgekommen. Wir hatten wieder viele wertvolle Informationen über dieses tolle Forum bekommen, vielleicht kann ich jetzt ja einige zurückgeben.

Wir sind folgende Route gefahren:

Flug Frankfurt JoBurg
1 Nacht Castle in Clarens/Golden Gate NP
2 Nächte Thendele Camp im Royal Natal NP
2 Nächte Antbear Guesthouse Nahe Estcourt
3 Nächte Kingfisher Lodge in St. Lucia
2 Nächte Mpila Camp im Hluhluwe/Umfolozi NP
1 Nacht Phophonyane in Swaziland
1 Nacht Berg&Dal im Krüger
1 Nacht Royal Hotel in Pilgrims Rest
2 Nächte Arathusa Private Game Lodge in Sabi Sands
1 Nacht Olifants im Krüger
1 Nacht Mopani im Krüger
1 Nacht Sirheni im Krüger
2 Nächte Leokwe Camp im Mapungubwe NP
3 Nächte Mashatu Private Game Reserve im Tuli Block/Botswana
2 Nächte Kwafubesi Tented Camp im Mabula Private Game Reserve

Nach planmäßigem Flug mit South African landen wir pünktlich am Morgen in JoBurg. Über Budget haben wir einen Honda CRV SUV gebucht, der sich als optimales Gefährt für unsere 7te Afrika Reise herausstellen sollte. Die Fahrt in Richtung Clarens aus Johannesburg heraus entpuppt sich als stresslos. Auf breiten und leeren Landstraßen geht es unter Schäfchenwolken und blauem Himmel entspannt in Richtung Clarens. Auf Tip von Fomis kaufen wir in Bethlehem eine Kühltasche, Kühlakkus und erste Vorräte für unseren ersten Selbstversorgerteil im Thendele Camp.

In der Abensonne schauen wir uns den Golden Gate NP an, der ca 1 KM von Clarens beginnt.



Entlang der schönen Strecke stehen viele Bäume mit tollem goldgelben Herbstlaub und bieten einen schönen Vordergrund für die im Abendlicht leuchtenden Felsen des Golden Gate. Wirklich sehr sehenswert und ein schöner Beginn unserer Reise.

Castle in Clarens



Da meine Frau Burgen liebt, führte kein Weg am Castle in Clarens vorbei. Es liegt etwas ausserhalb oberhalb des netten Örtchens in einsamer Lage. Das Castle besteht aus einem Burgturm und einem kleinen Anbau in Form einer angedeuteten Burgmauer. Die gesamte Einrichtung ist sehr liebevoll und mit viel Phantasie im Mittelalterstil gehalten. Auf der „Burgmauer“ gibt es eine kleine Sundownerecke mit sensationellem Blick auf die Hügel und einen Braaiplatz mit überdachter, gemütlicher Sitzecke. Im Erdgeschoß befindet sich ein Schlafzimmer mit Bad und eine Art Wohnraum mit großem Kamin. In der ersten Etage des Turms ist eine vollausgestatte Küche und der Ausgang zur Mauer. Im Obergeschoß des Turmes ist eine Traumschlafzimmer mit unglaublich schöner Einrichtung und weitem Blick über das Land.



Das dazugehörige Bad hat eine Badewanne in einem Erker (schöner Baden mit Aussicht). Wir sind restlos begeistert, so etwas ist in Europa unbezahlbar! Zusätzlich werden wir von einem tollen Sonnenuntergang belohnt. Wegen der tollen Stimmung lassen wir ein geplantes Dinner in Clarens ausfallen und bleiben bei Wein, Oliven, Käse und Wurst in unserer Burg.

Fortsetzung folgt
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05 Jun 2010 09:23 #141982
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Fortsetzung Teil 2
Royal Natal NP / Thendele Camp

Nach einem 12 stündigen Schlaf im bequemen Bett bekommen wir ein leckeres Frühstück in einer Schatzkiste gebracht und machen uns bei wieder tollem Wetter auf den Weg nach Thendele.Zuerst aber schauen wir für 1 Stunde in Clarens rein. Ein gemütliches, kleines Dorf. Beim Butcher und im Liqueur Shop vervollständigen wir unsere Vorräte. Die Weiterfahrt führt durch den landschaftlich schönen Golden Gate NP, wo wir erste Zebras sehen. Entlang des Sterkfontain Stausees mit dem Vulture Restaurant fahren wir in Richtung Drakensberge. Auf kleinen Straßen geht es am Ende durch etliche kleine Dörfer mit interessantem schwarzen Leben zum Eingang des Royal Natal NP.

Am Eingang des Royal Natal NP


Das sich uns bietende Bergpanorama des Amphitheaters ist überwältigend. Was haben wir ein Glück mit dem Wetter! Im Thendele Camp unternehmen wir eine erste kurze Wanderung und unser erstes Braai mit lecker Boerewors und Lammfleisch.

Thendele Upper Camp Blick von unserer Terrasse


Der nächste Morgen beginnt dann mit einem kleinen Schock! Im Schlafanzug gehe ich auf die Terrasse und bin wieder begeistert vom Blick auf das Amphitheater. Meine Frau schaut mich plötzlich aus dem Haus heraus mit riesen Augen an und brüllt „LINKS“!!!! Links ist nichts... Dann brüllt Sie „RECHTS“! Ich schaue nach Rechts, direkt neben mir sitzt ein grauer Hund und schaut mich von unten an. Irgendwas stimmt hier nicht.......... Es ist ein riesen Pavian, der 20 cm neben mir sitzt !!!! Ich erschrecke zu Tode, schreie das Vieh an und mache einen kuriosen Kung Fu Sprung ins Haus zurück. Keine Ahnung, wer sich mehr erschrocken hat, der Pavian oder ich ? Nach der ersten Schrecksekunde lachen wir uns kaputt über meine Dummheit und die kuriose Tiersichtung.

Nach dem leckeren Frühstück wandern wir zur bekannten Tugela Gorge. Der wunderschöne Wanderweg schlängelt sich in einem grünen Tal oberhalb des Flussbetts entlang immer in Richtung der imposanten Felswand des Amphitheaters. Am Ende soll sich der zweithöchste Wasserfall der Erde befinden.
Da wir ungeübt und inzwischen doch etwas erschöpft sind, kehren wir aber vorher um und lassen den Wasserfall aus. Am Abend gibt es vor dem Braai Gipfelglühen und danach geht bei tollem Sternenhimmel hinter dem Amphitheater der Vollmond auf. Zufrieden und müde gehen wir ins Bett, morgen geht es weiter ins Antbear Guesthouse nahe Estcourt.

Thendele Camp

Für eine Nationalparkunterkunft sehr nett eingerichtete, vollausgestattete Selbstversorgerbungalows. Die Lage und die Aussicht auf das Amphitheater ist sensationell. Wir hatten ein schönes Chalet im Upper Camp. Das Camp ist in Südafrika sehr populär und eigentlich fast immer schon Monate im voraus ausgebucht. Für uns in den Drakensbergen ein MUSS !

Forstetzung folgt


Thendele Camp unser Haus, unser Auto....
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05 Jun 2010 19:04 #142010
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Fortsetzung Teil 3

Von Thendele nach Antbear

Nach dem Aufstehen in Thendele sehen wir bei strahlend blauem Himmel Bodennebelwolken durchs Tal auf das Amphitheater zuziehen. Innerhalb von 15 Minuten stehen wir in den Wolken.
Wir machen uns auf den Weg und haben den geplanten Photostop am Damm des Nationalparks eigentlich schon abgehakt. Doch nach ca. 30 weiteren Minuten hängen nur noch ein paar einzelne Wölkchen dekorativ vor der Bergkulisse. Nach einigen schönen Bildern mit Herbstbäumen, einem Giant Kingfisher und einem nicht ganz spiegelglatten See fahren wir weiter. Die Etappe ist nicht allzu weit, auf dem Weg wollen wir einen Blick auf den Cathedral Peak werfen. Den erreichen wir über eine Stichstraße. Unterwegs sehen wir viele Schwarze mit Bierkisten und Schnapsflaschen, es ist Sonntag.



Da der Cathedral Peak zum Teil in Wolken ist, gehen wir im gleichnamigen Hotel etwas essen. Von der Terrasse aus haben wir eine schöne Aussicht auf die imposanten Berge, im Garten fliegen bunte Sunbirds und Schmetterlinge umher.



Auf der Weiterfahrt zum Antbear Guesthouse verlassen wir uns auf das Navi, das uns vorgabegemaess die letzten 50 KM über Schotter durch weites Farmland, Hügel und entlang eines Staudammes führt. Antbear liegt weit weg vom nächsten Ort auf einem sanft geschwungenen Hügel. Es gefällt uns auf Anhieb gut und wir werden herzlich von Andrew empfangen.Da Nebensaison ist, sind wir am ersten Abend mit einem netten jungen holländischen Pärchen die einzigen Gäste. Am zweiten Abend sogar ganz alleine. Das phantastische Abendessen findet nach einigen Happen vorneweg und einem ersten Bierchen am Kamin zusammen mit Andrew, Conny und Andrews Vater an einem großen Tisch statt. Es entstehen nette Gespräche. Wir erfahren viel über das Leben in Südafrika. Andrew erzählt uns von seinem Ultralight und wie er damit an der Tankstelle landet. Gestern gab es das dann Live in ARTE in dem Südafrika Fünfteiler von Andreas Kieling zu sehen. Andrews Vater macht verrückte Schreinerarbeiten in seinem ganz eigenen Stil. Er baut sich auf dem Farmgelände von Antbear gerade ein wunderschönes Haus. Wir durften es zusammen mit dem stolzen Erbauer besichtigen, es wird ein Juwel.



Da wir vorher das Amphitheater und den Cathedral Peak schon gesehen hatten, empfiehlt uns Andrew in Ruhe eine Runde nach Kamberg und über Mooi River zurück zu fahren. Giants Castle lassen wir auf seinen Rat hin ausfallen. Im Kamberg Visitors Center erfahren wir, daß der Ranger oben am Berg auf uns warten würde. So können wir die schöne Wanderung alleine unternehmen.
Auf dem steinigen Wanderweg zischt mich aus dem Nichts eine kleine Schlange an. Ihr Kopf schnellt vor, sie versucht mich direkt zu beißen! Noch nie habe ich so einen Satz zurück gemacht und solch eine Ganzkörpergänsehaut gehabt. Aber dann war sie schon weg. Obwohl ich genau wegen Schlangenbegegnungen immer den Boden absuche, hatte ich keine Chance, sie zu entdecken. Später habe ich von Andrew erfahren, dass es sich um eine Bergadder gehandelt hat.



Als wir keuchend und schwitzend den Ranger am Gipfel erreichen, ziehen die ersten Wolken über dem Tal auf. Die Felszeichnungen finden wir ganz OK, mit Twyvelfontain können sie aber nicht mithalten. Auf dem Rückweg werden wir dann bis auf die Haut nass geregnet, es sollte der einzige Regen in 4 Wochen Urlaub sein. Die Weiterfahrt führt über weites Farmland durch die Midlands sanft bergauf und bergab bis nach Mooi River. Dort trinken wir unter einem Baum mit Herbstlaub in zwei gemütlichen Holzsesseln Kaffee. Der Wind weht uns die gelbroten Blätter um die Nase, mit Scones ein Genuß! Auf der Rückfahrt nach Antbear klärt sich der Himmel dann aber schon wieder auf.

Antbear Guesthouse

Wie schon gesagt. Antbear liegt einige Kilometer abseits von Estcourt inmitten von leicht hügeligem Farmland. Die Zimmer sind rustikal gemütlich eingerichtet. Andrew und Andrews Vater haben viele Möbelstücke, Lampen, Türen, Fenster und anderes Mobiliar in irrer Technik selbst erschaffen. Es gibt mehrere kleine Bungalows und einige Zimmer im Haupthaus. Sicher hat die Lodge einen ganz anderen Charakter, wenn sie voll ausgebucht ist. Alle habe sich rührend um uns gekümmert, wir fühlten uns wie zu Hause. Zum Abendessen wird ein superleckeres Dreigangmenue serviert. Preis/Leistung fanden wir hervorragend. Die Lage zwischen Giants Castle und Kamberg empfinden wir als Ideal. Wir würden gerne dorthin zurückkehren und haben uns sehr wohlgefühlt.

Fortsetzung folgt ]
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12 Jun 2010 10:37 #142690
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Fortsetzung Teil 3

Von Antbear nach St. Lucia

Andrew hat uns für die Weiterfahrt nach St. Lucia eine Nebenstrecke empfohlen, die uns sympathischer als die N3/N2 über Durban erscheint. Nach dem Frühstück starten wir also in unseren längsten Fahrtag. Die R622 führt uns durch ein grünes Tal und dünn besiedeltes Farmland über Greytown nach Kranskop. Dort biegen wir links ab auf eine kleine Nebenstrecke in Richtung Ntunjambili, Entumega und Eshowe. Hier gibt es keine Weißen, die Straße ist nicht mehr geteert und an einem langen Paß geht es stets steil nach unten durch eine riesige Baustelle. Ohne Navi wären wir wahrscheinlich wieder umgekehrt auf die Hauptstrecke, denn die Straßenführung ist teilweise sehr unübersichtlich. Währen der Fahrt den Pass hinunter werden wir durch herrliche Ausblicke ins Tal des Tugela River belohnt. Die Gegend hier ist dichter besiedelt und die Fahrt sehr abwechslungsreich. Immer wieder begegnen uns viele interessante Menschen.



Dann erreichen wir die gut ausgebaute N2 und fahren auf der gut ausgebauten Srecke nach St. Lucia weiter. Der Ort wirkt auf den ersten Blick sehr touristisch, es gibt einige Restaurants und Shops. Ganz am anderen Ende liegt unser B&B, die Kingfisher Lodge. Sie liegt in einem schönen tropischen Garten. Beim Aussteigen werden wir von der schwülen Hitze überrascht, ein riesen Kontrast nach der kühlen Bergluft. Neben einer netten Angestellten werden wir von einer kreischenden Rasselbande Velvet Monkeys empfangen. Unser Zimmer ist ganz OK. Von der Fahrt doch etwas geschafft, geniessen wir den Sonnenuntergang hinter der Lagune auf zwei Deckchairs am Pool. Im Infoordner der Lodge lesen wir, daß immer wieder ein Leopard zu Besuch kommt. Leider hat er letztens den Staffordshire Terrier der Besitzer gekillt und aufgefressen. Nachts kommt regelmaessig ein Hippo zum Trinken an den Pool und auch an der Hauptstraße sollen wir im Dunkeln vorsichtig wegen der Nilpferde sein.





Beim Abendessen im Ocean Basket müssen wir absolut an unsere Grenzen gehen. Die Fischplatte ist der Hammer, der Service nett. Zufrieden gehen wir ins Bett.



Am nächsten Tag geht’s los durch den Isimangaliso Wetland Park nach Cape Vidal. Hier ist alles grün und leicht hügelig. Neben einigen Warthogs, Impalas, Zebras, Gnus und Kudus, sehen wir an der Lagune zwei faule Büffel und einige große Krokos. In Cape Vidal machen wir einen langen Strandspaziergang, hier ist es wirklich sehr schön und an diesem Tag auch nicht zu überlaufen.



Auf der Rückfahrt haben wir dann doch noch Glück und können längere Zeit zwei imposante Breitmaulnashörner in ca. 10 Meter Entfernung direkt neben der Straße beobachten.



Zufrieden geht’s zurück nach St. Lucia zur Nachmittags-Boatcruise. Das Boot ist angenehm leer, die Fahrt über die Lagune an grunzenden Nilpferden, Reihern und African Fisheagles vorbei ist entspannend.
Das Abendessen im Brazzos ist lecker, es gibt gutes T-Bone-Steak.

Am zweiten Tag machen wir eine kleine Wanderung durch den Urwald direkt neben der Lodge und nach ausgiebigem Shopping und einem weiteren schönen Strandspaziergang gibt es wieder saftige Espetadas im Brazzos. Da wir ab dem zweiten Tag die einzigen Gäste in der Lodge sind, lassen wir es in unserem privaten Garten zwischendurch langsam angehen.

Kingfisher Lodge

Unser Zimmer im langgezogenen Anbau des Haupthauses ist praktisch eingerichtet, uns aber etwas dunkel und recht eng. Es gibt einen großen Kühlschrank und auf dem flachen Blechdach toben hin und wieder die Affen. Der tropische Garten, das geschmackvoll eingerichtete Haupthaus und der Pool sind wunderschön. Das Frühstück im Garten war schmackhaft und reichhaltig. Der Service war uns etwas zu unpersönlich, die Eigentümerin war allerdings bei unserem Besuch krank.
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13 Jun 2010 09:53 #142751
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Fortsetzung Teil 4

Von St. Lucia nach Hluhluwe Umfolozi

Wir haben nach dem Einkaufen nur ca. 40 KM Strecke bis zum Entrance Gate vor uns. Da das gebuchte Mpila Camp im Umfolozi Teil des Parks ist, wollen wir gleich am Anfang eine Fahrt in die entgegengesetzte Richtung des Hilltop Camps im Hluhluwe Teil unternehmen. Auf einem Loop beobachten wir Giraffen bei der Paarung, das sieht sehr kurios aus.



Neben etliche Antilopen , Baboons, Zebras, Büffel und Elefanten entdecken wir an einem Wasserloch ein schlafendes Breitmaulnashorn.



Recht zufrieden gibt es dann Mittagessen im Hilltop Camp. Der Ausblick von der Terrasse ist sehr schön, das Camp macht einen sehr aufgeräumten und auf große Anzahl von Besuchern ausgelegten Eindruck.

Die Fahrt zum Mpila Camp durch den landschaftlich reizvollen Park zieht sich dann doch ganz schön. Ganz gespannt wird eingecheckt, wir haben so viel gutes über die Safari Tents gehört. An der Rezeption hängen Warnbilder. Der Grill darf niemals alleine gelassen werden, da die Hyänen das Grillgut direkt vom Rost fressen. Unser Zelt liegt inmitten von Gebüsch auf einem großen Holzpodest. Der getrennte Küchenteil befindet sich links, das Unterkunftszelt rechts, dazwischen ist der Zugang und Tisch und Bänke. Die Nachbarn sind doch sehr nahe, irgendwie hatten wir uns das noch uriger vorgestellt.



Nach dem Auspacken geht es in den südlich vom Camp gelegenen Teil des Parks. In waldigem Gebiet steht plötzlich ein Wild Dog vor uns und dann noch einer. Und dann noch einer! Was für ein Glück!



Die Strecke ist landschaftlich wieder sehr schön, an einigen Aussichtspunkten zum Fluß sehen wir Büffelherden und immer wieder Nashörner. An zwei Tagen im Park haben wir über 40 Rhinos gesichtet.

Das spannende Braii am Abend verläuft zuerst ungestört. Fast schon enttäuscht laufen wir gerade vom Grill zur Podesttreppe, als völlig geräuschlos und im Höllentempo mehrere Tiere direkt auf uns zugerannt kommen... Zu Tode erschrocken identifizieren wir sie als Bushpig-Rotte, ähnlich unserer Wildschweine. Der Keiler steht grunzend und drohend direkt vor mir, die Bache und der halbwüchsige Nachwuchs stürmen die Feuerstelle. Hollahossa, auf dem Podest sind wir glücklicherweise sicher.



Am zweiten Tag verbringen wir ca. 1 ½ Stunden ganz alleine im Ubhejane-Hide. Nyalas, Warthogfamilien, Zebraherden, Gnuherden; Impalas und viele Vögel kommen zum Trinken. Das erinnert fast etwas an Okaukuejo im kleineren Rahmen.



Am späten Nachmitag wird meine Frau dann im oben offenen Küchentrakt von einem Velvet Monkey bestohlen. Aus dem Nichts sitzt er plötzlich direkt neben ihr auf der Küchenarbeitsplatte. Der laute Aufschrei ist ihm egal, er stiehlt unsere Knoblauchzwiebel. Hoffentlich stinkt er noch Heute, der elende Dieb ;-))

Der organisierte Nachtdrive des Camps auf einem offenen LKW ist dann leider enttäuschend. Es geht nur entlang der Hauptstraße, leuchten müssen wir selbst. Einzige Highlights sind ein Löwenrudel und einige Hyänen.

Mpila Camp

Das Camp ist auf Selbstversorger ausgelegt, es gibt kein Restaurant. Wir haben in einem der Safari Tents gewohnt, es gibt auch kleine Häuser, die bei unserem Besuch gerade renoviert wurden. Die meisten dieser Häuser hatten einen schönen Fernblick. Die Tents hingegen liegen mitten im Busch.
Wir haben sie als sehr urig empfunden. Das Badezimmer ist offen und komfortabel, die Betten waren bequem, die Küche gut ausgestattet. Nachts von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr wird der Generatorstrom ausgeschaltet. Das Eisfach hat die Kälte aber gehalten und ist nicht aufgetaut. Es ist faszinierend, wie schnell die Ameisenarmadas Lebensmittel entdecken, man muß immer sofort alles abwaschen und sauberhalten. Nach unserem Geschmack stehen die Zelte aber etwas zu nah zusammen und zu sehr im Busch. Insgesamt fanden wir den südlichen Teil des Parks etwas weniger überlaufen als den nördlichen um das Hilltop Camp rum. Uns hat es im Park super gefallen, wir würden gerne wieder kommen.
Letzte Änderung: 27 Jul 2013 16:45 von casimodo.
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13 Jun 2010 18:02 #142821
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Fortsetzung Teil 5

Von Hluhluwe nach Swaziland/Phophonyane

Da ein langer Fahrtag vor uns liegt, fahren wir früh los in Richtung Norden/Memorial Gate. So können wir Strecke und Game Drive kombinieren. Neben etlichen Elefanten, Nashörnern,Büffeln und den üblichen Antilopen sehen wir kurz vor dem Gate geschätzte 20 Giraffen direkt neben der Straße.

Die weitere Strecke über die N2 in Richtung Swaziland ist gut ausgebaut. An der Grenze auf südafrikanischer Seite müssen wir unsere Elektrogeräte auflisten. Die Stimmung ist etwas gereizt, der ungeduldige Beamte ist genervt und wir schließlich auch. Der Grenzposten wurde gerade modernisiert, die Zufahrt ist noch nicht ganz fertig und etwas unübersichtlich. Um die Ecke herum dann der Swaziland-Grenzposten. Ein netter Beamter zeigt uns freundlich den richtigen Platz zum Parken. Man merkt nicht wirklich, daß es sich um einen Grenzposten handelt. Im uralten, heruntergekommenen Abfertigungsgebäude warten wir nur ca. 5 Minuten, dann haut der wortlose Beamte die Stempel in unsere Pässe. Die Fahrt über die breite Landstraße geht wieder über Farmland. Es ist sehr wenig Verkehr, alles sehr entspannt. Da wir unserem Navi Gravel-Roads nicht verboten haben, führt es uns über eine auf den letzten 50 KM wunderschön einsame Nebenstrecke durch die Berge zur Phophonyane Lodge. Immer wieder lächelnde, fröhliche Menschen in einfachen Dörfern. Selbst nackt im Bach badende Familien winken uns zu. Der letzte Teil der Strecke geht durch weite Forstwirtschaftsgebiete, die Straße ist wie ein breiter Waldweg.

Glücklich erreichen wir Phophonyane über einen sehr holprigen Zufahrtsweg. Und was soll ich sagen, Phopho ist ein Traum. Wir sind die einzigen Gäste in diesem tropischen Paradies. Unser Zelt steht direkt neben einem langen Wasserfall, das Rauschen wird uns später in den Schlaf singen. Leider wird es bald dunkel, der Morkel Atticus passt gut zu leckerem Steak.

Nach einer Nacht im Tiefschlaf erkunden wir noch kurz die Wege am Wasserfall, gerne wären wir noch etwas gewandert und auf Vogelpirsch gegangen. Leider hatten wir bei der Planung der Reiseroute keine zweite Nacht für Phopho frei. Wir kommen aber bestimmt wieder.

Phophonyane

Das Haupthaus der Lodge liegt auf einem Hügel am Rande einer waldwirtschaftlich genutzen Gegend. Es gibt einen großen Pool mit schöner Aussicht in die Ebene. Das Haupthaus ist geschmackvoll im afrikanischen Stil eingerichtet. Die Mahlzeiten waren gut. Die komfortablen Zelte direkt am Wasserfall inmitten tropischer Vegetation bieten echtes Urwaldfeeling. Auf der Terrasse sind 2 bequeme Stühle und ein Tisch vorhanden. Ein keines Paradies. Alternativ kann man auch kleine Bungalows oder ursprüngliche Bienenkorb-Hütten buchen. Uns hat es sehr gut gefallen und wir würden gerne wiederkommen.

Nebenstrecke nach PhoPhonyane


Wasserfall direkt neben dem Zelt


Unser Tent


Pool mit Blick
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