THEMA: Avis Safari Rental
05 Jun 2019 22:02 #558167
  • Bluesbrother928
  • Bluesbrother928s Avatar
  • Beiträge: 3
  • Dank erhalten: 9
  • Bluesbrother928 am 05 Jun 2019 22:02
  • Bluesbrother928s Avatar
Hallo
Nachdem ich vor unserem AfrikaTrip im April 2019 vieles hier mitgelesen habe, möchte ich Euch meine Erfahrung mit Avis Safari Rentals kundtun:

Wir hatten von 20.4 bis 19.5 einen Ford Ranger Kategorie K gemietet. Von Johannesburg bis Windhoek. Die Kommunikation mit Devin im Vorfeld war sehr zeitnah und (auf englisch) auch sehr angenehm.
Wir haben mit Zero Excess gebucht, diverse Zuschläge wie CrossBorder Fees, Relocation Fee, etc etc.
Unsere Route war geplant von Johannesburg über Makgadikgadi, Kasane, Caprivi, Etosha, Swakop, Sesriem, Windhoek.

Die Übernahme in JoBurg mit Kevin! (Station Manager) war total entspannt. Das Auto war nagelneu! 50km auf der Uhr, mit nagelneuen Reifen wo noch die Gumminoppen drauf waren. Der Camperaufbau war allerdings nicht neu, aber es war alles aufgebaut. Ein neuer Gaskocher wurde noch installiert. Zwei Leute bemühten sich den extra georderten 2. Reservereifen in die Dachbox zu wuchten. Kevin erklärte uns alles geduldig und beantwortete alle Fragen, und deren hatten wir viele, weil es unser erster derartige Trip war.
In Anbetracht der neuen Reifen entschieden wir uns dann den zweiten Reservereifen doch nicht zu nehmen. Obwohl wir diesen davor schon in der letzen Zahlungstranche bezahlt hatten, versprach Kevin ihn gutzuschreiben. Dafür konnte ich ihn noch überzeugen uns zwei gelbe Sandtracks (wie auch immer das richtig heisst) kostenlos mitzugeben.

Zusammenfassung unserer Erfahrungen mit dem Auto:

+ Der Ranger mit Automatik Getriebe ist sehr angenehm zu fahren. Ausreichend motorisiert und mit genügend Traktion in allen Situationen. Selbst in Sesriem, oder am Strand zwischen Cape Cross und Hentjes Bay, war es nicht mal notwendig den Luftdruck in den Reifen zu reduzieren. Nur die Untersetzung mit der Diff Sperre ist dann doch notwendig um im Sand weiterzukommen.
Das ganze Auto ist allerdings recht hecklastig aber bei uns war das nie ein Problem. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die nagelneuen Reifen Cooper Discoverer.
Auch die Rüttelpisten gingen tadellos - Man muss sich halt nur auf den Schwerpunkt und die Masse des Fahrzeugs einstellen - wenn man von zu Hause einen Mini gewöhnt ist dauert das halt ein wenig :-)

Der Spritverbrauch war je nach Strecke zwischen ca 12 Liter bis durchaus auch > 20 Liter mit Untersetzung im tiefen Sand.
Automatik ist im Sand überhaupt super zu fahren, ohne kuppeln die Gänge wechseln wenns drauf ankommt, hat was.

Die Doppelkabine haben wir sehr zu schätzen gewusst, weil der Zugriff auf die Rückbank so einfach ist und man dort mehr als genug Platz hat für das Kamera Zeug, Gewand und div. Lebensmittel - und es ist staubgeschützt!

+ Der Camper Aufbau ist grundsätzlich sehr praktisch. Das Dachzelt sowieso. Wir haben zu den mitgegebenen ca 10cm Matrazen noch 2 Thermarests mit je 5cm drunter gelegt. Unter die mitgegebene Decke haben wir noch je einen dünnen Baumwoll Innenschlafsack gegeben. Das war warm genug und mehr als bequem. In der Konfig war es kein Problem das Dachzelt wieder zuzumachen.
Der Einstieg nach oben von innen war eingermassen einfach und hatte den Vorteil das wir nicht mit den Reissverschlüssen hantieren mussten.
Die Aussenküche war eigentlich ausreichend groß - wir kamen nach einigen Tagen prima damit zurecht.
Der Kühlschrank war doppelt mit zwei getrennt regelbaren Abteilen, vielleicht etwas beschwerlich jedesmal herauszuziehen, aber groß genug für 12 Bier 2 weinflaschen, jede Menge Steaks, Gemüse Obst, und dann auch behälter mit Restln vom Vortagsessen.
Der Frischwassertank (80l) war groß genug für diverse Essensabwäsche, oder duschen (die Aussendusche funktioniert super). Und der Wasserhand links hinten ist sehr praktsich um sich eben die Hände zu waschen, weil man dauernd staubige Hände hat.
Der Camperaufbau wird aber nicht mit dem Fahrzeug Chassis gemeinsam ersetzt sondern wird von einem Auto zum anderen mitgenommen. Uns hat das nicht gestört.
Der Doppeltank braucht eine gewisse zeit bis er voll ist, aber die Tankwarte haben das immer mit viel Geduld hinbekommen.
Die Dachbox für das Holz ist genial. Was man dort alles unterbringt an Holz reicht für 2-3 Campfires!

- Der Camperaufbau hat aber auch Nachteile:
Der größte Nachteil ist, das er nicht staubdicht ist. Ich wusste schon im Vorhinein, aus diversen Berichten das die Camperaufbauten dazu neigen das der Staub durch den Unterdruck hingesaugt wird. (Deswegen gibt es die kleineren Camper mit den Ventilationsöffnungen für gravel roads) Trotzdem hat es uns nach der ersten Staubpiste geschockt. Das gute daran wiederum ist das der Staub nur in den unteren Innenraum gelangt aber nicht in das Dachzelt. Unten hatten wir nur den Koffer und zwei Taschen mit Kleidung. Wir haben uns dann so geholfen das wir einfach eine der mitgegeben Decken darübergebreitet haben und den Staub so abgehalten haben.
Allerdings wird das Auto auch für 4 Personen vermietet wobei man unten ja auch quer schlafen könnte. In dem Fall wäre das dann nicht mehr so lustig, weil ja das ganze Bettzeug dann verstaubt.
Wie gesagt wir haben uns damit gut arangiert.

o Die letzten drei Tage des Trips wollte der Kühlschrank nicht mehr so richtig, hat dann zwischen 3 und 15 Grad gependelt. Und - der 220V Inverter ging nicht. Der war von Avis bewusst stillgelegt. Das habe ich den Avis Leuten aber gesagt das ich das nicht lustig fand, weil ich fix damit gerechnet hatte meinen Laptop dort zu laden. Aber auch dafür habe ich Lösungen gefunden - es hat sich immer ein Plätzchen zum laden gefunden notfalls im Office einer Lodge (Nambwa Campsite) oder beim Office von South Camp in Nxai Pans. Alle waren super freundlich und nett.

+ Die "proudly rented by Avis" Vermietung sehe ich durchwegs positiv:
Auf dem Mietvertrag steht AVIS VAN Rental und Zebra Rental Ltd
Auf allen Karten Abrechnungen steht Avis Safari Rental
(soviel zu den Diskussionen wer sich nun dahinter verbirgt)

Die Kommunikation im Vorfeld war gut rasch und zufriedenstellend
Die Übergabe hätte besser nicht sein können
Wir haben 20% deposit geleistet und sind dann erst eine Woche vor Übernahme drauf gekommen das wir eigentlich den Rest überweisen sollten. Aufgrudn diverser Kartenlimits haben wir uns dann auf weiter 30% geeinigtund vereinbart den Rest vor Ort zu zahlen.
Genommmen wurde Visa, MC und Amex. Wir konnten auch die Summen zwischen den Karten aufteilen. Nur Cash ging nicht.
Der Security Deposit in Höhe von 30.000 ZAR wurde uns abgebucht (nicht nur geblockt aber das wussten wir im Vorfeld schon). 10 Tage nach Rückkehr habe ich bei Kevin! direkt nachgefragt und er hat uns die Security Deposit zusammen mit der Gutschrift für den nicht genommen Reserve Reifen und noch einer Gutschrift für einen Tag (weil wir das Auto einen Tag früher als geplant zurückgeben mussten) innerhalb von einem Tag an die Amex zurücküberwiesen. Die Gutschrift haben wir von Amex (nach Anfrage) umgehend auf unser Konto überwiesen bekommen. Gesamtgebühren bei Amex waren ca 57 €.

Man kann darüber diskutieren warum die das so machen und andere nur den Deposit blocken - ja.
Man könnte nauch darüber diskutieren warum die Miettage nicht als 24 Stunden sondern als angefangene tage gerechnet werden.
Weiters könnte man auch darüber nachdenken warum Tyres und Suspension aus der FullCover Insurance ausgeschlossen sind.
(In unserem Fall bei einem nagelneuem Auto vernachlässigbar, aber wenn das Auto dann 80.000km drauf hat?)

Die Rückgabe des Autos war unkompliziert. Anhand einer Checkliste wurde alles abgehakt, während wir unsere Siebensachen aus dem Auto extrahierten.
Kleines Detail am Rande - während unseres Trips hatten wir ein sehr nettes deutsches Pärchen als Nachbarn für eine Nacht. Ich bewunderte deren blitzblankes Campermobil (auch ein rental) und staunte nicht schlecht als er mir erklärte das sie schon seit 10 Tagen unterwegs sind, und er gestern das Auto durch die Waschstrasse fuhr weil er die Kratzer der Büsche checken wollte. Ev. würde er sich Polierpaste besorgen und die Kratzer dann noch entfernen.
Ich fing an mir Sorgen zu machen, weil unser nagelneues Auto auf den Aussenspiegeln total zerkratzt war, auch die schwarzen Seitenteile der Fenster inkl Gummidichtungen waren von den Akazienzweigen denen man manchmal nicht ausweichen kann arg zerkratzt. Ich erwog ernsthaft in Swakopmund das Auto etwas aufbereiten zu lassen, bevor es dann zurückging.
Wir kamen dann eh nicht dazu, was gut war, denn es gab nicht die geringste Beanstandung. Auch nicht bezgl. der Patina aussen und innen;-)

Für uns war die Erfahrung mit Avis SR. jedenfalls sehr positiv und wir hatten eine tolle Zeit da unten.
Ob wir wieder mit Avis SR. buchen würden? Schwer zu sagen, Wenn die Sache mit den Ausschlüssen bei den Reifen und Suspension nicht wäre, ziemlich sicher. Obwohl ich mir für den nächsten Trip nach Namibia gerne den Landcruiser von Bushlore nehmen würde.



Vielleicht hilft es ja jemandem bei seiner Rental Entscheidung, wenn wer Fragen hat, versuche ich gerne zu antworten.

beste Grüße Heinrich aus Wien
Anhang:
Letzte Änderung: 05 Jun 2019 22:51 von Bluesbrother928.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Reisemaus, Cruiser, Logi, frau_shrimp, GinaChris, Makra