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THEMA: zusätzliche Hand benötigt?
23 Okt 2019 09:50 #571047
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Hi Ralf

Ich weiss, das wird Dir wohl immer wieder gesagt, und vielleicht ist ja alles nicht wahr. Aber trotzdem möchte ich hier nochmals erwähnen, dass solche Einsätze sehr umstritten sind. Kurz zusammegefasst:

- Es gibt genung Hände in Namibia. Bei der extrem hohen Arbeitslosigkeit im Lande werden einfach nicht noch mehr Leute gebraucht. Arbeitskräfte in Namibia sind extrem schlecht bezahlt. Wer also einen ungelernten Arbeiter einstellt und den üblichen Namibischen Lohn bezahlt (so ca. 150Euro im Monat) kommt in vielen Fällen sogar günstiger als wenn er Dir Kost und Logie anbietet- und unterstützt dabei noch jemand der sonst nichts hat.
- Wennschon müsstest Du Deine Ausbildung in Deutschland nutzen um als Statiker in Namibia 'gutes' zu tun. Einen solchen einzustellen kostet auch Namibia viel, die Einsparung für deinen Arbeitsgeber wäre also grösser. Bedenke aber, das Namibia ein (zumeist) funktionierender Rechtsstaat mit Arbeits- und Migrationsgesetzen. Du brauchst also eine Arbeitserlaubnis und eine Aufenthaltsbewilligung, dein Arbeitsgeber müsste dich offiziell anmelden, deine Ausbildung müsste annerkannt werden, etc, etc.
- Auch im zweiten Szenario musst Du bedenken dass du damit Lohndumping betreibst (stell dir die Auswirkungen vor, wenn Namibier gratis in Deutschland als Ingeneure arbeiten würden...) und möglicherweise Einheimischen den Job wegnimmst.

Mein Tip: Wenn Du es Dir leisten kannst, jedes zweite Jahr wochenlang nach Afrika zu reisen, geniess diesmal einfach Deine Ferien, gib den Angestellten gute Trinkgelder, wohn in lokalen Unterkünften, kauf Souveniers von kleinen Craftshops, etc (damit machst Du wohl viel mehr sinnvolles für Namibia). Und das nächste mal machtst Du statt Ferien in Afrika Freiwillgenarbeit in Deutschland/Schweiz und spendest den Preis für den Flug an gute Organisationen hier?

Bitte entschuldige die etwas harsche Reaktion - ich finde es einfach wichtig dass man sich dazu Gedanken macht.

Herzliche Grüsse und schöne Zeit in Namibia,
Beginner
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23 Okt 2019 10:30 #571049
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  • motorradsilke am 23 Okt 2019 10:30
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Beginner schrieb:
Hi Ralf

Ich weiss, das wird Dir wohl immer wieder gesagt, und vielleicht ist ja alles nicht wahr. Aber trotzdem möchte ich hier nochmals erwähnen, dass solche Einsätze sehr umstritten sind. Kurz zusammegefasst:

- Es gibt genung Hände in Namibia. Bei der extrem hohen Arbeitslosigkeit im Lande werden einfach nicht noch mehr Leute gebraucht. Arbeitskräfte in Namibia sind extrem schlecht bezahlt. Wer also einen ungelernten Arbeiter einstellt und den üblichen Namibischen Lohn bezahlt (so ca. 150Euro im Monat) kommt in vielen Fällen sogar günstiger als wenn er Dir Kost und Logie anbietet- und unterstützt dabei noch jemand der sonst nichts hat.
- Wennschon müsstest Du Deine Ausbildung in Deutschland nutzen um als Statiker in Namibia 'gutes' zu tun. Einen solchen einzustellen kostet auch Namibia viel, die Einsparung für deinen Arbeitsgeber wäre also grösser. Bedenke aber, das Namibia ein (zumeist) funktionierender Rechtsstaat mit Arbeits- und Migrationsgesetzen. Du brauchst also eine Arbeitserlaubnis und eine Aufenthaltsbewilligung, dein Arbeitsgeber müsste dich offiziell anmelden, deine Ausbildung müsste annerkannt werden, etc, etc.
- Auch im zweiten Szenario musst Du bedenken dass du damit Lohndumping betreibst (stell dir die Auswirkungen vor, wenn Namibier gratis in Deutschland als Ingeneure arbeiten würden...) und möglicherweise Einheimischen den Job wegnimmst.

Mein Tip: Wenn Du es Dir leisten kannst, jedes zweite Jahr wochenlang nach Afrika zu reisen, geniess diesmal einfach Deine Ferien, gib den Angestellten gute Trinkgelder, wohn in lokalen Unterkünften, kauf Souveniers von kleinen Craftshops, etc (damit machst Du wohl viel mehr sinnvolles für Namibia). Und das nächste mal machtst Du statt Ferien in Afrika Freiwillgenarbeit in Deutschland/Schweiz und spendest den Preis für den Flug an gute Organisationen hier?

Bitte entschuldige die etwas harsche Reaktion - ich finde es einfach wichtig dass man sich dazu Gedanken macht.

Herzliche Grüsse und schöne Zeit in Namibia,
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Das mag teilweise zutreffen. In dem von mir genannten Projekt werden Voluntäre als Lehrer gesucht. Und davon gibt es wohl nicht genug.
Voluntärsarbeit heisst eigentlich, bei Etwas helfen, was die Leute vor Ort nicht können. Nicht nur anpacken, sondern etwas beibringen, Wissen vermitteln, was offensichtlich fehlt.
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23 Okt 2019 11:21 #571054
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Das mag sein, auch wenn ich daran zweifle, dass es in Namibia nicht genug Lehrer gibt, sie werden wohl einfach nicht gut genung bezahlt. Aber du sagst
Voluntäre als Lehrer gesucht
- und laut Ralfs beschreibung ist er eben auch kein Lehrer...
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23 Okt 2019 15:45 #571066
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Nein, aber er hat eine Informatikausbildung und kann den Leute sicher in der Hinsicht etwas beibringen. Bildung ist schließlich das Wichtigste was die Leute dort brauchen.
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24 Okt 2019 00:12 #571100
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Vielen Dank für eure Zahlreichen Antworten. ;) Ich versuche mal etwas Zusammengefasst zu beantowrten.
Zuvor nur zwei Einzelantworten:
motorradsilke schrieb:
Frag mal bei Ongula Village Homestead, die haben 2 Erwachsenenklassen für Hotellerie und Schneiderei angeschlossen, und suchen wohl immer Volontäre.
Eine Funktion als Lehrer wäre Grundlegend möglich (bin zurzeit Mathe - Dozent an einer Straßenschule und habe auch in der Uni 2 Jahre Kurse geleitet) Aber ich denke das dafür meine Englischkentnisee zu "schwammig" sind und ob die Schüler wirklich was mitnehmen können weiß ich nicht ganz. Die 700€ sind für 4 Wochen.

Oli1978 schrieb:
Morgen Ralf,
kannst du reiten und hast eine Affinitaet zu Pferden? In Elisenheim, am Rand von Windhoek, betreibt meine Freundin Sam, eine Englaenderin, einen Reitstall. Die ist dankbar ueber jede Hilfe.
www.equitrails.org/
Gruss,
Danke Oli für die Idee. Mit Pferden habe ich aber noch nie gearbeitet obwohl das mal spannend wäre. Denkst du eine Anfrage wäre trotzdem sinnvoll?


Zusammengefasste andere Antworten:

Mit dem Hintergrund die so schon knappen Jobs noch knapper zu machen bin ich ursprünglich nicht heran gegangen. Meine Idee bzw. meine Vorstellung als Volunteer ist eher ein Praktikum (Ausbildung) wo man einerseits etwas Neues kennenlernen kann (verschiedene Tätigkeiten / Arbeitsweisen und Arbeitseinstellungen / Erfahrungen). Aber eben auch durch seine Leistung (8h/d Arbeit ist voll i.o) auch etwas zurückgeben kann. Gleichzeitig ist meine Intention als Volunteer, ein Projekt zu helfen weiter zu kommen, da wo das Geld knapp und die Arbeit viel ist. Ich denke da gerade an zurückliegende Projekte z.B. Kroatien wo wir ehrenamtlich ein Gemeindetreff zusammen mit den Einwohnern aufgebaut haben. (sehr viel Arbeit und nur eine beschränkte Zeit) Oder in Uganda wo für eine kleine "Hüttengemeinschaft" aus Spenden ein großer Wassertank und eine kleine Schule gebaut wurde. Da mussten die Einwohner selbst jeden Tag arbeiten und die Spenden haben da leider nicht ausgereicht, um den Aufbau zu finanzieren. (Da war auch mein Wissen aus dem Studium mal hilfreich ^^)

Da diesmal leider Namibia als Zielland feststand, war es nun sehr schwer bzw. für mich nicht möglich ein solches Projekt zu finden. Und da ich leider zu fixiert auf diesen Trip war muss ich ehrlich sagen, da habt ihr Recht, habe ich mich etwas verrannt und wollte egal was und wo arbeiten. (was sonst ein bezahlter Job wäre) Sorry dafür und danke für das zurückholen :)

Also müsste ich die Anfangsfrage umformulieren:
kennt Ihr ein Projekt wo das Geld knapp ist und die Arbeit viel?... ;)
...und Hilfe benötigen wird ohne, dass die lokale Bevölkerung benachteiligt wird? [/b] ;)
Ich habe auch kein Problem da die Materialien etc. mit zu bezahlen, wenn es irgendeiner Gemeinschaft zu Gute kommt die es auch benötigt. Ich habe leider schon zu oft gesehen wie mit Spendengelder umgegangen wird bzw. habe einige Male gehört wo das Geld hinfließt wenn man bei einen Hilfseinsatz für 4 Wochen zahlt. Daher bin ich da sehr sehr skeptisch und möchte das lieber direkt Fördern. Hoffe Ihr versteht da ein bisschen mein Dilemma. :)

Ein kleiner Zusatz noch: Verpflegung etc. benötige ich alles nicht. Mir ist nur ein Schlafplatz wichtig, da Hotel / Hostel auf 5 Wochen gesehen schon richtig teuer wird. Zudem kommt man mit einen "Lokalen Schlafplatz" + eine Aufgabe viel schnell und besser in den Alltag hinein und kann das Leben intensiver erfahren. Ich hoffe ihr könnt das etwas Nachvollziehen?!

Sorry, es ist immer alles etwas kompliziert bei mir. ^^
Aber falls ihr doch noch Ideen / Kontakte zu solchen (wie o.g.) Projekten habt wäre es super von euch zu lesen.:)
So ein vorgeschlagenen "Urlaub - Urlaub" kann ich irgendwie nicht. Brauche immer einen "Aufgaben-Urlaub" ^^

Danke noch einmal, schönen Abend euch und viele Grüße
Ralf :cheer:
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