THEMA: Corona in Tansania - Öffnung in Sicht
12 Jun 2020 10:18 #590227
  • Rehema
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  • Rehema am 12 Jun 2020 10:18
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Hallo A7456,
Vielen Dank für den folgenden Hinweis
scholar.google.com
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
www.science.gov
worldwidescience.org
Als Suchbegriff PCR plus COVID-19 oder SARS-CoV-2 und dazu je nach gewünschten Details Begriffe wie Sensitivity oder Specificity.
Leider nennst Du mir auch keinen link zu einer Studie, die z.B. die Validierung des von Drosten/Charite entwickelten und von TIB Molbiol hergestellten Testes offenlegt.
Das ist ja das, was ich seit vielen Wochen vergeblich suche. Und zwar gar nicht, um irgendwem an den Karren zu fahre - sondern initial habe ich mich über die Kritik an den Tests gewundert und gedacht: das wird man doch leicht belegen können, wie zuverlässig sie sind. Es gibt ja Zulassungsverfahren usw.
DAS war der Ausgangspunkt meiner Recherchen.

Dann musste ich allerdings feststellen, dass man dazu keine öffentlich zugänglichen Daten finden kann. Diese Aussage wiederhole ich hier, denn sie ist nicht meinem wirrem Kopf entfleucht - Deine Unterstellung, ich würde nur Unsinn sagen, ist unberechtigt.
Ich habe Dich nicht angegriffen, ich habe geschildert, was man hier vor Ort in diesem Land beobachten kann. Deine Aggressivität ist für mich nach wie vor verwunderlich - und auch nicht angebracht.
Nichts desto trotz habe ich mich mit Deinen Empfehlungen beschäftigt.

Aufgrund Deines Hinweises habe ich mich erneut mehrere Stunden lang auf "Studiensuche" begeben und haufenweise abstracts gelesen, auch auf den von Dir genannten Plattformen. Diese spucken zwar viele Studien aus - das sind aber alles Studien, in denen entweder in anderen Ländern entwickelte PCR-Testes gegenüber den in Europa verwendeten Tests getestet werden, oder weitere diagnostische Mittel wie CT/Röntgen gegenüber PCR-Tests ausgewertet werden usw.
Alle diese sagen NICHTS aus über diese "ersten Tests", wie z.B. von TIB Molbiol.

Finden konnte ich dazu bisher lediglich z.B.:

vom Paul Ehrlich Institut:
Alle COVID-19-Tests unterliegen der EU-Richtlinie über In-vitro-Diagnostika (IVD), die derzeit in Europa die Marktzulassung für IVDs regelt. Gemäß dieser Richtlinie können die Hersteller die COVID-19-Tests – als "IVD niedrigen Risikos" – noch selbst zertifizieren und auf eine unabhängige Überprüfung der Tests verzichten, bevor sie auf den Markt gebracht werden. Die Validierung der Tests, die im Internet und in Apotheken angeboten werden, ist aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, daher nicht gesichert. Nachweislich gibt es hier auch Fälschungen.
www.pei.de/DE/newsro...id-19-nat-tests.html


"IVD niedrigen Risikos" ist vermutlich mit "IVD Klasse A" gleichzusetzten, für welche keine Mitwirkung einer benannten Stelle gefordert werden. Bis 2022 können solche Testverfahren anscheinend in diese Klasse einsortiert werden
www.tuvsud.com/de-de...agnostika-verordnung


Auch Herr Drosten gibt leider nie eine Studie/Daten bekannt, sondern speist Anfragen dazu mit solchen Äußerungen ab:
"Die Tests wurden in einer Art vereinfachtem Verfahren validiert, um schnell verfügbar zu sein" und "Bisher ist der Test nur vorläufig validiert. Das hängt auch mit der derzeitigen Dringlichkeit zusammen"
www.welt.de/vermisch...agen-von-Wodarg.html


Correctiv hat beim RKI nachgefragt:
„….Wir haben die Behauptung geprüft und eine Presseanfrage an das Robert Koch-Institut geschickt. Das RKI antwortete uns per E-Mail: „Eine Angabe von 30-50 Prozent falsch positiver Tests ist nicht nachvollziehbar.“ Eine genaue Fehlerquote konnte uns das RKI auf Nachfrage nicht nennen: „Leider können wir das nicht auf eine Zahl begrenzen, dazu haben wir nicht die nötigen Daten.“ Die Behörde verwies uns an das zuständige Konsiliarlabor. ….“
Von Herrn Drosten bekommen sie natürlich die Antwort, dass diese Tests "sicher" seien. Wie Correctiv aufgrund lediglich einer "in house"-Aussage dann zu dem Schluss kommt, diese Test wären sicher, ist mir ein Rätsel.

Ferner läßt sich herausfinden, dass der Test von TIB Molbiol (der nicht nur häufig in Deutschland verwendet wird, sondern auch in viele andere Länder versandt wird) lediglich eine "RUO" Zulassung hat.
Das bedeutet "for Research Use Only" - eine Anwendung am Patienten ist damit nicht lege artis.
books.google.co.tz/b...%20zulassung&f=false


Da darf man wohl schon sagen, dass hier zumindest mal ein großes Fragezeichen im Raum steht?

Jemand anderes hat dezidiert nachgefragt - die Antwort glänzt mit Schweigen:
fragdenstaat.de/anfr...ests-auf-sars-cov-2/


Ich bin nicht darauf aus, zu beweisen, dass diese Tests nichts taugen. Ich bin dankbar, wenn mir jemand mal fundierte Daten dazu nennen kann.
Solange diese aber nicht öffentlich zugänglich sind, finde ich persönlich das zumindest ein Ungleichgewicht, wie man von anderen Staaten erwartet, dass diese auf Grundlage dieser nur intern validierten Tests Zahlen veröffentlichen sollen, auf deren Grundlage dann so weitreichende Entscheidungen getroffen werden sollen.
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Reiseberichte:
Botswana April 2018 - Reisebericht "Botswana's Beasts & Beauty im April"
Bericht Malawi 2015-2018 - "Kleinode in Malawi" - noch in Arbeit....
Kurzbericht Tarangire April 2020 - "Tansania pulsiert! Trotz Corona..."
Letzte Änderung: 12 Jun 2020 10:23 von Rehema.
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12 Jun 2020 12:52 #590236
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@ Rehema.
warum verbieten dann die Nachbarländer die Einreise, da so viele LKW Fahrer infiziert sind.... wenn es keine Probleme gibt...
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12 Jun 2020 16:21 #590254
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Gäbe es einen internationalen Wettbewerb zwischen den Staats- und Regierungschefs, wer der größte Corona-Leugner sei, dann wäre es wohl ein enger Dreikampf zwischen Donald Trump, Brasiliens Jair Bolsonaro und John Magufuli. :ohmy: B)

In Tansania geben die Verschwörungstheoretiker den Ton an. Am letzten Wochenende, am 08.06., hatte Tansanias Präsident John Magufuli sein Land einfach mal als „Corona-frei“ erklärt und seinen Landsleuten für deren Gebete gedankt, nachdem er ja bereits im Vorfeld dem Tourismus wieder die Türen geöffnet und die mehrtägige Quarantäne für einreisende Urlauber aufgehoben hatte.

Magufuli spielt die Gefahr durch die Corona-Pandemie seit Wochen herunter, sein Umgang mit dieser Krise wurde schon häufig angeprangert. Er ignorierte Warnungen der WHO und der US-Botschaft, die ihre Staatsbürger insbesondere in Dar-es-Salam vor der extrem hohen Ansteckungsgefahr warnt und darauf hinweist, dass die Spitäler überfordert seien. Es wird vor einem rasanten Anstieg von Corona-Fällen gewarnt.

Es ist schon haarsträubend, was für Verschwörungstheorien dieser Präsident sich auch gerade in Bezug auf Schutzmasken anmaßt: „Wir müssen vorsichtig sein, da einige dieser Spenden zur Bekämpfung des Coronavirus eher zur Übertragung des Virus verwendet werden könnten. Ich möchte alle Tansanier dringend bitten, keine Maskenspenden anzunehmen, sondern die Spender zu bitten, sie mit ihren Frauen und Kindern zu verwenden,“ sagte er kürzlich.
Er schlug vor, gegen das Virus ohne Maske in Kirchen und Moscheen zu beten und eine Art Tee, ein angebliches Corona-Heilmittel aus Madagaskar, zu kaufen, für deren Wirksamkeit es laut WHO absolut keinerlei Belege gibt.
Ferner hatte er ja auch, wie bereits bekannt, einer Papaya Proben entnehmen lassen und diese in ein Labor geschickt mit der Aufschrift „Elizabeth Ane, 26, weiblich“, um keinen Verdacht zu erregen, das Ergebnis war positiv! „Sollen jetzt alle Papayas in Isolation?“, fragte der Präsident provokant.
Wahrscheinlich hat ein Infizierter das Virus auf die Papaya gehustet oder im Labor ist unsauber bzw. gar nicht gearbeitet worden. Das Problem sind im Allgemeinen in einigen Teilen des Landes nicht die Tests per se, sondern die „Tester“, sprich das medizinische Personal! Ich habe selbst an einer Studie mitgewirkt, bei der in verschiedenen ländlichen Regionen ein Großteil der Malariatests falsch positiv interpretiert wurden - das Personal war häufig mehr mit dem eigenen Handy beschäftigt oder wollte die Erwartungshaltung der Betroffenen erfüllen.
Wie dem auch sei, einen Tag später feuerte er den Laborchef. Seitdem - es war der 29. April - veröffentlichten die Gesundheitsbehörden keine positiven Testergebnisse, da diese Daten laut Magufuli nur Panik verursachen.

Es gibt zahlreiche Bedenken, dass die Behörden versuchen, das Ausmaß des Ausbruchs herunterzuspielen. Ärzte und Angehörige der Gesundheitsberufe haben Angst offen über das Coronavirus zu sprechen. Tansania hatte immer sehr repressive Gesetze gegen die Meinungs- und Pressefreiheit heißt es bei Amnesty International. Man sieht jetzt, dass diese Gesetze wieder intensiver angewendet werden.

Auch in Tansanias Nachbarländern wächst die Sorge. Uganda, Sambia und Kenia haben ihre Grenzen geschlossen, weil gerade unter den Lastwagenfahrern aus Tansania viele positiv getestet worden seien.
Sambias Distrikt Nakonde, an Tansania grenzend, hat bei weitem die meisten Fälle im Land, mehr als die Hauptstadt Lusaka. Durch diese Region führt eine wichtige Handelsroute, über die Waren von Tansanias Häfen nach Sambia geliefert werden.
In Kenia ist die Situation ähnlich: Beamte testen LKW-Fahrer, bevor sie in das Land einreisen dürfen. Im Mai wurden mehr als 100 Personen aus Tansania positiv aufs Coronavirus getestet und zurückgeschickt. Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta sagte am 16. Mai, dass 29 Personen mit einer jüngsten Reisegeschichte nach Tansania in der Vorwoche positiv getestet worden seien.

Wie „A7456“ schon schreibt, aufgrund dieser Intransparenz und der völlig unklaren Covid-19 Fallzahlen vor Ort, würde ich zum Status quo definitiv keine Reiseempfehlung für dieses wunderbare Land geben, so gerne ich auch selbst dort hinreise möchte.

Mit besten Grüßen,

Daktari
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13 Jun 2020 22:33 #590338
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Keine Ahnung, ob das stimmt:

www.spiegel.de/polit...89-9f79-f5dc936c7159
~ Africa is a feeling ~
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14 Jun 2020 16:59 #590357
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Um die Hitzigkeit in der Diskussion vielleicht nochmal etwas abzumildern, und verschiedene Ansichten/Bewertungen etwas darauf zurück zu holen, wo wir vielleicht gar nicht so weit auseinander liegen wie es manchmal scheinen mag
(auch Du, A7456, schriebst ja: „In einigen Punkten unterscheiden wir uns wahrscheinlich gar nicht so“), möchte ich mich noch einmal zu der Situation in Tanzania äußern.
Denn auch unter uns „Expats“ hier gibt es ja lebhafte Diskussionen, und in den letzten Tagen kamen da von einigen anderen nochmal einige gute Sätze, die die Problematik hilfreich zusammenfassen, wie ich finde:

Jemand sprach davon, dass es eine „Innensicht“ und eine „Außensicht“ gibt.
Er schrieb u.a.:
„Es ist nun einmal Tatsache, dass von Anfang an wenig Tests gemacht wurden, dass es an Transparenz mangelt, dass das Gesundheitssystem im Fall ernsthaft gesundheitsgefährdender Ausbreitung von Corona selbst mit großen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit schnell an seine Grenzen kommen würde. Ich bin der Meinung, dass für die Innensicht deshalb fast alles richtig gemacht wird. Es hat einfach keinen Sinn, die Menschen täglich mit „Zahlen“ zu konfrontieren, weil es keine Alternativen gibt. Quarantäne wie in Europa würde nicht funktionieren, weil sich viele Leute nicht versorgen können. Massentests wären sinnlos. Und man kann hier die Menschen nicht alle auf hohem Niveau behandeln – neben dem, dass es sich die wenigstens leisten könnten. Das einzige, was man erzeugen würde, wäre Panik. …“
Ein anderer deutscher Arzt schrieb: „Wir leben hier ohne Test und das ist auch gut so. Alle Welt schreit nach Test als könne man damit heilen. Test sind keine Therapie!
Wenn Patienten ernsthafte Symptomatik zeigen, werden wir sie mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln behandeln – egal ob mit oder ohne positivem Test. Spezielle, nachgewiesen wirksame Medikamente stehen ohnehin (noch) nicht zur Verfügung.“
Ferner stellt sich die Realität für die, die innerhalb des Landes leben und vernetzt sind, so dar, dass es kein besorgniserregendes „Massensterben“ gibt.
Soweit die Innensicht.

„Die Außensicht aber zeigt für viele ein Land, das alle Infornationskanäle schließt. Das es Kritikern schwer macht, zu Wort zu kommen. Das augenscheinlich etwas verbergen will. Was viele andere Länder in Afrika anders handhaben.
Die meisten Entscheidungsträger (Europa/westliche Staaten) werden sich in nächster Zeit nur von Zahlen leiten lassen, wenn sie darüber nachdenken, wo ein hohes Risiko besteht, und wo nicht. Solche Menschen glauben, dass nur diese Zahlen etwas über den tatsächlichen Zustand aussagen. Das hat nichts mit Tansania zu tun, das würde gegenüber jedem Land passieren, das sich so präsentiert.
Auch mir macht es keinen Spaß, diese Sicht in den Medien zu lesen, egal, ob nun aus Deutschland oder anderswo. Das ändert aber nichts daran, dass offensichtlich viele in der Welt so denken. Weil sie aus ihrer Perspektive meinen, dass genau das die Wahrheit ist. Davor können wir die Augen nicht verschließen. Ich wünsche, es wäre anders….“

Insofern ist „Eure“ Sicht und Beurteilung, also derjenigen, die darüber nachdenken, ob dieses Land für sie im Moment sicher genug ist für einen Urlaub, verständlich, wenn Ihr da zu einem „nein“ gelangt.
Ich hatte mit einzelnen Sätzen in meinem ersten post versucht, mein Verständnis dafür zu äußern („Ich kann die Sorgen/Unsicherheiten verstehen. Denn es gibt einfach kein klares Bild zu Tansanias Situation zu erkennen, wenn man nur auf die allgemeinen Medien angewiesen ist.“) – vermutlich aber für Euch empfunden nicht mit der notwendigen Gewichtung.

Ich wollte dem etwas aus der „Innensicht“ hinzufügen – nicht um wirre Lügen in die Welt zu setzten, sondern um für eine Beurteilung weitere Aspekte beizutragen, die für die meisten durch die reinen Infos der einschlägigen Medien nicht zugänglich sind.
Dass diese für Euch aus Eurer Perspektive wenig nützen, wenig zählen, schlecht ins allgemeine Bild passen, nicht vertrauenswürdig genug sind…. hatte ich vielleicht unterschätzt. Da ich selber seit meinem 10. Lebensjahr auf diesem Kontinent immer wieder lebe, und gar nicht anders KANN (und auch nicht anders WILL), als neben der Außensicht auf afrikanische Länder auch diverse Innensichten zu berücksichtigen in meine Einschätzungen und Beurteilungen, und da ich mir immer wieder mehr Einbeziehen der „Innensichten“ wünsche (auch in vielen anderen Thematiken), habe ich versucht, diese hier ein wenig beizutragen.
Dass diese Hoffnung jedoch vermutlich überschätzt ist, muß ich vermutlich so hinnehmen.

Das Bild ist aus meiner Sicht sehr viel größer und komplexer, als das, was hier (auf Grundlage begrenzter Medieninformationen) diskutiert wird. Aus Sicht eines in westlichen Ländern Lebenden, der sich überlegt, ob er jetzt nach Tansania in den Urlaub reist, ist das Urteil "Finger weg von Tansania" hingegen nachvollziehbar.

Ich weiß nicht, ob uns das alle wieder etwas versöhnen kann?
Rehema

Für die, die zur „Innensicht“ doch nochmal etwas hören wollen, noch folgende Zeilen:

1) Thema „nächtliche, heimliche Beerdigungen“:
Eines der vielen Dinge, wo keiner weiß, was von den in den Medien derzeit kursierenden Dingen alle wahr, und welche falsch sind.
Die Deutsche Botschaft hat sich ausgiebig damit auseinander gesetzt und nachgeforscht und sich auch mit anderen Botschaften in dieser Angelegenheit ausgetauscht – keine der Botschaften konnte hierfür irgendwelche glaubhaften Beweise finden.

2) Zu Madagaskars Empfehlung „irgendeine Art Tee“ als Therapie zu nutzen:
Es handelt sich hier nicht um irgendeine „abgefahrene“ Pflanze – sondern um den aus Indien stammenden und seit vielen Jahren auch auf diesem Kontinent mit viel Erfolg eingesetzten Wirkstoff „Artemether“, welches derzeit das Mittel der Wahl gegen Malaria ist (meist in einer Kombination mit Lumefantrin).
Viele kritisieren, dass ein breiter Einsatz Malariaresistenzen erzeugen könnte, und es unsinnig wäre, dieses bisher nicht gegen Corona als wirksam befundenes Mittel dafür zu verwenden. Ich sehe dies ebenso kritisch, und bin kein Freund davon, Medikamente in rauhen Mengen „off label“ einzusetzen.
Dann muss man allerdings aber auch sagen, dass der extrem breite Einsatz von (Hydroxy)chloroquin (für das weitaus heftigere Nebenwirkungen bekannt sind) mindestens genauso fragwürdig erscheint (welches in der „Verzweiflung gegen Corona“ vielfach auch außerhalb von Studien angewandt wurde und weiterhin wird. BAYER hat z.B. Italien 1 Mio Tabletten „gespendet“…..)
Ich vermisse in solchen „Urteilen“ gegen afrikanische Ideen oft eine Ausgeglichenheit. Wer Madagaskars Empfehlung in den Medien als Spinnerei abtut, müßte eigentlich mit der Anwendung von (Hydroxy)chloroquin vieler westlicher Staaten genauso hart ins Gericht gehen.
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Letzte Änderung: 14 Jun 2020 17:05 von Rehema.
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Hallo Rehema

Nun das Eine sind die etwas "unqualifizierte" Äußerung des Tansanischen Präsidenten, die auf ausländische Touristen nicht gerade einladend wirken. Das Andere sind doch aber fehlende zuverlässige Flugverbindungen, um überhaupt nach Tansania zu kommen. Ich denke, ohne Kooperationsbereitschaft und Ehrlichkeit der Regierung zur tatsächlichen Lage in Tansania, wird es die aus Europa in absehbarer Zeit auch nicht geben. Damit sind doch aber alle Planungen für eine Safari nach Tansania im Moment hinfällig.

LG
Christa
www.botswanadreams.de

"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
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