THEMA: Achterbahn der Gefühle in der Masai Mara
01 Sep 2018 13:30 #531225
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Ihr Lieben,

wir sind relativ frisch von einem neuntägigen Trip nach Kenia zurückgekehrt, auf der Agenda stand die Masai Mara pur. Es war nicht unsere erste Reise nach Ostafrika, allerdings unsere erste nach Kenia. Wer Interesse daran hat, wie es uns dort ergangen ist, was wir erlebt haben (und vielleicht auch besser nicht erlebt hätten), ist herzlich eingeladen, noch einmal virtuell mit uns aufzubrechen. In den nächsten Tagen geht es dann richtig los :)





Bis dahin ein schönes Wochenende,
Bettina

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03 Sep 2018 18:45 #531467
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Thomas, wir fahren nach Kenia!

Kenia klingt gut, das lässt sich kaum bestreiten. So richtig nach Afrika. Masai Mara klingt fast noch besser. Nach richtig vielen Tieren.

Löwen im Katzenparadies Masai Mara


Allerdings hatten selbst unsere 2010 noch für Safaribelange ungeschärften Sinne Presse, Funk und Fernsehen entnommen, dass Kenia offenbar ein Problem hat. Zu viele Touristen, zu viel Offroad-Fahrerei, zu wenig Naturschutz. Nee, das wollten wir nicht für unsere Premiere. Die Wahl fiel deshalb seinerzeit auf Tansania. Genauer gesagt auf die Serengeti. Klingt auch phänomenal. Unser damaliger Guide wurde jedenfalls nicht müde zu betonen, dass wir alles richtig gemacht hätten. Und dass Tansania keinesfalls die Fehler wiederholen werde, die Kenia längst gemacht habe. Ob das gelungen ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt.

2016 reisten wir zum zweiten Mal nach Tansania. Thematisch ging es vor allem um die Geburt der Gnus. Tatsächlich wurde es unsere ganz persönliche Safari aller Safaris. Nach unserer Rückkehr erkundigte sich die Reiseagentur nach unserem Fazit. Was soll ich sagen, wir waren fast trunken vor Glück - und konnten kaum glauben, als es hieß, die Mara könne diese Erlebnisse möglicherweise noch toppen.

Nun sind wir von Natur aus neugierig und möglichst offen für alles, warum also nicht die Probe aufs Exempel machen? Da wir nun schon in Tansania mit der Geburt der Gnus sozusagen den Beginn von allem erlebt hatten, erschien es mir nur logisch, einen weiteren Höhepunkt der Migration mit einzubauen: die legendären Crossings. Berufsbedingt lief es ohnehin auf eine kompakte Reise im August hinaus, und das passte terminlich wie die Faust aufs Auge. "Thomas, wir fahren nach Kenia", konstatierte ich kompromisslos - unsere achte Afrika-Tour konnte starten.

Crossing am Mara River


Von Hamburg geht es also Mitte August via Frankfurt nach Nairobi. Der Flug bleibt ohne Befund, zum Glück, wir landen am Abend, werden durch diverse Sicherheitsschleusen bugsiert und schließlich von einem Fahrer zum rund 15 Minuten entfernten Hotel Eka gebracht. Wieder Sicherheitsschleusen, schon beruhigend das Ganze, viel mehr können wir aber in der Dunkelheit nicht ausmachen. Das Hotel ist von den vielen Riesenkästen an der Transitstrecke noch das kleinste, von innen recht schnieke. Vor allem aber ist das Bett einladend, in Windeseile heißt es "lala salama". Hundemüde, aber auch voller Vorfreude, segeln wir ins Land der Träume. Kenia, wir kommen!

Abendstimmung in der Masai Mara

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04 Sep 2018 18:08 #531610
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Ein Paradies im Busch

Die Nacht ist kurz, um Sieben werden wir abgeholt. Ein schnelles Frühstück, schon sind wir abfahrbereit. Vor dem Hotel treffen wir erstmals unseren Driverguide Ones. Er wirkt sehr sympathisch und ist überdies mit Abraham befreundet, unserem Superguide 2016 in Tansania. Damit sind ihm sämtliche Vorschusslorbeeren gewiss. Etwa 280 Kilometer sind es bis in die Masai Mara, Ones setzt dafür sechs Stunden an. Wir kommen gut voran, die Straße ist in Top-Zustand und relativ frei.





Einen ersten Stopp gibt’s am Riftvalley, dem Großen Grabenbruch. Wir steigen aus und bewundern den imposanten Anblick, in Nairobi war es bewölkt, hier kommt die Sonne durch. Bei etwa 20 Grad fröstle ich fast, im deutschen Supersommer bin ich wohl verweichlicht. Zum Abkühlen nach Afrika, das hatten wir auch noch nicht. In der Masai Mara, weiß Ones zu berichten, sei es immer ein paar Grad wärmer und außerdem trocken. Zumindest mit Teil zwei seiner Prognose liegt er leider falsch.



Ein zweiter Kaffee-Stopp liefert erste Hinweise, dass wir in der Mara keineswegs allein sein werden: Es reiht sich Jeep an Jeep, hauptsächlich Asiaten, durch den obligatorischen Mundschutz bestens geschützt vor Staub, Sonne und Angriffen ferner Galaxien. China ist ohnehin omnipräsent. Sämtliche Baustellen – ob Bahn oder Straße – sind fest in chinesischer Hand, und war die Straße bis hierhin ein Traum, ist damit nun Schluss. Der Asphalt endet, geht über in eine staubige, aber brauchbare Pad, bis wir schließlich in der Baustelle landen.



Mehr als zwei Stunden brettern wir über Stock und Stein, die eigentliche Hauptstrecke, die irgendwann im kommenden Jahr fertig sein soll, ist oft gesperrt und wir müssen auf Fahrrinnen rechts und links davon ausweichen. Ones wie sämtliche Jeep- und LkW-Fahrer zeigt sich unbeeindruckt von den Tücken der rumpligen Behelfspiste und bleibt oft voll auf dem Gas. In den Staubwolken sehen so gut wie nichts, doch mein Vertrauen in Ones‘ fahrerischen Fähigkeiten wird belohnt. Ordentlich durchgerüttelt, aber wohlbehalten bringt er uns an den Eingang der Masai Mara. Ein paar Formalitäten noch, und wir sind drin.



Prompt folgt ein Szenenwechsel, auf den weiten Grasflächen weiden Zebras und Antilopen, so viele Topis haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen. Mein Herz hüpft, endlich wieder Safari!



Eine Stunde später ist das Mara Bush Camp die Endstation. Es macht seinem Namen alle Ehre, liegt inmitten der Mara mitten im Busch. Wir werden herzlich begrüßt, freundlich-familiär und so gar nicht aufgesetzt, und fühlen uns auf Anhieb sauwohl. Auch von unserem Zelt sind wir hin und weg. Schon Luxus, aber für unseren Geschmack nicht zuviel davon (nur W-Lan hätte ich im Busch nicht gebraucht...).



Der Knaller aber ist die Lage direkt am Fluss, der in einer Schleife um das Camp herumführt. Der Wasserstand ist trotz einer intensiven Regenzeit niedrig, was sich in einem penetranten Geruch äußert. Dessen Verursacher sind nicht weit:



Als Kind des Ruhrgebiets habe ich schon in den 1970er-Jahren gelernt, dass Geruch eine Frage der Gewöhnung ist. So auch hier. Bei jeder Anfahrt bemerken wir die herbe Note von Neuem, zehn Minuten später ist keine Rede mehr davon. Viel wichtiger ist ohnehin, dass Wasser stets spannende Nachbarn mit sich bringt. Wie diesen hier, der sich erst tagelang nicht von der Stelle rührt und schließlich unbekannt verzieht.



Es zwitschert um uns herum, doch ein durchdringendes Krächzen weckt meinen Forscherdrang. Endlich entdeckt, versetzt mich der Verursacher in Erstaunen. Ich kenne diesen Vogel nur in der Theorie und unter dem Namen Knysna Lourie, hier firmiert er unter Turaco, ist zahlreich vertreten und für uns eine erfreuliche Erstsichtung. Leider wohnen diese Vögel per se im Penthouse der allerhöchsten Bäume und sind so nur schwer zu erwischen. Beim Mittagessen können wir aber immer wieder ihre knallroten Unterfedern (heißt das so?) im Flug bewundern.



Wir essen mit Blick auf den Fluss und seine Bewohner, werden umschwirrt von Vögeln und Schmetterlingen. Was kann es Schöneres geben? Wir sind einfach nur glücklich, dass wir eine ganze Woche in diesem Paradies verbringen werden.









Um 16 Uhr starten wir mit Ones zu unserem ersten richtigen Gamedrive in der Mara, leider hat sich die Sonne verzogen, das Licht ist schlecht. Aber egal, wir sind im Gegensatz zu dieser Dame...



... sowas von motiviert!





Wir sind schon eine Weile unterwegs, da sehen wir etwas unverhofft auf einen Schlag ziemlich viele Autos, dort muss also etwas Besonderes sein. Es soll sich im Laufe der Reise als Fluch und Segen zugleich erweisen, dass der Blick in den freien Flächen der Mara sehr weit reicht. Eine Sichtung bleibt von anderen selten unentdeckt. Diese einzelne Cheetah schon gar nicht. Ein ganzer Blechtross folgt dem Tier dicht auf den Fersen, wir reihen uns hinten ein. Ein Spaß ist das aber nicht, ich bin verwirrt. Nicht so Thomas. "Das fühlt sich falsch an", sagt er. Recht hat er, wir brechen ab - und fühlen uns gleich besser. Ein Abendhoch mit schönstem Licht hilft uns aus der vorübergehenden Tristesse.



Zurück im Camp gönne ich mir am Lagerfeuer auf die Ankunft, den Schreck, den Urlaub und überhaupt alles einen Amarula. Das Essen ist wie schon mittags ein Hammer, gegen Neun lassen wir uns von einem jungen Masai, unserem nächtlichen Wächter für die nächsten Tage, zum Zelt begleiten. Drei Moskitos erlege ich noch, diese Exemplare sind die einzigen Insekten, von denen wir während der gesamten Woche in unserem Interims-Zuhause behelligt werden. Dann singen mich die Hyänen in den Schlaf.

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Letzte Änderung: 04 Sep 2018 18:36 von Beatnick.
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06 Sep 2018 17:29 #531888
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Leben und Sterben in der Masai Mara

Der Weckdienst überbringt um 5.20 Uhr nicht nur die überschaubar frohe Kunde vom vorzeitigen Ende der Nacht, sondern auch ein Tablett mit Kaffee und Tee. Das freut den bibbernden Frühaufsteher! Es ist noch dunkel, als wir von unserem nächtlichen Wächter zum Jeep gelotst werden. Um halb Sieben, kurz vor Sonnenaufgang, beginnt unser erster voller Safari-Tag in der Mara. Auf der Agenda stehen wenig überraschend Crossings, die wir auf Nachfrage unseres Guides als höchste Priorität auf dieser Reise angegeben haben.





Laut Ones - woher auch immer er das überhaupt weiß - sind an diesem Morgen viele Gnus in Richtung Mara-River unterwegs. Keine Selbstverständlichkeit, die Regenzeit war ergiebig und hat zu einer Verzögerung der Migration geführt. Die Sonne scheint, es dürfte ein warmer Tag werden – klassisches Crossing-Wetter, sagt er.



Wir haben die großen Herden schon 2016 in Tansania bestaunen dürfen, doch die schiere Masse fasziniert uns von Neuem.





Die Gnus ziehen mal mehr, mal weniger zügig in Richtung Wasser. Wir reihen uns hinten ein, um sie nicht zu stören. Wie leicht das bei diesen tendenziell verwirrten Tieren passieren kann, stellen wir später noch mehrfach fest.

Auch Entschlussfreudigkeit gehört nicht unbedingt zu den hervorstechendsten Eigenschaften dieser Antilopen. Was ein ziemliches Rätselraten mit sich bringt, an welchem der diversen Punkte das Crossing wohl stattfinden wird - wenn überhaupt. Während wir noch hinter den Gnus festhängen, haben sich entlang der bewussten Flusspassage schon zahlreiche Autos an unterschiedlichen Positionen in Stellung gebracht. Als alles auf eine bestimmte Stelle hindeutet, versucht auch Ones ein Plätzchen zu sichern. Das stellt sich in Anbetracht der Fahrzeugmenge als schwierig heraus, ist aber letztlich nicht von Belang: Die Tiere schwenken um.



Der nun von ihnen gewählte Punkt ist leider ziemlich verbuscht, daher zumindest von unserer Seite aus schwer einsehbar und zudem nur von weiter weg überhaupt zu erblicken. Das andere Ufer, wo ebenfalls Jeeps stehen, taugt schon deutlich besser. Noch mache ich mir keine Gedanken darüber, wie sie wohl dorthin gekommen sind.

Wir landen in der dritten Reihe, was in Kombination mit Sträuchern den Blick auf ungefähr die Hälfte des Geschehens erlaubt. Wir sehen die Gnus immerhin dem Wasser entsteigen ...





... und wie sich ein Krokodil eins der jüngeren Tiere schnappt. :ohmy:









Diese Szene ist gerade vorbei, da rollt ein Jeep aus Reihe eins direkt in unser Sichtfeld. Ohne Grund, weshalb ich herüberrufe, ob der Wagen nicht bitte wieder zwei Meter zurückfahren könne? Ich mache es kurz: Fahrer wie (europäische) Gäste stellen erst auf stur und dann auf taub. Wir fassen diese Ignoranz und Rücksichtslosigkeit nicht und sind genervt. Auch Ones kann nicht begreifen, warum der Fahrer unserer Bitte nicht nachkommt, hält sich aber raus. Warum, weiß nur er selbst.

Fasziniert von unserem ersten (halben) Crossing, aber auch irritiert von dem Trubel und dem Miteinander, fahren wir schließlich weiter. Uns dämmert: Bei dieser Safari besteht die Herausforderung nicht darin, Tiere zu finden, sondern sie aus geeigneter Position beobachten zu können. Ich kann nicht behaupten, dass uns diese Erkenntnis schmeckt.

Eine Zebra-Dame sorgt für Ablenkung, sie steht kurz vor der Niederkunft. Eine Zebra-Geburt haben wir noch nie live erlebt, wir sind begeistert.



Es ist ein heißer Tag, und das freudige Ereignis zieht sich hin. Wachsam schirmen die anderen Zebras die werdende Mutter ab. Aus gutem Grund: Eine renitente Hyäne wittert ihre Chance, wird aber vom Hof gejagt.







Dann ist er da, der große Moment: Die Stute bäumt sich auf, erhebt sich, und – NICHTS! Keine Regung, eine Fehlgeburt. :( Zwei-, dreimal geschnuppert, dann zieht die verhinderte Mutter mit den anderen Tieren weiter.



Klar, ich weiß, so ist die Natur. Tieftraurig sind wir trotzdem: Vor meinem geistigen Auge hatte ich das Fohlen schon auf dünnen Beinchen herumstaksen sehen. Stattdessen treten die Tatortreiniger auf den Plan.





Wir sind in jeder Hinsicht platt von den morgendlichen Ereignissen. Fast schon am Camp angekommen, ...



... beobachten wir badende Zebras.



Ones guckt in die andere Richtung: "Da ist irgendwas." Ich bin unaufmerksam. Was soll auch sein, so mitten am Tag? Mental erschöpft, stehe ich ein bisschen auf der Leitung, als sich eine Löwin direkt vor unserem Wagen ganz flach macht.



Schon sprintet sie los in Richtung der weidenden Zebras rechts von uns, bemerkt dann die Tiere im Wasser, ändert den Kurs – zu spät. Die Zebras stieben in alle Richtungen auseinander, der diensthabende Wachoffizier ist von so viel Dreistigkeit empört und will gar nicht mehr aufhören, seine Truppen zu warnen. Uff, da soll nochmal einer sagen, mittags sei nichts los im Busch...







Nach all der Aufregung genieße ich unser erholsames, aber auch dringend erforderliches Mittagsschläfchen in vollen Zügen, das nur vom Krächzen unseres Lieblingsnachbarn unterbrochen wird.





Der Nachmittagsdrive fällt vergleichsweise ruhig aus, was wir nach dem bewegten Morgen gut verkraften können. Ein Löwenrudel, nicht übermäßig aktiv, ...







... und eine Büffelherde bescheren uns schöne, friedliche Momente in der Savanne.




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Letzte Änderung: 06 Sep 2018 23:38 von Beatnick.
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09 Sep 2018 12:30 #532132
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Trübes Wetter, sonnige Stimmung

Tag zwei beginnt trüb, nicht nur die Tierwelt hat Mühe, die Müdigkeit aus den Federn zu schütteln.



Die erste Stunde verbringen wir bei einem Löwenrudel, es wird nur schleppend hell.





Auch bei einer riesigen Büffelherde legen wir einen längeren Stopp ein.







Es ist Frühstückszeit, ...







... auch bei uns. Es ist nicht kalt, aber auch nicht wirklich gemütlich. Kein Crossing-Wetter. Abends bestätigt Ones, dass seine Kollegen Kontrollfahrten gemacht haben, die Gnus aber kaum aktiv waren.



Ein Sekretär erhebt sich von seinem Nachtlager und wir können ihn ausgiebig bei der Morgentoilette betrachten. Was ich ungewöhnlich finde. Nach unseren bisherigen Erfahrungen bewegen sich diese Vögel meist konsequent vom Beobachter weg und präsentieren ihre Rückfront.







In der Nähe soll sich ein Leopard herumtreiben, ob wir ihn sehen wollen? Was für eine Frage! Es ist ein wunderschönes Tier, und hungrig dazu. Die Dame ist auf Beutezug.







Wir können sie gut beobachten und empfinden das wie immer als großes Privileg. Der Puls ist hoch, die Stimmung auch.





Zumindest anfänglich ist die Anzahl der Autos überschaubar, doch es werden mehr. Ich bin deshalb nicht unglücklich, als die Leopardin ihren Aktionsradius auf die andere Seite des Flusses verlegt. Eine wunderschöne Szenerie, leider in schlechtem Licht.





Wir fahren weiter, endlich wird es hell und die Sonne ist immerhin schon zu erahnen. In gemächlichem Tempo schaukeln wir durch die Gegend, ziellos, aber immer begleitet von vielen Tieren.









Andere Autos sehen wir nicht, wir genießen die friedliche Stimmung und gönnen uns viele Stopps.







Auf dem Rückweg zum Camp machen wie noch einmal Halt bei den morgendlichen Löwen. Sie gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und ich freue mich schon darauf, es ihnen nach dem Mittagessen gleichzutun.



Es war ein schöner, tierreicher Vormittag mit einer Leopardensichtung als Höhepunkt. Was kann es Besseres geben?


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Da ist was im Busch

Ich liebe die Mittagszeit im Camp. Obwohl (oder gerade deshalb?) im Alltag ein durch und durch urbaner Mensch, sauge ich die Naturgeräusche und die Ruhe auf wie ein Schwamm. Schon abends ist es hier ein Traum - aber mittags noch entspannter, weil viele Gäste ganztägig unterwegs sind. Wir hätten ebenfalls diese Möglichkeit. Doch auch wenn wir sonst auf Safari den Hals nicht vollkriegen, liebäugeln wir diesmal nicht ernsthaft damit. Zu schön ist diese Auszeit in den sonnigen Mittagsstunden.

Wenige Meter hinter unserem Zelt endet das Camp-Gelände, dort bietet ein kleiner Aussichtspunkt freien Blick auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer. Nach dem Essen setzen wir uns dort auf die Felsen, das Buschfeeling ist perfekt.





Vor uns die Hippos, um uns herum schwirren Vögel und Schmetterlinge - ich könnte wohl Wochen hier verbringen, ohne auch nur einen Fuß aus dem Camp zu setzen.









Mein Schönheitsschläfchen findet an diesem Tag allerdings ein jähes Ende. Es raschelt und fiept ums Zelt herum - oha, Ratten im Camp!



Bloß gut, dass mein vom Schlaf umnebeltes Gehirn Korrektur meldet: Eine Riesenbande Zwergmangusten scharrt und buddelt um uns herum. Thomas schleicht sich auf die Terrasse und ich beobachte das Treiben ganz bequem vom Bett aus. Das nenne ich Luxus!







Um 16 Uhr ruft die Pflicht, der Nachmittagsdrive beginnt mit Elefanten, fast schon eine Rarität zu dieser Jahreszeit. Die Dickhäuter scheinen für die Gnus nicht viel übrig zu haben und suchen während der Migration in aller Regel das Weite.







Ones hat von einem weiteren Leoparden gehört. Wir fahren eine ganze Weile, wohl bis ins Randgebiet der Mara, vorbei an winkenden Masai-Kindern und ihren Herden. Nicht weit davon entfernt finden wir den Leo - zumindest in der Theorie. Sehen können wir die Katze praktisch nicht. Damit ergeht es uns wie so ziemlich allen anderen, die Leopardin ist gut im Baum verborgen, das Licht bei mittlerweile wieder zunehmender Bewölkung denkbar schlecht. Erst als viele in der einmal mehr stattlichen Autoansammlung schon entnervt aufgegeben haben, weil sie mit ihren Handys kein brauchbares Selfie zuwege bringen, rücken wir vor in die erste Reihe und können sie entdecken.



Wir sind durch einen Graben und viel Grün von dem schönen Tier getrennt, was gut ist, denn diese natürliche Barriere sorgt trotz der Rangiererei in unserem Rücken für Distanz. Dass die Leopardin aktiv wird, steht allerdings in Anbetracht des Trubels nicht zu erwarten. Die Ranger tauchen auf, der Verkehrsknoten löst sich in Windeseile auf, nur wir und ein weiterer Jeep hinter uns bleiben stehen. Ones erklärt, wir befänden uns auf einem Weg. Ach so? Selten konnte ich Weg und Wildnis so schlecht voneinander unterscheiden wie in der Mara.

Kaum sind die Ranger verschwunden, sammeln sich die Autos wie magnetisch angezogen auf der anderen Seite des Grabens. Die Leopardin ist Mutter zweier Teenager-Cubs, erklärt Ones, wahrscheinlich fahnden die anderen nun nach ihnen. Es dämmert schon, wir nehmen nicht an, dass noch etwas passiert, und bleiben einfach stehen. Da ist plötzlich was im Busch. Ein hohes Fiepen, wieder Mangusten, panisch. Wohl das Werk eines der Halbstarken, die Mutter sprintet von ihrem Hochsitz herab und checkt die Lage. Die Show ist so schnell beendet, wie sie begonnen hat, gleich kehrt wieder Ruhe ein.





Den Abend verbringen wir mit Sam, einem Kenianer, den wir am von mir heißgeliebten Lagerfeuer kennen lernen. Er ist seit Jahren als Buschflieger vornehmlich in Tansania, Botswana, Sambia und Kenia unterwegs. Stundenlang reden wir über Afrika; Politik, Gesellschaft und natürlich Safaris - mit all ihren Vorzügen, aber auch Auswüchsen. Beides wird uns hier ungewohnt deutlich vor Augen geführt.




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