THEMA: Kenya: Von Löwen, Lämmern, Savanne & Süßigkeiten
17 Mai 2015 14:37 #385141
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  • Mwotaji am 17 Mai 2015 14:37
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Wir machen uns nun wieder auf die Tier-Pirsch. Auch wenn der Amboseli für seine große und friedliche Elefantenpopulation bekannt ist, so hoffe ich dennoch auf eine Raubkatze :)

Das einzige Raubtier, dass wir entdecken, ist aber eine freche Hyäne, die ganz schnell weg läuft...



Unser Weg führt uns wieder an einem Swamp vorbei, auch hier kann man die Tiere völlig ungestört beobachten. Andere Safarifahrzeuge sehen wir kaum.


Im Vordergrund der Swamp mit seinen Tieren, im Hintergrund die Trockensavanne, in der man sogar Windhosen erkennen kann...


Erst einen Drink...


...und dann eine Dusche!

Wir bleiben auf einer kleinen Brücke stehen. Es wird langsam immer heißer und wir brauchen eine Pause. Auch das pirschen nach Tieren kann manchmal anstrengend sein und mittags kann man doch ganz gut eine Siesta vertragen..


Während der Pause zeigt sich dieser klitzekleine Geselle: Ein striped skink oder Mabuya striata

Wir orientieren uns langsam in Richtung Kimana Gate und passieren eine Lodge. Und wo sich eine Lodge befinden, da befinden sich auch Menschen, und wo Menschen sind, da kann man Essen klauen und wer klaut am allerliebsten Essen? Paviane :)


Viele mögen Paviane ja nicht, aber manche der Rabauken sind wirklich süß


Andere eher frech und neugierig - wer bist denn du?


Und vor manchen muss man schon echt Angst haben. Den hat Lars wohl zu sehr geärgert....

Nun verlassen wir den Amboseli National Park und fahren zum Lake Jipe an der tansanischen Grenze in den äußersten Süden des Tsavo West.
Im Reiseführer lese ich allerdings, dass man die Strecke besser im Konvoi fahren sollte, da es Raubüberfälle gibt. Wir fragen bei den KWS-Rangern am Tor nach. Die sagen uns, dass wir zu gegebener Zeit an eine Stelle kommen, ab der wir dann automatisch eine Eskorte kriegen. Ähm hehe... okay... MÜSSEN WIR DA LANG? :blink: :ohmy: Naja, erstmal gar nichts anmerken lassen und völlig gelassen tun. Im Moment fahren wir eh noch nicht weiter, denn irgendein metallisches Dings fehlt an unserem Dachzelt. Nichts Schlimmes nur so eine Unterlegscheibe oder ein Stift oder so. Ein Einheimischer schaut es sich mit Lars zusammen an und schlägt vor, er könne es im nächsten Dorf holen gehen. Keine Frage, das trauen wir dem jungen Mann sofort zu. Das verrückte hier in Afrika ist – jeder kann dir überall alles besorgen und weiß auch immer wen er anrufen muss – zumindest solange sie wollen. Lars ist mitlerweile auch der Überzeugung, dass man einfach in die nächste Metzgerei spazieren könnte, um dort eine Waschmaschine zu kaufen. :laugh: :woohoo:

Da es aber nur ein kleines Dings ist, das fehlt und es nicht wichtig ist, braucht der junge Mann nicht laufen und wir fahren los. Ich verlasse mich erstmal auf die Worte des Rangers, dass wir zur gegeben Zeit eskortiert werden. Etwas mulmig ist mir aber schon.... :S
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17 Mai 2015 14:58 #385143
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  • Mwotaji am 17 Mai 2015 14:37
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20. Tag: Amboseli National Park - Lake Jipe

So fahren wir weiter in den Süd-Osten Kenias, sind sehr aufmerksam, finden unsere Eskorte aber nirgendwo. :huh:
So richtig unsicher wirkt es hier auch nicht. Eigentlich ist einfach schon wieder nichts los. Wir hatten den Tipp hier langzufahren ja auch von einem Local bekommen, der hier sozusagen Urlaub macht. Dementsprechend kann es ja so schlimm nicht sein. In Oloitokitok tanken wir dann und sehen seit langem auch wieder die ersten Bleichgesichter – ungefähr seit der Campsite im Amboseli.
Als wir nach Oloitokitok reinfahren, kommen wir an einer kleinen Polizeistation vorbei. Wir steigen aus und fragen nach der Sicherheit der Straßen. Eine Eskorte gibt es hier nicht, es wird aber auch nichts davon gesagt, dass sie hier notwendig sei. Nochmal im Reiseführer nachgeschaut: Hier steht die Strecke vom Amboseli zum Chyulu Gate des Tsavo West sei gemeint. Also die Strecke von der wir südlich abgebogen sind. Puh geschafft. Viel weniger aufregend als ich dachte :)

Wir fahren weiter von Oloitokitok (der Name ist doch einfach der Hammer!) nach Taveta gaaanz in den Süden. Langsam wird die Erde rötlicher und die Straße echt besch... Es gibt nur kleine Dörfer, ein paar Bananenbäume hier und da und sonst nicht viel. Schlangenlinien fahren ist angesagt, denn sonst macht das Auto einfach zu viel Krach und ein Platten muss in dieser Hitze auch nicht sein. Ich telefoniere rum und versuche das Camp zu finden, das uns empfohlen wurde. In der Nähe von Taveta biegen wir nun ab und das Gerappel der Wellblechpisten und Schotterstraßen hat ein Ende: Sanfte Staubpiste breitet sich vor uns aus... :) Das intensive Rot schlängelt sich durch das Grün der Bäume, die von beiden Seiten bis an die Straße heranrücken. Zwischendurch sehen wir kleine Häuser mit kleinen Grundstücken. Die Landschaft ist beeindruckend schön – und hier bekomme ich auch eine Gelegenheit einen Baobab zu fotografieren :)


Als würden die Wurzeln in den Himmel ragen...

Vereinzelt sehe ich getrockneten Elefantendung im Busch – super! Wo Elefantenkacke ist, da sind auch Elefanten :) (Worüber man so anfängt sich zu freuen...)
Die Piste ist schmal, wir müssen teilweise durch relativ tiefe Senken. Hier und da sieht es auch, als würde eine kleine Brücke gebaut – noch sind sie nicht fertig. Entgegen kommen uns eigentlich nur Roller- und Radfahrer. Und wir immer: Menschen, die zu Fuß gehen.

Nun kommen wir am Lake Jipe an und ein herrliches Panorama bietet sich uns: Rote Erde, meterhohes grünes Schilfgras und graue Berge mit hohen Wolkenformationen im Hintergrund:



Und noch besser: Noch mehr Elefantenkacke! Überall! Hier muss es heimische Tiere geben! Und unser Pirsch-Glück verlässt uns auch heute nicht – vor dem Panoramablick zeigt sich im Abendlicht ein roter Tsavo-Elefant :)


Unser erste roter Tsavo-Elefant, dabei sind wir noch gar nicht im Tsavo National Park!

Ab hier können wir nicht mehr wirklich erkennen, wo die Straße langführt. Irgendwo mitten zwischen die kleinen Hütten eines Fischerdorfs, das scheinbar noch nicht mal in unserem Navi existiert. Allerdings weiß das treue Ding ungefähr wo der Weg lang läuft – daran orientieren wir uns. Vor uns breitet sich eine rote Ebene aus, die ab und zu von Sträuchern durchzogen ist. Rechts von uns liegt der See. Wir müssen über Erdhügel und durch Mulden, die scheinbar von Bächen ausgewaschen wurden. Hier geht’s nur noch querfeldein – die Straße ist eh nicht mehr zu sehen.
Dahinter zeichnet sich wieder die Staubpiste ab und eine kleine Abzweigung führt uns zum Lake Jipe Safari Camp. Hier kommen wir an und stellen unser Auto hinterm Tor ab. Uns gefällt das Camp, aber es sieht sehr verlassen aus. Gut, dass ich vorher angerufen und uns angemeldet hatte. Eine kleine Afrikanerin kommt nun auf uns zu, sie trägt einen langen Rock, ein Tshirt und Milimeterkurz geschnittenes Haar – und begrüßt uns überaus herzlich! :) Wir haben das Gefühl, als sei seit Monaten kein Gast mehr hier gewesen. Sie zeigt und den Essbereich im Giraffenlook – und dann entdecken wir den Pool! Es gibt einen Pool! Super! Ob wir hier essen mögen, fragt sie uns. Das Abendessen koste 400 KSh, sie bereite es selbst zu. Wir schlagen zu und sprechen eine Uhrzeit ab. Auf dem für Camper vorgesehenen Platz dürfen wir uns einen Platz aussuchen. Wir sind wie so häufig die einzigen Gäste... :)

Für die Hygiene kriegen wir das Badezimmer eines Bungalows zugeteilt, was auch gut so ist, denn als Lars von den Toiletten für die Camper kommt, ist er ganz und gar nicht begeistert. Wir vermuten, dass es daran lag, dass so lange keine Gäste hier waren. :sick:

Wir essen nun alleine im großen Barbereich – einfaches aber unglaublich gutes Essen. Es gibt Trinkwasser ohne Nachfrage und unendgeltlich dazu! Wow, was für ein Service. Immerhin handelt es sich hier nicht um eine noble Lodge, sondern ein kleines Camp mit 5 größeren Bungalows, ein paar kleineren, einer Campsite und einem Pool... Das Essen besteht aus Reis, Chapati und einem spinat-ähnlichen Gemüse, das ich schon häufiger an Marktständen gesehen habe. Lecker! Wir melden uns gleich auch noch fürs Frühstück an :) Den Pool benutzen wir allerdings nicht mehr, denn nun gegen Abend wird es doch etwas kühl...
Am Abend bereitet dann ein Caretaker ein Feuer für uns vor. Es werden Stühle für uns dazu gestellt und wir bekommen etwas zu trinken, wenn wir mögen. Wundervoll!



Danach klettern wir in unser Dachzelt, zwischen zwei Akazien – müde sind wir, waren wir doch früh auf uns lange unterwegs. Wir finden es hier so schön und fühlen uns hier so wohl, dass wir morgen nicht früh aufstehen und nicht morgens früh in den Tsavo West fahren werden, sondern uns erstmal ausruhen – und den Pool ausprobieren :)
Gute Nacht...

Fortsetzung folgt...
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17 Mai 2015 16:11 #385151
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  • KarstenB am 17 Mai 2015 16:11
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Hallo Nora,

hast Du auch Fotos von den Unterkünften?
Hintergrund meiner Frage: Als wir 2003 in der Severin Lodge im Tsavo West waren (damals war die touristische Situation in Kenya Mindestens so schlimm wie heute wegen des Raketenangriffs auf ein Flugzeug am Jomo Kenyatta Airport durch Al Kaida), erzählte uns der Manager, dass er vorhatte, eine Lodge am Lake Jipe zu bauen. Er zeigte uns auch die Pläne und Bewilligungen, er wollte uns als Teilhaber gewinnen. Sein Plan war, die Unterkünfte nach Art der Einheimischen anzubieten, also runde Lehmhütten mit Reetgras gedeckt.
Ansonsten gab es damals am Lake Jipe nichts mehr an Unterkünften außer einer verlassenen Anlage. Der Eigentümer/Manager dieser Anlage musste wohl das Land überstürzt verlassen, weil man ihm Beteiligung am illegalen Elfenbeinhandel nachgewiesen hatte. (Laut Aussage des Severin-Managers)

LG aus dem kalten HH,

Karsten
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17 Mai 2015 17:33 #385156
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  • Mwotaji am 17 Mai 2015 14:37
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Hallo Karsten,

Zu deiner Frage:
hast du auch Fotos von den Unterkünften?
Mehr Fotos als die vom Pool habe ich leider nicht. Die Bandas im Lake Jipe Safari Camp waren aber tatsächlich mit Reetgras gedeckt :) . Es gab runde, aber auch viereckige, die wie kleine Reihenhäuser aussahen. Als wir das Camp besuchten gehörte es zu einer Hotelgruppe, die Lavender Hotels hieß bzw. heißt. Das stand auf den Trinkwasserflaschen, die uns zum Essen gereicht wurden. Ich erinnere mich aber noch, dass das Camp noch nicht sehr lange zu dieser Hotelgruppe gehörte, daß konnte ich dem Eröffnungsdatum im Gästebuch entnehmen. Das Datum kann ich dir aber nicht mehr sagen. Schau doch mal hier:

www.lakejipesafaricamp.com

Vielleicht steht dort etwas aufschlussreiches für dich?
Es kann gut sein, dass das Lage Jipe Safari Camp, dasjenige ist, das du suchst. Es War weit und breit das einzige Camp (außer der Campsite des KWS am Lage Jipe Gate des Tsavo West). Und es war auch an die Aufmachung einer Logo angelehnt mit der offenen Bar, den Sitzecken im Giraffenstil und dem Pool. Man sah aber auch, dass es sich gerade im Umbau befand...
Falls du durch die Website schlauer wirst, würde mich das Ergebnis übrigens sehr interessieren! :)
Ich entnehme deiner Schilderung auch, dass ihr dann damals wohl nicht in das Geschäft eingestiegen seit...

Viele Grüße vom Niederrhein!
Nora
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17 Mai 2015 19:48 #385163
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  • KarstenB am 17 Mai 2015 16:11
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Hallo Nora,

leider bin ich nicht schlauer geworden. Ich erinnere nicht mal mehr den Namen des Managers, nur dass er Schweizer war. Der Geschäftsplan müsste allerdings hier noch irgendwo stecken. Wenn ich eine Woche in die Sucherei investieren würde, könnte ich ihn eventuell finden :whistle: . Die Bandas waren auch deutlich einfacher konzipiert - die Marketingidee war wohl: Wohnen wie die Locals!
Dass wir nicht eingestiegen sind, siehst Du richtig, obwohl ich damals schon sehr interessiert war ("I once had a farm in Africa" :blush: ) Aber unser Anteil hätte unsere Ersparnisse damals schon ziemlich aufgezehrt :unsure: .

LG aus HH,

Karsten
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