THEMA: Dollarversorgung und Schuldscheine für Zimbabwe
13 Mai 2016 08:41 #430941
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  • Guido. am 13 Mai 2016 08:41
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Hallo,

In Zimbabwe wird das Bargeld knapp. Die Zentralbank hat verfügt, dass man maximal noch 1000 USD am Tag abholen darf. Einige Bankenketten sollen das Limit aber schon auf 50 USD pro Tag abgesenkt haben, weil sie einfach keine US-Banknoten haben. Die Zentralbank will nun in 2 Monaten Ersatzschuldscheine mit gleichem Nennwert wie die USD-Noten als Zahlungsmittel ausgeben.
www.n-tv.de/wirtscha...article17631566.html

Die Schuldscheine sollen angeblich durch eine 200 Mio-Anleihe der African Export and Import Bank besichert sein, aber tatsächlich dürfte der Wert dieser Schuldscheine höchst fraglich sein. Davon abgesehen dürfte die ganze Maßnahme kontraproduktiv und ein veritables Eigentor sein. Die Menschen haben noch in sehr frischer Erinnerung, wie "gut" es funktioniert, wenn die eigene Zentralbank die Währung verwaltet. Die haben dadurch gerade erst ihre Guthaben verloren. Also werden sie jetzt nach Möglichkeit jegliches Guthaben in USD von den Banken holen und anderswo bunkern, wodurch sich die Bargeld-Krise noch verschärfen dürfte.

Als Reisender sollte man ggf. überlegen, den Geldbedarf für die gesamte Zimbabwereise in USD mitzubringen. Ich habe keine Ahnung, wie sich das genau darstellen wird, aber es könnte sein, dass man am Automaten einfach nicht genug Geld bekommt. Oder dass man an den Automaten in 2 Monaten nur die Ersatzschuldscheine bekommt, die die eigene Bank zwar 1:1 wie USD in Rechnung stellt, die möglicherweise in Zimbabwe selbst aber nur mit Abschlägen akzeptiert werden, so dass man Verlust macht.

Beste Grüße

Guido
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13 Mai 2016 09:02 #430942
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  • BikeAfrica am 13 Mai 2016 09:02
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... Mugabe hat 2006 Geld drucken lassen, um die Inflation zu bekämpfen und auf diese Weise ein echtes Chaos ausgelöst.
Am Ende hatte man nicht einmal das Geld, um das Papier zu kaufen, um darauf Geldscheine zu drucken. Jetzt macht der das noch einmal, wie es scheint ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Swaziland, Jordanien, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...

"Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort" (Hannes Wader)
Kaum zurück aus Südafrika und Swaziland, auch schon wieder unterwegs in Thailand und evtl. Laos.
Letzte Änderung: 13 Mai 2016 09:03 von BikeAfrica.
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13 Mai 2016 09:54 #430946
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  • Brauni am 13 Mai 2016 09:54
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Hallo,
ob man wegen der Meldung jetzt in Panik verfallen muss ist fraglich. Wir nehmen diese Jahr einen Teil USD mit und den Rest holen wir uns am ATM.
In einem gleichen Bericht in einer Online-Zeitung wurde noch darauf hingewiesen das neben dem USD auch der Rand als Zahlungsmittel in Simbabwe akzeptiert wird.
Generell war dieser Zustand langfristig absehbar da sich an der Fiskalpolitik nichts geändert hat. Der Abfluss durch Importe und Geld außer Landes bringen ist größer als der Zufluss durch Export und den Tourismus. Und da man ja keine USD drucken kann (darf) woher soll dann die Deckung des Defizits kommen.
Und selbst wenn die Schuldscheine gedeckt wären stellt sich die Frage warum dann das Geld nicht direkt investiert wird als irgendwo zu hinterlegen.
Touristen bringen Souveniers mit nach Hause.
Reisende Geschichten.
Letzte Änderung: 13 Mai 2016 09:58 von Brauni.
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13 Mai 2016 09:54 #430947
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Das ist vor allem tragisch für die Leute in Zimbabwe. Weil absehbar ist, dass das in der jetzigen Situation nicht funktioniert (nicht funktionieren kann).
Und für Touristen auch nicht angenehm, denn selbst wenn man "nur" 1000-2000$ pro Person braucht ist das schon eine MENGE Bargeld die man je nach Gruppe mit sich herumschleppt...
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13 Mai 2016 10:44 #430950
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  • Guido. am 13 Mai 2016 08:41
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Hallo,

Brauni schrieb:
ob man wegen der Meldung jetzt in Panik verfallen muss ist fraglich. Wir nehmen diese Jahr einen Teil USD mit und den Rest holen wir uns am ATM.
Niemand soll und muss in Panik verfallen. 3 Tage Mana Pools auf einer exklusive Campsite kosten zu zweit zum Beispiel rund 600 USD. Dann läuft man eventuell in Probleme, wenn man meint, sich den Rest vor Ort zu holen, aber in 4 Tagen insgesamt vielleicht nur 50-200 USD an frischem Bargeld bekommt.

Brauni schrieb:
In einem gleichen Bericht in einer Online-Zeitung wurde noch darauf hingewiesen das neben dem USD auch der Rand als Zahlungsmittel in Simbabwe akzeptiert wird.
Ja und u.a. auch der chinesische Yuan Renminbi ist offizielles Zahlungsmittel in Zimbabwe. Nur klafft zwischen Theorie und Praxis in Zimbabwe eine große Lücke. Du kannst ja vor Ort mal versuchen, mit China-Währung zu bezahlen. Letztlich ist der USD die maßgebliche Währung in Zimbabwe. Rand wird meistens akzeptiert, hat sich in den letzten 3 Jahren gegenüber dem Dollar aber halbiert und ist auch nicht (mehr) so angesehen. Über teils unvorteilhafte Wechselkurse darf man sich nicht wundern. Bevor ich einen Bargeldberg Rand mitnehme, würde ich deshalb lieber USD mitnehmen.

Brauni schrieb:
Der Abfluss durch Importe und Geld außer Landes bringen ist größer als der Zufluss durch Export und den Tourismus.
Völlig richtig. Das Außenhandelsdefizit ist hier das ursächliche Problem und das bekommt man durch die Maßnahmen nicht gelöst. In der Reserve Bank sitzen nicht nur Holhlköpfe, aber das was die an weitergehenden Maßnahmen empfehlen, wird von der Mugabe-Regierung eben meist nicht umgesetzt und so bleibt es beim Herumschrauben an Symptomen. Wenn man die aktuelle Entwicklung ein bisschen weiter dreht, darf man die Frage stellen, wie Zimbabwe in einigen Jahren überhaupt noch Importe bezahlen will. Die Schuldscheine der Zimbabwe-Zentralbank will im Ausland garantiert keiner haben. Es könnten dann wieder Versorgungsengpässe drohen.

Beste Grüße

Guido
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13 Mai 2016 11:18 #430953
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....würde mich nicht wundern, wenn in ZIM plötzlich gefälschte US-Scheine in Umlauf kommen.... :laugh: :laugh:

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